Charles Cushmans Amerika

von Christian Storm

Von außen betrachtet war Charles Cushman wie jeder andere hart arbeitende Typ. Er war viele Jahre bei verschiedenen staatlichen Einrichtungen angestellt, zeitweise aber auch in einer Brauerei tätig. Das Besondere an ihm ist, dass er seiner Alma Mater, der Indiana University, nach seinem Tod im Jahr 1972 14.500 analoge Farbfotografien vermachte. Als Archivare auf diese enorme Sammlung stießen, entdeckte man das Werk eines Fotografen mit dem nötigen Fingerspitzengefühl, das meisterhafte Porträts von Amerika und dem Rest der Welt enthielt.

Charles interessierte sich für alles. Man fand Aufnahmen von Frauen in Bikinis, Landschaften, Gemälden und Museen sowie eher journalistische Bilder wie die von schmutzigen Hippies in San Francisco. Er wendete sich nicht von hässlichen Szenen ab. Viele seiner Bilder führen dem Betrachter eine brutale Armut vor Augen, in den USA und im Ausland. Von 1938 bis 1969 dokumentierte Charles ausgiebig seine Reisen, dieses 31 Jahre umspannende Reisetagebuch ist ein wahrer Schatz.

Sein gesamtes Werk ist nun vollständig katalogisiert und online verfügbar. Wir haben eine Auswahl erstellt, um euch Dutzende Stunden zu ersparen, die es dauern würde, alle Bilder durchzusehen. Falls ihr das doch machen wollt, könnt ihr das hier tun.

Kommentieren