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      „Don Burro“ for President

      February 6, 2013

      Von Sophie Kübler

      Foto mit freundlicher Genehmigung von Carlos Serrano

      Wenn du mit der Politik in seinem Land nicht zufrieden bist, musst du dich nicht mit der Polizei prügeln oder dich an Bäume fesseln. Borg dir einfach einen Esel, nenn ihn „Don Burro“, binde ihm eine Krawatte um den Hals und schick ihn dann mit einem ausgefüllten Formular zum Wahlamt. Und mit ein bisschen Twitter hier und ein paar Interviews dort, fangen dann plötzlich auch die Fußballspieler und Sänger, die im Parlament sitzen an, über ihre Position nachzudenken. „Don Burro“ sei Dank hat es eine Gruppe junger Leute aus Ecuador geschafft, friedlichen Protest zu betreiben und gleichzeitig den ecuadorianischen Wahlen eine neue Dimension zu geben.

      VICE: Wie ist gerade die politische Situation in Ecuador?
      Carlos Serrano:
      In vier Monaten sind Wahlen und gerade wurden die Kandidaten für den Kongress bekannt gegeben.

      Wer ist aufgestellt?
      Das sind Schauspieler, Sänger oder Fußballer. Leute, die keine Ahnung davon haben, was sie in ihrem Amt zu tun haben.

      Und wofür steht dann der Esel?
      Wir wollten ihn nicht ernsthaft für die Wahlen aufstellen lassen. Wir wollten den Esel als Symbol benutzen, um zu sagen: „OK! Die Zeit der Verantwortungslosigkeit ist vorbei. Es ist Zeit, nachzudenken und Politik ernster zu nehmen.“ Wir wollen in die Politik eingreifen und Leute mit unserer Stimme unterstützen, die ethische und moralische Werte vertreten, statt derer, die nur berühmt sind. Wir haben eine schwache Demokratie, weil die Bürger nicht wissen, was wählen bedeutet. Sie denken, wählen ist ein Kreuz auf einem Stück Papier zu setzen. Dabei haben sie keine Vorstellung davon, was sie damit verändern können.

      Wo kam der Esel her?
      Von einem Bauern von außerhalb. Wir sind raus aufs Land gefahren und haben ihn uns geliehen.

      Was macht ihr jetzt mit all der Aufmerksamkeit, die ihr mit „Don Burro“ bekommen habt?
      Ich denke, wir waren auf einem schmalen Grat, uns lächerlich zu machen. Aber jetzt haben wir einen Kompromiss gefunden, unabhängig von der Nation und den Bürgern unsere Botschaft mitzuteilen. Und diese Botschaft soll den Menschen unsere Lage verdeutlichen. Diese Situation kommt davon, dass wir nicht in die Diskussion um unser Land involviert sind.
       

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      Themen: Esel, Ecuador

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