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      Hiniche Weihnachten

      Dezember 6, 2011

      2012 waren wir auf dem alljährlichen Weihnachtskonzert der Hinichen. Es war hart. 2013 haben die Grünen dann dafür gesorgt, dass ihr Konzert im Gasometer abgesagt wurde. Für jeden, der jetzt wissen will, wie das eigentlich so ausschaut dort, und wie es wohl auch 2016 ausschaun wird, gibt es hier einen Bericht von Stefanie Sargnagel.

      Ich bin seit Jahren großer Fan der Rockgruppe „die Hinichen" und habe vor ein paar Tagen mein erstes Konzert, das alljährlich stattfindende „Hiniche Weihnachten" besucht. Davor hatte ich außer auf Youtube nicht viel Berührung mit den außergewöhnlichen Musikern und ihren Fans. Manche mögen die unverblümte Ehrlichkeit der Band als problematisch sehen, aber in einer Welt, in der das Verwandeln der Pflanzen- und Tierwelt in Kot und der Austausch schlatziger lauwarmer Säfte zu den stärksten menschlichen Trieben zählt, empfinde ich Lieder wie „DIE MUSCHI VON DER USCHI" als göttliche Offenbarung tiefster Wahrheit. Und es war wirklich das Tiefste, das ich jemals erleben durfte.


      Ich war sehr aufgeregt beim Ankommen, die Dichte an Spruch-T-shirts war vielversprechend.

      Die Vorband ist „Rotzpipn". Euphorisch rufe ich zu meiner Begleitung „Das ist mein Lieblingslied", weil ich die Klänge vom zeitlosen STS-Klassiker Großvoda vernehme. Als gerade der Refrain beginnt und ich schon berührt mitsingen will, begreife ich meinen ersten Irrtum. Die Männerhorden um mich schreien „HERST JAQULINE, DU BIST DIE GRESTE FUT VON SIMMERING", aus „niemals Gewalt, alles bereden" wird ein emotional vorgebrachtes „NIEMOIS IN ORSCH, IMMER VO VURN". Nicht schlecht.

      Hier singen alle, den Refrain zu „OWA IMMAHIN" mit: „OWA IMMAHIN, WOR I MIT MEIN FINGER IN DEIM ORSCHLOCH DRIN"
      Dazu halten sie ihre Finger in die Luft, das soll symbolisieren, dass sie damit in einem Arschloch drinnen waren. Immerhin.

      Ich bin ja sehr offen und begeisterungsfähig für Fäkales und Anstößigkeiten aller Art, fühle mich aber mit der Zeit immer seltsamer, ähnlich einem Afrikaner auf einer Strache - Kundgebung. Merkwürdig wenn alle temperamentvoll „FUT! FUT! FUT!" schreien und man einer der wenigen Besitzerinnen im gefüllten Saal ist. Als der Typ mit der Glatze rechts mir andeutet, er könnte ja auch mir seinen Finger, usw. beschließe ich mir nach dem Konzert sämtliche Körperöffnungen mit Zement zuzugießen.

      Themen: Die Hinichen, music, konzert

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