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      Ausgerechnet die Jungs vom Burning Man helfen Opfern des Supersturms Sandy

      February 8, 2013

      Von Dan Glass

      Foto von Dan Glass

      In Union Beach, New Jersey, herrscht—wie in weiten Teilen des Staates—dank Supersturm Sandy völliges Chaos. Seine Bewohner halten durch und hoffen auf einen Neuanfang, doch erst einmal müssen sie ihre Grundstücke von Schutt und Müll und zerstörter Bausubstanz befreien. Die normalen Rettungstrupps helfen bei solch einer Arbeit nicht und Bauunternehmern fällt es gar nicht ein, die Flutopfer zu entlasten. So bleibt ein altruistisches Vakuum. Ein Vakuum, das gefüllt wurde von einer Gruppe von Leuten, die sich jedes Jahr in die Wüste von Nevada zurückzieht, um Drogen zu nehmen, sich wie schwule Außerirdische zu kleiden und alles Mögliche in Flammen aufgehen zu lassen.

      Ja, eine Gruppe von Burning-Man-Anhängern hat eine extrem effiziente wohltätige Organisation gegründet, die den Menschen besser hilft, als andere, bürokratischere Organisationen es jemals können.

      Bloß weil viele dieser „Burner“ Computer-Programmierer sind, die das ganze Jahr über davon träumen, rosa Fellhosen zu tragen, auf 2C-T-7-Trip zu sein und zu Dubstep-Musik in krampfartige Bewegungen zu verfallen, heißt das noch lange nicht, dass sie sich nicht auf Baustellen auskennen. Denn genau diese Leute haben Monate, wenn nicht sogar Jahre damit verbracht, ausgeklügelte psychedelische Mutanten-Roboter-Fahrzeuge zu bauen, auf denen sie eine Woche lang feiern, als gäbe es kein Morgen. Die kennen sich aus. Und sie sind absolute Abrissfans. Im Jahre 2005 wurde eine spontane Hilfsaktion für die Opfer von Katrina ins Leben gerufen, kaum dass die Nachricht der Katastrophe zu ihrem Festival durchgedrungen war. Innerhalb von zwei Tagen wurden 42.000 Dollar gesammelt und ein Fahrzeugkonvoi organisiert, in dem die Leute nach Louisiana und Mississippi fuhren, um Lebensmittel zu bringen und Hilfe anzubieten. Sie wurden bekannt als „Burners Without Borders“. BWB hat in Folge Hilfsprojekte auf Haiti, in Südafrika, Peru, Japan und in den USA finanziert. Außerdem haben sie zahllose gemeinnützige Projekte auf der ganzen Welt unterstützt, wie z. B. die Reinigung von öffentlichen Räumen, Rucksackreisen für Obdachlose und sogar ein alternatives Währungsprojekt in Kenia. BWB liefert „Arbeit im Wert von etwa 1,5 Millionen Dollar“, sagt Richard Scott, ein Mitbegründer. Innerhalb von sechs Wochen wurden 160 zerstörte Häuser dem Erdboden gleichgemacht und abtransportiert, Stadtabgeordnete werden bei einem umstrittenen Genehmigungsprozess unterstützt und Strandreinigungsaktionen werden mit anderen Gruppen von Freiwilligen organisiert. Und das alles mit einem Minibudget von 30.000 Dollar.

      „Auch wenn wir nicht die Kapazitäten des Roten Kreuzes haben: Im Endeffekt können wir den Menschen wertvolle Hilfe leisten, auch mit wenig Geld“, sagte BWB-Leiter Carmen Mauk uns. „Wir sind nicht solchen Einschränkungen unterworfen wie große Hilfsorganisationen. Wir tun einfach, was getan werden muss.“
       

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      Themen: New Jersey, Burning Man, sandy, Storm Sandy, Sturm, USA, Amerika, Drogen, Nevada, Wüste, Hilfsorganisation, Schwul, LSD

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