©2014 VICE Media LLC

    The VICE Channels

      Die VICE-Jahres-Charts 2012!

      December 12, 2012

      Von Ole Weinreich

      Editor

      Während sich das Jahr 2012 seinem Ende zuneigt, servieren euch die Musikredakteure einen kleinen Einblick in die Vergangenheit—die Top-10-20-30-50-100-Listen von dem Zeug, das in den letzten zwölf Monaten so geschaffen wurde. Aber während ihr euch durch die Dezember-Ausgaben kämpft, die alle immer nur noch mal die Geschichten über Frank und Lana wiederholen, befällt euch doch nur das Gefühl eines heftigen, schwindelerregenden Déjà-vus.
      Haben wir das alles nicht schon mal gesehen? In jedem anderen Magazin/Zeitung/Webzine/Cornflakespackung? Genau wie jedes Jahr? Seit Ewigkeiten?
       
      Um mit diesem Schwachsinn aufzuhören—das ist der einzig wahre Top-50-Alben-Countdown des Jahres. HIER IST DIE LISTE.
       
      50. Lana del Rey, obwohl alle schwören, ihren Trick gleich durchschaut zu haben, und sich niemand erklären kann, wie sie auf der Liste landen konnte.
       
      49. Irgendeine Frau, die so was ähnliches macht wie rappen.
       
      48. Ein Mixtape von einem dicken Rapper, weil das Album ja lange nicht so gut war.
       
      47. Grizzly Bear.
       
      46. Musik, von der ihr noch nie gehört habt.
       
      45. „Klar kenn ich die, der Name war mir nur gerade entfallen.“
       
      44. Musik, von der ihr wünscht, ihr hättet sie noch nie gehört.
       
      43. Die neue österreichische Pophoffnung, nach Meinung der Woman und des Standards.
       
      42. Rapper mit Maske.
       
      41. Band, die zwei zusammenhängende Sätze über die Möglichkeiten des Internets und Creative Commons in Interviews sagen kann.
       
      40. Mediokrer Gitarrenkram, der von Thees Uhlmann gesignt wurde.
       
      39. Band, deren Mitglieder nach Jahren mit einem wirklich zeitgemäßen Album zurückgekommen sind.

      38. Sängerin, von der niemand je gehört hatte, bis sie plötzlich 9 Punkte bei Pitchfork bekam, an die sich aber schon heute wieder keiner mehr erinnern kann.

      37 – 34.  Österreichische Bands, die wahlweise Radiohead, Coldplay oder Muse kopieren.

      33. Der eine Sänger, dank dem alle jetzt wieder R'n B gut finden dürfen.

      32. Fiona Apple

      31. Post-Punk Band, die seit ein paar Jahren wieder Alben aufnimmt, auf deren Konzerten man aber immer noch handgepresste 7"s kaufen kann.

      30. Der andere Sänger, dank dem jetzt alle R'n B wieder gut finden dürfen.

      29. Produzentin aus Montreal, deren Musik noch niemand gehört hat, von der aber alle fälschlicherweise annehmen, sie sei mit Claire Boucher befreundet.

      28. Band aus der deutschen Provinz, die ‚Hip Hop’ mit ‚Indie’ mischt, und die damit aus unerfindlichen Gründen bei der Popkritik als bahnbrechend innovativ durchgeht.

      27. Grimes.

      26. Band, die Pitchfork vor zwei Jahren mal kurz gut fand, die es aber erst dieses Jahr auf FM4 geschafft hat.

      25. Ein ‚geheimnisvoller’ Post-Dubstep-Produzent, der nur deshalb anonym bleibt, damit niemand von seiner Hauptexistenz als Versicherungsmakler erfährt.

      24. Künstlerin, die je nach Medium wahlweise Witchhouse, Chillwave, oder Seapunk macht, weil eh nie jemand in der Lage gewesen ist, das auseinander zu halten.

      23. Eine Schweizerin.

      22. Das jährliche Album, was von Jack White produziert und/oder aufgenommen wurde.

      21. Die falsche von El-P produzierte Platte.

      20. Kendrick Lamar.

      19. Band, die in einem Interview mal kurz Foucault erwähnte und seitdem in jeder Ausgabe der Spex gefeatured wird.

      18. Album mit schwarz-weiße Cover.

      17. Bat For Lashes.

      16. Irgendwas aus Schweden.

      15. Band aus Düsseldorf mit Synthies und motorischen Rhythmen, die in England kurzzeitig für die neuen Kraftwerk gehalten wurden.

      14. Bob Dylan oder Leonard Cohen oder Bruce Springsteen.

      13. Irgendein alternder, vergessener Künstler, der aus nur der Plattenindustrie bekannten Gründen in diesem Jahr für sein großes Comeback auserkoren worden war.

      12. Santigold oder M.I.A.

      11. Eine Band aus der österreichischen Provinz, die jetzt in Berlin lebt.

      10. The xx oder Chromatics.

      9. Künstler aus Brooklyn, der in den USA erfolgreich ist, weil er behauptet, die Idee für sein Konzeptalbum während seiner ‚krassen Zeit’ in Neukölln gehabt zu haben, und der von der Kritik geliebt wird, einfach weil er aus Brooklyn kommt.

      8. – 2. Alben von noch weitgehend unbekannten Künstlern, die die britischen Magazine und Websites in ihren Jahrescharts hatten, damit man in ein paar Monaten behaupten kann, man habe sie praktisch für Österreich entdeckt.

      1. Album des Jahres: The xx (Intro), Frank Ocean (Spex), was auch immer im Berghain lief (De:Bug), Crystal Castles (NME), Earl Sweatshirt (Juice), was auch immer im Berghain lief (Groove), Rolling Stones (Rolling Stone).

      -

      Themen: charts, Musik, noisey

      Kommentare