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Arschloch der Woche
Was für ein Start in die Woche. Die Börsen sind mal wieder am Ende, Italien und Spanien schwanken und die verfluchten Ratingagenturen sind wild am Abwerten. Japan hat sein Toprating bereits verloren, die USA stehen auch nicht mehr mit Bestnote da und Frankreich steht auf der Abschussliste während die Eurozone langsam kollabiert.
Wir wanken alle langsam am finanziellen Abgrund entlang und schlendern immer mehr auf die brüchige Kante zu, während die drei großen Ratingangenturen Standard & Poor, Moody und Fitch jede Bemühung die Märkte zu stabilisieren mit ihren wahllosen Benotungen sabotieren.
Ratingagenturen entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als die USA ihr Eisenbahnnetz ausbauten und dafür eine Menge Geld benötigt wurde, das nur durch Anlagen aufzutreiben war. Da man aber keiner der Firmen wirklich über den Weg traute, noch ihnen einfach Geld in den Rachen werfen wollte, gründete John Moody die erste Rating Agentur, die anhand aller Daten die zu einem Unternehmen vorlagen, eine Analyse seiner Kreditwürdigkeit erstellte. Nach Moodys folgten bald die beiden anderen großen Agenturen, die unter sich 95 Prozent des Weltmarktes aufteilen.
Durch das Aufkommen von Kopiertechniken und den Medien, die es jedem ermöglichten, Einblick in verschiedene Unternehmen zu gewinnen, wandelte sich das Geschäftsmodell der Agenturen schließlich dahingehend, dass nun nicht mehr die Anleger den Auftrag für eine Bewertung gaben, sondern verschuldete Unternehmen selbst, um sich für Anleger attraktiver zu machen. Seitdem basieren die Urteile dieser auf Gewinn bedachten Unternehmen also rein auf allgemein zugänglichen Informationen, die man heute auch überall im Netz finden kann. Niemand kann also genau abschätzen, wieviele der Ratings auf Fakten und Berechnung basieren und wieviel auf Meinung der Analysten, denn diese Typen wissen im Grunde nicht mehr als wir alle und geht deren Daumen nach unten, dann rauschen bei uns die Märkte ebenfalls in den Keller.
Natürlich kann und sollte man deshalb hoffen, dass solche Unternehmen, die das Zünglein an der Waage der Weltwirtschaft sind, ein gewisses Gespür für Verantwortung, Weitsicht und gesunden Menschenverstand bei ihrer Arbeit an den Tag legen, doch stattdessen gaben die Trottel in ihren Glastürmen auch noch Müllbanken mit Leichen im Keller Bestnoten bis die Blase schließlich platzte.
Während die Weltmärkte Tag für Tag immer weiter in die Scheiße schlittern verdienen die Agenturen sogar noch Geld damit, da die Staaten für ihre Wertung sogar noch selber bezahlen dürfen.
Für ihre bewiesene Inkompetenz, ihre Sabotage der Weltmärkte, ihre Mitschuld an der Finanzkrise und ihre Gleichgültigkeit sind die Ratingagenturen, all ihre Analysten und vor allem ihre Besitzer Warren Buffet, Harold W. McGraw, John Chambers, Marc Ladreit de Lacharriere und all die anderen Arschlöcher, die sich selbst im Moment die Taschen vollmachen, unsere Arschlöcher der Woche.






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