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      LIVE von der Viennale & die nagelneue Bunker-Rubrik

      November 3, 2012

      Von Josef Zorn

      Editor

      Aus der Kolumne 'Filmbunker'

      Viennale macht Spaß und natürlich besonders das "They Wanted to see Something Different" - Programm. Wie ein methadonabhängiger Vorschüler bin ich aber gleich bei The Hills Have Eyes - aus genau dieser Reihe - eingepennt und die Scham bleibt unbeschreiblich. Ich bin schließlich Film ... ähm - Filmfachmann oder so. Am nächsten Tag der nächste Frevel, da ich wieder trotz Vorkaufskarten und zugunsten einer Bratgans Cannibal Holocaust gespritzt habe. Glücklicher- und kindliche Unschuld schändenderweise habe ich den Menschenfresser-Tier-Snuff schon mit Elf gesehen. Danke vielmals, "Video Treff" Ried im Innkreis. Das war aber zum Glück noch nicht alles. 

      Subtiles Beziehungsdreieck mit riesigen Space-Mutanten

      Westliche Schauspieler werden hier aus reinem Exoten-Effekt für Hauptrollen gecastet und die Spannung, bis das Eidechsen-Krakenmaul-Alien endlich seine Fühler ausstreckt, basiert mehr auf Schmunzeln über die Situationskomik seriöser Japaner im All. Guila - Frankensteins Teufelsei will gar nicht näher auf handlungsbestimmende UFOs oder Marsmissionen eingehen, sondern die Lehren unterschwelliger Liebe näherbringen.

      Wird Michiko oder die deutschstilisierte Doktor Lisa - die keinen Nachnamen benötigt - den ernsten aber integren Kapitän Sano abgreifen? Das müsst ihr selbst herausfinden und euch bei diesem popigen 60ies Monsterfilm a lá Godzilla lachend die Magenscheidewand ablösen lassen. Obwohl der Ernst der Lage schon durchscheint. Zerstörte Städte, Massehysterie, Weltraumwahnsinn und Gummigiganten. Eins sage ich dazu: gegen Ende scheint die romantische Moral dann doch ein bisschen gegen ethnische Vermischung zu sein und Guila wird sprichwörtlich niedergewixt. Daumen zu Gott.

      Beste Inspiration für Hornbach-Werbung

      Man kann sich echt freuen solche tollen und unbeschreibbar einflußreichen Gusto-Stücke des Horror-genres - wie The Texas Chainsaw Massacre nunmal eines ist - im Kino zu sehen, und dann sogar noch auf der enormen Gartenbauleinwand. Wie man am heutigen Bunkertitelbild erkennen kann, bin ich nicht der beste Leatherface, aber besitze auch weder Maske oder Lampenschirme aus Kopf-/Gesichtshaut. Außerdem, wie die Damenwelt sicher bestätigen kann, sind Charme und amouröse Finesse bei mir auch mehr ausgeprägt als beim dicken Redneck mit der Kettensäge.

      Es ist nicht übersteuerte Splatter-Brutalität oder ein unvergleichlicher Blutreigen was The Texas Chainsaw Massacre so gut macht, sondern augenaufreissende Schlachtschuss-Momente in schön aufgebauten Unwohlfühl-Sequenzen, die den Hosenboden nicht nur vernichten, sondern den Schrecken ganz neu ins Herz pflanzen. Das reicht sogar soweit, dass in diesem Südstaaten-mobbenden Film lediglich eine offene Tür mehr Grauen verbreitet als Saw in seinen glorreichsten Zeiten.

      The Fall

      Willkommen zu meiner Rubrik Y U NO SEE YET?, die ich mir jetzt gerade ausgedacht habe und sich in Zukunft mit unseren ganzen cineastischen Versäumnissen der Vergangenheit auseinandersetzen wird. Manches kennt der gemeine VICE Leser, manches nicht. Die ganze Filmscheiße wird aufgekocht, die wir schon immer loswerden oder unterbringen wollten, aber untergegangen, ignoriert oder verkannt wurde. Filme wie zum Beispiel The Fall aus 2006.

      Hier haben wir bunte und bis ins letzte verfluchte Staubkorn inszenierte Bilder, bei denen einem das Kinn auf die Eier knallt, sich die Augäpfel erregieren und visuell gedeepthroatet werden. Schwimmende Leucht-Elefanten, byzantinische Marmor Labyrinthe und wunderschöne überasiatische Landschaften, bei denen man sich sicher sein kann, dass der Location-Scout in der Preproduction tausend Tode starb.

      The Fall ist von Tarsem Singh, dem Dude, der auch The Cell mit Taco Lopez, Immortals gemacht und bei The Curious Case of Benjamin Button herumgedoktert hat. So verwundert die Optik dieses Films nicht mehr ganz so hart. Nur ist hier das Skript wie Spiel sehr annehmbar, durchsetzt mit kleinen - nicht immer den innovativsten - Erzählsprüngen und Twistereien. Besonders Catinca Untaru begeistert und nährt meine Meinung, dass solche kleinen dicken Mädchen jeden Oscar dieser Galaxie bekommen sollten. Sie bohrt in der Nase und läßt mich dabei an Gott glauben. Außerdem, wenn dieses Mädchen weint, weint die ganze Welt und ich mit ihnen. Also, Y U no see yet?

      Wohlsein


      ​Alle Screenshots aus den jeweiligen Filmen

       

      Resident Nippel!
      Ich habe Monster-Filme gesehen, teilweise viel zu spät, um ehrlich zu sein, habe ukrainische Busen sehr sehr gerne und sorge mich ziemlich um den Meister Eder. Außerdem ist das einfach der beste Blog-Titel aller Zeiten und wird mich noch groß rausbringen.
      Skyfall und Vermessung der Welt
      Ob Bud Spencer ein guter Bond wäre oder M mit Kopfnuss grüßen. Wir haben wieder einmal Spaß mit der aktuellen Filmlandschaft, also nützet den Tag (um am Abend ins Kino zu gehen).
      Wargasm ist ein scheiß Gleichnis und JGL ist kein Willis
      "Savages" gibt mir zu denken, aber nicht im gutem Sinne. Mehr in die Richtung, man sollte Oliver Stone einschläfern. Bisschen überschätzt ist auch "Looper".

       

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      Themen: leatherface, Viennale, they wanted to see something different, monster, x, guila, frankensteins todesei, texas chainsaw massacre, Y U no see yet

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