©2014 VICE Media LLC

    The VICE Channels

      Bis so guet Bis so guet Bis so guet

      Bis so guet

      December 5, 2012

      Von Philippe Stalder

      50 Jahre Rolling Stones - Wie ging das?!

      Währenddem die meisten Weibsbilder davon träumen einmal bulimische Supermodels zu werden und nicht wenige dafür auch bereit sind sich die Seele aus dem Leib kotzen, wählen viele Kerle (welche ironischerweise sowieso prallere Kurven bevorzugen) einen ähnlich unrealistischen Traumberuf: Rockstar, fuck yeah!

      Doch welche Voraussetzungen sollte Mann mitbringen um ein Ziel zu erreichen, welches für die meisten Zeitgenossen derart weit außerhalb der Reichweite zu liegen scheint?

      Ein guter Analysegegenstand hierzu stellt wenn nicht die Größte, die immerhin älteste Rockband aller Zeiten dar; die Rolling fucking Stones. Diese feierten in der Londoner O2 Arena am 25. November ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert.

      Zur Vergegenwärtigung: Allein die musikalische Karriere dieser Band dauert nun schon fast doppelt so lange wie das gesamte Leben von Amy Winehouse! Und es soll mir keiner sagen, dass es an den Drogen liegt, denn Keith Richards war schon am fixen, als Amy noch mit Puppen spielte! Genau genommen sind die Rolling Stones ein medizinisches Wunder. Würde man die gesamte Menge Drogen, welche die Stones im Laufe ihrer Karriere konsumiert hatten, auf einmal in die Themse kippen, könnte man wahrscheinlich ganz London damit vergiften. Das bringt uns auch schon bereits zum ersten Kriterium, welches man erfüllen sollte, wenn man als Rockstar einmal in der musikalischen Oberliga mitmischen möchte:

      Drogenverträglichkeit

      Du bist nicht wirklich ein Rockstar wenn du dir so wie Kurt Cobain aus Selbstmitleid das Gehirn an die Wand pustest! Also: Komm klar auf deine Drogen, sonst kommst du auch nicht allzu lange klar auf dein Leben. Oder in anderen Worten:  Spritz dir kein Hero wenn du eine Pussy bist! Du willst ja schliesslich ein Vorbild sein für all die Möchtegern Rockstars da draussen! Bands wie Green Day, Linkin Park und Puddle of Mud wären uns hoffentlich erspart geblieben, wenn Kurt Cobain nicht so eine verfluchte Heulsuse gewesen wäre! Obwohl die Rolling Stones während ihrer Karriere einige grobe Schicksalsschläge überwinden mussten (z.B. den Tod des Gründungsmitgliedes Brian Jones im Jahre 1969, oder Charlie Watts’ Krebsdiagnose 2004), sind sie die ganze Zeit über cool geblieben. Daraus können wir nun das zweite Rockstar Kriterium ableiten:

      Angewandte Coolness

      Du musst verdammt noch mal cool sein, wenn du eines Tages Rockstar werden willst. Und ich spreche hier nicht von hippen Kleidern oder flippigen Sonnenbrillen, sondern von deiner Lebenseinstellung, deiner Art mit Rückschlägen umzugehen.

      Der Weg zur Spitze ist verdammt lang und es gibt viele Arschgeigen, die ihn dir versperren möchten. Du musst also wissen wie man mit Arschgeigen umgehen muss. Man darf nicht nur so tun als ob man keinen Fick geben würde, man darf tatsächlich auch keinen Fick geben. Viele Rockstars haben einen Tinitus im Ohr. Du brauchst jedoch einen Tinitus im Auge - es ist die alles-was-ich-sehe-sind-Pfeifen-Einstellung, welche die Rolling Stones gerade in harten Zeiten weitergebracht hat. Harte Zeiten leiten uns weiter zu einem der wichtigsten Rockstar-Kriterien überhaupt.

      Authentizität

      Erzähl keine Geschichten die du selber nicht erlebt hast! Wenn du im Grunde genommen zufrieden bist mit deinem bürgerlichen Kack-Leben, dann sing von mir aus über ECTS-Credit Points. Aber verschon uns bitte mit falschen mein-Leben-war-so-hart-zu-mir-Texten. Der Blues wurde von afroamerikanischen Sklaven geschaffen, die es satt hatten Baumwolle zu pflücken, nicht von deren Grossgrundbesitzern. Deswegen nannten sich die Stones ja auch The Rolling Stones (in Anlehnung an Muddy Waters Song Manish Boy) und nicht „The mein-Sklave-klaut-mir-Hühner-aus-dem-Stalls“. Hiermit wären wir schon beim letzten und somit auch bedeutendsten Rockstar-Kriterium überhaupt.

      Talent und Schaffenskraft

      Egal wie sehr du die ersten drei Kriterien erfüllst, wenn du kein musisches Talent aufweist, oder nicht weißt was damit anzufangen, werden alle drei hinfällig. Die Rolling Stones waren rein technisch gesehen zwar nicht die virtuosesten Musiker ihrer Zeit. Doch sie wussten verdammt noch mal wie man anständige Songs schreibt. So hat die Band bis heute insgesamt 437 Songs auf 52 Alben veröffentlicht, davon gingen 35 Alben Top-Ten, 10 davon landeten sogar auf Platz eins! Und das obwohl sich der musikalische Mainstream praktisch jedes Jahrzehnt komplett verändert hat. Wenn du also gerade mal fünf Power-Cords auf deiner Gitarre schrammeln kannst, dann reicht das im besten Fall dazu, deine Grossmutter an einem Familienfest zu beeindrucken. Es reicht aber nicht dazu die Stadien dieser Welt zu rocken.

      Wer glaubt alle diese vier Kriterien zu erfüllen, kann dieses Wochenende die Probe aufs Exempel machen. Alle andern muss ich an dieser Stelle leider enttäuschen. Es gibt jedoch auch noch andere tolle Traumberufe, z.B. Bademeister oder Skilehrer in Arosa. Vergesst mir einfach die Sonnencreme nicht.

      Also, hier unser Wochenende:

      Donnerstag:

      LUKI macht dankbarerweise Radio, das man sich (bei dieser scheiss Kälte) auch von daheim aus anhören kann und zwar hier, ansonsten gehst du am besten ins Longstreet, Punch trinken, warmtanzen und zuschauen.

      Freitag:

      Gehen wir erst in die Trace Gallery dort findet die Vernissage zum neuen Street Art Film vom Combo Culture Kidnapper statt. Der ist nach Tchernobyl gegangen um dort die Katastrophenszenerie etwas zu verschönern.

      Danach bleiben wir ganz bei den Jubiläen: Motoguzzi feiert Geburtstag in der Zukunft. Ja, solange du in der Zukunft noch Geburtstag feiern kannst, ist an sich alles in Ordnung. Der Überproduzent mit dem Namen: 19.454.18.5.25.5.18 (Horizontal Ground, For, Lakeside) kommt und FUNCTION (Sandwell District) aus New York ebenfalls.

      Samstag:

      Gehen wir an die letzte The Party im Block (). Ja, die letzte - eine Bezeichnung, die den Stones fremd ist, dennoch ihre Berechtigung besitzt. Auflegen tun die Residents LUKE REDFORD und VLT.

      Und/Oder du feierst  einfach weiter Geburtstag und zwar am 10 Jahre Grundton Festival im Hive.

      Weihnachtsshopping gibt es übrigens Freitag und Samstag Vorabend im Plaza: Heiliger BimBam

      Sonntag:

      Hängen wir rum und schauen fern. Ugly Americans, die neue Staffel Dexter oder Street Trash, seien an dieser Stelle wärmstens empfohlen.

      Montag oder Dienstag:

      Schauen wir uns im Plaza die infame OH LA LA CHERIE Burlesque Show  an, es ist eine Doppelshow, also kannst du dir gerne den passenden Abend aussuchen.

      Natürlich verlosen wir für jeden der erwähnten Anlässe 2x2 Tickets, sollten denn welche nötig sein, einfach melden mit Betreff: „ Mutti hat mal mit Mick Jagger rumgemacht“ und den gewünschten Tickets an: info@viceland.ch

       

       

      -

      Themen: Stones, The Rolling Stones, 19.454.18.5.25.5.18, Club Zukunft, Hive, Plaza, Zürich, FUNCTION, Luke Redford

      Kommentare