Können Filme etwas gegen die „Verschwörung gegen Syrien“ ausrichten?

von Jamie Clifton


Fotos mit freundlicher Genehmigung von Najdat Anzour

Im letzten Jahr begannen Fernsehsender in Katar und anderen Golfstaaten zum Zeichen ihrer Unterstützung für die Opposition die Ausstrahlung syrischer Filme und Fernsehserien, bei denen eine Verbindung zum Regime besteht, zu verweigern, was zu einem dramatischen Rückgang studioproduzierter Drehbücher führte.

Dies war ein schwerer Schlag für Najdat Anzour, der wohl am bekanntesten sein dürfte für seinen Film
Al-Hour al-Eyn (Wunderschöne Jungfrauen), der Selbstmordattentäter und Terroristen in ein schlechtes Licht rückte. 2007 sorgte er ebenfalls für Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass er für die Verfilmung eines Drehbuchs von Muammar Gaddafi vorgesehen war, ein Projekt, von dem sich später herausstellte, dass es mit 50 Millionen US-Dollar aus dem Privatvermögen des Diktators finanziert wurde (und das, man glaubt es kaum, mittlerweile in der Tonne gelandet ist).

Ich rief Najdat an und stellte fest, dass er für mehr kreative Freiheit ist, aber auch gegen die Rebellen der FSA, die gegen ein Regime kämpfen, das seiner Ansicht nach in puncto Redefreiheit, gelinde gesagt, keine lückenlose Bilanz vorzuweisen hat. Es war alles höchst verwirrend, genau wie der herrschende Konflikt.

VICE: Najdat, wie hat sich dein Leben seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs verändert?
Najdat Anzour:
Zuallerst einmal handelt es sich nicht um einen Bürgerkrieg—sondern um einen internationalen Krieg, organisiert von anderen Machthabenden gegen Syrien. Es ist ein Krieg zwischen terroristischen Banden und dem syrischen Volk.

Du glaubst wirklich, dass es das ist, was gerade passiert? Und nicht, dass es sich um Revolutionäre handelt, die für die Freiheit kämpfen?
Ja. Und für eine Grauzone ist kein Platz mehr. Die Menschen müssen erfahren, dass es eine Verschwörung gegen unser Land gibt und jemand versucht, ihm einen Dolch ins Herz zu stoßen. Sehr viele Syrer wollen einen Wandel, einen Schritt zu mehr Meinungsfreiheit und Demokratie. Wer auch immer Syriens Entwicklung und Modernisierung einschränkt, der muss unschädlich gemacht werden.

Hast du vor, eine Fernsehserie oder einen Film darüber zu drehen?
Nicht direkt darüber, das nicht, aber ich bereite gerade eine Serie über die Ereignisse in Syrien und ihre unmittelbaren Folgen für die syrische Jugend vor. Produktionen wie meine fördern Dialog und Diskussion, die dazu beitragen, den Einzelnen gegen extremistisches salafistisches Gedankengut zu immunisieren. Oder ihn zumindest zum Nachdenken darüber zu bringen, was er da tut, anstatt es einfach blind zu tun.

Wie würdest du dir die Entwicklung der Lage in Syrien wünschen?
Ich hoffe auf mehr kreative Freiheit und weniger Angst, Lügen, Vetternwirtschaft und Tyrannei. Wir können uns nur dem stellen, was vor uns liegt.

Hat der Boykott gegen syrische Film- und Fernsehproduktionen in der Golfregion dich und andere Regisseure vor der Weiterarbeit zögern lassen?
Nein, viele syrische Künstler haben weitergemacht und auf einen großen Teil ihres eigenen Einkommens verzichtet, um die Arbeit an heimischen Serien fortsetzen zu können. Wir kritisieren die Korruption, fördern die Entwicklung und rufen zu nationaler Einheit auf. So ist das syrische Drama schon immer gewesen: wegbereitend und mutig.

Kommentieren