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Die Nachwirkungen des Bombenangriffs auf das Lazarett von Aleppo

von Robert King/Polaris

Nach dem Bombardement irrt das trauernde Krankenhauspersonal heute durch die Überbleibsel seiner medizinischen Einrichtung. Was jetzt in Schutt und Asche liegt, dokumentierte ich noch vor einigen Wochen für die VICE-Reihe Ground Zero. In den Trümmern suchen die Trauernden weiterhin nach Opfern. Gestern hatten Kampfjets das Krankenhaus aus der Luft heraus bombardiert.

Einige Medien berichten, dass es sich bei dem zerstörten Gebäude um ein Nachbarhaus des Krankenhauses handelt. Das stimmt nicht. Des Öfteren war ich in diesem Gebäude zum Essen. Es beherbergte die Krankenhausverwaltung und viele sanitäre Gerätschaften. Nichtsdestotrotz, Dar al-Shifas Operationsmaterialien sind zerstört, allesamt. Und wer behauptet, dass es sich hier bloß um Propaganda handelt, hat keine Vorstellung vom Ausmaß des Leids der Menschen hier. Wie so oft in meiner Zeit in Syrien war ich der einzige unabhängige Reporter vor Ort.

Familien der Verstorbenen sind auf den Straßen und hoffen unter Höllenqualen auf die Rückkehr ihrer Liebsten. Die genaue Anzahl der Verunglückten ist noch nicht bekannt. Aktuelle Schätzungen berichten heute jedoch von 40 Toten.

Planierraupen arbeiteten die ganze Nacht daran, Trümmer zu beseitigen, damit die Toten von Freiwilligen geborgen werden konnten. Unter den Todesopfern befinden sich Dr. Abu Faisal, die Krankenschwester Mrs. Bushra, der Informationsverwalter des Krankenhauses und zwei Sicherheitsbeamte. Zusätzlich wurden bei dem Angriff fünf Krankenschwestern verwundet.

Heute früh interviewte ich Dr. Osaman, den Oberarzt des zerstörten Krankenhauses, als er sich gerade einen Überblick über das Ausmaß der Schäden machte. „Das Dar-al-Shifa- Krankenhaus ist jetzt zerstört, aber wir werden es in der Zukunft wieder aufbauen“, sagte er. „[Unsere] Botschaft war nie das Gebäude an sich, die Botschaft von Dar al-Shifa war [dessen] Menschen und Ärzte, und wir werden nicht aufhören, Menschenleben zu retten und Schmerzen zu lindern.“

Trotz der Hürden sagt Dr. Osman, erwartet er, dass ein funktionierendes Krankenhaus innerhalb von 48 Stunden in Betrieb genommen werden kann. Bis dahin werden viele Zivilisten in Aleppo auf sich alleine gestellt sein, in einem Krieg ohne moralische Grenzen jeglicher Art.

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