Jeder mit ein bisschen Verstand und Eiern in der Hose kann seine eigene Rakete bauen und damit ins Weltall fliegen. Das behaupten zumindest die Leute vom Open-Source- und Non-Profit-Projekt Copenhagen Suborbitals. Wir sind also nach Dänemark gereist, um die Pioniere der Raumfahrt Marke Eigenbau zu treffen. Wir wollten von ihnen wissen, wie diese Raketen gebaut werden. Kristian von Bengston und Peter Madsen gründeten Copenhagen Suborbitals 2008. Die beiden Amateur-Ingenieure und Unternehmer haben mittlerweile eine eingeschworene Gemeinschaft von über 20 Spezialisten aufgebaut. Ihr Ziel ist es, ein Raumschiff zu bauen, das mit Besatzung einen suborbitalen Flug absolvieren kann.

Copenhagen Suborbitals kann bereits einige Erfolge vorweisen; ihr Modell HEAT-1X ist die leistungsfähigste Rakete, die jemals von Amateuren gebaut wurde. Bis jetzt waren bei den Testflügen jedoch nur Crash-Test-Dummys an Bord.

Das Projekt ist Open-Source, jeder darf sich daran beteiligen und Änderungen vorschlagen, etwa an dieser Bauskizze des Raumschiffs. Für einen Raketenstart brauchen Kristian und Peter um die 50.000 Euro. Im Vergleich zu staatlichen Raumfahrtprogramm kommt Copenhagen Suborbitals mit einem winzigen Budget aus.
Bei einem suborbitalen Flug steigt die Rakete nicht so hoch in die Atmosphäre als bei konventionellen Raumflügen. Darum ist eine Rakete für diesen Zweck auch leichter und billiger zu bauen.

Immer wieder werden die Triebwerke, Rettungssysteme und Fallschirme getestet. Jeder Fehlschlag bringt das Team voran, Änderungen können am Prototyp oft in wenigen Minuten vorgenommen werden. Bis ihre selbstgebaute Rakete einen Menschen ins All schießen kann, ist es nur noch eine Frage der Zeit, glauben Kristian und Peter.
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