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      Welcher Katholiban soll der nächste Papst werden?

      February 12, 2013

      Von Hans Brixen

      Scheiße! Wir sind nicht mehr Papst! Ratzi hat keinen Bock mehr auf den verrosteten Haufen, der noch von der katholischen Kirche übrig ist. Aber wer könnte den Vatikan wirklich wieder auf Kurs bringen? Das heißt im Falle der Kirche zurück in die Zeit der heiligen Inquisition, als Frauen noch als Hexen verbrannt wurden und Schwulen der Schwanz abgehackt. Einfach die gute alte Zeit, als du im Namen Gottes noch alles foltern und schlachten konntest, was dir wegen deiner eigenen unterdrückten (Homo-)Sexualität nicht gepasst hat. Hier ein paar sehr geeignete Kandidaten.


      Hans-Martin Lochner



      Lochner ist eine der Lichtgestalten in der deutschen "Charismatischen Erneuerung". Was nach Sekte klingt, ist es auch, aber mit dem Segen des Vatikan. Die Charismatiker sind eine Bande, die sich total mit Gott verbinden wollen. Deswegen rennen sie auch ständig auf ihren lächerlichen Treffen mit "Jesus, I love you"-Plakaten rum und tragen Keuschheitsgürtel. Lochner schreibt in einem seiner Büchlein: „Mit der 68er-Revolution begann dann der Großangriff gegen die Familie, und sowie gegen alles Gesunde und Gute in unserem Volk.“ Da kann sich die politisch Rechte noch was abschneiden von. Auch geil: Wenn du bei den Charismatikern mitmachst, dann darfst du kein Wellness-Bad besuchen oder Yoga machen. Weil dann bist du schon von einem Dämon besessen. 


      Walter Mixa



      Mixa war von 2005 bis 2010 Bischof von Augsburg. In der Zeit hat er sich bei allen unfassbar "beliebt" gemacht. Als Familienministerin von der Leyen 2007 mehr Krippenplätz forderte, bezeichnete Mixa das als kinderfeindlich. Dafür wurde er sogar von Seiten der katholischen Kirche heftig kritisiert. Nur dumm, dass dann 2010 rauskam, dass Mixa selbst mal Kinder verprügelt hat, als Mixa noch Stadtpfaffe in Schrobenhausen war. Waren aber auch nur Heimkinder. Außerdem soll er in mindestens zwei Fällen auch vor sexuellem Missbrauch nicht zurückgeschreckt haben. Ach ja und er ist ein "Spiegeltrinker", er braucht also immer einen gewissen Alkoholpegel. Ehemalige Kollegen sprachen daher von einem Wirklichkeitsverlust. Ich sag mal, das ist der ideale Kandidat! Ratzinger hatte ihn letztes Jahr auch wieder rehabilitiert und als Berater in den Vatikan gerufen. Nachdem seine Karriere als virtueller Wanderprediger wohl nicht so geklappt hat. Ach und Geld hat er auch noch hinterzogen. Der perfekte nächste Papst also. 


      KreuzNet-Bruder Hendrick Jolie



      Ja der gute Hendrick hatte zwar in einer Stellungnahme betont, dass er mit den Volksverhetzern von KreuzNet nichts zu tun habe. Doch schlussendlich musste er einfach zugeben, dass er jahrelang auf dem erzkatholischen Portal Hasspredigten verbreitet hat. KreuzNet ist zum Glück offline. Aber da konntest Du gut erkennen, was in den Hirnen dieser kranken verklemmten Penner so abgeht. Jolie hat sich dann in seinem Bistum Mainz bei Bischof Lehman entschuldigt und der fand das dann so in Ordnung. Weitere Konsequenzen gab es keine dafür, dass Jolie jahrelang Homosexualität als Krankheit bezeichnet hat. KreuzNet hatte Dirk Bach noch posthum verteufelt. Und es geht noch härter: Auf einem Blog der Charismatiker wird das Bistum Mainz zitiert, das "die Öffentlichkeit zu fairem Umgang mit Pfarrer Jolie" aufruft. So fair wie er und die anderen Ratten bei KreuzNet jahrelang gegen Schwule, Lesben, Geschiedene, Nicht-Katholiken, Juden  usw. gewettert haben? Kannst du haben. Werde Papst. 


      Guido Rodheudt



      Der Guido ist Sprecher beim erzkatholischen Netzwerk katholischer Priester (NKP); ein weiterer Verein homophober Geisteskranker, die sich eigentlich die Tage der Hexenverbrennung wieder zurückwünschen. Auch Rodheudt war ganz begeistert von Kreuz.net. Angeblich hat er das aber nur gelesen. Klar, macht die Sache gleich weniger schlimm. Doch wenn er ehrlich wäre—eine Tugend, die Katholiken zwar gerne predigen, aber ungern einhalten—, dann würde er zugeben, dass er mit den Bluthetzern von Kreuz.net doch eng verhandelt war. Denn er und seine Truppe Oblattenfressern bei NKP hatten einen Live-Ticker von Kreuz.net auf ihrer Internetseite. Guido, auch du leidest unter Realitätsverlust. Du hasst Schwule. Vielleicht kannst du die Kirche noch weiter von der Wirklickeit entfernen?


      Pfaffenheini Christian Sieberer



      Der Typ nennt sich selbst Pfaffenheini. Kannst du auf seiner Website nachlesen. Siebter, Pfarrer in Wien, ist auch Sprecher beim NKP wie Rodheudt. Auf Gloria.tv (Slogan: "The more catholic the better") präsentiert er seine selbstgemachten Videos, die an schlechte Psychodelic-Techno-Videos aus den 90ern erinnern. In einem mittlerweile wohl gelöschten Video sang er auf die Melodie von YMCA "I am not gay". Außerdem findet er Exorzismus richtig geil. Er bittet darum, dass ihm jeder schreibt oder anruft, der glaubt, vom Teufel besessen zu sein. Hier ist seine Emailadresse: christian.sieberer@gmx.at und hier seine Telefonnummer 0043 680 12 52 381. Ruf ihn an, sagt ihm, dass der Teufel in deinem Arschloch steckt und bitte ihn, der neue Papst zu werden. Der Vatikan kann ja auch "hip" die Inquisition neu beleben.

      Amen.


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