Die Österreichische Geisterstadt

von Mario Grubisic

Fotos: Mario Grubisic

In den 60er Jahren wurde die Brenner Autobahn mit dem Ziel gebaut, eine wichtige Verbindungsstrecke zwischen Österreich und Italien herzustellen. So wurde es den Österreichern leichter gemacht, übergewichtige Engel aus Bozen, übergewichtig- machenden Parmesan aus Grano und Hitler-Wein aus dem Rest Italiens nach Österreich zu importieren, während sich die Italiener darüber ärgerten, dass massenhaft bleiche Österreicher ihre Strände stürmten. Einen zentralen Stellenwert nahm dabei der Brenner als Grenzstadt ein, wo bis in die 90er die Pässe der Bade- und Shopping-wütigen kontrolliert wurden und Schilling in Lire oder umgekehrt gewechselt wurden. Vorgänge, die uns bereits jetzt, 15 Jahre später, vorkommen, als wären sie aus dem Mittelalter. Also könnte man vielleicht auch die EU dafür verantwortlich machen, dass aus dem einstigen Hotspot eine trostlose Geisterstadt mit Geisterangestellten wurde.

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