Haben die Tiere uns den Krieg erklärt?

von Angel Lauren


Foto von iStockphoto/mrtom-uk

Jahrtausendelang haben Menschen unter den Tieren verheerend gewütet: Wir betreiben die Jagd auf sie als Sport, zerstören ihren Lebensraum, und ziehen ihren Kadavern die Häute ab, damit reiche Leute modische Handschuhe tragen können. Doch nun scheint es so, als würden die Tiere zurückschlagen. Im September attackierten tollwütige Biber Schwimmer in Fairfax County, Virginia. Im Jahr 2010 griffen Vampirfledermausschwärme mehr als 500 Einwohner eines peruanischen Dorfes an und töteten mindestens vier. Und in Afrika und Indien attackieren Schimpansen in letzter Zeit Menschen und stehlen sogar deren Babys, um sie aufzufressen.

Was erwiesenermaßen existiert, ist die sogenannte phänotypische Plastizität, was bedeutet, dass ein Organismus seine Eigenschaften selbstständig ändert, um sich Veränderungen in seiner Umwelt anzupassen. Obwohl dies gemeinhin nur für Pflanzen gilt, sind auch bei Tieren seltene Fälle von Morphen bekannt.


Liegt es allen Zweifeln zum Trotz im Bereich des Möglichen, dass Tiere sich anpassen, aggressiv werden und sich organisieren, um sich gegen das total arschlochmäßige Verhalten der Menschheit in unserer gemeinsamen Welt wehren zu können? Laut Stephen Stearns, Professor für Ökologie und evolutionäre Biologie in Yale, ist das unwahrscheinlich. „[Die Angriffe] haben wahrscheinlich mehr mit dem Eindringen von Menschen in den Lebensraum der Tiere zu tun“, erklärte er mir. „Die Tiere reagieren auf Menschen, die nicht wissen, was sie tun.“

Meine Nachforschungen führten mich auch zu James Donahue, einem im Norden Michigans in unmittelbarer Nachbarschaft wilder Tiere lebendem Rentner, der ein paar Botschaften von einem spirituellen Wesen erhalten hat, das er und seine Frau als Abba Father bezeichnen. Er ist davon überzeugt, dass die zunehmenden Angriffe von Tieren auf Menschen ein Omen des „Weltuntergangs“ sind. Ich stellte ihm ein paar Fragen, denn wer weiß schon, wer überhaupt noch recht hat.

VICE: Du hast also davon gehört, dass bösartige Bestien Krieg gegen die Menschheit führen?
James Donahue:
Ja, aber es ist schwer zu glauben, dass Tiere absichtlich in die Häuser der Menschen eindringen und sie angreifen, wenn sie nicht provoziert wurden. Tiere sind extrem territorial; das weiß doch jeder. Und sie sind nicht auf Ärger aus. In dem Wald hinter meinem Haus leben Bären und Pumas, und wir bekommen sie nur zu Gesicht, wenn die Bären den Müll durchwühlen.

Was sagt Ihr Kumpel Abba zu diesen Angriffen?
In einer unserer Sitzungen sprach er über die Beziehung zwischen Mensch und Tier und ihre ziemlich düstere Zukunft, wenn wir uns auf der Welt weiterhin so ausbreiten. Wir halten das bizarre Verhalten in den letzten Jahren für einen Nebeneffekt ihrer natürlichen Instinkte. Aber das ist alles noch Theorie.

Hat er eine Theorie, warum die Tiere so fies zu den Menschen sind?
Er meint, die Tiere fühlten sich bedroht. Nachdem wir jahrelang in ihren Lebensraum eingedrungen sind, haben sie jetzt die Nase voll und rächen sich, so gut sie können. Er sagt, das habe eine Menge mit menschlicher Arroganz zu tun. Als ich jung war, baute ein Vogel sein Nest am Fuße eines Baumes in meinem Garten. Sobald ich in seine Nähe kam, ließ er mich nicht mehr aus den Augen. Tiere sind viel intelligenter, als Menschen es ihnen zutrauen.
 

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