Reisen

Die DIY Botschaft - Teil 2

von CONOR CREIGHTON, STEVE RYAN

kosovo

Es gibt keine irische Botschaft im Kosovo. Es gibt auch keine Autobahnen oder geschweige denn McDonalds im Kosovo. Also füllten wir diese Lücke und haben im letzten Monat eine falsche Botschaft im Kosovo gegründet. Wir haben zwar keine Erlaubnis Visas auszugeben, oder Asyl zu gewähren, aber dank einiger Sponsoren, die uns mit Alkohol für lau versorgten, waren wir immer in der Lage eine gute Party zu schmeißen. Hier sind nun einige Dinge, die wir während unseres Aufenthalts über den Kosovo gelernt haben.

 

Gerade, wenn man einem Besucher erklärt, wie sicher der Kosovo doch sei, gerät man in eine Schießerei.

Trotz der Bilder, die der Name heraufbeschwört ist der Kosovo in den vergangenen zehn Jahren um einiges sicherer geworden. So sicher, dass den Aufbauhelfern, die dort arbeiten, kürzlich erst ihre Löhne gekürzt wurden. Sie bekommen keine Gefahrenzulage mehr und darüber sind sie nicht besonders glücklich. Es ist ähnelt ein wenig der Situation der Entwicklungshelfer in Afrika, die von Wutanfällen heimgesucht werden, weil die Hungersnot zu Ende ist. Wie dem auch sei, nur, wenn Besucher in die Stadt kommen und man gerade dabei ist ihnen zu erklären, wie sicher der Ort ist und dass hübsche Mädchen gefahrlos alleine nach Hause laufen können, stolpert man über eine Ansammlung von 20 Polizeiautos und stellt, fest, dass die halbe Stadt kurzfristig abgeriegelt wurde, da sie gerade dabei sind, die kürzlich Verstorbenen zu entsorgen.

Man ist niemals weiter als einen halben Meter von der nächsten, frischen Schachtel Zigaretten entfernt.

Man kann in Pristina überall rauchen und das taten wir auch. In unseren letzten Tagen dort fanden wir heraus, dass man auch in Taxis rauchen durfte und jedesmal, wenn wir uns eine anstecken wollten, riefen wir also eines, baten den Fahrer uns einmal um den Block zu fahren und genossen die Erfahrung und stellten uns vor, es wäre noch immer 1982. Internationale Listen, die, die Transparenz eines Landes aufschlüsseln, führen Kosovo noch immer als eines der korruptesten Länder auf dem Balkan. Zigaretten sind einfach zu schmuggeln und deshalb verkauft sie jeder. In jedem Café und in jeder Bar bekommt man also diese Marlboro, die nach Glassplittern schmecken und wie der Tag nach dem Armageddon riechen. Diese Kippen kosten dann einen Euro, oder sogar noch weniger. Nun wissen wir natürlich, dass rauchen schlecht für uns ist und Zigaretten Teufelswerk sind, aber im Kosovo sind die Zigaretten so tödlich, dass man anstatt „Rauchen“, „Selbstverstümmelung“ dazu sagt.

Du zahlst nur, wenn du es hast.

Ich weiß nicht ob es einfach Nettigkeit von den Kosovaren ist oder ob ihnen irgendein smarter Englischsprachler vor langer Zeit den falschen Ausdruck beigebracht hat, aber jedesmal wenn du im Kosovo nach der Rechnung fragst, sagen sie dir den Betrag und direkt danach „Wenn du es hast.“ Und die Sache ist, manchmal hast du‘s nicht. Wenn also dein freundlicher Taxifahrer (wir sind im Kosovo nicht viel gelaufen, wahrscheinlich wegen des starken Rauchens, aber man kann es machen und einige Leute tun es auch) dir sagt du sollst ihm zwei Euro geben, du hast aber nur eins fünfzig, sagt er „Kein Problem“ und zwinkert dir zu. Das bringt uns zurück zu dieser ganzen Transparency International Sache und es wirft eine wichtige ethische Frage auf: Wenn eines der Ergebnisse von weitverbreiteter Korruption ist, dass sich die Leute nicht über 50 Cent aufregen, könnten dann nicht ein ehrliche Gesellschaften von ein paar pro Forma Geldwäschen, Erpressungen und Kidnappings genauso profitieren wie von Parks und allgemeiner Krankenversicherung?

Deine Storys werden nie so gut sein wie ihre.

Du denkst vielleicht dass, als du mal stoned warst auf dieser Party und die Katze auf den Plattenspieler gelegt hast, oder der Abend als du versehentlich zu der Mutter deiner Freundin ins Bett gestiegen bist, super die Stille füllen könnte, aber im Kosovo wird das nicht reichen. Egal was du für eine Geschichte erzählst, sie haben eine bessere und setzten dann noch einen drauf mit so etwas wie: „Und während der ganzen Zeit haben wir in einem Minenfeld rumgemacht.“

Kommentieren