Musik
Der Noisey-Guide to Queer-Rap

Manchmal können Rapper ziemlich fantasielos sein. Wenn ihr das Wort „Schwuchtel“ aus dem HipHop-Wortschatz nehmt, dann könntet ihr so ziemlich jeden Rap-Battle abwürgen und Twitter-Zoff und Diss-Tracks würden zu einem brutalen Gestotter, als ob South Parks Jimmy gerade das Mikro ergattert hätte.
Also, als durchsickerte, dass es irgendwo eine Ghettofabrikgemeinschaft schwuler Rapper, Produzenten und DJs gibt, die in einem Undergroundkämmerchen irgendwo in New York lebt, ist die Blogwelt schnell zusammengebrochen. Diverse Blogger klinkten sich ein, verzweifelt auf der Suche nach einer Möglichkeit zu beweisen, wie aufgeschlossen sie sind und so hat die liberale Musikpresse eine Kampagne der gutgemeinten Toleranz gestartet, um den Wechsel weg vom Hyper-Hetero zu feiern, den der moderne HipHop definiert. Problem: Die neuen Fans ignorierten bei dem Thema so ziemlich alles, das nichts direkt mit Analsex und Transvestismus zu tun hat.
Irgendwas stimmt nicht, oder? Glücklicherweise bin ich diesen Sommer mit fast mit jedem kleinen Player in der NYC-Szene zusammengestoßen, von Zebra Katz bis zu Mykki Blanco und Venus Y. Daher habe ich den Bullshit aufgeräumt und einen Crashkurs über „Queer-Rap“ aufgestellt.
Sie ist die unerwähnte Stammmutter der Szene, disst öffentlich Diplo dafür, ein „heteronormative piece of shit…that just capitalizes on whatever is hot at the moment“ zu sein, nachdem er Zebra Katzs „Ima Read“ bei Mad Decent veröffentlichte, was zudem die Heimat vom berühmte Homophoben Vybz Kartel ist. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund.
WIE AUCH IMMER. Warum sollte sich irgendwer einen Scheiß für sie interessieren? Zurück in der langweiligen Zeit von 2009: Ein Abend in NY hat mehr mit einem Hirsch in Newquay gemeinsam, abzüglich der Leute, die sich wie entkommendes Vieh verhalten. Also hat es Venus selbst in die Hand genommen, eine monatliche Clubnacht zu starten, wo sich so ziemlich jeder ihrer iPod-Playlist unterwerfen musste. Normalerweise wenn normale Leute so etwas versuchen, treffen sie auf verwirrte Blicke ihrer Freunde und trotz Beschwörungen wie „WARTE! Es wird super, ICH SCHWÖRE!“. Das war für Venus allerdings kein Problem. Die Leute liebten ihre Kombination aus Ghettobeats und Gothic-Geräuschkulisse.

So heißt die obengenannte Party von Venus, die durch Brooklyn und Manhatten reist, wie ein eingängiger Dr. Luke produzierter STI. Sie zeichnet sich durch einen vielseitigen Mix aus Uptown-Transen, schwulen Jungs aus Downtown, Hipster aus Brooklyn, Harlems Gangster, Studenten und wahrscheinlich den seltsamen, alten Bürotypen, der mit seinem Penis auf der Jagd ist, während seine Frau und seine Kinder zu Hause schlafen aus.
Die Vielseitigkeit ist zu einem sicheren Platz geworden, um Ideen auszuprobieren und kreative Extreme zu pushen. Venus hat Performern ein kreatives Ventil gegeben, was sonst niemand machen würde. Und so wurde es zum Ground Zero für diese Szene. Viele Residents geben auf dieser Tanzfläche ihr Debüt, bevor sie zur großen Bühne übergehen.






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