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      Wie du es anstellst, dass dir einer das Arschloch massiert

      February 15, 2013

      Von Dr. Mona Moore

      Hey ihr dahin rottenden Säcke aus Kalzium und Scheiße, ich bin Dr. Mona Moore. Das ist natürlich nicht mein richtiger Name, aber ich bin eine richtige Ärztin. Spar dir dein Mitleid—ich werde nämlich immer einen Job haben, eine Wohnung, die zehnmal größer ist als deine, und das Recht, dir zu sagen, was du tun sollst. Einfach nur, weil ich es besser weiß. Viel Spaß mit meiner Kolumne!

      An manchen Tagen kommt es vor, dass ich Leuten bis zu drei Mal am Tag meinen Finger in den Arsch stecke. Das wird mit der Zeit nicht leichter. Es ist und bleibt einfach Scheiße von Fremden, die mir am Finger klebt. Wann immer es Probleme unterhalb des Brustkorbs gibt, muss ich meinen behandschuhten Finger in die Analpassage anderer rammen und darin herumstochern.

      Es überrascht daher wenig, dass mich Finger-in-Männerärsche-stecken ungefähr so anturnt, wie Nasenhaare. Ich trage ja schließlich aus gutem Grund Handschuhe. Außerdem ist es ganz egal, wie sehr er dabei schnaubt, ich habe immer das Gefühl, dass ich seine Hämorrhoiden untersuche.

      Der medizinische Ausdruck dafür ist „digitale Rektaluntersuchung”. Ich erinnere mich nicht mehr an mein erstes Mal. Ich habe das jetzt schon so oft gemacht, dass es sich manchmal so anfühlt, als ginge es in meinem Beruf nur darum, Schließmuskeln zu überwinden. Erst übt man an einem Arschmodell aus Gummi—ein lebloser Arsch ohne Kopf mit austauschbarer Prostata. Wie ein Mr. Kartoffelkopf. Wenn du als Student geprüft wirst, musst du diesen Gummiarsch wie einen richtigen Menschen anreden und ein bisschen Smalltalk machen. „Entschuldigen Sie, Mr. Kartoffelkopf, ich werde nun meinen Finger in Ihr Hinterteil einführen. Versuchen Sie bitte, sich zu entspannen.”

      Der Vorteil ist natürlich, dass der Barbiepuppenarsch nicht mit dir reden kann. Bei meiner letzten Analsonde war die Patientin eine übergewichtigen Frau, die sich nur widerwillig über den Laborwagen beugte. Ich benutzte ein sogenanntes Rektoskop—das ist ein Instrument, das wie die Plastikversion einer Eistüte aussieht, mit einem Loch vorne, um alles sehen zu können. Ich prüfte ganz sachte ihr Rektum, um sie nicht zu verletzen. Plötzlich drehte sie sich um und sagte „Mir gehört ein SM-Studio und meine Kunden würden für ihr Gerät hier sterben. Würden Sie mal bei uns vorbeischauen? Ich könnte Ihnen 120 Euro die Stunde zahlen?”

      Auch wenn es immer mein Traum war, anale Abenteuer in der SM-Community zu erleben, lehnte ich höflich ab. Aber wenn du da aufgeschlossener bist und die Vorstellung von Gleitmittel und Latex macht dich so richtig an, dann habe ich hier eine kleine Anleitung für dich, wie du eine Rektaluntersuchung richtig durchführst:

      1. Wer ernsthaft aus dem Arsch blutet, der bekommt auch eine Rektaluntersuchung. Knallrote Blutflecken reichen da nicht aus. Das sind nur geplatzte Hämorrhoiden oder kleine Wunden, die eine große Kackwurst an dieser empfindlichen Stelle verursachen kann. Schlimm wird es erst, wenn dunkler Schleim rauskommt, der aussieht wie Blutwurst. Es duftet eklig, aber auch süß—nicht wirklich unangenehm, aber schon ein wenig wie ein Furz. Ich erkenne das mittlerweile kilometerweit. Leidest du an diesen Beschwerden, dann geht's weiter zu Schritt zwei.

      2. Die meisten von euch haben eine klare Präferenz, ob eine Frau oder ein Mann die Untersuchung durchführen soll. Beim Hausarzt hängt oft das Bild von dem Arzt oder es liegen seine Flyer rum. Und dann kannst du selbst entscheiden, ob du lieber einen erfahrenen Alten willst oder einen Halbgott in weiß, der deine Kackwürste anfassen soll. Wenn du lieber einen Mann oder eine Frau als Arzt hättest, dann kannst du jederzeit diesen Wunsch äußern:„Ich hätte lieber einen [HIER AUSFÜLLEN: männlichen Arzt/weiblichen Arzt].” Und wenn sich dann herausstellt, dass es doch nicht so viel Spaß macht, wie du dachtest, hast du das Recht, jederzeit die Untersuchung abzubrechen.

      3. Jetzt musst du dich untenrum freimachen. Der Arzt hilft dir dabei, die richtige Position einzunehmen. Ich bringe die Menschen in die Embryostellung und ihr Arsch hängt dann vom Bett herunter, so komme ich besser ran. Dann sage ich: „Ich werde jetzt meinen Finger in Sie einführen. Das könnte etwas unangenehm werden, versuchen Sie bitte, sich zu entspannen.”

      4. Die Untersuchung dauert nur 60 Sekunden und dabei untersucht man einmal den ganzen Analbereich. Manchmal sind meine Finger nicht lang genug, dann muss ich wirklich die Arschbacken auseinander klaffen, um richtig reinzukommen. Bitte beachte: Männerärzte haben auch längere Finger.

      5. Damit es nicht peinlich wird: Geh vorher noch mal aufs Klo, wisch' dich gut ab und wasch dich gründlich. Nichts ist schlimmer als Kacke-Krümel. Wenn dir bei der Untersuchung schon einer abgeht, ist es nur fair, dass er nicht noch eine Woche lang deine Überreste am Finger riechen muss.

      Ich will niemanden hierzu ermutigen. Die meisten Menschen finden die ganze Prozedur so aufdringlich, als würde ihnen ein Fremder im Arsch herumstochern. Und genau das ist es ja!

       


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      Themen: Dr. Mona Moore, Rektal, Anus, anal, SM, Arzt, Doktor, Medizin

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