Der Black Barbershop, eine amerikanische Institution

von Awol Erizku

FOTOS VON AWOL ERIZKU
CREATIVE DIRECTION UND TEXT VON WILBERT L. COOPER

Fotoassistent: Adrian Phillips; Haare: Rico London
Make-up: Stephanie Clouden
Mit besonderem Dank an den Levels Barbershop in New York City

 
 
 
 
 
 

Ich habe schon unzählige Stunden meines Lebens in Barbershops verbracht, die sich auf die Haare schwarzer Leute spezialisiert haben. Doch in den meisten Fällen hatte mein Besuch nichts mit Haareschneiden zu tun. Der schwarze Barbershop ist ein amerikanisches Heiligtum und hat eine lange Tradition. Hier erfährt man die neuesten Nachrichten, tauscht sich über heiße Ärsche aus, spielt Lotto, kuckt Sport, kauft gestohlene Sneaker von einem Hehler oder Bohnenkuchen von einem Black Muslim und genehmigt sich das Zeug direkt vor Ort. Durch die Kundschaft wird der Barbershop zu viel mehr als bloß einem Ort, in dem man sich schick machen lässt.

Es ist total wichtig, mit einer coolen Gang im Barbershop aufzukreuzen. Wie soll man es sonst aushalten, stundenlang in dem Laden rumzustehen, während sich die anderen die Haare zu heidnischen Symbolen oder geometrischen Anomalien stylen lassen? Um zu verdeutlichen, wie wichtig der schwarze Barbershop für den amerikanischen Stil und seine Kultur ist, haben Fotograf Awol Erizku und ich einen Querschnitt der auffälligsten Köpfe zusammengestellt und die coolste Barbier-Zusammenkunft überhaupt einberufen. Wir baten dazu die Jungs von Tribe NYC um Hilfe—ein kreatives Kollektiv junger Leuten, die die Liebe zur schwarzen Jugendkultur der späten 80er und frühen 90er verbindet—außerdem Joshua Kissi, den Mitbegründer von Street Etiquette, einer Website, die dem Streetstyle eine neue Richtung gibt und trotzdem das modische Erbe von Afroamerikanern berücksichtigt; dazu die Designer-Zwillinge Bruce und Glen Proctor, die eine Kollektion von Armbändern namens BruceGlen herausgebracht haben, und die sonntags beim Gottesdienst im legendären Apollo Theater in Harlem aushelfen.

Die folgenden Fotos von jungen, aufwendig gestylten Typen demonstrieren den letzten Schrei in einer langen Reihe von sich ständig weiterentwickelnden Möglichkeiten. Durch diese Frisuren drücken sich junge Schwarze aus und zollen ihrer Geschichte Tribut.

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