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      Alle freuen sich über die Plage der Sprengstoffspürmäuse

      February 7, 2013

      Von Julian Morgans

      Foto mit freundlicher Genehmigung der Tamar Group


      Die Mäuse in dieser Detektoreinheit sind darauf abgerichtet, sich in einen bestimmten Bereich zu begeben, sobald sie unerlaubte Stoffe riechen.

      Ein israelischer Biologe namens Eran Lumbroso möchte Mäuse zu den niedlichsten kleinen Soldaten im globalen Krieg gegen den Terror machen. Sollten seine Bemühungen erfolgreich sein, könnte das zu Massenentlassungen von Sprengstoffspürhunden führen.

      Vor einem Jahrzehnt hatte Eran es sich als Offizier der israelischen Marine zur Aufgabe gemacht, die Zahl der Selbstmordattentate in Israels städtischem Busverkehr einzudämmen. Dabei entdeckte er, dass Nager beim Aufspüren von Sprengstoff weit effektiver sind als Hunde.

      Als er 2004 aus dem aktiven Dienst ausschied, entwickelte er ein Trainingsprogramm für Nager. „Ich tat das in meiner Garage“, so Eran. „Zum Glück hat meine Frau mich nicht ausgelacht, auch wenn sie nicht wusste, ob es klappen würde.“

      Eran brachte Theorien der negativen Bestärkung zur Anwendung, um gemeinsam mit seinem Team Gruppen von vier bis acht Mäusen darauf abzurichten, sich vor dem Geruch von 15 unterschiedlichen Sprengstoffen zu fürchten, darunter TNT, C4 und RDX. „Es ist wie in der Natur. Sie haben Angst vor Katzen, also rennen sie zu ihren Nestern“, sagt Eran. „Ebenso flüchten sie in den Berichterstattungsbereich, wenn sie etwas Verdächtiges riechen.“ In den vergangenen acht Jahren hat Eran Mäuse darin ausgebildet, Drogen, Pestizide und sogar Geld zu erschnüffeln. Und obwohl der Konditionierungsprozess über Schikane und Angst funktioniert, besteht Eran darauf, dass seine Tiere liebevoll behandelt werden. „Wir geben ihnen gute Auslaufmöglichkeiten und gutes Futter“, erklärt er. Eran hat keine Mühen gescheut, die Vorteile seiner Methoden unter Beweis zu stellen. 2010 nahm er seine Mäuse in ein Einkaufszentrum in Tel Aviv mit und führte mit ihrer Hilfe 1.200 Personenkontrollen durch, auch an 20 präparierten Zielpersonen, die verdächtige Stoffe bei sich trugen. Bis auf einen Fehlalarm wurden alle Zielpersonen identifiziert. Nachdem Erans Experiment die Aufmerksamkeit der Sicherheitsfirma Tamar erregte, verkaufte er Anfang 2012 sein Ausbildungssystem. Seine flauschigen Freiheitskämpfer könnten innerhalb eines Jahres in Flughäfen und Frachttransporten herumwuseln. „Ich hoffe, damit etwas Geld zu verdienen“, sagt er. „Am meisten wünsche ich mir jedoch, dass die Welt ein wenig sicherer wird.“

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      Themen: israel, sprengstoff, Selbstmordattentäter, Selbstmord, Suizid, Nahostkonflikt, Naher Osten, Palestina

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