Facebook hat sich etwas Neues einfallen lassen, um dich verrückt zu machen

von David Bogner

In regelmäßigen Abständen entwickelt Mark Zuckerberg, bekannt aus Filmen wie „The Social Network“ und „Ich bin reicher als ihr alle zusammen“, neue Features, die Menschen rund um den Globus noch mehr aufregen, als streunende Babyhunde, die zu Bällen verarbeitet werden, mit denen dann Vergewaltiger Fußball spielen. Wir erinnern uns an den Tag, als Timeline implementiert wurde oder den kurzen Moment, wo alle Angst um ihre Personal Messages aus dem Jahre 500 vor Christus hatten. In dieselbe Bresche schlägt auch die absurde Verehrung von Max Schrems, jenem Studenten, der die glorreiche Idee hatte, FB in Irland wegen Missachtung der europäischen Datenschutzgesetze zu verklagen. Jetzt ist vermutlich der richtige Zeitpunkt, noch einmal ein paar Punkte ganz klar festzuhalten.

1.) Du musst dich nicht auf FB anmelden

2.) Solltest du dich doch, aus welchen Gründen auch immer, dazu entschieden haben, zwingt dich niemand dazu, deinen Klarnamen anzugeben. Sicher, FB verlangt das, aber das ist in etwa so, wie man von dir verlangt, dass du dir nach dem Klogehen die Hände wäschst

und 3.) solltest du dich allen Bedenken zum Trotz und wider besseren Wissens doch dazu durchgerungen haben, ein Mitglied im wohl unexklusivsten Club der Welt zu werden, hast du noch immer komplett freie Hand, wie die Reise weitergeht. Du kannst entweder dein digitales Leben als ziemlich anonymer Stalker führen oder jeder Tag ein Foto posten, wo du kotzend die Hand zum Hitlergruß erhebst, während du gerade 180 auf der Autobahn fährst und deinem Chef den Tod wünschst. 

 

Ich bin mir ziemlich sicher, als vernünftiger und aufgeklärter Mensch sind wir uns in diesen 3 Punkten ziemlich einig, weshalb ich dir gratulieren möchte: Du hast gerade eine Eintrittskarte ins Stalkerland nach Voyercity gelöst. Klicke auf Seite zwei um die neueste Facebook Neuheit in ihrer vollen Pracht zu erleben.

 

Willkommen zu Graph Search.

 

 

Graph Search beginnt mit einem ziemlich unaufregenden Startbildschirm, der einfach nur My Friends heisst. Aber von hier aus gibt es nur zwei Grenzen: die erste ist deine Fantasie und die zweite hat etwas mit Privacy Einstellungen zu tun. Aber lasst uns ganz banal loslegen:

 

HC Strache.

 

Die Facebook-Page hat zum Zeitpunkt meiner Suche 124,771 Likes und 25.000 und ein paar Zerquetschte talking about this. Wie zum Teufel auch immer diese absurde Zahl berechnet wird und was genau sie uns sagen will, insgesamt kommt dabei wohl raus, dass Strache – zumindest was das Internet betrifft – mehrheitsfähig und ein ziemlich toller Hecht ist. Deshalb hauen auch die folgenden Erkenntnisse nicht großartig vom Hocker. Was unsere Köpfe aber zum Kochen bringt und ein bißchen Gehirn mit Rotz aus unseren Nasen fließen lässt, ist die Tatsache, dass man jetzt gezielt danach suchen kann.

 

Wenn man bedenkt, dass wir es innerhalb weniger Jahrhunderttausende vom Affen zum Atomwissenschaftler geschafft haben, ist es schon etwas verwunderlich, wie man gleichzeitig VICE und HC Strache liken kann (und niemand kann mir erzählen, dass das alles ironische Likes oder solche zu Recherchezwecke sind). Aber dann erinnert man sich an ATV, Paul Kalkbrenner und lustige Musikfestivals im Sommer und alles macht plötzlich Sinn.

 

 

Keine Ahnung, wie ich auf das Thema Complicated Relationship gekommen bin, aber man kann auch den Beziehungsstatus, das Geschlecht, den Wohnort und ziemlich viele andere Parameter zur Einschränkung der Suche verwenden.

 

 

Das führt mich dazu, dass Golni Czervath ein .. ähm ... ziemlich interessanter Typ mit noch interessanteren Vorlieben ist. Und wieder einmal zur Erkenntnis, dass wir in einer verrückten Welt leben. Die Antwoord und eine katholische Studenenverbindung?

 

 

NLP, Funker Vogt und Chicks on Speed? Mittlerweile geht alles.

 

 

Brrr. Andererseits: ich hab mit dem Dude scheinbar über 40 gemeinsame Freunde, also ist das vielleicht nur Fake?

 

 

 

Beruhigend: Während es zwischen HC Strache und VICE mehr als Hundert Überschneidungen gibt, sinds bei Strache und FM4 mehr als 1.000. Das ist aus ganz offensichtlichen Gründen aber auch nicht so verwunderlich.

 

 

Angenommen ich möchte meinen masochistischen Neigungen nachgehen und eine Single Frau finden, die auf Strache und FM4 steht und an der Uni Wien studiert – ich würde fündig werden. Dieses Spiel lässt sich ziiiiemlich lange spielen.

 

 

Und deshalb folgen auf Seite drei noch ein paar halb lustig-halb erschreckende Strache Anfragen.

 

Facebook liefert zum Beispiel den eindeutigen Beweis, dass die österreichische Psychedelic-Kraut-Kombo Der Blutharsch keine rückwärtsgewandten FPÖ Wähler sind. Zumindest nicht mehr als wir selbst. Aber das wussten wir eigentlich eh schon immer.

 

 

Diese Mein Humor ist so schwarz Seite ist für sich gesehen schon ein ziemlicher Fail, in Kombination mit HC Strache wird sie zum unfehlbaren Douchebag Radar. 

 

 

Interessanter wirds, wenn man den Zahntechniker mit dem H&M für Nazis kombiniert. Das Ergebnis sind eine Heerschar an Vollidioten, denen man nie im echten Leben über den Weg laufen möchte.

 

 

 Ganz im Gegensatz zu denen, die allesamt sehr freundlich ausschauen.

 

 

So viel zu Menschen, denen ich höchstwahrscheinlich noch nie im Leben begegnet bin. Aber wie wir alle wissen, stalked es sich erst dann so richtig gut, wenn man erst einmal mit jemandem befreundet ist, denn dieses mühsame Listenerstellen tut sich niemand an. Wie viele Freunde von Niko Alm sind eigentlich katholisch?

 

 

Es ist auch gleich das perfekte Beispiel dafür, dass man sich auch vor Graph Search nicht fürchten muss. Denn niemand wird ernsthaft annehmen, dass keiner von Niko Antichrist Alms Freunden gläubiger Katholik ist. Nein, viel wahrscheinlicher ist, dass der Großteil zu klug ist, diesen Umstand mit über 143 Fantastrilliarden andern Menschen zu teilen. Und genau das bringt Graph Search mit seinen schier unendlichen Suchoptionen ziemlich genau auf den Punkt. Überleg dir gut, was du postest und wen du befreundest, denn irgendwo sitzt bestimmt gerade jemand mit der Hand in der Hose am Computer und klickt sich durch alle Fotos, die du jemals geliked hast.

Andererseits legen sowohl die Anonymität der Masse (inklusive unendlicher Datenmengen) als auch mangelndes Interesse für unsereiner schützend ihre Hand über uns und momentan gibt es echt noch keinen plausiblen Grund sich Sorgen zu machen (auch wenn es auf den ersten Blick so anfühlt, als wären mit einem Moment all unserer Schweinerein auf FB öffentlich).

 

 

 

Auf Forbes könnt ihr nachlesen, was man dank Graph Search alles über Zuckerberg zusammensuchen kann.

 

Die Huffington Post hat die lustigsten Graph Searches bis jetzt zusammengesucht, und sie sind eher so Gaudimax lustig.

 

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