Musik

Musikreviews

von VICE Staff

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JEREMIAH JAE
Raw Money Raps
Brainfeeder/Rough Trade

7

Früher hätte man das Next-Level-Shit genannt. Aber früher war bestenfalls gestern, und damit hat dieses überfälliges Album-Debüt herzlich wenig zu tun. Eher im Gegenteil - seit den besten Tagen von Kool Keith aka Dr. Octagon waren wenige MCs so weit draußen wie Jae. Brainfeeder, das Label des Kritikerlieblings Flying Lotus, ist unnormalerweise Heim für Künstler von eher „eklektischerer” Natur; HipHop findet sich bei ihnen nur in Spurenelementen. Nun haben sie auch noch einen wortstarken Exzentriker in den Reihen, und der könnte den Laden auch mit Rhymes am Laufen halten. Goldene Aussichten.

BEAT TACASHY
 

DEAD WESTERN
Everything Eternally
Discorporate/Altin Village & Mine

7

Endlich mal wieder einfach ganz normale Musik. So war mein erster Gedanke. Bis ich im beigelegten Presseinfo lesen musste, dass Discorporate sich alle Mühe gibt, diesen Typen als besonders schrägen und sperrigen Psycho-Folker zu vermarkten, dessen Songs sich an sozial isolierte und geringfügig perverse Misanthropen richtet. Was zur Hölle? Ich habe beschlossen, es nicht persönlich zu nehmen, denn vermutlich sitzen dort im Marketing einfach auch nur ein paar hirnverbrannte Studienabbrecher, denen man mal einen mit Stacheldraht umwickelten Baseballschläger in den Hintern schieben sollte. Das könnte man doch vielleicht auf Video... ich schweife ab. Auf jeden Fall denke ich nicht, dass man abnormal sein muss, um die Menschheit im Gesamten für eine lose Ansammlung ahnungsloser Arschlöcher zu halten. Und in Dead Western-Frontmann Troy Mighty habe ich da einen loyalen und verständnisvollen Begleiter gefunden.

SCHMARL SCHORSCH
 

DAD ROCKS!
Mount Modern
Father Figure Records/Rough Trade/Good To Go

7

Hiermit begrüßen wir ein weiteres Mitglied in der Selbsthilfegruppe „Typen, die mit ihrem Leben nichts besseres anzufangen wissen als einfalls- und ausdruckslosen Folkpop zu machen, um damit ihre bescheidene Existenz zu rechtfertigen“. Setz dich hin, nimm dir eine Tasse lauwarmen Kamillentee und lass dir gesagt sein, dass das aufregendste an diesem ganzen Dad Rocks!-Projekt das Ausrufezeichen ist und deine bisweilen eingestreuten Wortspiele und dezenten Kraftausdrücke über dem ewig währenden Akustikgitarrengeleier nicht provokant, sondern bestenfalls unangenehm wirken. Aber keine Sorge, daran können wir arbeiten, andere haben das auch schon geschafft.

YOUR MOM

 

SCHNEIDER TM
Construction Sounds
Bureau B / Indigo

7

Laut Schneider TM soll das neue Album bewusst nicht Industrial sein, obwohl es mit dem Standardrepertoire des Genres arbeitet. Hier werden Baustellengeräusche, die im Verlauf der letzten Jahre in Schneider TMs Künstlermansarde im Prenzlauer Berg hochschallten, zu einer Art Gentrifizierungstherapie collagiert. Es kracht, scheppert und dröhnt, verfärbt von einer leichten, elektronischen Patina und das hört sich eben wie Industrial an (Skin Area oder Jarl fallen da ein). Für Musik aber, die nicht affektiv wirkt, sondern entweder an ihrem Konzept oder an der Besonderheit ihrer Texturalität gemessen werden muss, ist die Ausführung enttäuschend. Dieses Album hat aber einen ganz entscheidenden Vorteil: Dirk Dresselhaus singt nicht.

BOB DER BAUMEISTER

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