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      Die schlimmsten Totschlagargumente gegen Flüchtlinge im Faktencheck Die schlimmsten Totschlagargumente gegen Flüchtlinge im Faktencheck

      Die schlimmsten Totschlagargumente gegen Flüchtlinge im Faktencheck

      Von Ayke Süthoff

      Freier Autor

      Juli 9, 2015

      2015 suchen so viele Menschen Schutz in Deutschland wie seit Mitte der 90er Jahre nicht mehr und sie stoßen auf eine teils radikale Ablehnung. Spätestens seit den anhaltenden Demonstrationen gegen die Unterbringung von Flüchtlingen im sächsischen Freital vergeht kein Tag, an dem in Deutschland nicht über Flüchtlinge gestritten wird.

      Vor allem in den Kommentaren unter journalistischen Artikeln und auf Facebook machen sich menschenverachtende, dumme und offen nationalistische Aussagen breit. Oft geht es gegen das Asylschmarotzerpack, das es sich in Deutschland auf Kosten „unserer" Steuern gut gehen lässt. Mit solchen Aussagen kann man ordentlich Likes sammeln, weshalb sich im Internet eine Parallelwelt entwickelt, die sich immer wieder mit ausgedachten Argumenten selbst bestärkt und dabei vollkommen ignoriert, dass man Fakten ganz einfach recherchieren kann. So wie wir:

      Die Wenigsten, die kommen, haben Anspruch auf Asyl. Das sind alles Asylschmarotzer, die es sich auf Kosten unserer Steuergelder gut gehen lassen.

      Die meisten Flüchtlinge, die 2015 in Deutschland Asyl beantragten, kamen aus dem Kosovo. Auf Platz zwei folgen Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien, in dem sich Kämpfer des IS mit Regierungstruppen des Diktators Assad und paramilitärischen Gruppierungen der kurdischen Minderheit und weiteren Kämpfern gegenseitig umbringen. Wie brutal und grausam die Auseinandersetzungen dort sind, dürfte sogar bis nach Freital durchgedrungen sein. Wer es dort hinausschafft und in Deutschland Asyl beantragt, wird fast immer aufgenommen—das sagt eigentlich schon alles über die Lage in der Heimat. Diese Menschen sind nachweislich keine Schmarotzer ohne Anspruch auf Asyl, im Gegenteil. Nicht wenige junge Syrer, die nach Deutschland flüchten, sind übrigens Studenten oder haben bereits einen akademischen Grad. Ihre Integration auf dem deutschen Arbeitsmarkt würde mittelfristig sogar Steuergelder einbringen und nicht kosten.


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      Die Flüchtlinge aus dem Balkan—zu den Kosovaren kommen noch die aus Albanien und Serbien—werden fast immer so schnell wie möglich wieder ausgewiesen. Es sei denn, gesundheitlich Gründe sprechen dagegen oder sie werden politisch verfolgt, etwa, weil sie Roma sind. Doch das sind seltene Einzelfälle.

      In der Statistik folgen Iraker und Afghanen. Insgesamt haben etwa die Hälfte der Flüchtlinge nach Prüfung Anspruch auf Asyl, die Hälfte wird wieder ausgewiesen.

      „Echte Flüchtlinge" sind willkommen, aber das sind alles Wirtschaftsflüchtlinge. Die kommen aus Marokko oder Tunesien, wo Deutsche Urlaub machen.

      Erstens stimmt das einfach nicht. Tunesien oder Marokko tauchen nicht mal unter den zehn zugangsstärksten Ländern in der Statistik auf, es kommen also nicht sehr viele Flüchtlinge von dort nach Deutschland.

      Zweitens befindet sich Tunesien im „Kriegszustand", wie Präsident Béji Caïd Essebsi am Sonntagabend in einer Regierungserklärung sagte. Aktuell gilt dort der Ausnahmezustand. Im Nachbarland Libyen herrscht Chaos, Islamisten und der IS haben mehr oder weniger freie Hand. Libyen gilt bereits als Ausbildungsstandort Nummer 1 für Terroristen in Nordafrika. In Ägypten hat sich die komplette Halbinsel Sinai in eine Anarchie verwandelt, in der, wenn überhaupt, radikale Islamisten das Sagen haben. Die ägyptischen Regierung, übrigens nie demokratisch legitimiert, hat den Einfluss auf den Sinai längst verloren. Wirklich sicher ist in Nordafrika niemand mehr. Auch Algerien und Marokko geraten zunehmend in das Visier von Terroristen, gerade wegen der dort urlaubenden Europäer. Kein Wunder, dass junge Menschen, die keine Perspektive sehen, dort weg wollen. Noch dazu, wenn Europa fast in Sichtweite liegt.

      Wenn das „echte Flüchtlinge" wären, würden nicht nur junge Männer kommen.

      Tatsächlich sind zwei Drittel aller Flüchtlinge junge Männer. Diesen Fakt aber so zu interpretieren, dass die Situation in einem Heimatland kaum lebensbedrohlich ist, wenn nur junge Männer flüchten, ist schon sehr zynisch. Denn diese jungen Männer werden ja erst bei der Aufnahme in Deutschland gezählt. Wenn sie aus einem Land wie Syrien kommen, haben sie eine Flucht durch die Wüste, über das Mittelmeer und durch halb Europa hinter sich. Das ist eine körperliche Anstrengung, die im Krieg Verwundete, Alte, Krüppel, Kinder und auch viele Frauen überhaupt nicht bewältigen können.

      Es ist außerdem auch angesichts von Verfolgung oder Krieg eine mutige Entscheidung, seine Heimat zu verlassen und sich in extrem unsicheres Gebiet zu begeben—angefangen von der Flucht bis zur Ankunft in einem fremden Land, in dem man nicht willkommen ist. Die Hoffnung auf ein besseres Leben ist zwar meist größer als die Angst. Aber natürlich flüchtet selten gleich eine ganze Familie. Das stärkste und mutigste Familienmitglied wird auserkoren, die Reise auf sich zu nehmen, etwa der älteste Sohn. In den Flüchtlingscamps in den Grenzgebieten von Krisenländern, beispielsweise Syrien, leben dagegen mehr Frauen als Männer. Es ist also nicht so, dass nur Männer fliehen, wie von Asylgegnern meist behauptet wird. Es kommen in der „Festung Europa" nur mehr Männer an.

      Wir sind nicht ausländerfeindlich, wir sind Patrioten/besorgte Bürger/Asylgegner/etc ...

      Der Unterschied zwischen ausländerfeindlich (und auch rassistisch) und patriotisch ist klar definiert: Patrioten haben eine „emotionale Verbundenheit" zu ihrem Heimatland, ein deutsches Wort ist „Vaterlandsliebe". Ausländerfeindlichkeit, bzw. Rassismus—so leicht lassen sich diese Begriffe nicht immer trennen—ist, wenn bei all der Heimatliebe andere Menschen, die nicht dieselbe Heimat haben, herabgesetzt werden. Wenn ihr euch vor ein (geplantes) Flüchtlingsheim stellt und dagegen demonstriert, dass „die" in „euer" Land kommen, dann ist das nicht patriotisch. Wenn ihr dann noch sagt, dass „die" klauen, Frauen belästigen, eure Heimat islamisieren wollen, etc. pp., hat das nun wirklich nichts mehr mit friedlichem Patriotismus zu tun.

      „Besorgte Bürger" wiederum ist im letzten Jahr zu einem Euphemismus für pöbelnde, rassistische Menschenmassen geworden, die sich hinter diesem Begriff verstecken, weil sie nicht offen zugeben, dass sie gewaltbereite Nationalisten sind. Sowas gibt man in Deutschland aus geschichtlichen Gründen ungern zu, es wäre aber ehrlicher und mutiger als dieses euphemistische Versteckspiel. Wäret ihr wirklich „besorgte Bürger", dann solltet ihr euch mit den Menschen und Umständen, die euch Sorgen bereiten, auseinandersetzen. Flüchtlinge treffen, sie kennenlernen, ihnen helfen, zeigen, dass ihr eine Kultur verteidigt, in der Nächstenliebe und Hilfe für Bedürftige nicht vergessen werden. Werte des christlichen Abendlandes, das euch doch so viel bedeutet. Ihr solltet eure bürgerlichen Ideale einsetzen, für sie kämpfen. Und sie nicht selbst mit Füßen treten.

      Zuletzt: Welcher Unmensch bezeichnet sich bitte selbst als „Asylgegner"? Asylsuchende sind Menschen, die gezwungen werden, aus ihrem Leben zu flüchten. Sie lassen ihre Heimat, ihr gewohntes Umfeld, oft ihre Familie, ihre Freunde, manchmal Kinder hinter sich, investieren das letzte bisschen Geld, weil sie Angst haben. Vor Krieg, Verfolgung, manchmal auch vor Armut (dann werden sie allerdings wieder zurückgeschickt). Wie kann man solchen Menschen die Hilfe verweigern? Wie kann man so herzlos und kalt sein, dass man sagt, „die sollen ihre Probleme zu Hause klären"? Noch dazu, wenn man in einem Land lebt, das selbst eine sehr lange Flüchtlings- und Vertreibungsgeschichte hat.

      Die kriegen das Geld vom Staat in den Arsch geblasen, während wir Deutschen hart arbeiten und Steuern zahlen.

      Je nach Anschauung könnte man durchaus der Meinung sein, dass in Deutschland manch einer etwas „in den Arsch" geblasen bekommt. Das Prinzip dahinter nennt man Sozialstaat und jeder einigermaßen sozial veranlagte Mensch sollte sehr dankbar dafür sein, dass es diesen Sozialstaat gibt. Der sorgt nämlich etwa dafür, dass man nicht mit dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit keinen einzigen Cent mehr für Miete und Essen hat. Oder dass man auch nach sehr langer Arbeitslosigkeit noch Anspruch auf wenigstens Arbeitslosengeld II hat. Das ist zwar nicht viel, aber es sorgt dafür, dass man nicht auf der Straße leben muss, etwas zu Essen bekommt und bei Krankheit zum Arzt gehen kann.

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      Die Regelsätze von Asylbewerbern liegen allerdings unter denen von ALG II. Vom Höchstsatz in Höhe von monatlich 362 Euro werden je nach Unterbringung auch noch Anteile abgezogen, zum Beispiel, weil in der Unterbringung die Kosten für Strom, Wasser und Heizung übernommen werden. Auch der Satz für Kinder liegt unter dem Regelsatz bei ALG II für Kinder. In Erstaufnahmeeinrichtungen gibt es oft noch weniger Geld, da die 60%, die für „Grundleistungen zur Sicherung des physischen Existenzminimums" vorgesehen sind—also Nahrung oder Kleidung—, oft in Form von Sachleistungen kommen. 140 Euro gibt es für jeden Asylbewerber in bar, weniger als 5 Euro am Tag. Was die Unterbringung angeht, stehen jedem Flüchtling sechs Quadratmeter zu. Sechs Quadratmeter. Mein Bett hat knapp vier und ich lebe sicher nicht im Luxus.

      Begrüßungsgeld!

      Immer wieder gibt es Gerüchte über Begrüßungsgeld für Flüchtlinge. Vermutlich gibt es Gruppierungen, die solche Lügen bewusst streuen, um Menschen gegen Asylbewerber aufzubringen. Teilweise ist die Rede von 4.000 Euro pro Flüchtling. Fakt ist: Es gibt kein Begrüßungsgeld. Jeder, der so etwas behauptet oder verbreitet, lügt.

      Wie viele Flüchtlinge habt ihr denn schon bei euch in der Wohnung (auf eigene Kosten) aufgenommen?

      Ein klassisches und immer wiederkehrendes Schwachsinnsargument, das selbsternannte Asylgegner denjenigen an den Kopf werfen, die sich solidarisch zeigen und Flüchtlinge unterstützen wollen. Hier werden allerdings private und staatliche Aufgaben massiv durcheinandergeworfen. Es ist schlicht und einfach Aufgabe des Staates, Flüchtlinge unterzubringen und mit einem Existenzminimum zu versorgen. Natürlich sollten Menschen, die für eine „Willkommenskultur" demonstrieren oder mit „Refugees Welcome"-Plakaten spazieren gehen, diesen Worten Taten folgen lassen. Spenden, Gespräche mit Flüchtlingen suchen, ihnen bei Behördengängen oder ähnlichem helfen. Viele Menschen machen das. Niemand muss wildfremde Menschen mit in seine 40-Quadratmeter-Wohnung nehmen und sie auf eigene Kosten durchfüttern, nur weil er de Aufnahme von Hilfebedürftigen in einem reichen Land wie Deutschland befürwortet.

      Ich war bei der Pegida-Demo und ICH habe keine Nazis gesehen.

      Es gibt sehr viele belegbare Berichte über nationalistische Ausschreitungen auf Gida-Demos und Protesten gegen Asylunterkünfte. „Sieg Heil"-Rufe, Nazi-Symboliken auf Fahnen, T-Shirts und Plakaten, der Hitler-Gruß. Wer behauptet, dort keine Nazis gesehen zu haben, ist ganz einfach auf dem rechten Auge blind.

      So wie viele Politiker, die sich und ihrer Stadt/Kreis/Region/Bundesland kein Problem mit rechtsradikalistischen Gruppierungen eingestehen wollen und daher immer wieder darauf verweisen, dass ein rechtsextremer Hintergrund bei Übergriffen auf Pro-Asyl-Aktivisten oder Brandanschlägen auf (künftige) Flüchtlingsunterkünfte nicht „erwiesen sei". Wenn er dann ein paar Tage später erwiesen ist, äußern sich diese Politiker einfach nicht mehr. Besser keine Presse als negative Presse. Was natürlich das Gegenteil bewirkt, denn bei den „besorgten Bürgern", „Patrioten" und „Asyl-Gegnern" bleibt nur hängen, dass ein rechtsextremistischer Hintergrund nicht erwiesen ist. Es würde vermutlich schon helfen, wenn man angesichts von den Demonstrationen in Freital oder der Vielzahl an Brandanschlägen auf (geplante) Asylunterkünfte in ganz Deutschland die offensichtlichen Probleme mit Rechtsextremismus offen anspricht. Um sie dann mutig bekämpfen zu können. Und nicht immer alles mit Sorgen, Ängsten und Unsicherheiten erklärt und durchgehen lässt.

      Das Asylanten-Schmarotzerpack zündet ihre von uns zur Verfügung gestellten Wohnungen an.

      Klassische Verschwörungstheorien: Nicht Rechtsextreme zünden Flüchtlingsheime an, sondern Linksextreme, um Hetze gegen Rechts zu machen. Berichtet wird über Brandanschläge von links natürlich nicht, denn die „Lügenpresse" sitzt mit denen ja im selben Boot. Polizei und Politik natürlich ebenfalls, was quasi als Beweis für die These linker Brandanschläge genommen wird. Vollkommen irre.

      Tatsächlich ermittelt die Staatsanwaltschaft laut einem Bericht vom MDR nicht ausschließlich wegen einer fremdenfeindlichen Motivation, sondern auch in andere Richtungen. Allerdings wird dabei ein möglicher Versicherungsbetrug des Inhabers in Betracht gezogen. Dass Flüchtlinge selbst in eine Stadt wie Tröglitz oder Meißen reisen, um künftige Heime anzuzünden, ist eine so abstruse Vorstellung, dass sie nur aus dem Kopf eines geistig komplett Verwirrten stammen kann.

      Asylanten kosten nur Geld.

      Natürlich kostet die Unterbringung von Flüchtlingen den deutschen Staat Geld. Auch das Prüfen von Asylanträgen kostet Geld. Der Bund hat einen Fehler gemacht, als nach der großen Flüchtlingswelle der 90er Jahre, ausgelöst vom Bosnien-Krieg, massenweise Stellen im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abgebaut wurden. Man ging halt davon aus, dass in Zukunft weniger Flüchtlinge kommen würden. Jetzt sind weltweit so viele Menschen auf der Flucht wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr und immer mehr suchen Schutz in einem reichen Land wie Deutschland. Also stellt das BAMF aktuell recht viele Leute ein. Grundsätzlich doch eine gute Nachricht, noch dazu, weil Deutschland sich das leisten kann. Wenn man den durchaus arbeitswilligen Flüchtlingen jetzt den Einstieg auf den Jobmarkt noch erleichtern würde, könnte sich der Staat Geld sparen und eventuell über Steuereinnahmen mit Flüchtlingen mittelfristig sogar verdienen.

      Die bezahlen 8000 Euro allein für die Mittelmeerüberfahrt und haben Smartphones und telefonieren ständig mit ihren Familien in Afrika. Die haben Geld genug.

      So leicht kann man Fakten in ihr komplettes Gegenteil verdrehen, es ist beeindruckend. Ja, Flüchtlinge bezahlen oft mehrere tausend Euro für die Überfahrt. Aber nicht, weil sie so viel Kohle haben und die gemütliche Bootsfahrt mit mehreren hundert anderen Verzweifelten so genießen, sondern weil es die einzige Möglichkeit für sie ins gelobte Europa ist. Meist kommt das Geld aus der ganzen Familie, manchmal aus dem Dorf, ein verzweifeltes Investment in eine vermeintlich bessere Zukunft, die so gut wie nie kommt. Denn die meisten werden hier mit einem Arschtritt empfangen, haben keine Chance auf Integration im regulären Jobmarkt und werden irgendwann zurückgeschickt. Dann ist das Geld weg, die Familie sauer und alles verloren. Kein Wunder, dass viele Flüchtlinge alles tun, um irgendwie an Geld zu kommen, das sie in ihre Heimat schicken können. Und wenn sie nicht arbeiten dürfen, sind sie irgendwann so verzweifelt, dass sie Gras im Görlitzer Park verkaufen oder anschaffen gehen.

      Ein funktionierendes Smartphone bekommt man heute für weniger als einhundert Euro. Stellt euch mal vor, ihr kratzt irgendwie die 8000 Euro für die Schleuserbanden zusammen, die euch versprechen, euch nach Europa zu bringen. Wenn ihr so viel Geld in die Hände von Kriminellen gebt, dann nehmt ihr auch noch die 100 Euro, um euch ein einigermaßen zuverlässiges Handy zu kaufen. Schließlich tretet ihr diese Reise allein an, hinterlasst Familie und Freunde und ihr habt Angst. Da ist der telefonische Kontakt zumindest ein kleiner Trost in der Not. Das gilt auch dann noch, wenn ihr es bis Deutschland geschafft habt. Natürlich seid ihr froh, mit der Familie telefonieren oder wenigstens schreiben zu können, während selbsternannte Asylgegner vor eurer Haustür den Hitlergruß zeigen. Und sehr teuer ist die Unterhaltung eines solchen Smartphones heute auch nicht mehr, vor allem wenn man via Whatsapp oder Skype mit der Heimat kommuniziert, wodurch Gebühren für internationale Anrufe wegfallen.

      Und dem liegt noch eine falsche Annahme zugrunde: dass alles Flüchtlinge arm sind. Gerade bei Flüchtlingen aus Kriegsgebieten wie Syrien muss das nicht immer der Fall sein. Auch Ärzte und Anwälte fliehen vor Krieg und Zerstörung. Oft werden klügere, einflussreichere Menschen eher Opfer von politischer Verfolgung als der Fabrikarbeiter mit Mindestlohn oder ein armer Bauer.

      Zuletzt:

      2014 wurden so viele Menschen aus Deutschland abgeschoben wie noch nie. Damit wurde der erst 2013 aufgestellte Rekord gebrochen. Es ist davon auszugehen, dass 2015 noch mehr Flüchtlinge abgeschoben werden. 2014 wurde etwa jeder zweite Asylgesuch abgelehnt. Man muss sich also nicht sorgen, dass bald kein Platz mehr ist.

      Alle in diesem Artikel verwendeten Quellen findet ihr auf Seite 2.

      Themen: Flüchtlinge, Freital, Asyl, Politik, Kommentare, Facebook, Nazis, Rassismus, Smartphone

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