I Want My Dvds - In die Hand geschrieben

von Stefan Lauer

In die Hand geschrieben ist schmerzhaft. Schmerzhaft lang, obwohl er nur 75 Minuten hat. Es dauert ein bisschen, bis man mit der Ästhetik des Films klarkommt, aber ab dann wird es auch nur noch immer fertiger.

In die Hand geschrieben handelt von Maria, die ihren Vater nach einem Schlaganfall pflegt und dazu mit ihrem Mann zusammen in seine Wohnung zieht. Dummerweise merkt sie irgendwann, dass ihr Vater sie schon immer schlecht behandelt hat, ihr Mann ein schlagender Scheißkerl ist, ihre beste Freundin direkt alles weitertratscht und sie eigentlich in den Nachbarjungen verknallt ist. Nachdem Maria langsam realisiert, wie aussichtslos ihre Situation ist, versucht sie sich, angestachelt durch mysteriöse Telefonanrufe, zu rächen. Erst mal in dem sie ihren Mann betrügt (was er verdient hat) und außerdem in dem sie ihren Vater misshandelt. Das hinterlässt aber einen faden Nachgeschmack, weil der Alte sich nicht mehr wehren kann. So kann man also zuschauen, wie sie ihn mit dem Lappen knebelt, mit dem sie ihm grade noch den Arsch abgewischt hat. Kein schöner Anblick. Aber eigentlich auch ein Statement darüber, wie die Gesellschaft mit Alten umgeht und über Hilflosigkeit in Missbrauchsbeziehungen. Oder über alte Arschlöcher, die es nicht besser verdient haben. Keine Ahnung.

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