Anonymous spürte den Jailbait-Perversen auf, der Amanda Todds Leben zerstörte

von Patrick McGuire

Letzten Mittwoch wurde die 15-jährige Amanda Todd aus British Columbia tot aufgefunden. Man vermutet, dass sie Selbstmord begangen hat. Erstmals wurden wir auf Amanda aufmerksam, als sie im September ein Video auf Facebook postete. In dem Video berichtete sie der Welt im Bob-Dylan-Style, mit beschrifteten Karteikarten, die sie in die Kamera hielt, wie ein Pädophiler aus dem Internet ihr Leben zerstört hat. Du kannst dir das Video mit den fürchterlichen Details anschauen, oder du lässt es, denn im Grunde geht es darum, wie eine Siebtklässlerin einen Fremden aus dem Internet scharf gemacht hat, indem sie ihre Brüste vor die Webcam hielt. Was als Initiationsritus einer Pubertierenden begann, nahm eine drastische Wendung, als Screenshots davon in die Hände eines Pädophilen gelangten, der sie durch ihre Schulzeit hindurch verfolgte. Schließlich schickte er die Bilder von ihr an ihre Familie und Freunde, während er sie weiter online stalkte und beleidigte, bis sie vermutlich Selbstmord beging. In den kanadischen Medien wird der Fall unter „Mobbing in sozialen Netzwerken“ subsumiert, es ist jedoch klar, dass dieser Fall mehr als die üblichen „keiner mag dich“- und „du bist zu fett“-Pinnwandkommentare ist.

Im Lichte der jüngsten Enthüllung von Reddits größtem Troll durch Gawker und die ungeheure Nachricht, dass Hunter Moore sein kleines Online-Imperium wieder aufbauen will, sind momentan alle Augen auf die Ausbeutung Minderjähriger und Jailbait im Internet gerichtet. Obwohl Jailbait im Internet verbreiteter ist als Kinderpornografie, bedeutet es nicht, dass nicht die gleichen Pädos dadurch Jagd auf Minderjährige machen.

Leider wird die Geschichte um Amanda Todd nach ihrem Tod sogar noch schlimmer. Nachdem Autopsiefotos der nackten Amanda im Internet auftauchten, reagierte die Aktivistengruppe Anonymous. Sie beschuldigte den Teenager Alex Ramos, die Fotos veröffentlicht zu haben und bombadierte daraufhin seinen Twitter-Account. Bis gestern in die Nacht hinein verteidigte er sich öffentlich, dass er die Bilder lediglich durch die Google-Bilder-Suche gefunden habe. Sein Twitter-Account wurde nun gehackt und in seiner Bio ist zu lesen: „Raging faggot that loves posting nudes of a dead suicide victim.“

Anonymous hat mittlerweile angeblich auch die Identität des Pädophilen herausgefunden, der Amanda so lange erpresst und verfolgt hat. In einem Dokument, das sie über den Datentauschservice Pastebin geleakt haben, behaupten sie, dass der Name des Pädophilen Kody Maxson ist und er aus New Westminster, British Columbia, stammt. Um ihre Vorwürfe zu stützen, gaben sie einen Link zu einem Facebook-Bild an, welches jedoch geschützt und somit nicht sehr hilfreich ist. Außerdem machten sie auf einen Jailbait-Forum-Account von Kody Maxsons aufmerksam, auf dem er Fotos von nackten Teenagern zur Schau stellte und angibt, er würde minderjährige Mädchen erpressen.

Die Tweets, die Hunter Moore in Bezug auf Amanda Todd gepostet hat, kann man einfach nur als krank bezeichnen. Hunter ist der Schöpfer von IsAnyoneUp, einer mittlerweile abgeschaltete Webseite, auf der man Fotos seiner Ex-Freundin veröffentlichen konnte. Diese Arten von Internetseiten ermöglichten es Typen wie Kody Maxson, Mädchen wie Amanda Todd ausfindig zu machen.

Nachdem er solch kranke Sachen getwittert hat wie „I wonder if Amanda Todd will be on walking dead tonight“ oder „Life’s a Bleach - Amanda Todd”, als Anspielung auf Amandas ersten Versuch, bei dem sie sich mit Bleichmitteln umbringen wollte (es ist nicht sicher, ob sie sich so umgebracht hat), hagelte es eine Menge Hass auf Hunter. Er reagierte mit dem Tweet “i lost 200 followers from my amanda todd joke. then gained 250 from making fun of a girl for wanting me to take her buttonhole virginity. <3.”

Obwohl Amanda in ihrem YouTube-Video beschreibt, wie sie von ihren Mittschülern gemobbt wurde, ist es dennoch eindeutig, dass der Pädophile, der ihr nachgestellt hat, der Grund und Auslöser ihrer Qualen war. Die Geschichte hat mittlerweile zwar ziemlich viel Aufmerksamkeit in den kanadischen Medien auf sich gezogen, dennoch blieb die Jailbail-Community noch relativ unbehelligt und niemand hinterfragt die Jailbait-Boards und wie es ein einsamer, kranker Kerl hinter seinem Computer schaffen konnte, so viel Kontrolle über das Leben eines Mädchens zu erlangen. In den Nachrichten wurde berichtet, dass die kanadische Polizei nun eine 20 bis 25 Mann starke Truppe auf diesen Fall angesetzt hat.

Hoffentlich wird nach einer solchen Tragödie die Rolle von Leuten wie Hunter Moore und Seiten wie IsAnyoneUp überdacht und außerdem Internet-Mobbing unter einem differenzierteren Blickwinkel betrachtet.

Die Selbstjustiz von Anonymous ist nur ein lächerlicher Ersatz für fehlende Sicherheit und Gesetze im Internet. Und Menschen, die meinen, dass das Internet ein rechtsfreier Raum ist, kann ich nur sagen: Erklärt das Amanda.

 


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