Filmbunker

Als der Messiahs Showtunes sang und Vampirärsche kickte

von Josef Zorn

Jesus Christ Vampire Hunter. Ich kann vorab nur sagen Y U NO SEE YET und möchte zur größten Videoabendsnychronisation aufrufen. Jeder, den ich kenne, sollte den Film besitzen oder eben wenigstens einmal gesehen haben. Im Gegensatz zu Abraham Lincoln Drakulaficker verneige ich mich vor der Bestimmtheit, mit der das kanadische Meisterwerk genau das hält was der völlig absurde Titel verspricht. Anscheinend kennen Jesus Christ Vampire Hunter eh schon einige von euch. Da sag ich aber, leckt mich, warum hat mir noch nie jemand davon erzählt, verdammt.

Zufällig bin ich über dieses (sogar als BluRay erhältliche) Stimulant gestolpert. Irgendwo im tiefsten Kanada, im Nebel Ottawas, wo die 90er auch noch im Jahre 2001 unangefochten regierten, entstand diese Low Budet Porduktion, die unsere Leben verändern sollte. Markus und ich weinten freudige Trash-Tränen beim Anblick einer konsequent unvorhersehbaren Abfolge von Idiotenszenen, gefilmt wie ein 70er Porno, geschnitten wie im Kindergarten und nachvertont, dass echt keine einzige Lippenbewegung mehr passt. Das Ding ist aber, dass - trotz nichtexistenter Qualität - sich ein echt fein geschriebenes Skript (hinsichtlich Dialog und Dramaturgie solide wie mein Penis) mit unglaublich witziger Skurrilhandlung paart. Jesus lässt sich nach Action-Intro mit Punk-Priestern und Lesben-Rauferein gleich mal die Ohren piercen, schert sich eine Israeli-Kurzhaar Frisur und singt uns ein Musical-Ständchen in Addidas-Sneakern.

Dann fotzt er mit unerwartet interessanten (wenn auch nicht beferkt inszenierten) Moves circa 1000 Athäisten ins Himmelreich und nach den ersten gekonnten Pfälungen kombiniert sich das Lustige mit einem Gefühl von "Fuck Yeah, Jesus". Dedication, Splatter-Elemente mit schöner Message und einem leicht Homo-Bar-Christus überzeugen. Als dann noch der imposante Mex-Fighter Santos dazustößt und beeindruckendes Reenforcement liefert, konnten wir nicht ander als uns gegenseitig ins Gesicht zu schreien: Warum gibt es noch kein Remake und wer, verdammt noch mal, sollte das machen? Außer vielleicht, dass diesen Dienstag Sinister im Filmcasino läuft (!), solltet ihr unbedingt noch wissen, dass JHC-Vampire Hunter Regisseur Lee Demarbre einst auch eine kleine feine Grindgaudi namens Smash Cut gedreht hat. Horrorspaß für den die Meister-Penisgurglerin Sasha Grey erstmals ihre Karriere des Schaufickens hinter sich gelassen hat.

Wohlsein

 

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