Kollegahs Kreuz ist zu breit für eine Schublade

von Toni Lukic


Selfmade Records

Mein Telefon klingelt: „Hallo, ich bin’s, Kollegah. Entschuldige, dass ich so spät anrufe, ich war gerade noch unterwegs.“ Es ist dieser Tage nicht einfach, den Boss für ein Gespräch zu kriegen. Genüsslich dürfen wir beobachten, wie Kollegah und Farid Bang den leicht überforderten Feuilletons in Zuhälter- beziehungsweise Banger-Eloquenz erklären, wie das damals mit deiner Mutter so war. An den beiden führt dieser Tage nun einmal nichts vorbei. Ihr Kollabo-Album Jung, brutal, gutaussehend 2 verkaufte sich in der ersten Woche 80.000 Mal und damit häufiger als jedes andere HipHop-Album der letzten fünf Jahre. Gerade eben wurde bekannt gegeben, dass das Album Goldstatus erreicht hat. Rapfans dürften ob dieser Zahlen ungläubig nach Düsseldorf schielen. Doch der Erfolg ist hausgemacht.

Mit dem ersten Teil von JBG lieferten Kollegah und Farid Bang nach eigener Aussage das „asozialste Tape, was die Deutschrapgeschichte je gesehen hat“. Und recht hatten sie. Während Farid Bang die unerbittliche Straßenkeule schwingt, beleidigt Kollegah mit erhabener Ignoranz. Der intelligente Punchlinerap ließ Kollegah zur Kultfigur bei jungen Raphörern werden und Germanistikstudenten in Hausarbeiten Rhetorik und Metrik seiner Texte erörtern.

Wir hätten den selbsternannten Boss gerne persönlich getroffen, doch nach einem gewaltsamen Vorfall vor vier Jahren bei einem Konzert in Berlin trifft man Felix Antoine Blume selten bis gar nicht in der Hauptstadt an. Dafür haben wir ihn an den Hörer gekriegt und mit ihm über Bizepsumfang, Heino und die Berlinsituation gesprochen.

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