Leerlauf

von VICE Staff

 

Gleich nachdem Gott die Menschheit dahingeschissen hatte, sprach Er (so steht es jedenfalls in der Bibel): „Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht. (…) ich habe euch gegeben allerlei Kraut, das sich besamt, auf der ganzen Erde.“ Was Er uns vorenthalten hat: Der ganze Scheiß ist endlich—und wenn wir uns weiterhin ohne zu verhüten dumm und dämlich ficken, wird der Planet die menschliche Rasse irgendwann nicht mehr ernähren können. Noch ein Beweis dafür, dass Gott nicht real ist. Außerdem wird Er uns vor nichts bewahren. Findet euch endlich damit ab!

Mutter Natur dagegen ist ein echt knallhartes, mieses Biest, das den Homo sapiens wie lästige Schuppen einfach von der Erdkruste abschütteln kann. Und schon sehr bald, wenn alles so weitergeht wie bisher (und das wird es, wenn wir ehrlich sind), wird das samentragende Kraut verrotten, wird „Meteorologe“ keine Jobbeschreibung mehr sein, werden wir fast alle erfrieren und werden Kannibalen die Welt heimsuchen, um sich an den vereinzelten Überlebenden gütlich zu tun.

Angesichts dieser furchtbaren—aber unvermeidlichen—Zukunftsaussichten baten wir die Mitarbeiter unserer internationalen Redaktionen, ihre Forscherhüte aufzusetzen und herauszufinden, welche wertvollen Materialien und Ressourcen ihren Ländern am schnellsten ausgehen. Wir wissen natürlich, dass ihr nur nach großen Geschäften abzieht und in einem grünen Büro arbeitet oder was auch immer, doch die unten beschriebenen Probleme sind zurzeit so gut wie unlösbar. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als sich zurückzulehnen und das unaufhaltsame Dahinsiechen des schwebenden Gesteinsbrockens zu beobachten, den wir unsere Heimat nennen.

DEUTSCHLAND

Obgleich Deutschland weltweit eines der wirtschaftlich einflussreichsten Länder ist und daher jede Menge Ressourcen benötigt, besitzt es selbst nicht gerade viel von dem guten und profitablen Zeug wie Eisenerz, Öl und Gold. Die Natur macht die fleißigen Deutschen also von anderen Ländern abhängig und sie geben jedes Jahr zig Milliarden Euro aus, um Rohstoffe aus anderen westeuropäischen Ländern sowie aus Ländern wie Australien, China und Kanada zu importieren. Eine Ausnahme angesichts dieser Knappheit ist Kohle, deren Abbau im 19. Jahrhundert die industrielle Revolution des Landes vorantrieb und im Ruhrgebiet und Saarland für Tausende Jobs sorgte. Diese Jobs sind jedoch mittlerweile verschwunden, da die Regierung im Jahr 2007 mit dem stufenweisen Ausstieg aus dem subventionierten Abbau der Steinkohle (der energieeffizientesten Kohleart) begonnen hat. Laut Bernd Lehmann, Professor für Geowissenschaften an der Technischen Universität Clausthal, wurden der Regierung die Steinkohlesubventionen zu teuer—ganz abgesehen davon, dass das Land sich für den Umstieg auf Energien entschieden hat, die die Luft nicht mit schädlichen Emissionen verpesten und zum Klimawandel beitragen. „Deutschland befindet sich mitten im Wandel und muss unbedingt von den fossilen Energien wegkommen“, erklärte Lehmann, obwohl er einräumte, dass Kohle zumindest in den kommenden 100 Jahren eine wertvolle Energiequelle bleiben werde und der Abbau von Steinkohle weltweit zunehme. Und obgleich es in Deutschland keinen Steinkohlebergbau mehr geben wird, lässt das Land weiterhin unvermindert Braunkohle abbauen—eine viel umweltbelastendere Energieform—da diese Industrie nicht von staatlicher Finanzierung abhängig ist.

USA

Die Vereinigten Staaten verfügen über Ressourcen im Überfluss, aber sie laufen Gefahr, dass ihre Getreidefelder verschwinden. Steven Stoll, Professor für Umweltgeschichte an der Fordham University, meint, das kultivierbare Ackerland Amerikas schrumpfe. Ein Teil des Problems: Farmer finden es äußerst lukrativ, ihr Land an Projektentwickler zu verkaufen, anstatt es zweckgemäß zu nutzen—Schätzungen des American Farmland Trust zufolge sollen zwischen 1982 und 2007 auf diese Weise 41 Millionen Morgen landwirtschaftlicher Fläche verloren gegangen sein. Auch Bodenerosion wird zunehmend zur Bedrohung: Eine Studie der Cornell University stellte fest, dass Kansas, einst einer der ertragreichsten Agrarstaaten, jedes Jahr 650 Tonnen Humus verliert—das ist die etwa 60 cm dicke, nährstoffreiche Erdschicht, die für den Anbau von so ziemlich allem unbedingt notwendig ist. Obwohl die USA weiterhin jährlich landwirtschaftliche Erzeugnisse im Wert von 130 Milliarden Dollar exportieren, führen sie doch geringere Menge an Feldfrüchten wie Sojabohnen und Getreide aus als in den vergangenen Jahren. Allein die fortwährend hohen Preise für die im Land produzierten Grundnahrungsmittel halten Amerikas Landwirtschaft am Leben.

BULGARIEN

Das Hauptproblem Bulgariens: Dem Staat gehen die Bulgaren aus. Die Daten des Bulgarian Center for Demographic Policy besagen, dass sich die Einwohnerzahl Bulgariens jährlich um etwa 70.000 bis 80.000 Einwohner verringert. Das sind etwa sechs Menschen pro Stunde. Warum? Immer weniger Kinder werden geboren, immer mehr Menschen sterben und junge Menschen wollen aufgrund beschränkter Berufsaussichten unbedingt das Land verlassen. An diesen drei Faktoren wird sich höchstwahrscheinlich auch in näherer Zukunft nichts ändern und der Braindrain ist schon seit Mitte der 1980er Jahre offensichtlich. Das Bulgarian National Statistical Institute teilte mit, dass die Einwohnerzahl von 9 Millionen im Jahr 1989 auf 7,3 Millionen im Jahr 2011 gesunken ist. 2060 wird diese Zahl auf unter 6 Millionen sinken und im Jahr 2134 wird es keinen einzigen Bulgaren mehr geben.

MEXIKO

Mais ist das Lebenselixier Mexikos—er soll dort von Paläoamerikanern schon vor 10.000 Jahren kultiviert worden sein und einige der ärmsten Mexikaner beziehen heute die Hälfte ihrer Kalorien aus Maistortillas. Doch das Land wird, was dieses äußerst wichtige Getreide angeht, immer abhängiger von den USA. Teil des Problems ist das Nordamerikanische Freihandelsabkommen. Es hob Handelsbeschränkungen auf und zwang die Mexikaner dazu, mit dem billigen, staatlich subventionierten Getreide aus den USA zu konkurrieren. In der Folge mussten viele um ihre Existenz kämpfende Bauern ihr Land und ihre Lebensweise aufgeben. Die Maisimporte aus den USA nehmen weiter zu. Sie stiegen im vergangenen Jahr auf 25 Prozent, obwohl die Preise aufgrund der expandierenden Ethanolindustrie steigen. Aktivisten fordern mehr lokale Maisproduktion nach dem Motto: „Sin maís no hay país“ (etwa „Ohne Mais kein Mexiko“), doch ihr Anliegen stößt auf taube Ohren. Die Ursachen für den Rückgang des Maisanbaus sind allerdings nicht nur auf politische und wirtschaftliche Faktoren beschränkt. Adolfo Jimenez, Berater des mexikanischen Ministeriums für Landwirtschaft, Viehzucht, ländliche Entwicklung, Fischfang und Ernährung macht die Umwelt dafür verantwortlich: „Vor 10 oder 15 Jahren konnte man Dürre- und Regenperioden vorhersagen, aber heute ist das wirklich schwierig und das hat Auswirkungen auf den Maisanbau“, berichtete er. Mit der US-Agrarindustrie konkurrieren zu müssen, ist doppelt so schlimm, wenn die Natur nicht mitspielt.

NIEDERLANDE

Die Niederlande sind der weltweit achtgrößte Erdgasproduzent und der fünftgrößte Exporteur. Sie fördern 30 Prozent des in der EU produzierten Erdgases, größtenteils dank des riesigen Gasfeldes Groningen im Nordosten des Landes. Doch das Ende des Gasabsahnens ist nahe. Das geben selbst die Lobbyisten dieser Industrie zu. „Die Niederlande sind zu 100 Prozent autark“, versicherte Aart Tacoma, Umweltexperte bei NOGEPA, einer Handelsvereinigung niederländischer Energieunternehmen. „Die Erdgasindustrie in den Niederlanden spült jährlich mehr als 12 Milliarden Euro in die Staatskasse. Und diese Zahl steigt. Doch das Gas wird knapp. Die Niederlande werden also abhängiger von importiertem Gas werden.“ Schätzungen zufolge sollen die Erdgasvorkommen des Landes in 70 Jahren erschöpft sein. Und dann wird die Wirtschaft in arge Bedrängnis geraten. „Wir werden aus Russland und Norwegen importieren müssen, doch die haben andere Gassorten, weshalb wir dann neue Öfen bauen müssen“, erklärte Aart. „Außerdem wird es weniger Steuereinnahmen und Arbeitsplätze geben.“

ITALIEN

Jedes Jahr werden zwischen 50.000 und 80.000 Tonnen Sardinen und Anchovis vor Italien aus dem Meer gefischt, doch dank einiger umweltfeindlicher Praktiken ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Italien diese köstlichen, salzigen Delikatessen ausgehen werden. Die Hauptursache für die abnehmenden Fischbestände ist eine „Volante“ genannte Fangtechnik. Dabei wird ein zwischen zwei Booten gespanntes Netz knapp über dem Meeresboden entlang geschleppt. Seit Einführung dieser Praxis vor 15 Jahren hat sie sich in den Hauptfischgründen wie Chioggia, Pila di Porto Tolle und der Straße von Sizilien weit verbreitet. Die Zahl der Trawler ist zwischen 1995 und 2012 um 130 Prozent gestiegen. Weder die italienische Regierung noch die EU haben jemals eine Studie durchgeführt, um die Folgen dieser Art des Fischfangs auszuwerten. Sie wird immer noch als „experimentell“ deklariert, obwohl sie seit mehr als einem Jahrzehnt gängige Praxis ist und man davon ausgeht, dass sie katastrophale Auswirkungen auf die Fauna hat. Laut Allesandro Gianni, Kampagnenleiter bei Greenpeace Italien, zeigen Studien, dass die Anchovis- und Sardinenpopulation seit den 90ern um mehr als 75 Prozent zurückgegangen ist. Das trieb die Preise für diese Fischarten natürlich in die Höhe, was wiederum zu noch mehr Fischerei führte—ein Teufelskreis. Irgendwann, so warnt Greenpeace, wird die Überfischung einen derart dramatischen Rückgang der Sardinen- und Anchovisbestände verursachen, dass von dieser Industrie abhängige Städte Pleite gehen werden und die Italiener ohne ihren Lieblingspizzabelag auskommen müssen.

AUSTRALIEN

In den vergangenen 200 Jahren erlebte Australien einen größeren Rückgang der Artenvielfalt in Fauna und Flora als jeder andere Kontinent, was sich in näherer Zukunft massiv auf die Umwelt und Wirtschaft auswirken wird. Nicholas Mikhailovich vom Institute for Sustainable Futures an der University of Technology in Sydney erklärte, da Pflanzen und Tiere gefährdet seien oder aussterben, werde es für die Natur immer schwieriger, ihren natürlichen Kreislauf zu erfüllen. Das wiederum erschwert es uns Menschen, überlebenswichtige Pflanzen zu kultivieren. Hinzu kommt der Tourismus. Eine Industrie, die jährlich 35 Milliarden Dollar einbringt und 2,5 Prozent des australischen BIP ausmacht. Allein der Great Barrier Reef Marine Park erwirtschaftet jedes Jahr 5,4 Milliarden Dollar. Ihr könnt aber darauf wetten, dass dort viel weniger Besucher aufkreuzen werden, wenn die Riffe und die darin beheimateten Lebewesen aufgrund der Übersäuerung der Meere sterben, was laut Nicholas bis 2050 geschehen sein wird. Die Hauptgefahr für Australiens Biodiversität ist jedoch der Bergbau. Er ist der größte Industriezweig des Landes und wird unvermindert weiterbetrieben. Empfindliche Ökosysteme wie die Simpsonwüste, Kimberley und Cairns sind für zukünftige Bergbauprojekte ausgewiesen, was eine zusätzliche Bedrohung für die Umwelt bedeutet. Unglücklicherweise ist die wirtschaftliche Abhängigkeit Australiens vom Bergbau (der zehn Prozent des BIP ausmacht) ein Garant dafür, dass Pflanzen und Tiere auch in Zukunft aussterben werden.

SCHWEDEN

Schwedens Holzindustrie wird auch spöttisch als „Rückgrat der schwedischen Wirtschaft“ bezeichnet, da Holz einer der Hauptexportartikel des Landes ist und mehr als 60 Prozent des Territoriums von Wäldern bedeckt sind. Was nicht bedeutet, dass die Schweden in einem unberührten Waldwunderland leben—der Großteil ihrer Wälder sind nachgewachsene Sekundärwälder, die vom Staat und der Forstindustrie massiv bewirtschaftet werden. Kaum ein Prozent sind noch ursprüngliche Wälder mit Altholzbestand. Das ist ein großes Problem. Denn obgleich jedes Jahr 100 Millionen Hektar Bäume gepflanzt werden, um die 80 Millionen geernteten Hektar zu ersetzen, bringen die von Menschenhand angepflanzten Wälder nicht die alten, verrottenden, absterbenden, Totholz genannten Bäume hervor, die kleinen Organismen eine Lebensgrundlage bieten und wesentlich für das Ökosystem des Waldes sind. Der Entomologe Gunnar Isacsson von der Swedish Forest Agency erläuterte, es dauere Tausende Jahre, bis ein Wald so viel Totholz produziert habe, dass bestimmte Lebewesen dort überleben können. Außerdem stehen heute infolge der Industrialisierung, die Schwedens Urwälder fast vollständig vernichtet habe, viele Spezies wie der Weißspecht und der Bockkäfer auf der Roten Liste oder seien bereits ausgestorben.

VEREINIGTES KÖNIGREICH

Die Erdgasvorkommen des Vereinigten Königreichs in der Nordsee haben dem Land in den letzten Jahrzehnten jede Menge Wohlstand gebracht. Das wird allerdings schon bald der Vergangenheit angehören. Die Fördermenge erreichte im Jahr 2000 ihren Höhepunkt und nimmt seitdem rasant ab. Das Vereinigte Königreich wurde letztes Jahr zum Erdgasnettoimporteur, ein Meilenstein, den niemand je erreichen wollte. Ein Grund für die Abhängigkeit vom Erdgas: Es erzeugt einen Großteil der Elektrizität im Land, da infolge des „Dash for Gas“ in den 90ern, als Erdgas besonders günstig war, jede Menge Gaskraftwerke gebaut wurden. Wann die Erdgasvorkommen in der Nordsee vollkommen erschöpft sein werden, lässt sich kaum vorhersagen, denn die noch vorhandene Menge sowie der Förderaufwand bestimmen Preis und Nachfrage. Nimmt die Produktion allerdings so ab wie bisher, wird im Jahre 2015 der Nullpunkt erreicht. Dann wird das Land all sein Gas woanders beziehen müssen (momentan ist Katar der Hauptlieferant). Eine Zukunft, in der das Vereinigte Königreich überwiegend abhängig von Fremdenergie sein wird, kann man sich leicht vorstellen, genauso wie die zahlreichen unangenehmen Folgen, von Preiserhöhungen und Engpässen bis zu Ressourcenkriegen.

ÖSTERREICH

Alle Experten, die wir befragten, waren sich einig, dass es Österreich auch in näherer Zukunft nicht an Ressourcen mangeln wird. Das Land ist reich an Erdöl, Kupfer, Zink, Lignit, Holz, Eisenerz und Magnesit und diverse Industrien fördern davon jährlich um die 169 Millionen Tonnen. Robert Holnstiener vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend meinte, dass jeglicher Engpass, in den das Land gerate, auf die Geopolitik zurückzuführen sei und nicht darauf, dass der Erde irgendetwas ausgehe. Allerdings leidet die österreichische Landwirtschaft, da kleine Bauernhöfe wirtschaftlich immer unrentabler werden. Anders als in den USA entstehen anstelle dieser kleinen Höfe jedoch keine Bauprojekte, sondern Wälder. Und diese Wälder werden nicht abgeholzt und zu Holz verarbeitet, da Österreich seinen Holzbedarf weiterhin durch Importe deckt. Es scheint, als wären die Österreicher ganz einverstanden damit, ihr Ackerland aufzugeben und der Natur ihren Lauf zu lassen.

POLEN

Das Polish Geological Institute erklärte, dass dem Land vor allen anderen Mineralen Zink und Blei ausgehen werden. Blei wird zur Herstellung von Batterien, Kabeln, Rohren und Farben benötigt sowie für die großen, schweren Schürzen, die du während einer Röntgenaufnahme trägst. Zink dient hauptsächlich als Korrosionsschutzmittel und verhindert Rost und Verschleiß. Mirosław Rutkowski, Sprecher des Polish Geological Institute, findet es schwierig vorherzusagen, wie es in Zukunft um die natürlichen Ressourcen Polens bestellt sein wird. Denn wir wissen ja nicht, wohin die technische Entwicklung noch führen wird. Vor 20 Jahren hätte niemand geahnt, dass wir heute alle hinter Lithium für Mobiltelefonbatterien her sind. Doch wahrscheinlich wird Polen Blei und Zink auch dann noch benötigen, wenn die Vorkommen schon längst erschöpft sind.

BRASILIEN

Niobium ist ein kaum bekanntes, weiches, gräuliches Metall, das heutzutage mehr wert ist als Gold. Es ist so geschmeidig, formbar und flexibel, dass es aus der Raumfahrt-, Nuklear- und Bauindustrie sowie bei der Herstellung medizinischer Produkte, von Prothesen bis MRT- und CT-Scannern, nicht mehr wegzudenken ist. Außerdem ist Niobium auch rost- und extrem hitzebeständig. Es ist also schon ein verdammt wichtiges Metall—und Brasilien besitzt 98 Prozent davon. Fast 75 Prozent des weltweit verarbeiteten Niobiums stammen aus einem einzigen Bergwerk in der Stadt Arax. Doch Niobium ist nicht unerschöpflich. Die Frage ist: Was macht die Welt, wenn es in Brasilien keins mehr gibt? Es könnte durch Minerale wie Titan, Wolfram und Tantal ersetzt werden, doch all diese Alternativen sind viel teurer. Hoffentlich finden wir ein neues Zaubermetall, bevor das Niobium sich für immer verabschiedet. Aber das wird wahrscheinlich noch Jahrhunderte dauern—und bis dahin sind wir alle sowieso schon längst tot.
 

Illustration von Sam Taylor

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