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      Tolle Büchsen, Marc Jacobs

      February 8, 2013

      Von Kathy Iandoli

       

      Ich besitze 69 Marc Jacobs-Taschen. Das ist eine angemessene Anzahl, nachdem Marc Jacobs jetzt doch in der aktuellen Werbung in Cola Light badet und dabei wie eine Drei-Liter-Flasche voller Sex aussieht. Dieser Erfrischungsgetränke-Porno ist ein Teil der Feierlichkeiten, anlässlich drei Jahrzehnte köstlich gefährlichen Saccharins und Aspartams. Marc Jacobs wurde als neuer Creative Director für diese Kampagne eingestellt und sein sexy Arsch macht die ganze Angelegenheit doch sehr, sehr dirty.

      Der Mitteilung, dass Jacobs nun diese Position inne hat, ist ein Werbespot beigefügt, in dem eine Herde Vorstadt-Mädchen um die Zwanzig durch ein Shoppingcenter laufen und an einem Fotoautomaten vorbeikommen. Sie sehen jemanden mit Kilt dort drin sitzen und Fotos machen, und als ein weißes T-Shirt auf den Boden fällt, sind die Mädels alle natürlich total perplex. Sie nehmen die Fotos raus und stellen fest, dass es sich um niemand geringeres als Marc Jacobs handelt, der auf ihnen ohne T-Shirt posiert. Sie fangen an zu stöhnen und beißen sich auf die Lippe wie Hausfrauen, die Shades of Grey lesen, und dann geht der Vorhang auf. Dort reibt sich der tätowierte Marc eine kalte Dose Cola Light an seine Stirn. Ich wollte noch nie in meinem Leben so gerne eine Dose Cola sein. „Dreißig Jahre“, sagt er, „Es ist definitiv Zeit zu feiern.“

      Im Grunde ist das ist so ähnlich wie die Cola Light-Werbung vor einigen Jahren, in der Nutten aus einem Fenster kucken und einem Kerl ohne T-Shirt auf der Baustelle beim Cola trinken zuschauen. Marc ist aber viel heißer. Es ist so: Ich weiß, er kauft nicht das, was ich verkaufe. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Täubchen im Werbespot das wissen, aber das ist mir egal. Sie sind mir egal. Marc Jacobs aber bedeutet mir alles.

      OK, zurück zu Marc.

      Letzten Monat, habe ich mir seinen Vortrag im 92Y (gemeinnütziges Kultur- und Gemeindezentrum) angehört, wo Marc Jacobs über sein Leben sprach und dort erwähnte er, dass die Verträge von ihm und seinem Geschäftspartner Robert Duffy mit Louis Vuitton auslaufen und sie über eine Verlängerung verhandeln würden. Ich hab es gegoogelt und versucht mich auf den neuesten Stand zu bringen, aber alles was ich herausbekam, was, dass Riccardo Tisci seinen Vertrag mit Givenchy verlängert hat—als ob mich das interessiert. Mir ist es persönlich egal, ob Marc seinen Vertrag mit Louis Vuitton verlängert. Ich kaufe keine Louis-Vuitton-Sachen. Ich bin ja auch nicht Lil’ Kim. Ich kaufe Marc-Jacobs-Sachen.

      Jetzt werd ich Diät-Cola kaufen und trinken müssen, weil Marc es mir befielt. Gilda Radner ist dagegen, also werde ich vielleicht nur ein paar Dosen kaufen, so wie ich es in den Achtzigern mit Pepsi gemacht habe, als der andere MJ (Michael Jackson) Werbeträger von Pepsi war. Das war kurz bevor sie seine Haare angezündet haben und ich aufhörte, Pepsi zu unterstützen.

      Am wichtigsten ist Folgendes: Hier haben wir einen Kerl, der irgendwann mal drei Minuten davor war, seinen Dickdarm zu verlieren, wegen einer genetischen Störung, gekoppelt mit exzessiven Drogenmissbrauch und McDonald's-Konsum. Marc Jacobs hat sein komplettes Leben umgekrempelt, ernährt sich nun gesund und ist vor allem verdammt heiß. Während Designer wie Karl Lagerfeld eine Göttin namens Adele fett nennen, erinnert sich Marc daran, dass er selber mal fett war. Er ist nicht ausgemergelt; er ist durchtrainiert, und er unterstützt kalorienarme Erfrischungsgetränke. Vielleicht sollte er keine chemische Cola trinken, aber betrachtet man das Video, dann schüttet er sie sich ja auch nur auf seinen gestählten Körper.

      Ich weiß zwar auch nicht 100% warum und weshalb, aber ich wollte euch das Video einfach nicht vorenthalten.
       


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      Themen: Marc Jacobs, Cola Light, sexy, Dirty, MODE

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