GLAS DES GRAUENS, INTERNATIONALES UPDATE
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London: Gross Jar
Neue Zutaten:
Schweineschnauze, Augapfel und Ohr
Verweste Taube
Urin
Die aktuelle Hitzewelle bewirkte bei unserem Glas des Grauens wahre Wunder. Ganz oben auf unserem Old Blue Last platziert, köchelte unser Kleiner bei 91 Grad Fahrenheit schön vor sich hin. So schön, dass wir ein Messer in den Deckel rammen mussten, da er Glas mit den Überresten einer Ochsenzunge, einem Schweinefuß und 18-monate altem Apfelsaft, die alle momentan darin herumblubberten, festgeklebt war. Einmal geöffnet, traf uns der Geruch wie eine Tsunamiwelle Thailand. Zuerst war der Geruch eher süßlich – wie vergammelte Eiskrem die von einem riesigen Alkoholiker- Baby ausgekotzt wurde – doch als sich der Duft langsam in unseren Nasenlöchern breit machte, brachte uns die faule und beißende Note der verwesenden Zunge (mittlerweile Schwarz) zum Würgen. Schnell schlossen wir das Glas wieder und zündeten einen Schweinskopf an, den wir letzten Monat von einer Hochzeits-After-Show-Party gestohlen hatten. Als nächstes steckten wir den brennenden Kopf auf einen Stock und stopften ihm eine verweste Taube, die wir auf der Straße vor unserem Büro liegen sahen, in den Mund. Die Taube brutzelte besser als der Schweinskopf und bald konnten wir dem armen Vogel die Beine ausreißen, den Augapfel des Schweins herauspulen, seine Schnauze abziehen und ein Ohr abreißen (das Feuer hatte die Körper der beiden Tiere noch gefügiger gemacht). Nachdem wir die neuen Zutaten in die gefährlich aussehende Suppe geworfen hatten, pinkelten wir in das Glas, als müssten wir noch mal sicher gehen, dass es auch genügend Flüssigkeit für die Bakterien gibt, um sich richtig zu entfalten.
Stockholm: Snusk Bursk
Neue Zutaten:
Ein Vogelkadaver
Fleischmaden

Da unser Glas ziemlich trocken ist (die Pölsa scheint das Abwasser aufgesogen zu haben und jetzt haben sich kleine weiße Blasen darauf gebildet), haben wir uns dazu entschieden, es in eine lebende, biologische Höllensphere zu verwandeln. Unser Kollege vom Vertrieb hat den Vogel vor seinem Haus gefunden. Wir sind uns nicht sicher ob er an der Vogelgrippe gestorben ist (was ist eigentlich aus dieser Pandemie geworden?), doch da ja jetzt Sommer ist konnten wir uns sicher sein, dass sich darin auf jeden Fall Sarcophagidae (Fleischfliegen) tummeln. Um geschützt zu sein, verpackten wir den Vogel dreimal und brachten ihn zu unserem Glas. Als wir die ersten beiden Tüten geöffnet hatten, konnten wir die Maden schon deutlich in der Letzten herumtoben sehen. Zuerst kommt einem der Geruch des Glases nicht so schlimm vor, doch wenn du davon weggehst ist es so, als ob trotzdem ein übler Geruch an dir haftet und du kannst nicht genau sagen, ob es deine Klamotten, deine Haare oder die Innenseiten deiner Nase sind, die ihn einfach nicht mehr loslassen wollen. Den kleinen, fertigen Vogel in das Glas fallen zu lassen fühlte sich ein bisschen komisch, an, doch wenigstens haben jetzt Hunderte von Fleischfliegen ein tolles, neues zu Hause. Wir hoffen, dass ihnen der Sommer eine ertragreiche Zeit beschert.
Milan: Barattalo Della Morte
Neue Zutaten:
Zwei verschiedene Arten von Hundescheiße, beide von der kleinen, trockenen, Kügelchen-Art
Ein gekauter und ausgespuckter Pfirsichkern, den wir vor unserem Büro auf dem Gehsteig gefunden haben

Als wir das Glas öffneten, war der Geruch sehr streng und sauer. Die Hasenköpfe kann man nicht mehr sehen und alle Zutaten haben sich in ein schwarzes, breiiges, ranziges Gebräu verwandelt. Ich hatte zu Beginn Angst, die Batterien könnten bei Kontakt mit der Luft explodieren, doch zum Glück taten sie das nicht. Als ich das Glas öffnete kam Gas raus, als wenn man eine Champagnerflasche aufmacht. Für eine Sekunde habe ich aus Angst vor der Explosion die Luft angehalten. Komischerweise stank es fast gar nicht. Innerhalb von 10 Sekunden, ließ ich die Scheiß-Kügelchen und den Pfirsichkern fallen. In dieser Zeit war der Gestank größer geworden, stieg immer weiter auf und dehnte sich schließlich auf dem ganzen Balkon und durch die Fenster auch im ganzen Büro aus.
Amsterdam: Smeerpot
Neue Zutaten:
Frischkäse

n den letzten Monaten konnten sich die tote Taube und die Pisse der Hure schon viel besser kennen lernen und der Geruch, der aus dem Glas kam als es geöffnet wurde, wirkte ungefähr so, als ob du im afrikanischen Busch aufwachst und merkst, dass ein Elefant mit deinem Kopf in seinem Arsch auf dir eingeschlafen ist. (Wir wissen das, weil unsere Putzfrau aus Zimbabwe kommt.) Unser Praktikant fand weichen, verfaulenden Frischkäse unter einem Eimer im hinteren Teil eines Restaurants im Rotlichtbezirk. Sehr vorsichtig stellte sich der dicke, milchige Freund bei den anderen Bewohnern des Glases vor. Momentan ist es noch immer eine friedliche weiße Decke, doch wir erwarten eine baldige Vermischung von allem und viele kleine Pilzkinder.
Deutschland: Glas Des Grauens
Neue Zutaten:
Benutzte Kondome

Da sich in Deutschland momentan alles um die Weltmeisterschaft dreht, haben wir uns für das Update der Woche ein spezielles Fußball Thema ausgedacht. Die Scheiße und der Käse vom letzten Update wurden sofort von den anderen Mitbewohnern akzeptiert. Die riesige, mutierte Biene tat sich Anfang noch etwas schwer, doch als sie endlich aufgab wurde sie von dem faulenden Schleim mit offenen Armen empfangen. So, nun zu den Zutaten der Woche. Zu allererst ein Haufen benutzter, infizierter Kondome, die wir in einigen Büschen in der Nähe des Berliner Olympia Stadions fanden. Über diese sind wir gestolpert, als wir einen Baum zum Pissen gesucht haben. Die Weltmeisterschaft garantiert Tausende von super aufgeregten Typen in der Stadt und deswegen machen Prostituierte ein gutes Geschäft. Wenn du dir keine Nutten erster Klasse von Artemis leisten kannst, dann machst du es eben in den Büschen rund ums Stadion mit den erschwinglicheren Junkies, die Blasen auf den Lippen haben. In der Nähe fanden wir auch Vaseline (ACHTUNG: DIESER LINK IST EKLIG!), schließlich ist es kein Kinderspiel 30 betrunkene Hooligans an einem Nachmittag zu ficken. Der Zuckerguss auf diesem kranken Wichs-Kuchen ist die argentinische Flagge, die wir danach noch eintauchten. Eine Hommage an die deutsche Mannschaft, weil sie die Argentinier nach Hause geschickt hat. Nun liegen die Kondome auf dem restlichen Schleim. Wie eine AIDS- geplagte Decke, die den Rest des Glases nachts warm hält.

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