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<title>VICE Stuff RSS Feed</title>
<link>http://www.vice.com/</link>
<description><![CDATA[Stuff RSS feed for VICE.com
]]></description>
<language>de</language>
<pubDate>Sat, 18 May 2013 14:33:21 +0100</pubDate>
<item>
<title>James Franco hat &#039;Der große Gatsby&#039; für uns rezensiert</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/james-franco-vs-der-grosse-gatsby</link>
<pubDate>Thu, 16 May 2013 16:47:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/6910b669e820d9f6cca9a7d1e6f6fb25.jpg" style="width: 640px; height: 400px;" /><br />
	<em>Bild von&nbsp;Courtney Nicholas</em></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Bei seiner Verfilmung von <em>Der gro&szlig;e Gatsby </em>stand Baz Luhrmann vor einer &auml;hnlichen Herausforderung wie Walter Salles bei <em>On the Road</em>: Wie bleibst du der dargestellten &Auml;ra treu, w&auml;hrend du die Authentizit&auml;t des Originaltextes beibeh&auml;ltst? Salles hat es perfekt geschafft, die Atmosph&auml;re des Amerikas der 50er festzuhalten. Doch man k&ouml;nnte auch argumentieren, dass Dean und Sal, seine beiden Hauptfiguren, zu wenig Drang besitzen&mdash;zu wenig Leidenschaft in ihrem Hunger nach Leben, Leben, Leben.&nbsp;</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Eine alte Weisheit besagt, dass ein gutes Buch automatisch einen schlechten Film nach sich zieht, w&auml;hrend aus einem Potboiler wie <em>Der Pate</em> ein gro&szlig;artiger Film wird. Hinter dieser Daumenregel steht jedoch die Idee, dass ein gutes Buch vom Schreibstil abh&auml;ngt und bei seiner Adaption, egal ob filmisch oder sonst wie, immer die Magie verloren geht. So gut wie alle (Film-)Kritiker haben bereits bemerkt&mdash;und sie haben recht, auch wenn sie sich wiederholen&mdash;, dass Fitzgeralds Prosa den <em>Gro&szlig;en Gatsby</em> gro&szlig; macht. Wir dr&uuml;cken bei Klassikern das ein oder andere Auge zu, weil wir die Charaktere lieben. Aber wenn &auml;ltere Geschichten auf Film wiederbelebt werden, muss das Verh&auml;ltnis zwischen Vergangenheit und Gegenwart berichtigt werden. Wenn so etwas fehlt, dann liegt das oft nicht an den Schauspielern oder der Regie, sondern am Status des Buches als &bdquo;Klassiker&ldquo;.&nbsp;</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Als er Gatsby verfilmte, plagten Baz Luhrmann wahrscheinlich vor allem folgende Fragen: Was wird funktionieren? Und, wie vorher bei<em> Romeo und Julia</em>, wie schaffe ich es, dieses alte Material in einem neuen Medium f&uuml;r ein modernes Publikum zum Leben zu erwecken? Irgendwie hat es Luhrmann geschafft, dem Originaltext und seinem zeitgen&ouml;ssischen Publikum treu zu bleiben. Die Jazzmusik der 1920er war rau und gef&auml;hrlich, aber wenn Luhrmann heute diese Musik benutzt h&auml;tte, w&auml;re der Film zu einem Museumsst&uuml;ck geworden&mdash;irrelevant f&uuml;r den Mainstream sowie die Hochkultur, denn wir alle h&auml;tten gewusst, was auf uns zukommt. Es gab Einw&auml;nde gegen die 3D-Technik, die bei dem Film verwendet wird, aber ganz ehrlich, das ist nicht das Problem. Das 3D funktioniert, und es lenkt weder ab, noch ist es ein Game Changer. Du schaust es dir einfach an, weil es Spa&szlig; macht.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Diejenigen Kritiker, die den Film zerrissen haben, weil er zu sehr vom Buch abweicht, sind Heuchler. Diese Leute verdienen ihr Geld damit, Texte zu interpretieren und zu kritisieren, um eine Vielzahl von Theorien zu erstellen, die unterschiedlich sinnvoll sind&mdash;oder um Geld zu verdienen. Luhrmanns Film ist eben seine Interpretation des <em>Gatsby</em>&mdash;seine Kritik, wenn man so will. W&uuml;rde sich irgendjemand &uuml;ber eine Adaption des <em>Hamlet</em> im Weltraum beschweren? Bestimmt nicht so sehr, wie die Kritiker die aktuelle <em>Gatsby</em>-Verfilmung verachten. Vielleicht ist das so, weil <em>Gatsby</em> wirklich ein St&uuml;ck &uuml;ber eine bestimmte Zeit ist, w&auml;hrend Shakespeares St&uuml;cke, zumindest nach meinem Verst&auml;ndnis, eher von universell g&uuml;ltigen Ideen, Idealen und Gef&uuml;hlen handeln. Luhrmann musste Leben in die Ephemera und Aura der 1920er hauchen und das hat er auch geschafft.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Der Aufbau einer unmittelbaren Spannung innerhalb eines&nbsp; Films ist nat&uuml;rlich g&auml;nzlich anders als in einem Buch. Au&szlig;er im Falle eines bereits sehr filmischen Textes m&uuml;ssen Filme, die aus literarischen Quellen entwickelt werden, an einem strengen Faden entlang erz&auml;hlt werden. Sobald Gatsby es geschafft hat, Daisy zur&uuml;ckgewinnen, wird der Story der Schwung genommen. Ihre Beziehung ist uns relativ egal, verglichen mit den &uuml;bertriebenen M&uuml;hen, die Gatsby auf sich nimmt, um den sozialen und wirtschaftlichen Status zu erreichen, den er ben&ouml;tigt, um sie wiederzubekommen. Und das ist auch heute noch ein universelles und sehr selten erreichtes Ziel von h&ouml;chster Relevanz&mdash;verst&auml;rkt sogar noch durch die moderne Sch&ouml;nf&auml;rberei des Regisseurs. Gatsbys Verlangen entpuppt sich als das eines 16-J&auml;hrigen: Er will nicht nur Daisy f&uuml;r sich gewinnen. Er will ihre Gef&uuml;hle kontrollieren. Das erinnert mich an Beziehungen aus meiner Schulzeit, als ich meine Freundinnen daf&uuml;r folterte, dass sie sich fr&uuml;her von anderen Jungs hatten fingern lassen. Das Problem ist, dass wir besessen sind von Gatsbys Obsession, Daisy zur&uuml;ckbekommen, aber es bewegt uns nicht wirklich, wenn er sein Ziel erreicht. Interessiert also niemanden.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Au&szlig;erdem ist es eine wichtige Kehrseite von Nicks &uuml;bertriebener Begeisterung f&uuml;r Gatsby, dass sie ihn dazu treibt, therapeutisch &uuml;ber ihre Freundschaft zu schreiben. Dies jedoch ist es erst, was ihre Freundschaft essentiell so gro&szlig; macht. Wie lange kannten sie sich eigentlich? Sie waren sich nicht so nahe, oder? Und was macht Gatsbys Art f&uuml;r Nick &uuml;berhaupt erst so ansprechend? Dass er eine Menge zwielichtiger Gesch&auml;fte abgeschlossen und viel Geld damit verdient hat? Dass er in eine Frau verliebt war? Dass er generell sehr charmant war? War Nick in Gatsby verliebt? Fitzgerald hatte viele Gr&uuml;nde, in seinem Privatleben &uuml;berbegeistert von gatsby&auml;hnlichen Charakteren zu sein (Monroe Stahr, Hauptfigur in<em> Der letzte Taikun</em>, verschmilzt romantische und gesch&auml;ftliche Obsession), vor allem weil Fitzgerald Zelda solange nicht heiraten konnte, wie er noch kein erfolgreicher Schriftsteller war. Aber Nick, der au&szlig;erhalb der Handlung steht, hat kein pers&ouml;nliches Interesse an der Geschichte. Dadurch, dass das Gewicht seiner Rolle verst&auml;rkt wird, steigt sein Interesse jedoch an und macht seine Obsession f&uuml;r Gatsby noch komplizierter. Vielleicht ist aber genau das Luhrmanns Gedanke gewesen, n&auml;mlich, dass genau diese Art der Verwirrung interessant ist, und wer k&ouml;nnte ihm deswegen einen Vorwurf machen? Oder vielleicht liebte Nick Gatsby einfach und wenn sie zusammen h&auml;tten leben k&ouml;nnen, wie Toby und Leo im echten Leben, w&auml;re alles in Ordnung gewesen. Das klingt irgendwie auch nach einem Film. Aber ich sch&auml;tze, das wurde schon gemacht&mdash;in einer Serie namens <em>Entourage</em>.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Schlussendlich hat es Luhrmann geschafft. Und das ist alles, was z&auml;hlt. Der Film funktioniert. Wir haben uns die Story angeschaut, etwas gef&uuml;hlt, wir wurden mitgerissen und waren begeistert.&nbsp;</span></p>
<p class="p1">
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/biss-zum-erbrechen-10-stunden-twilight-und-der-wunsch-zu-sterben-robert-pattinson-kristen-stewart"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/biss-zum-erbrechen-10-stunden-twilight-und-der-wunsch-zu-sterben-robert-pattinson-kristen-stewart/f8de481272c87020241c825c1c7b20af_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/biss-zum-erbrechen-10-stunden-twilight-und-der-wunsch-zu-sterben-robert-pattinson-kristen-stewart">Biss zum Erbrechen - 10 Stunden Twilight und der Wunsch zu sterben</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Zehn Stunden lang haben wir Bella und Edward dabei zugesehen, wie nichts in ihrem Leben passiert, und es ist uns unbegreiflich, wieso gerade diese dr&ouml;ge Geschichte voller alter Rollenmuster und Rassismus der feuchte Traum von so vielen Frauen ist.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/hinter-dem-exzess-0000448-v9n3"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/hinter-dem-exzess-0000448-v9n3/880c728bc4a2abcd242cd82a04b470d2_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/hinter-dem-exzess-0000448-v9n3">Hinter dem Exzess</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Allein die Besetzungsliste&mdash;James Franco, Gucci Mane, Selena Gomez, Vanessa Hudgens, Ashley Benson und seine Frau Rachel Korine&mdash;war ein Indiz daf&uuml;r, dass Spring Breakers ein ganz besonderer Film werden w&uuml;rde.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/the-vice-guide-to-film/north-korean-film-madness-1"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/north-korean-film-madness-part-1-of-3--9/08291a5ca1602b10351df65c6ddafcac_thumb.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/the-vice-guide-to-film/north-korean-film-madness-1">North Korean Film Madness</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Willkommen zum nordkoreanischen Filmwahnsinn.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/187883</guid>
<author>James Franco</author>
<category>stuff, James Franco, Der große Gatsby, film, Baz Luhrmann</category>
</item>
<item>
<title>Das Kentucky Derby ... auf LSD</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/das-kentucky-derby--auf-lsd</link>
<pubDate>Thu, 16 May 2013 11:56:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/c40829ce8453fdf009824170c27e35d7.jpg" style="width: 640px; height: 632px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Das hier ist meine gute Freundin Caitlin (deren Name nat&uuml;rlich nicht wirklich Caitlin ist). Das ist ein Pl&auml;ttchen LSD auf ihrer Zunge. Sie hat einmal LSD genommen. Vor vier Jahren. Und sie hat es wieder genommen,&nbsp;bevor wir raus zum Kentucky Derby gefahren sind, denn das ber&uuml;hmteste Pferderennen der Welt&mdash;ein Ereignis, an dem Tausende betrunkene Zocker, einfache Besoffene und ein rumtollender Haufen segelschuhtragender Oberschichtler beteiligt sind&mdash;kann man nur auf eine Art und Weise besuchen.</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/d7f767b10cec0fb0faf3b9bbfb406082.jpg" style="width: 640px; height: 495px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Eine Stunde sp&auml;ter kamen wir in Churchill Downs an, was im Regen einen ziemlich erb&auml;rmlichen Eindruck machte. So wie bei jeder gro&szlig;en &ouml;ffentlichen Veranstaltung in der USA standen am Eingang massenhaft Polizisten und Sicherheitsleute herum, die den Fu&szlig;g&auml;ngerstrom steuerten und daran erinnerten, dass die USA in ein Post-9/11-Sicherheitsstaat ist.&nbsp;</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/26284220a9ee6f678988deb5b5cfeb55.jpg" style="width: 640px; height: 439px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Wir hatten Karten f&uuml;r die Fl&auml;che, die von der Rennbahn umgeben ist und die sich w&auml;hrend der Veranstaltung in eine gro&szlig;e schlammige Party verwandelte&mdash;ungef&auml;hr so wie ein Festival ohne Musik, nur schlimmer, wenn du dir das vorstellen kannst. Diese Fl&auml;che ist f&uuml;r Leute, die keinen Batzen Geld f&uuml;r eine Karte ausgeben wollen, streitlustige Alkoholiker und geschiedene Mittvierziger bestimmt, die versuchen, ein bisschen wild zu werden. Es ist billiger, aber du bekommst nicht mit, was so pferderennentechnisch abgeht.</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/4c3be00da58b96fd0781a18d794f0ec9.jpg" style="width: 640px; height: 428px;" /></p>
<p>
	Aber um erst einmal ins Innenfeld zu kommen, mussten wir uns durch einen Tunnel k&auml;mpfen, der nach vergammeltem Arsch roch&mdash;die Luft war mit dem Rauch von Zigaretten und Zigarren, Kotze und Bourbon erf&uuml;llt. Caitlin fragte mich, ob wir in der H&ouml;lle seien.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/8faf66763168cf45694f40647d68c5b8.jpg" style="width: 640px; height: 534px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Nat&uuml;rlich fingen die Leute im Tunnel an, &bdquo;USA! USA! USA!&ldquo; zu gr&ouml;len, was sie wirklich nervte. &bdquo;Ich hasse dieses seltsame Kommunismuszeug [Anm. d. Red.: ?]. Wieso machen sie das? Wollen sie sich stark f&uuml;hlen, indem sie ihre eigenen Stimmen h&ouml;ren? Machen sie das standardm&auml;&szlig;ig immer so? Wie h&auml;ngt denn ,USA! USA! USA!&#39; mit irgendwas zusammen?&ldquo; Sie erz&auml;hlte mir das alles, w&auml;hrend sie ein unsichtbares Mikrofon hielt.</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/a4465a6645c25373483f6719ecf611e3.jpg" style="width: 640px; height: 429px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Der erste LSD-Flash traf sie w&auml;hrend einem der Nachmittagsrennen. Wie ihr sehen k&ouml;nnt, hatten wir keinen besonders guten Blick auf die Rennbahn und wir sahen kaum etwas von den Pferden, als sie an uns vorbei durch die nasse Erde zogen. Sie hatte einen furchterregenden leeren Blick in ihrem Gesicht und ich fragte sie sp&auml;ter, was sie dachte, was passiert w&auml;re. &bdquo;Der Boden unter mir erbebte&ldquo;, antwortete sie. &bdquo;Dieser kleine Hof hier wurde pl&ouml;tzlich der Ozean und ich trieb darin umher.&ldquo;</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/983565af96365746dbd841da08d7296b.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Der Regen wurde schlimmer und Caitlin erz&auml;hlte mir, dass sie sich sofort unterstellen m&uuml;sse. Wir suchten Schutz in einem Zelt, in dem ein Geldautomat stand, und Caitlin mochte die W&auml;nde wirklich sehr&mdash;sie lehnte sich dagegen und wippte vor und zur&uuml;ck. Sie erz&auml;hlte mir, dass die W&auml;nde atmeten und sie war besorgt, dass die starken Winde sie umwehen k&ouml;nnten. (Es herrschte Windstille.)</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/97de477bfdea741f53c12e1756162627.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Einer dieser stilvoll besoffenen Verbindungsbr&uuml;der fing mit ihr ein Gespr&auml;ch &uuml;ber die trockene Vagina seiner Freundin und seine Masturbationsrhythmen an. Dann fragte er sie, ob sie auf Analsex stehe. Sie ging daraufhin einfach weg, ohne ein Wort zu sagen. Als ich sie einholte erz&auml;hlte sie: &bdquo;Sein Gesicht wurde gerade wirklich sehr, sehr eklig.&ldquo;</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/0df78ab0e2d7b4856ba979f50de33f5b.jpg" style="width: 640px; height: 461px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Wir siedelten dann zu den Toiletten um. Es gab eine Schlange vor den Spiegeln&mdash;die ganzen extravaganten Derbyh&uuml;te und -outfits waren vollgesaugt und eklig und die ganzen Sch&ouml;nheiten sahen aus wie durchweichte Chihuahuas. Caitlin sagte, dass es sie wirklich sehr traurig machte zu sehen, wie all diese M&auml;dchen, die versuchten, gut auszusehen, vollgeregnet wurden. Dann verlor ich sie f&uuml;r eine Minute und f&uuml;hlte einen Augenblick lang, wie es ist, als Mutter das eigene Kind zu verlieren. Schei&szlig;e!</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/2ba77bd84c12c0b0d461ba120281fe23.jpg" style="width: 640px; height: 447px;" /></p>
<p>
	Ich fand sie in einer Ecke, wo sie die Wand anstarrte und so tat, als w&uuml;rde sie ihr Handy benutzen. &bdquo;Ich hatte das Gef&uuml;hl, wenn ich hier nur lange genug stehe, dann w&uuml;rde jemand kommen und mir helfen.&ldquo; Sie erz&auml;hlte mir, dass sich die W&auml;nde ver&auml;nderten.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/13af701d7566c0296ec6678815fc8f06.jpg" style="width: 640px; height: 614px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Wir gingen in eine der Kabinen, weil Caitlin noch ein halbes Pl&auml;ttchen nehmen wollte, und stellten fest, dass jemand seinen Schal auf der Klosch&uuml;ssel vergessen hatte. Sie bekam dieses kindliche Glitzern in den Augen und wurde ziemlich aufgeregt, weil sie anderen Leuten davon erz&auml;hlen wollte. Sp&auml;ter erkl&auml;rte sie mir, dass dies der einzig &bdquo;reale Moment der Realit&auml;t&ldquo; f&uuml;r sie gewesen sei, weil sie unterscheiden konnte, dass der Schal auf der Toilette keine normale Begebenheit war.</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/fef1871cb6339e13f87d9f3f5f77ca6e.jpg" style="width: 640px; height: 628px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Es war wirklich dunkel und h&auml;sslich drau&szlig;en und die M&uuml;lleimer waren voller leerer Bierdosen. Caitlin zeigte auf diesen Baum und sagte, dass er das erste Sch&ouml;ne sei, das sie auf dem Derby gesehen hatte. Sie rannte verzweifelt auf ihn zu.</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/9031e8ec6fdd2855d3fadc8541670396.jpg" style="width: 640px; height: 429px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Ich fragte sie, was mit dem Baum los sei, weil sie ihn die ganze Zeit anstarrte und dann wieder wegsprang, als ob er zu hell f&uuml;r sie w&auml;re. &bdquo;Ich kann ihn nicht ansehen. Diese ganzen kleinen Fasern bewegen sich. Er sch&uuml;ttelt sich und vibriert.&ldquo; Sie erkl&auml;rte mir sp&auml;ter, dass sie ihn nicht so lange ansehen konnte, weil er zu sch&ouml;n f&uuml;r sie war.&nbsp;</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/4370f6dc4c5419573b9686c96afb2af5.jpg" style="width: 640px; height: 540px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Nachdem wir ein paar Stunden im Regen &uuml;ber das Innenfeld gelaufen waren, brauchten wir eine Pause von der ganzen Verr&uuml;cktheit, bevor das gro&szlig;e Rennen anfing. Wir mussten noch einmal durch den Tunnel durch, in dem noch mehr M&uuml;ll herumlag und noch mehr Leuten standen, die sich vor dem Regen versteckten. Sie starrte diesen M&uuml;ll hier eine lange Zeit an, gab ein paar Ooo- und Ahh-Ger&auml;usche von sich, lachte und sagte: &bdquo;Das Fleisch ist lebendig.&ldquo; Dann machte sie ein Foto.</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/a89297ff1af2eb069bdc17d79a8ab014.jpg" style="width: 640px; height: 428px;" /></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Wir gingen nach drau&szlig;en zu einer Tankstelle, um uns was zu trinken zu holen. Ich zwang sie, an einem Zimtcappuccino zu riechen. Zuerst musste sie lachen und dann wurden ihre Augen ein bisschen rot und sie fing an zu weinen, weil es &bdquo;so wunderbar&ldquo; roch.</span></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/6f9ad756e89e5dfacb3c13870b7b4bda.jpg" style="width: 640px; height: 470px;" /></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Ich fuhr sie zu McDonald&#39;s und wir sa&szlig;en eine viertel Stunde auf dem Parkplatz, bevor wir wieder zur Rennstrecke zur&uuml;ckgingen. Dieses Foto entstand w&auml;hrend ihres kleinen, psychischen Zusammenbruchs, nachdem sie ein Typ im Wagen neben uns nach einem Feuerzeug und einem Aufladeger&auml;t gefragt hatte. Sie erkl&auml;rte ihm: &bdquo;Ich kann jetzt gerade echt nicht mit dir umgehen.&ldquo; Dann kurbelte sie ihr Fenster wieder nach oben.</span></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/d8b9cdeb1d7d8b8d8972ff2755e4da55.jpg" style="width: 640px; height: 692px;" /></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Das hier ist Caitlin auf einem Golfcart, das uns zum Eingang von Churchill Downs brachte. Sie hatte darauf eine Menge Spa&szlig;, vor Allem wenn wir &uuml;ber Schlagl&ouml;cher fuhren; es f&uuml;hlte sich &bdquo;ein wenig gef&auml;hrlich&ldquo; f&uuml;r sie an.</span></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/02b5c286a86f03bd1235366795dfad6f.jpg" style="width: 640px; height: 438px;" /></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Zur&uuml;ck zur Rennstrecke zu kommen, war&nbsp; f&uuml;r Caitlin wirklich deprimierend. Sie starrte die ganze Zeit den M&uuml;ll auf dem Boden an und sagte: &bdquo;Churchill Downs sollte nicht so aussehen.&ldquo; Aber dieser Typ beruhigte sie. &bdquo;Das ist das Sch&ouml;nste, was ich gesehen habe, seitdem ich hier bin&ldquo;, erz&auml;hlte sie mir. Ich fragte sie, was ihn so wundersch&ouml;n machte und sie antwortete, dass es der Kontrast zwischen seinen wei&szlig;en Socken und den roten Schuhen sei und die Art, wie er angestrengt kaute.</span></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/5c48c9021e1c312d87600a70701bab1f.jpg" style="width: 640px; height: 601px;" /></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Hier sehen wir Caitlin, Sekunden bevor das Rennen anfing. Im Verlauf ihres Trips wiederholte sie immer wieder: &bdquo;Das Lustige ist, dass sich alle krampfhaft bewegen, aber niemand irgendwohin geht ... Jeder versucht, irgendwohin zu kommen, aber es gibt nirgends zum Hinkommen. Ich verstehe es einfach nicht.&ldquo; Obwohl sie verloren aussieht, war das hier f&uuml;r sie ein Moment der Klarheit in diesem Meer aus dem, was man wohl als Menschlichkeit beschreiben k&ouml;nnte. &bdquo;Ahhh, endlich passiert es!&ldquo;, sagte sie. &bdquo;Das ist es!!!&ldquo; Wir haben das Rennen schlussendlich nicht gesehen, aber ich glaube, ihr hat es trotzdem Spa&szlig; gemacht.</span></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-esst-mehr-pferdefleisch-ihr-jammerlappen"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/stuff-esst-mehr-pferdefleisch-ihr-jammerlappen/c41c8815d8a0e4036b5bd927d01248ac_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-esst-mehr-pferdefleisch-ihr-jammerlappen">Esst mehr Pferdefleisch, ihr Jammerlappen</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">179.000 Lasagnen verseucht mit Pferdefleisch? Ach h&ouml;rt doch auf, ihr Heuchler! Warum verschm&auml;ht ihr denn gutes Pferdefleisch? Ich zeige euch jetzt mal, wie ihr euch einen ordentlichen Pferdesauerbraten kochen k&ouml;nnt.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/lsd-fotos-vom-festival-coachella"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/lsd-fotos-vom-festival-coachella/2a11a1aeda2e478f83303e65ab0bc4dd_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/lsd-fotos-vom-festival-coachella">LSD-Fotos vom Coachella</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Die Fotografin Paley fand alles beim Coachella schei&szlig;e, dann nahm sie LSD und pl&ouml;tzlich hatte sie jede Menge Spa&szlig;.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/shorties/eine-pornomesse-auf-lsd-video"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/eine-pornomesse-auf-lsd-video/1071ba497b7cfe2b319599aa66ed54e8_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/shorties/eine-pornomesse-auf-lsd-video">Eine Pornomesse ... auf LSD! Auf Video!</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Auf LSD ist alles unglaublich, oder? Besonders auf der Erotikmesse Venus und erst recht auf Video!</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/187837</guid>
<author>Amira Asad</author>
<category>stuff, Auf LSD, LSD, Pferderennen, pferdelasagne, Drogen, acid</category>
</item>
<item>
<title>Das Internet glaubt, dass Angelina ohne Busen wertlos ist</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/angelina-jolie-wertlos-ohne-busen-Mastektomie</link>
<pubDate>Thu, 16 May 2013 09:51:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/3c3c9e9b0a03616a1dc3577369ae2459.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Angelina Jolie hat sich ihre Br&uuml;ste amputieren lassen, und obwohl diese Nachricht schon zwei Tage alt ist, ist sie immer noch allgegenw&auml;rtig. Es war nicht nur die erste Sache, die ich vorgestern gleich nach dem Aufstehen geh&ouml;rt hatte, es bestimmt seither auch meine Twitter- und Facebook-Feeds, das Fernsehen, Zeitungen und heute hat die <em>BILD</em> Janina aus Schleswig-Holstein aufgetrieben, die sich auch die Busen entfernt hat. Das Thema verfolgte mich &uuml;berall im Internet wie diese Pop-up-Werbung mit dem Typen, der seine Camgirl-Schweinereien mit mir teilen m&ouml;chte. Normalerweise w&uuml;rde ich es Angie nicht durchgehen lassen, dass sie mit ihrem perfekten Gesicht die Kontrolle &uuml;ber mein Leben &uuml;bernimmt, aber es ist ziemlich offensichtlich, dass sie etwas verdammt Mutiges getan hat. Man sollte ihre Entscheidung, die Erlebnisse der letzten Monate mit der &Ouml;ffentlichkeit beim Fr&uuml;hst&uuml;ck zu teilen, auch nicht untersch&auml;tzen&mdash;kannst du dir vorstellen, morgens aufzuwachen und Millionen Menschen reden &uuml;ber deine Br&uuml;ste? Das ist nicht unbedingt das, wovon M&auml;dchen tr&auml;umen. Oder, mein Gott, vielleicht ist es genau das, und ich bin einfach zu optimitisch?</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Es ist schwierig, mit jemandem mitzuf&uuml;hlen, den man nie getroffen hat. Das Internet hat damit offenbar kein Problem und feiert eine Frau, die sich, mit einem Brustkrebsrisiko von 87 Prozent, dazu entschieden hat, sich beide Br&uuml;ste abnehmen zu lassen und nun Implantate tr&auml;gt. Klar, du hast dich durch Flime wie <em>The Tourist</em> gequ&auml;lt (nein, du hast den wahrscheinlich nicht gesehen) und bist deswegen noch immer genervt, aber es scheint, als m&uuml;sstest du nun entweder dumm oder gewollt unsensibel sein, um Jolies Dilemma zu ignorieren&mdash;vor allem weil sie sich, wie sie es in dem <a href="http://www.nytimes.com/2013/05/14/opinion/my-medical-choice.html?hp" target="_blank"><em>New York Times</em>-Artikel</a> beschrieben hat, eines Tages auch der hohen Wahrscheinlichkeit stellen muss, an Geb&auml;rmutterhalskrebs zu erkranken.&nbsp;</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Leider gibt es eine Menge dummer und verdammt unsensibler Menschen im Internet, die alle den gleichen Witz tweeten, n&auml;mlich dass ihnen am meisten Jolies Verlobter, Brad Pitt, leid tut. (Denn, na ja, kannst du dir vorstellen, mit einer Frau ohne Br&uuml;ste verheiratet zu sein? Arme Kerl.) Hey, ich sage nicht, dass jeder davon mit einem Heulkrampf &uuml;ber seiner Laptoptastatur zusammenbrechen soll, aber ist eine Frau&mdash;egal welche&mdash;, die sich einer doppelten Mastektomie unterzieht, wirklich ein Anlass f&uuml;r schlechte Witze &uuml;ber Titten? Ich bin wirklich nicht naiv und wei&szlig;, dass das Internet hierzulande, wie auch in Jolies Heimat, v&ouml;llig schwachsinnig und unbeschreiblich bescheuert sein kann. Ich finde aber, dass die ganzen Witze &uuml;ber Jolies Br&uuml;ste wirklich, wirklich schwach sind:</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/011dd2bcbc46d7f9a386af903eb2cd77.jpg" style="width: 519px; height: 94px;" /></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/f54922af5f77dd910a54a90b3af2814b.jpg" style="width: 519px; height: 95px;" /></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/8661e6dbd98693d0c09cae6d0b6f73c8.jpg" style="width: 519px; height: 92px;" /></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/5cd03d1deda5ab0db1b78657f09e648b.jpg" style="width: 520px; height: 95px;" /></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/f5916117b44ac0e18647393c993edd28.jpg" style="width: 521px; height: 93px;" /></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/9ef47dafee9b0d053a9b248a19dc0d94.jpg" style="width: 520px; height: 91px;" /></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/1b749104f875bdf0f06d605499e85c12.jpg" style="width: 519px; height: 112px;" /></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/adc4ba4e574556d45f8591af59ecd4cc.jpg" style="width: 520px; height: 78px;" /></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/979839863bd4049a0534a223eab679fe.jpg" style="width: 518px; height: 90px;" /></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/df28d26b84a2b7d827f3b06e250e4df1.jpg" style="width: 518px; height: 91px;" /></p>
<p class="p1">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/5d04c48b826d9d7d2d49c97ea9aad2a0.jpg" style="width: 515px; height: 123px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Hier sind meine Theorien:</span></p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Theorie #1: Sie haben keine Ahnung, was eine Mastektomie ist</span></strong></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Dieser Punkt scheint gar nicht so weit hergeholt zu sein, denn wenn man sich die Tweets anschaut, scheinen einige Menschen der Meinung zu sein, dass Angelina ihre Br&uuml;ste einfach zu Hause&nbsp;selbst durch das &Ouml;ffnen eines Rei&szlig;verschlusses an ihrem K&ouml;rper entfernt hat. (Ich hab keine Ahnung, ob du den <em>NYT</em>-Artikel gelesen hast, Zamani, aber die ganze Sache hat drei Monate gedauert und war keine pure Sch&ouml;nheitsoperation.) Oh Angie, wie konntest du nur deine Gesundheit in deine eigenen H&auml;nde nehmen und eine riesengro&szlig;e lebensver&auml;ndernde Entscheidung zum Wohle deiner Familie treffen? Brad wird garantiert fremdgehen.</span></p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Theorie #2: Sie haben noch nie im Leben einen echten Frauenk&ouml;rper gesehen</span></strong></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Wenn Br&uuml;ste wirklich das einzige sind, das eine Ehe zusammenh&auml;lt, k&ouml;nnen Emma Watson, Cara Delevingne&nbsp;und Kaya Scodelario eigentlich gleich damit anfangen, sich auf ein Leben als einsame Jungfer vorzubereiten. Ich will nicht rumbitchen, ich sag nur: Die Idee, dass ein Mann seine Verlobte verl&auml;sst, weil er eine unkontrollierbare Tittenobsession hat, ist einfach l&auml;cherlich. Doppelt l&auml;cherlich ist der Gedanke, Brad Pitt w&uuml;rde Angelina Jolie fallen lassen, weil sie sich einer Operation unterzogen hat, die sie davor sch&uuml;tzen soll, an Krebs zu erkranken. Das sind Typen, die glauben, sie seien&nbsp;<a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-dieser-typ-ist-das-groesste-arschloch-im-internet">Hunter Moore</a>, obwohl sie noch nie eine richtige Beziehung hatten, Typen, die k&uuml;nstliche M&ouml;pse sowieso lieber m&ouml;gen als echte. H&auml;tten die Leute den Artikel aufmerksam gelesen (Angelina hat sich Implantate einsetzen lassen), h&auml;tten sie wohl dar&uuml;ber getwittert, wie froh Brad doch sein k&ouml;nnte, dass sein M&auml;dchen eine Brustvergr&ouml;&szlig;erung hatte.&nbsp;</span></p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Theorie #3: Sie geh&ouml;ren zum Team Jen&nbsp;</span></strong></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Es gibt einen ganz offensichtlichen Grund, warum einige Leute sauer auf Angelina Jolie sind: Sie alle sind Fans von Rachel aus <em>Friends</em>. Das verstehe ich sehr gut, aber selbst der gr&ouml;&szlig;te Verehrer des Stufenschnitts und der gewitzten, frechen Antworten der K&ouml;nigin der sp&auml;ten Neunziger sollte kurz einen Gang runterschalten und sagen: &bdquo;Kuck mal, Jen ist eine starke Frau und sie hat durch die Beziehung von Brad und Angelina ziemlich einen in die Fresse bekommen. Aber ich muss meine pers&ouml;nlichen Gef&uuml;hle f&uuml;r diese Frau einmal zur Seite stellen und mir der schweren Zeit, durch die sie nun geht, bewusst werden.&ldquo;</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/c11e5ca0a41a4210267cdb6c30a40248.jpg" style="width: 518px; height: 90px;" /></p>
<p>
	In Deutschland haben die Kommentare &uuml;ber Angies Brustentfernung &uuml;brigens noch eine ganz andere Dimension angenommen. Hier diskutieren die Leute weniger &uuml;ber die Trag&ouml;die, mit der sich Brad nun konfrontiert sieht, sondern denken sich die sch&ouml;nsten Verschw&ouml;rungstheorien aus. Bestimmt hat Angelina Jolie sich ihre Br&uuml;ste eigentlich gar nicht entfernen lassen, sondern sich einfach nur einer Sch&ouml;nheitsoperation unterzogen. Die Krebsgeschichte dahinter ist nur ausgedacht, schlie&szlig;lich gibt es keine bessere PR, um die Karriere mal wieder etwas in Schwung zu bringen.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/f34e1999231e1cdff675a92864e433e0.jpg" style="width: 640px; height: 130px;" /></p>
<p class="p1">
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/schwul-homoehe-bild-zeitung"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/schwul-homoehe-bild-zeitung/af842e98e6a9f807df8bf518314d8187_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/schwul-homoehe-bild-zeitung">So denkt Deutschland &uuml;ber die Homo-Ehe &mdash; NOT</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Auf Bild.de treibt sich der homophobe Bodensatz des Internets rum.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/was-fur-twitterer-finden-freiwild-gut"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/was-fur-twitterer-finden-freiwild-gut/c64a1142d927de0ae731cdc3c2933937_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/was-fur-twitterer-finden-freiwild-gut">Was f&uuml;r Menschen finden Frei.Wild gut?</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Alle hassen Frei.Wild. Wirklich? Wir haben auf Twitter nach Leuten gesucht, die sie lieben.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/justin-biebers-mutter-macht-mir-angst"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/justin-biebers-mutter-macht-mir-angst/638062256756ff3746fe094223bed452_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/justin-biebers-mutter-macht-mir-angst">Justin Biebers Mutter macht mir Angst</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Ist ihr neuer Antiabtreibungsfilm reine Gehirnw&auml;sche?</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/187821</guid>
<author>VICE Staff</author>
<category>stuff, Angelina Jolie, Brad Pitt, Brustoperation, Brustentfernung, titten, Brüste, Mastektomie</category>
</item>
<item>
<title>Stripper, Alkohol und Brüste machen dich zum gefährlichen Killer</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/stripper-alkohol-und-brueste-machen-dich-zum-gefaehrlichen-killer</link>
<pubDate>Wed, 15 May 2013 14:36:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/52a15e8af4fd3e35bb6f12a3749e87dc.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /><br />
	<em>Foto&nbsp;<a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3b/Strip_Club_Signage.jpg" target="_blank">via</a></em></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Ein Stammkunde eines Stripclubs in den USA war so besessen von einer der T&auml;nzerinnen, dass er mehrere Monate lang in den Club kam, nur um sie zu sehen. Als sie sich vor ein paar Wochen&nbsp;weigerte, mit ihm nach Hause zu gehen, schoss er ihr ins Gesicht&mdash;und sich anschlie&szlig;end selbst in den Kopf.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Die Stripperin hat &uuml;berlebt und ist jetzt au&szlig;er Lebensgefahr. Der Mann ist tot. Diese Art von Gewalttaten kommen nicht gerade selten vor. Auch in Deutschland, wo erst vor ein paar Wochen in Hamburg-Bergedorf ein <a href="http://www.bergedorfer-zeitung.de/bergedorf/article185962/Vor_Nachtklub_19_Jaehriger_mit_Durchschuss_im_Bein.html" target="_blank">19-J&auml;hriger angeschossen wurde</a>, nachdem er sich&nbsp;in einem Stripclub betrunken hat und in einen Streit mit einem &auml;lteren Typen verwickelt wurde. Als die beiden nach drau&szlig;en gingen, zog der Typ offenbar eine Pistole und feuerte ab.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Was verursacht die Gewalttaten? Der Pseudo-Psychologe aus deinem Umfeld w&uuml;rde vielleicht sagen, dass die Kombination aus Alkohol und Br&uuml;sten M&auml;nner zur&uuml;ck in ihren Urzustand versetzt und sie versuchen, sich gegenseitig umzubringen. Richard McCleary, einer der wenigen Kriminologen, die sich mit dem Thema besch&auml;ftigt haben, glaubt, dass Stripclubs mit laschen Sicherheitsvorkehrungen unappetitliche Zeitgenossen anziehen, die Waffen tragen und am Ende Gewaltsituationen verursachen.</span></p>
<p>
	Die Wahrheit ist wahrscheinlich eine Kombination von beiden Theorien.</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">In G&ouml;ttingen hat <a href="http://www.express.de/news/mit-pumpguns-nazi-schiesserei-im-strip-club,2182,782286.html" target="_blank">vor ein paar Jahren ein Nazi</a> in einem Stripclub bei einem Streit mit dem Besitzer eine Pumpgun raus geholt und den Barchef erschossen. Der Besitzer schlug gerade noch gegen das Gewehr, sodass niemand getroffen wurde. Nachdem die Nazis aus dem Club gedr&auml;ngt wurden, bastelten sie sich offenbar Brands&auml;tze, um das Lokal abzufackeln, weswegen dann auch wegen versuchter Brandstiftung gegen sie ermittelt wurde.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Es hat mich also nicht sonderlich &uuml;berrascht, als ein Typ, der als Barkeeper in einem Bordell in Berlin arbeitet und anonym bleiben m&ouml;chte, mir erz&auml;hlte, dass die T&uuml;rsteher bei ihm lieber mit stichfesten Westen auf Schicht gehen. Es w&auml;re ganz normal, dass es in seinem Laden auch mal Kunden gibt, die austicken, weil sie betrunken oder auf Drogen sind.&nbsp;</span>&bdquo;Wir haben drei oder vier T&uuml;rsteher, einer von ihnen arbeitet jede Nacht. Sie tragen alle stichfeste Westen, als Vorsichtsma&szlig;nahme. Man wei&szlig; ja nie, was passieren kann. Die Leute k&ouml;nnen schon krass werden.&ldquo; Was genau dann schon bei ihm auf der Arbeit passiert ist, wollte er aber lieber nicht sagen.</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Die Gr&uuml;nde f&uuml;r Gewalt in Stripclubs sind unterschiedlich. Meistens ist sie&mdash;wie bei den beiden Typen in Hamburg&mdash;das Resultat eines Streits zwischen Kunden, oder ein Betrunkener, der aus dem Club geschmissen wurde, kommt&nbsp;mit Rachegel&uuml;sten und einer Knarre zur&uuml;ck. Manchmal ist es auch ein Raub&uuml;berfall, der schiefl&auml;uft.</span></p>
<p class="p1">
	In den USA ist das Ganze dank Waffenbesessenheit nochmal eine Ecke h&auml;rter als bei uns. Allein in diesem Jahr gab es 12 Schie&szlig;ereien in amerikanischen Stripclubs, die mit neun Toten endeten. Sogar eine mit einem T&uuml;rsteher, der in einem Club in Tennessee von einem <a href="http://www.wate.com/story/21901310/knoxville-man-shot-by-arrow" target="_blank">Pfeil getroffen wurde</a>.</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Alabama im S&uuml;dosten der USA ist auf Platz 3 in den USA, was Gewalttaten mit Schusswaffen betrifft. Zwischen 2010 und 2012 gab es mindestens f&uuml;nf Schie&szlig;ereien und vier Tote in Stripclubs. Nur Florida und Kalifornien&mdash;zwei Bundesstaaten, die sehr viel gr&ouml;&szlig;er sind und sehr viel mehr Stripclubs haben&mdash;hatten im selben Zeitraum mehr Schie&szlig;ereien als Alabama. </span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Das k&ouml;nnte mit den strengen Baugesetzen in Alabama und mit den weniger strengen Waffengesetzen zu tun haben. Die Leute in dem strenggl&auml;ubigen US-Staat wollen keine Stripclubs, die zu nah an ihren Kirchen liegen, und deswegen sind diese Etablissements normalerweise an den Stadtrand gedr&auml;ngt worden und dort fernab von anderen Gesch&auml;ften oder der Polizei. F&uuml;ge die eingefleischte Knarrenkultur von Alabama hinzu (Politiker k&auml;mpfen hier f&uuml;r das Recht ihrer B&uuml;rger, w&auml;hrend der Arbeit Waffen&nbsp;<a href="http://blog.al.com/wire/2013/04/senate_showdown_possible_on_gu.html" target="_blank">in ihren Autos</a>&nbsp;zu behalten) und du hast alle Voraussetzungen f&uuml;r eine Menge Schie&szlig;ereien.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Ich wollte mir die Schaupl&auml;tze solcher Gewalttaten genauer ansehen, also bin ich mal zu ein paar der ber&uuml;hmten Clubs gefahren, in denen solche Schie&szlig;ereien stattgefunden hatten.</span></p>
<p>
	<strong>Teasers Show Club</strong></p>
<p>
	<strong><img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/026ad8cdc9ec39622ee4c59e3cd55bf5.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /></strong></p>
<p>
	Hier gibt es Wrestling mit kleinen Menschen, eine Stripperin, die immer mal wieder vorbei kommt, um dir Zaubertricks vorzuf&uuml;hren (komische Kombination, aber wieso auch nicht) und einen netten Barkeeper, der den Gro&szlig;teil des Jahres auf einer H&uuml;hnerfarm auf den Philippinen arbeitet, somit ist der Teasers Show Club in der winzigen Stadt Wicksburg wahrscheinlich der kreativste Stripclub, den ich kenne.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Als ich ihn besuchte, war es ungef&auml;hr 17.00 Uhr, und die einzigen anwesenden Leute waren eine T&auml;nzerin, die sich gerade das Fu&szlig;gelenk an der B&uuml;hne aufgeschlagen hatte, ein paar Kunden, die alleine rumsa&szlig;en und der Barkeeper, der gerade einen der Stammkunden davon &uuml;berzeugen wollte, auf die Philippinen zu ziehen. Die Inneneinrichtung war besserer Stripclub-Kitsch, mit Sesseln aus rotem Kunstleder und Weihnachtslichtern an den W&auml;nden. Es sah nett aus. Man w&uuml;rde nie denken, dass hier ein dreifacher Mord begangen wurde.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Letztes Jahr im August wurde der 22-j&auml;hrige Ryan Clark Petersen aus dem Teasers geschmissen, weil er eine T&auml;nzerin begrapscht hatte. Laut mehrerer Nachrichtenberichte soll er sp&auml;ter mit einer 9-mm-Halbautomatik-Pistole zur&uuml;ckgekommen und&nbsp;den T&uuml;hrsteher, eine T&auml;nzerin und den Sohn des Clubbesitzers <a href="http://www.dothaneagle.com/news/article_fce86dc9-16c5-50cb-b5b5-24cc4eb73cdd.html">erschossen haben</a>.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Petersen floh, aber die Polizeihunde fanden ihn sieben Stunden sp&auml;ter halbnackt in einem Wald in der N&auml;he des Clubs. Er ist nun wegen mehrfachen Mordes angeklagt&mdash;er hat &bdquo;nicht schuldig&ldquo; pl&auml;diert, wegen Geisteskrankheit oder Unzurechnungsf&auml;higkeit, aber er hat das Verbrechen in Houston County, einem der Orte mit den meisten Todesurteilen in den USA, zugegeben.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Wenn ihr mal vorbeikommen solltet, kuckt euch auf jeden Fall das Zwergenwrestling an. &bdquo;Du lachst dich stundenlang tot&ldquo;, hat mir der Barkeeper gesagt.</span></p>
<p>
	<strong>The Toy Box<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/378c77990e93ec0f81412cd83f0820d0.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /></strong></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Als ich die Stra&szlig;en der kleinen Stadt Prichard entlang gelaufen bin, sah ich nichts au&szlig;er verkommenen Ladenfronten, die &Uuml;berreste von dem, was mal Holzb&auml;nke waren, und die Toy Box&mdash;ein Stripclub, vor dem ein kaputter Grill steht und in dem ein Rapper namens Young Icey ein Video f&uuml;r seinen neuen Song &bdquo;Pregnant Pussy&ldquo; gedreht hat. &nbsp;</span></p>
<p>
	<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="480" src="http://www.youtube.com/embed/drfhPeWXmvk" width="640"></iframe></p>
<p class="p1">
	Es sieht von drau&szlig;en vielleicht nach nicht viel aus, drinnen aber ist es der angesagteste Ort von Prichard (nicht viel Konkurrenz, aber hey, immerhin). Um reinzukommen, musste ich bei einem Typen in einem Kassenh&auml;uschen beim Haupteingang zahlen. Ich hatte ihn nicht gesehen, bis er mich anbr&uuml;llte, ich solle anhalten, und dann einen T&uuml;rsteher anbr&uuml;llte, er solle mich abtasten. Aber die Unannehmlichkeiten waren es wert, denn drinnen war eine T&auml;nzerin mit gro&szlig;em Hintern in regenbogenfarbenen Elastanhosen, die sich zu s&uuml;damerikanischem Rap an einer Stange rieb.</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Der kurze Moment im Rampenlicht kam&nbsp;f&uuml;r die Toy Box am 28 Dezember 2011, als ein Mann namens Aaron Dunning wegen &bdquo;unh&ouml;flichen Verhaltens&ldquo; laut Presseberichten rausgeschmissen wurde. Er soll mit einer <a href="http://blog.al.com/live/2012/01/bail_revoked_for_accused_strip.html " target="_blank">Knarre zur&uuml;ckgekommen</a>&nbsp;sein&nbsp;und auf den Manager und den T&uuml;rsteher geschossen haben. Angeblich&nbsp;traf er beide ins Bein und floh dann in einem roten Cadillac. Keiner der beiden war lebensgef&auml;hrlich verletzt, aber der Manager humpelt heute durch den Club. Und drau&szlig;en sind mehrere T&uuml;rsteher.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Dunning wurde 2004 wegen zweifacher K&ouml;rperverletzung mit bedingtem Vorsatz und wegen Feuern einer Waffe angeklagt. Laut Beh&ouml;rden wurder er aber nie verurteilt.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Wenn ihr in die Toy Box geht, macht das sp&auml;t&mdash;ich war um 23.00 Uhr da und der DJ sa&szlig; auf der Bushaltestellenbank davor und wartete darauf, dass der Manager aufmacht.</span></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/der-schwulenclub-neben-dem-vatikan-ist-der-traurigste-ort-der-welt"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/der-schwulenclub-neben-dem-vatikan-ist-der-traurigste-ort-der-welt/31c6833e7a6554eda1596716722b4c0d_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/der-schwulenclub-neben-dem-vatikan-ist-der-traurigste-ort-der-welt">Der Schwulenclub neben dem Vatikan ist der traurigste Ort der Welt </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Letzten Monat entdeckte die italienische Zeitung La Reppublica, dass der Vatikan 20 Millionen Euro f&uuml;r einen Apartmenth&auml;userblock bezahlt hat, in dem der Europa Multiclub untergebracht ist, der sich selber &bdquo;die beste Schwulensauna in Italien&ldquo; nennt.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/stolze-amerikaner-und-ihre-legalen-waffen"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/stolze-amerikaner-und-ihre-legalen-waffen/3b7f5be54dc400a4e19a957e48b95e25_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/stolze-amerikaner-und-ihre-legalen-waffen">Stolze Amerikaner und ihre legalen Waffen </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Ben Philippi hat waffenverr&uuml;ckte Hippies, Rednecks und Hausfrauen fotografiert, die sich missverstanden f&uuml;hlen, weil sie lieber mit ihrer Knarre posieren, als mit der Modelleisenbahn zu spielen.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/motherboard/click-print-gun-the-inside-story-of-the-3d-printed-gun-movement"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/click-print-gun-the-inside-story-of-the-3d-printed-gun-movement/123490b207e66bf6930e47b953101fed_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/motherboard/click-print-gun-the-inside-story-of-the-3d-printed-gun-movement">Klicken, drucken, t&ouml;ten: Die Story der 3D-Druck-Waffenbewegung </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Cody R. Wilson ist ein 25-j&auml;hriger Jurastudent von der University of Texas, der daran arbeitet, halbautomatische Waffen mit Hilfe von 3D-Druckern herzustellen.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/187706</guid>
<author>VICE Staff</author>
<category>stuff, USA, Waffen, Stripper, männer, Gewalt, Testosteron, Bordell, Puff, Prostituion, Frauen, Tänzer</category>
</item>
<item>
<title>Was ist eigentlich aus deinen alten Schulfreunden geworden?</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/was-ist-eigentlich-aus-deinen-alten-schulfreunden-geworden</link>
<pubDate>Mon, 13 May 2013 14:02:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/0406a3fffa51cb54b3d8d69ab5632534.jpg" /></p>
<p>
	Irgendwann im Leben eines jungen Mannes oder einer jungen Frau kommt der Moment, in dem die Leute um einen herum heiraten, Hypotheken aufnehmen und schwanger werden. Mit diesem Verantwortungsbewusstsein am Horizont m&uuml;ssen auch wir anfangen, eine Bestandsaufnahme der eigenen Entscheidungen im Leben zu machen. Gl&uuml;cklicherweise ist dieses Ph&auml;nomen &mdash;angesichts der Tatsache, dass alle meine Freunde in gro&szlig;e St&auml;dte gezogen sind, um sich auch in ihren Zwanzigern noch wie verzogene G&ouml;ren zu benehmen&mdash;auf die Leute beschr&auml;nkt, mit denen ich mal zur Schule gegangen bin.</p>
<p class="p2">
	Es ist schade, dass ich den Kontakt mit ihnen verloren habe, aber die Teenies, mit denen ich mal Speichel, Bleistifte und gebrannte Eminem, Spice Girls und Backstreet Boys-CDs geteilt habe, spuken immer noch in meinem Leben herum&mdash;auf meinen Facebook-Feed, wie Geister aus einer anderen Zukunft&mdash;die sich &uuml;bers Wetter beschweren, ihre Hunde fotografieren, jeden Abend in die gleiche Kneipe in der heimatlichen Kleinstadt gehen und mich auf dem neusten Stand halten, was Familienfeiern, Urlaubsausfl&uuml;ge und Verlobungen angeht.</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Manche&mdash;normalerweise die, die noch nicht so lange verheiratet sind&mdash;scheinen mit ihrem Schicksal sehr gl&uuml;cklich zu sein, was mich unweigerlich dazu bringt, mich zu fragen, ob ich nicht die letzten paar Jahre besser damit verbracht h&auml;tte, lieber einen festen Partner zu suchen und den nett zu behandeln, als hungrig von Party zu Party zu ziehen. Andere Bilder l&ouml;sen einen andere Art von Traurigkeit in mir aus. Eine Art Traurigkeit, f&uuml;r die ich mich sch&auml;me. Aber ich w&uuml;sste auch nicht, wie ich mich sonst f&uuml;hlen sollte, wenn ich den intelligenten und schlagfertigen Sch&uuml;ler von Fr&uuml;her als depressiven Alkoholiker mit Dreifachkinn wiedererkenne, der scheinbar mit rechten Werten lieb&auml;ugelt und <a href="https://www.mafiawars.zynga.com/fbconnect?" target="_blank"><i>Mafia Wars</i></a> geil findet.&nbsp;</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Ich sage nicht, dass es diesen Leuten schlechter geht oder so&mdash;im Gegenteil, bei denen scheint mehr los zu sein, als bei mir, die ich zwischen Mikrowellenspaghetti und unsicheren Wohnverh&auml;ltnissen schwanke. Aber dann habe ich die Leute heute mit dem Typ, der sie fr&uuml;her waren verglichen und erkenne ein gewisses Muster. Das ist es, was tendenziell mit den Leuten passiert, die ich nicht mehr gesehen habe, seit wir alle zu &bdquo;Movin&#39; Too Fast&ldquo; beim Abiball getanzt haben.</span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/a69fb7b558ea4f241590012733417601.jpg" /></p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Die coolen Jungs</span></strong></p>
<p class="p1">
	<span class="s1"><strong>Damals</strong>: Wie die unantastbaren K&ouml;nige der Tierwelt dominierten die coolen Typen die Schulkorridore und die Rummach-Zonen auf Hauspartys. Sie haben die meiste Zeit damit verbracht, &uuml;ber den Kram, den ihre &auml;lteren Br&uuml;der gemacht haben, zu reden und Rivalit&auml;ten mit anderen Schulen zu arrangieren, die sich niemals wirklich materialisiert haben.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Wichtig dabei: Die Kerle sind nicht wie ihre amerikanischen &Auml;quivalente, mit ihren Sportjacken und humpenf&ouml;rmigen K&ouml;pfen. In den Staaten reicht es nicht nur, im Sport und im schwache-Jungs-k&ouml;pf&uuml;ber-in-Toiletten-zu-stecken gut zu sein. Du musst auch gesund, rechtschaffen und gut in der Schule sein, um am oberen Ende der m&auml;nnlichen Hierarchie mitzuhalten. In Europa oder Deutschland ist das anders. Da sind die H&auml;lfte der coolen Kerle dank ruinierter Lungen im Alter von 16 nicht mehr in der Lage, das andere Ende des Fu&szlig;ballfelds zu erreichen. In Amerika arbeiten die Alphatiere vom Spielplatz heute f&uuml;r &Ouml;lmagnaten und Hedge Funds. Hierzulande sind sie S&ouml;hne von Tankw&auml;rtern und Kinobetreibern.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1"><strong>Heute</strong>: Das alte Klischee, nach dem deine Schulzeit die beste Zeit deines Lebens ist, wurde ziemlich schnell zur furchtbaren, technicolor gef&auml;rbten Realit&auml;t f&uuml;r diese Kerle. Das Bier nach dem Training, die heimlichen Zigaretten nach dem Mittagessen, die Mitsis vom Freitagabend und die Tatsache, dass es eigentlich schei&szlig;e schwer ist, Profi-Sportler zu werden, hie&szlig; schon bald das Ende ihrer Tr&auml;ume.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Jetzt leben sie wie die Protagonisten eines Romans: In der Schule waren sie Superstars, die ziellos durch eine Welt driften, die nichts von ihren Errungenschaften wei&szlig;. Heute nehmen ihre Ehefrauen sie einfach nicht mehr wirklich Ernst, ihre Geliebten hassen sie oder haben sie l&auml;ngst verlassen, ihre unehelichen Kinder werden ihr ganzes Leben damit verbringen, nicht so wie sie sein zu wollen. Sie klopfen immernoch ihre alten Spr&uuml;che, aber die sind schon seit langer Zeit obsolet. Sie tr&auml;umten davon, mit ihrem Team ins Olympiastadion einzumarschieren und endeten als verpixelte Gesichter in den schlechten Talkshows des Privatfernsehens (oder wenns richitg schei&szlig;e l&auml;uft, sind sie nur die Zuschauer dieser Talkshows auf ihrer Couch zu Hause).</span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/e2edafc210aa5d601786d7f019af15ef.jpg" /></p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Die beliebten M&auml;dchen</span></strong></p>
<p class="p1">
	<span class="s1"><strong>Damals</strong>: Du wei&szlig;t schon, welche. Sie haben alle gesagt, dass sie mal Fu&szlig;ballspieler heiraten und eine Girlband gr&uuml;nden w&uuml;rden und hatten die Angewohnheit, jede, die nicht zu ihnen geh&ouml;rte, als &bdquo;Schlampe&ldquo; und &bdquo;uncool&ldquo;&nbsp;abzustempeln. Ernsthaft, selbst wenn du bodenlange geb&uuml;gelte Kleider getragen hast und in der Hofpause im Klassenraum Vampirromane gelesen hast, warst du eine Schlampe und mit Sicherheit uncool. Kein Handy? Schlampe. Religi&ouml;s? Schlampe. Hast gerne Klavier gespielt? Schlampe. Meistens waren sie auch noch mit einem der coolen Kerle von oben zusammen.&nbsp;</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1"><strong>Heute</strong>: In Amerika w&auml;re ihr Leben wahrscheinlich voll mit Golfklubs und Spenden sammeln f&uuml;r Republikaner, aber hier sieht das Ganze ein bisschen anders aus. Sie versinken in h&auml;uslicher Dunkelheit. Nur gelegentlich wird man durch kurzes Facebook-Auftauchen daran erinnert, dass es sie noch gibt.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Wahrscheinlicher sind dein Elend und deine Entt&auml;uschung die einzigen Dinge, die euch beide verbindet&mdash;sie ist traurig, weil sie die Angst, das Verlangen und den Neid, der ihr entgegen gebracht wurde, vermisst und du, weil diese Abwesenheit von Aufmerksamkeit bedeutet, dass sie niemals wieder so begehrenswert f&uuml;r dich sein wird, wie fr&uuml;her. Aber w&auml;hrend du deine Zeit mit Zitteranf&auml;llen nach brutalen Pillenpartys verbringst, in der Hoffnung, ein kleines bisschen von dem l&auml;ngst vergangenen Abenteuergef&uuml;hl zusammenzukratzen, versucht sie, die Vergangenheit zu vergessen und sich ein Familienleben aufzubauen&mdash;etwas Echtes, dass du wahrscheinlich nicht bekommen wirst, bis du zu alt bist, um dich noch drum zu k&uuml;mmern.</span></p>
<p class="p2">
	Du schaust vielleicht auf sie herab, weil sie so bieder und langweilig heute sind, aber sei ehrlich&mdash;sie sind es wohl, die gewonnen haben. Schon wieder.</p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/5224d2c93331676c30889cc6c782c255.jpg" style="width: 640px; height: 356px;" /><em>Foto von Shetland Arts</em></p>
<p class="p2">
	<strong>Die Musikraumleute</strong></p>
<p class="p1">
	<span class="s1"><strong>Damals</strong>: Hast du dich jemals hingesetzt und gefragt, wer eigentlich diese Typen sind, die in der Big Bands spielen, auf Jazz stehen und alle alten klassischen Komponisten in und auswendig kennen und sogar selber auf dem Klavier, der Geige oder sonst was spielen? Nun ja, denke dran, dass so ziemlich jede Schule mindestens drei Typen in farbigen Hemden mit Brille hat, die in den Pausen dar&uuml;ber reden, wie man das oder jenes Intro von einer Mozart oder Beethoven Sonate besser spielt und interpretiert.&nbsp;</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1"><strong>Heute</strong>: Wenig &uuml;berraschend angesichts des aktuellen wirtschaftlichen Klimas weigern die meisten von ihnen sich, die kuschelige Welt der Bildung zu verlassen. Sie sind immer noch in irgendwelche Unis eingeschrieben, studieren immer noch irgendwelchen technischen Bullshit (Game Design, Rollrasentechnologie, Hommeologie). Sie alle haben gewellte Ponyschw&auml;nze, Reddit-Accounts, Kunstlederjacken mit 3/4-&Auml;rmeln und reden &uuml;ber Drachen und ihre Zeit in der Schulband.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Sie hassen alles, was als Mode durchgehen w&uuml;rde: Jedes T-Shirt muss sich auf etwas anderes beziehen, ob es nun eine Band oder eine Figur aus <i>Red Dwarf</i> ist. Das Komische an dieser bestimmten Subkultur ist, dass sie nicht etwas zu sein scheint, aus dem man herausw&auml;chst. Wir alle hatten unsere Phasen mit unterschiedlichen Szenen, aber gr&ouml;&szlig;tenteils waren das nur verg&auml;ngliche Obsessionen mit dem Rebellenideal. F&uuml;r diese Leute scheint das eher eine langfristige Lifestyle-Entscheidung zu sein&mdash;ein kl&ouml;sterlicher Eid, f&uuml;r immer uncool zu bleiben.</span></p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Die Bullies</span></strong></p>
<p class="p1">
	<span class="s1"><strong>Damals</strong>: Wenn du nicht einer von denen warst, die von buchst&auml;blich jedem in der Schule gemobbt wurde (und zu dir kommen wir sp&auml;ter), wirst du verstehen, dass es einen wichtigen Unterschied zwischen den echten Kerlen/beliebten M&auml;dchen und den eingefleischten Bullies gibt. Die coole Crew hat gelegentlich mit ein bisschen Folter mitgemischt, aber man hatte das Gef&uuml;hl, dass ihr Interesse daran fl&uuml;chtig war.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">F&uuml;r die Bullies war es der Lebenszweck, ob es nun die grunzenden Clerasil-Schweinebacken waren, die heulten, wenn sie beim Fu&szlig;ball geschlagen wurden, oder wild dreinblickende Fischweiber. Jemals bei einem Bully zu Hause gewesen? Es ist nicht nur ein Filmklischee von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Hughes_(Regisseur)" target="_blank">John Hughes</a>&nbsp;(Kevin allein zu Haus), dass sie immer hasserf&uuml;llte Eltern haben, die sich &uuml;ber sie lustig machen, weil sie fett oder dumm oder beides sind. Ich wei&szlig;, dass sie Leuten das Leben zur H&ouml;lle gemacht haben, aber sie taten mir auch immer ein bisschen Leid. Denkt au&szlig;erdem daran, dass wir ohne Bullies sehr viel mehr abgedrehte Reality-TV-Stars und weichgesp&uuml;lte Singer-Songwriter h&auml;tten. Vielleicht sind Bullies also doch nicht ganz so schlimm. Sie erweisen der Gesellschaft einen wichtigen, allerdings ziemlich nervigen Dienst, wie M&uuml;cken oder die Polizei.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1"><strong>Heute</strong>: Hast du dich jemals gefragt, warum T&uuml;rsteher dich stundenlang in der Schlange stehen lassen, obwohl der Club nur halbvoll und die Au&szlig;entemperatur ungef&auml;hr auf sibirischen Munisgraden steht? Warum es eine Gemeindepolizist gibt, die deine Grillpartys sprengt? Wer diese Typen sind, die hinterm Bahnschalter oder beim Amt arbeiten, die dich genu&szlig;voll mit eckligen Vorschriften abservieren und ausserdem f&uuml;r alles ewig brauchen? Weil du diese Leute fr&uuml;her dazu gebracht hast, auf Partys Bierdosen gegen ihre K&ouml;pfe zu smashen. Du erntest, was du s&auml;st.</span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/6d808b23c1dad9792350b4f5e0f07ffe.jpg" /></p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Die <a href="http://www.vice.com/de/vice-news/wer-ist-die-radikale-linke/">Weltverbesserer</a></span></strong></p>
<p class="p1">
	Damals: Von Flensburg bis Bad T&ouml;lz hat jedes Klassenzimmer mindestens einen rotzn&auml;sigen Teenie, der&mdash;trotz der Tatsache, dass es unm&ouml;glich f&uuml;r ihn ist, die Welt als Ganzes zu verstehen&mdash;jede PoWi-Stunde in eine Diskussion &uuml;ber Zionismus verwandeln muss. Ich bin nicht ganz sicher, wie die Politikkids, mit denen ich zur Schule gegangen bin, schlussendlich zu ihren Ideologien gelandet sind. Vielleicht waren sie einfach nur das genaue Gegenteil von dem, was ihre Eltern ihnen eintrichtern wollten. Vielleicht haben sie auch einfach nur an das geglaubt, was ihnen Borat oder Michael Moore versucht haben, zu vermitteln.</p>
<p class="p2">
	<strong>Heute</strong>: Hier macht Ghetto- oder Privatschule definitiv den Unterschied. Vielleicht sieht man das wirkliche Bild von sozialer Immobilit&auml;t nicht bei den &bdquo;Bildungsfernen&ldquo;, sondern bei den Einser-Kandidaten. Eine der schlausten M&auml;dchen meiner Schule ist heute Sozialarbeiterin. Der d&uuml;mmste Typ von der Hamburger-Vorort-Privatschule sitzt wahrscheinlich im Bundestag.</p>
<p class="p1">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/article/fotografische-klischees-du-und-dein-cannabis-teil-2/b1bf8c04ecc71d141af8a86604488cc8.jpg" style="height: 416px; width: 640px;" /></p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Die Stoner</span></strong></p>
<p class="p1">
	<span class="s1"><strong>Damals</strong>: Wom&ouml;glich die Gruppe, die am meisten &Auml;hnlichkeit mit ihrem amerikanischen &Auml;quivalent birgt. Die Stoner sind eine eigenartige Spezies. Sie zogen Armeejacken den Reebok-Sweatjacken, Rammstein und Gravediggaz Blu Cantrell und Sean Paul vor. <a href="http://www.vice.com/de/vice-news/wer-ist-die-radikale-linke/">Sie philosophierten &uuml;ber ihre Verschw&ouml;rungstheorien</a>, seltene afghanische Hasch-Z&uuml;chtungen und grausame Scherze von <a href="http://Rotten.com/"><span class="s2">Rotten.com</span></a>. Immer, wenn du sie zuf&auml;llig im Park gesehen hast, haben sie gerade irgendwas komisches gemacht, zum Beispiel einen toten Vogel angez&uuml;ndet. Sie waren die, die sowohl am wahrscheinlichsten nicht erfolgreich werden w&uuml;rden, aber auch am wahrscheinlichsten etwas erfinden w&uuml;rden, das die Welt ver&auml;ndern w&uuml;rde.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1"><strong>Heute</strong>: Hier herrscht wirklich Dunkelheit. Irgendwann in der Mitte der 2000er haben die Leute, die von ihren Drogen wollten, dass sie sie in Stumpfsinn statt Stratosph&auml;re versetzen, gro&szlig; mit Ketamin angefangen. Ich sage nicht, dass die Pferde-Beruhigungsmittel-Epidemie der Crack-Boom zur Reagan-Zeit unserer Generation ist, aber es hatte sicher einen gro&szlig;en Einfluss auf die Psyche unserer Jugend. Wir sind vielleicht durch Pete Doherty und <i>Trainspotting</i> von Crack und Heroin abgewichen, aber einige von uns stehen auf eine Droge, deren Langzeitauswirkungen keiner kennt, aber wahrscheinlich auf Bettn&auml;ssen vor deinem 40. Lebensjahr hinausl&auml;uft.</span></p>
<p class="p1">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/article/weirdos-0000301-v19n7/7922c074fefbfb11cd2e0ef0fd879101.jpg" /></p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Die Weirdos</span></strong></p>
<p class="p1">
	<span class="s1"><strong>Damals</strong>: Du entsinnst dich vielleicht an deine Schulzeit als eine fabul&ouml;se aber verschwommene Anreihung friedlicher Erinnerungen mit einem relativ geregelten Rhythmus, vielen Filmen, Musik, Ausgehen und anderen gechillten Aktivit&auml;ten. Ganz normale Sachen halt. Da sind dir die Weirdos nur aufgefallen, weil sie neben den normeln Aktivit&auml;ten immer ein komisches Hobby hatten, oder ein seltsames und intensives Vergn&uuml;gen in irgendetwas Abw&auml;gigen hatten. Manche waren sie auch einfach nur seltsam, und du hast dich lieber von ihnen fern gehalten.&nbsp;</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1"><strong>Heute</strong>: Seit ich die Schule endlich verlassen habe, habe ich festgestellt, dass die erfolgreichsten Leute, die ich kenne, wahrscheinlich die Weirdos in der Schule waren. Ich habe Geschichten von Models, die in den Spind gesperrt wurden, geh&ouml;rt, von DJs, die immer in der Schulbibliothek gehockt haben, Skateboarder, die auf Computerspiele standen. Tatsache ist, dass diese Leute immer noch mehr als alle anderen etwas beweisen mussten. Ich meine, die Probleme, die sie in der Schule aushalten mussten, wirken sich wahrscheinlich noch bis heute auf jeden einzigen Aspekt ihres Lebens aus. Aber zumindest genie&szlig;en sie heute offen all die Sachen, f&uuml;r die sie in der Schule immer verarscht wurden oder zu unsicher waren, sie &uuml;berhaupt zu machen.</span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/05c5650fdefa28b21e286baa706f47c1.jpg" /></p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Die Lehrer</span></strong></p>
<p class="p1">
	<span class="s1"><strong>Damals</strong>: Trotz der Masse an Mittzwanzigern, die wegen der vielen Jobs, vielen Ferien und der Tatsache, dass du nicht erst ein sechsmonatiges unbezahltes Praktikum vorher machen musst, dar&uuml;ber nachdenken, Lehrer zu werden, ist das Ganze eine ziemlich undankbare Aufgabe. Irgendwann vergisst jeder Lehrer seine Ambition, wie der nette, coole Lehrer aus <i>Dangerous Minds</i> und<i> Club der toten Dichter</i> zu sein und gibt sich damit zufrieden, eine Stimmtechnik zu entwickeln, die einigerma&szlig;en das Klassenraumchaos durchbricht.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1"><strong>Heute</strong>: Genau das Gleiche, jeden verdammten Tag ihres Lebens. Also, versuche es mit einer Entschuldigung, das n&auml;chste Mal, wenn du einem von ihnen mit einem Einkaufswagen voll mit hartem Alkohol im Supermarkt begegnest. Ich wei&szlig;, du willst ihnen deine bisherige Erfolge unter die m&uuml;de, traurige Nase reiben, aber in Wirklichkeit bist du nur eine Absage-Mail davon entfernt, einer Klasse mit apathischen Neunj&auml;hrigen, die ihre K&ouml;pfe in <i>Angry Birds</i> vergraben haben, das Periodensystem zu erkl&auml;ren. Trotzdem, du kriegst tats&auml;chlich eine Menge Urlaub, also ist auch nicht alles schlecht.</span></p>
<p class="p1">
	&nbsp;</p>
<p>
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/vice-news/wer-ist-die-radikale-linke"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/wer-ist-die-radikale-linke/5d7216284b630940934b2b79e8094e59_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/vice-news/wer-ist-die-radikale-linke">Wer ist die radikale Linke? </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Wer steckt hinter der Randale am ersten Mai? Was sind die Argumente f&uuml;r Pflastersteine werfen und entglaste Banken? Nachdem sich die meisten radikalen Linken, eher bedeckt gehalten haben &ndash; man spricht nicht allzu gern mit der Presse &ndash; haben wir es geschafft, der Revolution ein Gesicht zu geben.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/du-bist-pleite-und-es-ist-allein-deine-schuld"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/dass-du-pleite-bist-ist-allein-deine-schuld/dd5fbaf385c71cb4acb1ac0455dca862_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/du-bist-pleite-und-es-ist-allein-deine-schuld">Du bist pleite, aber ich habe kein Mitleid mit dir </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Du wohnst in einer Gro&szlig;stadt, bist &bdquo;jung und kreativ&ldquo; und nat&uuml;rlich chronisch pleite? Das liegt nicht daran, dass du so ein armer Lutscher bist, sondern dass du deine Kohle dauernd f&uuml;r dekadente, unn&uuml;tze Schei&szlig;e ausgibst.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/ich-wurde-als-amoklufer-beschuldigt"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/ich-wurde-als-amoklufer-beschuldigt/7880ec35bb7eaa695edc1f5bec629154_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/ich-wurde-als-amoklufer-beschuldigt">Ich wurde f&uuml;r eine Amokl&auml;uferin gehalten </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Als Goth lief Gina Tron in ihrer Kleinstadt rum und malte Comics, in denen ihre Mitsch&uuml;ler elendig umkamen.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/187399</guid>
<author>VICE Staff</author>
<category>stuff, Schule, Strener, Cool, Schulzeit, Internat, Leben, Pupertät</category>
</item>
<item>
<title>Warum es besser ist, dass ich nie wieder Alkohol trinke</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/warum-ich-mit-demtrinken-aufgehrt-habe-chris-gethard</link>
<pubDate>Fri, 10 May 2013 14:53:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/FjgyznFc18M" width="640"></iframe></p>
<p class="p1">
	Ich habe mich 2002 einige Monate vor meinem College-Abschluss dazu entschieden, nie wieder zu trinken. Wie du dir vorstellen kannst, sind sehr seltsame Gr&uuml;nde daf&uuml;r verantwortlich, dass ich kurz bevor es sozial akzeptiert wird, die ganze Zeit betrunken zu sein,&nbsp;mit dem Trinken aufgeh&ouml;rt habe. Manche habe ich auch vergessen, einfach weil ich mich von Anfang an nicht an sie erinnern konnte.</p>
<p class="p1">
	Ich habe irische Wurzeln und eine sehr schlechte Selbstkontrolle. Deshalb starteten meine Alkoholausfl&uuml;ge in N&uuml;chternheit und endeten immer innerhalb einer Stunde im Delirium. Ich kann mich an keinen Abend erinnern, an dem ich ein paar Getr&auml;nke hatte und mich entspannen konnte. Ich kann mich nur an Abende erinnern, an denen ich ein paar Drinks, dann ein paar mehr Drinks und dann noch ein paar Drinks obendrauf hatte, sodass sich keiner mehr entspannen konnte.</p>
<p class="p1">
	Ich bin sehr gl&uuml;cklich mit meiner Entscheidung zur Abstinenz. Es hat meinem Leben geholfen. Es hat mich mental stabiler gemacht. Ich geh immer noch in Bars, aber ich trinke Ginger Ale und hoffe, nicht aus der Reihe zu fallen.</p>
<p class="p1">
	Wenn mich jemand fragt &bdquo;Warum trinkst du nicht?&ldquo;, l&auml;chle ich und antworte: &bdquo;Weil ich nicht gut darin bin.&ldquo; Wenn derjenige weiter nachbohrt, erz&auml;hle ich die folgenden Geschichten, die ich jetzt aus zwei Gr&uuml;nden pr&auml;sentiere. Damit jeder junge Mensch, der Probleme mit dem Zeug hat, erf&auml;hrt, dass man es schaffen kann, davon wegzukommen, und damit mal ein gr&ouml;&szlig;eres Publikum &uuml;ber die ganze Schei&szlig;e lachen kann, die ich in meiner kurzen alkoholdurchtr&auml;nkten Zeit im Alter von 17 bis 21 angerichtet habe.</p>
<p class="p1">
	<strong>High School</strong></p>
<p class="p1">
	Ich hatte in der High School einen sehr netter Freund, Sam, vor dem ich bis heute Angst habe. Ich habe ihn seit 12 Jahren nicht gesehen. Der Grund, warum ich so einen Schiss vor ihm habe, ist, dass er eine Aufnahme davon besitzt, wie ich das erste Mal betrunken bin.</p>
<p class="p1">
	Jetzt, wo ich bald 33 werde, habe ich wegen des Tapes nur noch ungef&auml;hr einmal im Monat eine Panikattacke. Ich frage mich manchmal, ob es bald auf YouTube oder so auftaucht. Ich glaube, mich k&ouml;nnte nichts mehr dem&uuml;tigen und das, obwohl ich schon mal geweint habe, weil ich eine Domina mit abgeklemmten Nippeln im Fernsehen sah. Dem&uuml;tigung ist voll mein Ding.</p>
<p class="p1">
	Obwohl meine Wahrnehmung zu dem Zeitpunkt durch zwei Bier beeintr&auml;chtigt war, erinnere ich mich an die folgenden Details aus dem Tape, das Sam von mir gemacht hat, als wir vor eineinhalb Jahrzehnten in seinem Zimmer Bier tranken. Meine Stimme hat sich seitdem nicht wesentlich ver&auml;ndert. An einem Punkt greife ich schwankend nach seinem Audiorekorder und zitiere &bdquo;Szenario&ldquo; von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/A_Tribe_Called_Quest" target="_blank"><em>A Tribe Called Quest</em></a> in voller L&auml;nge. Dann z&auml;hle ich eine Liste von M&auml;dchen aus unserer Schule auf, mit denen ich gern Sex h&auml;tte und erkl&auml;re jeweils warum. Ich nenne nahezu jedes weibliche Mitglied unserer Klasse. Sp&auml;ter schlafe ich auf Sams Fu&szlig;boden und habe den ersten feuchten Traum meines Lebens. In ihm trat auch eine Freundin namens Megan auf, ein wundersch&ouml;nes j&uuml;disches Punkrock-M&auml;dchen, deren Br&uuml;ste lange vor denen der anderen zu sprie&szlig;en begannen. Ich kenne immer noch ihre K&ouml;rbchengr&ouml;&szlig;e, weil sie sie mir so oft genannt hat.</p>
<p class="p1">
	Ich wachte auf von meinem eigenen Hecheln und Grunzen und blickte sofort in die besorgten Augen eines verwirrten Sam. Jahre sp&auml;ter kam Megan zu mir nach Hause, als ich gerade eine Woche auf das Haus aufpassen sollte und wir badeten zusammen. Ich hatte aber zu viel Schiss, um mit ihr zu schlafen.</p>
<p class="p1">
	<strong>Frans 21. Geburtstag</strong></p>
<p class="p1">
	Ich habe den 21. Geburtstag von meinem Freund Fran ruiniert. Er war ein Jahr &auml;lter als ich und wir waren zusammen in der High School. Es war ein trauriges Ereignis, als Fran 21 wurde. Ich war der Letzte, der noch unter 21 war, und es sollte noch sieben Monate dauern, bis ich legal eine Bar in den USA betreten durfte. Fran wusste das und nahm mich an seinem 21. Geburtstag beiseite.</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Ich gehe auf meine erste offizielle Sauftour&ldquo;, sagte er. &bdquo;Was soll ich dir mitbringen? Es ist mir eine Ehre, jetzt in der Lage zu sein, dich illegal mit Alkohol versorgen zu k&ouml;nnen.&ldquo;</p>
<p class="p1">
	Ich war 20, was bedeutete, dass ich mir schon dar&uuml;ber im Klaren war, dass ich ein Alkoholproblem hatte. Anstatt n&uuml;chtern zu bleiben, bevorzugte ich es, mir Getr&auml;nke mit wenig Alkohol in hohen Dosen zu verabreichen. Ich hatte also die letzten sechs Monate damit verbracht, Alkopops und so einen Quatsch zu trinken.</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Strawberry Hill Boone&rsquo;s&ldquo;, sagte ich zu ihm, &bdquo;zwei Flaschen.&ldquo;</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Alter, du kannst von mir nicht verlangen, dass ich die das an meinem 21. Geburtstag kaufe&ldquo;, bettelte er, &bdquo;da muss man schon mit was Ordentlichem auftreten&ldquo;.</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Tja, Bier schl&auml;gt bei mir einfach zu krass rein&ldquo;, erkl&auml;rte ich ihm, &bdquo;also irgendwas Leichtes, vielleicht Cider. Keine Ahnung, was Fruchtiges&ldquo;</p>
<p class="p1">
	Er funkelte mich an.</p>
<p class="p1">
	Er verlie&szlig; das Haus und kam eine halbe Stunde sp&auml;ter mit allerhand Flaschen f&uuml;r unsere Freunde zur&uuml;ck. Alle waren aufgedreht, weil es an diesem Geburtstag freien Alkoholzugang gab. Die letzten Flaschen, die er aus seiner Tasche zog, waren f&uuml;r mich.</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Und f&uuml;r Chris&ldquo;, verk&uuml;ndete er, &bdquo;s&uuml;&szlig; und fruchtig, wie er es mag&ldquo;</p>
<p class="p1">
	Schallendes Gel&auml;chter brach aus. Fran gab mir zwei gro&szlig;e Beh&auml;lter Mad Dog 20/20 Erdbeer-Banane.</p>
<p class="p1">
	Wenn du noch nie Mad Dog 20/20 probiert hast: Gl&uuml;ckwunsch, du bist nicht obdachlos. Mad Dog ist ehrlicher Pennerwein. Es ist ein gef&auml;hrliches Gebr&auml;u, das dich von innen auffrisst, dann in deinen Sch&auml;del kriecht und dein Gehirn in dein verdammtes Gesicht schl&auml;gt. Es ist Terpentin mit der S&uuml;&szlig;e von Fr&uuml;chten.</p>
<p class="p1">
	Keiner meiner Freunde wusste etwas davon, als mir Fran diese zwei Flaschen gab. Sie fanden es nur lustig, dass er mir ein Getr&auml;nk mit Erdbeer-Banane-Geschmack besorgt hatte, und nicht was m&auml;nnlicheres wie Whiskey und Bier.</p>
<p class="p1">
	Ich machte mich daran, den ersten Mad Dog zu &ouml;ffnen, grinste meine herablassend l&auml;chelnden Freunde an und kippte mir die ganze Flasche stur und schnell auf ex rein. Ich warf das Ding auf den Boden und dachte: &bdquo;Verdammt, die Schei&szlig;e schmeckt wie Kerosin.&ldquo; Diesen Gedanken habe ich aber nicht laut ausgesprochen. Stattdessen nahm ich die zweite Flasche und raubte ihr in einem Zug den ganzen Inhalt.</p>
<p class="p1">
	Drei Minuten sp&auml;ter war ich so betrunken, dass ich beim Gehen umkippte und mit dem Kopf gegen die Arbeitsplatte in der K&uuml;che knallte. Zwischen dieser verr&uuml;ckten, pl&ouml;tzlichen und extremen Trunkenheit und der Gehirnersch&uuml;tterung, die ich mir verpasst hatte, war ich kurz davor, v&ouml;llig durchzudrehen. F&uuml;r &uuml;ber 40 Minuten bestand ich darauf, in der h&ouml;chsten mir m&ouml;glichen Tonlage zu kreischen, w&auml;hrend ich um das Haus rannte, um alles, was ich in die H&auml;nde bekam, auf irgendetwas zu werfen, das aus Glas war. Ich erinnere mich undeutlich an ein Gl&uuml;cksgef&uuml;hl, obwohl alle anderen versuchten, mich umzuhauen oder mir eine in die Fresse zu schlagen.</p>
<p class="p1">
	Ich hatte es gerade fertiggebracht, in den zweiten Stock des Hauses zu gelangen, wohin mir eine inzwischen ziemlich w&uuml;tende Meute von Freunden gefolgt war und versuchte, mich unter Kontrolle zu bringen, als mich die physische Wirkung von Mad Dog aus dem Nichts &uuml;bermannte. Ich verwandelte mich von einem mit F&auml;usten um sich werfenden, fluchenden, verr&uuml;ckten Mann in ein in der Ecke kauerndes und zitterndes H&auml;ufchen Elend. Ich erinnere mich nicht an viel, aber ich wei&szlig; noch, dass mir schwarz vor Augen wurde und ich sehr viel Angst hatte. Au&szlig;erdem oszillierte meine Einsch&auml;tzung der Umgebungstemperatur zwischen W&uuml;stenhitze und eisiger K&auml;lte.</p>
<p class="p1">
	Als ich wieder zu mir kam, sa&szlig;en drei Freunden auf mir und ich schrie: &bdquo;Ich sterbe, ich sterbe!&ldquo;</p>
<p class="p1">
	Ich h&ouml;rte, wie Fran br&uuml;llte: &bdquo;Du stirbst nicht!&ldquo;</p>
<p class="p1">
	Dann h&ouml;rte ich meinen Freund Sean sagen: &bdquo;Keine Ahnung, man, sieh ihn dir an, vielleicht krepiert er echt!&ldquo;</p>
<p class="p1">
	Dann h&ouml;rte ich mich selbst auf eine Art, die nur als be&auml;ngstigendes, d&auml;monisches, exorzistenm&auml;&szlig;iges Grunzen beschrieben werden kann, sagen: &bdquo;Ich sterbe, ich fahre heute zur H&ouml;lle. Sagt Gott, dass ich ihn liebe.&ldquo;</p>
<p class="p1">
	Fran rastete aus: &bdquo;Was?&ldquo;</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Ich werde heute Nacht sterben!&ldquo;, sagte ich und dann wieder mit der Stimme eines Slipknot-S&auml;ngers: &bdquo;Ich sterbe und komme in die H&ouml;lle. Ich werde nicht Gott treffen. Sagt ihm, dass ich ihn liebe.&ldquo;</p>
<p class="p1">
	Dann war ich wieder ohnm&auml;chtig. Sie haben mir erz&auml;hlt, dass der einzige Grund, warum sie nicht die Polizei gerufen haben, war, dass ich mich an mein vierstelliges Kennwort f&uuml;r <em>NBA Showtime </em>auf dem Nintendo 64 erinnern konnte. Das Spiel war zu der Zeit das Wichtigste in meinem Leben. Das Kennwort war: &bdquo;Leerzeichen Leerzeichen Leerzeichen Leerzeichen&ldquo;.</p>
<p class="p1">
	<strong>Die Nacht vor Halloween, 2000</strong></p>
<p class="p1">
	Ich war in meiner absoluten Lieblingsbar. Ich gehe in diesen Laden, seit ich 19 bin. Es ist also einer der letzten Orte, an denen ich Alkohol konsumierte. Vier andere Komiker (Shannon O&rsquo;Neill, John Ross Bowie, Chad Carter und Jake Fogelnest) waren an dem Abend da und wenn du einen von ihnen triffst, frag ihn doch mal: &bdquo;Sollte Chris Gethard jemals wieder trinken?&ldquo; Alle vier werden zweifellos nein sagen und das mit einem Grad der Ernsthaftigkeit, der in den letzten 13 Jahren kein bisschen nachgelassen hat.</p>
<p class="p1">
	Ich hatte ungef&auml;hr f&uuml;nf Bier intus, als ich mich entschied, aufzuh&ouml;ren. Einer meiner Freunde sagte dann unbedacht: &bdquo;Oh, du steigst aus, du Pussy!&ldquo; Weil ich mit Gruppendruck nicht umgehen kann und auch nicht mit Angriffen auf meine verschwindend geringe M&auml;nnlichkeit, bestellte ich sofort einen Pitcher und trank das Ding allein aus. Ich h&ouml;rte auf zu sprechen, fiel immer wieder vom Stuhl, und ich erinnere mich undeutlich daran, wie ich an meinen Vater dachte und mich fragte, ob er stolz auf mich ist. Das N&auml;chste, woran ich mich erinnern kann, ist, wie mein Gesicht auf dem Bartisch liegt, ich unaufh&ouml;rlich heule und gegen die Wand schlage, w&auml;hrend ich vor mich hin murmle: &bdquo;Mein Vater hat mich nie gekannt.&ldquo; An diesem Punkt bin ich umringt von den vier oben erw&auml;hnten Komikern, die versuchen, mich zu beruhigen.</p>
<p class="p1">
	Ich sp&uuml;rte, wie mir die Galle hochkam, und entschied mich, auf die Toilette zu gehen. Ich versuchte zu kotzen, aber konnte mich nicht zwingen und stattdessen habe ich mich hingelegt und auf dem Badezimmerboden geschlafen.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	Meine Freunde hoben mich vom Boden auf und ich gab einem einen Faustschlag und rannte hinaus. Unterwegs begegnete mir ein Obdachloser, der in die andere Richtung humpelte. Weil es ein Abend vor Halloween war, trug er ein fieses Teufelskost&uuml;m, das er sich irgendwie besorgt haben muss.</p>
<p class="p1">
	&bdquo;DU HAST MIR DAS ALLES ANGETAN!&ldquo;, br&uuml;llte ich ihn an. Er wich erschrocken zur&uuml;ck und taumelte r&uuml;ckw&auml;rts. Ich rannte auf ihn zu und packte ihn an der Schulter: &bdquo;Satan! Satan! Du hast mir das angetan!&ldquo;</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Keine Ahnung was du willst, Alter!&ldquo;, schrie er.</p>
<p class="p1">
	Ich reagierte mit einer kraftvollen Kotzattacke &uuml;ber den ganzen B&uuml;rgersteig, dann drehte ich mich um, blickte ihm in die Augen und schrie ohne weitere Erkl&auml;rung:</p>
<p class="p1">
	&bdquo;ROY G BIV! ROY G BIV! FARBEN DES REGENBOGENS! ROY G BIV!&ldquo;</p>
<p class="p1">
	Der Penner war jetzt absolut ver&auml;ngstigt und meine Freunde kamen und pr&uuml;gelten mich in ein Taxi. Ich schlief in dieser Nacht bei einem meiner Freunde zu Hause.</p>
<p class="p1">
	<strong>Batman-Maske</strong></p>
<p class="p1">
	Als ich im letzten Jahr am College war, habe mir alle geraten, dass es das Beste w&auml;re, wenn ich mit dem Trinken aufh&ouml;re. Weil ich aber noch jung war, und das ganzes Leben noch vor mir hatte, schr&auml;nkte ich mich erstmal nur ein, und trank ein bisschen weniger. Den ultimativen Fehler, der die Dinge komplett verbaute und mich dazu brachte, dem Alkohol ganz zu entsagen, beging ich kurz vor meinem 22. Geburtstag.</p>
<p class="p1">
	Ich war in einer Bar mit meinen Freundinnen Jill und Katie. Ich war hoffnungslos verliebt in Katie und sie war hoffnungslos verliebt darin, sich nicht sicher zu sein, ob sie auch in mich verliebt war. Jill und ich hatten ein seltsames Verh&auml;ltnis zueinander. Wir stritten h&auml;ufig miteinander und viele meiner Freunde sagten mir, dass dies ein Zeichen daf&uuml;r sei, dass sie mich will. Ich habe aber nie was gemacht. Jedenfalls war das ein netter Abend mit zwei netten M&auml;dchen.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	Die Bar war in der N&auml;he von meiner Wohnung, aber ich war so dicht, dass ich mich auf dem Weg nach Hause verlaufen habe. Aber ich war noch klar genug, dass ich Jill angerufen hab.</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Ich habe mich verlaufen&ldquo;, lallte ich ins Telefon, als sie ranging.</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Du hast dich verlaufen?&ldquo;, fragte sie. &bdquo;Wir waren doch direkt in der N&auml;he zu deiner Wohnung.&ldquo;</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Ruf mich in einer halben Stunde zur&uuml;ck&ldquo;, sagte ich zu ihr. &bdquo;Wenn ich bis dann nicht zu Hause bin, komm und rette mich.&ldquo;</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Ok&ldquo;, sagte sie. &bdquo;Sei bitte vorsichtig.&ldquo;</p>
<p class="p1">
	Ich habe es dann irgendwie geschafft, ohne ihre Hilfe nach Hause zu kommen, aber ich bin nicht ihrer Bitte um Vorsicht nachgegangen. Meine Mitbewohner waren zu Hause am Saufen und als ich rein kam, gab man mir erstmal ein Bier.</p>
<p class="p1">
	Ich w&auml;re schlau gewesen, Jill um Hilfe zu bitten. Mir war klar, dass ich schon ziemlich breit war. Stattdessen aber habe ich das Bier in weniger als zehn Minuten weggesoffen. Ich begann, meine Mitbewohner zu beleidigen und sagte sogar zu einem, dass er sich nicht sch&auml;men muss f&uuml;r seine Homosexualit&auml;t, obwohl ich wusste, dass er nicht schwul ist.</p>
<p class="p1">
	Mein Mitbewohner Phil sagte, dass er Feiern gehen wollte und fragte, ob jemand mitkommen m&ouml;chte.</p>
<p class="p1">
	Ich sprang vom Stuhl: &bdquo;Ich komm mit zur Party.&ldquo; Ich beharrte darauf.</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Das ist keine gute Idee&ldquo;, sagte Phil zu mir. &bdquo;Lass uns ein anderes Mal feiern, wenn du nicht so durch bist&ldquo;.</p>
<p class="p1">
	&bdquo;ICH GEHE ZUR PARTY!&ldquo;, br&uuml;llte ich, &bdquo;UND WENN IRGENDWER EIN PROBLEM MIT MIR HAT, SAGE ICH IHM, DASS PHIL MICH HERGEBRACHT HAT.&ldquo;</p>
<p class="p1">
	Phil wurde bleich vor Angst. Ich wiederholte meinen Plan, ein Chaos anzurichten und ihm daf&uuml;r die Schuld zu geben und packte ihn dabei am Shirt, sodass er nicht mehr abhauen konnte. In dem Moment griff mein Mitbewohner Dan nach meinem Handy und rannte raus. Phil nahm dies als Gelegenheit, um aus dem Haus zu sprinten. Ich war kurz vor der Bewusstlosigkeit, weshalb Dan mir in mein Zimmer half und mich ins Bett legte.</p>
<p class="p1">
	Das N&auml;chste, woran ich mich erinnere, ist, wie ich mitten auf einer Stra&szlig;e stehe, w&auml;hrend mir&nbsp;eine Gruppe von Leuten zujubelt. Keine Ahnung, was ich angestellt habe, um sie zum Jubeln zu bringen.</p>
<p class="p1">
	Ich hatte keine Ahnung, dass ich eine Batman-Maske trug.</p>
<p class="p1">
	Ich wusste nicht, woher ich die Batman-Maske hatte.</p>
<p class="p1">
	Danach hatte ich wieder einen Filmriss und das N&auml;chste, an das ich mich erinnere, ist, wie ich auf der Veranda eines Hauses stand, in dem eine Party stattfand.</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Du kommst nicht rein&ldquo;, schrie einer. Dann dr&uuml;ckte mich ein anderer einige Treppenstufen runter. Eine Gruppe von Leuten lachte und warf Zigarettenstummel auf mich. Wieder Blackout.</p>
<p class="p1">
	Ich habe die vage Erinnerung, in einem Waschsalon zu sein und durch eine geheime T&uuml;r geleitet zu werden, hinter der eine Treppe beginnt. Keine Ahnung, wo die hinf&uuml;hrte. Filmriss.</p>
<p class="p1">
	Die finale Erinnerung von dem Abend ist, wie ich in mein Schlafzimmer komme. In meiner Anlage lief eine Kassette. Meine Wahrnehmung war verschwommen, aber ich konzentrierte mich und erkannte, dass zwei Jungs aus meiner Heimatstadt auf der Couch gegen&uuml;ber sa&szlig;en. Sie rauchten einen riesigen Joint. Sie waren beide einige Jahre j&uuml;nger als ich. Mit keinem von beiden war ich befreundet. Wenn ich das richtig im Ged&auml;chtnis habe, waren sie die Schergen von einem Drogendealer. Ich war hellwach und kerzengerade.</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Raus aus meinem Haus!&ldquo;, schrie ich.</p>
<p class="p1">
	Sie hatten gelacht. Jetzt h&ouml;rten sie auf.</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Was?&ldquo;, sagte einer von ihnen. Es war der mit dem Rattenschwanz. Der andere hatte einen Jew-Fro.</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Ihr sollt raus aus meiner Bude!&ldquo;, wiederholte ich. An ihrer Reaktion wurde mir klar, dass ich anscheinend mitten im Satz &uuml;ber etwas ganz anderes aufgeh&ouml;rt hatte, bevor ich pl&ouml;tzlich wollte, dass sie abhauen:</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Bro&ldquo;, sagte Jew-fro zu mir, &bdquo;wir wollen das Ende der Geschichte h&ouml;ren.&ldquo;</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Ich wei&szlig; nicht, welche Geschichte ich erz&auml;hlt habe&ldquo;, antwortete ich. &bdquo;Jetzt verpisst euch, verdammt nochmal!&ldquo;</p>
<p class="p1">
	Sie erhoben sich, wenig erfreut, und machten sich auf den Weg nach draussen in die Nacht. Ich setzte mich auf mein Bett und zog an der Batman-Maske. Ich war zu fertig, um mir das Ding &uuml;ber den ganzen Kopf zu ziehen.</p>
<p class="p1">
	Ich wachte morgens auf. Die Batman-Maske war weg und ich nackt. Es war das letzte Mal, dass ich betrunken war. Ich habe danach noch einmal getrunken. Ein einziges Bier. In einer Bar. Ich habe gemerkt, dass das ein geselliger Ort sein kann, wenn ich mich nicht besaufen will. Au&szlig;erdem hasse ich den Geschmack von Alkohol.</p>
<p class="p1">
	Ich habe keine Ahnung, was mit der Batman-Maske passiert ist. Ungef&auml;hr sieben Jahre sp&auml;ter habe ich einige Kartons bei meinen Eltern rausgeholt und die Maske in einem gefunden. Die einzigen Dinge, die sonst noch drin waren, sind das Oberteil eines Karateanzugs und mein High-School-Jahrbuch. Ich habe keine Ahnung, wie diese Dinge da drin gelandet sind.</p>
<p class="p1">
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/handbuch-eines-heimlichen-trinkers-0000383-v8n12"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/handbuch-eines-heimlichen-trinkers-0000383-v8n12/13bf357fbbc72d0635c5fe4f168d1ac0_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/handbuch-eines-heimlichen-trinkers-0000383-v8n12">Handbuch eines heimlichen Trinkers </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Mit diesen zehn Regeln wirst du zum erstklassigen geheimen Alkoholiker.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="www.vice.com/de/read/die-sucht-aus-dem-leib-gekotzt"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/die-sucht-aus-dem-leib-gekotzt/0990eb1dd7d040e59ca6c0dcb30dc434_vice_670.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="www.vice.com/de/read/die-sucht-aus-dem-leib-gekotzt">Die Sucht aus dem Leib gekotzt</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Paul war 20 Jahre lang Alkoholiker.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/ich-rauche-lieber-einen-haufen-gras-allein-zu-hause-als-saufen-zu-gehen"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/ich-rauche-lieber-einen-haufen-gras-allein-zu-hause-als-saufen-zu-gehen/bc039cf769fad0b7390dabf30563e6d3_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/ich-rauche-lieber-einen-haufen-gras-allein-zu-hause-als-saufen-zu-gehen"> Ich rauche lieber allein zu Hause einen Haufen Gras, als Saufen zu gehen </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Wenn ich mich am Wochenende in meinem Zimmer eingenistet habe, kann ich die betrunkenen Schwachk&ouml;pfe durch die d&uuml;nnen W&auml;nde h&ouml;ren, wie sie durch den Flur springen und schreien</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/187198</guid>
<author>Chris Gethard</author>
<category>stuff, Alkoholismus, Saufen, Trinken, Komasaufen, Chris Gethard, Eskapaden, Scham</category>
</item>
<item>
<title>Japans Zukunft sieht laut Ryu Murakami düster aus</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/japans-zukunft-ist-dster-ryu-murakami</link>
<pubDate>Fri, 10 May 2013 08:43:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/1c006a3832a053be5b809da7ebdf2cde.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /><br />
	<em>Alle Fotos von <a href="http://pereznico.com/">Nico Perez</a></em></p>
<p class="p1">
	Ryū Murakami ist ein in Japan h&auml;ufig diskutierter und gefeierter Autor. Sein erster Roman <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Almost_Transparent_Blue"><em>Blaue Linien auf transparenter Haut</em></a> war ein dunkles Buch &uuml;ber desillusionierte japanische Kinder, die in einer Spirale von Drogen und Rockmusik und unter dem Einfluss eines Armeest&uuml;tzpunkts der USA zunehmend verwahrlosen. Er schrieb es mit 24 und gewann damit den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Akutagawa-Preis">Akutagawa-Preis</a>, eine der wichtigsten Literaturauszeichnungen in Japan. Es zementierte Murakamis Ansehen als Meister der d&uuml;steren und brutalen Literatur in seinem Heimatland.</p>
<p class="p1">
	In <em>From the Fatherland with Love</em>, das 2005 in Japan ver&ouml;ffentlicht wurde und jetzt erstmals auf Englisch erscheint, pr&auml;sentiert Murakami seinen gewohnten Blutrausch nun einem internationalen Publikum. Der Roman inszeniert ein vom wirtschaftlichen Kollaps ruiniertes Japan. Das Land wurde von der internationalen Gemeinschaft aufgegeben und Nordkorea steht kurz vor der Invasion. W&auml;hrend die japanische Regierung &auml;ngstlich diskutiert, wie mit der Situation umgegangen werden sollte, beginnt ein Pulk gewaltbereiter, satanischer und degenerierter Jugendlicher mit dem Kampf gegen das nordkoreanische Regime.</p>
<p class="p1">
	Ich habe Ryū getroffen, um mit ihm &uuml;ber amerikanischen Einfluss, Jugend, Gewalt und sein (gewisserma&szlig;en) neues Buch zu diskutieren.</p>
<p class="p1">
	<strong>VICE: Seit deinem ersten Roman <em>Blaue Linien auf transparenter Haut</em> war die Anwesenheit der Amerikaner in Japan ein st&auml;ndiges Thema deiner Arbeit. Woran liegt das und glaubst du, ihr Einfluss ist negativer?<br />
	Ryū Murukami: </strong>Ich bin in einer Stadt mit US-Armeest&uuml;tzpunkt aufgewachsen, was vermutlich einen gro&szlig;en Einfluss auf den Roman hatte. Aber ich halte den Einfluss nicht f&uuml;r absolut negativ. Offensichtlich hat Japan den Krieg verloren und so entsteht unter den Leuten der Eindruck, dass wir in die Demokratie gezwungen wurden und Elemente der US-Kultur wegen unserer Niederlage &uuml;bernehmen mussten. Meine Generation stand unter viel amerikanischem Einfluss und es gab Teile davon, die wir mochten, und andere, die wir hassten. Auch die Komplexit&auml;t und Vielseitigkeit amerikanischer Kultur verstanden wir besser als unsere Eltern.</p>
<p class="p1">
	<strong>Dein Roman erzeugt den Eindruck, dass der pl&ouml;tzliche Zustrom amerikanischer Kultur und dessen Gegenbewegung in der traditionellen japanischen Geisteshaltung ein Vakuum &ouml;ffnete, in das viele deiner Charaktere hineinfallen.</strong><br />
	Ich denke, dass das eine ziemlich gute Erkl&auml;rung von dem ist, was passierte. Das Problem ist, dass im politischen und sozialen System Japans das Kollektiv immer wichtiger war als das Individuum oder die Minderheit&mdash;immer noch gibt es nur sehr wenige F&auml;lle, in denen Individualit&auml;t f&uuml;r wichtig erachtet wird.</p>
<p class="p1">
	Warum geht nicht beides? In einer Gemeinschaft leben und individuell sein?<br />
	<strong>Weil Leute, die das probieren, zu Ausgesto&szlig;enen werden.</strong></p>
<p class="p1">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/70ea9667e96e60cf44ce24388ce1d422.jpg" style="width: 423px; height: 640px;" /></p>
<p class="p1">
	<strong>Ausgesto&szlig;ene sind zentrale Figuren in vielen deiner Werke. Aber die meisten von ihnen wurden Au&szlig;enseiter, weil bestimmte Umst&auml;nde ihnen den Weg in die Normalit&auml;t versperren. Sie haben sich nicht aus freien St&uuml;cken dazu entschieden, individueller zu sein.</strong><br />
	Viele Leute m&ouml;chten als Individuen leben und das gilt auch f&uuml;r mich. Man kann das tun, indem man nicht zu traditionellen Firmen geht oder nicht das tut, was von einem gew&ouml;hnlichen Mitglied der Gesellschaft erwartet wird. In den meisten F&auml;llen wird dadurch das Leben h&auml;rter. Indem ich Leute zeige, die gewaltsam aus der Gesellschaft gedr&auml;ngt wurden, durch Geschichte oder andere Umst&auml;nde, ist es leichter f&uuml;r mich zu beweisen, wie hart es ist, so zu leben.</p>
<p class="p1">
	Das erinnert mich an einen Brief, den ich von einem jungen M&auml;dchen bekam. Sie hatte Streit mit ihren Eltern wegen ihrer Ambitionen, eine Karriere in einer B&auml;ckerei zu machen, also entschloss sie sich, von zu Hause wegzulaufen. Das war in der hinterletzten Provinz und w&auml;hrend sie auf den Bus wartete, las sie eins meiner B&uuml;cher, was sie in der Idee best&auml;rkte, dass es Au&szlig;enseiter in der Gesellschaft gibt. Reaktionen und Situationen wie diese sind das, was mich wirklich sehr gl&uuml;cklich macht.</p>
<p class="p1">
	<strong>In <em>Coin Locker Babies</em>&nbsp;werden die &Auml;ngste, welche die Charaktere durch die Ausgrenzung als S&auml;uglinge gepr&auml;gt haben, zu einem Groll, aus dem sich wiederum der Wunsch entwickelt, alles um sich herum zu zerst&ouml;ren. Bist du Nihilist?</strong><br />
	Ich mach mir Gedanken &uuml;ber die Welt um mich herum. Im Fall von verdorbenen jungen Leuten w&auml;ren sie durch Kreativit&auml;t vielleicht in der Lage dazu, ihre Wut und destruktive Energie auf Schreiben oder Musik zu fokussieren. Aber, wenn nicht, wenden sie sich der Gewalt oder gar dem Terrorismus zu. Wenn sich destruktive Energie mit einer Art von Moral paart, kann daraus eine Revolution entstehen.</p>
<p class="p1">
	<strong>Die Riots in London 2011 waren ein Beispiel f&uuml;r frustrierte Jugendliche, die spontan in eine unorganisierte, vor allem destruktive Rebellion ausbrechen. Glaubst du, so etwas wie das k&ouml;nnte es irgendwann in Japan geben?</strong><br />
	Es ist unwahrscheinlich. Japan wird immer frommer. Keine Ahnung warum. Die Menschen glauben, dass sich nichts ver&auml;ndern wird, was auch immer sie tun. Solche Sachen geschehen aber immer wieder in Europa!</p>
<p class="p1">
	<strong>In dem Roman <em>From Fatherland with Love</em> haben alle Figuren in Ishiharas Truppe von gewaltbereiten heranwachsenden Au&szlig;enseitern und sozial Ausgeschlossenen furchtbare Familiengeschichten und Sehnsucht nach Gewalt. Obwohl sie am Ende gegen Nordkorea k&auml;mpfen, war ihre erste Reaktion, sich auf deren Seite zu stellen und gegen Japan zu k&auml;mpfen. Woran liegt das?</strong><br />
	F&uuml;r gew&ouml;hnlich w&auml;re James Bond damit beauftragt worden, gegen die Nordkoreaner zu k&auml;mpfen, aber ich wollte nicht so eine Art Buch schreiben. Ich habe es lieber so aufgebaut, dass die Leute, die unsere Gesellschaft eigentlich loswerden will, die Leute sind, die die Welt retten. Die Inspiration f&uuml;r solche Figuren kam vom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C5%8Cmu_Shinriky%C5%8D">Aum Shinrikyo</a>, der japanischen Sekte, die f&uuml;r den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C5%8Cmu_Shinriky%C5%8D#Giftgasanschlag_in_der_Tokioter_U-Bahn_.281995.29">Giftgasanschlag auf auf Tokios U-Bahn 1995</a>&nbsp;verantwortlich war. In der Sekte gab es viele unschuldige Kinder. Die hatten gro&szlig;e Schwierigkeiten, in die Gesellschaft zur&uuml;ckzukehren, als sie &auml;lter wurden. Ich hab dar&uuml;ber nachgedacht, wie es sich f&uuml;r sie angef&uuml;hlt haben muss aufzuwachsen. M&uuml;ssen sie nicht einen Groll gegen&uuml;ber der Gesellschaft entwickelt haben, weil man sie nicht akzeptierte?</p>
<p class="p1">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/952b8b4580fdcea33fd0a065ec6591af.jpg" /></p>
<p class="p1">
	<strong>Wie glaubst du, w&uuml;rde Japan im Moment auf eine nordkoreanische Invasion reagieren?</strong><br />
	Das ist kein realistisches Szenario, aber wenn es passieren w&uuml;rde, glaube ich, dass Japan ganz und gar unf&auml;hig w&auml;re zu reagieren. Wenn sie beispielsweise Guam angreifen w&uuml;rden, k&auml;me der Gegenangriff aus den USA. Wenn sie S&uuml;dkorea attackierten, w&uuml;rde Seoul in Flammen aufgehen, aber es g&auml;be immer noch Vergeltung. Aber bei einem Angriff auf eine bewohnte japanische Insel w&uuml;rden weder die USA noch S&uuml;dkorea etwas unternehmen und ich glaube nicht, dass Japan alleine mit dieser Situation umgehen k&ouml;nnte.</p>
<p class="p1">
	<strong>Da ist eine simple Zeile in deinem Roman, die einfach lautet: &bdquo;Japan hat keine Zukunft &hellip;&ldquo; Glaubst du, dass das wahr ist?</strong><br />
	Schwierige Frage. Japan wird immer vielf&auml;ltiger und dadurch gibt es Leute, die eine Zukunft sehen und andere, denen das nicht gelingt. Es war fr&uuml;her leichter zu leben und Arbeit zu finden.</p>
<p class="p1">
	<strong>Wie malst du dir die Zukunft der japanischen Jugend aus?</strong><br />
	D&uuml;ster.</p>
<p class="p1">
	From the Fatherland with Love <em>wird von Pushkin Press verlegt.</em></p>
<p class="p1">
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/literatur-haruki-murakami-t-c-boyle-miranda-july-chuck-palahniuk"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/literatur-haruki-murakami-t-c-boyle-miranda-july-chuck-palahniuk/d8ea9b6cb70dc26584ce4a744a6b6a28_vice_670.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/literatur-haruki-murakami-t-c-boyle-miranda-july-chuck-palahniuk">Der Wichser sollte lieber aufh&ouml;ren, mir aufs Kinn zu starren</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Was ber&uuml;hmte Autoren in dem Moment denken, in dem sie fotografiert werden.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/kitsch-ist-die-abwesenheit-von-scheisse-0000229-v8n6"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/kitsch-ist-die-abwesenheit-von-scheisse-0000229-v8n6/fe43d1cfc75f90da4690259d4529ab1e_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/kitsch-ist-die-abwesenheit-von-scheisse-0000229-v8n6">Kitsch ist die Abwesenheit von Schei&szlig;e</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Wir besuchten Hellmuth Karasek in seiner Wohnung in Hamburg und sprachen mit ihm &uuml;ber die gro&szlig;en Themen der Deutschen: Kitsch, Hitler und Fu&szlig;ball.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/interview-mit-einem-vampirologen"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/interview-mit-einem-vampirologen/2fce4329008ecfb2b44575401c823b33_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/interview-mit-einem-vampirologen">Interview mit einem Vampirologen</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Wir haben mit einem Vampirologen &uuml;ber Twilight gel&auml;stert und erfahren, dass Knoblauch der Hodensack Christi ist.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/187151</guid>
<author>Joseph George</author>
<category>stuff, Ryu Murakami, Literatur, Japan, Utopie</category>
</item>
<item>
<title>Wie überleben Truckerinnen eigentlich in einer Männerwelt?</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/wie-berleben-truckerinnen-in-einer-maennerwelt</link>
<pubDate>Wed, 08 May 2013 10:27:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/5918375d811cf3e320300b083ef7ddfa.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Ich kenne Nicol nicht, ich habe sie blo&szlig; &uuml;ber Facebook kennengelernt und gefragt, ob ich sie mal bei einer Fernfahrertour nach Lyon begleiten k&ouml;nnte. Sie hatte nichts dagegen. Ich f&uuml;hlte mich wie auf einem Blinddate, als ich am Stuttgarter Hauptbahnhof auf Nicol wartete. Als sie kam, erkannte sie mich sofort und ich sprang schnell in ihr Auto. Sogleich begann diese lebensfrohe Frau zu plaudern und ich fand sie sofort sympathisch. Ich war erleichtert. &Uuml;ber 24 Stunden mit jemandem, den man nicht ausstehen kann, in einer klitzekleinen Kabine zu verbringen, ohne Fluchtweg: So stelle ich mir die H&ouml;lle vor.</span></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Wir fahren zu dem Depot der Speditionsfirma, f&uuml;r die Nicol arbeitet. Hier steht ihr LKW, den sie liebevoll Zimtzicke getauft hat. Das einzige Gef&auml;hrt, das sich hier mit seiner blauen Farbe von den anderen LKWs abhebt. Mit einer gekonnten Leichtigkeit &bdquo;br&uuml;ckt&ldquo; sie zwei Container auf den Laster, dann m&uuml;ssen wir noch an der Security vorbei und schon geht mein Roadtrip nach Lyon los.</span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/11cecc2e9e581265b0ec47d4c63eb1dc.jpg" style="width: 533px; height: 800px;" /></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Nach 20 Minuten Fahrt stehen wir im Stau. Nicols Fahrzeugkabine ist ziemlich sauber. Keinem anderen au&szlig;er ihrem Mann und ihrem Kollegen Opi w&uuml;rde sie es gestatten, das Fahrzeug zu fahren. &bdquo;Die Vorstellung, dass ein fremder Mann in meinem Bett liegt, ist einfach ekelhaft. Au&szlig;erdem will ich nicht, dass irgendwer in meinen Sachen rumschn&uuml;ffelt. Das geht niemanden was an.&ldquo;&nbsp;</span>Der Truck ist sehr pers&ouml;nlich eingerichtet. Die Vorderseite ist beklebt mit Fotos ihrer Familie und ihrer Katzen. Der hintere Bereich outet Nicol mit vielen Bildern als <em>Twilight</em>-Fan. &bdquo;Die Fahrerkabine ist f&uuml;nf Tage die Woche mein Wohnzimmer, mein Esszimmer und meine K&uuml;che. Ich denke, keiner lebt gerne in einem Zuhause mit einer 0815-Einrichtung&ldquo;, meint sie.</p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/363efdbc328466ec0ca4b6049ec3ce0b.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p class="p2">
	Vorne an der Scheibe sind Zwei Schilder. Auf dem einen steht &bdquo;TEUFEL&ldquo;, das ist der Spitzname von Nicols Mann und auf dem anderen &bdquo;DARK ANGEL&ldquo;. Im Gegensatz zu vielen anderen Truckern m&ouml;chte Nicol nicht ihren richtigen Namen in der Frontscheibe haben, &bdquo;weil man dann klar und deutlich erkennt, dass da eine Frau hinterm Steuer sitzt&ldquo;, begr&uuml;ndet sie. &bdquo;Besonders als Frau bist du nachts auf Parkpl&auml;tzen eher f&auml;llig, dass sie dir in die Kiste einbrechen. Vor allem im Sommer, wenn ich mit offenem Fenster schlafe, da kann das ruckzuck gehen, dass sie dir einen Schlauch mit Lachgas zur Bet&auml;ubung ins Fahrzeug h&auml;ngen. Und was passiert, wenn Kerle einbrechen und sehen, da liegt eine P&uuml;ppi im Bett, die schon ganz weggetreten ist? Da hab ich keine Lust drauf und da ich international fahre, ist mir das Risiko einfach zu hoch.&ldquo;</p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/834433a518bd6c89f9fcc844812e77f5.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p class="p2">
	Ein paar Tagen zuvor bin ich das erste Mal in einem LKW gefahren, mit Bianca. Den Beifahrersitz musste ich mir mit ihrer kleinen Hundedame Sissi teilen, die sogar ihr eigenes rosa Namensschild in der Frontscheibe hat.</p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/05972200ed0e6fa54b7af69feb226ba5.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Bianca ist in der Branche eine kleine Ber&uuml;hmtheit. Sie hat auf ihrer Facebook-Seite &bdquo;<a href="https://www.facebook.com/TruckerladyBianca?fref=ts" target="_blank">Truckerlady Bianca</a>&ldquo; mittlerweile schon &uuml;ber 8.000 Likes, au&szlig;erdem hat sie eine Gruppe nur f&uuml;r Truckerinnen gegr&uuml;ndet, &bdquo;damit die M&auml;dels sehen, dass sie gar nicht so alleine sind, wie sie oft denken.&ldquo;&nbsp;</span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/d389c86e76797a6698d664287e1f8ab5.jpg" style="width: 640px; height: 289px;" /></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Vom Typ her k&ouml;nnten Bianca und Nicol kaum unterschiedlicher sein. Bianca stellt ihre Weiblichkeit gerne nach au&szlig;en hin dar. Generell ist sie, vielleicht abgesehen von ihrem Beruf, ein klassisches M&auml;dchen. Rein optisch h&auml;tte man sie mit ihrem rosa iPhone, ihrer rosa Kleidung, ihren k&uuml;nstlichen Fingern&auml;geln und ihrer Model- und Reitvergangenheit am wenigsten hinter dem Lenkrad eines 40-Tonners erwartet.</span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/049052a34adbbbb37b5fa642de431ed7.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Nicol m&ouml;chte im Gegensatz zu Bianca ihre Weiblichkeit w&auml;hrend der Arbeit weitestgehend verbergen. &bdquo;Wenn ich am Wochenende mit meinem Mann zusammen bin, schminke ich mich und bin eine Frau. Aber wenn ich mit meinem LKW unterwegs bin, mache ich mich mit Absicht h&auml;sslicher, als ich bin. Dadurch habe ich meine Ruhe und kann meinen Job machen&ldquo;, erkl&auml;rt mir Nicol, w&auml;hrend wir den Stau schon lange hinter uns gelassen haben und eine Tankstelle anfahren. Da Nicol &uuml;ber 600 Euro tankt, bekommen wir zwei Gratis-Kaffee, was mich freut. </span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/467baeab75d28df2a47a3c46f4445bf3.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Sowohl Bianca als auch Nicol meinen, dass es an ihren Familien liegt, wenn&nbsp;Frauen in dieser Branche arbeiten. Die meisten Fahrerinnen sind mit gro&szlig;en Fahrzeugen aufgewachsen, weil der Papa gefahren ist oder die Familie eine eigene Spedition hat. So kamen auch Bianca und Nicol zu dem Job. Sie erz&auml;hlt mir, dass es jetzt erst so langsam anf&auml;ngt, dass sich auch Frauen f&uuml;r diesen Beruf interessieren, die damit eigentlich nichts zu tun haben. &bdquo;Wir werden immer mehr&ldquo;, meint Nicol. &bdquo;Wir behaupten uns vor den M&auml;nnern. Wir wollen ihnen zeigen, dass das, was f&uuml;r sie v&ouml;llig normal ist, auch f&uuml;r Frauen v&ouml;llig normal ist und dass wir diesen Job genauso gut machen k&ouml;nnen.&ldquo;&nbsp;</span></p>
<p class="p2">
	In der Facebook-Gruppe, die Bianca extra zum Vernetzen der Fahrerinnen gegr&uuml;ndet hat, sind mittlerweile schon 400 Kolleginnen.</p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/358c01097b4d6a9fd4be9428fee454a7.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Es war f&uuml;r mich nicht &uuml;berraschend, dass mir beide Truckerinnen von viel Anfeindung, Diskriminierung, Sexismus und Mobbing erz&auml;hlen k&ouml;nnen, aber das Ausma&szlig; hat mich dann doch ziemlich erschreckt.&nbsp;</span>Nicol erz&auml;hlt mir von einer Situation, die ihr in Paris widerfahren ist: Sie lud auf einem Depot die Container von ihrem Laster ab und fuhr dann mit dem leeren Fahrzeug an einen Stra&szlig;enrand. Pl&ouml;tzlich standen einige M&auml;nner, die ihr vom Depot gefolgt waren, an ihrer Fahrert&uuml;r und wurden aufdringlich. Als Nicol sagte, sie sollen gehen, da sie jetzt schlafen m&ouml;chte, kamen Spr&uuml;che wie: &bdquo;Komm schon, ich helfe dir beim Einschlafen, bis hin zu: Ich fick dich richtig durch, und auch wenn du nein sagst, k&ouml;nnte ich es mir mit Gewalt nehmen.&ldquo;&nbsp;Obwohl Nicol nicht der Typ daf&uuml;r sei, habe sie gelernt, in solchen Situationen Ruhe zu bewahren. Sie griff zu dem gro&szlig;en Hammer, der unter anderem f&uuml;r solche Situationen neben ihrem Fenster liegt, und drohte den Kerlen, die daraufhin abzogen.</p>
<p class="p2">
	<span class="s1">&bdquo;Wenn du diesen Job machen willst und dich in diesem Beruf beweisen willst, oder auch in anderen Lebessituationen, die f&uuml;r dein Geschlecht oder f&uuml;r deine Ethnie nicht geschaffen sind, musst du mit diesen Widrigkeiten rechnen. Du musst lernen, wie du damit umgehst.&ldquo;&nbsp;</span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/65ee037e2442e4ab0211abec1c6c8448.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<em>Nicols Tattoo</em></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Es ist 17 Uhr und wir kommen der franz&ouml;sischen Grenze immer n&auml;her. Bianca sagte mir vorher, sie w&uuml;rde sich nie f&uuml;r die Nacht an die Stra&szlig;e stellen, sondern so lange fahren, bis sie einen sicheren, &uuml;berwachten Parkplatz findet. Dass Bianca Schichten mit &Uuml;bernachtung f&auml;hrt, ist jedoch eher selten, und f&uuml;r Nicol, die mindestens vier N&auml;chte die Woche in Industriegebieten verbringen muss, ist die M&ouml;glichkeit nicht gegeben, da die Parkpl&auml;tze zum einen gegen Abend &uuml;berf&uuml;llt sind, und zum anderen bedeutet langes Suchen weniger Schlaf. &bdquo;Du musst dich halt auf dein Gef&uuml;hl verlassen k&ouml;nnen, wo du dich sicher f&uuml;hlst, obwohl du das nie selber unter Kontrolle hast&ldquo;, meint Nicol.&nbsp;</span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/9f2a58098fb5eab53dda9262022a2e1d.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Langsam geht die Sonne hinter den H&uuml;geln unter. Wir beide genie&szlig;en schweigend die letzten grellen Sonnenstrahlen auf unseren Gesichtern, bis Nicol die Stille unterbricht und sagt: &bdquo;Das sind Momente, da ist man mit sich im Reinen. Ich wei&szlig; nicht, ob das jeder so empfindet, aber einige bestimmt.&ldquo; Nicol hat Recht, es ist wirklich beruhigend, wie dieses orangene Licht dich blendet, w&auml;hrend du das monotone Ger&auml;usch des Motos h&ouml;rst und sich das Fahrzeug dazu im Takt bewegt.&nbsp;</span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/b1a0372101c6f5813cee73b31c78b523.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Ihre Mutter war am Anfang gar nicht begeistert von diesem Entschluss. Nicol, die in der DDR geboren wurde, hat nach der Schule zun&auml;chst eine Ausbildung zur&nbsp;Hotelfachfrau beendet, jedoch war ihr schnell klar, dass das nichts f&uuml;r sie ist. &bdquo;Ich habe damals als kleines M&auml;dchen schon lieber an den Trabis rumgeschraubt, als mit meiner Mutter in der K&uuml;che zu stehen.&ldquo; Nach der Ausbildung hat das Schicksal Nicol dann mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen: Nicol erlitt drei Fehlgeburten, die f&uuml;r sie lebensbedrohlich waren. Und als w&auml;ren Fehlgeburten nicht schon furchtbar genug, wurde bei ihr zu alldem noch Krebs diagnostiziert. Daraufhin ist Nicol in ein tiefes Loch gefallen. &bdquo;Heute sehe ich die Sachlage anders, aber da sind ja auch Jahre ins Land gegangen&ldquo;, sagt sie. &bdquo;Ich wollte dann nur noch das machen, was ich will, egal was die Leute dazu sagen. Gott und die Welt haben auf mich geschissen, als ich das machen wollte, was zu einer Frau geh&ouml;rt, also schei&szlig;e ich jetzt auf sie. Dann fing ich an zu &uuml;berlegen, was mein absoluter Traumberuf sei, und das ist nach wie vor LKW-Fahrer&ldquo;, erz&auml;hlt sie mir, w&auml;hrend uns die funkelnden Lichter von Lyon immer n&auml;her kommen. Nicol klapperte dann alle Firmen im Umkreis ab, um einen Ausbildungsschein zu bekommen, damit das Arbeitsamt ihr den F&uuml;hrerschein finanziert. Sie bekam immer die gleiche Antwort: &bdquo;Was? Du bist ein M&auml;dchen, nein, das geht nicht.&ldquo; Schlie&szlig;lich, nach langem Suchen, wurde sie dann doch genommen.</span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/d4fa2a2127b8a85989f267f5b8b55edb.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Um 22 Uhr erreichen wir das Depot im Lyoner Industriegebiet. Als ich mit aussteige, um die Papiere im B&uuml;ro abzugeben, bemerke ich die Blicke der M&auml;nner, die hier rumstehen. Ich f&uuml;hle mich total beobachtet. Jetzt m&uuml;ssen wir uns einen Schlafplatz suchen. An einer kleinen Stra&szlig;e neben Bahngleisen finden wir noch ein kleines Pl&auml;tzchen, in das Nicol ihre Zimtzicke zentimetergenau einparkt. Gepinkelt wird hinter einem Busch an einer Hofeinfahrt. In der Fahrerkabine beginnt Nicol, Sachen umzur&auml;umen.&nbsp;</span></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Jetzt merke ich, wie eng es hier eigentlich ist, ich stehe ihr permanent im Weg. Das untere Bett hat Nicol zu einer K&uuml;che umgebaut, mit einem Tisch mit Gaskocher und zwei Sitzen. Ich f&uuml;hle mich wie beim Campen. Heute gibt es H&uuml;hnersuppe, die wir gemeinsam aus dem Topf l&ouml;ffeln, und zum Nachtisch frische gezuckerte Erdbeeren, die Nicol aus Deutschland mitgebracht hat. Danach klappen wir die vermeintliche Wand aus, die sich als Bett entpuppt.&nbsp;</span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/21b8a4d0a07d13f8705d0e011ac39898.jpg" style="width: 533px; height: 800px;" /></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Wir beziehen die Betten und gegen 23.30 Uhr lege ich mich ins obere Bett und Nicol in das untere. Ich schlafe tief und fest, als der erste Wecker um 4.50 klingelt. Wir haben leider kein Wasser mehr zum Waschen und Z&auml;hneputzen, also muss ich warten, bis wir im Depot sind. Dass Nicols Kaffemaschine genau vor zwei Wochen ihren Geist aufgeben musste, &auml;rgert mich jetzt.&nbsp;</span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/9105cc35409b3e244ced3bd0c55820b4.jpg" style="width: 533px; height: 800px;" /></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Nicol telefoniert in der Fr&uuml;he mit ihrem Mann, der die ganze Nacht nicht geschlafen hat. Er ist auch Fernfahrer und hat zur gleichen Zeit seinen F&uuml;hrerschein gemacht wie Nicol, dabei haben sie sich auch kennengelernt. Am Anfang war Nicol &bdquo;h&ouml;llisch eifers&uuml;chtig.&ldquo; &bdquo;Wenn ich unterwegs gewesen bin, habe ich mich immer gefragt: Ist er jetzt in Frankfurt, ist er jetzt im Bett oder ist er jetzt bei einer Anderen? Das hat erst mit der Zeit nachgelassen.&ldquo;&nbsp;</span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/4af655f4df2518e062f1e277e76dabdc.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Davon konnte mir auch Bianca ein Lied singen. &bdquo;Wenn ich in der Disco jemanden kennenlerne, ist die dritte Frage nach &sbquo;Wer bist du?&lsquo; und&nbsp;&sbquo;Woher kommst du?&lsquo; immer: &sbquo;Was machst du?&lsquo; Hmm &hellip; Ich sage dann immer, dass ich f&uuml;r eine Spedition fahre, aber die hinterfragen das dann immer und wenn rauskommt, dass ich nicht blo&szlig; so einen kleinen Sprinter fahre, sondern einen 40-Tonner, sagen die Typen immer, sie finden das cool, melden tun sie sich dann aber nicht nochmal.&ldquo; Bianca erkl&auml;rt das damit, dass sich die M&auml;nner in ihrer M&auml;nnlichkeit gekr&auml;nkt f&uuml;hlen, wenn eine Frau diesen M&auml;nnerjob ausf&uuml;hrt. Sie findet das dumm und meint: &bdquo;Trotz meines Jobs bin ich doch noch immer eine Frau, au&szlig;erdem bin ich ja kein Mannsweib.&ldquo; Und das ist die h&uuml;bsche Bianca mit ihren allzeit geschminkten blauen Augen keineswegs.&nbsp;</span></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">&bdquo;Es gibt auch M&auml;nner&ldquo;, erz&auml;hlte sie mir, &bdquo;die geben dann bei ihren Kumpels damit an, dass die eine Truckerin gebumst haben, aber eine Beziehung wollen die nicht. Manche denken, ich sei ein fahrender Puff, blo&szlig; weil ich ein Bett da hinten drin habe.&ldquo; Auch Nicol meint: &bdquo;Wenn ich das wollte, k&ouml;nnte ich mir an jedem Depot einen anlachen, mit dem ich Spa&szlig; haben k&ouml;nnte, wenn ich das wollte, aber ich will das nicht, ich habe mich dagegen entschieden.&ldquo;&nbsp;</span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/cb2506ab91ef5c4426ac3ff86d840747.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Nicol zieht an ihrer Liquid-e-Zigarette. Sie hat fr&uuml;her zweieinhalb Schachteln am Tag geraucht und hat zum Gl&uuml;ck nichts dagegen, dass ich im Fahrzeug rauche, denn Raucherpausen und Pinkelpausen werden au&szlig;erplanm&auml;&szlig;ig nicht eingelegt. Blo&szlig; alle viereinhalb Stunden m&uuml;ssen wir die gesetzlich vorgegebene Ruhepause einlegen.&nbsp;</span></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Viele Trucker wissen allerdings, wie man diese Ruhezeit austrickst, blo&szlig; in eine Polizeikontrolle darf man dann nicht geraten, erz&auml;hlt mir Nicol. Sie kann es gut verstehen, dass Trucker hier das Gesetz austricksen. Nicol wird, wie die meisten ihrer Kollegen, nicht pro Stunde bezahlt und &bdquo;wenn man dann mal in einen Stau ger&auml;t und zehn Minuten vor dem Ziel noch eine 45 min&uuml;tige Pause einlegen muss, ist das schon ziemlich &auml;rgerlich.</span>&ldquo;<span class="s1">&nbsp;Ein weiteres Problem, dem die Trucker ausgesetzt sind, ist das Lohndumping. Nachdem wir uns an einer franz&ouml;sischen Tankstelle mit franz&ouml;sischem K&auml;se eingedeckt haben, erz&auml;hlt Nicol mir, dass sich Speditionen ihre Mitarbeiter immer &ouml;fter aus Tschechien holen, da die bereit sind, schon f&uuml;r 600 Euro im Monat zu fahren</span>.</p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/39bcfde3b2e0c701ea6e256d2c719ec5.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Sowohl Bianca als auch Nicol nutzen den Funk nicht allzu h&auml;ufig, sie nutzen lieber ihre Handys zur Kommunikation. Manchmal hat Nicol aber schon den Funk eingeschaltet. &bdquo;Ab und an kannst du da ganz spannende Geschichten mitbekommen. Das Witzigste ist eigentlich, wenn ich mich dann pl&ouml;tzlich in das Gespr&auml;ch mit einklinke, dann herrscht sofort Totenstille, weil die auf einmal erschrocken sind, dass da eine Frau mit h&ouml;rt.&ldquo; </span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/428f1f2d02130673895197af8ebcb414.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<em>Nicols Tattoo am R&uuml;cken</em></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Als Bianca gerade erst ihren LKW-F&uuml;hrerschein mit 21 hatte, war die damals noch sehr Zartbesaitete erschrocken dar&uuml;ber, dass sich die M&auml;nner da am Funk &uuml;ber den besten Puff in der Gegend unterhielten und auch Details nicht auslie&szlig;en. Als ich Nicol von Biancas damaligen Erlebnissen erz&auml;hle, sagt sie: &bdquo;Ja, sowas ist gang und g&auml;be. Du h&ouml;rst halt oft, wie die sich im &ouml;ffentlichen Funk dar&uuml;ber unterhalten, wie sie am Wochenende ihre Alte durchgenommen haben oder wie sie sich mit ihr gestritten haben.&ldquo;&nbsp;</span></p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/f2caad5b803438914bd9525213b53559.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p class="p2">
	<span class="s1">Heute ist der Funk zu meiner Entt&auml;uschung ziemlich ruhig. Ab und zu knistert eine Stimme, die von einem Stau oder von einer Kontrolle berichtet. Pl&ouml;tzlich h&uuml;pft Nicol von ihrem Sitz auf, zeigt auf ein Lastwagen auf der anderen Seite, der seine Lichthupe bet&auml;tigt, und schreit: &bdquo;Da ist er!&ldquo; Es folgt ein langes Hupen und eine bassige Stimme knistert aus dem Funkger&auml;t &bdquo;Na M&auml;dels, alles klar bei euch?&ldquo; Es dauert nicht lange, dann rei&szlig;t die Funkverbindung auch schon ab. &bdquo;Das war jetzt das letzte Mal, dass ich meinen Mann sehe, dann erst wieder Freitagnacht.&ldquo; Heute ist Dienstag.</span></p>
<p class="p2">
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/von-wegen-soziale-hngematte-deutschland"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/von-wegen-soziale-hngematte-deutschland/20becfbfce0b44d148fc644668bf9318_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/von-wegen-soziale-hngematte-deutschland">Von wegen soziale H&auml;ngematte Deutschland </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Exakt sechs Jahre nachdem Rum&auml;nien und Bulgarien in die EU eingegliedert wurden, schl&auml;gt der deutsche St&auml;dtetag Alarm. Die Armutszuwanderung wird Deutschland auf eine harte Probe stellen. Wir besuchten deshalb die Harzer Stra&szlig;e in Berlin, in die ein komplettes Dorf bei Bukarest umgesiedelt ist.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/bei-rewe-lernst-du-warum-du-stolz-sein-kannst-deutscher-zu-sein"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/bei-rewe-lernst-du-warum-du-stolz-sein-kannst-deutscher-zu-sein/d910d46bb525f211d959dfe446bb79e1_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/bei-rewe-lernst-du-warum-du-stolz-sein-kannst-deutscher-zu-sein">Bei Rewe lernst du, warum du stolz sein kannst, Deutscher zu sein </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Rewe hat sich ein neues Stickeralbum ausgedacht: Es hei&szlig;t &bdquo;Unser Deutschland&ldquo; und verspricht eine &bdquo;Liebeserkl&auml;rung in 180 Stickern&ldquo;. In der Erwartung, ein Patriotismus-Kompendium f&uuml;r den NSU-Nachwuchs zu finden, haben wir es mal getestet.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/parteitag-alternative-fuer-deutschland-berlin"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/parteitag-alternative-fuer-deutschland-berlin/fe6b571bc69e85dd546d26ab09a3fa9e_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/parteitag-alternative-fuer-deutschland-berlin"> An alle alten deutschen Spie&szlig;er, die Angst vor dem Euro haben: Hier kommt eure Partei </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Am Wochenende war Gr&uuml;ndungsparteitag einer neuen Partei&mdash;die Alternative f&uuml;r Deutschland&mdash;und es war deprimierend. Keine K&auml;mpfer, sondern Schisser. Aber wenigstens war die Kartoffelsuppe OK.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/186862</guid>
<author>Kira Ayyadi</author>
<category>stuff, Trucker, Truckerinnen, Fernfahrer, Bianca, LKW, Autobahn, Auto, Sexismus, sex, Frauen, Feminismus, Emanzipation, männer</category>
</item>
<item>
<title>Behinderte Menschen haben in Schweden jetzt ihr eigenes Bier</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/zerebralparese-bier-schweden</link>
<pubDate>Wed, 08 May 2013 10:11:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/783600ec603047e0f62e2460c5135e47.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /></p>
<p class="p1">
	Vor ungef&auml;hr einem Jahr hat die G&ouml;teborgskooperativet f&ouml;r Independent Living (GIL) eine <a href="http://www.vice.com/de/read/diese-spasti-puppe-ist-das-ergebnis-ernsthaften-nachdenkens-0000287-v8n8">behinderte Puppe mit Zerebralparese</a> gemacht, damit die Leute nicht immer so unnat&uuml;rlich nett gegen&uuml;ber Behinderten sind. Ich war mir nicht sicher, was ich von der ganzen Geschichte halten soll; es gibt sicherlich bessere M&ouml;glichkeiten, dies zu erreichen, als eine limitierte Auflage von spastischen Puppen herauszubringen. Aber es kann kein totaler Reinfall gewesen sein, nachdem GIL immer noch Puppen verkauft und gerade eine eigene Behindertenbiermarke herausgebracht hat.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	Das Zerebralparesebier CPA wurde bei der j&auml;hrlichen Whiskeymesse in G&ouml;teborg vorgestellt und hatte seine Premiere danach bei einer der gr&ouml;&szlig;ten skandinavischen Gesundheits- und Pflegemessen. Ich hab keine Ahnung, was Alkohol und Gesundheitsf&uuml;rsorge gemein haben, weswegen ich unseren Freund Anders Westgerd von GIL angerufen habe.</p>
<p class="p1">
	<strong>VICE: Hey Anders. Wie kann Bierbrauen den Behinderten helfen.<br />
	Anders Westgard: </strong>Na ja, es ist Teil davon, wie wir soziopolitisch arbeiten. In den fr&uuml;hen 2000er Jahren entschied in Schweden eine Untersuchung mit dem Namen &bdquo;Patienten zu B&uuml;rgern&ldquo;, dass alle Restaurants, Bars und generell &ouml;ffentliche Orte einfacher zug&auml;nglich sein und alle m&ouml;glichen Hindernisse bis 2010 entfernt werden m&uuml;ssen. Aber als wir 2009 feststellten, dass nichts getan worden war, um &ouml;ffentliche Orte zu verbessern, wollten wir Aufmerksamkeit auf die beschr&auml;nkte Zug&auml;nglichkeit von Bars und Restaurants richten. Denn das sind coole Umgebungen, in denen die Leute gerne herumh&auml;ngen w&uuml;rden.</p>
<p class="p1">
	<strong>Was habt ihr deswegen gemacht?</strong><br />
	Na ja, jeder will ja Teil der Gesellschaft sein&mdash;ein Bier trinken, Spa&szlig; haben und sein Leben leben. Wir machten eine Liste mit drei Bars in G&ouml;teborg, die Behinderte nicht betreten konnten, und schickten ihnen Briefe, die sie dar&uuml;ber aufkl&auml;rten. Wir f&uuml;gten auch eine Bar ein, die einfach zu erreichen war, um ihnen ein gutes Beispiel zu zeigen. Das sind quasi alles Gr&uuml;nde, wieso wir jetzt unser eigenes Bier brauen.</p>
<p class="p1">
	<strong>Ich erinnere mich, dass du das Biertrinken erw&auml;hnt hast, als wir mit dir &uuml;ber die Puppe geredet haben.</strong><br />
	Ja, als wir die Puppe machten, wollten wir, dass die Leute uns mitteilen, wie sie die Probleme in unserer Gesellschaft selber erfahren. Und viele erz&auml;hlten uns, dass sie das Gef&uuml;hl bekommen, angestarrt zu werden, wenn sie in Bars gehen. Wenn du ein Bier trinkst, schauen dich die Leute noch an und wenn du dann zwei, drei, vier trinkst, fangen sie an, moralisch total panisch zu werden. Mit Bier f&auml;llt es uns leichter, ein wenig Raum in Bars einzunehmen, die uns normalerweise nicht zug&auml;nglich sind.</p>
<p class="p1">
	<strong>Wie wurde das Bier bis jetzt so angenommen?</strong><br />
	Es ist ein Erfolg. Bei der Sneak-Peak auf der Whiskeymesse in G&ouml;teborg beispielsweise h&auml;tten wir nicht gedacht, dass sich die Leute besonders f&uuml;r die Message hinter dem Bier interessieren w&uuml;rden. Aber die Besucher dachten, dass das eine schlaue Idee ist, die Probleme, die dahinter stehen, anzusprechen. Und nachdem es ja auch echt ein super Bier ist, waren sie, glaube ich, beeindruckt.</p>
<p class="p1">
	<strong>Und wie haben die Besucher bei der Gesundheits- und Pflegemesse reagiert?</strong><br />
	Sehr positiv. Da geht es irgendwie haupts&auml;chlich darum, wie man das Leben f&uuml;r Behinderte einfacher machen kann. Aber wir wollten den Fokus auf Leben, und wie man das Leben lebt, richten. Du kannst ein Bier trinken, egal wer du bist. Und mit einem Bier in der Hand wirst du du selber und nicht nur deine Behinderung. Also kam es da auch sehr gut an.</p>
<p class="p1">
	<strong>Wie schmeckt es denn?</strong><br />
	Es ist eine Mischung aus India Pale Ale und amerikanischem Pale Ale. Es ist also ein Hybrid aus IPA und APA. Und daher kommt auch der Name: CPA. Es wird au&szlig;erdem aus vier klassischen Hopfensorten gebraut, die alle mit C anfangen&mdash;wie cerebral palsy&mdash;das ist also noch einen anderer Grund f&uuml;r den Namen.</p>
<p class="p1">
	<strong>Das ist genial.</strong><br />
	Wir haben uns bei dem Bier viele Gedanken gemacht. Es ist ein hervorragender Botschafter.</p>
<p class="p1">
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/diese-spasti-puppe-ist-das-ergebnis-ernsthaften-nachdenkens-0000287-v8n8"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/diese-spasti-puppe-ist-das-ergebnis-ernsthaften-nachdenkens-0000287-v8n8/261054b98c48020df7d024a688894b82_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/diese-spasti-puppe-ist-das-ergebnis-ernsthaften-nachdenkens-0000287-v8n8">Diese &bdquo;Spasti-Puppe&ldquo; ist das Ergebnis ernsthaften Nachdenkens</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Im Mai tauchte in G&ouml;teborg, Schweden, eine ziemlich ungew&ouml;hnliche Puppe in den Gesch&auml;ften auf. Laut Verpackung leidet sie an Zerebralparese.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/sex-hilfe-fur-behinderte"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/246e39aefaaea8b5a7f2487c16bdd825.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/sex-hilfe-fur-behinderte">Sex-Hilfe f&uuml;r Behinderte</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Behinderte Menschen werden genauso geil, wie andere Leute auch. Das Problem ist, dass selbst mit einen Partner wegen eingeschr&auml;nkter Motorik manchmal schwierig wird.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-psychonauten-probieren-drogen-aus-an-die-sich-sonst-niemand-herantraut"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/stuff-psychonauten-probieren-drogen-aus-an-die-sich-sonst-niemand-herantraut/68ed1e1b46384ae15fc4cb1e4e356856_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-psychonauten-probieren-drogen-aus-an-die-sich-sonst-niemand-herantraut">Psychonauten probieren Drogen aus, an die sich sonst niemand herantraut</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Wenn du nach einem neuen Hobby suchst und drauf stehst, neue Designerdrogen vor allen anderen zu nehmen, warum wirst du dann nicht einfach Psychonaut?</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/186856</guid>
<author>Caisa Ederyd</author>
<category>stuff, Zerebralparese, Bier, Alkohol, Schweden, Menschenrechte</category>
</item>
<item>
<title>Die Celebrity-Hunde, die mehr Macht haben als wir Normalos</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/die-celebrity-hunde-die-mehr-macht-haben-als-normalos</link>
<pubDate>Mon, 06 May 2013 12:22:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/e193c556e99ab040c0f442e5d7606ba7.jpg" style="font-size: 12px; width: 640px; height: 480px;" /></p>
<p>
	Am Wochenende besuchte ich die <a href="http://petexpooc.org">&bdquo;America&#39;s Family Pet Expo&ldquo;</a> im kalifornischen Costa Mesa. Tausende Leute kommen da jedes Jahr hin, aus einer Vielzahl von Gr&uuml;nden: Sie lieben ihre Haustiere, sie arbeiten ehrenamtlich in Tierrettungsorganisationen oder sie wollen einfach nur hochwertige Visitenkarten f&uuml;r ihre Katzen kaufen. Eine der gr&ouml;&szlig;ten Attraktionen war allerdings das Event der Celebrity-Haustiere&mdash;eine Show mit trainierten Hunden und Katzen aus bekannten Fernsehsendungen.<br />
	<br />
	Wie auch die normalen, nicht-Hunde-dominierten Veranstaltungen, hatte die Messe ihren eigenen Schwarzmarkt: Kurz nachdem ich mich mit dem Rest der nicht-Celebrity-Haustiere und Menschen in die lange Schlange f&uuml;r den Einlass gestellt hatte, n&auml;herte sich mir ein zwielichtiger, nerv&ouml;s aussehender Typ und murmelte mir zu: &bdquo;Wollt ihr ein paar Tickets kaufen?&ldquo; Ja, dieser Typ war ein Haustier-Messen-Schwarzmarkth&auml;ndler. Ich kaufte ein Ticket.<br />
	<br />
	Obwohl ich haupts&auml;chlich wegen der Celebrity-Tiere da war, gab es keinen Mangel an anderer Unterhaltung. W&auml;hrend ich &uuml;bers Messegel&auml;nde spazierte, sah ich mehrere Dackelrennen, streichelte einen acht Kilo schweren Hasen und sah mehr als einen Hund, der besser angezogen war als ich.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/895e864fae33de2972b8a04d2870e455.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /></p>
<p>
	Die Celebrity-Haustier-Show fand auf einer riesigen B&uuml;hne in der Mitte des Messegel&auml;ndes statt. Die Trainer erkl&auml;rten die Schwierigkeiten des Gerangels in der TV-Tier-Branche und f&uuml;hrten die F&auml;higkeiten ihrer Sch&uuml;tzlinge vor. Das Publikum, gr&ouml;&szlig;tenteils bestehend aus Kindern, wurde mit Hunde-Quizfragen in Stimmung gebracht, dann ging der Spa&szlig; los. Als erstes kam Lambchop, ein Pudel-Chihuahua-Mix, besser bekannt als Yakult, der Hund aus der ProSieben-Serie <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Suburgatory">Suburgatory</a></em>. Lambchop hat den klassischen amerikanischen Traum gelebt: Er wurde auf der Stra&szlig;e, extrem abgemagert und dreckverschmiert, von einer Tierrettungsgruppe gefunden, die ihn wieder aufgep&auml;ppelt haben. Kurz danach wurde er f&uuml;r eine Folge von <em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/American_Horror_Story_%E2%80%93_Die_dunkle_Seite_in_dir">American Horror Story</a> </em>gecastet. Offenbar hat er seine Rolle als Scary Dog #2 (oder als was auch immer er gecastet wurde) so gut gespielt, dass er sofort bei Suburgatory genommen wurde und jetzt dort regelm&auml;&szlig;ige Auftritte hat. Und was hast du mit deinem Leben gemacht?<br />
	<br />
	Als n&auml;chstes kam Beatrice, die Franz&ouml;sische Bulldogge, die Stella in <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Modern_Family ">Modern Family</a></em> spielt. Zus&auml;tzlich zu ihrem Schauspieltalent hat Beatrice auch eine Vorliebe f&uuml;rs Schwimmen mit einer winzigen Rettungsweste an. Die Trainer erkl&auml;rten, dass Beatrice nicht ohne die Rettungsweste schwimmen kann, was ein Problem wurde, als sie laut Drehbuch genau das machen sollte. Die L&ouml;sung war ein kleiner, schwimmender Neoprenanzug, der mit Beatrices genauen Markierungen bemalt wurde und dann als unsichtbare Schwimmvorrichtung diente. Das Neueste von Beatrice ist, dass sie gerade lernt, Skateboard zu fahren, was sie den Zuschauern enthusiastisch vorf&uuml;hrte.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/acfebab59066ce96ab67b2fe4d9ca6bd.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /></p>
<p>
	Der Celebrity-Hund-Headliner war Mick, ein Australischer Shepherd-Mix, besser bekannt als Stan, der Hauptcharakter in <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hund_mit_Blog">Hund mit Blog</a></em>. Mick war ganz klar der Publikumsliebling. Als er angek&uuml;ndigt wurde, brauste tobender Applaus auf, der noch lauter und enthusiastischer wurde, als er auf die B&uuml;hne kam, sich hinsetzte, sch&uuml;ttelte und einmal im Kreis drehte. Mick war auch der einzige Celebrity-Hund, der Fragen aus dem Publikum annahm. Die Kinder hatten viele Fragen an die Trainerin, zum Beispiel &bdquo;Wann ist Micks Geburtstag?&ldquo; und &bdquo;Kann er Skateboard fahren?&ldquo;. Ein Kind fragte, ob Mick &bdquo;wirklich bloggt&ldquo;. Die Trainerin argumentierte coolerweise tats&auml;chlich, dass er wirklich blogge, in dem Sinne, dass er gelernt habe, mit seinen Pfoten so auf der Tastatur herumzutapsen, als w&uuml;rde er schreiben. Somit m&uuml;sse man in der Sendung keine Pfotenprothesen benutzen.<br />
	<br />
	Kuma, Micks Double bei Hund mit Blog, war nicht da. Kuma sieht Mick so &auml;hnlich, dass sie an den Tagen einspringen kann, an denen Mick sich nicht so f&uuml;hlt oder zu besch&auml;ftigt mit seinem Pl&uuml;schaffen (seinem Lieblingsspielzeug) ist, um sich aufs Schauspielern zu konzentrieren.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/ba606cf6133d55d7fd859215aba15e5b.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /></p>
<p>
	Nach der Show warteten Fans teilweise eine Stunde lang in der Schlange, um die Celebrity-Tiere zu treffen und sich mit ihnen fotografieren zu lassen. Viele der Fans waren Kinder, aber auch eine ganze Menge Erwachsener waren da. Ein Typ rief &bdquo;Wartet gef&auml;lligst, bis ihr dran seid!&ldquo;, als ein Paar sich unabsichtlich vorgedr&auml;ngelt hatte. Dann sagte er, laut genug f&uuml;r die ehrenamtlichen Sicherheitsleute: &bdquo;Die Sicherheitsleute achten einfach nicht drauf.&ldquo;<br />
	<br />
	Die Fans kamen mir so gl&uuml;cklich vor &uuml;ber die M&ouml;glichkeit, ein Foto mit den Celebrity-Hunden zu machen, dass ich mich zu ihnen in die Schlange gesellte. Es hat so 30 Minuten gedauert, aber das war es wert, um im Ruhm der Hunde zu baden, die in ihren kurzen Leben einen h&ouml;heren Bekanntheitsgrad als 99 Prozent aller Menschen erreicht haben. Das, und ich habe m&ouml;glicherweise &bdquo;versehentlich&ldquo; mein Drehbuch auf Micks Schreibtisch liegen gelassen.</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/the-cute-show/dog-grooming-expo"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/dog-grooming-expo/a2cf2d8005406b790bd9ae250831d181_thumb.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/the-cute-show/dog-grooming-expo"> Rasierte Hunde</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Neulich haben sich ein paar Hundefans zusammengefunden und ihre Hunde zurechtfrisiert, sodass sie wirklich nach allem M&ouml;glichen aussahen, nur nicht nach Hunden.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/fotos-hunde-mit-peruecken"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/fotos-hunde-mit-peruecken/3af8a5fe2877979a45ef4fa490495071_vice_670.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/fotos-hunde-mit-peruecken"> Hunde mit Per&uuml;cken!</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Gibt es etwas Am&uuml;santeres als verkleidete Hunde? Wir glauben kaum.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/shorties/shorties-the-westminster-dog-show-on-acid"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/shorties-the-westminster-dog-show-on-acid/be3f17ef3cbfd29782a2b72cc11be98c_thumb.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/shorties/shorties-the-westminster-dog-show-on-acid"> Auf LSD auf einer Hundeshow</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Eine Hundeshow auf LSD ist wie die H&ouml;lle, nur voll mit Hunden, die mehr Aufmerksamkeit bekommen, als 40% der restlichen Welt.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/186550</guid>
<author>Allegra Ringo</author>
<category>stuff, Hunde, tv, Fernsehen, Promi, Tiere, Tierquälerei</category>
</item>
<item>
<title>Erst Party, dann Revolution: Der erste Mai in Kreuzberg</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/erst-party-dann-revolution-der-1-mai-in-kreuzberg</link>
<pubDate>Fri, 03 May 2013 11:28:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/addcd39c0cd1a4f737674efd4574aa08.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p>
	Berlin ist nie so viel Berlin, wie am ersten Mai; ebenso wie &uuml;brigens Kreuzberg. Dabei sollte man die Stadt nicht mit randalierenden, schwarzen Hoodies und genauso wenig mit zusammengepanschten Mojitos aus Plastikbechern gleichsetzen, aber irgendwas an diesem Tag f&auml;ngt einfach perfekt die Essenz Berlins ein. Zumindest meiner Meinung nach. Dieses Spiel aus Sirenen, zersplitterndem Glas und Techno-Beats, das sich &uuml;ber das Kottbusser Tor erbricht, ist ziemlich genauso wie an jedem anderen Wochenende. Aber es geht ja auch nicht darum, wo alles endet, sondern wie wir dort hin kommen.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/4e8e8d2bc0e3ac1747f7a57759b09c73.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Es gibt keine bessere Gelegenheit, um sich auf eine Millionen verschiedene Arten einfach mal gehen lassen kann, als der erste Mai; Genauso wie dein Trommelfell, deine Leber und deinen Kontostand. Wir sind deshalb losgezogen, um uns in den Wahnsinn zu st&uuml;rzen und an so vielen Orten wie m&ouml;glich zu herumzutollen. Als erstes sind wir zum Soundtunnel an der Oranienstra&szlig;e, wo ein paar Arthritiker ziemlich angestrengt die Rockg&ouml;tter verehrten.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/0b193c5a74ea168a0a3d83193287b446.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Andere Zuschauer waren weniger begeistert. Ich war immer der Meinung, sich ein schickes Kleid anzuziehen kann echt riskant sein; sowohl auf ein gute, als auf eine schlechte Art. Klar, ein lustiger Tanzstil ist unfassbar viel lustiger, wenn du als Gorilla verkleidet bist, aber eine kleine Indiskretion und du verst&auml;rkst das Ganze hoch oh schei&szlig;e. Diese stehende Mittagspause hier beispielsweise, w&auml;re wahrscheinlich unbemerkt geblieben, wenn es nicht diese unkontrollierte Haarsituation gegeben h&auml;tte. Zum Gl&uuml;ck hatte er diese kleine, pinke Ukulele als Retter, die garantierte, dass er auf der richtigen Seite von Geil blieb.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/1e86f2b7b16d132a8402f8c8b2536f6f.jpg" /><br />
	<br />
	Der erste Mai ist f&uuml;r mich auch immer der Sommeranfang. Wenn der Wintermantel ein f&uuml;r alle Mal eingemottet wurde, k&ouml;nnen wir wieder aus dem Gef&auml;ngnis unserer Wohnungen ausbrechen und eine Welt voller M&ouml;glichkeiten begr&uuml;&szlig;en. &Ouml;ffentliche Schaumb&auml;der sind dabei nur der Anfang ...</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/b8b2a5e0e463efc31a1e488abfe1b9dd.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Diese Typen hier f&uuml;hlten die kalten Monate wahrscheinlich st&auml;rker als die meisten. Du willst wohl nicht neben ihnen wohnen, wenn sie den ganzen Winter lang trainieren. Aber jetzt ist es Zeit die T-Shirts auszuziehen und Saltos zu machen, wie dieser brasilianische Hau den Lukas hier. Meister Proper auf der rechten Seite hatte tats&auml;chlich Capoeira auf seiner Brust t&auml;towiert. Solche Brustmuskeln m&uuml;ssen wirklich hervorragende Werbetr&auml;ger sein.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/c621b18633c84eedd7bace28e242b087.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Zur&uuml;ck an ihrem rechtm&auml;&szlig;igen Sommerort, hatten die weniger r&uuml;stigen unter uns genauso viel Spa&szlig; wie der Rest. Man h&ouml;rte keine Wort, aber ihre silbernen Schnurrb&auml;rte bewegten sich und ich nehme an, dass alle Fehler der Welt wieder ausgeb&uuml;gelt waren.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/40f1a7c0af27d2b9cb572a6a16e0f8d5.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Ob als Pfandpirat, der seine gr&ouml;&szlig;te Ernte dieses Jahr einf&auml;hrt oder als pl&uuml;ndernder, mexikanischer Koch, konnte quasi jeder mit einem Bollerwagen ein Tag lang ein zweitklassiger Gesch&auml;ftsmann werden. So sehr ich diesen Versuch eines Sombreros, die Oberlippenparty und die Betonung des Worts Chili auf dem Schild, zu sch&auml;tzen wei&szlig;, machte dieser Metallkanister doch den Eindruck, als w&uuml;rde dort drinnen etwas lauern, das jedem der hineinschaut eine ganze Menge Schmerzen bereitet.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/f479b7a2b15f1c34a453a2b2fbe3fb4b.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Dieses Foto ist der Grund, wieso ich Kreuzberg liebe. Es mag zwar der teuerste Stadtteil geworden sein, aber ohne solche Helden w&auml;re es noch zehn Mal schlimmer. Mit dieser einfachen Hund-als-Baby-verkleiden Aktion haben sie wahrscheinlich mehr Investoren vertrieben, als die Antifa je zu tr&auml;umen wagen w&uuml;rde. Seiner eigenen Genialit&auml;t nat&uuml;rlich voll bewusst, schaffte es der Vater hervorragend die ganze Zeit ein ernste Mine aufzusetzen, w&auml;hrend er heimlich die Best&uuml;rzung feierte, die sein kleiner Bello hervorrief.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/0821cc1e0c32b3eba95dbda81ce5f8da.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Vor der Core-Tex B&uuml;hne hatte die Stunde des Moshpits noch nicht ganz geschlagen. Aber nachdem die Teufelsh&ouml;rner und Kiss Zungen anfingen aufzutauchen, war klar, dass es nicht mehr lange dauern konnte.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/9b19be38e947d1d3aa45f82a957be678.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Allein die Dichte der Menschen bedeutete, dass Handys bald schon ziemlich &uuml;berfl&uuml;ssig waren. Ohne Signal konntest du schnell in einem Meer aus K&ouml;rpern und Plastikbechern verloren gehen; jeder spielte das Soll-ich-bleiben-und-warten oder Gehen-und-Suchen-Spiel. Bis dieser Typ hier mit seinem grotesken &bdquo;Land Ahoi!&ldquo; f&uuml;r ein wenig komische Erleichterung sorgte, immer und immer und immer wieder.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/cfbd0009278d8f871a355518aed3dc76.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Und dann war da dieses herausragende, kleine Stillleben! Nicht nur, dass es auf einen Schlag die neue Jahreszeit des Freiluftbieren und Eiscremewaffeln einl&auml;utete, aber es schien auch mehr Fragen aufzuwerfen, als es beantwortete. Hatte dieselbe Person sowohl das Sterni getrunken, als auch das Stracciatella gegessen? Oder war es einfach das beste Gegens&auml;tze-ziehen-sich-an Paar? Oder vielleicht, um der Vernunft willen, funktionierten die Handys wieder ...?</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/23b22686e1e1b1feefae48f4619be612.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Demonstranten und Polizei versammelten sich jetzt um den Lausitzer Platz herum, um den gro&szlig;en Marsch zu veranstalten. Die Typen auf der Mauer f&uuml;hrten einen stilleren Protest durch; &uuml;ber der Polizei, genau au&szlig;erhalb ihrer Reichweite, schauten sie, wer den gr&ouml;&szlig;ten Joint bauen kann.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/df47b9a56dbd17a31de5c064c2b0eee1.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Die Stimmung auf der Demo war eindeutig angespannt. Es war eine beindruckende Ansammlung Linker, von Red-Bull angetriebener Ex-DDRler und Freizeit Antifas, zu Studenten und quasi jedem dazwischen.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/7e52e9b2f968307a2e026f5078191beb.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p>
	Es war beruhigend zu sehen, wie viele Unzufriedene in unseren apathischen Zeiten, ihren Unmut &uuml;ber das System kund taten. Ich ging jeden sozialistischen Schritt mit ihnen den Weg entlang, aber die ganze Geschichte war ziemlich grimmig, deshalb verlie&szlig;en wir die Demo, um noch ein paar gute Moment zu finden, bevor die Sonne unterging.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/12ee3a1137c440522cfa858950f5e8bf.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	In vergangenen Zeiten l&auml;utete der erste Mai auch die Zeit der Open-Airs generell und vor Allem der Bar 25 ein. Und auch wenn Party Karl Marx sagte, dass sich die Clubs immer wiederholen, zuerst als Trag&ouml;die und danach als Farce; die Wiederer&ouml;ffnung des Gel&auml;ndes als Holzmarkt war immer noch etwas, das wir uns anschauen mussten. Das Konfetti war so allgegenw&auml;rtig wie immer und es gab eine echt abgefahrene neue Ebene von Dancemoves. Mein s&uuml;&szlig;es, traditionelles Grinsen und die halbherzige Diskofaust waren keine Gegner f&uuml;r diese beiden Funkmaster. Da ich das Gef&uuml;hl hatte, absolut unverdient auf der Plattform zu stehen, war es Zeit f&uuml;r mich nach Hause zu gehen.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/91155c74a8dfa12654dded218c228b57.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Wenn du etwas echt geheimes machst, sagen wir mal Drogen auf der Stra&szlig;e zu ziehen, gibt es zwei Denkrichtungen. Das Alte Testament der Koksnasen besagt, dass du so unauff&auml;llig wie m&ouml;glich seien musst und dadurch unbemerkt bleibst. Die reviosionistische Schule hingegen besagt, dass du einfach dreist und frech wie m&ouml;glich sein musst, weil dich niemand bemerken wird, wenn du einfach so tust als h&auml;ttest du keine Probleme damit. Eine beleuchtete Telefonzelle zu benutzen um sich die Nase zu pudern, zeigt, dass diese beiden Avantgardisten offensichtlich letzterer angeh&ouml;ren.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/a9ae5a7de206757096319dc62fc1e2f6.jpg" /><br />
	<br />
	Dieser einsame Polizeimann warf neben der Wackelente und dem Federpferd einen langen Schatten, als er Wache hielt, w&auml;hrend die Feierw&uuml;tigen in ihre Betten zur&uuml;ckkehrten. Ihr Kater wird sich zwar genau gleich anf&uuml;hlen, aber es war trotzdem ein Tag, an dem man aus seiner Routine ausbrechen und Blicke in andere Szenen werfen konnte. Es war ein ereignisreicher und aufstandsloser Tag; ein wunderbar chaotischer Schaukasten f&uuml;r Berlin und seine verschiedenen, technicolorfarbenen St&auml;mme.<br />
	&nbsp;</p>
<p>
	<em>Fotos von Grey Hutton</em></p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/vice-news/wer-ist-die-radikale-linke"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/vice-news-radikale-linke-trailer/11d68b6ab8b608ccc2504307bd941ae3_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/vice-news/wer-ist-die-radikale-linke">Wer ist die radikale Linke?</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Wer oder was ist die radikale Linke? Wer steckt hinter der Randale am ersten Mai? Was sind die Argumente f&uuml;r Pflastersteine und entglaste Banken? Was bewegt Leute stundenlang auf irgendwelche Sitzungen zu sitzen, um Stasirentner mit jungen Kurden zusammen zu f&uuml;hren oder autonome Spr&uuml;her mit DKPlern?</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/im-knast-offener-strafvollzug-gefaengnis"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/im-knast-offener-strafvollzug-gefaengnis/2ee3c3bd347995715401f75e5737b30e_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/im-knast-offener-strafvollzug-gefaengnis">Noch im Knast, aber fast schon drau&szlig;en: im offenen Strafvollzug </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Christopher ist verurteilter Gewaltverbrecher, sitzt aber nur so halb im Knast&mdash;n&auml;mlich im offenen Vollzug, wo er lernen soll, sich wieder an das Leben drau&szlig;en zu gew&ouml;hnen. Das ist wie an einer langen Leine, sagt er. Man schnuppert an der Freiheit und die wird einem wieder entzoge</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/bayern-polizei-mord-korruption-suizid-rassismus"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/bayern-polizei-mord-korruption-suizid-rassismus/5791625b5b41cab1c1754a76a152f31d_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/bayern-polizei-mord-korruption-suizid-rassismus">Bayerns Polizei haut auch mal drauf, wenn&#39;s sein muss </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Die bayerische Polizei hat in ganz Deutschland den Ruf, das Verbrechen gnadenlos und rigoros zu bek&auml;mpfen. Ab und an gehen sie aber auch genauso gnadenlos gewaltt&auml;tig gegen Behinderte, Blinde, Betrunkene, Selbstmordgef&auml;hrdete und Kinder vor. Eine Chronologie.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/186370</guid>
<author>Luke Atcheson</author>
<category>stuff, Berlin, 1.Mai, polizei, Kreuzberg</category>
</item>
<item>
<title>Psychonauten probieren Drogen aus, an die sich sonst niemand herantraut</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/stuff-psychonauten-probieren-drogen-aus-an-die-sich-sonst-niemand-herantraut</link>
<pubDate>Thu, 02 May 2013 12:55:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/67767ad2986a757b81ddef16fc43eee3.jpg" style="width: 640px; height: 380px;" /><br />
	<em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/JWH-018">JWH-018</a> Puder</em><em>. (Photo <a href="http://www.erowid.org/chemicals/show_image.php?i=cannabinoids/jwh-018_powder__i2009e0240_disp.jpg" target="_blank">via</a>)</em></p>
<p>
	Wenn du nach einem neuen Hobby suchst und drauf stehst, neue Designerdrogen vor allen anderen zu nehmen, warum wirst du dann nicht einfach Psychonaut? Mach mit und du kannst high von Drogen werden, die noch nicht einmal reguliert sind. Klingt ziemlich d&auml;mlich und gef&auml;hrlich, aber immerhin landest du nicht im Knast, weil du etwas aus &bdquo;Forschunggr&uuml;nden&ldquo; ausprobiert hast.<br />
	<br />
	Generell scheinen Psychonauten sich in zwei Lager aufzuspalten. Die Einen sagen, dass sie die Drogen ausprobieren, um den Effekt zu dokumentieren und zu sehen, ob es ungef&auml;hrlich f&uuml;r andere ist. Die andere (selbstverherrlicherende) Fraktion behauptet, Psychonaut zu sein bedeute, die Grenzen des Verstandes auszutesten.<br />
	<br />
	Ein paar Beispiele der Designerdrogen sind <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/25I-NBOMe">25I-NBOMe</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/JWH-018">JWH-018</a> oder <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Dimethocaine">Dimethocaine</a>. Obwohl man damit sehr viel Spa&szlig; haben kann, sind sie um einiges gef&auml;hrlicher als das, was sie ersetzen&mdash;respektive LSD, Gras oder Kokain. Der LSD-Ersatz, 25I-NBOMe, wird in Mikrogramm gewogen, was die Dosierung mit blo&szlig;em Auge unm&ouml;glich macht. Leichtsinnige Dosierungen haben bereits zu <a href="http://www.erowid.org/chemicals/2ci_nbome/2ci_nbome_death.shtml">f&uuml;nf Todesf&auml;llen</a> im letzten Jahr gef&uuml;hrt, die mit 25I-NBOMe in Verbindung gebracht werden.<br />
	<br />
	Trotz der Risiken, behauptet eine Reihe von verantwortungsbewussten Drogenkonsumenten auf <a href="http://www.erowid.org/">Erowid</a> (eine Website, die sich mit psychoaktiven Pflanzen und Chemikalien besch&auml;ftigt), dass diese neue chemische Droge, die sie testen, total viel Spa&szlig; macht, solange du nicht durchdrehst und sie falsch dosierst. Ich habe &uuml;ber Erowid ein paar Psychonauten kontaktiert und sie gefragt, warum sie sich selbst zu Laborratten f&uuml;r irgendwelche Leute da drau&szlig;en machen, die kleine T&uuml;tchen mit komischem Puder drin im Internet kaufen wollen.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/801577b3dd121a3f393a1b3ec24e69f6.jpg" style="width: 640px; height: 425px;" /><br />
	<em>Noch mehr JWH-018 Puder.</em></p>
<p>
	<strong>VICE: Hi Hammilton. Warum willst du diese ganzen neuen, ungetesteten Chemikalien ausprobieren?</strong><br />
	<strong>Hammilton: </strong>Ich mag die Idee, dass ich der erste bin, der diese Zusammensetzungen probiert, dass noch nie ein Mensch vor mir das gemacht hat. Dimethocaine ist tats&auml;chlich nicht einmal eine gute Droge&mdash;h&ouml;chstens mittelm&auml;&szlig;ig. Aber ich hatte immer das Gef&uuml;hl, das ist so mein Baby, einfach weil ich sie zum allerersten Mal getestet und dann dar&uuml;ber gepostet habe, was dazu f&uuml;hrte, dass sie heute von so ziemlich allen Chemieanbietern verkauft wird. Normalerweise verkaufen die alle Lidocaine mit ein bisschen Koffein, statt Dimethocaine.<br />
	<br />
	<strong>Das ist alles, was du machst?</strong><br />
	Ja. Aber ich habe das Gef&uuml;hl, ich h&auml;tte mir auch die weniger giftigen Derivate damals ansehen und stattdessen dar&uuml;ber posten sollen. Weil jetzt wird, statt der wahrscheinlich weniger giftigen Dimethocaine-Para-Desamino-Nachbildung, die potentiell gef&auml;hrlichere Zusammensetzung verkauft. Ich habe aber vor kurzem festgestellt, dass die Desamino-Nachbildung kein so starker Stimulant ist, also ist das vielleicht auch irrelevant.<br />
	<br />
	<strong>Was immer du da sagst. Hast du mal schlechte Erfahrungen beim Testen der Drogen gemacht?</strong><br />
	Ich hatte furchtbare Erlebnisse mit synthetischen Cannabinoiden. Bevor man wusste, dass JWH-018 der Zusatz war, den man in Spice verkauft&mdash;und bevor Spice &uuml;berhaupt beliebt wurde&mdash;habe ich ein bisschen JWH-018 besorgt, um es zu rauchen und mit Spice zu vergleichen. Ich wusste damals nicht genau, wie die Dosierung sein sollte, aber es war definitiv zu viel. Es l&ouml;st Angstausbr&uuml;che aus und eine kleine &Uuml;berdosis brachte mir eine ausgewachsene Panikattacke.<br />
	<br />
	<strong>Oh Mann. Danke, Hammilton.</strong></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/8143a7fdb440dff3480421d2c2121108.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<em>Ein paar 25I-NBOMe Pappen.</em></p>
<p>
	<strong>Hi Greg. Was ist ein Psychonaut?</strong><br />
	Greg: Diejenigen, die am Gedankenprozess zu Gedanken selbst teilhaben. Obwohl man auch ein Psychonaut sein kann, ohne &uuml;berhaupt Substanzen zu nehmen, um eine spirituelle Erfahrung zu machen, w&uuml;rde ich sagen, das ist so &auml;hnlich, wie sich K&uuml;nstler zu nennen und immer nur ein Objekt malen. Psychonautismus hat viel damit zu tun, viele verschiedene Perspektiven des Verstandes zu erfahren.<br />
	<br />
	<strong>Klingt ziemlich tiefgehend. Warum nimmst du diese Drogen?</strong><br />
	Am Anfang dachte ich, dass ich mich damit in solche komischen Bewusstseinszust&auml;nde versetzen k&ouml;nnte, wie wenn ich Schlafentzug habe, in einem tiefen Meditationszustand oder sehr inspiriert f&uuml;r meine Kunst bin. Aber bei meiner ersten Erfahrung&mdash;Psilocybin&mdash;habe ich gemerkt, dass meine Erwartungen komplett zerschmettert werden w&uuml;rden und dass man diese Substanzen ernst nehmen muss.<br />
	<br />
	<strong>Was ist deine Lieblingsdroge?</strong><br />
	Ich mag DMT, weil ich das nehmen kann und dann 15 Minuten lang komplett woanders bin. Dann kann ich mich den Rest des Tages mit diesen 15 Minuten besch&auml;ftigen. Andere Substanzen, die l&auml;nger anhalten, enden normalerweise damit, dass ich sehr m&uuml;de und fertig von der Erfahrung bin.<br />
	<br />
	<strong>Hast du illegale Drogen genommen, bevor du dich entschieden hast, Psychonaut zu werden?</strong><br />
	Ich war immer von Psychologie fasziniert und als ich dann mit Marihuana in Ber&uuml;hrung gekommen bin&mdash;nachdem ich es ungef&auml;hr ein Jahr lang in meiner Freizeit mit Freunden geraucht habe&mdash;habe ich angefangen, es in Kombination mit Musik f&uuml;r innere Entdeckungstouren zu nutzen. Jede weitere Erfahrung danach war Psychonautismus.<br />
	<br />
	<strong>Also findest du, dass Psychonaut zu sein eher ein Lebensstil ist und nicht einer Gruppe von Laborratten anzugeh&ouml;ren, die neue Drogen testen?</strong><br />
	Ich glaube, dass Leute, die die unterschiedlichen Effekte der Chemikalien aufs Gehirn untersuchen, den kleineren Teil der Psychonauten ausmachen. Die gr&ouml;&szlig;ere Gruppe konsumiert die historischen Sachen&mdash;<a href="http:// http://de.wikipedia.org/wiki/Ayahuasca">Aahuasca</a>, Psilocybin, Mescalin, LSD&mdash;als Mittel, um spirituelle, interpersonelle und psychologische Offenbarungen zu finden.<br />
	<br />
	<strong>Wow, OK. Danke, Greg.</strong></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/40858e47504ae48d72fe8f0aa0e11d93.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /><br />
	<em>Jack und ein Beutel voller Etizolam, Adderall, 25C-nBome, 2c-T-2 und 2-HO-DiPT.</em></p>
<p>
	<strong>Hi Jack. Wie definierst du einen Psychonauten?</strong><br />
	<strong>Jack:</strong> Das ist ein bisschen unklar. In gewisser Weise kann man einen Psychonauten einfach als eine Person definieren, die die psychedelische Erfahrung mehr genie&szlig;t als die Durchschnittsperson&mdash;jemand, der es nicht einfach konsumiert, um sich abzuschie&szlig;en, sondern der es f&uuml;r spirituelle Zwecke nutzt. Aber ich kenne wirklich niemanden, der Drogen nicht auch zum Spa&szlig; haben nimmt, deshalb ist es ziemlich schwierig, eine klare Grenze zwischen Psychonauten und Anderen zu ziehen.<br />
	<br />
	<strong>Also bist du ein Psychonaut oder ein Psychonicht? Warum nimmst du pers&ouml;nlich Forschungschemikalien?</strong><br />
	Es ist leicht, sie zu besorgen, billig, der Reinheitsgrad ist ziemlich sicher hoch&mdash;h&ouml;her als bei Acid, was du auf der Stra&szlig;e bekommst, oder Ecstasy zumindest&mdash;und es ist so halblegal.<br />
	<br />
	<strong>Kannst du ein paar deiner Lieblingsdrogen beschreiben?</strong><br />
	Klar&mdash;4-aco-dmt ist so &auml;hnlich wie Pilze und sehr angenehm. Dpt ist tiefgr&uuml;ndig und dunkel, bk-mdma oder 6-apb sind so wie Ecstasy, 2c-c ist oberfl&auml;chlich, aber macht sehr viel Spa&szlig;, w&auml;hrend 2c-t-2 und 2c-t-4 unglaublich erf&uuml;llend sind.<br />
	<br />
	<strong>Machst du dir jemals Sorgen wegen der Gefahren?</strong><br />
	Nicht wirklich. Ich nehme nur Mikrogramm-Dosierungen von Drogen, die ich noch nicht probiert habe und es spricht sich ziemlich schnell herum, wenn etwas gar nicht geht, so dass du wei&szlig;t, was du vermeiden solltest.<br />
	<br />
	<strong>Glaubst du, dass Psychonaut zu sein ein Lebensstil ist?</strong><br />
	Es ist nicht wirklich ein Lebensstil, nein. Ich nehme gerne Drogen, aber die meisten meiner Freunde nicht. Ich glaube, es h&auml;ngt davon ab, wo du bist und was f&uuml;r Freunde du hast.</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/wie-man-sehr-viele-drogen-verkauft"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/wie-man-sehr-viele-drogen-verkauft/66b5aba033599e6ebb8aebf0bf144f38_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/wie-man-sehr-viele-drogen-verkauft">Wie man sehr, sehr viele Drogen vertickt</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Habt ihr euch jemals gefragt, wie man Drogen im Wert von 100.000 Dollar in einer Woche vertickt? Wir haben einen New Yorker Dealer mit der Kamera begleitet und uns von ihm seine Geheimnisse verraten lassen.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/fotografische-klischees-du-und-dein-cannabis-teil-2"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/fotografische-klischees-du-und-dein-cannabis-teil-2/87e5750bcef5ae164e00643891f23af4_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/fotografische-klischees-du-und-dein-cannabis-teil-2">Fotografische Klischees: Du und dein Cannabis</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Ja, dieses Klischee haben wir bereits behandelt, aber dieses Mal haben wir uns in unserem eigenen Archiv umgeschaut.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/frage-des-tages-was-ist-deine-lieblingsdroge"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/frage-des-tages-was-ist-deine-lieblingsdroge/16286e5b69e7ff2d0839cf2c1b30c6b9_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/frage-des-tages-was-ist-deine-lieblingsdroge">Frage des Tages - Was ist deine Lieblingsdroge?</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Seid ihr gerne besoffen? Oder bekifft? Oder zugedr&ouml;hnt mit MDMA? Wir haben die Leute auf der Stra&szlig;e gefragt.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/186229</guid>
<author>William Alexander</author>
<category>stuff, Drogen, Designerdrogen, High, Psychonauten, Spice, Druff</category>
</item>
<item>
<title>Al-Qaida will Afrika</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/al-qaida-will-afrika-0000474-v9n4</link>
<pubDate>Thu, 02 May 2013 06:25:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/3bafe501aeb0bbd7faa21ea67c09ef67.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /><br />
	<em><span style="font-family: Arial; font-size: 11px; line-height: 16px;">Malische Soldaten patrouillieren in den Stra&szlig;en von Gao. (AP Foto/Jerome Delay)</span></em></p>
<p>
	<font color="#000000" face="Arial"><span style="font-size: 35.45454406738281px; line-height: 25px;">I</span></font>m Februar hat sich die malische Armee der versammelten Presse pr&auml;sentiert, nachdem sie erfolgreich die islamistischen Aufst&auml;ndischen in der Stadt Gao in der Sahara zur&uuml;ckgeschlagen hatte. Journalisten aus der ganzen Welt standen in einem staubigen Gerichtssaal mitten in der Stadt. Gao ist eine konservative Stadt, wo sogar sechs Monate alte S&auml;uglinge Hidschab tragen. Und seit letztem Jahr ist sie der Schauplatz erbitterter K&auml;mpfe in einem internationalen Konflikt, der weit &uuml;ber Mali und seine 15 Millionen-Bev&ouml;lkerung hinausreichen k&ouml;nnte, und der verhindern soll, dass al-Qaida in Afrika Fu&szlig; fasst.<br />
	<br />
	Die Pressetour sollte eine Art Siegesfeier sein, und die franz&ouml;sischen Soldaten, die die malischen Truppen im vorangegangenen Kampf milit&auml;risch unterst&uuml;tzt hatten, standen schweigend am Rande des zentralen Gerichtsgeb&auml;udes in Gao und sahen am&uuml;siert zu, wie die Malier die Reporter &uuml;ber das Schlachtfeld f&uuml;hrten. Gendarmen, &uuml;ber und &uuml;ber beh&auml;ngt mit Munitionsg&uuml;rteln, f&uuml;hrten die Journalisten durch das Geb&auml;ude, zeigten auf abgerissene K&ouml;rperteile und tote Dschihadisten, die zusammengekr&uuml;mmt auf dem Boden lagen. Ein Soldat zeigte auf einen abgerissenen Kopf, der mit dem Gesicht nach unten im Staub lag. &bdquo;War das ein Malier?&ldquo;, fragte ich. Der Gendarm drehte den Kopf mit dem Fu&szlig; um und sah sich das Gesicht an. Aus dem Mund tropfte dunkles Blut und eine Fliege krabbelte in die Nase. &bdquo;Nein, vielleicht Algerier oder Nigerianer&ldquo;, sagte der Gendarm und grinste stolz. Ganz in der N&auml;he, in der Stadthalle, neben einem K&ouml;rper, der auf einer Treppe&mdash;&uuml;ber seine Maschinenpistole gebeugt&mdash;kauerte, zeigten die Soldaten auf eine breite Blutspur, die an der Wand hoch und die Decke entlang verlief. &bdquo;Selbstmordattent&auml;ter&ldquo;, sagten sie. &bdquo;Da ist sein Kopf.&ldquo; Es war eher ein Gesicht als ein Kopf, das mit verwirrtem Gesichtsausdruck zerknittert und mit staubigem Stirnrunzeln auf dem Boden lag und durch die Explosion vom Sch&auml;del gerissen worden war. Der Kameramann vermied es bewusst, diesen Anblick zu filmen. &bdquo;Das d&uuml;rfen wir sowieso nicht im Fernsehen zeigen&ldquo;, sagte sp&auml;ter einer der Reporter. &bdquo;Da kann man sich die M&uuml;he gleich sparen.&ldquo;</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/ef62c710e493a0c8ff8672aaf33741de.jpg" style="width: 640px; height: 517px;" /></p>
<p>
	<span style="float:left;color:black;font-size:35px;line-height:25px;padding-top:1px;padding-right:5px;font-family: Arial;">K</span>urz vor unserer grausigen Tour war ich nach Mali ge&shy;reist, um zu sehen, was der franz&ouml;sische Milit&auml;reingriff f&uuml;r Folgen gehabt hatte. Ich sollte mit einem franz&ouml;sischen Milit&auml;rkonvoi von der Hauptstadt Bamako nach Gao fahren: eine f&uuml;nft&auml;gige Fahrt durch die W&uuml;ste. Wir w&uuml;rden der erste Konvoi sein, der die Stadt erreicht, wo in den vorangegangenen sechs Monaten al-Qaida und ihre Verb&uuml;ndeten vor Ort die Macht an sich gerissen und eine islamistische Theokratie errichtet hatten, indem sie versuchten, den Jugendlichen den Dschihad einzutrichtern und den Einheimischen mit Peitschen und Schlachtermessern die Gesetze der Scharia einzubl&auml;uen. Die franz&ouml;sischen Truppen hatten die Stadt schlie&szlig;lich zur&uuml;ckero&shy;bert, mit Kampfjets und Kriegshubschraubern, und wir brachten ihnen Lebensmittel, Wasser in Flaschen und Stromgeneratoren: die plumpen, logistischen Ann&auml;herungsversuche einer modernen Armee, die versucht, einen Fu&szlig; in die T&uuml;r zu kriegen. W&auml;hrend wir durch die Sahara fuhren, kamen immer wieder Dorfbewohner aus ihren H&uuml;tten und begr&uuml;&szlig;ten uns als Befreier, wobei sie die franz&ouml;sische Flagge schwenkten und riefen: &bdquo;Vive la France!&ldquo; Und: &bdquo;Danke, danke!&ldquo; Aber je mehr man sich Gao n&auml;hert, desto mehr w&auml;chst auch der islamistische Einfluss, und ich sollte bald merken, dass nicht alle Einheimischen ihre franz&ouml;sischen Retter mit derselben Begeisterung empfingen.<br />
	<br />
	Offiziell begann der Krieg im Januar 2012, als eine Rebellengruppe der Tuareg, eines nomadischen W&uuml;stenstamms aus der Sahara, wichtige St&auml;dte im Norden von Mali eroberte, den unabh&auml;ngigen Staat der Tuareg ins Leben rief und ihn &bdquo;Azawad&ldquo; taufte. Ihre Armee bezeichnete sie als Nationale Bewegung zur Befreiung des Azawad (MNLA), und sie agierte als eine s&auml;kulare politische Gruppe, selbst wenn die Tuareg in Mali haupts&auml;chlich Muslime sind, denen aber&mdash;im Gegensatz zu den Strenggl&auml;ubigen&mdash;nicht verboten ist, Unzucht zu treiben und von Zeit zu Zeit Alkohol zu genie&szlig;en. Bald ging sie eine Zweckgemeinschaft mit einer Kombination verschiedener Dschihadistengruppen ein, die ebenfalls in der Region t&auml;tig waren: der Bewegung f&uuml;r Einheit und Dschihad in Westafrika (MUJAO), der islamistischen Tuareg-Fraktion Ansar Dine und al-Qaida im islamischen Maghreb (AQIM). Ebenso wie Afghanistan in den 1990er Jahren dienten Malis n&ouml;rdliche Gebiete Afrikas engagiertesten Terroristengruppen als Tummelplatz und Refugium, um von hier aus den Dschihad zu planen, Kokain nach Europa zu schmuggeln und westliche Geiseln zu nehmen und horrende L&ouml;segelder zu erpressen. Obwohl die Tuareg schon immer Nomaden waren, fordern sie bereits seit 50 Jahren ein eigenes Territorium. Und so wollten sie, laut der Einigung zwischen der MNLA und den Dschihadisten-Gruppen, dieses neue Gebiet und die neue Grenze Seite an Seite beherrschen: Die Islamisten sollten die Tuareg dabei unterst&uuml;tzen, ihr Recht einzufordern, w&auml;hrend diese ihnen im Gegenzug daf&uuml;r erlaubten, im Gebiet von Azawad das islamische Gesetz durchzusetzen.<br />
	<br />
	Aber nachdem sie einige Monate lang die n&ouml;rdlichen St&auml;dte Bamako, Kidal und Gao gemeinsam regiert hatten, wandten sich die Dschihadisten gegen ihre weltlichen Verb&uuml;ndeten, entmachteten die MNLA und errichteten ihre eigenen islamistischen Emirate, in Konkurrenz zueinander und mit einer st&auml;rkeren Konzentration auf islamistische Regeln. Timbuktu wurde von Ansar Dine eingenommen, die jede Art von Musik in der Stadt verboten, die einst f&uuml;r ihre Musik so ber&uuml;hmt gewesen war, w&auml;hrend Gao, die gr&ouml;&szlig;te Stadt im Norden, von der MUJAO &uuml;berfallen wurde, einer einheimischen Dschihadisten-Gruppe, die von arabischen Anf&uuml;hrern befehligt wurde und traurige Ber&uuml;hmtheit erlangte, als sie begann, Dieben die H&auml;nde abzuhacken. Kein Mitglied der internationalen Gemeinschaft r&uuml;hrte einen Finger, bis man f&uuml;rchten musste, dass die Islamisten weit &uuml;ber den Norden des Landes hinaus Einfluss gewinnen w&uuml;rden. Schlie&szlig;lich befahl die franz&ouml;sische Regierung, die das Land bis 1960 als Kolonie verwaltet hatte, Luftangriffe gegen die Dschihadisten zu fliegen. Am 12. Januar 2013 griffen die ersten Kampfjets Gao an und bombardierten strategische Orte, wie zum Beispiel das st&auml;dtische Zollhaus, eine Islamistenbastion im Zentrum der Stadt, und stellten die volle Kampfkraft der franz&ouml;sischen Luftwaffe zur Schau.<br />
	<br />
	Die franz&ouml;sischen Piloten bereiteten das Feld f&uuml;r die Bodentruppen, die Gao und Timbuktu rasch zur&uuml;ckeroberten und die Dschihadisten vertrieben, die in die kargen Berge des Nordens flohen. Diejenigen unter ihnen, die blieben, vermischten sich mit der einheimischen Bev&ouml;lkerung, wo man vermutete, dass sie darauf warteten, eine Guerilla-Gegenoffensive zu starten.<br />
	<br />
	Auf der Stra&szlig;e nach Gao wirkte alles ganz ruhig, w&auml;hrend die Franzosen ihre Rolle als Befreier genossen. Es war alles so einfach gewesen&mdash;vielleicht zu einfach&mdash;und die franz&ouml;sischen Offiziere im Konvoi wiegelten meine Fragen &uuml;ber einen m&ouml;glichen drohenden Aufstand ab. &bdquo;Wir sind hier nicht in Afghanistan&ldquo;, sagte ein Hauptmann. &bdquo;Die Menschen hier lieben uns. Sehen Sie nicht, wie sie uns zuwinken, wenn wir vorbeifahren?&ldquo;<br />
	<br />
	Kurz nach diesem Gespr&auml;ch hielt der Konvoi abrupt an, und an diesem Abend fuhren wir nicht mehr weiter. Franz&ouml;sische Sp&auml;her hatten vor uns auf der Stra&szlig;e zwei frisch verlegte Sprengs&auml;tze entdeckt, eine Taktik der Rebellen, die den westlichen Soldaten noch aus langen und blutigen K&auml;mpfen gegen unsichtbare Gegner im Nahen Osten bekannt war.<br />
	<br />
	Die Sprengs&auml;tze mussten bei Tageslicht entsch&auml;rft werden. Also verbrachten wir die Nacht auf einer franz&ouml;sischen Milit&auml;rbasis und wurden vom Surren gepanzerter Fahrzeuge in einer Festung aus Lehmziegeln in den Schlaf gelullt. Es kam mir vor, als w&auml;re Mali immer noch eine franz&ouml;sische Kolonie. Als wir unser Lager unter dem Sternenhimmel aufschlugen, kam ein junger Kavallerieoffizier der Fremdenlegion zu unserem Lagerfeuer, um sich mit uns zu unterhalten. Er war zufrieden: Seine M&auml;nner hatten gerade einen Aufst&auml;ndischen in der nahe gelegenen W&uuml;ste aufgegriffen, zusammengeschn&uuml;rt auf die Ladefl&auml;che des Gel&auml;ndewagens geworfen wie ein gefesseltes Schaf und in die Festung gefahren. &bdquo;Diese Dschihadisten sind Feiglinge&ldquo;, sagte er. &bdquo;Wenn wir sie fangen, schreien sie wie die H&uuml;hner. Das sind keine Krieger, so wie die Taliban. Wenn wir einen von ihnen fangen, halten meine M&auml;nner ihn fest und ich pinkele auf ihn drauf.&ldquo;</p>
<p>
<!--nextpage-->	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/326ffe0d488866b5dbbaf33a013e5457.jpg" style="width: 640px; height: 480px; " /><br />
	<em><span style="font-family: Arial; font-size: 11px; line-height: 16px; ">Franz&ouml;sische Soldaten verlassen ihre gepanzerten Fahrzeuge und bereiten die St&uuml;rmung des Marktplatzes von Gao vor.</span></em></p>
<p>
	<span style="float:left;color:black;font-size:35px;line-height:25px;padding-top:1px;padding-right:5px;font-family: Arial;">E</span>inige Tage sp&auml;ter kamen wir in Gao an. Obwohl die Dschihadisten aus der Stadt vertrieben worden waren, waren die &Uuml;berreste ihrer strengen Herrschaft noch allgegenw&auml;rtig. Schwarze Plakatw&auml;nde mit der al-Qaida-Flagge begr&uuml;&szlig;ten unseren Convoi am Stadttor: &bdquo;Willkommen im islamischen Staat Gao&ldquo; stand da in geschwungener, wei&szlig;er Schrift auf Franz&ouml;sisch. Der Emir von Gao und geistige F&uuml;hrer der MUJAO, Abdelhakim al-Sahrawi, war ein gro&szlig;er Freund von Plakaten. &bdquo;Tragt den Hidschab&ldquo;, forderten sie an jedem Kreisverkehr, &bdquo;Gehorcht der Scharia, bek&auml;mpft die Ungl&auml;ubigen&ldquo;. Anders als in Timbuktu hatte es hier nie viele Musiker gegeben, doch die Dschihadisten verh&auml;ngten trotzdem ein Verbot gegen ihre Melodien und Harmonien.<br />
	<br />
	Am n&auml;chsten Tag nahm mich eine Gruppe von Einheimischen mit zum Platz der Scharia, einem staubigen Paradeplatz, der als Gaos Hauptplatz fungiert. Ich sollte mir die Haufen von grauschwarzer Asche ansehen, die den Sand sprenkelten. Hier hatten die Islamisten die CDs, SIM-Karten, Fernseher und alle Zigaretten der Stadtbewohner verbrannt, wie mir ein paar Schaulustige erz&auml;hlten. Einige von ihnen nahmen mich mit zu einer Betons&auml;ule, die von Macheten-Hieben zerhackt und mit Blut beschmiert war. &bdquo;Und hier haben sie den Menschen die H&auml;nde abgehackt&ldquo;, erkl&auml;rten mir die M&auml;nner. &bdquo;Wir haben das mit unseren eigenen Augen gesehen.&ldquo; Sie holten einen kleinen Jungen, der sich in die Hocke setzen und seine Arme hinter die S&auml;ule ausstrecken musste, und ahmten mit ihren H&auml;nden und Armen nach, wie die Verst&uuml;mmelungen abgelaufen waren. Erst die rechte Hand und dann die linke. Ich fragte die M&auml;nner, wie sie sich f&uuml;hlten, als sie das mit ansehen mussten. Da zuckten sie die Schultern. &bdquo;Das waren keine anst&auml;ndigen Kinder&ldquo;, sagte einer von ihnen. &bdquo;Sie waren Diebe. Allesamt missraten.&ldquo;<br />
	<br />
	Es &uuml;berraschte mich nicht, dass ein paar von den B&uuml;rgern die Islamisten mit offenen Armen empfangen hatten. Die MNLA war ein schlechter Sieger gewesen, hatte die Bars der Stadt leer getrunken, Frauen und Kinder vergewaltigt und Gesch&auml;fte und H&auml;user gepl&uuml;ndert. Als die B&uuml;rger von Gao im letzten Juni auf die Stra&szlig;e gingen, um gegen die Tuareg und ihre Vorherrschaft zu protestieren, gab die MNLA Sch&uuml;sse mitten in die Menge der Demonstranten ab. Am gleichen Tag putschten die Dschihadisten gegen ihre weltlichen Verb&uuml;ndeten und nahmen die Stadt innerhalb weniger Stunden ein. Sie stellten die Ordnung wieder her&mdash;aber eine Ordnung ohne Kompromisse. Wenigstens waren sie besser als die MNLA, sagten mir die Leute auf der Stra&szlig;e. Es gab weder Vergewaltigungen noch Diebst&auml;hle, und die Gesch&auml;fte liefen gut. Und wenn man f&uuml;rs Rauchen ausgepeitscht wurde&mdash;na und? Zigaretten sind ohnehin schlecht f&uuml;r die Gesundheit.<br />
	<br />
	Auf ihre eigene brutale Weise versuchte die MUJAO in ihrem Amputationswahn, so menschlich wie m&ouml;glich zu sein. &bdquo;Wir sind nicht grausam&ldquo;, hatte Abdelhakim, der F&uuml;hrer der MUJAO, dem einzigen Chirurgen der Stadt, Dr. Abdelaziz Maiga, w&auml;hrend eines unangenehmen Treffens in seinem Krankenhausb&uuml;ro gesagt. Ich habe den Arzt dort sp&auml;ter interviewt. &bdquo;Wir wollen niemanden t&ouml;ten, Allah beh&uuml;te&ldquo;, hatte Abdelhakim dem Doktor gesagt. &bdquo;Aber wir m&uuml;ssen Allahs Gesetz befolgen.&ldquo; Also schlug er eine L&ouml;sung vor: K&ouml;nnte der Doktor ihnen nicht die H&auml;nde abschneiden, nachdem er sie bet&auml;ubt hatte? Das w&auml;re doch viel hygienischer und sauberer. Abdel Aziz dachte dar&uuml;ber nach, lehnte aber h&ouml;flich ab. &bdquo;Wie Sie wollen&ldquo;, sagte Abdelhakim achselzuckend, als er von seinem Stuhl aufstand und das B&uuml;ro verlie&szlig;. Ein paar Tage sp&auml;ter rief er Abdelaziz aus einem nahe gelegenen Dorf an und verk&uuml;ndete stolz. &bdquo;Es ist schon in Ordnung&ldquo;, sagte er. &bdquo;Wir brauchen Sie nicht mehr. Wir haben eine andere L&ouml;sung gefunden. Sobald wir Ihnen die H&auml;nde abgehackt haben, tauchen wir die St&uuml;mpfe in kochendes &Ouml;l, um die Wunden auszubrennen. Das funktioniert wirklich gut. Wir haben es schon an drei Dieben ausprobiert.&ldquo;<br />
	<br />
	Am n&auml;chsten Tag brachte mich eine Gruppe von einheimischen Milizion&auml;ren, die der malischen Regierung treu ergeben sind, die Gao-Patrouille, zu einem Kindergarten, der voller Munition war, die sie in einem geheimen Unterschlupf der Terroristen gefunden hatte. W&auml;hrend drau&szlig;en die Kinder auf der Schaukel spielten, &ouml;ffnete die Patrouille verstaubte Kisten mit russischen Raketen, die ich mir ankucken sollte. &bdquo;Die haben wir erst heute Morgen in einem Terroristenversteck hier ganz in der N&auml;he gefunden&ldquo;, sagte ihr Anf&uuml;hrer. &bdquo;Jeden Tag finden wir etwas Neues: Gewehre, Munition oder Sprengstoff.&ldquo;<br />
	<br />
	Ganz offensichtlich hatten die Dschihadisten Waffenvorr&auml;te zur Verteidigung von Gao versteckt&mdash;oder f&uuml;r die R&uuml;ckeroberung der Stadt von den Franzosen. Um dies zu verhindern, hat das malische Milit&auml;r zusammen mit seinen nigerianischen Verb&uuml;ndeten einen Ring aus Stahl um die Stadt errichtet, mit Kontrollpunkten an jedem Eingang, um die Einheimischen und ihre Autos zu durchsuchen und ihre Papiere zu &uuml;berpr&uuml;fen. So w&uuml;rde es unm&ouml;glich f&uuml;r die Aufst&auml;ndischen sein, Waffen nach Gao zu schmuggeln, um einen Aufstand zu proben. Aber die Massen an Waffen, die wir fanden, bewiesen, dass sie das gar nicht n&ouml;tig hatten. Die von hohen Mauern umgebenen Gel&auml;nde und verlassenen Villen von Gao waren&mdash;so musste das Milit&auml;r feststellen&mdash;randvoll mit Waffen angef&uuml;llt, die nur darauf warteten, von Eindringlingen oder Einheimischen benutzt zu werden, um die franz&ouml;sischen Besatzer zu verjagen.</p>
<p>
<!--nextpage-->	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/d00d8b29ed9c0c6ddb070eedb3ca4e24.jpg" style="width: 640px; height: 480px; " /><br />
	<em><span style="font-family: Arial; font-size: 11px; line-height: 16px; ">Franz&ouml;sische Soldaten ziehen sich vom Markt-platz zur&uuml;ck, kurz bevor Hubschrauber die letzten &uuml;berlebenden Dschihadisten mit Gesch&uuml;tz-feuer nieder-m&auml;hen.</span></em></p>
<p>
	<span style="float:left;color:black;font-size:35px;line-height:25px;padding-top:1px;padding-right:5px;font-family: Arial;">N</span>ach einer Woche verlie&szlig; ich Gao wieder, um im sicheren Bamako, der Landeshauptstadt auf der anderen Seite der Nation, die bisher noch vom Krieg verschont geblieben war, einen Film zu schneiden. Und ausgerechnet an dem Tag, als ich in Bamako eintraf, griffen die Rebellen Gao mit aller Macht an. Die Handvoll Journalisten, die noch in der Stadt geblieben war, berichteten, dass schwarz gekleidete Mudschahedin das Stadtzentrum angegriffen, die Polizeistation besetzt und von den D&auml;chern aus auf die malischen Soldaten auf der Stra&szlig;e geschossen h&auml;tten. Franz&ouml;sische Hubschrauber kreisten in der Luft und schossen Raketen auf die von den Rebellen in Schach gehaltene Polizeistation ab, bis die K&auml;mpfe erstarben. Ein paar Stunden, nachdem sie begonnen hatten, zogen sich die Dschihadisten wieder aufs Land zur&uuml;ck.<br />
	<br />
	Eine Woche sp&auml;ter machte ich mich wieder mit einem neuen franz&ouml;sischen Konvoi auf den Weg nach Gao, diesmal mit einer bis an die Z&auml;hne bewaffneten Infanterie von gepanzerten Fahrzeugen&mdash;ein Zeichen daf&uuml;r, dass ihre Gener&auml;le mit Problemen rechneten. Von ihrer riesigen Luftwaffenbasis au&szlig;erhalb von Gao aus, der zentralen Schaltstelle des franz&ouml;sischen Mali-Einsatzes, &uuml;bten die Franzosen Kontrolle &uuml;ber die Stadt und die umliegende Umgebung aus. Sie hatten die einsame Stra&szlig;e Richtung S&uuml;den abgesperrt bzw. den Abschnitt, den sie zu dem Zeitpunkt immer befuhren. Doch der Angriff bewies, was die franz&ouml;sischen Offiziere von Anfang an bef&uuml;rchtet hatten: Die l&auml;ndliche Gegend und menschenleere W&uuml;ste, die Gao umgeben, und das restliche n&ouml;rdliche Mali waren noch immer von Aufst&auml;ndischen besetzt. Die Einheimischen kennen das Land gut, erkl&auml;rte ein franz&ouml;sischer Feldwebel auf der R&uuml;ckreise. Nachts schleichen sie sich heraus und legen neue Sprengs&auml;tze auf der Stra&szlig;e aus. Tags&uuml;ber studieren sie die Bewegungen der franz&ouml;sischen Konvois und w&auml;gen deren St&auml;rken und Schw&auml;chen ab.<br />
	<br />
	&bdquo;Hier ist es wie in Afghanistan&ldquo;, sagte der Feldwebel und zeigte m&uuml;de mit seiner Zigarette auf die W&uuml;ste. &bdquo;Der einzige Unterschied ist, dass es hier weniger Berge gibt.&ldquo; Ein malischer Journalist, der mit den Rebellen in Kontakt gestanden hatte, sagte etwas &Auml;hnliches, allerdings in einer etwas unheilvolleren Formulierung: &bdquo;Wenn ihr, die Franzosen, die Journalisten, durch Gao und die D&ouml;rfer fahrt, seht ihr die MUJAO nicht. Aber die MUJAO sieht euch&ldquo;, sagte er l&auml;chelnd. &bdquo;Die MUJAO sieht euch. Tu comprends?&ldquo;<br />
	<br />
	Da sich die Franzosen im Flughafen von Gaillot verschanzt hatten, fiel die Verantwortung f&uuml;r die Zerst&ouml;rung der MUJAO-Schl&auml;ferzellen der malischen Armee zu. Das war theoretisch eine gute Idee: Dadurch, dass man dem Krieg ein malisches Gesicht gab, w&uuml;rden die bunt zusammengew&uuml;rfelten einheimischen Milit&auml;rkr&auml;fte die n&ouml;tige Erfahrung im Kampf gegen die Rebellen bekommen, die sie brauchten, wenn&mdash;oder falls&mdash;die Franzosen sich schlie&szlig;lich zur&uuml;ckziehen w&uuml;rden, und man sorgte gleichzeitig daf&uuml;r, dass der milit&auml;rische Einsatz nicht so sehr an den Irakkrieg erinnerte. In der Praxis funktionierte das Konzept nicht so gut. Die malischen Milit&auml;rkr&auml;fte stammten fast alle aus den Volksst&auml;mmen des tiefen S&uuml;dens, die Zauberamulette und Juju-Fetische im Gep&auml;ck hatten und deren Kenntnis der Bev&ouml;lkerung von Gao und ihrer Stadtpolitik beinahe gleich null war. Als ich in die Stadt zur&uuml;ckkehrte, stellte ich fest, dass sich ihr Bem&uuml;hen, f&uuml;r Sicherheit zu sorgen, darauf beschr&auml;nkte, verd&auml;chtige Tuareg zu verhaften, die nicht gen&uuml;gend Abstand zu Milit&auml;reinrichtungen oder dem einzigen sich noch im Betrieb befindlichen Hotel gehalten hatten.<br />
	<br />
	&bdquo;Unter der MUJAO gab es wenigstens nicht diese vielen Kontrollpunkte und Durchsuchungen&ldquo;, sagte mir ein Kaufmann im Schatten seiner Markise. Trotz des Angriffs in der letzten Woche schien alles wieder seinen normalen Gang zu gehen. &bdquo;Nat&uuml;rlich haben sie nach Waffen gesucht, aber sie haben nicht deine Papiere &uuml;berpr&uuml;ft oder dich stundenlang ohne Grund festgehalten. Und die Gesch&auml;fte liefen auch gut.&ldquo; Ich sagte, dass das gar nicht so schlecht kl&auml;nge. &bdquo;Das war es auch nicht. Was soll ich sagen, die MUJAO war eigentlich in Ordnung.&ldquo;<br />
	<br />
	Ein paar Tage sp&auml;ter interviewte ich ein Opfer der Straftatamputation auf dem Platz der Scharia und versuchte herauszufinden, warum man ihn verst&uuml;mmelt hatte. Er stotterte und wand sich, machte widerspr&uuml;chliche Aussagen und gab fragw&uuml;rdige und zu Tr&auml;nen r&uuml;hrende Geschichten zum Besten, um die Tatsache zu verschleiern, dass er ein kleiner Krimineller war, den man beim Ausrauben eines Gesch&auml;fts erwischt hatte. Mitten in seiner Geschichte kam ein gut angezogener Gesch&auml;ftsmann vorbei und fing an, meinen Interviewpartner aufs Schlimmste zu beschimpfen. &bdquo;Du Schei&szlig;kerl, du verdammter Dieb&ldquo;, schrie er. &bdquo;Wenn du kein verdammter Dieb w&auml;rst, h&auml;tten sie dir auch nicht die Hand abgeschnitten. Das passiert mit Dieben wie dir! Und glaub ja nicht, dass ich Mitleid mit dir habe, blo&szlig; weil du nur noch eine Hand hast, du dreckiger Hurensohn.&ldquo;</p>
<p>
<!--nextpage-->	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/b1cc87ff51301eaf71e58321c24c173b.jpg" style="width: 640px; height: 480px; " /><br />
	<em><span style="font-family: Arial; font-size: 11px; line-height: 16px; ">Franz&ouml;sische Soldaten beziehen Stellung auf dem zentralen Platz Gaos, dem Platz der Scharia und ehemaligen Ort der Strafamputationen durch die MUJAO.</span></em></p>
<p>
	<span style="float:left;color:black;font-size:35px;line-height:25px;padding-top:1px;padding-right:5px;font-family: Arial;">I</span>n der folgenden Woche arbeitete ich mit der malischen Nachbarschafts-Patrouille zusammen, machte Bombenwerkst&auml;tten in verlassenen H&auml;usern im Stadtzentrum ausfindig und fotografierte sie. Die t&auml;gliche Ausbeute war erschreckend: versiegelte Pakete mit Schie&szlig;pulver russischer Herkunft und riesige Sprengk&ouml;rper, die aus Gaszylinder hergestellt worden und mit milit&auml;rtauglichem Sprengstoff gef&uuml;llt waren, von denen jeder einzelne ein leicht gepanzertes franz&ouml;sisches Kriegsfahrzeug h&auml;tte in die Luft schleudern k&ouml;nnen. Beunruhigender aber war die Tatsache, dass die Malier, denen die Standorte dieser Waffenverstecke mitgeteilt worden waren, es vers&auml;umten, die franz&ouml;sische Armee zu informieren, und als die Franzosen dann schlie&szlig;lich gewarnt wurden, hatten sie nicht die n&ouml;tigen Fachleute, um die Bomben zu entsch&auml;rfen. Denn die franz&ouml;sischen Bombenspezialisten befanden sich alle in den Bergen im hohen Norden und versuchten, den letzten malischen St&uuml;tzpunkt der AQIM auszuheben. Deshalb hatten die Soldaten in Gao keine M&ouml;glichkeit, die Sprengs&auml;tze zu entsch&auml;rfen.<br />
	<br />
	Ein paar Tage sp&auml;ter gegen Mitternacht weckte mich der dumpfe Knall einer Explosion in der N&auml;he von meinem Hotel. Ein paar Kilometer von Gao entfernt, am Ufer des langsam flie&szlig;enden Niger, liegen die D&ouml;rfer Kadji und Bourem, beide islamistische St&uuml;tzpunkte, die noch von der franz&ouml;sischen Armee eingenommen werden mussten. Im Schutze der Dunkelheit fuhr ein Dschihadisten-Elitekommando in traditionellen Fischerpirogen lautlos von Kadji aus den Fluss entlang, um die Kontrollpunkte an den &uuml;ber Land zug&auml;nglichen Eing&auml;ngen von Gao zu umgehen. So konnten sie unentdeckt ins Stadtzentrum schleichen, und Selbstmordattent&auml;ter bahnten ihnen den Weg in die Hauptgeb&auml;ude der Stadt, die Stadthalle und das Gerichtsgeb&auml;ude. Ihre &uuml;berlebenden Kameraden preschten dann vor und verschanzten sich in Vorbereitung auf einen harten Kampf. Die Malier sperrten das Stadtzentrum ab und warteten auf den Morgen und den Beginn der K&auml;mpfe. Als h&auml;tten sie bereits geahnt, dass dies die schlimmsten Gefechte sein w&uuml;rden, die Gao bisher erlebt hatte.<br />
	<br />
	Nach einer unruhigen Nacht und einem hastigen Fr&uuml;hst&uuml;ck, bestehend aus Nescaf&eacute; und Zigaretten, sprang ich in einen malischen Kleintransporter voller &auml;ngstlicher Soldaten und fuhr in Richtung Stadtzentrum, von wo bereits Kanonenfeuer zu h&ouml;ren war. Es war eine chaotische Situation: Die Malier wussten zwar, dass die Streitkr&auml;fte der MUJAO wieder in der Stadt waren, aber sie hatten keine Ahnung, wo sie sich versteckt hielten oder wie viele sie erwarteten. Kugeln von versteckten Scharfsch&uuml;tzen flogen uns aus allen Richtungen um die Ohren, und schlie&szlig;lich setzte der Befehlshaber ein altes gepanzertes Fahrzeug ein, um damit die Tore des Gerichtsgeb&auml;udes zu durchbrechen, w&auml;hrend Soldaten und Gendarmen Schutz suchend hinter ihm her liefen. Als die Eisentore dem Aufprall nachgaben, beschoss man den Gerichtshof mit Maschinengewehren, um eine Reaktion zu provozieren. Und das funktionierte, denn kurz darauf standen wir unter Beschuss und mussten in Deckung gehen.<br />
	<br />
	Der Befehlshaber schickte eine Einheit in das Postgeb&auml;ude, das gegen&uuml;ber dem Gerichtsgeb&auml;ude lag, um es von m&ouml;glichen Scharfsch&uuml;tzen zu befreien und gegen&uuml;ber den Dschihadisten Position zu beziehen. Ich begleitete f&uuml;nf Soldaten in das Geb&auml;ude. W&auml;hrend sie die Treppen hochstiegen, lief ihnen der Schwei&szlig; die angespannten Gesichter herunter. Sie schossen die T&uuml;ren auf und bedachten jeden Raum mit mehreren Gewehrsalven, um schlie&szlig;lich&mdash;mit einer Mischung aus Erleichterung und Entt&auml;uschung&mdash;festzustellen, dass das Geb&auml;ude leer war. &bdquo;Oben auf dem Dach&ldquo;, sagte einer der Soldaten. Wir rannten die n&auml;chste Treppe hoch, liefen aufs flache Dach und winkten den malischen Soldaten auf der Stra&szlig;e unter uns zu, um ihnen zu bedeuten, dass wir zu ihnen geh&ouml;rten. Aber das verstanden sie zun&auml;chst nicht und schossen eine Maschinengewehrsalve auf uns ab.<br />
	<br />
	Wir krochen auf dem Dach in Position und die Malier begannen, unkontrollierte und ungezielte Kalaschnikowsch&uuml;sse in die grobe Richtung abzugeben, in der sie die Dschihadisten vermuteten, die&mdash;mit Unterbrechungen&mdash;immer wieder auf uns schossen, in der Hoffnung, die Zahl der Rebellen vor der eigentlichen Attacke zu reduzieren. Etwa eine halbe Stunde lang beschossen die malischen Soldaten das Gerichtsgeb&auml;ude mit Raketengranaten und Gesch&uuml;tzfeuer, wobei ihre Feuerkraft mehr durch Eifer gekennzeichnet war als durch Genauigkeit. Die Dschihadisten dagegen reagierten mit sorgf&auml;ltig platzierten Sch&uuml;ssen. Obwohl sie in der Unterzahl und schlechter bewaffnet waren, legten sie doch wesentlich mehr Disziplin an den Tag als die malischen Alliierten der Franzosen.<br />
	<br />
	Dann kam ein &uuml;bergewichtiger Korporal zu uns aufs Dach und &uuml;bernahm das Kommando; sein Hintern hing fast aus der Hose heraus. Anscheinend verf&uuml;gen die Malier nicht &uuml;ber Funkger&auml;te. Stattdessen unterhielt sich der Korporal freundlich mit seinem Vorgesetzten auf dem Handy, w&auml;hrend er mit seiner freien Hand die Kalaschnikow auf das Gerichtsgeb&auml;ude abfeuerte. Nach einer kurzen Zigarettenpause, die durch das anhaltende Rattern der Gefechte und das fr&ouml;hliche Kreischen der malischen Maschinengewehreinheit untermalt wurde&mdash;die es scheinbar gar nicht hatte erwarten k&ouml;nnen, in K&auml;mpfe verwickelt zu werden&mdash;stolperten wir die Treppe wieder hinunter auf die Stra&szlig;e, um uns dem Gerichtsgeb&auml;ude zu n&auml;hern. Der Korporal hatte einen Plan und sein Vorgesetzter w&uuml;rde ihm zuh&ouml;ren m&uuml;ssen, ob er wollte oder nicht. &bdquo;Wo ist der Befehlshaber?&ldquo;, schrie der Korporal, dem vor lauter Adrenalin und Frustration die Tr&auml;nen &uuml;ber die Wangen liefen. &bdquo;Wo zum Teufel ist er hin?&ldquo; Als er ihn endlich fand, packte der Korporal seinen Vorgesetzten am Arm und schrie ihm ins Ohr, dass sie die Einfriedungsmauern des Gerichtsgeb&auml;udes mit den gepanzerten Fahrzeugen herunterrei&szlig;en m&uuml;ssten, bevor sie das Geb&auml;ude st&uuml;rmten. &bdquo;Da muss ich erst die Erlaubnis einholen&ldquo;, sagte der Befehlshaber entschuldigend, und der Korporal reagierte darauf mit einem gequ&auml;lten St&ouml;hnen und einer Flut von Fl&uuml;chen. Doch die Erlaubnis, weiter vorzusto&szlig;en, er&uuml;brigte sich kurz darauf, als eine Kugel der Dschihadisten den Befehlshaber ins Bein traf. W&auml;hrend er schreiend im Staub lag, befahl der Korporal den anderen, mit allem, was sie hatten, zur&uuml;ckzuschie&szlig;en.</p>
<p>
<!--nextpage-->	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/917f804dcf8746801882b66f82c67216.jpg" style="width: 640px; height: 360px; " /><br />
	<em><span style="font-family: Arial; font-size: 11px; line-height: 16px; ">Ein Dschiha&shy;dist, der noch ein Kind war, get&ouml;tet von einem franz&ouml;sischen Soldaten.</span></em></p>
<p>
	Ich lief zu der niedrigen Mauer, welche die Stra&szlig;e&mdash;in der die malischen Soldaten Stellung bezogen hatten&mdash;von den Dschihadisten im Garten des Gerichtsgeb&auml;udes trennte. Ein Dutzend M&auml;nner entleerten ihre Magazine abwechselnd und immer wieder &uuml;ber diese Mauer. Zwar trafen sie nichts, aber es sah gut aus und sie hatten ihren Spa&szlig;. Als ein gepanzertes Fahrzeug auf die Dschihadisten zufuhr, rannten wir 50 Meter die Stra&szlig;e hoch, um unsere Gewehre neu zu laden und auf den Durchbruch zu warten. Die Kugeln der Dschihadisten flogen &uuml;ber unsere K&ouml;pfe hinweg, als die Malier erneut auf alles schossen, was sich bewegte, und dabei zum Teil v&ouml;llig exponiert auf der Stra&szlig;e standen.<br />
	<br />
	Das gepanzerte Fahrzeug riss die Mauer herunter und zog sich zur&uuml;ck, w&auml;hrend die Maschinengewehrkugeln an seiner d&uuml;nnen Panzerwand abprallten. Pl&ouml;tzlich wurde der Feuerhagel eingestellt, zumindest von unserer Seite aus: Den Dschihadisten gelang es weiterhin, die malischen Soldaten in Schach zu halten, w&auml;hrend diese sich gegenseitig Zigaretten zuwarfen, ihre Taschen nach Ersatzmunition durchsuchten und darum stritten, was sie als N&auml;chstes tun sollten. Der unausgereifte Plan bestand darin, das Gerichtsgeb&auml;ude zu st&uuml;rmen. Aber nachdem sie der Kugelhagel der Dschihadisten entmutigt hatte, lie&szlig;en sie diesen Plan bald wieder fallen. Nachdem die Gefechte vier Stunden angehalten hatten, ging der malischen Armee die Munition aus. Sie hatten nichts erreicht. Jetzt mussten die Franzosen kommen, um sie zu retten.<br />
	<br />
	Gepanzerte Kampffahrzeuge der 92. Infanterie rollten auf unsere Position zu und demonstrierten eindrucksvoll die franz&ouml;sische Feuerkraft. Wir gingen hinter ihnen in Deckung und liefen Schritt f&uuml;r Schritt die Stra&szlig;e entlang auf die hintere Mauer des Gerichtsgeb&auml;udes zu, die an den einst malerischen Marktplatz von Gao grenzt. Die Fahrzeuge &ouml;ffneten ihre hinteren T&uuml;ren mit einem lang anhaltenden Piepton und die franz&ouml;sischen Infanteristen sprangen aus ihren klimatisierten Stahlb&auml;uchen und streckten die Islamisten mit kurzen Gewehrsalven, Kanonenfeuer und Raketen nieder, w&auml;hrend die Malier hinter einer kleinen Mauer sa&szlig;en und entspannt das Geschehen verfolgten.<br />
	<br />
	Ich war mit ihnen nach Gao gekommen&mdash;kr&auml;ftige Jungs vom Land aus S&uuml;dwestfrankreich, die immer nur vom Essen sprachen und in den Ecken der gepanzerten Fahrzeuge Rugbyb&auml;lle versteckten. Jetzt folgte ich ihnen durch die &uuml;berf&uuml;llten Stra&szlig;en des Marktplatzes, wo sie das zu Ende bringen wollten, was die Malier nicht geschafft hatten. Sie sp&auml;hten um die Kolonnaden herum, schossen in die offenen Fenster &uuml;ber unseren K&ouml;pfen und schlichen durch den verlassenen Markt. Ein kr&auml;ftiger polynesischer Korporal sah durch den Infrarotsucher seines Gewehrs und &uuml;berpr&uuml;fte die Gassen, w&auml;hrend ich ihm &uuml;ber die Schulter sah. Da sprang ein Dschihadist etwa zehn Meter von uns entfernt aus einem Marktstand heraus und zielte mit seiner Waffe auf uns. Der Korporal streckte ihn mit einem einzigen Schuss nieder. Zehn Minuten lang sahen wir zu, wie das Opfer des Korporals im Staub und in der sengenden Sonne langsam krepierte&mdash;w&auml;hrend andere franz&ouml;sische Sch&uuml;tzeneinheiten das Stadtzentrum von den letzten &uuml;berlebenden Dschihadisten befreiten&mdash;bevor ihn ein Gnadenschuss t&ouml;tete. Der tote Dschihadist war noch ein Kind, vielleicht 15 Jahre alt; ihm wuchs noch nicht mal ein Bart. Aber es hie&szlig;: er oder wir. Er kannte das Risiko. Vielleicht wollte er ja einen M&auml;rtyrertod sterben. Den hat er jedenfalls bekommen.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/ae8777f987c80cc6d859840ccbf06908.jpg" style="width: 640px; height: 480px; " /><br />
	<em><span style="font-family: Arial; font-size: 11px; line-height: 16px; ">Das Bein eines Selbstmord&shy;attent&auml;ters, das von einem Hund auf die Stra&szlig;e geschleift wurde</span></em></p>
<p>
	<span style="float:left;color:black;font-size:35px;line-height:25px;padding-top:1px;padding-right:5px;font-family: Arial;">A</span>m n&auml;chsten Tag, als die Dschihadisten erneut besiegt worden waren und die franz&ouml;sischen und malischen Soldaten und Polizeikr&auml;fte ausschw&auml;rmten, um die Toten zu z&auml;hlen, machte ich mich alleine auf den Weg, um nach dem Leichnam des Jungen zu suchen, den ich am Tag zuvor hatte sterben sehen. Ich fand ihn dort, wo wir ihn zur&uuml;ckgelassen hatten: in den Ruinen des Marktplatzes. Sein Gesicht war jung und unschuldig. Seine offenen, verstaubten Lippen waren von dunklem Blut verkrustet. Von einem nahe gelegenen Baum ert&ouml;nte friedliches Vogelgezwitscher und die Bl&auml;tter raschelten sanft im Wind. Schillernde Fliegen glitzerten wie gr&uuml;n goldene Juwelen, w&auml;hrend sie &uuml;ber sein Gesicht krabbelten.<br />
	<br />
	Ich setzte mich neben ihn auf den Boden und starrte ihn lange Zeit an. Wie lange, wei&szlig; ich nicht. Schlie&szlig;lich kam der Polizeichef mit seinem bewaffneten Gefolge an mir vorbei. Ein hoch gewachsener Mann in einem Chelsea-Fu&szlig;ball-Trainingsanzug machte mit einer billigen Kamera ein Foto von dem Jungen und sagte: &bdquo;Das w&auml;ren drei auf dem Marktplatz und dreizehn insgesamt.&ldquo; Der Polizeichef brummte nichtssagend vor sich hin. &bdquo;Da hinten liegen noch mehr Leichen&ldquo;, sagte ein Offizier zu mir. &bdquo;Nein, danke&ldquo;, sagte ich. &bdquo;Ich glaube, ich habe genug.&ldquo; Ein Dutzend Dschihadisten, einige von ihnen noch Kinder, hatten Hunderte von malischen Soldaten einen ganzen Tag lang in Schach gehalten, bis die Franzosen gezwungen gewesen waren einzugreifen. Das Stadtzentrum war eine schwelende Ruine. Trotz des Geredes der Politiker in Paris, die sagten, dass der Kampfeinsatz in Mali bald beendet sein w&uuml;rde, hielt ich es f&uuml;r sehr unwahrscheinlich, dass die Franzosen in n&auml;chster Zukunft nach Hause fahren w&uuml;rden.<br />
	<br />
	<span style="font-family: Arial; font-size: 11px; line-height: 16px; "><a href="http://www.vice.com/ground-zero/mali" target="_blank">Ground Zero: Mali</a></span><em><span style="font-family: Arial; font-size: 11px; line-height: 16px; ">, unsere Dokumentation &uuml;ber Mali, Dschihadisten und franz&ouml;sischen Soldaten am Nullpunkt l&auml;uft auf VICE.com.</span></em></p>
<p>
	<em><span style="font-family: Arial; font-size: 11px; line-height: 16px;">Text und Fotos von Aris Roussinos</span></em><br />
	<em><span style="font-family: Arial; font-size: 11px; line-height: 16px;">Illustration von Jordan Rein</span></em></p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/184446</guid>
<author>Aris Roussinos</author>
<category>stuff, Mali, Frankreich, KRIEG, Konflikt</category>
</item>
<item>
<title>Die Fantasierepublik Molossia</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/stuff-die-fantasierepublik-molossia</link>
<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 11:05:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/9d363747d36c7f4b8a41775ef3c11601.jpg" style="width: 700px; height: 469px; " /></p>
<p>
	Ich fahre an einen Ort den es nicht gibt. Das mache ich, weil mir der Pr&auml;sident Molossias eine Email geschrieben hat. Er hatte etwas gesehen, dass ich &uuml;ber seine kleine Nation geschrieben habe und lud mich deswegen zu einem Besuch ein. &bdquo;Ich w&uuml;rde Sie gerne in Molossia herumf&uuml;hren und Ihnen die Sehensw&uuml;rdigkeiten zeigen; es w&auml;re mir eine Ehre&ldquo;, schrieb er. &bdquo;Ich hoffe Sie &uuml;berdenken meine Einladung wohlwollend und kommen um unsere gro&szlig;artige Nation zu sehen! Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en, Seine Exzellenz Pr&auml;sident Kevin Baugh, Republik Molossia.&ldquo;<br />
	<br />
	&bdquo;Ist er verr&uuml;ckt?&ldquo; haben mich meine Freunde gefragt, aber bisher wei&szlig; ich die Antwort noch nicht.<br />
	<br />
	An einem Freitag im September fange ich die lange Fahrt von Berkley durch die Sierra Nevadas an. Ich umfahre das Nordende des Lake Tahoe und gerate in den Feiertagsverkehr nach Reno. Dort schlafe ich eine Nacht in einem Casino. Am n&auml;chsten Tag fahre ich durch Virgin City, Nevada, eine alte Goldgr&auml;berstadt, unter der eine Silberader liegt und wo Mark Twain seine Karriere als Schriftsteller begann. Von dort ist Molossia nur einen Katzensprung in die W&uuml;ste entfernt. Ich sehe das Zeichen:</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/07ca25d1691dc2c1bc5520d4e6f632ab.jpg" style="width: 640px; height: 428px; " /></p>
<p>
	Seine Exzellenz Kevin Baugh, Pr&auml;sident von Molossia, kommt verkleidet, wie ein spanischer Heerf&uuml;hrer aus einem Haus heraus: Er tr&auml;gt eine dreifarbige Sch&auml;rpe mit den Farben der molassischen Nationalflagge, die durch eine goldene Schulterklappe l&auml;uft. Unter einem Hut bedeckt eine Sonnenbrille im Kim Jong Il-Style, die H&auml;lfte seines Gesichts. Er begr&uuml;&szlig;t mich enthusiastisch und rei&szlig;t mir beim H&auml;ndesch&uuml;tteln fast die Hand ab, als w&auml;re ich irgendein lang erwarteter Diplomat. Ich werde ermutigt die Zollgeb&uuml;hren zu bezahlen: Mein Kleingeld. Ich stecke es in eine Blechdose, an der T&uuml;r des Zollh&auml;usschens. Ein Schild informiert mich dar&uuml;ber, dass eine Menge Sachen in der Republik Molossia verboten sind. Darunter: Schusswaffen, Munition, Sprengstoff, Welse, Spinat, Missionare und Verk&auml;ufer, Zwiebeln, Walr&ouml;sser und alles was aus Texas kommt, ausgenommen Kelly Clarkson.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/4c958103ecf5fefa20a300ae2be0bb0f.jpg" style="width: 640px; height: 428px; " /></p>
<p>
	Ich besichtige das &bdquo;Land&ldquo;&mdash;es gibt eine molossische Miniatureisenbahn, Nationalparks, Schlachtfelder und Friedh&ouml;fe. Der Pr&auml;sident geht von Ort zu Ort und erz&auml;hlt mir von Molossias verschiedenen Konflikten: Dem toten Hunde-Krieg, dem Krieg mit Mustachistan. Ich nehme am molossischen Weltraumprogramm teil, indem ich ein Spielzeug in die Luft schie&szlig;e und erhalte zusammen mit einem Zertifikat den Titel Weltraumf&auml;hnrich.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/7500274bf29eac6fe38a96ef2b0f4d21.jpg" style="width: 640px; height: 428px; " /></p>
<p>
	Nach der Tour stempelt Pr&auml;sident Baugh meinen Pass und gibt mir molossisches Geld, Papierschnipsel die auf Pokerchips geklebt wurden, als Geschenk. Ich inspiziere einer der M&uuml;nzen: Zehn Valora, die molossische W&auml;hrung, auf der Kaiser Norton I. abgebildet ist. Wer passt besser auf diese W&auml;hrung, als der exzentrische B&uuml;rger San Franciscos, der sich im 19. Jahrhunderts zum &bdquo;Kaiser der Vereinigten Staaten und Besch&uuml;tzer Mexicos&ldquo; ausrief und bis zu seinem Tod von den Leuten der Stadt bel&auml;chelt wurde?<br />
	<br />
	Ist er nicht gerade der Pr&auml;sident Molossias, ist Kevin Baugh pensionierter Feldwebel erster Klasse der US Armee, der in der Human Ressources Abteilung der Nationalgarde von Nevada arbeitet. Man k&ouml;nnte meinen, sich zum obersten Herrscher einer souver&auml;nen Nation zu ernennen, k&ouml;nnte Probleme f&uuml;r seine Milit&auml;rkarriere bedeuten, aber Molassias Spielstatus h&auml;lt es von der Bildfl&auml;che der US Regierung fern. Wenn Besucher vorbeikommen, taucht er prahlend in voller Montur auf, aber mit einem netten und tiefsinnigen Wesen.<br />
	<br />
	Als er noch ein Jugendlicher war, sah Pr&auml;sident Baugh&mdash;damals nur Kevin&mdash;die Maus die Br&uuml;llte. Zu dieser Zeit lebte er und ein Freund James in Portland, Oregon. &bdquo;Die Vorstellung begeisterte uns wirklich&ldquo;, erz&auml;hlt er. &bdquo;Ein kleines Land greift mit der Erwartung zu verlieren die USA an&mdash;aber gewinnt. Wir dachten, dass es eine coole Idee w&auml;re.&ldquo; Molossia entstand urspr&uuml;nglich als die Gro&szlig;artige Republik von Vuldstein. James wurde der K&ouml;nig, Baugh Premierminister. James verlor das Interesse an dem Projekt und die Besitzt&uuml;mer des Landes vielen an Baugh. Die Gro&szlig;artige Republik von Vuldstein reiste mit seinem einzigen B&uuml;rger umher. Erst in den 90er fand das Land in Nevada ein Zuhause und nahm seinen heutigen Namen an.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/b7ed974802001ae8a2af5e316cddc950.jpg" style="width: 640px; height: 428px; " /></p>
<p>
	In den letzten Jahren hat sich viel in Molossia ver&auml;ndert. Es hat viele neue Attraktion dazubekommen: einen Handelsposten, ein Restaurant, das B&uuml;ro des Pr&auml;sidenten. In Molossia geht es nicht um Geld&mdash;aus dem Unterfangen kann wenig, bis kein Geld gewonnen werden&mdash;und es geht auch nicht um Macht. Es geht nicht um Wahnvorstellungen a la Kaiser Norton, obwohl man es Baugh f&uuml;r eine Weile abkaufen k&ouml;nnte. Mit seinen Kost&uuml;men und Charakteren und den Interaktionen von realen Elementen, als auch ausgedachten Konstrukten, wirkt es wie ein LARP, f&uuml;r den Geist des Internets geschaffen, obwohl Molossia &auml;lter ist.<br />
	<br />
	Beispielsweise liegt das Land seit 1983, als Kevin Bough noch in der Armee diente, in einem internationalen Konflikt mit der DDR. Milit&auml;r&uuml;bungen weckten ihn in der Nacht auf und er schwor, dass Vuldstein Ungerechtigkeit bek&auml;mpfe. Jahre nachdem die DDR gefallen ist, gibt es Baugh zufolge immer noch ein St&uuml;ck, dass davon &uuml;brig geblieben ist&mdash;die Ernst Th&auml;lmann Insel, vor der K&uuml;ste Cubas. Fidel Castro verschenkte die Insel 1972 an die DDR und sie wurde in keiner der Vereinbarungen nach dem kalten Krieg erw&auml;hnt. In j&uuml;ngerer Vergangenheit fielen der Webserien Star/Komiker Doug Walker und sein Freunde in Molossia ein, &uuml;bernahmen das Land und benannten es in Kickassia um. Am Ende wurde es wieder an seine rechtm&auml;&szlig;igen Herrscher zur&uuml;ckgegeben.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/120a98f90166d5d1650f347055bcca24.jpg" style="width: 640px; height: 1013px; " /></p>
<p>
	Molossia existiert. Es ist zu gleichen Teilen Parodie und Spiel, Geschichtenerz&auml;hlung und Erfindung. Es ist nicht erfunden wie der unsichtbare Freund eines Kindes, es ist erfunden aus der Einbildung heraus. Es ist kein Ort f&uuml;r Separatisten, Zyniker oder Verschw&ouml;rungstheoretiker. Vielleicht&mdash;nur vielleicht&mdash;ist es ein Land f&uuml;r den Rest von uns.<br />
	<br />
	Ich frage den Pr&auml;sidenten was Molossia sei. Ich versuche die Frage so zu formulieren, dass sie nicht beleidigend oder abwertend ist. Ich versuche mich zu rechtfertigen. Sieht er sich selber als ein Charakter wie Stephen Colbert, der dauernd versucht an die Grenzen von Karikatur und Realit&auml;t zu sto&szlig;en? Aktionskunst? Ist es nur ein Hobby?<br />
	<br />
	&bdquo;Es ist eine Erweiterung meiner selbst&ldquo;, erkl&auml;rt er. &bdquo;Es ist kein Hobby, es ist eine Leidenschaft.&ldquo;<br />
	<br />
	Aber wieso eine Mikronation?<br />
	<br />
	&bdquo;Es ist ein Ausdruck pers&ouml;nlicher Souver&auml;nit&auml;t, Kreativit&auml;t, Phantasie und politischer Satire&ldquo;, erkl&auml;rt er schlie&szlig;lich. &bdquo;Es es ist eine nette Art sich die Welt anzuschauen. Du siehst was andere L&auml;nder machen und sagst, ,Das kann ich auch.&lsquo;&ldquo;</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/74b48151f4104e0502af7c5d849d4bee.jpg" style="width: 640px; height: 428px; " /></p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/das-nicht-existente-land"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/das-nicht-existente-land/f29be4bf41d557b228a2fef5c2dd8015_vice_670.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/das-nicht-existente-land"> Das nicht existente Land</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Wir waren in Transnistrien, dem inoffiziellen sowjetischen Staat, der behauptet, er w&auml;re ein Land, und zwischen der Ukraine und Moldawien feststeckt.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/die-neuen-roma-ghettos-0000476-v9n4"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/die-neuen-roma-ghettos-0000476-v9n4/a85e68554d21228a6890ec277a37a51d_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/die-neuen-roma-ghettos-0000476-v9n4">Die neuen Roma-Ghettos </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Im Laufe der Geschichte ist es immer wieder zu Ereignissen gekommen, die perfekt dazu geeignet sind, rassistische Gewalt auszul&ouml;sen. Der Brand der historischen Burg Kr&aacute;sna H&ocirc;rka im letzten Jahr lieferte der slowakischen extremen Rechten ein eigenes &Auml;quivalent zum Reichstagsbrand 1933.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/die-hollander-lieben-ecstasy-so-sehr-dass-es-selbst-ihre-walder-vergiftet-0000465-v9n4"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/die-hollander-lieben-ecstasy-so-sehr-dass-es-selbst-ihre-walder-vergiftet-0000465-v9n4/aa46e1645c9125b00e5b1f3ea623602d_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/die-hollander-lieben-ecstasy-so-sehr-dass-es-selbst-ihre-walder-vergiftet-0000465-v9n4"> Die Holl&auml;nder lieben Ecstasy so sehr, dass es selbst ihre W&auml;lder vergiftet </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Die Holl&auml;nder sind im Umgang mit dem Besten, was es an Drogen gibt, sehr liberal, und seit etwa zehn Jahren ist Holland der Topproduzent von Ecstasy. </span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/185826</guid>
<author>Carmen Machado</author>
<category>stuff, Land, UNO, Amerika, Molssia, DDR, Kurios</category>
</item>
<item>
<title>Die neuen Roma-Ghettos</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/die-neuen-roma-ghettos-0000476-v9n4</link>
<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 07:00:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/d0b10d9bc65aaadd36e2bab196460e71.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /><br />
	<em><span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;">Spielende Kinder auf einer Bauruine in der Roma-Siedlung Vel&rsquo;k&aacute; Ida im Osten der Slowakei. Im Hintergrund das gewaltige Werk von US-Steel. Fotos von Matt Lutton</span></em></p>
<p>
	<span style="float:left;color:black;font-size:35px;line-height:25px;padding-top:1px;padding-right:5px;font-family: Arial;">I</span>m Laufe der Geschichte ist es immer wieder zu Ereignissen gekommen, die perfekt dazu geeignet sind, rassistische Gewalt auszul&ouml;sen. Am 10.&nbsp;M&auml;rz des vergangenen Jahres schauten die Einwohner der in den Bergen der Ostslowakei gelegenen Gemeinde Kr&aacute;snohorsk&eacute; Podhradie zum Berg in der Ortsmitte hinauf und sahen, dass ihre geliebte, im 14. Jahrhundert erbaute Burg Kr&aacute;sna H&ocirc;rka in Flammen stand. Als die Feuerwehr endlich auf dem Berg ankam, war der Dachstuhl bereits ausgebrannt und im Glockenturm waren drei Glocken geschmolzen.</p>
<p>
	Am folgenden Tag verk&uuml;ndete ein Sprecher der Polizei, dass das Feuer von zwei elf- und zw&ouml;lfj&auml;hrigen Roma-Jungen verursacht worden sei, die in einem Ghetto am Stadtrand lebten. W&auml;hrend sie am Fu&szlig;e des Berges versuchten, eine Zigarette anzuz&uuml;nden, soll ein ungew&ouml;hnlich starker Windsto&szlig; die gl&uuml;hende Zigarettenasche den Berg hinaufgeweht haben, wo sie das auf dem Gel&auml;nde der Burg verstreute Holz entz&uuml;ndete. Schuldig oder unschuldig, die Beschuldigten und ihre Familien gerieten in Panik&mdash;m&ouml;glicherweise weil in den letzten zwei Jahren Dutzende gewaltsamer &Uuml;bergriffe auf Roma stattgefunden hatten, so das European Roma Rights Center (Europ&auml;isches Zentrum f&uuml;r die Rechte der Roma). Aus Angst vor Vergeltung wurden die Jungen umgehend zu Verwandten geschickt, w&auml;hrend die Roma-M&auml;nner sich in der Nacht darauf vorbereiteten, ihre Gemeinde zu verteidigen. Letztendlich wurden die Jungen aufgrund ihrer Minderj&auml;hrigkeit nicht angeklagt, doch da war es bereits zu sp&auml;t: Die Vorstellung, dass &bdquo;Zigeunerkinder&ldquo; ein Wahrzeichen des slowakischen nationalen Erbes in Brand setzen, schien die Vorurteile vieler wei&szlig;er Slowaken gegen&uuml;ber den &auml;rmsten B&uuml;rgern ihres Landes zu sch&uuml;ren. Der Brand der Burg Kr&aacute;sna H&ocirc;rka lieferte der slowakischen extremen Rechten ein eigenes &Auml;quivalent zum Reichstagsbrand 1933&mdash;ein symbolisches Ereignis, das ihnen zur Rechtfertigung brutaler Ma&szlig;nahmen dient. Mitte M&auml;rz flog ich in die Slowakei und fuhr nach Kr&aacute;snohorsk&eacute; Podhradie zu einer Gedenkveranstaltung anl&auml;sslich des Jahrestages des Brandes von Kr&aacute;sna H&ocirc;rka. Mari&aacute;n Kotleba, ein ehemaliger Lehrer und nun Chef der extrem rechten Volkspartei Unsere Slowakei (slowakisch: <i>udov&aacute; strana Na&scaron;e Slovensko</i>, kurz L&rsquo;SNS), hoffte, seine tr&uuml;ben Aussichten auf W&auml;hlerstimmen mit dem Thema Kr&aacute;sna H&ocirc;rka und seinem Kampf gegen die &bdquo;Zigeunerkriminalit&auml;t&ldquo; zu verbessern.<br />
	<br />
	Nach meiner Ankunft begab ich mich auf einen Platz vor der Stadtverwaltung. Eine Gruppe von etwa 150 Menschen&mdash;Skinheads, entschlossen wirkende Einwohner und etwa zw&ouml;lf gr&uuml;n gekleidete Mitglieder des Offizierskorps&mdash;waren versammelt, um Mari&aacute;ns Rede zu lauschen. Mein Dolmetscher riet mir, nicht in der N&auml;he der Menge zu parken, damit die ungarischen Nummernschilder unseres Leihwagens m&ouml;glichst nicht auffielen. &bdquo;Wenn es etwas gibt, das die Neonazis noch weniger leiden k&ouml;nnen als Roma, dann sind es Ungarn&ldquo;, erkl&auml;rte er halb im Scherz und meinte damit die ablehnende Haltung der Slowaken gegen&uuml;ber ihrem ehemals imperialen Nachbarn.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/4e5f117728ef84ece329fbf3e8404a07.jpg" style="width: 640px; height: 427px; " /><br />
	<em><span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;">Ein Roma-Junge mit einer entz&uuml;ndeten Brandwunde. Er hatte neben brennendem M&uuml;ll auf einem g&uuml;lleged&uuml;ngten Feld am Rande der segregierten Roma-Siedlung au&szlig;erhalb des Dorfes Huncovce, Slowakei, gespielt.</span></em></p>
<p>
	Mari&aacute;n, ein kleiner, schnurrb&auml;rtiger Mann im schwarzen Kampfanzug, stand vor seinem blauen, zebragestreiften Hummer, flankiert von zwei Skinheads, die die gro&szlig;e, gr&uuml;ne Parteifahne schwenkten. &bdquo;Uns gef&auml;llt nicht, dass die Regierung anst&auml;ndige B&uuml;rger benachteiligt, um die Situation dieser Parasiten zu verbessern&ldquo;, sagte er in ruhigem, sachlichem Ton. Ein riesiger gelber Baukran zur Reparatur des Burgdaches ragte auf dem Berggipfel &uuml;ber der Burg hervor. &bdquo;Die ausgebrannte Burg ist ein Symbol f&uuml;r das, was passieren wird, wenn die Regierung weiterhin nichts gegen diese zunehmende Bedrohung unternimmt&ldquo;, fuhr Mari&aacute;n fort. &bdquo;Wenn wir nichts dagegen unternehmen, wird alles noch viel schlimmer &hellip; Wenn der Staat diese Zigeunerextremisten nicht so unglaublich gut versorgen w&uuml;rde, was glaubt ihr, w&uuml;rde dann passieren? Sie w&uuml;rden alle nach England gehen. Sie k&ouml;nnen &uuml;berall hingehen; es steht ihnen frei. Wenn sie in der Slowakei so sehr leiden: Niemand h&auml;lt sie auf. Niemand wird sie vermissen. Ich muss euch, glaube ich, nicht sagen, dass ich sie auf keinen Fall vermissen w&uuml;rde.&ldquo; Begeisterter Applaus aus der Menge. Mari&aacute;n wetterte noch weitere 20 Minuten gegen die Europ&auml;ische Union und pl&auml;dierte f&uuml;r die Rechte der &bdquo;anst&auml;ndigen B&uuml;rger&ldquo;&mdash;ein Synonym f&uuml;r wei&szlig;e Slowaken. Er beendete die Versammlung, indem er den Bewohnern der Stadt nahelegte, &bdquo;endlich die Augen zu &ouml;ffnen und etwas zu unternehmen&ldquo;. Nach der Rede unterhielt ich mich mit einigen Skinheads. Einer von ihnen, Marek, schlug vor, man solle Roma in Reservate stecken &bdquo;wie die f&uuml;r die Ureinwohner Amerikas&ldquo;. Ein Teenager im grauen Tarnanzug mit einem Aufn&auml;her &bdquo;ALL COPS ARE BASTARDS&ldquo; geiferte: &bdquo;Die Zigeuner sollte man alle vergasen&ldquo;, bevor ihn ein &auml;lterer Nazi wegzerrte.<br />
	<br />
	Noch am selben Abend fuhr Mari&aacute;n in seinem Hummer als H&ouml;hepunkt des Tages in die &auml;rmliche Roma-Siedlung am Rande des Dorfes und bedrohte deren Bewohner. Er k&uuml;ndigte an, die Roma-Siedlung r&auml;umen und ihre H&auml;user abrei&szlig;en zu lassen. Die Bewohner reagierten, indem sie Steine warfen und den Hummer mit H&auml;mmern attackierten. In einer Stellungnahme kurz nach dem Vorfall schrieb Mari&aacute;n: &bdquo;Uns blieben nur zwei M&ouml;glichkeiten. Wir konnten so radikal handeln wie Milan Juh&aacute;sz [ein Polizist a.&nbsp;D. aus der Westslowakei, der im vergangenen Sommer f&uuml;nf Roma-M&auml;nner verletzt und get&ouml;tet hatte mit der Begr&uuml;ndung, er habe &bdquo;die Ordnung wiederherstellen m&uuml;ssen&ldquo;]. Wir hatten vier Gewehre und etwa 250 Schuss Munition dabei. Aber wir beschlossen, der Polizei eine letzte Chance zu geben.&ldquo;</p>
<!--nextpage--><p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/0d7d9fb1d1cf8463602ce77e0bf82a70.jpg" style="width: 640px; height: 427px; " /><br />
	<em><span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;">Mari&aacute;n Kotleba, Chef der extrem rechten Partei Unsere Slowakei, h&auml;lt auf einer Versamm&shy;lung gegen &bdquo;Zigeunerkriminalit&auml;t&ldquo; in Kr&aacute;snohorsk&eacute; Podhradie, anl&auml;sslich des Jahrestages des verheerenden Brandes auf der Burg Kr&aacute;sna H&ocirc;rka eine Rede.</span></em></p>
<p>
	<span style="float:left;color:black;font-size:35px;line-height:25px;padding-top:1px;padding-right:5px;font-family: Arial;">M</span>it der Versch&auml;rfung der Krise in der Eurozone und einem bevorstehenden Sparkurs f&uuml;r die Slowakei scheinen sich Moderate, linke Politiker und Durchschnittsslowaken pl&ouml;tz&shy;lich zuf&auml;llig alle dar&uuml;ber einig zu sein, die &auml;rmste Minderheit des Landes zum S&uuml;ndenbock zu machen. Laut aktueller Sch&auml;tzungen leben in der Slowakei etwa 440.000 Roma, also etwa acht Prozent der Bev&ouml;lkerung&mdash;die Slowakei ist eines der L&auml;nder in Europa mit dem h&ouml;chsten Roma-Anteil in der Bev&ouml;lkerung. Laut der Beobachtungen und Berichte des European Roma Rights Center (ERRC) sind rassistische Gewalt, R&auml;umungen, Bedrohung und subtilere Formen von Diskriminierung und Vorurteilen in der Slowakei innerhalb der vergangenen zwei Jahre stark angestiegen. Das ERRC betrachtet die Situation in der Slowakei als eine der schlechtesten in Europa. In den vergangenen zwei Jahren haben elf slowakische Gemeinden Mauern errichtet, um die Bewohner der Roma-Ghettos von ihren wei&szlig;en Nachbarn zu trennen. An Silvester 2012 hielt der B&uuml;rgermeister der Kleinstadt Zlat&eacute; Moravce (er soll betrunken gewesen sein) auf dem Marktplatz vor &uuml;ber 1.000 Einwohnern eine Rede, in der er die Angeh&ouml;rigen der &bdquo;wei&szlig;en Rasse&ldquo; dazu aufrief, die &bdquo;arbeitslosen Parasiten&ldquo; zu bek&auml;mpfen, was Skinheadmeuten prompt dazu veranlasste, in der gesamten Stadt Roma-Teenager aus den Kneipen zu verjagen.<br />
	<br />
	Das Problem sind nicht nur die Neonazis, sondern auch die tief verwurzelten Vorurteile der wei&szlig;en Slowaken. Im Dezember wurde die gek&ouml;pfte Leiche eines Roms&mdash;vom st&auml;dtischen Schlachter enthauptet&mdash;in einem Abwasserkanal des Nachbardorfs gefunden. Im vergangenen April erschoss ein Tscheche in dem ostslowakischen Dorf Chot buz einen nach Altmetall suchenden Rom. Dabei soll der Sch&uuml;tze gebr&uuml;llt haben: &bdquo;Ihr schwarzen Huren! Ich werde euch alle umbringen!&ldquo; Und im Laufe des vergangenen Jahres berichtete der <i>Slovak Spectator</i> &uuml;ber mindestens vier F&auml;lle von rassistisch motivierter Gewalt durch slowakische Neonazis gegen schwarze und farbige Ausl&auml;nder, darunter einen amerikanischen Basketballspieler, der bei einem slowakischen Team unter Vertrag steht.<br />
	<br />
	Die Roma sind eine heterogene ethnische Gruppe, die, so meinen Historiker, etwa im 9. Jahrhundert aus Indien in den heutigen Irak auswanderten und im 14. Jahrhundert schlie&szlig;lich den Balkan und Osteuropa erreichten. Sie wurden immer verfolgt. In Isabel Fonsecas Publikation <i>Bury Me Standing</i> wird geschildert, dass europ&auml;ische Gesetze aus dem 15. Jahrhundert die Hinrichtung von Roma ohne den Beweis eines Verbrechens legitimierten. In der Walachei und in Moldawien wurden Roma im Mittelalter als Sklaven gehandelt. Ein Roma-Sklave war so viel wert wie ein Schwein. Bis ins 17. und 18. Jahrhundert hinein hielten Aristokraten sogenannte &bdquo;Heidenjagden&ldquo; ab, wobei sie ganze W&auml;lder in Brand setzten, um die Roma aus ihren Verstecken zu treiben und zu t&ouml;ten. Heute leben auf der Welt etwa 13 Million Roma, die Mehrheit von ihnen in Europa.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/c01f0038798ce9f2c7f8eb4702689997.jpg" style="width: 640px; height: 427px; " /><br />
	<em><span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;">Roma-Kinder in der segre&shy;gierten Roma-Siedlung im Dorf Vel&rsquo;k&aacute; Ida. Die Siedlung verf&uuml;gt nur an zwei Stunden pro Tag &uuml;ber flie&szlig;endes Wasser.<br />
	</span></em></p>
<p>
	Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und der Abspaltung von der Tschechischen Republik im Jahr 1993 verlieh die demokratische Slowakei ihren Roma-B&uuml;rgern Minderheitenrechten, die in der Praxis allerdings zur umfassenden Marginalisierung durch die wei&szlig;e slowakische und ungarische Mehrheit f&uuml;hrten. In seiner im Februar gehaltenen Rede wirft der slowakische Premierminister Robert Fico den Roma vor, den Staat erpressen zu wollen. &bdquo;Wir haben unseren unabh&auml;ngigen Staat nicht f&uuml;r Minderheiten gegr&uuml;ndet, obwohl wir sie nat&uuml;rlich respektieren, sondern vor allem f&uuml;r die Slowaken, die diese Nation und den Staat bilden&ldquo;, sagte er, um sich anschlie&szlig;end &uuml;ber die &bdquo;seltsame Neigung, die Anliegen von Minorit&auml;ten zu unterst&uuml;tzen&ldquo; zu beklagen. Die komplizierten politischen Konstellationen des ehemaligen Ostblocks sind dergestalt, dass ein pragmatischer, sozialdemokratischer Politiker wie Premierminister Fico auch daf&uuml;r bekannt ist, sich &uuml;ber Menschenrechtsbeobachter lustig zu machen und in nationalistischer Rhetorik zu schwelgen. 2005 hatte eine von der EU, der Europ&auml;ischen Kommission und der Weltbank&mdash;um nur einige der Organisationen zu nennen&mdash;gesponsorte Initiative den Auftrag, dieses Jahrzehnt in der Slowakei und elf anderen L&auml;ndern zur &bdquo;Dekade der Roma-Inklusion&ldquo; zu machen. Der Europ&auml;ische Sozialfonds stellte eine Milliarde Euro daf&uuml;r zu Verf&uuml;gung, dass Roma in der Slowakei vorgegebene Ma&szlig;st&auml;be in den Bereichen Arbeit, Bildung und soziale Inklusion erreichten. Allerdings wurden in der Slowakei mit diesen Geldern kaum erkennbare Ergebnisse erzielt. Ein aktueller Bericht des UN-Entwicklungsprogramms zeichnet ein eher d&uuml;steres Bild: Von den 43 Prozent der Auftr&auml;ge und Finanzmittel, die die slowakischen Kommunalverwaltungen f&uuml;r Roma einforderten, erreichten tats&auml;chlich nur 18 Prozent die marginalisierten Roma-Gemeinden. In meinen Interviews mit den Roma herrschte die weitverbreitete Meinung vor, dass die wei&szlig;en Verwaltungen F&ouml;rdermittel, die eigentlich f&uuml;r die Roma bestimmt waren, f&uuml;r eigene Entwicklungsprojekte nutzten.<br />
	<br />
	Anderseits beharren wei&szlig;e Slowaken hartn&auml;ckig auf der Theorie, dass EU-Entscheider Geld in die Slowakei leiten, um das Land in ein gigantisches Ghetto zu verwandeln und die Roma davon abzuhalten, in L&auml;nder wie Gro&szlig;britannien und Frankreich auszuwandern. Beide Ansichten scheinen nicht v&ouml;llig unglaubhaft zu sein. Eine meiner Quellen (die nicht genannt werden will), eine Teilnehmerin an hochrangigen Treffen der Europ&auml;ischen Kommission und der Weltbank, teilte mir mit, sie habe den Eindruck, die F&ouml;rderung sozialer Programme diene eigentlich dazu, die Roma-Immigration von Ost- nach Westeuropa einzud&auml;mmen. Es existieren auch Berichte &uuml;ber Androhungen der Europ&auml;ischen Kommission, die Liberalisierung der Visabestimmungen f&uuml;r Balkanl&auml;nder aufzuheben&mdash;sie erlaubt den Einwohnern von Balkanl&auml;ndern, die Grenzen zwischen ihren und anderen EU-L&auml;ndern frei zu &uuml;berschreiten&mdash;wenn sie nichts tun, um ihre Roma-Bev&ouml;lkerung zu stabilisieren. Westeuropa will die Roma nicht, und die Slowakei will sie auch nicht.</p>
<!--nextpage--><p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/9aa6e9aacd818b70cf3d37515a66a9c9.jpg" style="width: 640px; height: 427px; " /><br />
	<em><span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;">Jungen auf einem H&uuml;gel an der Mauer, die die Roma-Siedlung in Ostrovany, von ihrer Nicht-Roma-Nachbarschaft trennt. Von links nach rechts: Ferko, 12, Lukas, 9, Lubomir Kaleja, 12, und David Kotler, 12</span></em></p>
<p>
	<span style="float:left;color:black;font-size:35px;line-height:25px;padding-top:1px;padding-right:5px;font-family: Arial;">E</span>inige Tage vor der Neonazi-Versammlung besuchte ich ein Roma-Ghetto. Ich fuhr an kahlen B&auml;umen, schwarzen matschigen Feldern, Zweiter-Weltkriegs-Denkm&auml;lern und gotischen blutenden Kruzifixen vorbei auf verlassenen Landstra&szlig;en nach Ko&scaron;ice, einer trostlosen Industriestadt im Osten der Slowakei, die sich seit dem Zusammenbruch des Kommunismus nicht wesentlich ver&auml;ndert zu haben scheint. Anfang des Jahres war Ko&scaron;ice neben Marseille zur &bdquo;Europ&auml;ischen Kulturhauptstadt 2013&ldquo; ernannt worden. Eine seltsame Entscheidung. Die Kopfsteinpflasterstra&szlig;en der historischen Altstadt waren ab 10 Uhr abends menschenleer und gaben dem Ort eine vage an Stasizeiten erinnernde Atmosph&auml;re. Die Wahl erfolgte genau im richtigen Moment, um in dem mit Sparprogrammen und einer 33-prozentigen Jugendarbeitslosigkeit konfrontierten Land EU-Begeisterung zu entfachen.<br />
	<br />
	In der Umgebung von Ko&scaron;ice gibt es ungef&auml;hr 14 illegale Roma-Siedlungen sowie riesige Sozialwohnbauprojekte wie Lun&iacute;k IX, eine Wohnblock-Siedlung f&uuml;r Tausende Roma, die wie eine in ihr Gegenteil verkehrte Epcot-Modellstadt wirkt, eine Stadt extremer Armut. Im vergangenen Februar marschierten einige Hundert wei&szlig;e slowakische Aktivisten&mdash;die mit den Neonazis nichts zu tun haben&mdash;durch die Stra&szlig;en Ko&scaron;ices. Die Organisatoren berichteten den Medien: &bdquo;Die Zigeunerkriminalit&auml;t hat viele Leben zerst&ouml;rt.&ldquo;<br />
	<br />
	Am Stadtrand Ko&scaron;ices, vor dem Hintergrund einer dystopischen Ostblock-Skyline aus Stahlfabriken, Werkhallen und qualmenden Schloten, erreichten wir das Dorf Vel&rsquo;k&aacute; Ida. Im August lie&szlig; der gem&auml;&szlig;igt rechte B&uuml;rgermeister Vel&rsquo;k&aacute; Idas eine etwa zwei Meter hohe Mauer vor der Roma-Siedlung errichten (angeblich, um zu verhindern, dass Roma-Kinder von Autos &uuml;berfahren werden). Zur selben Zeit reduzierte der B&uuml;rgermeister die Wasserversorgung der 800-Einwohner-Gemeinde auf zwei Stunden pro Tag mit der Begr&uuml;ndung, es werde zu viel verbraucht.<br />
	<br />
	In Vel&rsquo;k&aacute; Ida traf ich Carlo, den inoffiziellen Chef der Roma-Siedlung. Hinter der Mauer, die die Gemeinde von der Stra&szlig;e trennt, verbargen sich bauf&auml;llige H&auml;user, auf riesigen M&uuml;llcontainern hockende Hunde und die aus Richtung der Industrie-Skyline her&uuml;berwehenden Abgase. Carlos Frau, eine verh&auml;rmte Mittf&uuml;nfzigerin, f&uuml;hrte uns durch die Menschenmenge in ihre H&uuml;tte.<br />
	<br />
	Carlo, ein kleiner, z&auml;her Mann mittleren Alters, hielt in der K&uuml;che von seinem Bett aus Hof. Von den 800 in der Siedlung lebenden Roma war er einer der wenigen, die Arbeit hatten, und zeigte mir stolz seinen Ausweis von US-Steel, wo er f&uuml;r 350 Euro im Monat arbeitete. &bdquo;Die Slowakei ist das schlimmste Land f&uuml;r Roma. Die Regierung ist nichts anderes als eine Horde Rassisten&ldquo;, sagte er. Als ich ihn &uuml;ber die neue Mauer befragte, zuckte er mit den Schultern. &bdquo;Ich wei&szlig;, dass das Rassismus ist, ich wei&szlig;, dass das Segregation ist. Aber wir haben im Moment viel gr&ouml;&szlig;ere Probleme. Zum Beispiel das Wasser und die Arbeitslosigkeit.&ldquo; Ein Rom in seinen 20ern, der bis dahin still am K&uuml;chentisch gesessen hatte, widersprach Carlo. &bdquo;Wenn der B&uuml;rgermeister die Mauer nur zum Schutz der Kinder gebaut hat, warum dann so hoch?&ldquo;, fragte er. &bdquo;Sie soll uns unsichtbar machen.&ldquo; Carlo sch&uuml;ttelte den Kopf und erz&auml;hlte, dass betrunkene Wei&szlig;e aus dem Ort regelm&auml;&szlig;ig nachts in die Siedlung fahren, um sie zu bel&auml;stigen und mit Gewehren um sich zu schie&szlig;en. &bdquo;Schau, du kannst uns die Armut ansehen&ldquo;, sagte Carlo. &bdquo;Und diese extremen Rechten mit ihrem Gerede gegen Roma, was wollen die von uns? Was wollen die uns denn wegnehmen? Wir haben doch nichts.&ldquo; W&auml;hrend des Kommunismus hatten die Roma keine offiziellen Minderheitenrechte (das Konzept der Minderheitenrechte widersprach der kompromisslosen Einheit, die das Fundament des riesigen Sowjetsystems war). Es gab allerdings eine Wohnraumgarantie in Stadtzentren und genug Arbeit in der Industrie; Integration wurde erzwungen und Diskriminierung konnte bestraft werden. Die Beh&ouml;rden siedelten die Roma in der Tschechoslowakei nach Bedarf um und versuchten die ethnische Gruppe zu einem allzeit verf&uuml;gbaren Pool von Industriearbeitern zu formen. In den vergangen 20 Jahren wurden die Roma infolge eines Prozesses, den man als systematische Gentrifizierung bezeichnen k&ouml;nnte, aus den slowakischen Stadtzentren verdr&auml;ngt und in segregierte Siedlungen an Stadt- und Dorfr&auml;ndern abgeschoben. Die Zahl der illegalen Roma-Siedlungen und Ghettos in der Slowakei stieg von 278 im Jahr 1988 auf 620 im Jahr 2000. Berichte des UN-Entwicklungsprogramms sch&auml;tzen die Arbeitslosigkeit unter Roma derzeit auf um die 70 Prozent&mdash;verglichen mit 33 Prozent bei Nicht-Roma. Fast alle Roma, die ich interviewte, waren arbeitslos. Viele wei&szlig;e Slowaken, mit denen ich sprach, schoben dies auf die angebliche &bdquo;Arbeitsscheu&ldquo; der Roma, w&auml;hrend Menschenrechtsgruppen die weitverbreitete Diskriminierung und Vorurteile daf&uuml;r verantwortlich machen.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/8b03d782032c360d8a0359352dded9ff.jpg" style="width: 640px; height: 427px; " /><br />
	<em><span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;">Der B&uuml;rgermeister der Gemeinde Vel&rsquo;k&aacute; Ida, J&uacute;lius Beluscs&aacute;k, in seinem B&uuml;ro<br />
	</span></em></p>
<p>
	Zwei Tage nach meinem Besuch bei Carlo sa&szlig; ich in einem Gemeindeverwaltungsb&uuml;ro in einer Burg aus dem 17. Jahrhundert gegen&uuml;ber der Roma-Siedlung und sprach mit Vel&rsquo;k&aacute; Idas B&uuml;rgermeister J&uacute;lius Beluscs&aacute;k. Er wirkte eitel und eingebildet, von seinem schlaffen H&auml;ndedruck bis hin zu seinen spitzen Rei&szlig;verschlussstiefeln aus Schlangenleder. Mir war es peinlich, sein makellos sauberes B&uuml;ro mit meinen dreckigen Schuhen betreten zu haben, an denen noch der Siedlungsmatsch klebte. Der B&uuml;rgermeister leierte die &uuml;blichen Fakten runter: In seiner Stadt lebten 1.300 Roma, von denen 75 Prozent arbeitslos seien, &bdquo;und etwa 200 streunende Hunde&ldquo;. 90 Prozent der Roma, so behauptete er, h&auml;tten keine Ahnung von Grundhygiene. Als ich ihn fragte, wie es ist, eine Gemeinde mit solchen sozialen Problemen zu verwalten, seufzte er und meinte: &bdquo;Ich beneide die B&uuml;rgermeister, die keine Roma in ihrer Gemeinde haben. Die Roma-Siedlung in Vel&rsquo;k&aacute; Ida ist wahrscheinlich eine der schlimmsten in der gesamten Slowakei. Die Frauen bekommen bereits im Alter von 13 Jahren Kinder und es geht weiter bis 33. Wir haben hier eine 33-J&auml;hrige mit elf Kindern. Sie bekommen Kinder, um Sozialhilfe beanspruchen zu k&ouml;nnen. Sie haben weder Verpflichtungen noch Besch&auml;ftigungen. Die Kinder werden nicht geimpft.&ldquo; Ein Vorurteil gegen&uuml;ber Roma betrifft Hygienevorstellungen. Genau wie das Wort &bdquo;Zigeuner&ldquo; im Deutschen, ist auch das slowakische Wort &bdquo;Cig&aacute;ni&ldquo; (Zigeuner) negativ konnotiert. 2011 gr&uuml;ndeten einige Slowaken eine Bewegung namens Zobudme sa (Wacht auf) und sammelten die Unterschriften von B&uuml;rgermeistern in 400 Gro&szlig;- und Kleinst&auml;dten, um einen koordinierten Abriss der illegalen Roma-Siedlungen in die Wege zu leiten. Die Unterzeichner versuchen Umweltschutzgesetze zu ihrem Zweck zu nutzen und stufen informelle Siedlungen als M&uuml;llhalden ein, um ihre Bewohner dann mit der Begr&uuml;ndung zu vertreiben, es werde hier nur M&uuml;ll abgeladen und die Lebensbedingungen seien unhygienisch. Doch die B&uuml;rgermeister der &bdquo;Wacht auf&ldquo;-Bewegung schlagen nicht etwa die Integration der Roma in die wei&szlig;en Gemeinden vor oder einen Ausbau der Sozialwohnungen. Sie wollen sie lediglich aus ihrem Umfeld verbannen: Aus den Augen aus dem Sinn. Im Oktober vertrieb der B&uuml;rgermeister von Ko&scaron;ice 156 Menschen aus seiner Siedlung und kaufte ihnen einfache Busfahrkarten in die n&auml;chste Stadt. Der B&uuml;rgermeister jener Stadt wiederum&mdash;ebenfalls ein Unterzeichner von &bdquo;Wacht auf&ldquo;&mdash; kauft ihnen einfache Busfahrten zur&uuml;ck nach Ko&scaron;ice. Laut eines aktuellen ERRC-Berichtes hausten die Zwangsger&auml;umten nun im Wald. Haben die Gemeinden die Situation der Roma, f&uuml;r die sie diese allein verantwortlich machen, nicht selbst mitverursacht, indem sie es ihnen schwer machen Arbeit, Impfungen und menschenw&uuml;rdigen Wohnraum zu bekommen und sie wie Auss&auml;tzige behandeln? Die Erkl&auml;rungen des B&uuml;rgermeisters sowie die Denkweise von &bdquo;Wacht auf&ldquo; sind paradox: Seiner Ansicht nach sind die Roma unhygienisch, weil sie arm sind; und die Roma sind arm, weil sie unhygienisch sind. Versuchen wir doch, sie alle loszuwerden, war allem Anschein nach die Logik, die dahintersteckte, und die Geschichte hat uns ja schon einmal gezeigt, wohin diese Art des Denkens letztendlich f&uuml;hrt. Als ich den B&uuml;rgermeister fragte, wie sich die Situation der Roma in der Stadt verbessern lie&szlig;e, entgegnete er: &bdquo;Man muss wie in einer Diktatur vorgehen.&ldquo; Als ich wissen wollte, was genau er damit meinte, erkl&auml;rte er schnell: &bdquo;Nein, nein. Diktatur wie unter dem Kommunismus. Damals war Arbeit Pflicht. Wenn die Kinder nicht zur Schule gingen, kam die Polizei und verpr&uuml;gelte die Eltern.&ldquo; Dann ging der B&uuml;rgermeister unversehens zu seinem Schrank und holte einige Geschenkt&uuml;ten und einen Fu&szlig;ballwimpel heraus. In den T&uuml;ten befanden sich ein Handtuch und ein Anstecker, beide mit dem Wappen Vel&rsquo;k&aacute; Idas&mdash;ein von zwei Lanzenreitern flankierter Burgturm. &bdquo;Vel&rsquo;k&aacute; Ida ist sehr bekannt&ldquo;, br&uuml;stete er sich. &bdquo;Hier befand sich im 15. Jahrhundert tats&auml;chlich einmal eine Zigeunerburg. Als die Tschechen uns angriffen, kamen die Lanzenreiter der Zigeuner uns bei der Verteidigung zu Hilfe.&ldquo; &bdquo;Die Burg gab es wirklich? Und die Roma halfen, sie zu verteidigen?&ldquo;, fragte ich v&ouml;llig verwirrt. &bdquo;Nein&ldquo;, antwortete der B&uuml;rgermeister und rieb sich das Kinn. &bdquo;Das ist nur eine Legende.&ldquo;&nbsp;</p>
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	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/7bd24e690e44db1bb3615cbd13bbd751.jpg" style="width: 640px; height: 427px; " /><br />
	<em><span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;">Mauer und eisernes Tor trennen einen Sozialwohnungskomplex f&uuml;r Roma vom Rest der Stadt am Rande von Pre&scaron;ov. Das Schloss des Tores wurde vor Kurzem von Roma aufgebrochen.</span></em></p>
<p>
	<span style="float:left;color:black;font-size:35px;line-height:25px;padding-top:1px;padding-right:5px;font-family: Arial;">I</span>n der aktuellen slowakischen Gesetzgebung und in den Kommentaren der Abgeordneten taucht mit beunruhigender H&auml;ufigkeit eine Formulierung auf: nicht anpassungsf&auml;hig. Sie spiegelt die Wahrnehmung wider, dass es zwei Arten Roma gibt: diejenigen, die sich in die wei&szlig;e Gesellschaft integrieren k&ouml;nnen, und die, die es vorziehen, in verdreckten, segregierten Siedlungen zu leben. 2001 meinte Premierminister Fico: &bdquo;Die gro&szlig;e Masse der Roma will nur im Bett liegen und Sozial- und Familienleistungen beziehen. Diese Leute haben herausgefunden, dass es wegen des Kindergeldes vorteilhaft ist, Kinder zu bekommen.&ldquo; Noch schockieren&shy;der sind die F&auml;lle von Zwangssterilisationen an Roma-Frauen in slowakischen Krankenh&auml;usern im Jahr 2004, die nach einer juris&shy;tischen Auseinandersetzung dazu f&uuml;hrten, dass die Erfordernis einer Einverst&auml;ndniserkl&auml;rung in die Gesundheitsgesetzgebung des Landes aufgenommen wurde. Zeugenaussagen, die vom Center for Civil and Human Rights im Jahr 2003 zusammengetragen wurden, dokumentieren ungeheuerliche, von wei&szlig;en slowakischen Krankenhaus&auml;rzten ver&uuml;bte Misshandlungen. Sie sollen Roma-Frauen vorgeworfen haben, sie bek&auml;men zu viele Kinder&mdash;manchmal auch geistig behinderte Kinder&mdash;um mehr Kindergeld zu erhalten. Die Zeugenaussagen sind erschreckend: versuchte Vergewaltigung einer in den Wehen liegenden Roma-Frau durch einen Krankenwagenfahrer, von ihren Gyn&auml;kologen vergewaltigte Frauen, Frauen, denen bei der Geburt Schmerzmittel verweigert wurden, und der besonders furchtbare Fall einer Frau, die auf dem Fu&szlig;boden des Krankenhauses liegend geb&auml;ren musste, w&auml;hrend ein Arzt sie anschrie: &bdquo;Du bist eine Sau, also wirf auch wie eine Sau!&ldquo;<br />
	<br />
	W&auml;hrend meiner Interviews und Gespr&auml;che mit wei&szlig;en Slowaken hatte ich den Eindruck, dass viele von ihnen die Roma als Sozialhilfebetr&uuml;ger betrachteten, nur darauf aus, staatliche Leistungen zu erschleichen. Im vergangenen April wurde Peter Pollak als erster Roma in das slowakische Parlament gew&auml;hlt. Als Sprecher der Roma-Gemeinden ist er auch daf&uuml;r zust&auml;ndig, die Regierung in Roma-Fragen zu beraten. W&auml;hrend es einige Hoffnungsschimmer gibt, wie etwa ein verbessertes Antidiskriminierungsgesetz, das im April in Kraft treten wird, sank die Begeisterung f&uuml;r Pollak mit der Erkenntnis, dass er von Premierminister und Innenministerium dazu benutzt wird, ein paternalistisches Reformpaket mit dem Motto &bdquo;Der richtige Weg&ldquo; durchzusetzen, das die Kinder &bdquo;gesellschaftlich nicht anpassungsf&auml;higer B&uuml;rger&ldquo; betrifft. Die Gesetze, von denen viele noch zu verabschieden sind, sehen vor, dass Straftaten und der Schulbesuch der Kinder die H&ouml;he der von Roma bezogenen Sozialleistungen beeinflussen k&ouml;nnen. Premierminister Fico erkl&auml;rte Anfang des Jahres seinerseits, f&uuml;r die Roma sei es am besten, die Kinder von ihren Familien zu trennen und sie in Internate zu stecken. &bdquo;Jemand sollte diesen Kindern zeigen, dass man auch anders leben kann&ldquo;, sagte er.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/cc3505ff570a058c02a3edce18e3483a.jpg" style="width: 640px; height: 960px; " /><br />
	<em><span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;">Milan Daňo, 52, der inoffizielle Chef der segregierten Roma Sozialwohnungs-Siedlung &bdquo;Alter Ziegelofen&ldquo;, in der 2.000 Menschen leben. Milan verlor seinen Arbeitsplatz, weil er gegen die Mauer protestiert hatte.<br />
	</span></em></p>
<p>
	<span style="float:left;color:black;font-size:35px;line-height:25px;padding-top:1px;padding-right:5px;font-family: Arial;">E</span>ine Stunde n&ouml;rdlich von Ko&scaron;ice, am Rande der Stadt Pre&scaron;ov, besuchten wir ein weiteres Roma-Ghetto, den &bdquo;Alten Ziegelofen&ldquo;, eine riesige Sozialwohnungs-Siedlung am Rande der Autobahn. Vor 13 Jahren mit EU-F&ouml;rdermitteln errichtet und scheinbar den feuchten Tr&auml;umen des amerikanischen Stadtplaners Robert Moses entsprungen, bieten diese bereits maroden Geb&auml;ude 2.000 Roma Wohnraum. 2010 errichtete die Stadt eine Mauer und ein eisernes Tor auf dem H&uuml;gel hinter dem Komplex und versperrte damit den einfachsten und sichersten Weg in die Stadt. Die Nicht-Roma Nachbarn bekamen Schl&uuml;ssel, damit sie ihre Gartenparzellen erreichen konnten, die Roma jedoch nicht. Der urspr&uuml;nglich 15-min&uuml;tige Schulweg der Roma-Kinder dauert jetzt 45 Minuten und f&uuml;hrt an der Autobahn entlang. F&uuml;r Schulbusse sorgt die Gemeinde nat&uuml;rlich nicht. Slowakische Schulen haben immer noch getrennte Klassenr&auml;ume f&uuml;r Roma und Wei&szlig;e. Bei vielen Roma-Kindern werden Behinderungen diagnostiziert und sie stellen, laut ERRC-Berichten, 60 Prozent der Sch&uuml;ler an F&ouml;rderschulen. Obgleich ein von Menschenrechtsbeobachtern gelobtes Urteil eines slowakischen Gerichts von 2012 die offene Segregation beendete, besteht doch immer noch eine De-facto-Segregation. Einige Roma-Eltern berichteten mir, die einzige Ver&auml;nderung sei die, dass Roma und wei&szlig;e Sch&uuml;ler nun gemeinsam Mittag essen. Roma-NGOs und Medienorganisationen melden, dass wei&szlig;e Slowaken von den D&ouml;rfern in die St&auml;dte z&ouml;gen, damit ihre Kinder nicht mit Roma-Kindern in dieselbe Klasse gehen m&uuml;ssten, also eine Art umgekehrte &bdquo;wei&szlig;e Flucht&ldquo;. Im &bdquo;Alten Ziegelofen&ldquo; wurden wir zur Wohnung des inoffiziellen Chefs des Wohnkomplexes, Milan Daňo, gef&uuml;hrt. Milan, ein gedrungener, 50-j&auml;hriger, von Kopf bis Fu&szlig; mit Tattoos &uuml;bers&auml;ter Rom, arbeitete als Community-Koordinator f&uuml;r eine Roma-NGO, bis er im November entlassen wurde. Von den 2.000 Bewohnern des &bdquo;Alten Ziegelofens&ldquo; war er einer der wenigen, die Arbeit hatten. Milan erz&auml;hlte, dass ihm aufgrund einer &Auml;u&szlig;erung gegen&uuml;ber einem Journalisten im Sommer gek&uuml;ndigt wurde: &bdquo;Erst haben sie die Berliner Mauer abgerissen, dann haben sie die Roma-Mauer aufgebaut!&ldquo; Au&szlig;erdem hatte er eine Petition gegen die Barriere unterzeichnet. &bdquo;Man sagte mir, der B&uuml;rgermeister wolle mich nicht mehr sehen&ldquo;, sagte er niedergeschlagen. In den 1990er Jahren bewohnte die Mehrheit der Roma Pre&scaron;ovs noch zwei Stra&szlig;enz&uuml;ge in der Stadtmitte. Ihre Wohnungen wurden als unbewohnbar eingestuft, sie wurden zwangsger&auml;umt und der &bdquo;Alte Ziegelofen&ldquo; wurde ihnen als Alternative angeboten. &bdquo;W&auml;hrend der Wohnkomplex gebaut wurde, erz&auml;hlte man uns, es sollten Milit&auml;rbaracken werden, damit wir nicht auf die Idee k&auml;men, sie w&uuml;rden uns umsiedeln.&ldquo; Milan und alle anderen Bewohner des &bdquo;Alten Ziegelofens&ldquo; zahlen Miete und haben Mietvertr&auml;ge. Ich fragte mich allerdings, warum die Menschen keine anderen Unterk&uuml;nfte hatten finden k&ouml;nnen, nachdem sie aus dem Stadtzentrum verbannt worden waren? Sowohl der Dolmetscher als auch Milan sch&uuml;ttelten resigniert die K&ouml;pfe, sie hatten das Gef&uuml;hl, ich h&auml;tte es immer noch nicht verstanden. &bdquo;Es ist unm&ouml;glich&mdash;die Nicht-Roma in der Stadt w&uuml;rde nie an uns vermieten.&ldquo; Doch etwas verstand ich immer noch nicht. Wie zahlen 2.000 arbeitslose Roma jeden Monat 300 Euro f&uuml;r ihre jeweiligen Wohnungen? &bdquo;Einige bezahlen die Miete vom Kindergeld, andere von der Sozialhilfe oder von Schwarzarbeit. Wir nehmen Kredite auf&ldquo;, sagte Milan. Er erkl&auml;rte, es habe einige &bdquo;Aktivierungsma&szlig;nahmen&ldquo; gegeben&mdash;von der EU und den slowakischen Kommunen finanzierte Arbeitsanreizprogramme&mdash;doch diese befristeten T&auml;tigkeiten wie Stra&szlig;en fegen, Rinnsteine s&auml;ubern und Schnee schippen betrafen immer nur 15 oder 20 Menschen und waren manchmal auch unbezahlt. Milans Frau Zlata, eine arbeitslose Nicht-Romni, sagte: &bdquo;Die gesamte Nicht-Roma-&Ouml;ffentlichkeit kritisiert uns als ,arbeitsscheu&lsquo;. Das Problem ist aber, wenn du ein Rom bist, bekommst du einfach keinen Job. Wenn ich schon keinen Job bekomme, wie kann ich das dann angesichts all der Diskriminierung von ihm erwarten?&ldquo;<br />
	<br />
	Milan und Zlata betrachteten diese Aktivierungsma&szlig;nahmen nicht als nachhaltige Arbeitspl&auml;tze, sondern als eine Art Besch&auml;ftigungstherapie f&uuml;r die angeblich gewohnheitsm&auml;&szlig;ig &bdquo;arbeitsscheuen&ldquo; Roma-Gemeinden.</p>
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	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/87e304b0d3d617332ad1ada01b490445.jpg" style="width: 640px; height: 427px; " /><br />
	<em><span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;">Dieser industrielle Schweinemastbetrieb wurde auf dem Gel&auml;nde eines ehemaligen Roma-KZs aus dem Zweiten Weltkrieg errichtet, nicht weit au&szlig;erhalb des Dorfes Lety in der Tschechischen Republik. In dem Lager starben Sch&auml;tzungen zufolge 326 Menschen, und mehr als 500 wurden nach Auschwitz deportiert.<br />
	</span></em></p>
<p>
	<span style="float:left;color:black;font-size:35px;line-height:25px;padding-top:1px;padding-right:5px;font-family: Arial;">D</span>as Deutsche Reich gr&uuml;ndete bereits 1899 die Reichszentrale zur Bek&auml;mpfung des Zigeunerunwesens um eine &bdquo;L&ouml;sung&ldquo; f&uuml;r die Roma auf den Weg zu bringen. Die Tschechoslowakische Republik schloss sich im 20. Jahrhundert an und das Gesetz &uuml;ber Fahrende Zigeuner aus dem Jahr 1927 verpflichtete alle Roma, sich erfassen, registrieren und bei den Beh&ouml;rden klassifizieren zu lassen. Der Zugang zu &ouml;ffentlichen B&auml;dern war ihnen untersagt, sie mussten Personalausweise bei sich tragen und ihre B&uuml;rgerrechte wurden eingeschr&auml;nkt. Die Gesetzgebung wurde in Deutschland mit den N&uuml;rnberger Gesetzen, dem Reichsb&uuml;rgergesetz und einer Roma-Version der Kristallnacht, der Aktion &bdquo;Arbeitsscheu Reich&ldquo; versch&auml;rft. Die &bdquo;Endl&ouml;sung der Zigeunerfrage&ldquo; wurde von Himmler erstmals 1938 zur Sprache gebracht. Die meisten Historiker sch&auml;tzen, dass w&auml;hrend des Nationalsozialismus zwischen 500.000 und 1,5 Millionen Roma umkamen. In der Nachkriegsgedenkkultur und bei der geschichtlichen Aufarbeitung des Nationalsozialismus wurden die Roma gr&ouml;&szlig;tenteils ausgeschlossen und vergessen. Sie waren auch bei den N&uuml;rnberger Prozessen nicht vertreten und erhielten keine Wiedergutmachung.<br />
	<br />
	Es herrschte die Ansicht, dass die Roma von den Nazis und den Achsenm&auml;chten nicht aus rassistischen Gr&uuml;nden ermordet wurden, sondern aufgrund ihres angeblich asozialen und kriminellen Verhaltens&mdash;dieselben Gr&uuml;nde, die heute der Rechtfertigung ihrer Verfolgung dienen. Der Holocaust an den Roma hatte noch nicht einmal einen eigenen Namen und wird erst seit den 1990er Jahren als Porajmos&mdash;&bdquo;das Verschlingen&ldquo; bezeichnet. Bereits 1939 wurden erwachsene m&auml;nnliche Roma in Arbeitslager im Protektorat B&ouml;hmen und M&auml;hren geschickt. 1942 setzte der SS-Kommandant Horst B&ouml;hme in Prag Himmlers Erlass um, die &bdquo;Zigeunerplage zu bek&auml;mpfen&ldquo;. Mindestens 1.039 Roma wurden ihrer Habe beraubt und nach Lety deportiert, ein ehemaliges Straflager etwa eine Stunde von Prag entfernt, das nicht von der SS, sondern von Tschechen verwaltet wurde. Heute befindet sich auf dem ehemaligen Lagergel&auml;nde ein industrieller Schweinemastbetrieb.<br />
	<br />
	In einer kalten Nacht in einer Kneipe in der N&auml;he des Prager Stadtzentrums traf ich Markus Pape, einen investigativen Journalisten und Autor des Buches &bdquo;<i>Und keiner wird euch glauben&hellip;.&ldquo; Das Konzentrationslager Lety &ndash; Geschichte und Erinnerung</i> (1997). &bdquo;Der Titel&ldquo;, so erz&auml;hlte er mir, &bdquo;gibt das wider, was man den Roma-&Uuml;berlebenden entgegnete, als sie aus Lety herauskamen und versuchten, ihre Geschichte zu erz&auml;hlen. Die Leute sagten: &sbquo;Keiner wird euch je glauben.&lsquo;&ldquo; Der kettenrauchende Deutsche wirkt ruhelos und ungepflegt, wie es f&uuml;r investigative Journalisten mittleren Alters &uuml;blich zu sein scheint.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/1978b2652404e22779cc6d7c71f60dd8.jpg" style="width: 640px; height: 427px; " /><br />
	<em><span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;">Jemand schmier&shy;te &bdquo;Zigeuner ins Gas!&ldquo; in das G&auml;stebuch des Informations&shy;zentrums &uuml;ber das Konzentrationslager Lety.</span></em></p>
<p>
	Markus&rsquo; Buch basiert auf Archivmaterial und pers&ouml;nlichen Zeugenaussagen &uuml;berlebender Roma. Wenn wir &uuml;ber die Zeit des Nationalsozialismus sprechen, werden aus Menschen oft Statistiken. Auf der Landkarte der europaweiten Vernichtung war das Lager Lety vergleichsweise klein. 326 Menschen starben in Lety, darunter 241 Kinder. Die tschechischen Historiker, die von Lety wussten, taten es als harmlos ab, und verglichen es mit den US-Internierungslagern f&uuml;r die japanische US-Bev&ouml;lkerung im Zweiten Weltkrieg. Aus ihrer Sicht wurden die Kinder, die dort starben, Opfer einer ungl&uuml;ckseligen Typhusepidemie im Stalingrad-Winter 1943. Mit Markus&rsquo; Buch wies jedoch zum ersten Mal ein historisches Werk darauf hin, dass dort furchtbare Verbrechen begangen worden waren. Bei seinen Nachforschungen hatte er festgestellt, dass die Todesf&auml;lle alle vor Ausbruch der Typhusepidemie 1943 auftraten. Er war der Meinung, dass Lety als Konzentrationslager einzustufen sei. Das f&uuml;hrte zu einem Aufschrei unter den tschechischen Historikern und Politikern, und die Tatsache, dass Markus Deutscher war, entsch&auml;rfte die Situation nicht gerade. &bdquo;Nach Ansicht der Tschechen war das &sbquo;nicht sehr nett&lsquo;&ldquo;, seufzte er. &bdquo;Es entsprach nicht der Selbstwahrnehmung der Tschechen als Opfer des Zweiten Weltkrieges. Sich selbst sehen sie so: &sbquo;Manchmal verstie&szlig;en wir gegen ein paar Gesetze, aber wir waren nicht wie Deutschland oder andere imperiale Nationen.&lsquo;&ldquo; Auch wenn Lety nur als Internierungslager genutzt wurde: Mehr als 500 Roma wurden von dort nach Auschwitz in die Gaskammern deportiert. Das Lager Lety wurde nach der Typhusepidemie zerst&ouml;rt und keiner der damals verantwortlichen Tschechen ist jemals f&uuml;r seine Verbrechen bestraft worden. Bis in die fr&uuml;hen 1990er Jahre geriet das Lager in Vergessenheit. Es wurde erst von einem amerikanischen Amateurgenealogen namens Paul Polansky in tschechischen Archiven wiederentdeckt. V&aacute;clav Havel, der erste Pr&auml;sident der demokratischen Tschechischen Republik, reagierte darauf, indem er ein kleines Denkmal in Auftrag gab, das 1995 in der N&auml;he des Schweinemastbetriebes errichtet wurde, hatte aber w&auml;hrend der Entwurfsphase keine Roma zu Rat gezogen. &bdquo;Kannst du dir vorstellen, ein Holocaust-Denkmal zu errichten, ohne Juden dazu zu befragen?&ldquo;, so Markus&rsquo; rhetorische Frage. Der derzeitige tschechische Premierminister besuchte das Denkmal im vergangenen Sommer, stellte aber noch einmal klar, dass es keine M&ouml;glichkeit gebe, den Schweinemastbetrieb zu verlagern.<br />
	<br />
	Markus, der jetzt halbtags f&uuml;r eine Menschenrechtsgruppe arbeitet, erz&auml;hlte &uuml;ber seine tschechischen Freunde: &bdquo;Wenn ich mit ihnen &uuml;ber die Roma spreche, glauben sie, dieses Problem werde nie gel&ouml;st. Das ist vielleicht so wie das Problem zwischen Israelis und Pal&auml;stinensern. F&uuml;r Israel gibt es keine L&ouml;sung.&ldquo;<br />
	<br />
	Am folgenden Morgen fuhren Markus und ich durch das trostlose, menschenleere tschechische Dorf Lety und &uuml;ber einen H&uuml;gel zum Gel&auml;nde des ehemaligen Lagers. &bdquo;Das Lager wurde auf der anderen Seite des H&uuml;gels errichtet, damit niemand sehen konnte, was dort vor sich ging&ldquo;, erkl&auml;rte er. Wir bogen in eine asphaltierte Stra&szlig;e ab, die aber bald einem Feldweg wich. An diesem tr&uuml;ben Nachmittag sah die Schweinemast mit ihrem rostigen Stacheldrahtzaun, den Reihen grauer Baracken und dem &uuml;bel riechenden, aus den Schornsteinen aufsteigenden Rauch wie ein Konzentrationslager aus; so wie wir es von Fotos in Geschichtsb&uuml;chern kennen.<br />
	<br />
	Wir standen oben auf dem zugigen H&uuml;gel und betrachteten eine historische Tafel, die den Standort des ehemaligen Lagers zeigte. &bdquo;Die &Uuml;berlebenden berichten, sie seien dort gefoltert worden&ldquo;, sagte Markus. &bdquo;Ein &Uuml;berlebender, der in Auschwitz und Lety war, sagte, dass Lety schlimmer gewesen sei, weil es Tschechen waren, also die eigenen Landsleute. Auschwitz sei furchtbar gewesen, aber man habe gewusst, dass einem die Gaskammer bevorstand. In Lety habe man nie gewusst, was am kommenden Tag passieren w&uuml;rde.&ldquo; Havels Denkmal, inmitten schneebedeckter B&auml;ume, wirkte wie eine baptistische Freilichtb&uuml;hne, die man eher in einem Vorort Houstons vermuten w&uuml;rde. &bdquo;Das Problem ist: Besucher kommen hierher, sehen von der Stra&szlig;e aus die Schweinemast und fragen dann, ob das die Gedenkst&auml;tte sei. Sieht ja auch aus wie ein KZ&ldquo;, sagte Markus. Am anderen Ufer eines kleinen Teiches stie&szlig; der Schweinemastbetrieb weiter graue Rauchwolken aus. Markus deutete auf den Teich und sagte: &bdquo;Die &Uuml;berlebenden berichteten, dass hier Kinder ertr&auml;nkt worden seien.&ldquo; Zur&uuml;ck im Dorf besuchten wir ein Informationszentrum &uuml;ber das Lager Lety. Der kleine ungeheizte Raum stank nach nassen Zigarettenstummeln, und seltsame Spiegel hingen an den W&auml;nden. Nachdem wir die Texttafeln gelesen hatten, warfen wir auf dem Weg nach drau&szlig;en einen Blick ins G&auml;stebuch. Jemand hatte &bdquo;Zigeuner ins Gas!&ldquo; &uuml;ber eine ganze Seite geschmiert. Auf der R&uuml;ckfahrt nach Prag sprachen Markus und ich &uuml;ber die Zukunft. &bdquo;Heute w&uuml;rde jede Regierung, die die Roma unterst&uuml;tzt, die n&auml;chsten Wahlen verlieren&ldquo;, sagte er. &bdquo;Eine Demokratie sollte eigentlich die Minderheiten sch&uuml;tzen. Ohne diesen Schutz werden die Minderheiten durch die Entscheidungen der Mehrheit unterdr&uuml;ckt. Ich glaube, die Menschen in den post-kommunistischen L&auml;ndern haben Schwierigkeiten, sich daran zu gew&ouml;hnen. Nach 1989 verloren sie einen gro&szlig;en Teil ihrer Identit&auml;t, n&auml;mlich ein Teil des internationalen kommunistischen Blocks zu sein. Sie mussten den Nationalismus zum Leben erwecken, um die Leere zu f&uuml;llen. Und die Roma passen da nicht rein.&ldquo;<br />
	<br />
	<em><span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;">Dieser Artikel wurde in Partnerschaft mit dem Investigative Fund des Nation Institute verfasst.</span></em><br />
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/184573</guid>
<author>Aaron Lake Smith</author>
<category>stuff, </category>
</item>
<item>
<title>Seit 70 Jahren, ganz alleine ohne Strom und fließend Wasser sitzt Agafja in der sibirischen Wüste</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/die-letzte-lykow-0000473-v9n4</link>
<pubDate>Sun, 28 Apr 2013 06:36:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/8caf8f6e19a9d0aa8750581bbd1d9e31.jpg" style="width: 640px; height: 965px;" /></p>
<p class="p1">
	<span style="float:left;color:black;font-size:35px;line-height:25px;padding-top:1px;padding-right:5px;font-family: Arial;">E</span>s gibt eine bestimmte moralische Zwangslage, &uuml;ber die sich Anthropologen und Ethnologen schon ewig streiten, wenn es darum geht, unber&uuml;hrte oder vergessene V&ouml;lker in kleinen, entlegenen Gebieten dieser Erde zu dokumentieren. Diese Probleme werden jedoch immer dann hinf&auml;llig, wenn die invasive, wie Unkraut wuchernde Welt unweigerlich doch zu ihnen findet. Die Lykows&mdash;eine russische Familie, die einen Gro&szlig;teil des 20. Jahrhunderts ohne menschlichen Kontakt in der sibirischen Wildnis gelebt hat&mdash;geh&ouml;ren nicht zu den wenigen unentdeckten St&auml;mmen, die noch verborgen vor der modernen Welt in S&uuml;damerika existieren. Sie haben sich auch nicht gewaltsam jeglichem Kontakt nach au&szlig;en verweigert, wie die Sentinelesen auf den Andamanen dies noch heute tun. Als ich die 69-j&auml;hrige Agafja, die letzte &Uuml;berlebende des Lykow-Clans, fragte, ob sie sich w&uuml;nschen w&uuml;rde, dass die Geologen, die ihre Familie 1978 in der vollst&auml;ndig isolierten Waldwildnis der sibirischen Taiga entdeckten, sie nie gefunden h&auml;tten, sch&uuml;ttelte sie den Kopf. &bdquo;Ich wei&szlig; nicht, ob wir [ohnege sie] &uuml;berlebt h&auml;tten&ldquo;, meinte sie. &bdquo;Uns gingen die Werkzeuge und das Essen aus. Ich hatte keine Schals mehr.&ldquo; Dieses eine Mal hat die unnachgiebige Neugier, jedes noch verbleibende Geheimnis dieser Welt zu enth&uuml;llen, ein einzigartiges Ph&auml;nomen m&ouml;glicherweise bewahrt, anstatt es zu kontaminieren.<br />
	<br />
	Alles begann 1936, als Karp Lykow und seine Frau Akulina die Zivilisation ganz hinter sich lie&szlig;en. Sie hatten genug von den Kommunisten und generell vom Leben in der Stadt und machten sich mit ihren beiden S&ouml;hnen in die Tiefen der Taiga auf. Den Ansto&szlig; f&uuml;r ihre Reise gab der Mord an Karps Bruder, der von einer bolschewistischen Patrouille bei ihrem kleinen Dorf in der N&auml;he von Kursk im &auml;u&szlig;ersten Westen Russlands erschossen wurde. Die Lykows waren strenge Pazifisten und geh&ouml;rten zu den Altgl&auml;ubigen, einer ultraorthodoxen christlichen Gruppierung, die sich im 17. Jahrhundert von der russischen Kirche abgespalten hatte. Als sie ihr St&uuml;ck Land gefunden hatten, bauten sie eine H&uuml;tte, brachten zwei weitere Kinder zur Welt und lebten die Art roher Existenz, die <i>Unsere kleine Farm</i> wie Spring Break in Florida aussehen l&auml;sst. Sie mussten ihre Kleidung mit einem Spinnrad herstellen, dass sie hunderte von Kilometern mit sich geschleppt hatten, und ern&auml;hrten sich von Kartoffeln und Wildpilzen. 1961, nach fast drei Jahrzehnten im Wald, vernichtete ein Schneesturm ihre Ernte. Sie &uuml;berlebten, indem sie Baumrinde und ihre Schuhe a&szlig;en. Akulina &uuml;berlie&szlig; sich dem Hungertod, damit ihre Kinder keinen Hunger leiden mussten.<br />
	<br />
	Nach Akulinas Tod setzte die Familie ihr einsiedlerisches Dasein bis 1978 fort, als Geologen (die in der Gegend nach m&ouml;glichen &Ouml;lvorkommen suchten) auf ihre Ansiedlung stie&szlig;en. In den n&auml;chsten Jahren sollte sich die Nachricht von der seltsamen Familie, die zur&uuml;ckgezogen mitten im Niemandsland lebte, langsam aber stetig in Russland verbreiten und sie zu ungew&ouml;hnlichen Volkshelden machen. Diese Aufmerksamkeit war zum gro&szlig;en Teil Wassili Peskow zu verdanken, einem russischen Journalisten, der mehrere Artikel sowie ein Buch &uuml;ber die Familie ver&ouml;ffentlichte. <i>Die Vergessenen der Taiga</i> war in Russland ein Bestseller, und ist auch in Deutschland in mehreren Auflagen erschienen. Nach und nach verstarben alle Familienmitglieder. Es gab Spekulationen, nach denen die Einschleppung fremder Erreger f&uuml;r das Immunsystem der Lykows durch das Geologenteam letztendlich f&uuml;r ihren Tod verantwortlich gewesen sei; andere wiederum gehen von einer nat&uuml;rlichen Todesursache aus. Karp starb 1988, nachdem er all seine Kinder, bis auf Agafja, seine j&uuml;ngste Tochter, &uuml;berlebt hatte. Agafja begrub ihn mit der Hilfe einiger Geologen, die sich mit ihrer Familie angefreundet hatten, am Berghang.<br />
	<br />
	Das <i>Smithsonian</i> ver&ouml;ffentlichte im Januar einen Artikel aus dem Archiv, der damit endete, dass Agafja, damals 45, beschloss, nach dem Tod ihres Vaters weiter allein in der sibirischen Wildnis zu leben. Doch das war Jahre her, und wir wollten uns ein Bild davon machen, wie das Leben Agafjas mit ihren mittlerweile 69 Jahren heute aussieht. Also machten wir uns auf den Weg.<br />
	<br />
	Im Februar flogen wir nach Sibirien. Agafja lebt fast 250 Kilometer entfernt von der Zivilisation und es erforderte unz&auml;hlige Antr&auml;ge an die Regierung Putin&mdash;auch, um an verschiedenen Parkbeamten vorbeizukommen, die den Anspruch erhoben, f&uuml;r die Gerichtsbarkeit in der Taiga zust&auml;ndig zu sein&mdash;um die Genehmigung zu erhalten, sie zu besuchen. Im Sommer, so wurde mir gesagt, k&ouml;nne man mit einer siebent&auml;gigen Kanutour zu ihr gelangen. Im Winter sei sie ausschlie&szlig;lich mit dem Hubschrauber erreichbar.</p>
<p class="p4">
<!--nextpage-->	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/ed08c0aa2852f6134eed06edf5f8ba99.jpg" style="width: 640px; height: 965px;" /></p>
<p class="p1">
	<span style="float:left;color:black;font-size:35px;line-height:25px;padding-top:1px;padding-right:5px;font-family: Arial;">A</span>ls wir eintrafen, wartete Agafja vor ihrer H&uuml;tte auf uns wie eine liebe Gro&szlig;mutter, die den Besuch ihrer Enkelkinder erwartet. Das Naturschutzgebiet, in dem sie lebt, wurde zu Ehren ihrer Familie &bdquo;Lykow-Territorium&ldquo; genannt und ihre H&uuml;tte steht auf einem Felshang an einem schnell flie&szlig;enden Fluss namens Jerinat. Ich war erstaunt, wie flink und gesund sie f&uuml;r eine 69 Jahre alte Frau wirkte, die schon mal ihre eigenen Schuhe gegessen hatte, um zu &uuml;berleben. Ihr Anwesen besteht aus mehreren H&uuml;tten und kleineren Geb&auml;uden f&uuml;r Ziegen, H&uuml;hner, Vorr&auml;te und konservierte Lebensmittel, sowie einem Garten am Steilhang hinter dem Hauptgeb&auml;ude. (Bei unserem Besuch war der Garten mit Schnee bedeckt, wie dies im sibirischen Winter meist der Fall ist.) Dank der Hilfe von Freunden und Bewunderern konnte sie den einr&auml;umigen Schuppen, in dem die ganze Familie fr&uuml;her wohnte, im Laufe der Jahre vergr&ouml;&szlig;ern. Dutzende Katzen streunen auf dem Gel&auml;nde frei herum.<br />
	<br />
	Nachdem ich ihr eine Ziege und ein Huhn als Geschenk &uuml;bergeben hatte, interviewte ich Agafja an einem kleinen Tisch am Flussufer. Ich fragte sie, was seit dem Tod ihres Vaters vor fast 20 Jahren geschehen sei.<br />
	<br />
	&bdquo;Als er starb&ldquo;, erz&auml;hlte sie, &bdquo;hatte ich niemanden mehr, der mir helfen oder auf den ich mich verlassen konnte. Ich habe selbst Brennholz geschlagen&ldquo;. Wie viele &auml;ltere Leute in Russland erh&auml;lt auch Agafja eine staatliche Beihilfe, ist jedoch weitgehend unabh&auml;ngig&mdash;Kochen, Nahrungssuche und Fischen, all das macht sie selbst. Sie erz&auml;hlte mir, dass der anstrengende Alltag in der Taiga mit dem &Auml;lterwerden schwieriger geworden sei.<br />
	<br />
	&bdquo;Es ist nicht leicht, Heu zu schneiden und sich um die Ziegen zu k&uuml;mmern&ldquo;, sagte Agafja und erz&auml;hlte dann, dass sie jetzt ein Gewehr habe, um sich gegen Wildtiere zu wehren. &bdquo;Im letzten Sommer hat ein B&auml;r hier alles verw&uuml;stet, w&auml;hrend ich mich drinnen versteckte. Er packte sich einen meiner Mehls&auml;cke und zertrampelte die Karotten. Ich habe ein Loch gegraben und der B&auml;r ist in die Falle gegangen.&ldquo;<br />
	<br />
	Ganz allein ist Agafja jedoch nicht. Sie hat einen Nachbarn namens Jerofei Sedoy. Urspr&uuml;nglich war er als &Ouml;lsucher hergekommen und lebte zusammen mit anderen Geologen seiner Firma etwa 15 Kilometer entfernt von Agafja. Dann wurde ihm aus unbekannten Gr&uuml;nden, zu denen er sich nicht &auml;u&szlig;ern mochte, gek&uuml;ndigt. Er ging schlie&szlig;lich in die gro&szlig;e Stadt zur&uuml;ck, wo er sich irgendwie Wundbrand zuzog und sein Bein verlor. Als ihm ein Arzt sagte, eine R&uuml;ckkehr zu dem sauberen Wasser der Taiga k&ouml;nnte seiner Gesundheit f&ouml;rderlich sein, lie&szlig; er sich bei Agafja, unterhalb des Hanges am Ufer des Flusses, nieder und lebt dort seit mittlerweile 16 Jahren.<br />
	<br />
	Jerofei hat mir erz&auml;hlt, dass er in erster Linie in die Taiga gekommen sei, um Agafja zu helfen, die all die Jahre ganz allein gewesen sei. In Anbetracht seines Beinstumpfes erschien sein Motiv jedoch etwas fraglich.<br />
	<br />
	Agafja erz&auml;hlte eine andere Geschichte. &bdquo;Zu Anfang hat er mir mit den Ziegen geholfen. Das macht er jetzt nicht mehr. Er hat Holz gehackt. Das macht er jetzt nicht mehr. Schlie&szlig;lich war ich es, der Jerofei zwei Winter lang mit Brennholz ausgeholfen hat. Er kann im Winter nicht einmal mehr das gehackte Brennholz selbst reinbringen. Wie soll er mir da helfen? Ich bringe ihm Brennholz. Sechzehn Jahre, und er ist total von mir abh&auml;ngig. Jerofei ist ein Nichtsnutz. Niemand braucht ihn. Er ist keine Hilfe. Er braucht selbst Hilfe.&ldquo;<br />
	<br />
	Agafja und Jerofei kommen trotzdem noch gelegentlich an diesem Ort zusammen, um gemeinsam Radio zu h&ouml;ren. Es ist der einzige regelm&auml;&szlig;ige Kontakt, den sie zur Au&szlig;enwelt haben. &bdquo;In den Nachrichten berichten sie von Verbrechen und Explosionen&ldquo;, sagte Agafja. &bdquo;Es ist be&auml;ngstigend. Was ist los mit [diesen] Leuten, die Selbstmordattentate ver&uuml;ben?&ldquo;<br />
	<br />
	Agafja mag zwar nur wenig Besitz in der materiellen Welt haben, aber sie hat einen starken Glauben. Wie ihre engste Familie und ihr seit langem verstorbener Onkel&mdash;derjenige, der 1936 von den Kommunisten get&ouml;tet wurde&mdash;geh&ouml;rt Agafja zu den Altgl&auml;ubigen. Lesen hat sie durch das Studium der Bibel gelernt und sie steht noch immer jeden Morgen zeitig auf, um zu beten. Ab und zu liest sie Zeitschriften der Altgl&auml;ubigen, je nachdem, wie h&auml;ufig die sporadischen Besucher ihr welche mitbringen. Eine der etwas verschrobeneren Ideen, die sie aus diesen Zeitungen hat, ist die Vorstellung, dass Barcodes ein Kennzeichen des Teufels sind. &bdquo;Es ist der Stempel des Antichristen&ldquo;, sagte sie. &bdquo;Die Leute bringen mir Saatt&uuml;ten mit Barcodes darauf. Ich nehme die Samen heraus, verbrenne die T&uuml;ten sofort und dann pflanze ich die Samen. Der Stempel des Antichristen bedeutet das Ende der Welt&ldquo;, sagte sie. &bdquo;Gott wird nicht alle retten.&ldquo;<br />
	<br />
	Zu den wenigen Dingen, die Agafja genauso hasst wie Barcodes, geh&ouml;ren St&auml;dte&mdash;mit denen sie, das mag &uuml;berraschen, ganz gut vertraut ist. Anfang der 1980er, als die Lykows durch die Artikelserie von Wassili Peskow zu einem nationalen Ph&auml;nomen wurden, wurde Agafja von der sowjetischen Regierung eingeladen, ihr Land das erste Mal zu bereisen. Sehr zum Kummer ihres Vaters (der kurz nach ihrer R&uuml;ckkehr starb) nahm sie die Einladung an und reiste einen Monat lang per Hubschrauber, Zug, Flugzeug und Auto durch das ganze Land. Sie sah ganz neue Dinge wie K&uuml;he, Pferde, Gesch&auml;fte, St&auml;dte und Geld.<br />
	<br />
	Seither hat sie trotz jahrelangen wiederholten Dr&auml;ngens seitens der russischen Beh&ouml;rden, in eine Stadt oder ein Dorf zu ziehen, ihr Zuhause nur etwa f&uuml;nfmal verlassen&mdash;in erster Linie, um Verwandte zu treffen, die sie noch nie kennen gelernt hat, oder um sich &auml;rztlich behandeln zu lassen. Sie erz&auml;hlte uns, dass etwas anderes als das Wasser ihres geliebten Jerinat zu trinken sie krank machen w&uuml;rde, und dass auch die Stadtluft sie krank mache.<br />
	<br />
	&bdquo;Da drau&szlig;en bekomme ich Angst&ldquo;, so Agafja. &bdquo;Man kann nicht atmen. &Uuml;berall sind Autos. Es gibt keine frische Luft. Jedes Auto, das vorbeif&auml;hrt, l&auml;sst so viele Gifte in der Luft zur&uuml;ck. Alles, was man tun kann, ist zuhause bleiben.&ldquo;<br />
	<br />
	<span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;">Far Out: Agafia&rsquo;s Taiga Life<em> l&auml;uft auf VICE.com.<br />
	<br />
	</em></span><!--nextpage--><img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/2169b2b8ba09e9606e81632197fe24af.jpg" style="width: 640px; height: 965px;" /></p>
<p class="p3">
<!--nextpage-->	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/1e45276f16259f6b595c071d1dd40894.jpg" style="width: 640px; height: 965px;" /></p>
<p class="p3">
<!--nextpage-->	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/bcef1ee82385db93bdd24ae1692e61ef.jpg" style="width: 640px; height: 424px;" /></p>
<p class="p3">
<!--nextpage-->	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/8f3f428fb7dba7c1ba7798b5744c6f42.jpg" style="width: 640px; height: 965px;" /></p>
<p class="p3">
<!--nextpage-->	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/2a24eb8e62636dab97e3ffca61a0a4d4.jpg" style="width: 640px; height: 425px;" /></p>
<p class="p3">
<!--nextpage-->	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/4ee37f3a0139f464d95a1bab4a62fa29.jpg" style="width: 640px; height: 965px;" /></p>
<p class="p3">
	<em style="font-family: Arial; font-size: 11px; line-height: 16px;">Fotos von Peter Sutherland&nbsp;</em></p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/184434</guid>
<author>John Martin</author>
<category>stuff, Agafja, Taiga, Sibirien, Wüste, Eremit, Russland, Kommunismus, far out</category>
</item>
<item>
<title>Bei Ashton Kutcher und Justin Bieber wurde eingebrochen—NOT</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/bei-ashton-kutcher-und-justin-bieber-wurde-eingebrochennot</link>
<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 08:49:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/e0d5114e48e8456d826fbd4a3e94059f.jpg" style="width: 640px; height: 359px;" /></p>
<p>
	<em>Fotos von Nate Miller</em></p>
<p>
	Los Angeles nervt krass. Da kannst du jeden fragen, der hier lebt. Die ganze Stadt ist nicht das, was sie mal war. Die Menschen sind v&ouml;llig crazy und der Teufel pers&ouml;nlich lebt mit Sicherheit auch in Los Angeles. Er hat eine mehrst&ouml;ckige Wohnung in Laurel Canyon und f&auml;hrt einen Saab. Seine drei Kinder hei&szlig;en Donald, Donna und Rocketship.</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Deswegen denken sich die gelangweilten Kids hier neue Sachen aus, um sich bei Laune zu halten: dem Promi Swatting. Der unausweichlichen Gewissheit geschuldet, dass L.A. absolut und komplett langweilig ist, nehmen sich die Leute hier Zeit f&uuml;r Klingelstreiche bei verschiedenen Notrufnummern. Sie schaffen es, die Polizei dazu zu bringen, auf erfundene Einbr&uuml;che in Prominentenvillen zu reagieren. H&auml;ufig r&uuml;cken gleich ganze SWAT-Einheiten aus, deshalb der Name &bdquo;Swatting&ldquo;.</span></p>
<p class="p1">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/52a5461759f88a3d0cace9e6cd286860.jpg" style="width: 640px; height: 465px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Opfer dieses brandneuen L.A.-Trends&nbsp;wurden unter anderem Justin Bieber, Ashton Kutcher (der es irgendwie nicht komisch fand, oder die Ironie darin entdecken konnte, ausgerechnet als ehemaliger Moderator von &bdquo;Punk&lsquo;d&ldquo; reingelegt worden zu sein), Charlie Sheen (der Ironie vermutlich nicht einmal buchstabieren kann) und Simon Cowell, den man mit der Falschmeldung konfrontierte, jemand sei in seinem Haus gefesselt worden. Irgendwie glaube ich fast gar nicht, dass das eine Falschmeldung war. Meiner Meinung nach ist der einzige Grund, warum X-Factor noch l&auml;uft, weil Simon alle Fox-Chefs als Geiseln bei sich im Haus festh&auml;lt.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Ich pers&ouml;nlich w&uuml;rde mich viel mehr daf&uuml;r interessieren, wenn es eine Version von swatting g&auml;be, wo man Leuten wir Ryan Seacrest eine Ohrfeige verpassen d&uuml;rfte. Aber anscheinend bekommen wir nicht alle, was wir wollen. Ich bin nicht der Angelino, der solche Bewegungen lostritt. Ich folge ihnen nur den trends. Ich dokumentiere alle brandhei&szlig;en Trends in La La Land und berichte &uuml;ber sie, bevor sie innerhalb der n&auml;chsten sechs Stunden wieder verpuffen.</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/7c9a9c86487b92192dc44db0c9a9f245.jpg" style="width: 640px; height: 876px;" /></p>
<p class="p1">
	<b>Celebrity Smuggling</b></p>
<p class="p1">
	Stopf dir eine ber&uuml;hmten Promi in die Hose und schmuggle ihn an der Flughafenkontrolle vorbei. Es ist noch schwieriger als es klingt, aber daf&uuml;r unglaublich zufriedenstellend, wenn du in St. Louis landest, und Jaden Smith aus deiner Cargo Shorts ziehst.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/dca36d0889f3318c18074277236735ef.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /></p>
<p class="p1">
	<b>Celebrity Cosplay</b></p>
<p class="p1">
	Der Herr oben hat sich entweder als Figur aus <i>Sons of Anarchy</i> verkleidet oder er muss einfach eine riesige Geheimratsecke verdecken. Wie auch immer, sich zu verkleiden ist zur Zeit ein immer wichtiger werdendes Thema in Hollywood. Vielleicht versucht der Typ hier auch seiner abgestumpften Existenz zu entfliehen und gibt vor, ein hinterw&auml;ldlerischer Michael Chiklis von <i>The Shield</i> zu sein. Mein Traumkost&uuml;m w&uuml;rde mich aussehen lassen wie Shaquille O&lsquo;Neals siebtes uneheliches Kind Rufus. Wenn du eigentlich nur du selbst sein m&ouml;chtest, ist es sehr unwahrscheinlich, dass du in LA wohnst.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/cbd21ca52579843d941187bafc279ec5.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /></p>
<p>
	<b>Midlife Crisis-ing</b></p>
<p class="p1">
	Es gab eine Zeit, in der dieser Mann das Leben in vollsten Z&uuml;gen genoss. Er war immer bekokst und hat das Geld f&uuml;r seine Miete verzockt. Vermutlich zwang er auch eine Stripperin zu einer Abtreibung, weil er noch nicht bereit war, eine Familie zu gr&uuml;nden. Jetzt hat er einen ehrlichen Beruf, eine Frau und langweilige Kinder&mdash;er kann nicht anders, als an der n&auml;chsten Bar oder Opiumh&ouml;hle anzuhalten, um sich daran zu erinnern, dass das Leben fabelhaft sein <i>kann</i>. Dieses Bild zeigt einen 50-J&auml;hrigen, der darauf aus ist, Speed zu ziehen und irgendjemanden umzulegen.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/97b21e6020251605bb59d086caa33395.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /></p>
<p>
	<b>Twinning</b></p>
<p class="p1">
	Wom&ouml;glich hast du ziellos nach jemandem gesucht, den du &uuml;berallhin mitnehmen kannst, der dir folgt und jeden deiner Gedanken bejubelt. Du wirst diese Person nicht finden, solange du auf deinem dicken Hintern sitzen bleibst und Privatfernsehen kuckst. &bdquo;Bist du dunkel, geheimnisvoll und hast bleiche Haut?&ldquo; Dann bist du der Richtige. Sie m&uuml;ssen dich nicht genau nachmachen. Sie brauchen nur die Essenz deiner pers&ouml;nlichen Marke, um dein perfektes Gefolge zu werden. In Los Angeles ist es wichtig, st&auml;ndig mit einer Entourage aufzukreuzen.&nbsp;</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/18fc30e2d2ae2c635298294945b825ba.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /></p>
<p>
	<b>Hinnehmen, dass du nie erfolgreich sein wirst</b></p>
<p class="p1">
	Einer der besten Trends in Los Angeles ist es, die Person mit am wenigsten Erfolg in deinem Freundeskreis zu sein. Der Typ auf dem Bild sieht melancholisch aus, aber was du nicht wei&szlig;t, ist, dass er auf die M&uuml;lltonne blickt, in der er seine ganzen Tr&auml;ume lagert. Du bist vermutlich jetzt schon depressiv, weil du in einer Stadt lebst, die eher Ignoranz und Stimmungsschwankungen bietet, als Weisheit, Alter und Charakter. Um sich von den &uuml;brigen Versager-Freunden abzugrenzen, ist es das Beste, so traurig wie nur m&ouml;glich zu sein. Dieser Typ ist eindeutig Anf&uuml;hrer der Meute.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/7c4c1d32212149bd8f922e9af0ef9c44.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /></p>
<p>
	<b>Celebrity Slumming</b></p>
<p class="p1">
	Auch ber&uuml;hmten Leuten wird langweilig und es gibt nur eines, was prominente Personen nicht machen k&ouml;nnen, wohingegen fast jeder andere auf der Welt es zumindest einmal erlebt. Ich meine: Armut. Sie wollen nur so leben wie normale Leute. Stars lieben es einfach, obdachlos zu sein, weil es theoretisch unm&ouml;glich ist, eine Ber&uuml;hmtheit mit Swatting reinzulegen, wenn du in der Gosse lebst. Es kann halt sein, dass das SWAT-Team schon da ist.</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/this-is-what-a-skate-magazine-should-look-like-43-magazine-allen-ying"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/this-is-what-a-skate-magazine-should-look-like-43-magazine-allen-ying/76d6ad06264d91b3d24d394830d6848d_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/this-is-what-a-skate-magazine-should-look-like-43-magazine-allen-ying">So muss ein gutes Skate-Magazin aussehen! </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Endlich mal ein Magazin, das &auml;sthetische und beeindruckende Bilder aus der Skate-Szene zeigt. Und da der Trend gerade in New York im Moment besonders bl&uuml;ht, ist das Heft mit seinen Bildern auch hier entstanden.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/frauen-lieben-den-13-jahrigen-skater-baby-scumbag"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/frauen-lieben-den-13-jahrigen-skater-baby-scumbag/a3c0adf2489317727fcc7219dad2bab1_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/frauen-lieben-den-13-jahrigen-skater-baby-scumbag">Frauen lieben den 13-j&auml;hrigen Skater Baby Scumbag </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Steven Fernandez, aka Baby Scumbag, ist ein ganz normaler 13-j&auml;hriger Skater. Ein normaler 13-j&auml;hriger Skater, der gesponsort wird, 38.000 Abonnenten auf Facebook und 140.000 Follower auf Instagram hat und sich mit Waffen und hei&szlig;en Frauen fotografieren l&auml;sst.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/the-cute-show/capybara-the-cute-show"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/capybara-the-cute-show/5918aafef9d95c54849f38fc647e1141_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/the-cute-show/capybara-the-cute-show">Das Badehaus der Wasserschweine </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Die Capybara im Nagasaki Bio Park lieben es, in den hei&szlig;en Quellen des Parks zu baden. Besucher k&ouml;nnen ganz nah an die Tiere ran, also gaben wir unser Bestes, uns mit den kleinen Biestern anzufreunden.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/185457</guid>
<author>Dave Schilling</author>
<category>stuff, trends, Ashton Kutcher, Justin Bieber, swatting, polizei, Einbruch, einbrechen, kriminell, Langeweile</category>
</item>
<item>
<title>Shorties: Jailbert - Teil 1</title>
<link>http://www.vice.com/de/shorties/jailbert-part-1</link>
<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 08:52:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	Nachdem wir seinen Artikel &bdquo;<a href="http://www.vice.com/de/read/steck-dir-keine-dominosteine-in-den-schwanz">Steck dir keine Dominosteine in den Schwanz</a>&ldquo; gelesen und dann ver&ouml;ffentlicht hatten, wussten wir, dass sich unser Knastkorrespondent Bert Burykill auch gut vor der Kamera machen w&uuml;rde. Bert hat ein Drogenproblem und f&auml;llt regelm&auml;&szlig;ig durch Urintests, weshalb er immer wieder zur&uuml;ck ins Gef&auml;ngnis muss. In diesem zweiteiligen Film sehen wir einen verwundbaren Bert und folgen ihm bei seinen Versuchen, den Pfad der Tugend zu finden.</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/185296</guid>
<author>VICE Staff</author>
<category>stuff, bert burykill, Bert, Gefängnis, Knast, Drogen</category>
</item>
<item>
<title>Die Frauen der Freien Syrischen Armee kämpfen mit Waffen für mehr Rechte</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/die-frauen-der-freien-syrischen-armee-0000468-v9n4</link>
<pubDate>Tue, 23 Apr 2013 06:42:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/34351c08c0c834450d1aaeaabf9e26e1.jpg" style="width: 640px; height: 427px; " /><br />
	<em><span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px; ">Eine Frauenbrigade der FSA trifft sich im syrischen Atmeh im Haus von Tante Mahmoud.</span></em></p>
<p>
	<span style="float:left;color:black;font-size:35px;line-height:25px;padding-top:1px;padding-right:5px;font-family: Arial;">N</span>ur ein paar Hundert Meter von der t&uuml;rkisch-syrischen Grenze entfernt liegt Atma. Das einst so ruhige Bauerndorf wurde in den letzten Monaten zu einem Zufluchtsort f&uuml;r die Freie Syrische Armee. 15.000 durch den B&uuml;rgerkrieg heimatlos gewordene Syrer halten sich dort auf, daneben verschiedene Brigaden und islamische K&auml;mpfer. Und auch das Haus von Tante Mahmoud steht in Atma&mdash;es dient als Treffpunkt einer nur aus Frauen bestehenden FSA-Einheit.<br />
	<br />
	Tante Mahmoud, eine z&auml;he Alte, sch&uuml;ttelt mir beherzt die Hand, was f&uuml;r andere Frauen des Ortes alles andere als selbstverst&auml;ndlich ist. Sie lebt in einem kleinen Haus gegen&uuml;ber eines Basislagers der FSA und hat es sich zur Aufgabe gemacht, &uuml;ber alles Bescheid zu wissen, was um sie herum geschieht. Ihr Wohnzimmer ist mit d&uuml;nnen Matratzen ausgelegt, und als wir ihr vor Kurzem einen Besuch abstatteten, sa&szlig;en dort acht in schwarze Hidschab geh&uuml;llte Frauen, jede mit einer Kalaschnikow auf dem Scho&szlig;.&nbsp;<br />
	<br />
	Diese k&auml;mpferischen Frauen sind Mitglieder der FSA und durchaus bereit, sich, falls n&ouml;tig, an der Seite ihrer m&auml;nnlichen Kameraden in den H&auml;userkampf zu st&uuml;rzen. Wenngleich sie urspr&uuml;nglich aus St&auml;dten wie Aleppo, Hama und Idlib kommen, leben viele von ihnen mittlerweile in dem bei Atma gelegenen Lager und alle teilen das gleiche Schicksal: Ihre M&auml;nner wurden entweder im Kampf gegen das Assad-Regime get&ouml;tet oder inhaftiert, ihre H&auml;user wurden im Bombenhagel oder bei sonstigen Angriffen dem Erdboden gleichgemacht. Irgendwann im Laufe des nunmehr seit zwei Jahren andauernden B&uuml;rgerkriegs verloren sie die Geduld, dabei tatenlos zuzusehen und auf eine g&uuml;tliche Beilegung des Konflikts zu warten.<br />
	<br />
	Am Ar&rsquo;ou, eine 37-j&auml;hrige ehemalige Jurastudentin aus Aleppo, f&uuml;hrt die Brigade an. Sie tr&auml;gt eine Armeejacke, ihr Gesicht verh&uuml;llt ein Nikab. Als sie erz&auml;hlt, wie ihr Mann verhaftet wurde, weil er einen Bart trug und f&uuml;nfmal am Tag betete, streichelt sie sanft &uuml;ber ihr Gewehr. Schon zu Beginn des Krieges arbeitete sie eng mit der FSA zusammen, lagerte bei sich zu Hause Waffen und Vorr&auml;te, bis das Versteck schlie&szlig;lich aufflog und bei einem Bombenbangriff zerst&ouml;rt wurde. Nach dem Angriff lag sie mit Verletzungen an Kiefer, Hand und R&uuml;cken drei Monate lang im Krankenhaus. Als sie entlassen wurde, hatte sie kein Zuhause mehr, in das sie h&auml;tte zur&uuml;ckkehren k&ouml;nnen, und war zum Fl&uuml;chtling im eigenen Land geworden. Sie fuhr zu dem Lager in Atma und traf dort auf Frauen, die ebenfalls nicht mehr hatten als einander, eine traurige Geschichte und ein paar Gewehre.<br />
	<br />
	Die Frauen in Ams Brigade haben Pr&auml;sident Assad den Dschihad erkl&auml;rt und k&auml;mpfen f&uuml;r Frieden, Demokratie und die Rechte von Frauen in einer &uuml;berwiegend m&auml;nnerdominierten Gesellschaft. Dabei stehen sie einigen ihrer Verb&uuml;ndeten durchaus misstrauisch gegen&uuml;ber, denn Atma ist ein Tummelplatz f&uuml;r alle m&ouml;glichen Rebellen und auch ein Zufluchtsort f&uuml;r salafistische Hardliner wie Jabhat al-Nusra (eine der bekanntesten islamischen Gruppierungen im syrischen B&uuml;rgerkrieg, die erst k&uuml;rzlich in die US-Liste der Terrororganisationen aufgenommen wurde) sowie die Al-Farouq-Brigade, al-Qaida und verschiedene andere ausl&auml;ndische Mudschahedink&auml;mpfer. All das macht es Am und ihren Kameradinnen nicht gerade leicht. Die Mitglieder von Jabhat al-Nusra zum Beispiel unterst&uuml;tzen die Frauen zwar in der Theorie, in der Praxis weigern sie sich aber, an ihrer Seite zu k&auml;mpfen und erlauben ihnen nicht, ihre Waffen offen bei sich zu tragen. Obwohl alle vereint in ihrem Widerstand gegen Assad sind, setzen sich die islamischen Rebellengruppen f&uuml;r die Schaffung eines islamischen Staats in Syrien ein, w&auml;hrend die meisten Syrer dies gar nicht wollen. Am und ihre Brigade sind ebenfalls fromme Musliminnen, aber sie wollen keinen islamischen Staat; sie wollen Demokratie.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/34843990166e56be761fe5c668938525.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /><br />
	<em><span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;">Eine Frau im Fl&uuml;chtlingslager in Atma, wo es den Tausenden von Syrern, die dort leben, an Essen und medizinischer Versorgung fehlt.</span></em></p>
<p>
	Das Sch&uuml;ren sektiererischer Konflikte innerhalb Syriens ist eine der Hauptstrategien der Streitkr&auml;fte Assads, und sie scheint aufzugehen. Zu Beginn der Revolution lie&szlig; Assad zahllose Verfechter des gewaltlosen Widerstands inhaftieren und hinrichten, w&auml;hrend er gleichzeitig Hunderte von Salafisten aus dem Gef&auml;ngnis entlie&szlig;&mdash;Salafisten, die nicht die Absicht haben, Frauen gleiche Rechte einzur&auml;umen. Assad benutzt Frauen schon lange als Propagandawerkzeug f&uuml;r seine s&auml;kulare Politik, wichtige Positionen innerhalb des Milit&auml;rs lie&szlig; er mit alawitischen und schiitischen Frauen besetzen. Als die USA k&uuml;rzlich ihr Milit&auml;r reformierten, um Frauen auch Kampfeins&auml;tze an vorderster Front zu gestatten, zog Assad mit und lie&szlig; seine eigenen Soldatinnen in den Stra&szlig;en von Homs aufmarschieren.<br />
	<br />
	Als unser Besuch bei Tante Mahmoud seinem Ende zuging, war ich frustriert. Ich hatte fest damit gerechnet, Frauen zu treffen, die sich auf einen Kampfeinsatz vorbereiten, hatte mir vorgestellt, wie sie ihre Gewehre abfeuern und Checkpoints kontrollieren, und merkte nun langsam, dass das meiner Fantasie entsprungen war&mdash;zwar sind diese Frauen durchaus kampfbereit, allein ihre islamischen &bdquo;Freunde&ldquo; lassen sie nicht zum Zug kommen. Ich wollte rausfinden, warum und wie diese Extremisten die Frauen vom K&auml;mpfen abhalten k&ouml;nnen, wenn doch laut den meisten anerkannten Auslegungen des Korans der Dschihad ausdr&uuml;cklich auch f&uuml;r Frauen gilt. Unsere Mittelsfrau (deren Namen wir aus diesem Artikel aus Sicherheistgr&uuml;nden entfernt haben, weil sich die Lage in Syrien immer weiter anspannt) schlug mir vor, Mitglieder von Jabhat al-Nusra zu treffen und mit ihnen dar&uuml;ber zu sprechen.<br />
	<br />
	Sie vereinbarte f&uuml;r den darauffolgenden Abend ein Treffen mit Mohamed Abdul Salam, einem Hauptmann von Jabhat al-Nusra, im Haus eines FSA-Kommandanten. Dort erkl&auml;rte Mohamed mir, dass es den Frauen nicht erlaubt w&auml;re, Waffen zu tragen, und meinte, die Frauen w&uuml;rden erst auf den Plan treten, wenn die M&auml;nner mit dem K&auml;mpfen fertig seien. Die Frauen w&uuml;rden jetzt zu Hause von ihren Familien gebraucht. Als ich konkreter nach dem Koran und den Rechten der Frauen w&auml;hrend des Dschihads fragte, wich er aus: &bdquo;Das kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht beantworten.&ldquo;<br />
	<br />
	Mohamed r&auml;umte allerdings ein, dass es Frauen seiner Ansicht nach erlaubt sein sollte, sich zu Selbstverteidigungszwecken zu bewaffnen. &Uuml;ber Vergewaltigung als Demoralisierungstaktik gegen Unterst&uuml;tzerinnen der Rebellen durch Assads Armee und paramilit&auml;rische Schl&auml;gertrupps, bekannt als Shabiha, wurde in vielen Medien ausgiebig berichtet. Laut dem k&uuml;rzlich erschienenen Bericht des International Rescue Committees (IRC) Syria: A Regional Crisis wurden zahllose Frauen sowohl zu Hause als auch in der &Ouml;ffentlichkeit Opfer von brutalen Vergewaltigungen. H&auml;ufig werden diese von mehreren T&auml;tern und vor den Augen der Angeh&ouml;rigen der Opfer begangen. Besonders gef&auml;hrlich f&uuml;r die Frauen sind die st&auml;ndigen Stra&szlig;ensperren im ganzen Land. Dem Frauenschutzteam des IRC im Libanon wurde von einer jungen Frau berichtet, die, nachdem sie Opfer einer Gruppenvergewaltigung geworden war, auch noch gezwungen wurde, nackt durch die Stra&szlig;en nach Hause zu laufen. In einer Gesellschaft, in der Keuschheit, Sittsamkeit und Zur&uuml;ckhaltung zu den wertvollsten Eigenschaften von Frauen gez&auml;hlt werden, hat das ihre Schande nat&uuml;rlich nur noch gr&ouml;&szlig;er gemacht.<br />
	<br />
	Am und ihre Kameradinnen versuchen, eine L&ouml;sung f&uuml;r ihr Dilemma zu finden, indem sie auf lokaler Ebene mit denen in Dialog treten, die ablehnen, dass Frauen an die Front gehen&mdash;darunter auch militante islamische Gruppierungen und deren Anf&uuml;hrer. Ihr Ziel ist es, in dem kleinen St&auml;dtchen zun&auml;chst eine sichtbare Pr&auml;senz zu schaffen, unsere Mittelsfrau ist das perfekte Beispiel f&uuml;r eine moderne, unabh&auml;ngige Frau, die sich aktiv in der Revolution engagiert. Die Probleme, mit denen Am und ihre Brigade immer wieder konfrontiert sind, kennt sie nur allzu gut. &bdquo;Diese Revolution richtet sich nicht nur gegen Assad&ldquo;, sagt sie. &bdquo;Sie ist auch eine Jugendbewegung gegen die Generation der V&auml;ter und Gro&szlig;v&auml;ter. Sie waren es, die es vers&auml;umt haben, sich gegen Assad zu behaupten. Wenn wir Assad bek&auml;mpft haben, wird es in meinen Augen eine zweite Revolution geben, um die Gesellschaft von den alten Strukturen der vorigen Generation zu befreien.&ldquo;<br />
	<br />
	Im kriegsgesch&uuml;ttelten Syrien verk&ouml;rpern Am und die Frauen ihrer Brigade den Kampf f&uuml;r Gerechtigkeit. Dabei finden sie sich zwischen zwei unheilvollen Kr&auml;ften wieder: dem kriminellen Totalitarismus auf der einen und dem islamischen Extremismus auf der anderen Seite. Aber wenn es nach Am, ihren Kameradinnen und Safa geht, wird die Revolution nicht vorbei sein, wenn Assad f&auml;llt; sie wird erst vorbei sein, wenn es den Frauen m&ouml;glich sein wird, ihren rechtm&auml;&szlig;igen Platz innerhalb der syrischen Gesellschaft einzunehmen.<br />
	&nbsp;</p>
<p>
	<em><span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;">Fotos von Andreas Stahl</span></em></p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/184282</guid>
<author>Robert Asher</author>
<category>stuff, Syrien, KRIEG, FSA, Frauen, Gerechtigkeit, Ungerechtigkeit</category>
</item>
<item>
<title>Der Tierarzt, der fordert, Marihuana für Hunde zu medizinischen Zwecken zu legalisieren</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/der-tierarzt-der-fordert-marihuana-fr-hunde-zu-medizinischen-zwecken-zu-legalisieren-0000464-v9n4</link>
<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 07:00:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;"><i>Foto mit freundlicher Genehmigung von Doug Kramer<br />
	</i></span><br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/4b1488e7d5cce352774660663407be7d.jpg" style="width: 640px; height: 956px;" /></p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="85">
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/4b91d552812b6508ebd87474d0d57e1c.jpg" style="border-width: 1px; border-style: solid; width: 75px; height: 40px;" /></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	<i>Habt ihr jemals versucht, eurem K&ouml;ter &rsquo;ne T&uuml;te zwischen die Kiefer zu dr&uuml;cken? Falls ja, war das echt fies von euch, und ihr solltet es nie wieder tun. Das hei&szlig;t aber nicht, dass euer H&uuml;ndchen nicht auch gerne mal high w&auml;re, vor allem, wenn es krank ist. Tierarzt Doug Kramer geh&ouml;rt zu einer kleinen Gruppe von Experten, die glauben, dass THC helfen k&ouml;nnte, die Beschwerden von Hunden mit schmerzhaften und chronischen Erkrankungen zu lindern, ganz genauso, wie es Menschen helfen kann. Ich rief Dr. Kramer an und fragte ihn, ob sein Kreuzzug inzwischen Erfolge zeigt.<br />
	</i><br />
	<i> </i><b>VICE: Wie sind Sie darauf gekommen, kranke Hunde mit Gras zu behandeln?<br />
	Dr. Kramer:</b> Eine Kundin hat mich darauf gebracht. Sie war zwar ein wenig exzentrisch, aber sehr intelligent. Sie hatte ein Haustier, das weder auf die Schmerzmittel noch auf die Steroide ansprach, und sie fragte, ob wir nicht Marihuana f&uuml;r medizinische Zwecke besorgen k&ouml;nnten.<br />
	<br />
	<b>Ich habe irgendwo gelesen, dass bei Ihrem Hund Nikita Krebs festgestellt worden war. Sie hatten sonst alles M&ouml;gliche versucht, oder?<br />
	</b>Ich hatte ihr alle m&ouml;glichen Schmerz-mittel gegeben, sogar Steroide. Als klar war, dass sie nicht mehr lange zu leben h&auml;tte, fand ich, dass sie nichts mehr zu verlieren hatte, solange es ihr nicht zus&auml;tzliche Schmerzen bereiten w&uuml;rde. Schon nach der ersten Dosis war sie wieder auf den Beinen und lief herum. Nat&uuml;rlich konnte ich sie nicht heilen. Aber ich habe ihre Lebensqualit&auml;t verbessert und das hat den Zeitpunkt hinausgez&ouml;gert, an dem ich sie einschl&auml;fern musste.<br />
	<br />
	<b>Was ist Ihre bevorzugte Methode, Hunden THC zu verabreichen?<br />
	</b>Ich halte eine Glyzerintinktur f&uuml;r optimal. Sie hat einen s&uuml;&szlig;en Geschmack, und man kann sie mit Butter oder &Ouml;l vermischen und dann Hundekuchen daraus backen.<br />
	<br />
	<b>W&uuml;rden Sie Nebenprodukte von medizinischem Marihuana auch bei anderen Haustieren empfehlen, z.&thinsp;B. bei Katzen?<br />
	</b>Wir geben es Katzen mindestens genauso h&auml;ufig wie Hunden, vielleicht sogar noch &ouml;fter, und zwar als Appetitanreger. Katzen sind sehr w&auml;hlerisch, vor allem wenn sie sehr krank sind. Jedes Tier, das Rezeptoren f&uuml;r Cannabinoide besitzt, wird [auf THC] genauso reagieren wie wir. Es gibt Studien, die besagen, dass Schweine, H&uuml;hner, Affen und Ratten alle diese Rezeptoren besitzen.<br />
	<br />
	<b>Ich habe von Leuten geh&ouml;rt, die ihren Hunden Rauch ins Gesicht geblasen haben, damit sie high werden, aber das ist nicht cool, oder?<br />
	</b>F&uuml;r mich ist das, ehrlich gesagt, Tierqu&auml;lerei, und ich finde es schlimm, wenn Menschen das tun, denn das w&uuml;rdigt meine Arbeit herab.<br />
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/184273</guid>
<author>Harry Cheadle</author>
<category>stuff, Tiere, Kiffen, Gras, Weed, Hund, Tierarzt, THC, Medizin, Arzt, krank, Krankheit</category>
</item>
<item>
<title>Killing Them Softly</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/killing-them-softly-0000481-v9n4</link>
<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 06:17:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/80941a5e0001eb095df31493f7304708.jpg" style="width: 640px; height: 427px; " /><br />
	<em><span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;">Tinta, der in Medell&iacute;n, Kolumbien, Menschen f&uuml;r Geld t&ouml;tet, ist &uuml;ber und &uuml;ber mit T&auml;towierungen &uuml;bers&auml;t, von denen er sagt, es seien Symbole der Rebellen. Foto von Erica Carmona Ortega</span></em></p>
<p>
	<span style="float:left;color:black;font-size:35px;line-height:25px;padding-top:1px;padding-right:5px;font-family: Arial;">D</span>er Russe war dreizehn Jahre alt, als er seinen ersten Menschen t&ouml;tete. Er bereut es nicht; der Mann, den er t&ouml;tete, hatte seine kleine Schwester misshandelt. Er baute sich eine Waffe, die sogenannte <i>chupa chupa</i>&mdash;eine Klinge, die auf eine PVC-R&ouml;hre gesteckt wird&mdash;und stie&szlig; sie seinem Opfer in den Hals. &bdquo;Ich habe gelernt, dass der Mensch an der Halsschlagader am verwundbarsten ist&ldquo;, sagte er und f&uuml;gte noch hinzu, dass er wegen Mordes verhaftet worden sei, aber mangels Beweisen wieder freigelassen wurde.<br />
	<br />
	In den 80er Jahren hatte sich der Russe (der wie alle Verbrecher, die ich f&uuml;r diese Geschichte interviewt habe, anonym bleiben will&mdash;&bdquo;der Russe&ldquo; ist nicht einmal sein echter Spitzname) in Medell&iacute;n, Kolumbien, einen Ruf als talentierter und wertvoller Auftragskiller erworben. Pablo Escobar, der gr&ouml;&szlig;te aller Drogenbosse, war gerade dabei, sich ein Handelsimperium aufzubauen. Die Drecksarbeit wurde von den Gangmitgliedern aus den Slums, den Combos, gemacht. Deshalb war es f&uuml;r jemanden wie den Russen leicht, eine Vollzeitbesch&auml;ftigung als sicario, als Berufskiller zu bekommen.<br />
	<br />
	Die herausstechenden &auml;u&szlig;eren Merkmale des Russen sind sein rotes Haar und eine Reihe von Brandwunden auf seinen Armen, die er seinen Lebenslauf nennt. Er bekam sie, als er als junger Mann in einem Kokainlabor arbeitete. &bdquo;Eines Tages habe ich eine ganze Ladung Schwefels&auml;ure abbekommen&ldquo;, erinnerte er sich. &bdquo;Ich lag sechs Tage im Koma, ich hatte Verbrennungen zweiten Grades, einen gebrochenen Arm und einen gebrochenen Fu&szlig;.&ldquo;<br />
	<br />
	Nach anderthalb Jahren hatte der Russe sich wieder erholt und holte sein Geld, das er f&uuml;r schlechte Zeiten vergraben hatte, um sich an den Leuten zu r&auml;chen, die ihn auf der Stra&szlig;e liegen gelassen hatten. &bdquo;Ein Freund gab mir eine .38&ldquo;, sagte er und macht eine Pause, so als w&uuml;rde er die Szene in seinem Kopf noch einmal durchleben. &bdquo;Und ich habe sie alle umgebracht.&ldquo;<br />
	<br />
	Der Autor und Journalist Alonso Salazar, der von 2008 bis 2011 B&uuml;rgermeister von Medell&iacute;n war, hat die Ver&auml;nderungen, welche die Slums der Stadt in den m&ouml;rderischen 80er Jahren durchlaufen haben, in seinem Buch <i>La Par&aacute;bola de Pablo</i> dokumentiert.<br />
	<br />
	&bdquo;Die geistesgest&ouml;rten [Kartelle] brachten alle m&ouml;glichen Leute um&mdash;weil man sie bestohlen hatte, weil man ihnen Unrecht getan hatte oder einfach so&ldquo;, schreibt Alonso. &bdquo;Sp&auml;ter fingen sie dann an, sich gegenseitig umzubringen&mdash;aus Rache oder weil ein Gesch&auml;ft danebengegangen war, und sie haben sogar Polizisten umgebracht.&ldquo;<br />
	<br />
	Der Russe erz&auml;hlte mir, dass er zwischen 170 und mehreren Tausend Dollar pro Job erhalten hat, ganz davon abh&auml;ngig, wer das Opfer war. Heute bringt er keinen mehr um, aber die Mehrzahl der <i>sicarios</i> setzen sich niemals zur Ruhe. &bdquo;Von den etwa 150<i> sicarios</i>, die ich kenne&ldquo;, sagte er, &bdquo;wei&szlig; ich nur von vier oder f&uuml;nf, die ihr Leben ge&auml;ndert haben so wie ich. Alle anderen sind tot oder im Rollstuhl, oder sie machen so weiter wie bisher.&ldquo;<br />
	<br />
	Tinta (dessen Name &uuml;bersetzt &bdquo;Tinte&ldquo; bedeutet) f&auml;llt in die letzte Kategorie. Er ist 38 Jahre alt und lebt im Barrio Triste (trauriges Viertel). Er repariert Autos und bringt Leute um&mdash;sein letztes Opfer hat er vor sechs Monaten get&ouml;tet. In seinem Alter hat er keine Pl&auml;ne mehr, sein Leben zu ver&auml;ndern, denn er kann nichts anderes als t&ouml;ten. Und was noch wichtiger ist: Wenn er einen Job ablehnt, k&ouml;nnte er selbst get&ouml;tet werden. Er erz&auml;hlte mir, dass er furchtlos durch die Stra&szlig;en geht und sich mit der Tatsache abgefunden hat, dass er fr&uuml;her oder sp&auml;ter selbst umgelegt werden wird. Im letzten Februar wurde einer seiner letzten verbliebenen Freunde ermordet&mdash;ein Mann, dem er pers&ouml;nlich geholfen hatte, die Mob-Karriereleiter aufzusteigen.<br />
	<br />
	W&auml;hrend er von seinem Kollegen sprach, verzog sich sein Gesicht vor Schmerz, aber genauso schnell war diese Gef&uuml;hlsregung auch schon wieder verflogen. &bdquo;So ist das nun einmal hier, Bruder&ldquo;, sagte er.<br />
	<br />
	&bdquo;Was f&uuml;hlst du, wenn du jemanden t&ouml;test?&ldquo;, fragten wir.<br />
	<br />
	&bdquo;Macht, Bruder. Man f&uuml;hlt Macht.&ldquo;<br />
	<br />
	&bdquo;Und was empfindest du f&uuml;r den Leichnam, der dann vor dir auf dem Boden liegt?&ldquo;<br />
	<br />
	&bdquo;Gar nichts&ldquo;, antwortete er, als h&auml;tten wir eine komische Frage gestellt. &bdquo;Der Typ ist schlie&szlig;lich tot. Und einen, der sich nicht mehr r&uuml;hrt, l&auml;sst man am besten in Ruhe.&ldquo;<br />
	<br />
	&bdquo;Und hast du nie Angst, wenn du deinen Job machst?&ldquo;<br />
	<br />
	&bdquo;Nein, irgendwann f&auml;ngt es an, dir Spa&szlig; zu machen. Du sp&uuml;rst das Adrenalin. Und dann hast du keine Angst mehr. Nein&ldquo;, wiederholte er. &bdquo;Man hat keine Angst.&ldquo;</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/5058d81ac5bfcdae0e5346a701274ca5.jpg" style="width: 640px; height: 478px; " /><br />
	<em><span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;">Der Russe sieht auf Medell&iacute;n hinaus, wo er jahrzehntelang als Auftragskiller arbeitete. Foto von Cristian Camilo Gonzales Gonzales</span></em></p>
<p>
	In den letzten paar Jahren ist die Zahl der Gewalttaten in Medell&iacute;n ein wenig zur&uuml;ckgegangen&mdash;zumindest laut offizieller Statistiken. 1991, kurz bevor Pablo Escobars Imperium zerbrach, wurden noch 6.000 Morde gemeldet. 2012 betrug die Zahl nur noch 1.247. Doch das Sinken der Gewalt ist nicht auf Regierungsma&szlig;nahmen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Aus bisher unbekannten Gr&uuml;nden haben sich die Combos zur&uuml;ckgezogen. Zwar scheint die Situation insgesamt friedlicher zu sein, aber das bedeutet nicht, dass sie aufgeh&ouml;rt haben, Drogen zu verkaufen und Menschen umzubringen. Auch wenn sie das aktuell in vermin&shy;dertem Ma&szlig;e zu tun scheinen.<br />
	<br />
	Die Zwiesp&auml;ltigkeit Medell&iacute;ns wird am deutlichsten am Beispiel von Paisa, der die ber&uuml;chtigtste Gegend der Stadt im Namen der Kartelle kontrolliert. Er hat sich nur bereit erkl&auml;rt, mit uns zu sprechen, wenn wir seinen Standort nicht preisgeben. Wir trafen ihn drau&szlig;en vor einem Lebensmittelgesch&auml;ft, wo er mit drei Mobiltelefonen zugleich hantierte: Er war st&auml;ndig damit besch&auml;ftigt, Textnachrichten zu verfassen, und hob w&auml;hrend unseres Gespr&auml;chs kaum den Kopf. &bdquo;Eins ist f&uuml;r meine Frau, eins f&uuml;r meine Freundinnen und das dritte f&uuml;r meine<i> pelados</i> [Jungs]&ldquo;, erkl&auml;rte er uns.<br />
	<br />
	Paisa erz&auml;hlte uns, dass ihm Los Urabe&ntilde;os&mdash;eine paramilit&auml;rische Gruppe, die seit 2001 die treibende Kraft hinter dem kolumbianischen Drogenhandel ist&mdash;gutes Geld f&uuml;r seine Unterst&uuml;tzung geboten hat. Aber er bleibt dem Office of Envigado treu, von dem er sagt, dass es zurzeit das gesamte illegal verdiente Geld in Medell&iacute;n kontrolliert. &bdquo;Im Augenblick ist es recht ruhig&ldquo;, sagte er bez&uuml;glich der sinkenden Mordzahlen. &bdquo;Aber das liegt nur daran, dass wir es so wollen.&ldquo; W&auml;hrend Paisa sprach, gab er einem kleinen Jungen ein Zeichen, der zwischen den H&auml;usern verschwand und mit einem P&auml;ckchen Kokain und einem vakuumverpackten P&auml;ckchen Marihuana zur&uuml;ckkam. &bdquo;Innerhalb von zwei Wochen verkaufen wir zwischen 900 und 1.000 P&auml;ckchen Kokain dieser Gr&ouml;&szlig;e&ldquo;, sagte Paisa. &bdquo;Jedes kostet 2.500 Pesos [das entspricht etwa 1,15 Euro]. 2.000 Pesos gehen ans Office, 300 Pesos gehen an mich und 200 an den Verk&auml;ufer.&ldquo;<br />
	<br />
	Die jungen M&auml;nner, die die Drogen verkaufen und ausliefern, die kleinen <i>sicarios</i> ganz am unteren Ende der Nahrungskette, sind normalerweise nicht &auml;lter als 14 Jahre. Trotzdem sind sie bereits auf dem besten Wege, so zu werden wie der Russe oder Tinta oder&mdash;wenn sie nicht so viel Gl&uuml;ck haben&mdash;tot auf der Strecke zu bleiben. Das ist die nat&uuml;rliche Ordnung der Slums, und sogar die hiesige Polizei macht mit. &bdquo;K&uuml;rzlich haben sie drei Jungs wegen Mordes verhaftet&ldquo;, sagte Paisa. &bdquo;Ich gab ihnen drei Millionen Pesos [1.300 Euro] und sie lie&szlig;en sie wieder gehen.&ldquo;<br />
	<br />
	Carlos Arcila ist ein B&uuml;rgeraktivist, der ma&szlig;geblich an der Gr&uuml;ndung des Menschenrechtsausschusses von Medell&iacute;n beteiligt war. Die Organisation setzt sich f&uuml;r eine bessere Lebensqualit&auml;t in seiner Gemeinde ein, indem sie die Verantwortlichen &ouml;ffentlich an den Pranger stellt. Zwar werden Carlos und seine Kollegen von den Beh&ouml;rden respektiert, daf&uuml;r haben es aber die Combos auf sie abgesehen.<br />
	<br />
	&bdquo;Ich musste mein Viertel verlassen, weil ich Drohungen erhalten hatte&ldquo;, sagte er. &bdquo;Wir haben bewaffnete Banden &ouml;ffentlich angeprangert, weil sie Arbeiter erpressten, und danach erhielt ich die Drohungen.&ldquo; Heute geht Carlos nicht mehr ohne eine bewaffnete Eskorte aus dem Haus. Er ist froh &uuml;ber die Verbesserungen, die er und seine Organisation in den betroffenen Vierteln durchgesetzt haben, aber er wei&szlig; auch, dass es noch viel zu tun gibt. &bdquo;Die Regierung hat zwar Ma&szlig;nahmen ergriffen&ldquo;, sagte er. &bdquo;Aber die Mafiastrukturen, die bei uns herrschen, bestehen schon seit vielen Jahren.&ldquo;<br />
	<br />
	Vielleicht kann sich Medell&iacute;n irgendwann in ferner Zukunft neu erfinden, und die n&auml;chste Generation junger M&auml;nner wird nicht gezwungen sein, eine Karriere als M&ouml;rder oder Drogenlaufbursche einzuschlagen. Hoffentlich werden sie zumindest seltener tot in der Gosse enden, bevor sie 40 Jahre alt sind. Die Dinge k&ouml;nnen sich in zwei Richtungen entwickeln, wie die unterschiedlichen Meinungen von Tinta und dem Russen belegen.<br />
	<br />
	&bdquo;Es werden immer noch viele Menschen umgebracht, Bruder&ldquo;, sagte der Russe. &bdquo;Aber es gibt weniger Menschen, die als Killer arbeiten. Ich glaube, dass in ein paar Jahren alles besser wird, Bruder!&ldquo; Er betrachtet sich als Vorbild f&uuml;r andere<i> sicarios</i> und spricht sogar mit fr&uuml;heren Kollegen, um sie davon abzuhalten, weiter zu t&ouml;ten.<br />
	<br />
	Bevor wir gingen, haben wir Tinta gefragt, ob er gerne in einer Stadt leben w&uuml;rde, wo er keine Menschen t&ouml;ten m&uuml;sste. Da hielt er inne, dachte drei Sekunden lang nach und antwortete dann: &bdquo;Aber so eine Stadt kann ich mir nicht einmal vorstellen&thinsp;&hellip; Jetzt, wo ihr es sagt: Nein, das kann ich mir nicht vorstellen.&ldquo;<br />
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/185209</guid>
<author>Jaled Abdelrahim und Pablo Ferri</author>
<category>stuff, </category>
</item>
<item>
<title>Ein Elfjähriger verklagt die Zeugen Jehovas</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/ein-elfjahriger-verklagt-die-zeugen-jehovas-0000466-v9n4</link>
<pubDate>Sun, 21 Apr 2013 22:15:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;"><i>Foto mit freundlicher Genehmigung von iStockphoto/digitalskillet<br />
	<br />
	</i></span><img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/1bbb7c7a2f8b5bd6607a4644e07c7e32.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="85">
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/e675c7f052b0cf34f114248431385d03.jpg" style="border-width: 1px; border-style: solid; width: 75px; height: 48px;" /></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	<i>2006 ordnete Australien die obligatorische &Uuml;berpr&uuml;fung aller Personen an, die mit Kindern arbeiten, um sicherzustellen, dass weder Babygrabscher dabei sind noch Irre, die kleine Kinder in Kocht&ouml;pfen schmoren. Doch scheinbar h&auml;lt Gott dieses Gesetz f&uuml;r falsch, zumindest behaupten das die dort ans&auml;ssigen Zeugen Jehovas, die lieber die Gesetze ihres Erl&ouml;sers befolgen als die ihrer Regierung und die &Uuml;berpr&uuml;fung ihrer Mitglieder deshalb verweigern. Doch ein elfj&auml;hriger Schuljunge aus Traralgon, Victoria, hatte die Nase voll. Er reichte Klage gegen die Zeugen Jehovas ein, mit der Begr&uuml;ndung, diese fahrl&auml;ssige Weigerung k&auml;me einem Kindesmissbrauch gleich. Um mehr zu erfahren, sprach ich mit Steven Unthank, einem Exmitglied der Zeugen Jehovas, der mit der Klage behilflich war.<br />
	<br />
	</i><b>VICE: Was steckt hinter der Weigerung der Zeugen Jehovas, diese &Uuml;berpr&uuml;fungen zuzulassen?<br />
	Steven Unthank: </b>Sie glauben, dass jeder, der in der Kirche ein hohes Amt innehat, von Gott auserw&auml;hlt wurde, und halten es f&uuml;r unangemessen, dass diese Personen sich an die Gesetze der Menschen halten m&uuml;ssen. F&uuml;r sie ist das, als w&uuml;rde man den Willen Gottes infrage stellen.<br />
	<br />
	<b>Es passiert nicht jeden Tag, dass ein Elfj&auml;hriger eine internationale Religionsgemeinschaft verklagt. Wie kam es dazu?<br />
	</b>Als er acht Jahre alt war, wurde er Zeuge davon, wie ein anderes Kind in der Kirche vergewaltigt wurde. Bald darauf wurde ihm klar, dass weder die Kirche noch die Polizei etwas unternahmen, denn der Vergewaltiger blieb weiterhin in der Kirche.<br />
	<br />
	<b>Ein minderj&auml;hriges Kind wurde innerhalb der Gemeinde vergewaltigt, und niemand hat etwas dagegen unternommen, bis dieser Junge den Mund aufgemacht hat?<br />
	</b>Es war kompliziert, da der Vergewaltiger selbst auch noch minderj&auml;hrig war, und der Vater auch noch zum Rechtsbeistand der Kirche geh&ouml;rte.<br />
	<br />
	<b>Wie kam es zur Klage?<br />
	</b>Irgendwann habe ich mich mit der Familie des Jungen mal &uuml;ber die Gesetze zur Arbeit mit Kindern unterhalten. In dem Moment kam der Junge rein und sagte: &bdquo;Wenn du sie vor Gericht bringst, will ich das auch tun.&ldquo;<br />
	<br />
	<b>Nur um das klarzustellen, dieser kleine Kerl hat die Anklage aus eigenem Antrieb erhoben?<br />
	</b>Als ich dem Vater gesagt habe: &bdquo;Es wird uns ungef&auml;hr 70 Dollar kosten, Anklage zu erheben&ldquo;, kam der Junge dazu und meinte: &bdquo;Gut, dann bezahle ich das, und ich frage noch ein paar Freunde, ob sie etwas dazutun.&ldquo; Ich sagte ihm, ich w&uuml;rde in dem Fall als Kl&auml;ger auftreten und seinen Namen aus allem heraushalten, und das tue ich auch.<br />
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/184278</guid>
<author>Julian Morgans</author>
<category>stuff, Zeugen Jehovas, religion, Kindesmissbrauch, Kinder, Schuljunge</category>
</item>
<item>
<title>Die Holländer lieben Ecstasy so sehr, dass es selbst ihre Wälder vergiftet</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/die-hollander-lieben-ecstasy-so-sehr-dass-es-selbst-ihre-walder-vergiftet-0000465-v9n4</link>
<pubDate>Sun, 21 Apr 2013 22:03:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;"><i>Mit freundlicher Genehmigung des Staatsbosbeheer<br />
	<br />
	</i></span><img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/9e43da4a676c4fda59e866c42b59b5a1.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /></p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="85">
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/e18c9b62b9331f997a8abcd52c766fad.jpg" style="border-width: 1px; border-style: solid; width: 75px; height: 40px;" /></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	Die Holl&auml;nder sind im Umgang mit dem Besten, was es an Drogen gibt, sehr liberal, und seit etwa zehn Jahren ist Holland der Topproduzent von Ecstasy. Die Vorstellung ist zwar nicht sehr sexy, aber&mdash;wie in jedem anderen produzierenden Gewerbe&mdash;m&uuml;ssen auch bei illegalen Drogen die Nebenprodukte irgendwo entsorgt werden. Und die Holl&auml;nder verbuddeln ihre Ecstasy-Nachgeburt des &Ouml;fteren einfach im Wald. 2011 fanden holl&auml;ndische F&ouml;rster auf der Fl&auml;che, die sie beaufsichtigen, etwa 60 solcher kleiner M&uuml;lldeponien auf einer Fl&auml;che von etwa 1.600 km&sup2;. Auf solchen Deponien findet man in der Regel etwa ein Dutzend F&uuml;nf-Liter-K&uuml;bel oder Benzinkanister, die entweder notd&uuml;rftig vergraben oder einfach auf einer Lichtung abgestellt worden sind. Aber deren Inhalt, der unter anderem aus Methans&auml;ure, Schwefels&auml;ure und Natriumhydroxid bestehen kann, ist giftig und kann sogar explosiv sein. 2013 haben sie jetzt schon mehr als 30 solcher M&uuml;lldeponien gefunden, sodass die Gesamtzahl inzwischen 100 betr&auml;gt. Die durchschnittlichen Kosten, die anfallen, um solch eine giftige Schweinerei wieder zu beseitigen, liegen zwischen 6.000 und 8.000 Euro. In S&uuml;dholland kommt so etwas h&auml;ufig vor, und ich habe mit Jeroen Buunen telefoniert, einem 24 Jahre alten F&ouml;rster aus der s&uuml;dholl&auml;ndischen Stadt Breda, um zu h&ouml;ren, wie der Spa&szlig; eines Ravers zum &Auml;rger eines F&ouml;rsters werden kann.<br />
	<br />
	<b>VICE: Hast du diese M&uuml;lldeponien f&uuml;r Ecstasy-Nebenprodukte mit deinen eigenen Augen gesehen?<br />
	Jeroen Bunnen:</b> Ja, letztes Jahr habe ich selbst f&uuml;nf entdeckt. Bei manchen waren es mehr als 100 Kanister auf einmal.<br />
	<br />
	<b>Was passiert, wenn jemand solch eine illegale M&uuml;lldeponie bei deinem Amt meldet?<br />
	</b>Dann fahre ich normalerweise dorthin und sperre das Gebiet ab. Da ich nie wei&szlig;, was sich in den Kanistern befindet, gehe ich erst mal nicht zu nahe heran. Manche Chemikalien sind geruchlos und k&ouml;nnen trotzdem die Atemwege angreifen. Ich warte immer erst auf das Reinigungsteam, denn das hat die bessere Schutzkleidung.<br />
	<br />
	<b>Wie entfernen sie die Chemikalien aus der Erde?<br />
	</b>Sie graben den verunreinigten Bereich aus und pr&uuml;fen den Giftgehalt. Manchmal ersetzen sie zwei Wagenladungen von verunreinigtem Boden mit frischem Boden. Sie graben so lange, bis der Boden frei von gef&auml;hrlichen Chemikalien ist. Ein Gro&szlig;teil unseres Trinkwassers kommt aus dem S&uuml;den Hollands, also m&uuml;ssen wir gr&uuml;ndlich sein.<br />
	<br />
	<b>Hast du schon mal jemanden dabei erwischt, wie er die Abf&auml;lle entsorgt hat?<br />
	</b>Leider nicht. Und selbst wenn wir sie erwischen, bringen die uns nicht weiter. Abfallentsorger stehen meistens an letzter Stelle der Verbrecherhierarchie.<br />
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/184276</guid>
<author>Haroon Ali</author>
<category>stuff, Ecstasy, Drogen, Umweltverschmutzung, Umwelt, Natur, Wälder, Missbrauch</category>
</item>
<item>
<title>Eine Messe, bei der man nur Anti-Terror-Zeug kaufen kann</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/anti-terror-instrumente-kaufen-boston-anschlaege</link>
<pubDate>Fri, 19 Apr 2013 11:30:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/21551d8ebc1d34a2e3bfd670ad260305.jpg" style="width: 497px; height: 500px; " /></p>
<p class="p1">
	Vor ein paar Monaten kamen die D&uuml;steren, die B&ouml;sen und die Paranoiden f&uuml;r die Terrorbek&auml;mpfungsmesse ins Olympische Ausstellungszentrum im Westen von London. Um einem vorst&auml;dtischen B&uuml;ro so sehr zu &auml;hneln wie nur m&ouml;glich, war die gro&szlig;e, viktorianische Halle mit Teppichen ausgelegt und in kleine Abschnitte unterteilt. Ich glaube, es haben viel weniger Firmen als im Jahr zuvor ausgestellt, aber trotzdem konnte ich hier alle erdenklichenTerrorbek&auml;mpfungsinstrumente finden, die es so auf dem Markt gibt.</p>
<p class="p1">
	Obwohl zwar viel verkauft wurde, waren scheinbar nicht allzu viele Besucher da. Das&nbsp;f&uuml;hrte&nbsp;dazu, dass die verschiedenen Firmenvertreter nur rumstarrten und nichts zu tun hatten. Es entwickelte sich zu einem sinnlosen Herumgesitze. Und ich war mittendrin und tat so, als k&ouml;nnte ich die Nachrichten auf meinem Handy nur dann lesen, wenn ich es auf Augenh&ouml;he zwischen mein Gesicht und irgendetwas Interessantem halte, um heimlich Fotos zu machen. Und au&szlig;erdem war ich damit besch&auml;ftigt zu verheimlichen, dass ich f&uuml;r einen Arbeitgeber dort war, <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1851398/VICE-Reports-Deals-mit-Waffen" target="_blank">dessen Name in der Welt der Terrorbek&auml;mpfung einiges an Misstrauen hervorrufen w&uuml;rde</a>.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/f0db90f5f060038e0c3828fb44c6c1a9.jpg" style="width: 640px; height: 169px; " /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Die ausstellenden Firmen waren alle da, um vor Terrorismus zu sch&uuml;tzen, vorzubeugen und Terroristen zu verfolgen.&nbsp;</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">&bdquo;Schutz&ldquo; bedeutet Mauern, Z&auml;une aus unsichtbaren Mikrowellen und Hi-Tech-K&ouml;rperpanzer f&uuml;r Menschen und Tiere.</span></p>
<p class="p2">
	&bdquo;Vorbeugung&ldquo; bedeutet Roboter, die Bomben finden sollen, Datenbanken, die Informationen &uuml;ber Terrorverd&auml;chtige sammeln und abgleichen, Software, die triviale Mind-Maps erschafft, die verschiedene Verd&auml;chtige miteinander &bdquo;verbinden&ldquo;, und am beunruhigsten waren Technologien, die Informationen aus Telefonen und Computern extrahieren k&ouml;nnen.</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">&bdquo;Verfolgung&ldquo; bedeutet gepanzerte Land Rover und Toyotas, neuere und t&ouml;dlichere Waffen, Computersimulationen, mit denen man Schie&szlig;en &uuml;ben kann, und nat&uuml;rlich die Anschaffung ausgebildeter S&ouml;ldner.</span></p>
<p class="p2">
	Einige der Sachen hier sind eigentlich in Europa&nbsp;nicht erlaubt. Ein Stand bot Touren durch die israelischen Sicherheitsanlagen an. Wenn du ordentlich Kohle hinbl&auml;tterst, kannst du die verschiedenen H&auml;fen, Flugpl&auml;tze und Checkpoints besuchen. Eine Woche lang kannst du also an irgendeiner Stra&szlig;enblockade in Rammallah abh&auml;ngen? Wo melde ich mich f&uuml;r die Tour an? Seltsamerweise war die Frau, die die Tour verkaufte, wirklich freundlich, so wie eine nette Tante, die dir bei einer Familienfeier erz&auml;hlt, wie sehr sie&nbsp;<i>Grey&#39;s Anatomy</i> mag.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Am Anfang der Messe musste ich durch einige flughafen&auml;hnliche Kontrollen, die nicht nur da waren, um sicherzugehen, dass ich nicht voll mit Pro-Terror-Ausr&uuml;stung war, sondern auch um Werbung f&uuml;r eine der vielen Kontrollverfahren zu machen. Aber leider hatte ich deswegen auch keine Kamera dabei, sondern nur meinen Blackberry. Mir wurde erkl&auml;rt, dass Fotos zu machen, verboten war, aber schei&szlig; drauf&mdash;ich war ein Spion, der den guten, journalistischen Kampf ausfoch&mdash;bereit, die Wahrheit mit nicht mehr als meinen Worten, einer Menge r&auml;tselhafter Abk&uuml;rzungen und einer Handykamera zu ergr&uuml;nden.&nbsp;</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/cdcf0f3aed79b1b61672030497bd8f5e.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /></p>
<p class="p1">
	Wenn du schie&szlig;en willst, musst du zu McQueens Targets gehen. Die machen lebensgro&szlig;e Modelle, mit denen du &uuml;ben kannst, die Terrorgefahr, die von ihnen ausgeht, zu eliminieren.</p>
<p>
	<a href="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/ae30c0cd7e9980c16b6468a85a74db43.jpg"><img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/bb71519c61f1ddba35c43e3405d88eb9.jpg" style="width: 640px; height: 286px;" /></a></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Entscheide dich zwischen Georgi, dem gest&ouml;rten, b&ouml;sen rum&auml;nischen&nbsp;Onkel; Lou, die dich an die RAF-Zeiten erinnern kann, in denen Frauen Bomben in bourgoisen Zeitungsverl&auml;gen z&uuml;ndeten; Raj, dem aalglatten Bollywoodgangster und einer Menge anderer, ethnisch neutraler Charaktere, die die Firma hergestellt hat, um zu beweisen, dass sie nicht rassistisch ist.&nbsp;</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/d89d8384184e6b9c65ef6557be676712.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Versuch mal, diesen Hund umzubringen, du Schei&szlig;terrorist! Wenn du aber ein paar b&ouml;se Typen zu Tode erschrecken willst, die mehr Dreck am Stecken haben als ein mexikanischer Cowboy nach einem dreit&auml;gigen, rektalen Ketaminexzess, dann komm nicht mit Hunden an, nimm lieber gleich diesen gepanzerte Hund. Zwar kann er wegen des fortschrittlichen Geschirrs aus Mikrofaserklettverschluss niemanden mehr bei&szlig;en, aber jetzt muss man immerhin zweimal auf ihn schie&szlig;en, um ihn zu t&ouml;ten. Au&szlig;erdem ist er das s&uuml;&szlig;este Weihnachtsgeschenk f&uuml;r Clara! Die Kinder k&ouml;nnen ihn mit ein paar sowjetischen Kalaschnikows jagen, ohne dass sie sich Sorgen machen m&uuml;ssen, dass er auf dem Tierfriedhof landet.</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/d3981b1b4845339b176e90834534428a.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Das hier war das Testgebiet, oder auch der &bdquo;Laufstall&ldquo;, in dem die Aussteller jedem zeigen konnten, wie effektiv ihre Kriegsmaschinen waren. Eine Firma hatte einen Roboter, von dem sie behauptete, er k&ouml;nne die Wand hoch- und runterlaufen. Konnte er aber gar nicht. Ich sprach mit einer Robotikfirma mit dem Namen iRobot, die Roboter f&uuml;r die US Army in Afghanistan herstellt, und dann die gleiche Technologie in ihren Staubsaugern verwendet. Ihrer Sprecherin war es sehr wichtig, mich darauf hinzuweisen, dass die Firma &auml;lter als der&nbsp;Will-Smith<i>-</i>Film ist. Ich antwortete darauf selbstgef&auml;llig, dass sie garantiert nicht vor dem Buch von Isaac Asimov existiert hatte.&nbsp;</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/4caf1cb03f61be5903f40923f78f7013.jpg" style="width: 500px; height: 375px; " /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Das ist eine Firma, die Panikr&auml;ume macht. Ja, genau wie in dem Jodie-Foster-Film. Der billigste kostet 11.500 Euro und der teuerste fast 200.000 Euro. Sie verkaufen sie an Fu&szlig;ballspieler und andere gest&ouml;rte VIPs. Sie versuchen gerade, ins Gesch&auml;ft mit gro&szlig;en Schiffen zu kommen, die von Piraten bedroht werden.</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/98daaa40f075b8fefdf140c9c269d280.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Sieh dir an, wie diese Leute mit Terror erf&uuml;llt sind. So sieht die Terrorbek&auml;mpfungsmesse die Welt: Als eine Bedrohung, die im Namen der Geldmacherei neutralisiert werden muss, um noch mehr Geld f&uuml;r Spielzeughelikopter mit Webcams auszugeben.&nbsp;</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/cdcb3686484c872385a9ecc1cda9a3ad.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Ernsthaft, du k&ouml;nntest diesen Helikopter in dem Spielwarenladen um die Ecke f&uuml;r 40 Euro bekommen. Dieser hier wird von einer Milit&auml;rger&auml;tefirma hergestellt, die ihn f&uuml;r 17.000 Euro verkauft. Regierungen sind dann so von der Milit&auml;rhaftigkeit der Firma beeindruckt und kaufen die Spielzeughelikopter f&uuml;r viel Geld, anstatt Einzelhandel zu unterst&uuml;tzen.&nbsp;</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/efaa4706b93fa3e0a2ee9eaaf7ce5381.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /></p>
<p>
	&bdquo;Sie wollen wahrscheinlich nicht mit einem Journalisten sprechen&ldquo;, sagte ich zu einem Hersteller von Unterwassersoftware. &bdquo;Immer noch besser als mit niemandem zu reden&ldquo;, antwortete er. Wow, die Welt der Terrorbek&auml;mpfung ist &uuml;berraschend emo. Kein Wunder, dass die alle so viel Angst vor der Welt haben.&nbsp;</p>
<p>
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/auf-ein-schnitzel-im-irak-0000395-v9n1"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/auf-ein-schnitzel-im-irak-0000395-v9n1/a459c7655303d69bfc83047930631545_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/auf-ein-schnitzel-im-irak-0000395-v9n1">Auf ein Schnitzel im Irak </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Wo &Ouml;l flie&szlig;t, l&auml;sst sich auch mit Bier gut Geld machen, solange nicht alles im Chaos versinkt. Ein Besuch in der einzigen deutschen Kneipe des Iraks.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/vice-news/maximum-security"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/maximum-security/c93576cd74ff88c8fdb77c688a4853c2_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/vice-news/maximum-security">Maximum Security </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Mit der Weltwirtschaft geht es bergab und Europa ist in Aufruhr. Trotzdem gibt es eine Industrie, die gerade deshalb boomt und sich mit eurem Geld die Taschen voll macht.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/travel-mein-date-mit-der-awtomat-kalaschnikowa-ak-waffen-ostblock"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/travel-mein-date-mit-der-awtomat-kalaschnikowa-ak-waffen-ostblock/041e340419ad58c1e2d81de89a8b946b_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/travel-mein-date-mit-der-awtomat-kalaschnikowa-ak-waffen-ostblock">Mein Date mit der Awtomat Kalaschnikowa </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Waffen t&ouml;ten keine Menschen, nur Menschen t&ouml;ten Menschen. Aber ab und an l&ouml;st sich ein Schuss auch von alleine und bringt dann jemanden um.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/184778</guid>
<author>Oscar Rickett</author>
<category>stuff, Terror, Kampf, KRIEG, Boston, Haß, Extremismus, Fanatismus, Militaer, Abwehr</category>
</item>
<item>
<title>Ich rauche lieber allein zu Hause einen Haufen Gras, als Saufen zu gehen</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/ich-rauche-lieber-einen-haufen-gras-allein-zu-hause-als-saufen-zu-gehen</link>
<pubDate>Thu, 18 Apr 2013 15:52:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="480" src="http://www.youtube.com/embed/v1MfeLx6Uds" width="640"></iframe></p>
<p>
	<em>T. Kid ist jemand, der es regelm&auml;&szlig;ig genie&szlig;t, Gras zu rauchen. Er wird euch Tipps geben und Dinge erkl&auml;ren. Bisher hat er gezeigt, wie man einen <a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-weediquette-inside-out-joints">Inside-Out-Joint rollt&nbsp;</a>&nbsp;und er hat von seinen Erfahrungen berichtet, wie es ist, auf <a href="http://www.vice.com/de/read/weediquette-wie-du-auf-tour-zu-gras-kommst">Tour an Gras</a> zu kommen.</em></p>
<p class="p1">
	Es ist schwierig vorherzusagen, welche unserer Gewohnheiten am Ende unsere Pers&ouml;nlichkeiten bestimmen. Die meisten von uns versuchen, sich an die Norm zu halten. Dabei versuchen wir, unsere davon abweichenden Neigungen zu korrigieren oder vielleicht einfach tiefer zu vergraben, so dass sie niemand begaffen kann. Aber das Leben kommt dazwischen und unvorhergesehene Ereignisse oder Dispositionen, die uns bis dato unbekannt waren, k&ouml;nnen uns in Verhaltensmuster ziehen, die wir normalerweise niemals vorhergesehen h&auml;tten.</p>
<p class="p1">
	Ich bin offiziell ein Stubenhocker und so ziemlich jeder, der mich kennt, wei&szlig; das. Jeden Tag, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme und mein Zimmer betrete, lege ich meine Tasche ab, zieh meine Jacke aus, schlie&szlig;e meine Augen und f&uuml;hle die gr&ouml;&szlig;te Euphorie. Ich bin jetzt an meinem Ort und habe f&uuml;r den restlichen Abend nichts vor. Ich kann mich bis auf Boxershorts und T-Shirt ausziehen und aufs Bett liegen, einen Film anschauen, an Musik arbeiten und den Stress des Tages in einer Rauchwolke verpuffen lassen. Gelegentlich wird diese Meditation von meinen Verpflichtungen unterbrochen, Sachen, die von den meisten Leuten als normales Sozialleben bezeichnet werden w&uuml;rden: Partys, Konzerte, Abendessen, sich zum Trinken treffen. Ich versuche, diese so gering wie m&ouml;glich zu halten. Vor allem am Wochenende ist es schwierig, solche Verpflichtungen zu vermeiden.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	Wie die meisten Leute habe ich eine Gruppe von Freunden, die mich verstehen, bei denen ich mich nicht anstrengen muss, wenn ich mit ihnen rumh&auml;nge. Mit diesen Streunern rauche ich ein paar Mal die Woche eigentlich immer echt viel und rede unwichtiges Zeug. Abgesehen von ihnen k&uuml;mmere ich mich eigentlich fast &uuml;berhaupt nicht darum, neue Leute kennenzulernen. Mein ganzes Leben war ich enthusiastisch und freundlich, wenn ich Leute kennenlernte und lange habe ich das auch so gemeint, aber in den letzten paar Jahren habe ich gemerkt, dass die Leute hinter meine H&ouml;flichkeiten sehen und einen Blick auf meine Ungeduld und mein Unbehagen dar&uuml;ber, dass ich eine Konversation f&uuml;hren muss, erhaschen. Je mehr sie das mitbekamen, desto weniger versteckte ich es. Wahrscheinlich komm ich deshalb ein bisschen wie ein Arsch r&uuml;ber, aber offen gesagt, wenn ich es auf diese Art schaffe, in Frieden gelassen zu werden, bin ich voll mit dabei.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	Bevor ich jetzt wie ein stereotyper Kiffer r&uuml;berkomme, lass mich dir erkl&auml;ren, wieso ich es zu Hause am angenehmsten finde. Ja, wahrscheinlich hat Gras was damit zu tun, aber es ist ein komplett anderer Stoff, der mich an diesen Ort gebracht hat. Der Mittelpunkt der Sozialisation ist an den meisten anderen Orten auf dieser Welt Alkohol. Sport, Paarung, Feiern, Sympathie, Entspannung und ungef&auml;hr jede andere soziale Institution, mal abgesehen von den Anonymen Alkoholikern, wird von Trinken begleitet. W&auml;hrend der Uni war meine Alkoholkapazit&auml;t so unbegrenzt wie bei jedem anderen 21-j&auml;hrigen, aber diese Unbesiegbarkeit zerfiel pl&ouml;tzlich f&uuml;r mich in einer einzigen Tat, die mir von einem 14-j&auml;hrigen Kind angetan wurde. Kurz nachdem ich meinen Abschluss gemacht hatte, war ich zusammen mit einem Freund trinken und definitiv besoffen, als wir von einer Gruppe Jungs angegriffen wurden, die versuchten, unsere Handy zu klauen. Einer von ihnen stach mir mit einer zerbrochenen Flasche in den Hals.</p>
<p class="p1">
	Die Kante der Scherbe verpasste meine Halsschlagader um drei Millimeter und verletzte stattdessen den Nerv, der den Bereich zwischen meiner rechten Schulter und dem Ellbogen kontrollierte, was dieses Gebiet augenblicklich paralysierte. Obwohl es noch viele faszinierendere Details dieser Qual gibt, gen&uuml;gt es im Zusammenhang dieser Geschichte, nur das n&auml;chste Jahr zu rekonstruieren, in dem ich mich erholte. Ich lebte monatelang mit andauernden, qualvollen Nervenschmerzen und kein Medikament, nichtmal die, die spezifisch f&uuml;r Nervenschmerzen entwickelt worden waren, konnte mir helfen. Mein Arzt, der wusste, wie beschissen es mir ging, gab mir quasi ein Blankorezept f&uuml;r alles, was ich wollte&mdash;wenn auch nicht f&uuml;r Schmerzen ausgerichtet, so um mich wenigstens davon abzulenken. Zuerst verschrieb er mir Oxycontin und ich war noch so smart zu fragen, ob er nicht etwas Schw&auml;cheres, das weniger abh&auml;ngig macht, h&auml;tte.&nbsp; Also wurden mir stattdessen Tonnen an handels&uuml;blichem Paracetamol verabreicht. Neben diesen kleinen, s&uuml;&szlig;en Dingern half ich mir selber mit Gras und verdoppelte beinahe die Menge, die ich an der Uni geraucht hatte. In diesen Monaten verlie&szlig; ich das Haus nur selten und wie ein Altersschwacher oder ein Gefangener wurde jede Exkursion nach drau&szlig;en ein Abenteuer, genauso aufregend und erschreckend, wie einen vergrabenen Schatz aus einer mystischen, alten Ruine zu bergen. Wenn ich zur&uuml;ckblicke, ist es schwierig, mir vorzustellen, dass ein Ausflug zum Friseur in mir so viel Adrenalin freigesetzt hat. Vor allem hatte ich Angst: vor Kindergruppen, Leuten auf Fahrr&auml;dern, jedem, der hinter mir lief. Der einzigen Trost, den ich hatte, war, dass ich irgendwann wieder nach Hause in mein Zimmer zur&uuml;ckkehren w&uuml;rde, wo ich allein in Stille sein konnte.</p>
<p class="p1">
	Alkohol f&uuml;hlte sich danach nie wieder an wie fr&uuml;her. Obwohl ich in den darauffolgenden Jahren mehrere Abende betrunkener Ausschweifungen hatte, musste ich mich immer zwingen, die furchtbare &Uuml;belkeit, Dehydrierung, Kopfschmerzen und den unsteten Schlaf zu ignorieren, die fortw&auml;hrend durch Alkohol entstehen. Ich w&uuml;rde immer noch nicht sagen, dass ich Trinken hasse oder dass ich aufgeh&ouml;rt habe zu trinken, weil es eine zu grausame Aussage ist und ich hin und wieder noch immer elegant ein Bier halte und daran nippe, aber ich sage einfach trotzdem, dass ich Alkohol hasse. Ich verstehe, wieso die Leute ihn m&ouml;gen, aber f&uuml;r mich ist es einfach ein &auml;tzendes Gift, das ich immer mit Desorientierung, Verletzbarkeit und nahendem Tod verbinden werde.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	Nach ungef&auml;hr einem Jahr erholte sich meine Schulter &uuml;berraschend und unvorhergesehen, wodurch ich beinahe die komplette Bewegungsfreiheit wiederbekam, die ich vor der Verletzung hatte. Ich fand einen Job und zog schlie&szlig;lich bei meiner Mutter aus. Mein Medikamente gingen dem Ende entgegen, aber ich wollte nicht, dass sie wieder aufgef&uuml;llt wurden. Ich rauchte in Abwesenheit der Pillen immer noch genauso viel, vielleicht sogar ein bisschen mehr. Ich nahm mein Sozialleben wieder auf, sah aber jede Verabredung als eine l&auml;stige Pflicht. Die Bequemlichkeit, die ich als Agoraphobiker empfand, verlie&szlig; mein Gem&uuml;t nicht mehr, und immer, wenn ich drau&szlig;en war, schaute ich auf die Uhr und wartete darauf, den richtigen Moment f&uuml;r einen Abgang abzupassen. Eine weitere Abschreckung war f&uuml;r mich, dass meine Freunde zu richtigen Saufbr&uuml;dern wurden, f&uuml;r die Trinken zur konstanten Gewohnheit wurde, w&auml;hrend ich immer weniger trank. &Uuml;berarbeitet, verbittert und langsam von den Verantwortungen der echten Welt zerdr&uuml;ckt, wurden ihre Bierb&auml;uche immer gr&ouml;&szlig;er und bis heute sind diese Plauzen Denkm&auml;ler an die Verzweiflung ihrer Besitzer zu entfliehen.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	Meine eigenen Gewohnheiten verh&auml;rteten sich zusammen mit ihren und als f&uuml;r mich&nbsp;der Tag kam, in die gro&szlig;e Stadt zu ziehen, st&uuml;rzte ich mich in die Ver&auml;nderungen, im Wissen, dass es gut f&uuml;r mein Arbeitsleben sein w&uuml;rde, aber ich erkannte auch, dass mich eine Menge richtig st&ouml;ren w&uuml;rde. Hier ist es schwierig, eine junge Person zu sein, die ein Stubenhocker ist. Die Leute finden es seltsam, wenn jemand Ende 20 nicht weggeht. Jedem Film, jeder Serie und jeder Werbung zufolge ist Weggehen und Sichabschie&szlig;en das, was ich nat&uuml;rlicherweise anstreben sollte. Stattdessen werde ich zu irgendwelchen Sachen eingeladen und erfinde immer eine Ausrede, die Arbeit oder eine andere Verabredung beinhaltet. Bis heute habe ich keiner einzigen Person die Wahrheit gesagt: &bdquo;Das h&ouml;rt sich echt nett an, aber ich habe mich wirklich darauf gefreut, von dir und allen anderen Menschen auf diesem Planeten wegzukommen, damit ich auf meinem Arsch sitzen und mich allein hemmungslos bekiffen kann, also werde ich das auch machen. Ich werde in meinem Zimmer sein und Tonnen rauchen, Comics lesen und S&uuml;&szlig;igkeiten essen.&ldquo;</p>
<p class="p1">
	Als ich am Anfang in die gro&szlig;e Stadt kam, gab es ein kleines bisschen nat&uuml;rliche Schuld, die ich empfand, wenn ich das ganze Zeug, das die meisten Leute als Spa&szlig; bezeichnen w&uuml;rden, ignorierte und stattdessen zu Hause blieb. Wenn ich mich an Wochenendn&auml;chten in meinem Zimmer eingenistet habe, kann ich die betrunkenen Schwachk&ouml;pfe durch die papierd&uuml;nnen W&auml;nde h&ouml;ren, wie sie durch den Flur springen und schreien, Jungs und M&auml;dchen, die nicht mehr gerade gehen oder ihre Gedanken f&uuml;r sich behalten k&ouml;nnen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, das zu wollen und je mehr ich mich in meiner Art einrichte, desto weniger wahrscheinlich wirkt es, dass ich diesen Lebensstil jemals wieder genie&szlig;en werde.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/wie-man-sehr-viele-drogen-verkauft"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/wie-man-sehr-viele-drogen-verkauft/66b5aba033599e6ebb8aebf0bf144f38_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/wie-man-sehr-viele-drogen-verkauft">Wie man sehr, sehr viele Drogen vertickt</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Habt ihr euch jemals gefragt, wie man Drogen im Wert von 100.000 Dollar in einer Woche vertickt? Wir haben einen New Yorker Dealer mit der Kamera begleitet und uns von ihm seine Geheimnisse verraten lassen.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/fotografische-klischees-du-und-dein-cannabis-teil-2"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/fotografische-klischees-du-und-dein-cannabis-teil-2/87e5750bcef5ae164e00643891f23af4_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/fotografische-klischees-du-und-dein-cannabis-teil-2">Fotografische Klischees: Du und dein Cannabis</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Ja, dieses Klischee haben wir bereits behandelt, aber dieses Mal haben wir uns in unserem eigenen Archiv umgeschaut.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/frage-des-tages-was-ist-deine-lieblingsdroge"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/frage-des-tages-was-ist-deine-lieblingsdroge/16286e5b69e7ff2d0839cf2c1b30c6b9_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/frage-des-tages-was-ist-deine-lieblingsdroge">Frage des Tages - Was ist deine Lieblingsdroge?</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Seid ihr gerne besoffen? Oder bekifft? Oder zugedr&ouml;hnt mit MDMA? Wir haben die Leute auf der Stra&szlig;e gefragt.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/184746</guid>
<author>T. Kid</author>
<category>stuff, Pothead, Kiffer, Kiffen, Gras, Saufen, Alkohol, Lieblingsdroge, Weediquette</category>
</item>
<item>
<title>Du bist pleite, aber ich habe kein Mitleid mit dir</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/du-bist-pleite-und-es-ist-allein-deine-schuld</link>
<pubDate>Wed, 17 Apr 2013 15:34:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p class="p1">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/20e6a152820e4a6be5ed8e348941b4e7.jpg" style="width: 640px; height: 640px;" /></p>
<p class="p1">
	Ich bin (relativ) jung und &bdquo;kreativ&ldquo;&nbsp;und lebe in einer Gro&szlig;stadt. Nat&uuml;rlich beschweren sich praktisch alle Leute in meinem Umfeld dar&uuml;ber, dass sie st&auml;ndig pleite sind. Also <i>wirklich</i> pleite (ihre Betonung, nicht meine). Ohne dass ich ihnen Dekadenz andichten will, aber ich glaube wirklich, dass sich meine Freunde diesen Zustand des Pleiteseins genussvoll selber aussuchen. Sie sind n&auml;mlich nicht pleite oder gar arm, weil sie zwei Jobs gleichzeitig haben, um damit ihre f&uuml;nf Geschwister durchzuf&uuml;ttern oder ihre kranke Gro&szlig;mutter pflegen zu lassen. Sie sind pleite, weil sie ihr Geld f&uuml;r dummen, &uuml;berfl&uuml;ssigen Schei&szlig; ausgeben, der ihr Leben offensichtlich auch nicht wirklich verbessert, denn sie beschweren sich immernoch, dass es ihnen ja so schlecht geht und sie sogar depressiv sind.</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Wenn du dein Geld und deinen Dispospielraum nicht immer f&uuml;r abartig unn&uuml;tze Sachen ausgeben w&uuml;rdest, m&uuml;sstest du mir die restliche Zeit auch nicht mit deinem ewigen Pleitegejammer in den Ohren h&auml;ngen. &Uuml;berleg dir also, ob du f&uuml;r folgende Sachen wirklich Geld ausgeben willst oder ob nicht einfach zu Hause die Wiederholung von <em>Titanic</em> anschauen k&ouml;nntest.&nbsp;</span></p>
<p class="p1">
	<b>Festival-Tickets</b><br />
	Wenn du dieses Jahr nicht gerade als Red-Bull-Promotion-Mensch kostenlos auf irgendwelche &uuml;berteuerten Festival kommst, hast du sicherlich einen Haufen Kohle f&uuml;r dein Ticket hingebl&auml;ttert, um dich vier Tage lang high in der Sonne zu r&auml;keln, Techno/Rock/Pop zu h&ouml;ren und Menschen in Kost&uuml;men/Badehosen/Flip-Flops dabei zuzusehen, wie sie einfach nur grausame Rituale betreiben.&nbsp;Au&szlig;erdem verlierst du wahrscheinlich dein Telefon und dein Geld.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<b>Brunch</b><br />
	Meinem Vater zufolge existiert Essen nur deswegen, um &bdquo;Kackhaufen zu machen&ldquo;. Sieht man Essen nur als Kackhaufenbrennstoff, bedeutet das:</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Du brauchst in deinem Vokabular das Wort &bdquo;Brioche&ldquo; nicht.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Und:</span></p>
<p class="p2">
	Du musst nicht jeden Sonntag 20 Euro f&uuml;r &uuml;berteuerten Kackhaufenbrennstoff ausgeben, w&auml;hrend du mit Frauen in Sommerkleidern und deinen verkaterten, finanziell verantwortungslosen Kumpels abh&auml;ngst.</p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/665875a67d11ae794cd92798559d9fa7.jpg" style="width: 640px; height: 699px;" /></p>
<p class="p1">
	<b>Beschissenes Bier</b><br />
	Schon geh&ouml;rt? Spirituosen haben einen h&ouml;heren Alkoholkgehalt als Bier. Wirklich! Eine Flasche Billig-Schnaps (oder wenn du im Lotto gewinnst, Schnaps) kostet auf lange Sicht gesehen pro Rausch weniger als plastikflaschenweise <a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-der-grosse-vice-pennerbier-test">Pennerbier</a>. Klar, ein nichtssagendes Glas Wodka zu trinken, wird mit keiner ikonischen Symbolik assoziiert, aber du wirst billiger und schneller betrunken als deine pilsschwingenden Freunde.</p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/c3673e27b4e0ce4143c5ffc15c6fb927.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p class="p1">
	<b>Tattoos</b><br />
	In der modernen Welt agieren Tattoos als Pers&ouml;nlichkeitstransplantate. Sie schreien die &Ouml;ffentlichekeit an: &bdquo;Hey! Ich <i>und</i> mein K&ouml;rper haben etwas zu sagen! Etwas Tiefgreifendes und Bedeutungsvolles! &Uuml;ber Friedenstauben und meine Liebe!&ldquo; In der Annahme, dass Tattoos ein Leben lang halten, erscheinen die 100 Euro, die du f&uuml;r dieses Bild eines kackenden Hundes hingebl&auml;ttert hast, wie eine gute Investition. Aber wei&szlig;t du, was eine noch bessere Investition ist? Nicht wie ein pubertierender Penner auszusehen, so dass man dir auch einen Job gibt.</p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/6a0b9edab2c60359f533d747d7174090.jpg" style="width: 640px; height: 640px;" /></p>
<p class="p1">
	<strong>Motto-T-Shirts</strong><br />
	Es ist keine Schande, sich wie ein produktives Mitglied der Gesellschaft anzuziehen. Lass deine einzigartig respektlose Pers&ouml;nlichkeit f&uuml;r sich selber sprechen. Du brauchst dieses Kinderserien-T-Shirt nicht, das du f&uuml;r 25 Euro gekauft hast, um das f&uuml;r dich zu erledigen. Vertrau mir. Wir wissen alle, dass deine Pers&ouml;nlichkeit literweise aus dir heraussprudelt. Deswegen muss sie nicht auch noch auf deinen Klamotten stehen.</p>
<p class="p2">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/691f9c7be6431a84e506c369aa0d6ebe.jpg" style="width: 640px; height: 680px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1"><b>Ironische Besitzt&uuml;mer</b></span><br />
	Erinnerst du dich noch daran, als die Leute Sachen besa&szlig;en, weil sie sie tats&auml;chlich mochten? Nein? Ich auch nicht. Hey, hast du Lust vorbeizukommen und dir mein neues, gerahmtes Alf-Poster anzuschauen, das ich f&uuml;r 30 Euro bei Ebay gekauft habe? Ich wei&szlig; schon, 30 Euro. Der Typ hat es quasi verschenkt!</p>
<p class="p1">
	<b>Schallplatten</b><br />
	Du bist nicht der freiheitsliebende, lebensliebende Hauptdarsteller eines Godard-Films. Deswegen musst du dieses Francoise-Hardy-Album auch nicht auf Schallplatte besitzen. Du bist jung. Du bist frei. Du bist bescheuert. Du wirst auch ohne das Ding Sex haben. Vertrau mir. Hol dir einfach einen Spotify-Premium-Account und halt die Klappe dar&uuml;ber, wie viel sauberer der Sound auf deinem Plattenspieler ist.</p>
<p class="p1">
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5" width="640">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/hamiltons-pharmacopeia/getting-high-on-krystle"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/getting-high-on-krystle/c0562fe8c3d3a0ce47d2daf58c9f2ff3_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="545">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/hamiltons-pharmacopeia/getting-high-on-krystle">Getting High on Krystle</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Eine Tour durch Gordon Todd Skinners unterirdischen LSD-Palast.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-gwar-auf-lsd"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/stuff-gwar-auf-lsd/dd5f6beff928ae492a1744ccf020c5a4_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="545">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-gwar-auf-lsd">GWAR ... auf LSD</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Wir pers&ouml;nlich k&ouml;nnen uns nichts psychisch oder physisch Unangenehmeres vorstellen, als bei einer Gwar-Show LSD zu nehmen.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-cocktails-aus-dem-haushaltsgiftschrank"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/stuff-cocktails-aus-dem-haushaltsgiftschrank/583a28e1ff3ba3d40803ac2368a8030e_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="545">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-cocktails-aus-dem-haushaltsgiftschrank">Cocktails aus dem Haushaltsgiftschrank</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Du bist zu dumm herauszufinden, wo du Drogen bestellen kannst und der Schnaps ist dir auch ausgegangen? Was sollst du also machen?</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/184551</guid>
<author>VICE Staff</author>
<category>stuff, Festival, Pleite, reich, arm, Generation, Fusion, Brunch, geld, Reichtum, dekadent, Jung</category>
</item>
<item>
<title>Frauen lieben den 13-jährigen Skater Baby Scumbag</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/frauen-lieben-den-13-jahrigen-skater-baby-scumbag</link>
<pubDate>Wed, 17 Apr 2013 11:36:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/b7c628185c2291910bcba6441ceb0992.jpg" style="width: 640px; height: 360px;" /></p>
<p class="p1">
	Steven Fernandez, auch bekannt als Baby Scumbag, ist ein ganz normaler 13-j&auml;hriger Skater aus einer schlechten Gegend in L.A. Ein normaler 13-j&auml;hriger Skater, der von einem Haufen Firmen gesponsort wird, 38.000 Abonnenten auf <a href="https://www.facebook.com/Babyscumbag?fref=ts">Facebook</a> und 140.000 Follower auf <a href="http://instagram.com/babyscumbag1">Instagram</a> hat und sich mit Waffen und hei&szlig;en (erwachsenen) Frauen fotografieren l&auml;sst. Er skatet, seitdem er neun ist, aber anders als andere abgefahren talentierten Skateboarder wie <a href="http://www.youtube.com/watch?NR=1&amp;feature=endscreen&amp;v=tKyi6kS6AJ0">Rene Serrano</a> und <a href="http://www.grindtv.com/action-sports/skate/post/evan-doherty-8-becomes-youngest-skateboarder-to-land-a-720/">Evan Doherty</a> hat er eine komplett alternative Person geschaffen, der es nur darum geht, M&auml;dels zu kriegen und Fast-Food zu essen (wieder: typisch 13-J&auml;hriger). Es ist schwierig zu sagen, was dabei nur Show ist und was real, aber unabh&auml;ngig davon wei&szlig; der kleine Steven mehr dar&uuml;ber, was die Leute im Internet m&ouml;gen, als all die zwei- bis dreimal so alten &bdquo;Social-Media-Gurus&ldquo; zusammen. Ich rief ihn an, um zu fragen, was er mal werden will, wenn er erwachsen ist.</p>
<p>
	<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/W0d_8nkzJbM" width="640"></iframe></p>
<p class="p1">
	<strong>VICE: Hey Steven, wie geht&lsquo;s? Du verpasst jetzt nicht wegen mir die Schule, oder?<br />
	Baby Scumbag:</strong> Hey VICE-Lady. Ich h&auml;ng hier so rum. Komm gerade aus der Schule. Bin ein bisschen fr&uuml;her raus.</p>
<p class="p1">
	<strong>Magst du die Schule?</strong><br />
	Ja, Schule ist cool, aber es ist schon bisschen krass hier in der Armut. Du siehst viele schlimme Sachen hier in der Gegend, so Bandenzeug, Drogen. Ich wohne in Compton, California. An der Grenze von South Central.</p>
<p class="p1">
	<strong>Du bist total beliebt in der Schule, oder?</strong><br />
	Nee, ich bin nur ein normales Kid, das zur Schule geht. Ein durchschnittlicher Teenager.</p>
<p class="p1">
	<strong>Wie fing das an, dass du Sponsoren bekommen hast?</strong><br />
	Na ja, es fing alles damit an, dass ich ein Skateboardvideo postete und es den Leuten tats&auml;chlich gefiel. Als ich anfing, mehr Videos zu machen, bekam ich auch mehr Sponsoren.</p>
<p class="p1">
	<strong>Wie sieht ein typischer Tag im Leben von Baby Scumbag aus?</strong><br />
	In der Schule rumh&auml;ngen, Hausaufgaben machen, Skateboard fahren, vielleicht sogar Filme drehen. Und ein wenig Masturbation.</p>
<p>
	<strong><img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/c1a7a2cc3f9f6cd45fa20ea9e8d8a34e.jpg" style="width: 640px; height: 640px;" /></strong><br />
	<span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;"><i>Alle Fotos von Baby Scumbags Instagram.</i></span></p>
<p class="p1">
	<strong>Willst du dich bei ein paar deiner Lieblingsseiten bedanken?</strong><br />
	XVideos, PornHub, Taint Olympics <em>[Anmerkung: Ich hab keine Ahnung, ob das eine echte Website ist, ich konnte nichts finden. Ich bin alt.] </em>und Worldstar.</p>
<p class="p1">
	<strong>Wie finden es deine Eltern, dass du Skater bist?</strong><br />
	Meine Eltern unterst&uuml;tzen das komplett, aber meine Mutter hasst die billigen M&auml;dels in meinen Videos.</p>
<p class="p1">
	<strong>Haben deine Eltern das Zeug gesehen, das du auf den sozialen Netzwerken postest? </strong><br />
	Nene. Ich w&auml;re am Arsch, wenn sie das sehen w&uuml;rden.</p>
<p>
	<strong><img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/6433bc1fa8932ad77ea31e8279dfc457.jpg" style="width: 640px; height: 640px;" /></strong></p>
<p class="p1">
	<strong>Wo wir schon mal bei Facebook-Fotos sind, wie bist als 12-J&auml;hriger an eine Waffe gekommen?</strong><br />
	Das ist keine richtige Waffe. Schaut aber echt aus.&nbsp;</p>
<p>
	<strong><img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/090f98e0e856156b0522e4de09dadcc9.jpg" style="width: 640px; height: 638px;" /></strong></p>
<p class="p1">
	<strong>Was ist mit all diesen Frauen, mit denen du immer Fotos machst?</strong><br />
	Das sind nur ein paar coole M&auml;dchen, die ich auf Instagram kennengelernt habe und die in meinen Videos sein wollen. Also krieg ich quasi Br&uuml;ste zu sehen. Normalerweise ruf ich sie einfach an. Ich habe eine Menge Follower. Und dann treffen wir uns oder so und filmen.</p>
<p class="p1">
	<strong>Wie alt sind diese Frauen?</strong><br />
	Ich denk mal so 20, 24, 23?</p>
<p>
	<strong><img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/44c26121f38ff05ab760f5b25cedd87c.jpg" style="width: 640px; height: 640px;" /></strong></p>
<p class="p1">
	<strong>Wie hast du diese hier dazu gekriegt, dass sie &bdquo;babyscumbag&ldquo; auf ihren Hintern schreibt und dann ein Foto von sich macht?</strong><br />
	Ist das die Blonde oder die Br&uuml;nette?</p>
<p class="p1">
	<strong>Die Br&uuml;nette.</strong><br />
	Oh, wir haben Telefonnummern ausgetauscht, und ich habe angefangen, sie anzumachen, und da habe ich ihr gesagt, sie soll ein Foto von sich machen mit meinem Namen auf ihr.</p>
<p>
	<strong><img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/ca81c87c4acd19e80cca05e25a87139c.jpg" style="width: 640px; height: 640px;" /></strong></p>
<p class="p1">
	<strong>Hast du tats&auml;chlich was mit diesen M&auml;dchen?</strong><br />
	Da kann ich leider nichts zu sagen.</p>
<p class="p1">
	<strong>Was ist das Geheimnis, wenn es darum geht, Frauen aufzurei&szlig;en?</strong><br />
	Der erste Schritt ist, sich das Video &bdquo;How to Get Girls&ldquo; von Steven Fernandez anzuschauen. Der zweite Schritt ist, dabei zuzuh&ouml;ren. Sei nicht sch&uuml;chtern. Mach einfach. Hab keine Angst, sei selbstbewusst und du hast es raus.</p>
<p class="p1">
	<strong>Wo k&ouml;nnen unsere Leser Frauen treffen, mal abgesehen von Instagram?</strong><br />
	Einkaufszentren, vielleicht im Kino? Wenn du billige M&auml;dels haben willst, geh in teure Restaurants.</p>
<p class="p1">
	<strong>Hast du einen Traum, Steven?</strong><br />
	Ich habe tats&auml;chlich einen Traum. Ich will einen 30 cm langen Schwanz haben und Pornostar sein.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<strong>Was w&uuml;rdest du machen, wenn du nicht skaten k&ouml;nntest?</strong><br />
	Wahrscheinlich Basketball. Basketball macht Spa&szlig;. Ich wei&szlig; nicht, ob ich es professionell machen w&uuml;rde, aber zumindest als Hobby.</p>
<p class="p1">
	<strong>Zur&uuml;ck zum Skateboarden. Hast du irgendwelche neuen Sachen, die demn&auml;chst rauskommen?</strong><br />
	Ich habe eine Premiere. Ich wei&szlig; nicht, wann es ver&ouml;ffentlich wird, aber ich arbeite daran. Und ich mache diese&mdash;ich kann dir nicht wirklich davon erz&auml;hlen, aber es hat was mit MTV zu tun. Ich werde mich Kreayshawn zusammenarbeiten.</p>
<p class="p1">
	<strong>Ich hab den Artikel bei <a href="http://storyboard.tumblr.com/post/31857758439/breakfast-with-kreayshawn-pancakes-a-side-of">Storyboard</a> &uuml;ber eure Freundschaft gelesen. Wie ist es dazu gekommen?</strong><br />
	Wir haben uns auf Twitter kennengelernt. Wir haben einfach angefangen zu reden und wurden gute Freunde. Sie war nett. Sie war lustig. Sie ist nur eine gute Freundin.&nbsp;</p>
<p>
	<strong><iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/1JVdEopyRWE" width="640"></iframe></strong></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/this-is-what-a-skate-magazine-should-look-like-43-magazine-allen-ying"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/this-is-what-a-skate-magazine-should-look-like-43-magazine-allen-ying/76d6ad06264d91b3d24d394830d6848d_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/this-is-what-a-skate-magazine-should-look-like-43-magazine-allen-ying">So muss ein gutes Skate-Magazin aussehen!</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Endlich mal ein Magazin, das &auml;sthetische und beeindruckende Bilder aus der Skate-Szene zeigt. Und da der Trend gerade in New York im Moment besonders bl&uuml;ht, ist das Heft mit seinen Bildern auch hier entstanden.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/ich-hab-mir-pornoseiten-ins-gesicht-ttowiert-damit-meine-kindern-nicht-verhungern"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/ich-hab-mir-pornoseiten-ins-gesicht-ttowiert-damit-meine-kindern-nicht-verhungern/0b46e4d3cd5371b0341df60f53638707_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/ich-hab-mir-pornoseiten-ins-gesicht-ttowiert-damit-meine-kindern-nicht-verhungern">Ich hab mir Pornoseiten ins Gesicht t&auml;towiert, damit meine Kinder nicht verhungern</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Nennt uns pr&uuml;de, aber es war schon immer eine Grundregel von uns, uns keine Namen von Pornoseiten ins Gesicht t&auml;towieren zu lassen.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/mode-frauen-mit-skateboard-und-gras"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/mode-frauen-mit-skateboard-und-gras/edb529e042f252ecbd8a141f65c76f7b_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/mode-frauen-mit-skateboard-und-gras">Frauen mit Skateboard und Gras</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Was passiert, wenn man mehrere fotografische Klischees vereint?</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/184508</guid>
<author>Allie Conti</author>
<category>stuff, Skateboard, Rabeneltern, Baby Scumbag, Waffen, Frauen, ubgefuckte Kids</category>
</item>
<item>
<title>Im Knast ist VICE-Lesen verboten</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/unser-magazin-ist-nsfp-not-safe-for-prison-vice-im-gefangnis-verboten</link>
<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 15:26:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	F&uuml;r den Fall, dass ihr es nicht wisst: Wir bringen monatlich etwas raus, das wir &bdquo;Magazin&ldquo; nennen. Wir packen ganz viel Tinte auf Papier, um Bilder und W&ouml;rter zu machen und wir drucken Tausende davon. Es ist so &auml;hnlich wie eine Internetseite, nur als Buch, wenn ihr euch das vorstellen k&ouml;nnt. Wie auch immer, ein Knasti in Florida, USA, hat sich ein Exemplar der&nbsp;<a href="http://www.vice.com/de/magazine/9/3">Cultural Atrocities Issue</a> in sein Gef&auml;ngnis schicken lassen. Die Putnam Correctional Institution in East Palatka, die gr&ouml;&szlig;tenteils Typen, die wegen Drogenbesitz und Diebstahl sitzen, beherbergt, schickte uns unser Heft vor wenigen Tagen zur&uuml;ck. Anbei eine freundliche Mitteilung, in der man uns erkl&auml;rte, warum das Magazin nicht an die Insassen ausgeh&auml;ndigt werden konnte. Schaut sie euch am besten selber an:</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/9669c2a95a4d896571eaa128fbb03c8e.jpg" style="width: 612px; height: 792px;" /></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/aa521cbab3d9ed8ae9f580f04740279e.jpg" style="width: 612px; height: 792px;" /></p>
<p class="p1">
	Falls euch das zu klein oder zu Beamten-Englisch ist, hier die &Uuml;bersetzung des wichtigen Teils:</p>
<p class="p1">
	<em>Sexuelles Verhalten wird folgenderma&szlig;en dargestellt: (1.) Tats&auml;chlicher oder simulierter Verkehr; (2.) Sodomie; (3.) Masturbation; (4.) sadomasochistischer Missbrauch; (5.) faktisch anst&ouml;&szlig;ige Zurschaustellung der Genitalien; (6.) faktisch physischer Kontakt mit den unbedeckten Genitalien, Intimbereich oder Ges&auml;&szlig; einer Person oder, falls diese Person weiblichen Geschlechts ist, dem Brustbereich zum Zwecke der Erregung oder der Befriedigung sexueller Gel&uuml;ste einer der beiden oder beider Parteien; (7.) jegliches Verhalten bzw. Taten, die sexuelle K&ouml;rperverletzung darstellen oder simulieren, dass sexuelle K&ouml;rperverletzung ver&uuml;bt wird.</em></p>
<p class="p1">
	<em>Die Darstellung von Nacktheit suggeriert, dass sexuelles Verhalten unmittelbar bevorsteht, d.h. Zurschaustellung von oralem oder digitalem Kontakt oder Kontakt durch einen Fremdgegenstand mit unbedeckten Genitalien, Intimbereich, Ges&auml;&szlig; oder weiblichem Brustbereich oder Zurschaustellung von Sexualorganen im erregten Zustand.</em></p>
<p class="p1">
	Zusammenfassend kann man sagen, dass die Gef&auml;ngnisleitung wirklich, wirklich nicht will, dass ihre Gefangenen an sich rumspielen. Sie haben solche Angst davor, Wichsvorlagen durch ihre Gitter zu lassen, dass sie sogar Abbildungen von Nacktheit, die nur so aussehen, als w&uuml;rde gleich etwas passieren, verbieten. Wenn wir ein Gef&auml;ngnis h&auml;tten, w&uuml;rden wir sicherstellen, dass sich die Knastis konstant einen runterholen und so keine Zeit mehr haben, sich gegenseitig zu verpr&uuml;geln. Andererseits, wenn die W&auml;rter der Putnam Correctional Institution selbst ein Magazin machen w&uuml;rden, h&auml;tten sie wahrscheinlich kein Fotos von M&auml;dchen, die sich an Schlangen reiben. Oder mehr davon, na egal. Mit dem Brief kam eine Reihe von Kopien von Seiten aus dem Heft, so dass wir in Zukunft auch wissen, was genau nicht OK f&uuml;r Gef&auml;ngnisse. Herzlichen Gl&uuml;ckwunsch, liebe Amerikaner, daf&uuml;r werden Steuergelder ausgegeben.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/ab65686009addb190f1ef3a8c2077fef.jpg" style="width: 612px; height: 792px;" /></p>
<p class="p1">
	Eine Sache ist sicher: Die Steuern gehen nicht in gute Kopierer. Diese Seiten sind eine Auswahl von den <a href="http://www.vice.com/de/read/hinter-dem-exzess-0000448-v9n3">Behind-the-Scenes-Fotos</a> von <em>Spring Breakers</em>. Auf den beiden Fotos sind Schauspielerinnen in Bikinis zu sehen, die so tun, als w&uuml;rden sie Alkohol trinken, und zweifellos w&uuml;rden sich die Insassen gerade dazu einen abreiben, wenn unser Pornoheft es durch die Kontrollen geschafft h&auml;tte.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/c63824b210d59a5a25e7e30bbd3d7e02.jpg" style="width: 640px; height: 495px;" /></p>
<p class="p1">
	Ein anderes Foto aus demselben Artikel. K&ouml;nnen wir nicht junge Frauen dabei fotografieren, wie sie Eis am Stiel essen, ohne dass man das anz&uuml;glich findet?</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/976d170beaf45470f3d9125f195d2d69.jpg" style="width: 640px; height: 495px;" /></p>
<p class="p1">
	Das hier dagegen zeigt eine Schlange, die, &auml;hm, einer Frau ... &auml;hm, auf den, also das sollte verboten sein.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/71de4c6007710ec46e57d9a2c805e6a8.jpg" style="width: 612px; height: 792px;" /></p>
<p class="p1">
	Hier haben die Gef&auml;ngnisw&auml;rter auch recht, wenn sie dieses Foto verbieten. Obwohl niemand auf dem Foto nackt ist, reden wir hier &uuml;ber die <a href="http://www.vice.com/de/read/willkommen-in-der-twin-zone-0000440-v9n3">ATL Twins</a>. Das impliziert von Natur aus Sexualit&auml;t.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/d93617eba14555e78c989bde4b48ca82.jpg" style="width: 612px; height: 792px;" /></p>
<p class="p1">
	Aber dieses letzte Foto, unser Titelbild, &uuml;berrascht uns doch. Das hat nichts mit Sex zu tun! Die beiden sind Zwillinge. Sie ficken sich nicht gegenseitig und sie freuen sich nur darauf, einen netten, ruhigen Abend zu Hause auf der Couch zu verbringen. Wenn jemand auf die Idee kommt, dass die Dinger auf ihren Zungen Drogen und deshalb b&ouml;se sind und verboten geh&ouml;ren, denkt dran, dass wir das hier an ein Gef&auml;ngnis geschickt haben. Die Typen da drin haben wahrscheinlich schon sehr viel <a href="http://www.economist.com/news/united-states/21576097-yet-another-scandal-big-easy-sex-and-drugs-and-rock-and-roll" target="_blank">Schlimmeres</a> gesehen.</p>
<p class="p1">
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>MEHR AUS DER AUSGABE</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/dmt-aus-dem-meer-0000456-v9n3"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/dmt-aus-dem-meer-0000456-v9n3/fd073279adb2adbdcdb760b9b572688e_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/dmt-aus-dem-meer-0000456-v9n3">DMT aus dem Meer</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Hamilton Morris &uuml;ber m&ouml;gliche Beweise f&uuml;r die erste psychedelische Droge aus dem Meer.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/hinter-dem-exzess-0000448-v9n3"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/hinter-dem-exzess-0000448-v9n3/880c728bc4a2abcd242cd82a04b470d2_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/hinter-dem-exzess-0000448-v9n3">Hinter dem Exzess</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Was alles am Set von Spring Breakers abgegangen ist. Ohne Gef&auml;ngniszensur.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/berauscht-in-chitral-0000453-v9n3"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/berauscht-in-chitral-0000453-v9n3/da1a422133a5386d18c1f8eb7d0e752c_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/berauscht-in-chitral-0000453-v9n3">Berauscht in Chitral</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Trotz des allgegenw&auml;rtigen Terrors ist Chitral der Ort, an dem pakistanische Muslime heimlich ausschweifende Partys feiern.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/184378</guid>
<author>VICE Staff</author>
<category>stuff, Gefängnis, Zensur, sex, atl twins, NSFP</category>
</item>
<item>
<title>The Cute Show: Das Badehaus der Wasserschweine</title>
<link>http://www.vice.com/de/the-cute-show/capybara-the-cute-show</link>
<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 06:00:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	Die Capybara im Nagasaki Bio Park lieben es, in den hei&szlig;en Quellen des Parks baden zu gehen. Besucher k&ouml;nnen ganz nah an die Tiere ran, also gaben wir unser Bestes, uns mit den kleinen Biestern anzufreunden.</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/184251</guid>
<author>VICE Japan</author>
<category>stuff, the cute show, Japan, capybara, Wasserschweine, süß</category>
</item>
<item>
<title>So muss ein gutes Skate-Magazin aussehen!</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/this-is-what-a-skate-magazine-should-look-like-43-magazine-allen-ying</link>
<pubDate>Mon, 15 Apr 2013 17:02:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/245bd4f7464187e9e7bffd67fb066249.jpg" style="width: 640px; height: 633px;" /></p>
<p>
	Skateboarden hat an Beliebtheit wieder extrem zugenommen, besonders in betonlastigen St&auml;dten wie New York City. Dabei hat sich die Skate-Industrie in eine verw&auml;sserte Version von dem, was es mal war, entwickelt&mdash;so wie MTV oder Haustiere. Deshalb ist&nbsp;<em><a href="http://43magazine.com">43</a></em>, das Magazin aus New York, das letztes Jahr von Fotograf Allen Ying aus der Taufe gehoben wurde, ein dringend ben&ouml;tigter Atemzug verpesteter Stadtluft. Das gro&szlig;formatige Heft mit nur wenig Werbung erscheint viertelj&auml;hrig und kombiniert n&auml;chtliche New Yorker Skate-Missionen mit Fotos, die auch an Galeriew&auml;nden h&auml;ngen k&ouml;nnten. Was ganz gut passt, denn am letzten Dienstag feierte <em>43</em> die dritte Ausgabe mit einer Fotoausstellung in der Temp Gallery im Manhattaner Stadtteil Tribeca.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/7820197c0603aece6e210a263f87d533.jpg" style="width: 642px; height: 379px;" /></p>
<p>
	Die ersten beiden Ausgaben wurden in der Skate-Szene schon hochgelobt, aber wirklich viel Aufmerksamkeit hat die Nummer Drei geerntet, dank einem Foto, das vor ein paar Wochen das Internet erbeben lie&szlig;. Das Foto oben, auf dem Koki Loaiza einen Ollie von einem Bahngleis aufs n&auml;chste macht, verbreitete sich wie ein Lauffeuer, nicht nur auf Skate-Seiten, sondern auch auf normalen Blogs von Zeitungen.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	Ich habe mich mit Allen getroffen, um &uuml;ber die Ausgabe und ihre h&uuml;bschen Inhalte zu sprechen.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/38cc906b97aef371f35f9a69f155c974.jpg" style="width: 640px; height: 387px;" /></p>
<p>
	<strong>VICE: Kommen wir direkt zur Sache. Wer ist Koki, der Typ, der &uuml;ber die Bahngleise springt, und was stimmt nicht mit ihm?</strong><br />
	<strong>Allen Ying:</strong> Koki kommt aus Miami und ist einfach der Hammer! Ich konnte ihn nur das eine Mal treffen. Es war ziemlich krass, aber er hat&#39;s einfach drauf. Koki war der einzige in unserer Crew, der dachte, dass er das machen k&ouml;nnte.</p>
<p class="p2">
	<strong>Man munkelt, dass <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Gonzales">Gonz</a>, der ber&uuml;hmte Skater aus Kalifornien, vor Ewigkeiten mal diesen Ollie &uuml;ber die Gleise gemacht hat. Was wei&szlig;t du dar&uuml;ber?</strong><br />
	Ich habe dieses Ger&uuml;cht auch letztens geh&ouml;rt, aber niemand hat es bis jetzt best&auml;tigt. Es waren immer nur Leute, die meinten, er h&auml;tte das vielleicht gemacht.&nbsp;</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/3083e1eeb4f54cb3170fb560a985bc35.jpg" style="width: 642px; height: 376px;" /></p>
<p>
	<strong>Dieses Foto hat Leute aus der Skate-Szene, aber auch au&szlig;erhalb davon, auf <em>43</em> aufmerksam gemacht. Aber f&uuml;r die, die noch nie davon geh&ouml;rt haben: Was kannst du mir &uuml;ber dein Magazin sagen?</strong><br />
	<em>43</em> ist ein unabh&auml;ngiges Skate-Magazin. Ich nenne es gern ein fotobuchartiges Skateboard-Heft. Es ist auch das einzige Skate-Magazin in New York.</p>
<p class="p1">
	<strong>Ein Magazin zu gr&uuml;nden, ist nicht billig. Welche Mittel hast du benutzt, um <em>43</em> herauszubringen?</strong><br />
	Ich habe unheimlich viel recherchiert und geplant, um das Heft zu gr&uuml;nden. Dann habe ich noch eine Art Medienmappe mit Ausgabe 000 unter m&ouml;glichen Sponsoren verteilt und einige besucht. Ich habe ein paar neue Kreditkarten beantragt und Geld &uuml;ber&nbsp;<a href="http://www.kickstarter.com/">Kickstarter</a>&nbsp;gesammelt, um das Magazin herauszubringen.</p>
<p>
	<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="480" src="http://www.youtube.com/embed/Skh2NEM0JWg" width="640"></iframe></p>
<p>
	<strong>Du warst ja mit <a href="http://mandibleclaw.blogspot.de/">Mandible Claw</a>&nbsp;und seiner Crew unterwegs, als du das Bild von Koki geschossen hast. Sie bringen ein neues U-Bahn-Skate-Video raus, das thematisch auf die Ausgabe abgestimmt ist, richtig?</strong><br />
	<span class="s2">Ja, er hat 2011 ein geniales Video, in dem sie durch die U-Bahn skaten, hochgeladen </span>[siehe oben]. Das hat sich auch unheimlich schnell verbreitet und es war atemberaubend. Er hat gerade einen zweiten Teil fertig gemacht, mit neuen und wahrscheinlich besseren Orten und Tricks. Es sind Szenen aus seinem neuen Video <em>Tengu</em>. Das wird es auf DVD, aber nicht im Netz geben.</p>
<p>
	<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="480" src="http://www.youtube.com/embed/USC1ELw2WeY" width="640"></iframe><br />
	<em>Trailer f&uuml;r&nbsp;</em>Tengu</p>
<p>
	<strong>In dem Artikel zu dem Foto schreibst du &uuml;ber die aktuelle Anspannung in der Skate-Szene bez&uuml;glich der Skateparks als &bdquo;Beruhigungsmittel&ldquo;. Wie Nomaden, die in Reservate gesteckt werden, werden Skater von der Stra&szlig;e vertrieben und in diese Parks abgeschoben. Was sagst du mit deinen Fotos &uuml;ber diese Trends aus?</strong><br />
	Ha, ich bin froh, dass du das mitgekriegt hast. Ich bin jetzt nicht Experte f&uuml;r die Frage, wie Skateparks sich aufs Skaten auswirken. Ich will das Thema auch nicht unbedingt im Detail analysieren, aber ich wei&szlig;, dass sich etwas ver&auml;ndert hat, und ich glaube, dass sich nicht die gleiche Kultur und Denkart entwickelt, wenn du nicht auf den Stra&szlig;en skatest.</p>
<p>
	<strong>Was ist noch in dieser Ausgabe?</strong><br />
	Am Ende geht es in der Ausgabe nur um New York und deren Skater und Besucher, die hier skaten. Es k&ouml;nnte gut sein, dass das die einzige Fotodarstellung der aktuellen Skate-Szene in New York ist. In einem Artikel geht es um <em>Static IV</em>, die anstehende <a href="http://xgames.espn.go.com/skateboarding/article/5906737/josh-stewart-talks-making-new-video-welcome-mia" target="_blank">Indie-Video-Serie</a> von Josh Stewart.</p>
<p class="p2">
	<strong>Das Magazin ist ungef&auml;hr 700 Mal h&uuml;bscher als die anderen Skate-Bl&auml;tter da drau&szlig;en. Wie w&uuml;rdest du die Ideen und &auml;sthetischen Anspr&uuml;che der Leute, die daran arbeiten, beschreiben?</strong><br />
	Bei <em>43</em> geht es darum, die rohe Essenz von Skateboarden einzufangen. Es geht darum, auf die ganzen Verzierungen zu verzichten und mit qualitativ hochwertigen Fotos der Magie des Skatens gerecht zu werden.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/b2a36642facf526703a87a447bbea7e4.jpg" style="width: 640px; height: 598px;" /></p>
<p>
	<strong>Wenn <em>43</em> zur&uuml;ck zum rohen Wesen des Skatens will, widerspricht sich das nicht mit den k&uuml;nstlerisch hochwertigen Fotos?</strong><br />
	Genau genommen schon. Ich habe eine Weile gedacht, dass meine Art, Skate-Fotos zu machen, ein bisschen zu f&ouml;rmlich und steril ist. Ich habe das immer im Hinterkopf, dass ich Fotos schie&szlig;e, bei denen dieses Rohe an den Betrachter weitergegeben wird. Das sterile Layout des Hefts ist auch so ein Gegensatz, aber mit beidem zusammen habe ich das Gef&uuml;hl, dass diese Gegen&uuml;berstellung funktioniert. Die Ausstellung letzte Woche war an einem sehr groben Ort. Am Anfang war ich noch unsicher, aber nachdem wir die Prints aufgeh&auml;ngt hatten, sah diese Gegen&uuml;berstellung ziemlich krass aus. Es hat was von rohem Skaten auf sterilen Bildern auf rohen W&auml;nden.</p>
<p class="p1">
	<strong>Findest du es wichtig, eine st&auml;rkere Verbindung zwischen Skate-Szene und Kunst zu schaffen? Ich frage, weil <em>43</em> in Museen verkauft wird und, wie du selbst erw&auml;hnt hast, die Release-Partys in Galerien abgehalten werden.</strong><br />
	Na ja, es ist nicht unbedingt die Mission von <em>43</em>, diese Verbindung herzustellen. Die Kunstmuseen sind auf <em>43</em> aufmerksam geworden und haben das Heft f&uuml;r ihre Museumsshops bestellt. Es ist eher so, dass ich Skateboarden einfach interessanter finde als die meisten anderen Sachen, besonders, wenn es gut auf Foto oder Video eingefangen ist. Es ist immer ein kleines Wunder, wenn die ganzen Faktoren der Skate-Fotografie zusammenkommen: das Licht, der Stra&szlig;enverkehr, die Fu&szlig;g&auml;nger, das Arrangement ... all das muss passen in einem der wenigen Momente, in dem der Skater etwas macht, das er noch nie gemacht hat, und an dem er ewig gearbeitet hat. Klar, du kannst die Kontrolle &uuml;bernehmen und alles inszenieren&mdash;besonders, wenn du das entsprechende Budget hast&mdash;aber dann sind die Spontanit&auml;t und Magie weg, genau wie die Kultur und das Erbe der Skate-Szene. Und was die Galerien angeht: Ich mag einfach diesen sozialen Aspekt beim Ansehen der Fotos bei einer Vernissage. Au&szlig;erdem werden die Arbeiten so in einer Form pr&auml;sentiert, in der man sie auch w&uuml;rdigen kann.</p>
<p class="p1">
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/skate-world/germany"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/eric-dressen-trailer/c8f927ef7bbf33e2db85e7e3efb0e185_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/skate-world/germany">Skate World in Deutschland</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">VICE reist &uuml;ber die bayrischen Alpen, um nachzusehen, ob die deutschen Kids auch flei&szlig;ig Skateboard fahren.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/mode-frauen-mit-skateboard-und-gras"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/tomboyish-girls-smoking-weed/25488d67247a55a51ada0fb7b56ca787_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/mode-frauen-mit-skateboard-und-gras">Frauen mit Skateboard und Gras </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Was passiert, wenn man mehrere fotografische Klischees vereint?</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-die-skate-elite-europas-auf-dem-vans-downtown-showdown"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/stuff-die-skate-elite-europas-auf-dem-vans-downtown-showdown/4dea714c2429fa8f9dc27077ba1c598b_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-die-skate-elite-europas-auf-dem-vans-downtown-showdown">Europas Skate-Elite auf dem Vans Downtown Showdown! </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Auf dem Vans Downtown Showdown in Amsterdam hat sich nicht nur Mike Muir bei uns &uuml;ber die Dummheit der Welt ausgekotzt, wir hatten zus&auml;tzlich auch die M&ouml;glichkeit, die Skate-Elite Europas zu treffen.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/184254</guid>
<author>Cameron Cuchulainn</author>
<category>stuff, 43, Skateboard, Allen Ying, New York City, Skaten</category>
</item>
<item>
<title>Dieser Mann ist der Besitzer vom Mond</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/dennis-m-hope-gehort-der-mond-seit-1980-weil-er-sagt-dass-es-so-ist</link>
<pubDate>Mon, 15 Apr 2013 09:05:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets2.motherboard.tv/content-images/article/the-man-who-owns-the-moon/85b3044cb07e1bf54c932b4379b2a241_vice_630x420.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /><br />
	<em>Dennis M. Hope, Besitzer des Monds</em></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Der Besitzer eines Planeten oder eines Mondes zu werden, ist sehr viel einfacher, als ihr vielleicht denkt. Ihr m&uuml;sst nur auf eine Sternenkarte kucken, euch den Planeten oder Mond aussuchen, den ihr gut findet und jedem sagen, dass er euch geh&ouml;rt. Es ist ein bisschen so, wie jemandem in einer Bar zu sagen, dass dir sein Bier geh&ouml;rt, das er gerade gekauft hat, weil du es eben sagst. Nur weniger gef&auml;hrlich, weil es im All in der Regel niemanden gibt, der dich krankenhausreif schlagen kann.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Dennis M. Hope ist der Amerikaner, der genau das gemacht hat und jetzt Herrscher &uuml;ber Mond, Mars, Venus, Merkur und Io (einer der Jupitermonde) ist. Dennis war gerade zuf&auml;llig pleite, als er anfing, Planeten zu sammeln. Er &uuml;berlegte sich einen Weg, sein Hobby zu Geld zu machen: &Uuml;ber die UNO erhob er Anspruch auf die Himmelsk&ouml;rper, teilte sein au&szlig;erirdisches Land auf und verkaufte Teile davon. Es ist wahrscheinlich eins der besten Gesch&auml;ftsmodelle, von denen ich je geh&ouml;rt habe (abgesehen nat&uuml;rlich vom Schneeballsystem&mdash;beste Idee ever.). Das ist wohl auch der Grund, aus dem Dennis&#39; Weltallgrundst&uuml;ckspiel seit 1995 seine einzige Einkommensquelle ist.</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Mein Vater hat dieses Jahr zum Geburtstag einen Mondklumpen von Dennis&#39; Firma <a href="http://www.moonestates.com/" target="_blank">Moon Estates</a>&nbsp;bekommen, was mich an all die Momente erinnert hat, in denen ich von solchen Geschenken geh&ouml;rt habe und dachte: &bdquo;Das ist so d&auml;mlich, wie kann jemandem der Mond geh&ouml;ren?&ldquo; Also habe ich Dennis angerufen, um etwas gegen meinen Zynismus zu unternehmen.</span></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/81942e69986e598f9146280cfae7f017.jpg" style="width: 640px; height: 448px;" /><br />
	<em>Die Mond-Besitzurkunde des Vaters der Autorin</em></p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">VICE: Hallo, Dennis. Wie kam es dazu, dass du heute den Mond besitzt und Teile davon verkaufst?</span></strong><br />
	<strong>Dennis M. Hope:</strong> Ich habe 1980 damit angefangen, als ich gerade eine Scheidung hinter mir hatte. Ich hatte kein Geld und dachte, vielleicht k&ouml;nnte ich etwas verdienen, wenn ich Land bes&auml;&szlig;e. Dann schaute ich aus dem Fenster, sah den Mond und dachte: &bdquo;Hey, da ist doch eine Menge Land!&ldquo; Also bin ich zur Bibliothek gegangen und habe mir den Weltraumvertrag von 1968 angeschaut. Und da stand dann in Artikel 2: &bdquo;Der Weltraum einschlie&szlig;lich des Mondes und anderer Himmelsk&ouml;rper unterliegt keiner nationalen Aneignung.&ldquo; Das hei&szlig;t, das Land geh&ouml;rte niemandem.</p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Aber wie hast du es erworben?</span></strong><br />
	Ich stellte einfach einen Antrag auf Besitz des Mondes und der anderen acht Planeten und all ihrer Monde, schickte es an die Vereinten Nationen und schrieb dazu, dass ich vor hatte, das Land aufzuteilen und zu verkaufen. Ich habe ihnen gesagt, dass sie mir Bescheid geben sollen, wenn sie da ein rechtliches Problem sehen.</p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Haben sie sich daraufhin je gemeldet?</span></strong><br />
	Nein, sie haben nie geantwortet. Sie sollten sich sch&auml;men! Es gab nie jemanden, der mein Eigentumsrecht angefochten hat, auch keine Regierung, Punkt. Viele Leute haben mir gesagt, ich h&auml;tte kein Recht, das zu tun, aber das ist nur deren Meinung.</p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Wie viel Land hast du denn bisher verkauft?</span></strong><br />
	Na ja, ich habe 1995 angefangen, das Vollzeit zu machen, seitdem ist das mein einziger Job. Wir haben &uuml;ber 611 Millionen Acre Land auf dem Mond, 325 Millionen auf dem Mars und 125 Millionen auf Venus, Io (dem Jupitermond) und Merkur verkauft.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/e5f31646bc2fb51c7aeedef6e8008d4d.jpg" /><br />
	<em>Dennis mit einer Karte des Mondes, auf der die bereits verkauften Teile eingezeichnet sind</em></p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Wer kauft sowas?</span></strong><br />
	Jeder. Unser j&uuml;ngster Landbesitzer ist ein S&auml;ugling aus Deutschland und die &auml;lteste Person ist 97. Wir haben Politiker auf der ganzen Welt, denen Grundst&uuml;cke geh&ouml;ren, darunter drei ehemalige US-Pr&auml;sidenten&mdash;Jimmy Carter, Ronald Reagan und George W. Bush. Sie haben das nicht selbst gekauft&mdash;Carters und Reagans Berater haben es f&uuml;r sie gekauft und ein Kunde f&uuml;r Bush. Wir haben K&auml;ufer in 193 L&auml;ndern und sind bekannter als die <a href="http://www.iau.org/" target="_blank">International Astronomical Union</a><a href="http://www.iau.org/" target="_blank">.</a></p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Um ehrlich zu sein, wusste ich gar nicht, was das ist, bis ich es eben gegoogelt habe. Wie gro&szlig; ist denn eigentlich so ein Grundst&uuml;ck und wie viel kostet es? Ist es einigerma&szlig;en erschwinglich?</span></strong><br />
	Ich wei&szlig; nicht genau, f&uuml;r wie viel unser Ableger in Gro&szlig;britannien es verkauft, aber hier in den USA ist die kleinste Einheit, die man von uns kaufen kann, ein Acre, also ungef&auml;hr 4000 Quadratmeter. Das gr&ouml;&szlig;te St&uuml;ck Land, das wir verkaufen, hat bei uns &bdquo;Kontinentgr&ouml;&szlig;e&ldquo;, das sind 5.332.740 Acre und es kostet 13.331.000 Dollar. Von denen haben wir noch keine verkauft, aber wir haben viele 1.800 und 2.000 Acre gro&szlig;e St&uuml;cke verkauft. Ungef&auml;hr 1.800 gro&szlig;e Firmen auf der ganzen Welt, inklusive den Hilton- und Marriott-Hotelketten, haben schon f&uuml;r einen bestimmten Zweck Land von uns gekauft.</p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Leute kaufen also Land, weil sie etwas Bestimmtes damit machen wollen? Oder hat das etwas damit zu tun, dass es irgendwie neu und kurios ist?</span></strong><br />
	Na ja, wenn du mit &bdquo;neu und kurios&ldquo; etwas meinst, das einzigartig und originell ist, dann passt das genau. Ich habe eigentlich kein Problem damit, wenn Leute es kurios nennen. Wenn man sich unsere Aufzeichnungen anschaut, sieht man auch, dass rund 17 Prozent der Leute unser Produkt aus dem Grund kaufen. Aber 42 Prozent registrieren ihr Land auch unter dem Namen eines Fonds, was hei&szlig;t, dass sie das ernst nehmen. Und wir wissen nat&uuml;rlich auch, dass die gro&szlig;en Firmen mit einer bestimmten Intention kaufen.</p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Sind denn schon spezielle Projekte geplant?</span></strong><br />
	Noch nicht, denn es gibt noch keine erschwingliche M&ouml;glichkeit, hin und wieder zur&uuml;ck zu kommen.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/fe75645e3e61e66ef4354661b6fbc03d.jpg" style="width: 640px; height: 446px;" /><br />
	<em>Die Mondverfassung und der Brief, den du bekommst, wenn du Land auf dem Mond kaufst</em></p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Ah, na klar. Und wie werdet ihr diese Besitzrechte sichern?</span></strong><br />
	2001 habe ich 163.000 E-Mails von Leuten bekommen, die mich genau das gefragt haben. Unsere L&ouml;sung war es, eine demokratische Nation, die &bdquo;Galaktische Regierung&ldquo;, ins Leben zu rufen. Wir haben drei Jahre gebraucht, um die Verfassung zu schreiben und haben sie dann im M&auml;rz 2004 online gestellt. Damals hatten wir 3,7 Millionen Grundst&uuml;ckbesitzer und 173.562 haben es ratifiziert. Jetzt sind wir also eine verfassungsratifizierte, unabh&auml;ngige Nation. Momentan haben wir diplomatische Beziehungen zu 30 Regierungen auf diesem Planeten. Wir versuchen, so viele wie m&ouml;glich dazu zu bringen, uns anzuerkennen, weil wir dem Internationalen W&auml;hrungsfond beitreten wollen.</p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Ernsthaft?</span></strong><br />
	Ja. Wir sind zwar nicht auf der Erde, aber wir haben eine W&auml;hrung f&uuml;r unsere Regierung. Wir sind die einzige Regierung, deren W&auml;hrung an eine Ressource gekoppelt ist, n&auml;mlich Helium-3-Reserven von der Mondoberfl&auml;che. Wir haben aktuell Helium-3 im Wert von 6 Billiarden Dollar.</p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Das ist unnormal. Carlos Slim ist ja quasi nichts gegen euch. Wenn jemand auf dem Mond landen will oder irgendetwas anderes machen will, muss die Person dann um deine Erlaubnis bitten?</span></strong><br />
	Nein, denn in dem gleichen Vertrag, in dem ich das Besitzrecht auf dieses Land beanspruche, ist auch eine Klausel, in der es hei&szlig;t: &bdquo;Alle Nationen dieses Planeten haben das Recht auf Erforschung.&ldquo; Wir haben also kein Problem damit, wenn ein Land hochfliegt und forscht. Womit wir ein Problem haben, ist, wenn sie permanente Einrichtungen bauen, was sie nicht d&uuml;rfen, weil das Land ihnen nicht geh&ouml;rt.</p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Wenn wir in einem Jahrhundert Geb&auml;ude auf dem Mond bauen k&ouml;nnten, was w&uuml;rde passieren?</span></strong><br />
	2008 hat sich die Galaktische Regierung das erste Anti-Gravitationssystem patentieren lassen. Im Wesentlichen k&ouml;nnte dieses Schiff in 30 Minuten von der Erde zum Mond fliegen. Wir gehen davon aus, dass all unsere praktischen Probleme in den n&auml;chsten drei bis f&uuml;nf Jahren gel&ouml;st sein sollten. Wir hoffen also, 2020 auf dem Mond zu sein und die erste Stadt dort zu bauen.</p>
<p class="p1">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/44725ec37a2322867c12975c8e67f5f6.jpg" style="width: 640px; height: 398px;" /><br />
	<em>Die Flagge der Galaktischen Regierung</em></p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Wow. Wie wird diese Stadt aussehen?</span></strong><br />
	Wir stellen sie uns als eine geschlossene, vierseitige Pyramide vor, mit drei mal drei Kilometern als Basis und zweieinhalb Kilometer hoch. Innen w&auml;ren ungef&auml;hr sechs Milliarden Quadratmeter. Die ersten beiden Etagen w&auml;ren f&uuml;r Landwirtschaft und Nutztiere bestimmt. Die Landwirtschaft w&uuml;rde auch f&uuml;r den Sauerstoffnachschub im ganzen Geb&auml;ude sorgen, wir werden aber auch Sauerstoff-Luftw&auml;scher haben. Es wird komplett sicher sein und alles wird getestet, bevor jemand dort wohnen kann. Wir haben schon Personal, was sich damit f&uuml;r uns besch&auml;ftigt.</p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">W&uuml;rde das dann das Hauptquartier der Firma werden?</span></strong><br />
	Na ja, es k&ouml;nnen 70.000 Menschen dort wohnen, jede Regierung von diesem Planeten h&auml;tte eine Vertretung dort. Es wird Restaurants und Hotels und Theaterh&auml;user geben. All die Dinge, die du in normalen St&auml;dten hier findest, g&auml;be es auch in dieser Stadt auf dem Mond.</p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Das klingt nach einem ehrgeizigen Projekt. Hast du je irgendwelchen Widerstand erfahren, seit du angefangen hast, den Mond zu verkaufen?</span></strong><br />
	Es gab einige negative Reaktionen, sicher, aber gr&ouml;&szlig;tenteils haben die Leute positiv darauf reagiert. In den 32 Jahren, in denen ich das mache, haben mich sechs Leute um R&uuml;ckerstattung gebeten. Im Moment habe ich mehr als 6.011.000 Kunden, deswegen w&uuml;rde ich sagen, dass die meisten Leute sehr zufrieden sind mit dem, was wir machen. Schlie&szlig;lich h&auml;tte ich kein Unternehmen, wenn es keine Leute g&auml;be, die diese Grundst&uuml;cke kaufen wollen.</p>
<p class="p1">
	<strong><span class="s1">Damit hast du Recht, Dennis. Danke!</span></strong></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/die-welt-wie-felix-sie-sieht"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/die-welt-wie-felix-sie-sieht/9e003f4ec2287fd7dc90e4db55987230_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/die-welt-wie-felix-sie-sieht">Die Welt, wie Felix Baumgartner sie sieht</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Der menschliche Spuckeball aus dem Weltall, Felix Baumgartner ist nicht erst seit gestern dumm. Hier sind die Facebook-Beweisfotos.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/ich-hab-mir-pornoseiten-ins-gesicht-ttowiert-damit-meine-kindern-nicht-verhungern"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/ich-hab-mir-pornoseiten-ins-gesicht-ttowiert-damit-meine-kindern-nicht-verhungern/0b46e4d3cd5371b0341df60f53638707_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/ich-hab-mir-pornoseiten-ins-gesicht-ttowiert-damit-meine-kindern-nicht-verhungern">Ich hab mir Pornoseiten ins Gesicht t&auml;towiert, damit meine Kinder nicht verhungern</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Nennt uns pr&uuml;de, aber es war schon immer eine Grundregel von uns, uns keine Namen von Pornoseiten ins Gesicht t&auml;towieren zu lassen. </span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/dieser-typ-hat-einen-gigantischen-kredit-aufgenommen-um-das-finanzsystem-zu-zerstren"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/dieser-typ-hat-einen-gigantischen-kredit-aufgenommen-um-das-finanzsystem-zu-zerstren/c6bb0f180db5b382f0f318dc366fabfa_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/dieser-typ-hat-einen-gigantischen-kredit-aufgenommen-um-das-finanzsystem-zu-zerstren">Enric Duran will das Finanzsystem zerst&ouml;ren</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Und er hat nicht vor, die halbe Million zur&uuml;ckzuzahlen.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/184165</guid>
<author>Rachel Hardwick</author>
<category>stuff, Mond, Weltraum, Wem gehört der Mond?, Gute Geschäftsideen</category>
</item>
<item>
<title>War „Jurassic Park“ schon immer so scheiße und voller Fehler?</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/es-ist-so-viel-verkehrt-mit-jurassic-park</link>
<pubDate>Fri, 12 Apr 2013 11:06:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/c23494fd26400d73453ee516033cc28d.jpg" style="width: 640px; height: 482px; " /></p>
<p>
	<em>Image <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jurassic_Park_Entrance_Arch_at_the_Universal_Islands_of_Adventure.JPG" target="_blank">via</a></em></p>
<p>
	Ich hab mir gestern <em>Jurassic Park 3D</em> angeschaut. Ich bin froh, dass ich ihn in 3D auf einer gigantischen Leinwand gesehen hab, weil ich dadurch die Gelegenheit bekommen habe zu sehen, was f&uuml;r eine einzige gro&szlig;e Schei&szlig;e dieser Film ist.<br />
	<br />
	Vergiss die Tatsache, dass das alles aus <a href="http://motherboard.vice.com/blog/lets-talk-about-jurassic-park-for-a-second ">wissenschaftlich</a><a href="http://motherboard.vice.com/blog/lets-talk-about-jurassic-park-for-a-second ">er Sicht</a>&nbsp;nicht m&ouml;glich ist. Es ist ein Film. Das ist in Ordnung.<br />
	<br />
	Es passiert SO VIEL, was falsch ist oder keinen Sinn ergibt. Und ich meine nicht nur die Millarden kleinen Kontinuit&auml;tsfehler (Laura Derns unsichtbares Eis, der Rasierschaum, Timmys terraformiertes Steckdosenhaar), sondern wirklich, wirklich, gro&szlig;e Sachen, die schon beim ersten Mal dazu h&auml;tten f&uuml;hren sollen, dass er nicht auf die gro&szlig;e Leinwand kommt, geschweige denn 20 Jahre sp&auml;ter nochmal.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/a857eb555cb19b4b37f4ff611f067644.jpg" style="width: 640px; height: 343px; " /></p>
<p>
	Oh Scheeeei&szlig;e! Der T. Rex kommt durch den Zaun! Und die T&uuml;r des Kinderautos ist offen!</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/d5146493b5a0898a0f571f25726f7ffb.jpg" style="width: 640px; height: 347px; " /></p>
<p>
	Oh warte. Doch nicht. Falscher Alarm!</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/b8e98b5a0374887f480d4a51d89b046e.jpg" style="width: 640px; height: 347px; " /></p>
<p>
	Pass auf Alan! Der T. Rex, der vor zwei Minuten noch schwer genug war, um den Boden wortw&ouml;rtlich zum Beben zu bringen, hat es grade geschafft, sich von hinten an dich ran zu schleichen!</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/4d4cfb688be1d9f2377a3316387f40cc.jpg" style="width: 640px; height: 344px; " /></p>
<p>
	Oh oh! Der T. Rex schiebt das Auto auf Lex und Alan zu, sie sollten lieber durch das Loch im Zaun springen, dass der T. Rex gerade gemacht hat, wenn sie nicht zerdr&uuml;ckt werden wollen.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/3cb08c026441b2c131ac8504f19ad6ab.jpg" style="width: 640px; height: 348px; " /></p>
<p>
	Warte, was? Gab es grade eine tektonische Plattenverschiebung? Woher kommt pl&ouml;tzlich dieser 100 Meter tiefe Abgrund? K&ouml;nnen T. Rexe fliegen?</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/b615d4ffef0b2ccfb41ac31dee508a0c.jpg" style="width: 640px; height: 343px; " /></p>
<p>
	OK, du bist als in einem Baum, mit einem gef&auml;hrlich balancierten Auto ein paar Meter zu deiner Rechten. Ich nehme mal an, du hast drei Optionen: 1) Bleib genau da, wo du bist, lass das Auto runterfallen und &uuml;berlebe; 2) Beweg dich ein paar Meter vom Auto weg, nur um sicher zu gehen; 3) Begib dich direkt unter das Auto und versuche vertikal zu entkommen.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/a476124ff14d0da3374f3c3667485efd.jpg" style="width: 640px; height: 348px; " /></p>
<p>
	Super Plan.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/b0c8efdaaeb18b8ea69bb013b759549a.jpg" style="width: 640px; height: 350px; " /></p>
<p>
	Diese Sicherheitsvorrichtungen m&uuml;ssen wirklich stark sein, wenn man drei Leute braucht um sie zu entriegeln.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/9a9d2210cc092c2774033731244fed78.jpg" style="width: 640px; height: 346px; " /></p>
<p>
	Schei&szlig;e, aber nicht so stark wie Attenborough!</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/872578ee4a2b7e1bd41af9274d1b0b3f.jpg" style="width: 640px; height: 344px; " /></p>
<p>
	Wo wir gerade von St&auml;rke sprechen. Die Raptoren m&uuml;ssen ja echt stark sein, wenn sie es schaffen, diesen gigantischen Stahlbeh&auml;lter zur&uuml;ckzudr&uuml;cken, um an den Typen ran zu kommen ...</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/fd8a518393a8ad9772d9cff5c1cb9058.jpg" style="width: 640px; height: 347px; " /></p>
<p>
	Zum Gl&uuml;ck hatten unsere Leute aber Timmy dabei, einen Jungen, dessen St&auml;rke gr&ouml;&szlig;er als die Widerstandskraft eines Stahlcontainers ist, damit er diese Eisschrankt&uuml;r in der K&uuml;chenszene geschlossen halten kann.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/2189cabf3bb7685acbc3b8ce8768ed23.jpg" style="width: 640px; height: 345px; " /></p>
<p>
	Die Macher dieses Filmes hatten also die Technologie um eine Herde digitaler Gallimimi zu erschaffen, aber konnten nicht rausfinden, wie sie bei ihrer &bdquo;Security-Kamera-&Uuml;bertragung&ldquo; den Startknopf und den Fortschrittsbalken verstecken?</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/d881e82aca21cc8eaee7558834c77288.jpg" style="width: 640px; height: 344px; " /></p>
<p>
	Boah, &uuml;ber diesen Zaun zu klettern wird echt gef&auml;hrlich. Zu dumm, dass es keine L&ouml;cher gibt, die gro&szlig; genug sind, damit das Kind durchklettern kann.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/b48ca16204bc9ecccc50216e12bb46e0.jpg" style="width: 640px; height: 346px; " /></p>
<p>
	Auch bl&ouml;d, dass es m&ouml;glich ist, durch einen Stromschlag get&ouml;tet zu werden, auch wenn man nicht geerdet ist, sonst w&auml;re Timmy aus dieser Geschichte n&auml;mlich unversehrt herausgekommen.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/d7cc6018e7cf7589cb95c2def321badc.jpg" style="width: 640px; height: 347px; " /></p>
<p>
	Schei&szlig;e, Ellie kommt nicht an die Waffe ran!</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/35f201bef8d910f64e0e29ee754a04f6.jpg" style="width: 640px; height: 346px; " /></p>
<p>
	Wenn Timmy doch nur genau daneben stehen w&uuml;rde und sie ihr einfach zuwerfen k&ouml;nnte.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/693abae17c87fb1f880da3ad9caa88ff.jpg" style="width: 640px; height: 346px; " /></p>
<p>
	Oh nein! Der Raptor kommt durch die Decke um sich Lex zu schnappen!</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/70d158b031cd697d77b673d17495505c.jpg" style="width: 640px; height: 350px; " /></p>
<p>
	Pah! Er kann nicht mehr fliegen. Panik vorbei!</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/das-bescheuertste-museum-der-welt-steht-natrlich-in-den-usa"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/das-bescheuertste-museum-der-welt-steht-natrlich-in-den-usa/fa258c80146132862bf2e78819ae840b_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/das-bescheuertste-museum-der-welt-steht-natrlich-in-den-usa"> Kann es etwas Bescheuerteres geben als ein Museum f&uuml;r Kreationismus? </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">In diesem Museum wird einem erkl&auml;rt, dass Darwinismus an der Judenvernichtung schuld war und dass Schinken etwas mit der Existenz von Schwarzen zu tun hat. </span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/the-vice-guide-to-travel/last-dinosaur-of-the-congo"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/last-dinosaur-of-the-congo/b020964f12457d74187ec458ebb4a78c_thumb.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/the-vice-guide-to-travel/last-dinosaur-of-the-congo">Der letzte Dinosaurier des Kongos</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Eine Legende besagt, dass sich der letzte noch lebende Dinosaurier im kongolesischen Dschungel befindet.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/es-gibt-wirklich-dino-fetischisten"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/es-gibt-wirklich-dino-fetischisten/70a9c00f878c331367e957fa83d46020_vice_670.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/es-gibt-wirklich-dino-fetischisten"> Es gibt wirklich Dino-Fetischisten</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Dinosaurierliebe kann aber doch kein echter Fetisch sein. Es kann doch keiner so eine gest&ouml;rte Fantasie haben, dass ihm dazu einer abgeht?!</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/183967</guid>
<author>Jamie Lee Curtis Taete</author>
<category>stuff, Jurrasic Park, Dinosaurier, film, Steven Spielberg</category>
</item>
<item>
<title>Gebt uns Webbys oder den Tod!</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/gebt-uns-webbys-oder-den-tod</link>
<pubDate>Thu, 11 Apr 2013 09:40:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<div class="article_content">
	<p>
		<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/438436a28653ea46576132c2debe0e6c.jpg" style="width: 579px; height: 750px;" /></p>
	Wie jedes Jahr beginnt ungef&auml;hr jetzt mal wieder die Zeit, in der Websiten ihre Krawatten zurechtr&uuml;cken, die Brust raus strecken und ihre Kampagnen f&uuml;r einen der begehrten silbernen Metallspiralen, bekannt als Webby, zu launchen. Die Webby-Awards sind so mit die wichtigsten Auszeichnungen f&uuml;r alles, was irgendwie mit Video und Online zu tun hat. Du denkst vielleicht, dass wir hier bei VICE &uuml;ber der Kultur der selbstgef&auml;lligen Awardzeremonien stehen&mdash;nein, tun wir nicht. Jedes Jahr werfen wir unseren Hut in den Webby-Ring und dieses Jahr ist es nicht anders. Wenn du die letzten zw&ouml;lf Monate damit verbracht hast, <a href="http://www.vice.com/de/ground-zero">in Kriegsgebieten abzuh&auml;ngen</a>, diverse Orte <a href="http://www.vice.com/de/shorties/eine-pornomesse-auf-lsd-video">auf LSD </a>auszuchecken, in Virginia <a href="http://www.vice.com/de/motherboard/the-guy-who-hunts-space-bears-in-rural-virginia/">Weltraumb&auml;ren zu jagen</a> und Typen zu treffen, <a href="http://www.vice.com/de/Fringes/venom-superman">die sich Schlangengift spritzen</a>, dann m&ouml;chte man schon ganz gerne mal auf die Schulter geklopft bekommen.<br />
	<br />
	Diesmal sind wir f&uuml;r drei Webbys nominiert: Eddie Huang als &bdquo;Beste Internet-Pers&ouml;nlichkeit&ldquo; f&uuml;r seine Moderation von <a href="http://www.vice.com/de/fresh-off-the-boat/season-one-trailer">Fresh Off the Boat</a>, <a href="http://www.vice.com/de/vice-news">VICE News</a> f&uuml;r &bdquo;Beste News- und Politikserie&ldquo; und <a href="http://www.vice.com/de/vice-news/the-mexican-mormon-war-part-1">&bdquo;Der mexikanische Mormonen-Krieg&ldquo;</a> als &bdquo;Beste Einzelfolge&ldquo; in der Kategorie News und Politik.<br />
	<br />
	Deine Erfahrung aus den letzten Jahren hat dir wahrscheinlich gezeigt, dass beim Webby Voten ungef&auml;hr so einfach ist, wie mit einer Zahnb&uuml;rste ins Pentagon einzubrechen. Aber weil wir dich lieb haben, haben wir alles Schritt f&uuml;r Schritt f&uuml;r dich aufgeschrieben. Folge einfach den Anweisungen und die Metallspiralen werden uns geh&ouml;ren. Wenn du nett fragst, darfst du auch mal vorbeikommen und sie dir ansehen.<br />
	<br />
	1. <a href="http://pv.webbyawards.com/users/sign_up">Klick hier.</a><br />
	<br />
	2. Registriere dich mit deiner Emailadresse.<br />
	<br />
	3. Klick auf jeden der drei Links um direkt in die VICE-Kategorien zu kommen:<br />
	<br />
	- Online Film &amp; Video: <a href="http://pv.webbyawards.com/nominees/online-film-video/performance-craft/best-web-personalityhost">Best Web Personality/Host: Eddie Huang - Fresh Off the Boat with Eddie Huang</a><br />
	- Online Film &amp; Video: <a href="http://pv.webbyawards.com/nominees/online-film-video/general-film-categories/news-politics-series">News &amp; Politics: Series: VICE News</a><br />
	- Online Film &amp; Video: <a href="http://pv.webbyawards.com/nominees/online-film-video/general-film-categories/news-politics-individual-episode">News &amp; Politics: Individual Episode: &quot;The Mexican Mormon War&quot;</a><br />
	<br />
	4. Wenn du uns deine Stimme geben willst, klick auf uns und klick dann nochmal zur Best&auml;tigung. Wenn du Prozentzahlen siehst, hast du erfolgreich abgestimmt. Sch&ouml;n f&uuml;r dich. Und f&uuml;r uns.</div>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/183773</guid>
<author>VICE Staff</author>
<category>stuff, Webbys, Webby Awards, Auszeichnung, Internet, Preis, VICE News, Fresh Off the Boat, Eddie Huang, Mexican Mormon War</category>
</item>
<item>
<title>Rugby ist sowas von schwul</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/berlin-bruisers-rugby-ist-sowas-von-schwul</link>
<pubDate>Wed, 10 Apr 2013 10:13:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/7fb379895dc4bde38bf0067b03f1e237.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /></p>
<p>
	Als Schwuler kann ich mir kaum eine bessere Sonntagnachmittagsbesch&auml;ftigung vorstellen, als mich mit schwitzenden M&auml;nnern im Matsch zu w&auml;lzen. Dumm nur, dass trotz Outing von Starspieler <a href="http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/gareth-thomas-outing-eines-rugby-stars-12044667.html">Gareth Thomas</a> Rugby immer noch ein ziemlich homphober Sport ist, in dem Typen anfangen laut zu schreien und vom Platz laufen, sobald klar wird, dass einer ihrer Mitspieler schwul ist. Darauf hatten ein paar Jockstrap begeisterte Berliner keine Lust und gr&uuml;ndeten kurzerhand ihre eigene all-gay Rugbymannschaft. Im Mai haben die <a href="http://www.berlin-bruisers.com">Berlin Bruiser</a> einj&auml;hriges Jubil&auml;um, weshalb ich mir dachte, ich k&ouml;nnte mal bei ihrem Training mitmachen.<br />
	<br />
	Mitzumachen ist bei den BBs kein Problem, jeder ist willkommen, unabh&auml;ngig von der sexuellen Orientierung oder dem Grad der Gesichtsbehaarung (obwohl nat&uuml;rlich doch 95 Prozent der Spieler Schwule mit Bart sind). Die einzigen Vorraussetzungen sind Toleranz und eine gewisse Affinit&auml;t daf&uuml;r, sich von 100 Kilo Typen &uuml;ber den Haufen rennen zu lassen.<br />
	<br />
	Weil die Bruisers, aber nicht nur irgendein Rugbyteam sind, sondern per Definition eine fleischgewordene Fetisch-Fantasie, hat das Team nat&uuml;rlich erstmal seinen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=HjJy7I3GosI">eigenen Kalender</a> herausgegeben. In dem sie sich w&auml;lzen. Miteinander. Nackt. Im Matsch.<br />
	<br />
	Trotzdem soll bei den Bruisern der Sport im Vordergrund stehen und ihre Sonntagsnachmittagstreffen nicht zu Datingtreffen verkommen, bei denen sich frustrierte Homos versuchen einen muskelbepackten One-Night-Stand aufzureissen. &bdquo;Don&lsquo;t fuck a brother&ldquo; ist das Motto. Wer gegen die Regel verst&ouml;&szlig;t und Beziehungsprobleme mit anderen Spielern auf den Platz bringt, dem droht &ouml;ffentliche &Auml;chtung. Und jeder der sich in nem Schwulenclub schonmal &uuml;ber den hundertsten Lady Gaga Song aufgeregt hat, wei&szlig;, dass mit einem zickigen Mob Homosexueller nicht zu spa&szlig;en ist.<br />
	<br />
	Momentan trainieren, die Bruisers noch im Berliner Tiergarten hinter dem Homodenkmal, wo ich am Sonntag dann auch verkatert und in den sportlichsten Klamotten, die ich finden konnte, auftauchte.<br />
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/c4d0b37307ced1dbd1ef885ad2630d13.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /><br />
	Am Anfang jedes Trainings wird zur Teambildung und Moralst&auml;rkung ein sogenannter &bdquo;Fairy Ring&ldquo; geformt.<br />
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/9bade3e1cc39118be1a3b9f796b80bc2.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /><br />
	W&auml;hrend Christian mit &uuml;berragender Fingerarbeit die Ballpumpe bediente, erkl&auml;rte er mir, dass er 2000 mal die Mr. Leather Wahl gewonnen hat.<br />
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/ee648ef3d5fd7a5b50d3b05940d82d44.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /><br />
	Zun&auml;chst musste ich einmal die Basics lernen. Alexander hier bracht mir bei wie man den Ball oder wie es im Rugby hei&szlig;t, das Ei, richtig anpackt und wirft. Was er gesagt hat wei&szlig; ich nicht mehr. Ich kann mich nur noch an diese starken, gro&szlig;en H&auml;nde erinnern. Mhhhh...<br />
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/f495988a369ff4b0c040bbf2e85d0d78.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /><br />
	Mr Leather zeigte mir dann, wie man richtig tackelt. Dabei geht es wohl darum, immer &bdquo;cheek to cheek&ldquo; zu sein und seine &bdquo;hard parts&ldquo; in die &bdquo;soft parts&ldquo; des anderen zu rammen. Obwohl das anscheinend Standard Rugby Begriffe sind, behaupte ich immer noch, dass er mich eigentlich anmachen wollte.<br />
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/a0eacf355f9c31ee5871d836ca311e68.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /><br />
	Danach gings ans full-on tackeln. Weil ich mich benommen hab wie ein kleines M&auml;dchen und immer weggelaufen bin, sollte ich alle meine angestauten Aggressionen nutzen und den anderen zu Fall bringen, was dann bei mir eben so aussah.<br />
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/e4048f668bc506f06b08e4613802250f.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /><br />
	Bei den richtigen Spielern sah, dass dann tats&auml;chlich schon gef&auml;hrlicher aus. Der Typ in lila stellte sich mir als Beyonce vor und war einer der Top Spieler.<br />
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/90eceeab443467458c1f6259aeae1414.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /><br />
	Diese Formation wird der &bdquo;Ruck&ldquo; genannt, bei dem es darum geht den Ball irgendwie wegzubringen, oder zu sch&uuml;tzen oder so. Also tats&auml;chlich NICHT darum, den anderen Spielern auf den Arsch zu hauen.<br />
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/1dea06f010a4fcbb6e3271c6d1228530.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /><br />
	In der realen Situation sah das dann so aus&mdash;und ja. Das war wahrscheinlich der sch&ouml;nste Moment meines Lebens.<br />
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/a3911f0248951d0d1bd85b54f6aa7705.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /><br />
	Am Ende machten wir noch ein Gruppenbild, bei der ich eine typische Position, wie man sich in den Ruck wirft, einnehmen sollte. Ich hab mich mal auf den Boden gelegt und versucht l&auml;ssig dreinzugucken, was so m&auml;&szlig;ig funktioniert hat.<br />
	<br />
	Abgesehen vom Muskelkater meines Lebens und der Desillusionierung, dass schwules Rugby tats&auml;chlich etwas mit k&ouml;rperlicher Ert&uuml;chtigung zu tun hat und nicht nur, damit sich auf andere M&auml;nner zu werfen, bin ich eigentlich echt zufrieden mit meiner ersten Begegnung mit dem Sport. Und Christian, wenn du das hier lie&szlig;t: Ruf mich an!</p>
<p class="p1">
	<em>Fotos: Nikita Kakowsi</em></p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/forum-bodybuilder-schwul-homoerotik-homophonie"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/forum-bodybuilder-schwul-homoerotik-homophonie/f07bffe54c37e31cc3273972a0bb58e0_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/forum-bodybuilder-schwul-homoerotik-homophonie">Checkt es mal, ihr Bodybuilder seid total schwul! </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Ist es jetzt schwul einen Schal zu tragen? Und was ist mit einem kleinen Taschenspiegel in der Handtasche? Ganz normale Fragen, die sich Nicht-Schwule in der Umkleide vom Fitnessstudios stellen, w&auml;hrend sie sich gegenseitig die Leisten ein&ouml;len.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-the-vice-guide-to-being-gay-homosexualitaet-schwul"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/stuff-the-vice-guide-to-being-gay-homosexualitaet-schwul/4c8c2d15cf07339af653df9ef5b6fc6c_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-the-vice-guide-to-being-gay-homosexualitaet-schwul"> The VICE Guide to Being Gay </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Hier ist unser Ratgeber zum Schwulsein.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/gay-couples-vietnam-maika-elan-photography"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/gay-couples-vietnam-maika-elan-photography/1781d9320b635f731da1711a5f6df6da_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/gay-couples-vietnam-maika-elan-photography">Homosexuelle Liebespaare in Vietnam </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Maika Elan dachte, die Fotos der Paare w&auml;ren eine sch&ouml;ne Art, ihnen beim Outen zu helfen.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/183616</guid>
<author>Niklas Binder</author>
<category>stuff, Schwul, Homosexualität, gay, Sport, rugby</category>
</item>
<item>
<title>Die Welt, wie Felix Baumgartner sie sieht</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/die-welt-wie-felix-sie-sieht</link>
<pubDate>Wed, 10 Apr 2013 07:45:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/53d86f7b3cb83a4533e56e6d23a0fe0a.jpg" style="width: 640px; height: 570px;" /></p>
<p>
	Inzwischen hat wahrscheinlich die ganze Welt mitbekommen, dass Felix Baumgartner Ozzy Osbourne und Gene Simmons nicht auseinanderhalten kann. Zu seiner Verteidigung sollte man aber erw&auml;hnen, dass Felix Baumgartner seine Astronauten-Ausbildung nicht bei der NASA und generell nur die Baum(gartner)schule gemacht hat, weshalb es eigentlich niemanden wundern sollte, wenn er die Dinge durcheinander bringt. Au&szlig;erdem hat Baumgartner auch abseits seiner Karriere als menschlicher Spuckeball aus dem Weltall schon das eine oder andere Mal unter Beweis gestellt, dass er ein bisschen erkenntnisresistent ist und zum Beispiel auch <a href="http://www.kleinezeitung.at/sport/stratos/3152273/baumgartner-wuerden-gemaessigte-diktatur-brauchen.story">f&uuml;r eine gem&auml;&szlig;igte Wirtschaftsdiktatur</a> w&auml;re, was auch immer das bedeuten und wie auch immer das im Konkreten aussehen mag.</p>
<p>
	Bei meiner Facebook-Blitzrecherche habe ich nun aber auch weitere kleine Betr&uuml;gereien und Verwechslungen im Profil des profilierten Profit-Felix bemerkt, die den wachsamen Augen der Social Shitstorm-Elite bislang entgangen sein d&uuml;rften. Die gute journalistische Praxis gebietet, diese unkommentiert stehen und f&uuml;r sich selbst sprechen zu lassen.</p>
<p>
	Hier mit Mark Zuckerberg und auf der NYTimes:</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/f8cf94f95e3cd4fbd21c7a455b1e961b.jpg" style="width: 640px; height: 432px;" /></p>
<p>
	Hier mit Obama und auf dem Mars:</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/ed990745ade4d5f5f3382e7b4a0dfd9d.jpg" style="width: 640px; height: 448px;" /></p>
<p>
	Und hier mit der, die nicht genannt werden soll und Hillary Clinton:</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/fe8bcfca275c882adb80b0780cc9ca93.jpg" style="width: 640px; height: 449px;" /></p>
<p>
	Da Felix Baumgartner aktuell eine Zeitmaschine den Kilimanscharo hinauftr&auml;gt, war er f&uuml;r eine Stellungnahme leider nicht zu erreichen.</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/joe-kittinger-felix-baumgartner-stratosphaere-sprung"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/joe-kittinger-felix-baumgartner-stratosphaere-sprung/397daa93f12171834a87a0d610ec86b5_vice_670.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/joe-kittinger-felix-baumgartner-stratosphaere-sprung"> Joe Kittinger sprang zuerst! </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Ein Interview mit dem Idol und Mentor von Felix Baumgartner und dem Mann, den manche f&uuml;r den ersten Astronauten halten.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/rote-gleichstellungsprofilbild-auf-facebook-homoehe-schwule-lesben"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/rote-gleichstellungsprofilbild-auf-facebook-homoehe-schwule-lesben/6b8376b761f225a1d448a12b73e509d1_vice_670.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/rote-gleichstellungsprofilbild-auf-facebook-homoehe-schwule-lesben"> Euer rotes Gleichstellungsprofilbild bei Facebook ist sinnlos</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Euer rot-pinkes Profilbild bringt gar nichts. Bewegt lieber euren Arsch und tut wirklich etwas f&uuml;r die gleichgeschlechtliche Ehe.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/bang-with-friends-exposed-outet-deine-notgeilen-freunde-privatsphaere"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/bang-with-friends-exposed-outet-deine-notgeilen-freunde-privatsphaere/c8a7e41ab48360d5ab909ea9295ce59f_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/bang-with-friends-exposed-outet-deine-notgeilen-freunde-privatsphaere"> Bang With Friends Exposed outet deine notgeilen Freunde</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;"> Du dachtest wirklich, Bang With Friends w&auml;re absolut anonym und deine Privatsph&auml;re gesch&uuml;tzt? Ein simpler Link zeigt, wie naiv dieser Glaube war, und offenbart dir deine Freunde, die es wohl besonders n&ouml;tig haben. </span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/183597</guid>
<author>Markus Lust</author>
<category>stuff, Felix Baumgartner, strato, Facebook, baumgartnering</category>
</item>
<item>
<title>Eremit – Eine Erzählung über Zweifel, Tod und Obst </title>
<link>http://www.vice.com/de/read/eremit-eine-erzhlung-ber-zweifel-tod-und-obst-marijpol</link>
<pubDate>Wed, 10 Apr 2013 07:17:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<em>Eremit</em> ist <a href="http://www.marijpol.com/">Marijpols</a> zweites Buch und wir sind verliebt. Das sagen wir jetzt nicht, weil Marijpol <a href="http://www.vice.com/de/read/die-polizei-dein-feind-und-henker-0000066-v7n12">ab</a> und <a href="http://www.vice.com/de/read/der-junge-ganz-links-0000238-v8n6">zu</a> etwas f&uuml;r unser <a href="http://www.vice.com/de/read/kunstseminar-0000239-v8n6">Heft</a> illustriert, sondern weil sie wirklich verdammt gut ist. Das hat nichts damit zutun, dass wir heute morgen ein handsigniertes Exemplar in der Post gefunden haben, sondern damit, dass sie es wie keine andere versteht in die bipolaren Untiefen des menschlichen Geistes abzutauchen und sich danach mit einem Kaleidoskop gro&szlig;artiger Bilder wieder zur&uuml;ck an die Oberfl&auml;che zu k&auml;mpfen.<br />
	&nbsp;<br />
	<em>Eremit</em> ist eine Odyssee durch die zwei H&auml;lften unseres Verstands. Der namensgebende Einsiedler sieht sich auf einmal konfrontiert mit der Entscheidung zwischen Kopf und Bauch ... vielleicht weil es einfach nicht funktioniert sich auf Dauer zur&uuml;ckzuziehen und ganz entspannt ohne jegliche Interaktion mit seinen Mitmenschen alleine seinen Job im Bestattungsunternehmen nachzugehen. Schon mal dr&uuml;ber nachgedacht?<br />
	&nbsp;<br />
	Hier eine Preview. Und falls ihr morgen Abend in Hamburg seid, geht unbedingt zum Booklaunch:<br />
	&nbsp;<br />
	19 Uhr<br />
	<a href="http://www.strips-stories.de/index.php/category/veranstaltungen/">Strips &amp; Stories,</a> Seilerstr. 40<br />
	<br />
	Ansonsten, kauft euch verdammt noch mal das Buch! Wenn ihr auch nur einen Funken Geschmack besitzt, werdet ihr es nicht bereuen. Vertraut uns.<br />
	&nbsp;<br />
	<em>Eremit</em> ist gerade im avant-Verlag erschienen.</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/183490</guid>
<author>Barbara Dabrowska</author>
<category>stuff, </category>
</item>
<item>
<title>Shorties: Monster Trucks ... auf LSD!</title>
<link>http://www.vice.com/de/shorties/monster-trucks-on-acid</link>
<pubDate>Wed, 10 Apr 2013 07:09:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	Monster-Truck-Veranstaltungen sind &uuml;blicherweise die Dom&auml;ne der schlimmsten Hinterw&auml;ldler, die auf diesem Planeten leben. Als wir also h&ouml;rten, dass das Monster-Truck-Jam beinahe direkt vor der Haust&uuml;re unseres New Yorker B&uuml;ros stattfand, packten wir unseren Kumpel Dan, schoben ihm eine Ladung LSD in den Rachen und sahen uns mit ihm an, was diese Monster mit 2000 Pferdest&auml;rken unter der Haube anrichten k&ouml;nnen.</p>
<p>
	<em>HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Alles was hier gezeigt wird, wird dir wahrscheinlich nicht gut tun. Du solltet das also niemals selber probieren.</em></p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/183478</guid>
<author>Dan Meyer</author>
<category>stuff, acid, monster trucks, trucks, Drogen, Auf LSD, LSD</category>
</item>
<item>
<title>So flirtest du auf der Arbeit, ohne wie ein peinlicher Idiot zu wirken </title>
<link>http://www.vice.com/de/read/wie-du-auf-arbeit-flirtest-ohne-dich-zu-blamieren</link>
<pubDate>Tue, 09 Apr 2013 14:53:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/0f5b9faab1c15bae2f53a4ace2a2b528.jpg" style="width: 640px; height: 425px;" /><br />
	<em>Foto des <a href="http://www.vice.com/en_uk/read/fashion-copy-sluts-814-v16n4" target="_blank">Copy Sluts</a> shoot, by Maggie Lee</em></p>
<p>
	Dein erster Job in der echten Arbeitswelt war genial. Du hast all deinen Freunden erz&auml;hlt, wie die Routine dir endlich wieder das Gef&uuml;hl gab, eine normale Person zu sein, und wie dein Haus nicht mehr jeden Abend zur billigen Kneipe f&uuml;r irgendwelche armen Gestalten, die du an der Bushaltestelle aufgegabelt hattest, wurde. Aber ungef&auml;hr zum gleichen Zeitpunkt, an dem rausgefunden hast, dass nur Praktikanten sich ihr Mittagessen von zu Hause mitbringen, musstest du feststellen, dass der B&uuml;roalltag schei&szlig;e ist. Du hast keine wirkliche Herausforderung, trinkst mehr Kaffee als ein narkoleptischer Nachtw&auml;chter und hast die K&ouml;rperhaltung eines besoffenen Fischs. Jeden Tag sitzt du da und starrst auf dein fahles Spiegelbild im schwarzen Rahmen deines Bildschirms und w&uuml;nschst dir nichts sehnlicher, als von diesen furchtbaren Leuten weg zu kommen und wieder zur&uuml;ck in dein Bett zu kriechen.<br />
	<br />
	Immerhin, man kann nicht sein ganzes Arbeitsleben damit verbringen, seine Kollegen zu hassen. Irgendwann h&ouml;rst mit dem weinerlichen Gehabe und dem Nichtstun auf, gehst in die B&uuml;rok&uuml;che und&mdash;was ist das? Der hei&szlig;e Praktikant hat auch aufgeh&ouml;rt, so zu tun als w&uuml;rde er arbeiten und schl&uuml;rft seinen Latte mit vier Espresso-Shots verd&auml;chtig nah neben dir. Pl&ouml;tzlich sind 30 Minuten rum, du stehst neben dem M&uuml;lleimer voll mit Nespresso-Kapseln und Bananenschalen und bist in ein detailliertes Gespr&auml;ch &uuml;ber <em>Game of Thrones</em> verwickelt.<br />
	<br />
	Gro&szlig;raumb&uuml;ros haben diese taktischen Treffen sehr viel schwieriger gemacht, aber lass&#39; dir das kein Hindernis sein. An einem normalen Acht-Stunden-Tag muss man ungef&auml;hr vier Stunden lang wichtige Aufgaben erledigen. Den Rest der Zeit kannst du also getrost damit verbringen, dich um deine Arbeitsflirts, mit denen du nat&uuml;rlich niemals wirklich was anf&auml;ngst, zu k&uuml;mmern. Irgendwie muss man den Tag ja rumkriegen. Ich bin ziemlich gut im B&uuml;ro-Flirten und wurde nur ein paar mal von der Personalabteilung deswegen zur Seite genommen. Deshalb hier ein paar Tipps, damit du bald &bdquo;respektvolles (oder so was in der Art) Inter-B&uuml;ro-Flirten&ldquo; in deinen Lebenslauf schreiben kannst.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/b6117596c376a7e0665cdfc260306b2b.jpg" style="width: 640px; height: 316px;" /><br />
	<br />
	<strong>Flirte immer nach unten</strong><br />
	Suche dir jemanden aus, der auf der Sexappeal-Skala ein paar Punkte unter deinem normalen Typ ist. Wenn du im echten Leben nur was mit einer Zehn anfangen w&uuml;rdest, entscheide dich im B&uuml;ro lieber f&uuml;r die st&auml;ndig verkaterte Sieben aus der Vertriebsabteilung. Wenn du normalerweise auf Sechsen abf&auml;hrst, visiere die Akne verzierte Drei mit dem niedlichen Stirnrunzeln von den IT-Leuten an. Offensichtlich willst du mit der Person eh nichts anfangen und schon gar nicht deinen &bdquo;echten&ldquo; Freunden vorstellen, also ist es sowieso volkommen egal, wie sie aussehen. Es ist unwahrscheinlicher, in der heiklen B&uuml;rofickpartnerschaft zu enden, wenn du die Person nicht so hei&szlig; findest. Wenn du Freund/Freundin hast, erw&auml;hne sie, sobald das Gespr&auml;ch etwas zu schl&uuml;pfrig wird. Aber erw&auml;hne auch, dass du sie eigentlich nicht so gut findest, damit deine Beute interessiert bleibt und weiter seine Tage damit verbringt, dich anzuschmachten.</p>
<p>
	<strong>Dein Chef ist tabu</strong><br />
	Bitte versuche, deine Pheromone nur auf die Kollegen abzufeuern, die auf sich auf der gleichen Versklavungsebene wie du befinden. Ich wei&szlig;, es kann aufregend sein, ein bisschen mit dem Boss zu flirten. Aber das ist absolut keine gute Idee, vor allem weil sie entweder definitiv Sex mit dir haben wollen oder dich definitiv feuern werden. Menschen werden nur Vorgesetzte, um Leute wie dich entweder ficken oder feuern zu k&ouml;nnen. Lass dich nicht auch auf den Fleischhaufen werfen, man kann schnell vergessen, dass genau so viele <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ian_Beale">Ian Beales</a> Firmen f&uuml;hren wie Don Drapers.</p>
<p>
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/b60213831034a8309f19c4b1f0759730.jpg" style="width: 487px; height: 187px;" /></p>
<p>
	<strong>Zieh&#39; es niemals durch</strong><br />
	Flirten am Arbeitsplatz funktioniert am besten, wenn ihr beide in festen Beziehungen bleibt. So seid ihr sicher, dass sich alles im Anspielungshotel abspielt und ihr niemals auf die Was-um-Himmels-Willen-machen-wir-hier-Allee abbiegt. Wenn ihr im echten Leben nicht beide in ausgewogenen, gl&uuml;cklichen Beziehungen seid, werdet ihr definitiv innerhalb der n&auml;chsten 18 Monate deprimiert und betrunken in euren gegenseitigen Genitalzonen enden. Das wird nicht nur jeglichen Vibe zwischen euch killen, sondern auch noch im kompletten B&uuml;ro bekannt werden. Das Problem daran ist nicht so sehr, dass die Anderen Respekt vor deinen F&auml;higkeiten verlieren, sondern dass niemand in der Firma dich noch ficken will. Dann ist alles vorbei.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/ccab869f351abb4b6c4baa1abed42037.jpg" style="width: 640px; height: 370px;" /></p>
<p>
	<strong>Sag ihnen nicht, dass sie dein Unterbewusstsein infiltriert haben</strong><br />
	Der Sextraum mit deinem B&uuml;roflirt, diversen durchn&auml;ssten Handt&uuml;chern und, keine Ahnung, einem gro&szlig;en Haufen Heftklammern ist absolut niemals ein angemessenes Gespr&auml;chsthema. Zun&auml;chst einmal interessieren niemanden deine langweiligen Tr&auml;ume, die du dir entweder ausgedacht oder von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Twin_Peaks"><em>Twin Peaks</em></a> geklaut hast. Au&szlig;erdem gibt es keine Reaktion, die hier irgendwie zu deinem Vorteil sein k&ouml;nnte: Du kriegst entweder ein verlegenes Lachen zu h&ouml;ren und eine Abmahnung, bis du &bdquo;umgesetzt&ldquo; wirst (wahrscheinlich ins Lager, mit all den anderen Perversen) oder dein Flirt f&auml;ngt an, dich mit Sex-Nachrichten per Messenger zu bombardieren. Wenn man bedenkt, dass kein Ger&auml;t so gut zur Selbstsabotage geeignet ist, wie ein Smartphone, solltest du also entweder deine schmutzigen Gedanken f&uuml;r dich behalten oder dir ein Handy zulegen, auf dem du noch Snake spielen kannst.<br />
	<br />
	<strong>Beschr&auml;nke dich auf den Arbeitsplatz</strong><br />
	Wenn ihr euch auch au&szlig;erhalb der Arbeitszeiten schreibt, ist das nicht mehr Flirten am Arbeitsplatz, sondern normales Flirten und das ist nicht dasselbe. NEHMT EUCH ZUSAMMEN! Es gibt hier Firmenregeln, an die man sich zu halten hat, und was ihr beide macht, ist freie Mitarbeit. Im B&uuml;ro Flirten ist dein produktiver Arbeitstag beim Spiegel, au&szlig;erhalb Flirten ist wie Leserbriefseite f&uuml;r den Hustler machen.<br />
	<br />
	<strong>Prahle nicht</strong><br />
	Es ist absolut dein Recht, auf Arbeit aus Langeweile zu flirten, aber genauso ist es das Recht der Anderen, sich dar&uuml;ber das Maul zu zerrei&szlig;en. Du brauchst ein gewisses Level an Zur&uuml;ckhaltung, wenn du vermeiden willst, zum Hautgespr&auml;chsthema unter deinen Kollegen zu werden. Du glaubst es vielleicht nicht, aber &bdquo;Sie sind schon wieder zusammen Pho essen gegangen&ldquo; ist anekdotisches Ambrosia f&uuml;r Menschen, die sonst &uuml;ber Gedankenaustausche &agrave; la &bdquo;Ich sollte vielleicht mal eine Saftdi&auml;t machen&ldquo; und &bdquo;Wo ist nochmal der Steakladen in Kreuzberg?&ldquo; nicht hinauskommen. Keine Frage, belasst es beim firmeninternen Instant Messenger, auch wenn es Schade um das Fehlen anz&uuml;glicher Smileys ist. Du wirst mir danken, wenn dich dein echter Partner das n&auml;chste Mal von der Arbeit abholt und die Empfangsdame nicht aus Versehen rausrutschen l&auml;sst, dass sie dachte, du w&auml;rst mit dem Marketingpraktikanten zusammen, mit dem du jeden Tag essen gehst.</p>
<p>
	<strong>Geh&#39; nicht zur Weihnachtsfeier</strong><br />
	Ja, Weihnachtsfeiern sollen Spa&szlig; machen, aber nach zwei Aspirin und drei Pillen anderer Art wirst du h&ouml;chstwahrscheinlich etwas unendlich Peinliches machen. Zum Beispiel im Raucherbereich deinen Chef anfurzen oder deinem B&uuml;roschwarm sagen, dass du in Wahrheit niemand anderen willst. Sei kein Arschloch, sonst werden aus witzigen gifs und jpegs schell Hochzeitsfotos.<br />
	<br />
	Ich hoffe, das war euch eine Hilfe. Wenn nicht, hier ist die Kurzzusammenfassung: keine SMS, kein Anfassen und absolut kein Interagieren au&szlig;erhalb der Arbeitszeiten. Viel Gl&uuml;ck! (Auch dabei, den Job zu behalten.)</p>
<p>
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/kriegen-nette-jungs-wirklich-nie-eine-ab"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/kriegen-nette-jungs-wirklich-nie-eine-ab/b6f02d5062205b24c8345503671c658c_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/kriegen-nette-jungs-wirklich-nie-eine-ab">Als netter Typ ziehst du also immer die Arschkarte?</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Dieses Klischee h&auml;lt sich hartn&auml;ckig, ist aber absoluter Bullshit, denn keine Frau m&ouml;chte sich von einem notgeilen Arschloch emotional ausnutzen lassen.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/es-wird-zeit-der-oberschenkellucke-den-krieg-zu-erklaren-thigh-gap"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/es-wird-zeit-der-oberschenkellucke-den-krieg-zu-erklaren-thigh-gap/bcc6b53d6e7aedcbe180c949e75bc748_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/es-wird-zeit-der-oberschenkellucke-den-krieg-zu-erklaren-thigh-gap">Es wird Zeit, der Oberschenkell&uuml;cke den Krieg zu erkl&auml;ren </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Die Oberschenkell&uuml;cke ist wie das Dekollet&eacute; von Tumblr. Und sie ist schei&szlig;e.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/nsfw-so-schreibst-du-eine-sex-sms-ohne-wie-ein-peinlicher-idiot-zu-wirken"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/nsfw-so-schreibst-du-eine-sex-sms-ohne-wie-ein-peinlicher-idiot-zu-wirken/820464056f065c2badfa9ca524a2b47f_vice_670.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/nsfw-so-schreibst-du-eine-sex-sms-ohne-wie-ein-peinlicher-idiot-zu-wirken"> So schreibst du Sex-SMS, ohne wie ein peinlicher Idiot zu wirken</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Dein Telefon ist ein potentielles Sexspielzeug! Sexting (Texting und Sex, kapierst du?) solltest du im 21. Jahrhundert einfach drauf haben.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/183499</guid>
<author>Monica Heisey</author>
<category>stuff, sex, Arbeit, Flirten, Chef, Büro, Hass</category>
</item>
<item>
<title>In der Provinz raucht man jeden Scheiß—sogar Zierpflanzen</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/jugendliche-rauchen-jeden-scheiss-sogar-hortensien-zierpflanzen-drogen</link>
<pubDate>Tue, 09 Apr 2013 11:04:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<em>HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Alles was hier gezeigt wird, wird dir wahrscheinlich nicht gut tun. Genau genommen solltest du diese Sachen auf gar keinen Fall jemals ausprobieren. Andernfalls wirst du wom&ouml;glich dich selbst oder andere in Gefahr bringen&mdash;also lies es nur interessehalber und mach es verdammt nochmal nicht!</em></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/633b4340be4e2720e5cf1c92ab6c8051.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p>
	In der Zeitung habe ich erfahren, dass sich in Bayern in diesem April furchtbare Verbrechen abspielen: <a href="http://www.tz-online.de/aktuelles/bayern/kiffer-klauen-hortensien-trend-bayerischer-drogenszene-2830690.html">Entsetzte Kleing&auml;rtner</a> berichten, dass in N&uuml;rnberg hunderte Hortensienstr&auml;ucher &uuml;ber Nacht einfach abgeerntet wurden. Anscheinend haben die Bl&uuml;ten n&auml;mlich den gleichen Effekt wie ein Joint und so hat die Dorfjugend sich kurzerhand dazu entschieden, das Kraut zu rauchen, um sich in der l&auml;ndlichen Kleinstadtidylle abzuschiessen. Woher die Idee kostenlose und legale Drogen aus Omas Vorgarten zu rauchen kommt, wei&szlig; man nicht, aber Berichte von Hortensiendiebst&auml;hlen gibt es seit Jahren <a href="http://hanfverband.de/index.php/nachrichten/blog/1454-alle-jahre-wieder-weniger-hortensien">immer wieder</a>.<br />
	<br />
	Ich wollte mehr dar&uuml;ber erfahren und nat&uuml;rlich auch in den Genuss von Hortensienjoints kommen. Verschiedenen <a href="http://www.king3.de/forum/showthread.php?tid=46439">Foreneintr&auml;gen</a> nach, verursachen die Hortensien beim Rauchen ein Hochgef&uuml;hl &auml;hnlich wie das beim Kiffen. Das liegt aber anscheinend weniger an irgendwelchen canabinoiden Substanzen, als daran, dass sich beim Rauchen in den Pflanzen Blaus&auml;ure bildet. Das gleiche Zeug mit dem die Nazis damals in Ausschwitz ihre <a href="http://www.mydokus.de/die-erste-hinrichtung-mit-giftgas-zyklon-b-blausaure-dokumentation/">Gaskammern</a> gef&uuml;llt haben, also ein ziemlich &uuml;bler Stoff. In den Pflanzen ist die S&auml;ure anscheinend allerdings in weitaus geringeren Mengen konzentriert und somit eher bet&auml;ubend angenehm, als t&ouml;dlich.<br />
	<br />
	Anstatt zum Erstickungstod f&uuml;hren die Hortensien, also nur dazu, dass das Gehirn weniger Sauerstoff bekommt und man deswegen denkt high zu sein; so &auml;hnlich wie wenn du zum ersten Mal auf Lunge rauchst. Aber es wird wohl auch von Rauschzust&auml;nden und Halluzinationen berichtet. Allerdings auch davon, dass man sich eine Blaus&auml;urevergiftung zuziehen kann. Vielleicht ist das ganze also weniger ein Rauschzustand als vielmehr <a href="http://www.news.de/gesundheit/855144094/verbrannte-hortensien-setzen-blausaeure-frei/1/">eine Nahtoderfahrung</a>.<br />
	<br />
	Um herauszufinden wie gef&auml;hrlich die ganze Geschichte tats&auml;chlich ist, hab ich deswegen bei Drogenberatungen, Suchttelefonen, Apothekenverb&auml;nden, Forschungsinstituten, sogar bei der Drogenbeauftragen angerufen, aber von denen schien niemand von hortensienrauchenden Halbstarken geh&ouml;rt zu haben. Alleingelassen von Politik und Gesellschaft habe ich das gemacht, was jeder gelangweilte Mittzwanziger Freitagabend machen w&uuml;rde: Selber probieren.<br />
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/8b6272899e2f45fbd1c217b4b61f9180.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Der erste Schritt ist sich eine sch&ouml;n gro&szlig;e Hortensie organisieren, entweder im n&auml;chstgelegenen Schrebergarten oder beim Blumenladen um die Ecke&mdash;und dieser dann einen sch&ouml;nen B&uuml;schel Bl&uuml;ten oder Knospen abzus&auml;beln. Danach m&uuml;sste man das Zeug eigentlich irgendwie trocknen. Weil ich aber keine Lust hatte eine Woche zu warten, bis meine Heizung die Feuchtigkeit aus den Bl&auml;ttern gesaugt hatte, hab ich sie stattdessen einfach bei 80 Grad Umluft, 20 Minuten in den Ofen geschoben - das funktioniert wohl auch.<br />
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/542a22528f03f31c5015956e20dc848f.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Bis sie fertig waren, hab ich, um in die richtige Stimmung zu kommen, erstmal ein paar Bier getrunken, Bob Marley geh&ouml;rt und mit dem Fotografen Koran oder Nietzsche gespielt.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/a8970a17379619ba7b9bdefa69cd1bc3.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Die verschrumpelten Bl&uuml;tenteile hab ich dann zerbr&ouml;selt, was sogar schon ein bisschen so wie richtiges Gras aussah.<br />
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/b148d5a064344fbc56f69c7da84e0ad9.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Paper, Drehzeug, Filter ordentlich Bl&auml;tterbr&ouml;sel&mdash;Tadaa. Fertig ist der Hortensienjoint.<br />
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/4f485350b5b29f4509adece93f0c7fe5.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Der erste Selbstgedrehte war noch ganz in Ordnung. Auch wenn ich von dem versprochenen Hochgef&uuml;hl nicht so viel mitbekommen habe. Das ganze schmeckt haupts&auml;chlich nach alten Bl&auml;ttern und vergammeltem Lagerfeuer. In etwa so als w&uuml;rde man an einem verkokelten St&uuml;ck Holz lecken.<br />
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/e76226ae85031e708c89b06c2efd4bc2.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Auch nach dem zweiten Joint sp&uuml;rte ich immer noch nicht besonders viel. Au&szlig;er den sich verst&auml;rkenden Kopfschmerzen bekam ich den Drang den Brandgeschmack mit Bier wegzusp&uuml;len.<br />
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/92a3da71fafa95bca3f470dea1e3fe13.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Weil der dritte Joint langsam die Geschmacksnote ,kotzig im Aufsto&szlig;&lsquo; bekam, sich in meiner Wahrnehmung aber immer noch keinerlei halluzinogene Wirkung einstellte, entschied ich mich die restlichen Bl&uuml;ten mit hei&szlig;em Wasser aufzugie&szlig;en und ein Hortensiendampfbad zu inhalieren.<br />
	<br />
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/c322d24a1f955e8041236c1a1de6b5f6.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<br />
	Wie sich herausstellte war das eine schlechte Idee. Der hei&szlig;e Dampf und der Hortensiengeruch lie&szlig;en mich innerhalb von Minuten einschlafen und ich hatte ekelige Tr&auml;ume von meinem Vater. Na soviel zu der halluzinogenen Wirkung.<br />
	<br />
	Um high zu werden lohnt sich Hortensienrauchen also nicht besonders, es sei denn man steht auf Kopfschmerzen und Aschenbecher-Stimme. Hortensienstr&auml;ucher abzugrasen macht also irgendwie keinen Sinn, aber vielleicht ist das ganze ja eh nur ein gut geplanter &Uuml;bergriff <a href="http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Coesfeld/2011/03/Kreis-Coesfeld-Eichhoernchen-scharf-auf-Hortensien">der Nagerfraktion</a> gegen Kleinstadtg&auml;rtner.</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5" width="640">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-interviews-mit-leuten-die-gerade-dmt-geraucht-haben"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/stuff-interviews-mit-leuten-die-gerade-dmt-geraucht-haben/7d4694ff38293c13eaabd62616623517_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="545">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-interviews-mit-leuten-die-gerade-dmt-geraucht-haben">Interviews mit Leuten, die gerade DMT geraucht haben</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">DMT ist ein halluzinogenes Tryptamin-Alkaloid, welches in den Hautdr&uuml;sensekreten der Aga-Kr&ouml;te verkommt und das sich diese Leute gerade reingepfiffen haben.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-kann-ich-von-digitalen-drogen-high-werden"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/stuff-kann-ich-von-digitalen-drogen-high-werden/ca550a5209e819ee0b2ae3313882f00f_vice_670.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="545">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/stuff-kann-ich-von-digitalen-drogen-high-werden"> Kann ich von digitalen Drogen high werden? </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Von dem ganzen Geld h&auml;tten wir auch richtige Drogen kaufen k&ouml;nnen, aber wir dachten, wir probieren mal was Neues. T&ouml;ne und Kl&auml;nge, die dich high machen. </span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/welche-ist-die-coolste--droge"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/welche-ist-die-coolste--droge/c9e54d95b9e6951108ec890ceaaa4ed7_thumb.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="545">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/welche-ist-die-coolste--droge"> Welche ist die coolste Droge?</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Finde es heraus, damit Fremde denken, dass du cool bist. </span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/183460</guid>
<author>Niklas Binder</author>
<category>stuff, Hortenisen, Zierpflanzen, Drogen, High, schlechter Trip</category>
</item>
<item>
<title>Ich habe abgetrieben und bereue nichts</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/ich-habe-abgetrieben-und-bereue-nichts</link>
<pubDate>Tue, 09 Apr 2013 10:45:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/aeae5e2fd89bc8da87df35f2990959da.jpg" style="width: 640px; height: 504px;" /></p>
<p class="p1">
	1971 wurde das &bdquo;Manifest der 343&ldquo; in Frankreich ver&ouml;ffentlicht, als Abtreibungen noch illegal waren. 343 Frauen unterschrieben das Gest&auml;ndnis, dass sie eine Abtreibung hatten, und das zu einer Zeit, als es schon strafbar war, nur dar&uuml;ber zu reden. Mit auf der Listen waren die Schauspielerin Catherine Deneuve und die Autorinen Marguerite Duras, Francoise Sagan, Simone de Beauvoir und Jeanne Moreau. So ziemlich jede an Zigaretten saugende franz&ouml;sische Sexikone war dabei. Die Zeitungen nannten sie die &bdquo;343 Schlampen&ldquo;. 1974 wurden Abtreibungen dann legal in Frankreich. Dank den 343 Schlampen.</p>
<p class="p1">
	Aber &uuml;berlassen wir es nicht nur den Franz&ouml;sinnen, Abtreibung glamour&ouml;s zu machen.</p>
<p class="p1">
	Das Manifest inspirierte n&auml;mlich im gleichen Jahr die Aktion &bdquo;Wir haben abgetrieben!&ldquo; in Deutschland. Unter den insgesamt 374 Frauen, die im <em>Stern</em> ihre Abtreibung &ouml;ffentlich machten, waren unter anderem Senta Berger, Romy Schneider und Alice Schwarzer. Genau wie in Frankreich war sogar das &ouml;ffentliche Bekenntnis illegal. Und auch heute ist nicht alles eitel Sonnenschein mit der Rechtslage. Auch in Deutschland. Noch immer m&uuml;ssen Frauen viel zu viele <a href="http://www.vice.com/de/read/pro-life-kirche-lohmann-abtreibung-christen-fisten">Kriterien</a>&nbsp;erf&uuml;llen, um nicht f&uuml;r eine Abtreibung strafrechtlich verfolgt zu werden.</p>
<p class="p2">
	Heute sind Abtreibungen im Westen jedoch offiziell legal&mdash;sogar in den USA, in denen ich lebe. Aber kaum eine ber&uuml;hmte Frau w&uuml;rde hier zu Lande so ein Gest&auml;ndnis unterschreiben.</p>
<p class="p2">
	Wenn jemand das Recht einer Frau, sich f&uuml;r oder gegen das Kind zu entscheiden, unterst&uuml;tzt, werden meistens Sonderf&auml;lle hervorgehoben: Vergewaltigungsopfer, lebengef&auml;hrliche Schwangerschaften oder Teenager, die nicht wissen, wie man Babys macht. Diese Argumente lassen es manchmal so aussehen, als w&auml;ren Abtreibungen etwas, das nur &bdquo;anderen&ldquo; Frauen passiert. Frauen, die nicht wie wir sind. Was, trotz aller Aufkl&auml;rung, genau das war, was ich dachte, als ich mit 20 feststellte, dass ein Embryo in mir heranw&auml;chst.</p>
<p class="p1">
	Mit einem Mal war die Andere ich.</p>
<p class="p1">
	Es gibt so viele Gr&uuml;nde, aus denen Frauen abtreiben m&uuml;ssen. Diese Gr&uuml;nde haben oft etwas mit Geld zu tun. Manche Frauen, die sie sich lange ein Kind gew&uuml;nscht haben m&uuml;ssen aus Krankheitsgr&uuml;nden Schwangerschaften abbrechen. Abtreibungen bedeuten manchmal Trauma, manchmal Entt&auml;uschung, manchmal Erleichterung. Es gibt Millionen von Abtreibungsgeschichten, genauso wie es Millionen Geschichten von Ficken, Kinder kriegen und Krieg gibt. Keine davon sind representativ. Das hier ist meine.</p>
<p class="p2">
	F&uuml;r mich war es nie eine Frage<i> ob</i> ich abtreibe. Es war nur eine Frage, wie schnell es geht. Ich hatte noch nie m&uuml;tterliche Instinkte. Und ich war pleite. Meine gr&ouml;&szlig;te Errungenschaft war die Tatsache, dass ich nicht in einem Zimmer lebte, durch das jemand durch muss, wenn er aufs Klo will. Ich schlief auf einer Matratze auf dem Boden und arbeitete als Nacktmodell f&uuml;r Amateurfotografen&mdash;ein Job, von dem ich annahm, dass er mit meinem zerhackten K&ouml;rper in einem M&uuml;llcontainer enden w&uuml;rde. Ich war in einem Kunststudiengang immatrikuliert.</p>
<p class="p1">
	Ein Baby h&auml;tte das Ende von allem, was ich bis dahin erreicht hatte, bedeutet. Selbst schwanger zu sein hat, mich erkennen lassen, warum Frauen sich vor <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Roe_v._Wade">Roe v. Wade</a>&nbsp;Stricknadeln in den Geb&auml;rmutterhals stie&szlig;en. Abstrakte Argumente waren weit weg, als ich einmal pro Stunde &uuml;ber dem Klo hing, mich &uuml;bergeben musste und nur wieder so sein wollte, wie vorher.</p>
<p class="p1">
	Die Schwangerschaft f&uuml;hlte sich an wie eine Mischung aus Magen-Darm-Entz&uuml;ndung, klinischer Depression und einem nasses grauen Handtuch, das jemand um mein Gehirn gewickelt hatte. Wenn ich morgens mit Fieber auf dem Weg zur Uni auf dem kalten Bahnsteig stand, stellte ich mir vor, dass ich mich gleich auf die Gleise werfen w&uuml;rde.</p>
<p class="p1">
	So sehr ich Angst vor der OP hatte, war ich militante Bef&uuml;rworterin f&uuml;r das Recht auf Abtreibung. Und weil ich genau das dachte, tat ich so, als w&auml;re meine eigene Abtreibung, keine gro&szlig;e Sache.</p>
<p class="p1">
	Am Tag meiner Abtreibung posierte ich noch nackt f&uuml;r eine Pin-Up-Skateboard-Linie. Mit den anderen Models sa&szlig; ich in dem h&ouml;hlenartigen wei&szlig;en Studio und schob mir einen Minzkaugummi nach dem anderen rein. Zu dem Zeitpunkt war das das Einzige, was mich nicht zum Kotzen brachte. Stylisten bauschten meine Haare auf, malten meinen Mund an und bogen meinen R&uuml;cken in die schmerzhafte gew&ouml;lbte Position, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gil_Elvgren" target="_blank">Gil Elvgren</a>&nbsp;immer gezeichnet hat. Es war ein schwieriges Shooting, aber ich war &uuml;ber die rosarote K&uuml;nstlichkeit froh. Ich nahm mir vor, tough und gutgelaunt zu sein. R&uuml;cken gerade. Schultern zur&uuml;ck. Willenskraft &uuml;ber Biologie. Ich w&uuml;rde mich gegen meinen eigenen K&ouml;rper durchsetzen.</p>
<p class="p1">
	Vor dem Krankenhaus standen zwei alte M&auml;nner, die ein Schild mit einem verblassten, zerteilten F&ouml;tus darauf hochhielten. Ich konnte nicht sagen, was ramponierter war, die M&auml;nner oder das Schild. Sie waren zwei traurige Vertreter der Protestarmee gegen Abtreibung. Genussvoll streckten mein Freund und ich ihnen unsere Mittelfinger entgegen.</p>
<p class="p2">
	Alles, was mit dieser Klinik nicht stimmte, machte mich w&uuml;tend auf das Land, das sie in den Ausnahmezustand versetzte. Ich hatte mir fest vorgenommen, nett und freundlich zu sein. Die Leute am Empfang waren vielleicht schlecht gelaunt, als wir ihnen unsere 350 Dollar in die Hand gedr&uuml;ckt haben.</p>
<p class="p1">
	Mein Freund bezahlte und ging. Danach kamen sieben Stunden lang Bluttests und Ultraschalluntersuchungen. Und vor allem warten. Es sind keine Freunde oder Verwandten erlaubt, die dich begleiten. Du wartest allein auf deine Abtreibung.</p>
<p class="p1">
	Ungewollte Schwangerschaften sind Frausein von seiner schlimmsten und kuhartigsten Seite&mdash;die versteckte Zuchtstute in der Sexbombe. Du bist schon noch du selbst, voller Scharfsinn, Tr&auml;umen und Abenteuerlust. Aber die Biologie hat sich gegen dich verschworen, lockt dich in die Falle und macht dich krank. Individuen sind der Natur egal.</p>
<p class="p1">
	Nach sieben Stunden habe ich endlich mit einer Beraterin gesprochen. Sie musste sicher gehen, dass ich nicht wegen einem Mann, der mich missbraucht, abtreibe. W&auml;hrend sie die Fragen auf ihrer Checkliste abarbeitete, brach ich in Tr&auml;nen aus. Sie war die erste Person in dieser Klinik, die sich um mich gek&uuml;mmert hat.</p>
<p class="p1">
	Ich zog mich aus und schl&uuml;pfte in mein Papierkleid. Ziemlich bald nach meiner Abtreibung begann ich, mir Tattoos stechen zu lassen. Das war meine Art, meinen K&ouml;rper als meinen eigenen zu markieren. Selbst nackt, selbst krank, selbst wenn mich jemand erschie&szlig;en w&uuml;rde und zwischen einem Haufen anderer Leichen liegen lassen w&uuml;rde, mein K&ouml;rper w&auml;re nicht mehr anonym.</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Ich lasse meine Schuhe an!&ldquo;, sagte eine Frau auf der anderen Seite meiner Umkleidekabine.</p>
<p class="p1">
	&bdquo;Dann bekommen sie ihr Baby auf ihre Schuhe&ldquo;, antwortete die Schwester.</p>
<p class="p1">
	Ich legte mich auf den OP-Tisch, meine Beine in die Gyn&auml;kologensteigb&uuml;gel. Der Arzt fragte mich nach meinem Job. Es kam mir so trivial vor, dieses Gepl&auml;nkel, was mich irgendwie menschlicher machen sollte. Ich wei&szlig;, dass es die Patientinnen von den Schmerzen ablenken soll. Die Schwester h&ouml;rte nicht auf, mit einer Nadelspitze auf meine Handr&uuml;cken einzustechen. Ich zuckte weg. Sie machte mich an, ich solle still halten. Das ist das letzte, woran ich mich erinnere, bevor die Narkose wirkte. Sp&auml;ter habe ich den Moment mit halluzinatorischer Klarheit wieder und wieder vor meinem inneren Auge abgespielt. Ich hatte doch so unbedingt stark sein wollen.</p>
<p class="p1">
	Ich erinnere mich, wie ich von einer Krankenhaustrage runterkroch und und mich in einen Stuhl setzte, neben mir eine Frau, die langsam wieder wach wurde. Das Personal gab uns Aspirin und einen Keks. Die Frau fing an, zu reden. Sie war eine junge, h&uuml;bsche Mutter. Die V&auml;ter ihrer beiden Kinder waren im Knast. Der Mann, der sie mit ihrem gerade abgetriebenen Kind schw&auml;ngerte, wollte, dass sie es beh&auml;lt. Sie sagte mir, dass sie nicht mehr daran glaubte, dass M&auml;nner sich noch um ihre Kinder k&uuml;mmern. Sie hatte zwei Jobs und wollte eine gute Mutter f&uuml;r ihre beiden Kinder sein.</p>
<p class="p2">
	Dieses Gef&uuml;hl, das wir beide hatten, als wir da sa&szlig;en und an unseren Keksen knabberten, w&uuml;rde ich sp&auml;ter wieder erkennen. Es ist das gleiche Gef&uuml;hl, wie wenn man mit anderen Demonstanten in einer Gef&auml;ngniszelle sitzt. Ein Gef&uuml;hl der Solidarit&auml;t.</p>
<p class="p2">
	Mein Freund holte mich ab und brachte mich nach Hause. Mein bester Freund kaufte mir Blumen.</p>
<p class="p1">
	Das graue Schwangerschaftshandtuch war weg. Die fl&uuml;chtenden Hormone, kombiniert mit der Narkose, waren wie ein Schlag in die Magengegend. In dieser Nacht hatte ich Halluzinationen von der br&uuml;llenden Schwester. OPs haben ihren eigenen Horror. Du bist ein Individuum. Sie machen dich zu Fleisch.</p>
<p class="p1">
	Ich war zu traumatisiert, um zu meiner Nachbehandlung zu gehen. Ich h&auml;tte hingehen sollen. Ich verbrachte den Gro&szlig;teil des folgenden Monats mit Fieber im Bett. Es war Winter. Die alten M&auml;nner, die Anatomiekurse gaben, hatten kein Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, dass ich aus Krankheitsgr&uuml;nden nicht zur Uni kam. Ich h&ouml;rte auch auf zu studieren. Es war die richtige Entscheidung, aber Krankheit war der Grund.</p>
<p class="p1">
	Zwischen Modelauftr&auml;gen lag ich tagelang im Bett, Berge ungewaschener W&auml;sche auf dem Boden neben mir. Brav habe ich weiter Kunst produziert. &bdquo;Arbeite, wenn auch talentfrei&ldquo;, sagte ich mir immer wieder, um weiter zu zeichnen, zu l&auml;cheln, meine Beine zu bewegen und mich zum n&auml;chsten Job tragen lassen.</p>
<p class="p1">
	Ich fing an, zwanghaft nach Abtreibungsberichten im Internet zu suchen. Frauen, denen es nichts bedeutet hatte. Frauen, denen es alles bedeutet hatte. Am meisten Frauen, die es nicht bereuten. F&uuml;r das rechte Lager hie&szlig; Genesung immer, dass man Reue zeigte. F&uuml;r die Linken solltest du gar nicht heilen m&uuml;ssen. Bei Abtreibungen war es anders als bei Fehlgeburten. Bei Frauen mit Fehlgeburten war das tragisch. Wir waren schlechte Menschen. Wenn du eine Abtreibung hattest, schleppst du dich am n&auml;chsten Morgen zur Arbeit. Niemand schuldet dir Mitleid. Sei doch froh, dass du &uuml;berhaupt eine Abtreibung bekommen konntest.</p>
<p class="p1">
	In der Regel ist der Besuch in der Abtreibungsklinik der einzige Moment, in dem M&auml;dchen aus b&uuml;rgerlichen Verh&auml;ltnissen einmal mit der schroffen, schmerzvollen Realit&auml;t der amerikanischen Unterklasse in Ber&uuml;hrung kommen. Die, die Geld haben, gehen zu Privatkliniken. Dort ist es viel pers&ouml;nlicher und weniger &ouml;ffentlich. Ordentliche Schmerzmittel, keine Demonstranten in der N&auml;he und daneben dein Mann, der dir die Hand h&auml;lt.</p>
<p class="p1">
	Meine Abtreibung war der Moment, in dem meine politischen Einstellungen pl&ouml;tzlich mich selbst betrafen. Nat&uuml;rlich kann man zu einer Demo gegen den Irakkrieg gehen. Aber es geht sehr viel tiefer, wenn du wei&szlig;t, dass alte, vermoderte Politiker dich dazu zwingen k&ouml;nnen, ein Kind zu geb&auml;ren. Dass sie dich, dich als Person, vor 50 Jahren noch einen schmerzhaften Tod h&auml;tten sterben lassen.</p>
<p class="p1">
	F&uuml;r Frauen ist die M&ouml;glichkeit, abtreiben zu lassen, genauso wichtig wie das Wahlrecht. Es schafft die Basis daf&uuml;r, dass fruchtbare Frauen ein gleichberechtigtes Leben f&uuml;hren k&ouml;nnen.</p>
<p class="p1">
	Was mich aus der Depression herausgeholt hat, war, dass ich nicht die Klappe gehalten habe. Ich redete mit meinen Freundinnen &uuml;ber meine Abtreibung. Mit Bekanntschaften. Oft mit einer Schonungslosigkeit, die vielen wahrscheinlich ziemlich unangenehm und l&auml;stig war. Dabei fand ich heraus, dass fast jede Frau, mit der ich sprach, auch schon eine hatte. Hinter unseren sch&ouml;nen Gesichtern, guten Noten und tollen Job, teilten wir den gleichen Schmerz und die Erinnerung.</p>
<p class="p1">
	Ich habe noch nie in der &Ouml;ffentlichkeit &uuml;ber meine Abtreibung gesprochen. Es ist Angst einfl&ouml;&szlig;end. Man erwartet Todesdrohungen, oder dass jemand einen &bdquo;Baby-Killer&ldquo; nennt. Unsere Gesellschaft bringt uns bei, stilvoll zu sein, das Private zu verstecken und so zu tun, als w&auml;re man nur f&uuml;r Andere politisch aktiv.</p>
<p class="p1">
	Erz&auml;hle niemals deine eigene Geschichte, nie.</p>
<p class="p1">
	Dabei geh&ouml;rt unser Schweigen auch zu den Gr&uuml;nden, dass Abtreibung oft eine politische Zielscheibe ist, gerade in den USA. Geschichten retten Leben.</p>
<p class="p1">
	Ich hatte eine Abtreibung. Ich bereue es nicht. Ich habe keine Angst.</p>
<p class="p1">
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/alps/read/nsfw-so-sieht-eine-abtreibung-aus"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/nsfw-so-sieht-eine-abtreibung-aus/1a3ec4b75bf6963a400d626012b384c7_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/alps/read/nsfw-so-sieht-eine-abtreibung-aus">So sieht eine Abtreibung aus </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Die Frau, die heimlich Fotos ihrer Abtreibung gemacht hat, sprach mit uns dar&uuml;ber, wie es ist, f&uuml;r etwas ber&uuml;hmt zu sein, das sonst ein Tabu ist.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/pro-life-kirche-lohmann-abtreibung-christen-fisten"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/pro-life-kirche-lohmann-abtreibung-christen-fisten/c902b34fb02304559c8af65d1bab2f75_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/pro-life-kirche-lohmann-abtreibung-christen-fisten">Unsere Antwort auf Lohmanns Abtreibungsbashing? Christen fisten! </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Eigentlich sollte es selbstverst&auml;ndlich sein, dass ein jeder Mensch &uuml;ber seinen eigenen K&ouml;rper frei entscheiden darf, und so albern das Pfaffengeschwafel von Lohmann auch wirken mag, so ernst ist die Lage in Deutschland nach wie vor.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/justin-biebers-mutter-macht-mir-angst"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/justin-biebers-mutter-macht-mir-angst/638062256756ff3746fe094223bed452_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/justin-biebers-mutter-macht-mir-angst">Justin Biebers Mutter macht mir Angst </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Pattie ist die Mutti von Justin Bieber. Ihr Kurzfilm hei&szlig;t Crescendo&nbsp;und wird von sage und schreibe ZWEI amerikanischen Antiabtreibungsorganisationen empfohlen. Aber diese Zahl wird ganz sicher wachsen, wenn Mama Bieber mit ihrem Big-Budget-Werbefilm gegen Abtreibungen ernst macht, und der Film tats&auml;chlich die angepeilten 10 Millionen Dollar f&uuml;r die &bdquo;Schwangerschafts-Krisen-Zentren&rdquo;&nbsp;einspielt.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/183461</guid>
<author>Molly Crabapple</author>
<category>stuff, Abtreibung, Kinder-kriegen, Babys, Kinder, Krankenhaus</category>
</item>
<item>
<title>Ich verdiene Geld damit, mir radioaktive Substanzen spritzen zu lassen</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/ich-lasse-mir-radioaktivitat-spritzen</link>
<pubDate>Mon, 08 Apr 2013 14:52:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/8f58659c75c2fc5c877cd25e5a8b4a82.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /></p>
<p class="p1">
	Ich bin besser als du. Also eigentlich nicht, aber ich verhalte mich ganz sicher so. Und mein Besser-als-du-Sein hat einen einzigen Grund: Ich brauche keinen Job. Ich nutze so ziemlich jede Ausrede, die ich finden kann, um mein Verhalten zu entschuldigen&mdash;dass mein Soziologie-Abschluss von der No-Name-Uni wertlos ist, dass meine diversen F&auml;higkeiten und mein scharfer Gesch&auml;ftssinn einfach nicht vom Arbeitsmarkt gesch&auml;tzt werden, dass ich unf&auml;hig bin, den Smalltalk mit Sandra aus der Buchhaltung durchzustehen. Wenn man es subsumiert, bin ich allerdings einfach nur faul. Zu faul um mich aus dem Bett zu qu&auml;len und die E-Mails von eben erw&auml;hnter Sandra aus der Buchhaltung zu beantworten (Himmel, braucht die viel Zuwendung!). Zu faul um mich ins Auto zu setzen und an irgendeinen Ort zu fahren, der kein Fast-Food-Restaurant ist. Mann, ich bin sogar zu faul, mir ein LinkedIn-Profil anzulegen. (Obwohl, was w&uuml;rde ich dort schon schreiben wollen? Megan Beth Koester: Arbeitet bei Gar Nicht.</p>
<p class="p1">
	Ich war noch nie ein gro&szlig;er Fan von harter Arbeit, weil ich mich nicht abschuften muss, um meinen Charakter zu bilden. Ich hab schon so genug Charakter. Aus diesem Grund habe ich den Gro&szlig;teil meines jungen Erwachsenendaseins damit verbracht, jegliche Erwerbst&auml;tigkeit zu vermeiden. Seit &uuml;ber einem Jahrzehnt betr&uuml;ge ich L&auml;den mit R&uuml;ckgabepolitik, um meine Rechnungen zu bezahlen, anstatt meinen Hintern hochzukriegen und selbst f&uuml;r meinen Unterhalt aufzukommen. Die st&auml;ndige Gefahr, eingebuchtet zu werden, hat meinen Karriereaussichten in dieser Branche allerdings einen kleinen D&auml;mpfer verpasst.</p>
<p class="p1">
	Meine aktuellen Methoden, Geld zu verdienen, sind sehr viel abwechslungsreicher (und in der Regel sehr viel weniger illegal) als das bisschen Ladenbetrug. Ich schneide schwule Daddy-Filmchen (was genauso niederschmetternd ist, wie man es sich vorstellt), l&uuml;ge mich in die richtigen Marktforschungsgruppen und schreibe Blogeintr&auml;ge f&uuml;r Kinder, die sich mit Gewaltandrohungen in der Kommentarleiste bedanken. Ich gehe also quasi anschaffen.</p>
<p class="p1">
	Meine Haupteinnahmequelle ist jedoch mein Job als Laborratte, also als jemand, der sich konstant im Namen der Wissenschaft entw&uuml;rdigen l&auml;sst. Nicht gerade glamour&ouml;s, und au&szlig;erdem wirkt es wahre Wunder f&uuml;r mein fehlendes Selbstwertgef&uuml;hl. Mir wurde eine Kamera in den Arsch gesteckt, ich musste ekelhaften Wei&szlig;wein auf Zimmertemperatur trinken, w&auml;hrend ein paar Studenten mir kichernd zusahen, und meine besch&auml;menden Mathekenntnisse einem Flip-Flops tragenden Typen mit Titten demonstrieren&mdash;alles f&uuml;r die Wissenschaft und nat&uuml;rlich, um ein paar Kr&ouml;ten abzugreifen.</p>
<p class="p1">
	Das Schlimmste, was ich je gemacht habe&mdash;und was ich, trotz leidenschaftlichem Flehen meiner Freunde und der Tatsache, dass ich es eigentlich besser wei&szlig;, wieder machen w&uuml;rde&mdash;, war, mir radioaktive Strahlung spritzen zu lassen, sodass die Nikotinrezeptoren in meinem Gehirn aufleuchten konnten. Ich habe das schon dreimal gemacht. Offensichtlich bin ich ein Nimmersatt, wenn es um Bestrafung und Entw&uuml;rdigung geht.</p>
<p class="p1">
	<strong>Experiment Eins</strong></p>
<p class="p1">
	Ich sa&szlig; in einem heruntergekommenen Auto, zwei Schl&auml;uche in meinem Arm, daneben ein Typ mittleren Alters, der ketterauchend KROQ h&ouml;rte und dar&uuml;ber redete, wie &bdquo;entspannt&ldquo; Hawaii ist, weil man da so einfach Gras besorgen kann. Dann bekam ich ein radioaktives Kontrollmittel injiziert und wurde f&uuml;r zwei Stunden in einen PET-Scanner geschoben.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/4b20a992f5aead58f140402944f64f8a.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /></p>
<p class="p1">
	<strong>Experiment Zwei</strong></p>
<p class="p1">
	Ich stand auf einer Laderampe, zwei Schl&auml;uche im Arm (Merkt ihr was?), versuchte, irgendwie wach zu bleiben und h&ouml;rte kettenrauchend &bdquo;Hotel California&ldquo; (was die Arbeiter freundlicherweise durch die Boxen dr&ouml;hnen lie&szlig;en, wahrscheinlich, um mir zu sagen, dass ich in diesen Albtraum eingecheckt hatte und nie wieder herauskommen w&uuml;rde). Dann bekam ich ein radioaktives Kontrollmittel injiziert und wurde f&uuml;r zwei Stunden in einen PET-Scanner geschoben. Eine wohlmeinende Schwester, mit der allerdings keine Kommunikation m&ouml;glich war, hatte die Aufgabe, mir alle 20 Minuten Blut abzunehmen&mdash;ungef&auml;hr bei Minute 40 verweigerten meine Adern jedoch jegliche Kooperation. Mit eisernem Willen stocherte sie gef&uuml;hlte Stunden in meinem Arm herum, w&auml;hrend ich bewegungslos im Scanner lag (Mein Kopf war f&uuml;r den Gehirnscan festgeschnallt.). Irgendwann stie&szlig; sie auf Gold. Blut schoss aus meinem Arm und durchn&auml;sste mein T-Shirt. Sie sagte mir, ich solle Wasserstoffperoxid auf den Fleck machen, wenn ich zu Hause bin. Habe ich gemacht. Ging alles raus.</p>
<p class="p1">
	<strong>Experiment Drei</strong></p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/d3b22855de3613e771499d60b88e15aa.jpg" style="width: 640px; height: 480px;" /></p>
<p class="p1">
	Experiment Drei war ziemlich genauso wie Experiment Zwei, mit der Zugabe eines w&uuml;tenden Veteranen aus dem Korea-Krieg, der keine Freunde hatte. Charles hatte kein Vertrauen in das Internet, weil es ein gesetzfreier Raum ist, in dem dich jeder mit Spam reinlegen will. Nach ein paar Wochen Therapie bekam ich ein radioaktives Kontrollmittel injiziert und wurde f&uuml;r zwei Stunden in einen PET-Scanner geschoben. Wieder wurde mein T-Shirt mit Blut durchtr&auml;nkt. Gl&uuml;cklicherweise hatte ich noch Wasserstoffperoxid zu Hause.</p>
<p class="p1">
	In allen Szenarien durfte ich mehrere Wochen vor dem Experiment nicht rauchen. Wer mich kennt, wei&szlig;, dass Rauchen eine meiner gro&szlig;en Leidenschaften ist. Um mich vom Rauchen abzuhalten, braucht es schon g&ouml;ttliche Intervention. Aber Geld ist mein Gott. Geld kann, hat und wird mich immer zu so ziemlich allem bringen. Ja, ich wei&szlig;, was du denkst. Wenn diese Kuh so verliebt in Geld ist, warum legt sie sich keinen ordentlichen Job zu und h&ouml;rt auf, ihren K&ouml;rper wie eine Kernkraftanlage zu behandeln? Sehr gute Frage. Bereit f&uuml;r die Antwort?</p>
<p class="p1">
	Ich habe keine Ahnung. Das ist die Antwort. Vielleicht mache ich es f&uuml;r interessante Party-Anekdoten. Vielleicht, weil mir meine Gesundheit schei&szlig;egal ist. Vielleicht, weil ich glaube, dass ich Bestrafung verdiene. Vielleicht, weil ich vor anderen tough wirken will, in der Hoffnung, dass sie mich dann respektieren. Ich habe keine Ahnung. Wirklich nicht. Ich wei&szlig; nur, dass ich demn&auml;chst nicht damit aufh&ouml;ren werde. Und in einer Maschine zu liegen, w&auml;hrend einem Blut vom Arm tropft, ist das absolute Gegenteil von Arbeit. Es ist irgendwas, aber ganz bestimmt nicht Arbeit.</p>
<p class="p1">
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/ich-hab-mir-pornoseiten-ins-gesicht-ttowiert-damit-meine-kindern-nicht-verhungern"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/ich-hab-mir-pornoseiten-ins-gesicht-ttowiert-damit-meine-kindern-nicht-verhungern/0b46e4d3cd5371b0341df60f53638707_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/ich-hab-mir-pornoseiten-ins-gesicht-ttowiert-damit-meine-kindern-nicht-verhungern"> Ich hab mir Pornoseiten ins Gesicht t&auml;towiert, damit meine Kinder nicht verhungern</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Nennt uns pr&uuml;de, aber es war schon immer eine Grundregel von uns, uns keine Namen von Pornoseiten ins Gesicht t&auml;towieren zu lassen.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/wie-man-sehr-viele-drogen-verkauft"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/wie-man-sehr-viele-drogen-verkauft/66b5aba033599e6ebb8aebf0bf144f38_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/wie-man-sehr-viele-drogen-verkauft">Wie man sehr, sehr viele Drogen vertickt</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Habt ihr euch jemals gefragt, wie man Drogen im Wert von 100.000 Dollar in einer Woche vertickt? Wir haben einen New Yorker Dealer mit der Kamera begleitet und uns von ihm seine Geheimnisse verraten lassen.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/nsfw-das-webcamgirl-ohne-vagina"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/nsfw-leere-hinter-der-sex-cam/8e65b42a63c5d388ddb7cf56884c22ad_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/nsfw-das-webcamgirl-ohne-vagina">Die seltsam aufmunternde Geschichte vom Cam-Girl ohne Vagina</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Du musst viel durchgemacht haben, wenn du behauptest, die Pornobranche h&auml;tte dein Leben gerettet.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/183339</guid>
<author>Megan Koester</author>
<category>stuff, Experimente, geld, Geld verdienen, prostitution</category>
</item>
<item>
<title>Iron Lady</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/iron-lady-v15n5</link>
<pubDate>Mon, 08 Apr 2013 12:00:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<style media="all" type="text/css">
<!--{cke_protected}{C}%3C!%2D%2D%0A.dsR1%20%2F*agl%20rulekind%3A%20base%3B*%2F%20%7B%20width%3A%20100px%20!important%3B%20height%3A%20132.03px%3B%20%7D%0A%2D%2D%3E--></style>
<title></title>
<div align="left">
	<img alt="" border="0" height="938" src="http://scs.viceland.com/int/v15n5/htdocs/iron-lady/1_large.gif" width="670" /><br />
	<b><font size="4">JIRO BEVIS</font></b>
	<p>
		<br />
		<br />
		<img alt="" border="0" height="931" src="http://scs.viceland.com/int/v15n5/htdocs/iron-lady/2_large.gif" width="670" /></p>
	<b><font size="4">ROSE BLAKE</font></b>
	<p>
		<br />
		<br />
		<img alt="" border="0" height="500" src="http://scs.viceland.com/int/v15n5/htdocs/iron-lady/3_large.gif" width="670" /></p>
	<b><font size="4">JO SINCLAIR</font></b>
	<p>
		<br />
		<br />
		<img alt="" border="0" height="917" src="http://scs.viceland.com/int/v15n5/htdocs/iron-lady/4_large.gif" width="670" /></p>
	<b><font size="4">MIMI LEUNG</font></b>
	<p>
		<br />
		<br />
		<img alt="" border="0" height="829" src="http://scs.viceland.com/int/v15n5/htdocs/iron-lady/5_large.gif" width="670" /></p>
	<b><font size="4">TED PEARCE</font></b>
	<p>
		<br />
		<br />
		<img alt="" border="0" height="778" src="http://scs.viceland.com/int/v15n5/htdocs/iron-lady/6_large.gif" width="670" /></p>
	<b><font size="4">GEORGIA-ROSE FAIRMAN</font></b>
	<p>
		<br />
		<br />
		<img alt="" border="0" height="889" src="http://scs.viceland.com/int/v15n5/htdocs/iron-lady/7_large.jpg" width="670" /></p>
	<b><font size="4">LIAM SPARKES</font></b>
	<p>
		<br />
		&nbsp;</p>
</div>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/183295</guid>
<category>stuff, Margaret Thatcher, Maggie, England</category>
</item>
<item>
<title>Die 10 größten Steueroasen </title>
<link>http://www.vice.com/de/read/die-10-groessten-steueroasen-zypern-monaco-steuerflucht</link>
<pubDate>Mon, 08 Apr 2013 10:59:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/a0933fab2c0dcc414127a3734fae50b3.jpg" /><br />
	<em>Illustration von Nikita Kakowski.</em></p>
<p class="p1">
	Geh&ouml;rst du zu den 1%? Du profitierst zwar von den Infrastrukturen, die die demokratischen Staaten aufgebaut haben, aber du hast keinen Bock, daf&uuml;r zu zahlen? Wieso bist du dann noch hier? Du solltest schnellstm&ouml;glich in eine Steueroase ziehen. Eigentlich eh verwunderlich, dass du noch in einem Land lebst, in dem du regul&auml;r Steuern zahlst. Richtig gro&szlig;es Geld l&auml;sst sich auf so was nicht herab, wie auch&nbsp;<a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/affaere-um-konto-in-der-schweiz-adidas-chef-gab-hoeness-millionen-mark-1.1656067" target="_blank">Uli Hoene&szlig;&nbsp;j&uuml;ngst bewies</a>. Verwunderlich ist eigentlich nur, dass es irgendjemanden verwundert.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	Aber es muss nicht die biedere Schweiz oder das fade Liechtenstein sein. Nur weil du von deinen Zinsen leben willst, hei&szlig;t das ja nicht, dass dein Leben langweilig sein muss. Und Monaco ist auch schon &uuml;berf&uuml;llt mit Schmalspurmillion&auml;ren wie Boris Becker.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	Wir schlagen dir also Steuer- und Finanzoasenhopping vor. Gr&uuml;nde einfach in jeder eine Briefkastenfirma. <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/steueroasen-deutsche-bank-soll-bei-offshore-geschaeften-geholfen-haben-a-892621.html" target="_blank">Die Deutsche Bank zeigt dir gerne, wie das geht</a>. Die 10 besten Steuer- und Finanzoasen zeigen wir dir hier.</p>
<p class="p1">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/f34a0b02163f8692f0d926f23649c42d.jpg" style="width: 640px; height: 428px;" /><br />
	<em>Nicht nur eine Steueroase: Liechtenstein. (Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/vauvau/">vauvau</a>)</em></p>
<p class="p1">
	<strong>10. Liechtenstein</strong></p>
<p class="p1">
	Wei&szlig; eigentlich irgendjemand wirklich, wo das &uuml;berhaupt liegt und was das eigentlich ist? Interessiert das jemanden? Das F&uuml;rstentum Liechtenstein von der Gr&ouml;&szlig;e Kuhkaff zwischen Schweiz und &Ouml;sterreich ist in den letzten Jahrzehnten zu Reichtum gekommen. Wieso? Na, weil die so toll wirtschaften, viele Produkte herstellen und reich an Rohstoffen sind. NOT. Steueroase ist das Zauberwort, das Liechtenstein nach vorne treibt und von einem bedeutungslosen F&uuml;rstentum zu einem weltbekannten Zufluchtsort f&uuml;r Briefkasten gemacht hat.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<strong>9. Die Schweiz</strong></p>
<p class="p1">
	Die ewig-neutrale Schweiz nimmt ganz neutral gerne die Anfragen Superreicher entgegen, die die gro&szlig;e Schweizer Kultur genie&szlig;en und deshalb dorthin ziehen m&ouml;chten. Hat nat&uuml;rlich nichts mit den Steuervorteilen zu tun. Der schwedische IKEA-Gr&uuml;nder <a href="http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/der-reichste-schweizer-ist-ein-schwede-ikea-gruender-kamprad_aid_871876.html" target="_blank">Ingvar Kamprad, seines Zeichens reichster &bdquo;Schweizer</a>&ldquo;, ist nat&uuml;rlich nur wegen K&auml;sefondue, Taschenmesser und Toblerone dorthin gezogen. Abgesehen davon belegt die Schweiz international Platz 1 auf dem <a href="http://www.financialsecrecyindex.com/2011results.html" target="_blank">Financial Secrecy Index</a>. Leider ist es da halt stinklangweilig.</p>
<p class="p1">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/09111cde653c7f48df8cab19d553ddbd.jpg" style="width: 640px; height: 422px;" /><br />
	Andorra la Vella ist ein Paradies. (Foto von&nbsp;<a href="http://www.flickr.com/photos/xiquinho/">xiquinhosilva</a>)</p>
<p class="p1">
	<strong>8. Andorra</strong></p>
<p class="p1">
	Wo Andorra liegt, ist den meisten wohl noch unbekannter als die geographische Lage Liechtensteins. Irgendwo zwischen Spanien und Frankreich in den &ouml;stlichen Pyren&auml;en. F&auml;hrst du gerne Ski? Dann ist Andorra genau das Richtige f&uuml;r dich! Zudem werden keine Steuern auf Verm&ouml;gen und Einkommen erhoben, das <a href="http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12492995/492531/Gibraltar-Andorra-Malta-und-Co-gelten-als-Paradies.html" target="_blank">Bankgeheimnis ist sogar von der Verfassung gesichert</a>, aber die Landessprache ist katalanisch. Andererseits ist Geld ja eine international gesprochene Sprache.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<strong>7. Luxemburg</strong></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Wenn Luxemburger das Wort Steueroase h&ouml;ren, werden sie sauer. Jean-Claude Juncker, Luxemburgs Premierminister, hat 2009 Steinbr&uuml;cks (damals noch Finanzminister) <a href="http://www.welt.de/politik/article3708551/Kritik-an-Steueroase-erinnert-an-Nazi-Besatzung.html" target="_blank">Kritik Luxemburgs als Steueroase mit der Nazi-Besetzung</a> seines Landes verglichen. Na, wenn der Vergleich mal nicht hinkt und die k&uuml;nstliche Emp&ouml;rung zeigt, wie wahr&nbsp; Steinbr&uuml;cks Kritik doch gewesen ist. Luxemburg ist zwar ein l&auml;cherlich kleines Land, war aber 2011 &bdquo;mit Investitionen in H&ouml;he von 110 Milliarden Euro der gr&ouml;&szlig;te Investor&ldquo; in nicht EU-L&auml;ndern, wie aus einem <a href="http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/2-13062012-BP/DE/2-13062012-BP-DE.PDF" target="_blank">Bericht von Eurostat</a> hervorgeht. Wo die Milliarden wohl herkommen? Na, aus dem Ausland! Luxemburg ist immer beliebtestes Ziel von Investitionen, die aus dem EU-Ausland kommen. Nix hier Berliner Wohnungen. Luxemburg ist der Shit.&nbsp;</span></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Luxemburg ist ein tolles Land. Dreisprachig, beste Schulen, bequeme EU-Beamtenjobs und ein einwandfreies Rentensystem (also wenn du gen&uuml;gend verdienst). Aber vielleicht auch gar nicht mal mehr die beste Wahl unter den Steueroasen. Denn wie am Wochenende bekannt wurde, <a href="http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/0,2828,892994,00.html" target="_blank">will Luxemburg das Bankgeheimnis jetzt lockern</a>. Das setzt Luxemburgs Reaktion auf Steinbr&uuml;cks Kritik dann doch wieder in ein ganz anderes Licht.</span></p>
<p class="p1">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/d7c4e5bd5c3c8c778d844c8fab124233.jpg" style="width: 640px; height: 358px;" /><br />
	<em>Monte Carlo von <a href="http://www.flickr.com/photos/herry/">HerryLawford</a>.</em></p>
<p class="p1">
	<strong>6. Monaco&nbsp;</strong></p>
<p class="p1">
	Monaco war im <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8654381.html" target="_blank">19. Jahrhundert der &auml;rmste Staat Europas</a>. Wundert dich das? Hat genau so viel zu bieten wie Liechtenstein. Doch im Gegensatz zu Liechtenstein hat Monaco wenigstens Glamour, Sonne, Meer und Tragik. Daf&uuml;r haben die Garibaldis gesorgt. In Monaco kannst du also nicht nur Steuern sparen, sondern auch das &Uuml;berlebenselixier von Promis kosten: sehen und gesehen werden. Doch der alte Glanz aus den Tagen, als Grace Kelly noch durch die Stra&szlig;en Monte Carlos raste, ist eigentlich auch l&auml;ngst vorbei. Proleten und Betonbunker haben Monaco &uuml;berflutet. Ganz ehrlich, Boris Becker hat da mal gelebt. Das ist doch eigentlich eh das Ende von allem.</p>
<p class="p1">
	<strong>5. Zypern</strong></p>
<p class="p1">
	Zypern&mdash;der asiatische Bastard Griechenlands&mdash;ist nicht nur v&ouml;llig pleite, wie wir seit ein paar Wochen mit Sicherheit wissen. Zypern ist auch eine Finanz- und Steueroase par excellence gewesen. Russisches Geld hat seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion die von Billigzinsen befeuerte (Finanz-)Wirtschaft Zyperns &uuml;berhaupt erst auf die &ouml;konomische Landkarte gesetzt. Viel mehr au&szlig;er niedrigen Kreditzinsen und Steuervorteilen <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article110338606/Wie-aus-der-Steueroase-ein-Sanierungsfall-wurde.html" target="_blank">hatte Zypern nur leider nie zu bieten</a>. Jetzt ist die Monokultur ausgelaugt und die Eurozone dem Abgrund einen Schritt n&auml;her.&nbsp;</p>
<p class="p2">
	<strong>4. Deutschland&nbsp;</strong></p>
<p class="p1">
	Wie jetzt Deutschland? Kann doch gar nicht sein! Spie&szlig;b&uuml;rgerland zahlt doch seine Steuern brav. Das vielleicht schon. Aber laut der <a href="http://www.taxjustice.net/cms/front_content.php?idcatart=2&amp;lang=1" target="_blank">NGO Tax Justice Network </a>belegte Deutschland im internationalen Vergleich den 9. Platz unter den Steuer- und Finanzoasen und scort damit <a href="http://www.financialsecrecyindex.com/2011results.html" target="_blank">h&ouml;her als Bahrain oder die Britischen Jungferninseln</a>. Wieso das? Wegen des Finanzstandorts Frankfurt. Laut der NGO gelten dort so j&auml;mmerliche Kontrollen und ein so rigides Bankgeheimnis plus Steuerverg&uuml;nstigungen f&uuml;r ausl&auml;ndische Anleger, dass Deutschland den internationalen Vergleich mit anderen prunkvollen Horten der globalen Geldw&auml;sche nicht scheuen muss. Dein Vorteil: Du kannst direkt zu Hause bleiben, wenn du die richtigen Banker kennst.</p>
<p class="p1">
	<strong>3. Jersey</strong></p>
<p class="p1">
	Jersey, nicht New Jersey. Falls du dich jetzt schon darauf gefreut hast, dich mit The Situation vollgeballert mit Tribal-Tattoos und aufgepumpt an Snooki ranmachen zu k&ouml;nnen. Jersey ist die gr&ouml;&szlig;te Insel im &Auml;rmelkanal und direkt der englischen Krone unterstellt. Tourismus und Finanzgesch&auml;fte sind die wichtigsten (d.h. einzigen) Einnahmequellen Jerseys. Und Jersey ist perfekt f&uuml;r Reiche. Denn man ist unter sich. Golfplatz reiht sich an Golfplatz. Wellnesscenter an Wellnesscenter. Insgesamt werden rund <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/steuerparadies-jersey-insel-des-geldes-1.290071">600 Milliarden Euro von 50 Banken</a> in Jersey verwaltet. Bei gerade mal 98.000 Einwohnern und 117 Quadratkilometern Fl&auml;che.&nbsp;Dazu kommen die angenehme British Politeness, Birdwatching und das erhabene Gef&uuml;hl, direkt der englischen Krone und nicht einer dahergelaufenen gew&auml;hlten Regierung unterworfen zu sein.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/53197e3ba1f40ef270a2de1b60af1702.jpg" style="width: 640px; height: 478px;" /><br />
	Foto von&nbsp;<a href="http://www.flickr.com/photos/chriswsn/3124509234/">chriswsn</a>.</p>
<p class="p1">
	<strong>2. Die Cayman Islands</strong></p>
<p class="p1">
	Die Cayman Islands d&uuml;rfen nat&uuml;rlich nicht fehlen. International belegen sie nach der <a href="http://www.financialsecrecyindex.com/2011results.html">Schweiz Platz 2, was die Verschwiegenheit</a> angeht. Auf dem Papier sind die Cayman Islands nat&uuml;rlich mittlerweile vorbildlich. <a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-04/steueroase-oecd-praxis-liste" target="_blank">Aber selbiges ist ja bekanntlich geduldig</a>. Noch immer tummeln sich dort zu H&auml;uf Briefkastenfirmen. Die Cayman Islands sind nat&uuml;rlich angenehmer als die kalte Schweiz. Au&szlig;erdem sind da die richtig fiesen Geldw&auml;scher am Start. &Uuml;ber Jahre hat wohl HSBC, die britische Gro&szlig;bank mit dem Slogan &bdquo;the world&#39;s local bank&ldquo; auf den Cayman Islands Milliarden Dollar f&uuml;r <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/hilfe-fuer-geldwaescher-und-drogendealer-schwere-vorwuerfe-gegen-die-grossbank-hsbc-11822922.html">Terroristen, Drogendealer und Mafiosi</a>&nbsp;gewaschen. Hier gibt es also um einiges mehr zu erleben als in Liechtenstein. Gem&uuml;tlich mit einer Pi&ntilde;a Colada in der Hand die S&uuml;dsee befahren, w&auml;hrend deine kriminellen Millionen von einer angesehenen Bank direkt vor Ort reingewachsen werden. Tropical Feeling meets James Bond. Spannung pur f&uuml;r die gelangweilte Oberschicht.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<strong>1. <a href="http://www.vice.com/de/the-vice-guide-to-travel/the-vice-guide-to-liberia-1" target="_blank">Liberia</a>&nbsp;</strong></p>
<p class="p1">
	Ja, Liberia ist auch ein Tax Haven. Das Unternehmen <a href="http://www.offshore-manual.com/taxhavens/Liberia.html">Offshore Manual</a>, das dir diskret dabei hilft, deine Milliarden zu hinterziehen, preist Liberia vor allem f&uuml;r Schiffsbesitzer an. Um dein Verm&ouml;gen zu sichern, ist Liberia sicherlich nicht der richtige Ort. B&uuml;rgerkrieg, korrupte Regierung und alles, was ein gescheitertes Land so braucht. Aber wenn du gerade dar&uuml;ber nachdenkst, deine Millionen mit einer Reederei oder irgendeiner anderen zwielichtigen Offshore-Unternehmung reinzuwaschen, dann ist Liberia bestimmt das Spannendste. Erinnerst du dich noch an Butt Naked? Den kinderfressenden vom Teufe besessenen General, den wir dir in unserem <a href="http://www.vice.com/de/the-vice-guide-to-travel/the-vice-guide-to-liberia-1">VICE Guide to Liberia</a> vorgestellt haben? F&uuml;r die gelangweilte Oberschicht bietet Liberia sicherlich gen&uuml;gend Abwechslung.&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/news-europa-wird-chinas-disneyland-prof-alfred-steinherr"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/news-europa-wird-chinas-disneyland-prof-alfred-steinherr/0e00ffa9d30f098d669d09e03cb6f178_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/news-europa-wird-chinas-disneyland-prof-alfred-steinherr">Europa wird Chinas Disneyland </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Prof. Alfred Steinherr, der Senior Economist beim IWF und Chief Economist der Europ&auml;ischen Investitionsbank war, malt uns ein ziemlich d&uuml;steres Bild zur Lage Europas und Deutschlands.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/die-deutsche-bank-verzockt-das-brot-fuer-die-welt"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/die-deutsche-bank-verzockt-das-brot-fuer-die-welt/0b8aa7981c0f20d104ecd74eb73589fd_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/die-deutsche-bank-verzockt-das-brot-fuer-die-welt">Die Deutsche Bank verzockt das Brot f&uuml;r die Welt</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Die Frage, wie krank eigentlich eine Welt ist, in der alle f&uuml;nf Sekunden ein Kind an Hunger stirbt, w&auml;hrend andere k&uuml;nstliche Wetten auf Nahrungsmitteloptionen abschlie&szlig;en, um mit einem fetten Bonus nach Hause zu kommen, scheinen sich Deutsche Bank und Co. nicht zu stellen.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/the-vice-guide-to-travel/the-vice-guide-to-liberia-1"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/the-vice-guide-to-liberia-1-of-8/34cffd6ba09690e393b8271c301b91a7_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/the-vice-guide-to-travel/the-vice-guide-to-liberia-1">The Vice Guide to Liberia </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Heroinh&ouml;hlen, Teenager-Prostitution, crossdressende Kannibalen... Willkommen beim Vice Guide to Liberia. Es wird ziemlich brenzlig.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/183281</guid>
<author>Hans Brixen</author>
<category>stuff, Steuern, Steueroase, Finanzkrise, Finanzsystem</category>
</item>
<item>
<title>Ich hab mir Pornoseiten ins Gesicht tätowiert, damit meine Kinder nicht verhungern</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/ich-hab-mir-pornoseiten-ins-gesicht-ttowiert-damit-meine-kindern-nicht-verhungern</link>
<pubDate>Fri, 05 Apr 2013 14:00:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/07fcdfabedb4ff21e14cdb95eba0182a.jpg" style="width: 640px; height: 420px;" /><br />
	<em>Alle Bildrechte liegen bei Hostgator Dotcom.</em></p>
<p>
	1990 erfand Sir Tim Berners-Lee das World Wide Web, als er von einer Zukunft tr&auml;umte, in der alle Kommunikationsbarrieren niedergerissen w&auml;ren und sich Leute &uuml;berall im Ruhm einer vernetzten, globalen Welt sonnen k&ouml;nnten. Zwei Jahrzehnte sp&auml;ter hat sich ein Mann die Adressen verschiedenster Pornoseiten ins Gesicht t&auml;towieren lassen. Es scheint so, als h&auml;tte das Internet seinen logischen Abschluss gefunden.<br />
	<br />
	Nenn mich pr&uuml;de, aber es war schon immer eine meiner Grundregeln, mir keine pornografischen Internetseiten ins Gesicht t&auml;towieren zu lassen. Aber f&uuml;r Hostgator Dotcom&mdash;urspr&uuml;nglich Billy Gibby&mdash;hat es kein gro&szlig;es &Uuml;berlegen gegeben. Im Angesicht der Arbeitslosigkeit und einer ausstehenden Zwangsr&auml;umung tat er, was jeder gute Vater tun w&uuml;rde: Er verkaufte seinen K&ouml;rper, sein Gesicht und seinen Namen als Werbefl&auml;che an mehr als 40 Firmen. In diesem Sinne ist es eine ziemlich traurige Geschichte und zwar eine, die erkennen l&auml;sst, wie wenige Optionen Amerikas Armen heutzutage zur Verf&uuml;gung stehen.<br />
	<br />
	Egal, als ich von Hostgator h&ouml;rte, dachte ich mir, dass ich ihn kennen lernen sollte weil ich A) ihm eine gr&ouml;&szlig;ere Berichterstattung geben wollte, damit er seine Kinder ern&auml;hren kann und B) wissen wollte, wie es sich anf&uuml;hlt, pornhub.com auf deinem Gesicht t&auml;towiert zu haben. Wie sich herausstellt, f&uuml;hlt es sich nicht so toll an.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/94e9c1ab4936ea7b8183decd5cbe8d4e.jpg" style="width: 640px; height: 420px;" /></p>
<p>
	<strong>VICE: Wieso, Hostgator? Wieso?</strong><br />
	<strong>Hostgator Dotcom:</strong> Na ja, ich hatte schon mal t&auml;towierte Werbefl&auml;che auf meinen K&ouml;rper angeboten, aber niemand kaufte tats&auml;chlich welche. Ich wurde entlassen, meine Familie und ich sollten aus unserem Haus vertrieben werden und ich brauchte einen Weg, um uns finanziell &uuml;ber Wasser halten zu k&ouml;nnen. Ich wollte nichts Illegales machen und hatte keine Freunde, von denen ich mir h&auml;tte Geld leihen k&ouml;nnen. Ich suchte nach Jobs, fand aber keinen und konnte es nicht zulassen, dass meine Frau und meine Kinder obdachlos werden, also dachte ich mir, dass ich mein Gesicht opfere, damit sie einen Platz zum Wohnen haben. Ich wollte es nicht machen&mdash;wirklich nicht&mdash;, aber ich wollte auch nicht, dass meine Kinder obdachlos werden.<br />
	<br />
	<strong>Das ist wirklich edel von dir. Wie viele Leute unterst&uuml;tzt du?</strong><br />
	F&uuml;nf Kinder und meine Frau.<br />
	<br />
	<strong>Und ich nehme mal an, Hostgator ist nicht dein richtiger Name?</strong><br />
	Nein, Ich hab meinen Namen an hostgator.com f&uuml;r 15.000 Dollar verkauft.<br />
	<br />
	<strong>Wow, ich glaube, ich muss meinen Namen verkaufen, wenn man damit so viel Geld machen kann.</strong><br />
	Ich versuche, meinen Namen gerade noch einmal zu verkaufen. Ich will damit ins Guinness-Buch der Rekorde f&uuml;r den l&auml;ngsten Namen. Wenn Golden Palace meinen Namen kauft, werde ich Goldenpalacedotcom Hostgatordotcom hei&szlig;en.<br />
	<br />
	<strong>Ach geht das leicht von der Zunge. Brichst du damit aber nicht deinen Vertrag mit Hostgator?</strong><br />
	Nein, ich werde ja immer noch Hostgatordotcom in meinem Namen tragen.<br />
	<br />
	<strong>Auch wieder wahr. Was sind denn einige der Internetseiten in deinem Gesicht?</strong><br />
	Pornhub.com. Hotmovies.com<br />
	<br />
	<strong>Was denken deine Frau und deine Kinder dar&uuml;ber?</strong><br />
	Meine Kinder sind immer noch jung und akzeptieren mich, wie ich bin. Meiner Frau geht es damit&nbsp;OK, aber sie h&auml;tte gerne, dass ich mir die aus dem Gesicht wieder entfernen lasse, daran arbeite ich momentan.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/65f53a6731700e906fcfda6b261fb5a1.jpg" style="width: 435px; height: 640px;" /></p>
<p>
	<strong>Also bereust du es jetzt, dass du dir die Pornoseiten ins Gesicht hast t&auml;towieren lassen?</strong><br />
	Ja. Ich habe es aus einem guten Grund gemacht, aber ich habe damals nicht richtig vern&uuml;nftig nachgedacht. Ich bin bipolar, was ich jetzt nicht versuche, als Entschuldigung zu benutzen, aber ich habe nicht so rational gedacht, wie ich es heute mache. Ich nehme jetzt Medikamente und bin vern&uuml;nftiger.<br />
	<br />
	<strong>Sehr gut. Also was ist dein Plan, um die Tattoos zu entfernen?</strong><br />
	Hm, also, ich hoffe, Platz auf meinem K&ouml;rper zu verkaufen, damit ich es mir leisten kann, die in meinem Gesicht wieder zu entfernen.<br />
	<br />
	<strong>Nein, Hostgator, nein! Dann wirst du diese Tattoos auch nur wieder bereuen!</strong><br />
	Nee, die in meinem K&ouml;rper bereue ich &uuml;berhaupt nicht, weil mich die Leute daf&uuml;r nicht wirklich verurteilen. Die Leute sehen die in meinem Gesicht und denken, dass ich ein Killer oder ein Drogendealer bin, aber meinem auf meinem K&ouml;rper ist das in Ordnung.<br />
	<br />
	<strong>Verlangst du mehr im Gesicht?</strong><br />
	Ja, im Gesicht kostet eines ungef&auml;hr 4000 Dollar.<br />
	<br />
	<strong>Du wohnst doch aber in Alaska, oder?</strong><br />
	Jap.<br />
	<br />
	<strong>Dann sehen doch gar nicht so viele Leute t&auml;glich dein Gesicht, oder?</strong><br />
	Tats&auml;chlich sehen es ungef&auml;hr ein paar Tausend Leute pro Tag.<br />
	<br />
	<strong>Oh OK&mdash;das ist ganz in Ordnung. Wie hast du die Firmen eigentlich &uuml;berzeugt, Platz in deinem Gesicht zu kaufen?</strong><br />
	Sie waren ganz sch&ouml;n aufgeregt deswegen, schlie&szlig;lich ist es was Neues, und auch weil sie ja eine Menge Aufmerksamkeit bekommen, wenn ich erst einmal in den Nachrichten lande.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/ca5746d84411a4234e50fc752cef611c.jpg" style="width: 640px; height: 420px;" /></p>
<p>
	<strong>Also war es dir einfach egal, wie dein Gesicht zu dem Zeitpunkt aussah?</strong><br />
	Ja. Ein Grund, wieso ich das ganze gemacht habe, war, weil es mich so frustriert, wie sich die Leute nur nach ihrem &Auml;u&szlig;eren beurteilen. Eine Menge Leute sind rassistisch oder voreingenommen, aber mir war es vollkommen egal, wie ich aussah. Jetzt f&auml;llt mir langsam auf, dass es mir ein bisschen wichtiger ist, was die Leute denken.<br />
	<br />
	<strong>Auf welche andere Arten willst du deine Existenz noch nutzen, um Werbung zu verkaufen?</strong><br />
	Na ja, wenn ich den Weltrekord schaffe, werden noch mehr Firmen auf mich aufmerksam, die dann auf mir werben k&ouml;nnen. Au&szlig;erdem werde ich bald eine Website starten, um mich selber zu bewerben.<br />
	<br />
	<strong>Ist das eine Form von Kunst?</strong><br />
	Manche Leute sehen mich an und sagen: &bdquo;Seine Tattoos sind bl&ouml;d und bedeuten nichts.&ldquo; Oder: &bdquo;Sie haben keine Symbolik.&ldquo; Aber ich finde schon. &bdquo;Jedes einzelne dieser Tattoos, die ich habe, ist ein weiterer Tag, an dem ich meine Kinder vor der Obdachlosigkeit bewahren kann. F&uuml;r mich bedeuten sie also eine Menge.<br />
	<br />
	<strong>OK, Hostgator, viel Gl&uuml;ck mit allem!</strong></p>
<p class="p1">
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/die-schlacht-der-arschloch-tattoos"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/die-schlacht-der-arschloch-tattoos/0581f5527e17241721dba1b61bb72294_vice_670.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/die-schlacht-der-arschloch-tattoos"> Die Beatles sind f&uuml;r&#39;n Arsch</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Diese Frau will durch ihr Arschloch-Tattoo ber&uuml;hmt werden, damit sie wie Mutter Theresa den Armen und Bed&uuml;rftigen helfen kann. </span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/drake-tattoo-dummheit"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/drake-tattoo-dummheit/50f4e0180a781932331911aeb78d033b_vice_670.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/drake-tattoo-dummheit"> Die Geschichte des d&uuml;mmsten Tattoos aller Zeiten!</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Dieses M&auml;dchen hat sich ihr Leben wahrscheinlich restlos ruiniert, als sie sich &bdquo; DRAKE&quot; auf die Stirn hat stechen lassen. </span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/www.vice.com/de/skinema-show/joanna-angel-part-1"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/joanna-angel-part-2/a3bf8a26a0eea4f369c1414d6412d580_thumb.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/www.vice.com/de/skinema-show/joanna-angel-part-1">Joanna Angel - Hinter dem Herd </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">In dieser Folge von Skinema erfahren wir, dass sich unsere t&auml;towierte Porno- Queen Joanna Angel so gut wie alles in den Hintern schieben kann.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/183094</guid>
<author>Matt Shea</author>
<category>stuff, Tattoo, Gesicht, Werbung, Ausverkauf, armut</category>
</item>
<item>
<title>Veganer schlüpfen in die Haut der Kühe und verbrennen sich die nackte Haut</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/veganer-brennen-sich-die-haut-wie-kuehe-und-tiere-tierquaelerei</link>
<pubDate>Thu, 04 Apr 2013 16:39:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/86cc83307b03230fdb0e4c2841f9ca7e.jpg" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Veganer ziehen j&uuml;ngst Aufmerksamkeit mit einer provozierenden neuen Aktion: Halbnackte Frauen in spanischen Bauernh&uuml;tten, die die Zahl 269 von Menschen mit goldenen Gummistiefeln in den Oberschenkel eingebrannt bekommen.&nbsp;</span></p>
<p>
	<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/XG4RAFlZ7aY" width="640"></iframe></p>
<p class="p2">
	Motivation dieser Aktion ist, die &Ouml;ffentlichkeit f&uuml;r Veganismus und Tierbefreiung zu sensibilisieren. Wie der Titel des Videos verr&auml;t, ist es das dritte weltweite Event von <a href="http://www.269life.com/#&amp;panel1-1">269life</a>, das am 21. M&auml;rz, dem internationalen Tag gegen Rassismus, in verschiedenen L&auml;ndern stattfand. 269 ist n&auml;mlich DER neue Trend unter Veganern, die damit die kompromisslose Freilassung aller gefangenen Tiere verlangen.</p>
<p class="p1">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/660482417535bb5f86a2d3cde6c65244.jpg" style="width: 640px; height: 431px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Angefangen hat alles mit einer armen, israelischen Kuh, die die Industrienummer 269 trug, und deren traurige Augen ein paar Aktivisten in Israel im Oktober dazu gebracht haben, in Tel Avivs Innenstadt diesen Branding-Trend einzuf&uuml;hren</span></p>
<p>
	<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/RA4q1pU957c" width="640"></iframe></p>
<p class="p3">
	Danach waren Veganer &uuml;berall auf der Welt Feuer und Flamme, sich ebenfalls <a href="http://www.flickr.com/photos/87955711@N03" target="_blank">branden</a> zu lassen, was das Zeug hielt.&nbsp;</p>
<p>
	<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/lKaoMFmzJ08" width="640"></iframe></p>
<p class="p2">
	Diese Aktivisten in Leeds in England, beispielsweise, setzten dabei vor Allem auf eine wackelige Bildf&uuml;hrung (um die Polizei zu verwirren?) und Bilder von leidenden Tieren.&nbsp;</p>
<p class="p2">
	Die Aktionsk&uuml;nstlerin&nbsp;<a href="http://www.aroomforelephants.net/" target="_blank">Emily Moran Barwick</a>&nbsp;in Iowa hingegen erweiterte die Idee stattdessen noch, um ein Set Taucheranz&uuml;ge, eine neue Kurzhaarfrisur und eine Handvoll interessanter KZ-Vergleiche.</p>
<p>
	<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/2PZ7p37g3cE" width="640"></iframe></p>
<p class="p2">
	Womit wir dann auch in Deutschland w&auml;ren, wo man von diesem Selbstverst&uuml;mmlungshype ja bislang noch nicht so richtig viel mitbekommen hat. Ob das jetzt an den Nazi-Vergleichen oder der deutschen Gem&uuml;tlichkeit liegt, wei&szlig; ich nicht, unser Aktivismusversuch im Rahmen dieser weltweiten Aktion ist trotzdem eine Nummer kleiner ausgefallen.&nbsp;</p>
<p>
	<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/qGMgD3FZ9Ec" width="640"></iframe></p>
<p class="p2">
	Nach verbranntem Fleisch roch es auf dem Potsdamer Platz n&auml;mlich nicht, eher nach frierenden Aktivisten in langen (hoffentlich Kunst-)Lederm&auml;nteln. Mit Ketten, aufgemalten Blutspritzern und frischen Tattoos wollten sie die Berliner Passanten von ihrer Vorstellung einer eierfreien Welt &uuml;berzeugen. &nbsp;</p>
<p class="p1">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/32022b09daa08b83bcbeae02d048e3bd.jpg" style="width: 640px; height: 360px;" /></p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Die Aktivistin Sandra Roszkiewicz (die mit den den blutigen Tr&auml;nen) erz&auml;hlt uns, woher sie die Idee f&uuml;r die Aktion bekommen hat. &bdquo;Ich stehe in Kontakt mit dem Sascha, dem ersten Aktivisten, der die Aktion in Tel Aviv ins Leben gerufen hat.&ldquo; Nachdem die Brandingaktion in Israel weltweite Aufmerksamkeit bekommen hatte, entschied man sich, geballt an einem Tag ein globales Event durchzuf&uuml;hren. &bdquo;Und daraufhin entstand ja diese Bewegung daraus, dass man das am 21. M&auml;rz eben weltweit macht. Knapp 50 St&auml;dte waren es, die da mitgemacht haben, unter anderem wieder in Tel Aviv, aber auch in der T&uuml;rkei.&ldquo;&nbsp;</span></p>
<p class="p2">
	Die deutschen Gesundheitsrestriktionen h&auml;tten sie allerdings davon abgehalten, sich dann tats&auml;chlich &ouml;ffentlich zu branden. &bdquo;Wir wollten hier in Berlin auch branden, aber in Deutschland gibt es da ganz strenge Gesundheitsbedingungen. Wir durften auch noch nichtmal &ouml;ffentlich t&auml;towieren, da gibts echt keine Chance, deswegen haben wir das anders gemacht und haben uns vorher t&auml;towiert&ldquo;, erkl&auml;rt Sandra.</p>
<p>
	<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/3q5Yw_dPQ5A" width="640"></iframe></p>
<p class="p2">
	Tats&auml;chlich w&auml;re hierzulande ein &ouml;ffentliches Branding aber auch weit weniger spektakul&auml;r, als die Vorg&auml;ngeraktionen vermuten lassen. &bdquo;In Deutschland auch nicht so gemacht, wie man sich das so vorstellt als Laie&ldquo;, erz&auml;hlt Sandra. &bdquo;Das wird nicht mehr mit so einem Brandeisen gemacht, sondern mit einer Art Laser. &Auml;hnlich einer T&auml;towiernadel wird dieses Muster in die Haut gebrannt, da ist dieser Effekt auf die &Ouml;ffentlichkeit nat&uuml;rlich nicht ann&auml;hernd so gro&szlig;, wie wenn du da wirklich mit einem Brandeisen gestempelt wirst.&ldquo;</p>
<p class="p1">
	<span class="s1">Unter anderen Bedingungen aber w&auml;re das kein Thema f&uuml;r sie. &bdquo;Ich h&auml;tte allerdings auch kein Problem damit, mich auch wirklich mit so einem Brandeisen brennen zu lassen, wenn es halt irgendwie Aufmerksamkeit erregt, da w&uuml;rde ich das definitiv machen, und ich denke, da bin ich nicht die Einzige.&ldquo;</span></p>
<p class="p1">
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/2446cbae09fd52248a67e2577529ac36.jpg" style="width: 640px; height: 360px;" /></p>
<p class="p2">
	Im Moment sei von ihrer Seite und der der anderen Aktivisten aus dem Video aber nichts geplant in der Richtung. Vielleicht auch besser so, und sicher angenehmer, aber an die Dramatik des echten Branding kommt es so halt nicht dran.&nbsp;</p>
<p class="p2">
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/joakim-ist-kein-dreckiger-vegetarier"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/joakim-ist-kein-dreckiger-vegetarier/8da63d854794661664d1f96a249730fc_thumb.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/joakim-ist-kein-dreckiger-vegetarier">Joakim ist kein dreckiger Vegetarier</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Der Franzose Joakim Lone Octet hat sich nicht nur mit Hits wie &quot;Are you vegetarian?&quot; und &quot;Come into my kitchen&quot; in der Clubszene einen Namen gemacht.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/girl-eats-food/vegan-meat-feast-pizza"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/vegan-meat-feast-pizza/3aec6d65f0e46bb188a4b23d9bddb3ee_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/girl-eats-food/vegan-meat-feast-pizza">Vegane Fleisch-Pizza </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Ein riesiger Haufen leckeres, veganes Ramschessen, bei dem deine fleischfressenden Freunde nicht das Kotzen kriegen.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/ein-paar-gute-grnde-warum-fast-food-und-zigaretten-gut-fr-dich-sind"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/ein-paar-gute-grnde-warum-fast-food-und-zigaretten-gut-fr-dich-sind/42b67cdc319a1686187f043e3ec936e7_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/ein-paar-gute-grnde-warum-fast-food-und-zigaretten-gut-fr-dich-sind"> Ein paar gute Gr&uuml;nde, warum Fast Food und Zigaretten gut f&uuml;r dich sind </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Es gibt viel zu viele Verbote, wenn es um gesundes Essen geht. Entspann mal: Hier sind ein paar gute Gr&uuml;nde, sich bei Burger und Zigaretten gen&uuml;sslich zur&uuml;ckzulehnen</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/182976</guid>
<author>Niklas Binder</author>
<category>stuff, Vegan, protest, Veganismus, Branding, Body-Mod, Fleisch</category>
</item>
<item>
<title>Wie du deinen Traumprinzen klarmachst</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/wie-du-deinen-crush-fuer-dich-gewinnst</link>
<pubDate>Thu, 04 Apr 2013 16:17:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/e2edafc210aa5d601786d7f019af15ef.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /></p>
<p>
	Einen frohen Werktag, Freunde. Statt eure K&ouml;pfe wieder in die dunkle und gruselige Welt der m&auml;nnlichen Anmachtechniken zu tunken, dachte ich, dass wir diese Woche in ... &auml;hm ... Damengew&auml;sser eintauchen. Ja, es tut mir Leid, Ladys, aber auch wir k&ouml;nnen schleimige Sex-Proleten sein (naja, eigentlich auch wieder nicht, denn der Gro&szlig;teil dieser Websites wird von M&auml;nnern gemacht). Ihr braucht Ratschl&auml;ge dazu, wie ihr einen Typen klarmacht, ohne ihn mit euren einf&auml;ltigen Ideen und der Abwesenheit eurer Kochk&uuml;nste zu verjagen?<br />
	<br />
	W&auml;hrend die sich an M&auml;nner richtende Seiten mit &bdquo;SEX. SOFORT. NOCH MEHR SEX. NOCH SOFORTER.&ldquo;-Versprechen &uuml;bersprudeln, sind die Seiten f&uuml;r Frauen&mdash;wenig &uuml;berraschend&mdash;eher nach dem Prinzip<em> K&ouml;dern, Fangen, T&ouml;ten</em> aufgebaut. Wenn man also Dating-Gurus im Internet glaubt, wollen M&auml;nner rund um die Uhr und am besten bis zum Knie in 17-j&auml;hrigen brasilianischen Turnerinnen sein. Frauen dagegen kauen lieber an einem mit Swarovski-Steinen besetzten Ehe-Steak. Vielleicht ein bisschen veraltet. Ich habe mir die Ratschl&auml;ge von Christian Carter, K&ouml;nig der j&uuml;ngfr&auml;ulichen Nerds und Produzent von unz&auml;hligen frauenverunsichernden E-Books, angekuckt: <a href="http://www.catchhimandkeephim.com/catalog/ebook.html?CJPID=130439">&bdquo;CATCH HIM KEEP HIM&ldquo;</a> Das ist &uuml;brigens seine Gro&szlig;schreibung, nicht meine.<br />
	<br />
	<strong>Catch Him Keep Him, Dating-Tipp #1: Du bist ein Arschloch.</strong><br />
	<em>Wenn du nach einem One-Night-Stand eine Abfuhr bekommst, so Christians fester Glaube, liegt das nicht daran, dass du das Pech hattest, auf den Colin Farrell deines erweiterten Freundeskreises zu sto&szlig;en. Der Grund ist vielmehr, dass DU etwas ganz unheimlich (und, Himmel, ist das peinlich f&uuml;r dich!) falsch gemacht hast, so dass du den armen Kerl quasi gezwungen hast, dich f&uuml;r immer aus seinem Leben zu verbannen. Er selbst musste h&ouml;chstwahrscheinlich das Land verlassen, seinen Name &auml;ndern, Adresse und Telefonnummer nat&uuml;rlich sowieso.</em></p>
<p>
	<strong>Ich sage:</strong><br />
	Offensichtlich ist es dumm zu denken, du h&auml;ttest nichts falsch gemacht, wenn er bei seinem Besuch &uuml;ber einen Stapel von Daumen deiner Exfreunde gestolpert ist, aber mal ernsthaft: Ich bin ziemlich sicher, dass du nichts falsch gemacht hast. Manchmal hat man halt Sex mit einem Typen und das Ganze ist so unertr&auml;glich h&ouml;lzern, dass du selbst Monate danach noch beim Gedanken daran erschauderst. Ist halt so. Wenn du ihn magst und er schreibt nicht zur&uuml;ck, fange nicht an, dich durch 42 Seiten auf Facebook zu klicken, um den Richtigen zu finden. L&ouml;sch seine Nummer, tu&#39; so, als w&auml;re er dir egal und hoffe darauf, ihm in zwei Wochen &uuml;ber den Weg zu laufen und dabei ph&auml;nomenal auszusehen. EASY.</p>
<p>
	<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="480" src="http://www.youtube.com/embed/xPNDLWkdiSA?rel=0" width="640"></iframe></p>
<p>
	<strong>Catch Him Keep Him, Dating-Tipp #2: Tolle Typen sind wie Dodos.</strong><br />
	<em> Also verdammt unm&ouml;glich zu finden. Und wenn du dann doch mal einen findest, erinnert dich Carter daran, dass du ihn auch ganz schnell wieder verlieren kannst. Schlie&szlig;lich bist du ein albernes Weibchen, das aus Versehen die gesamte Beziehung in Schutt und Asche legt, weil es ihn nicht &bdquo;wild genug macht&ldquo;. Wie es aussieht, ist die Gefahr, als alte Jungfer zu sterben am gr&ouml;&szlig;ten, nachdem du gerade den perfekten Mann getroffen hast und zu bl&ouml;d warst, ihn an dich zu binden.</em></p>
<p>
	<strong>Ich sage:</strong><br />
	Zun&auml;chst einmal: Was ist Carters Verst&auml;ndnis von einer Beziehung? Laut Carter kannst du jemanden l&auml;nger als zw&ouml;lf Monate daten, ohne dass das eine Beziehung ist. Offenbar kann Beziehung alles von Nach-seiner-Nummer-Fragen bis Frau-und-Kinder-aus-dem-Haus-schmei&szlig;en-und-ein-neues-Leben-anfangen sein. Ohne jetzt das Offensichtliche feststellen zu wollen: Eine Beziehung kann unendlich kurz oder lang sein, es kommt darauf an, wie viel Arbeit man reinsteckt und welches Level von gest&ouml;rt ihr beide erreicht. Etwas, das Ihn-wild-machen angeht: Lach&#39; ihn an und ber&uuml;hr&#39; seinen Arm. Funktioniert jedes Mal.<br />
	<br />
	<strong>Catch Him Keep Him, Dating-Tipp #3: &bdquo;Unsicherheitsalarm!&ldquo;</strong><br />
	<em> Als selbstbewusste, erfolgreiche Frau bist du unter Umst&auml;nden ratlos, warum du in letzter Zeit keinen tollen Typen getroffen hast. Das liegt wahrscheinlich an einem grundlegenden Fehler, den du immer wieder im Gespr&auml;ch mit M&auml;nnern machst. So offensichtlich! M&auml;dchen, du solltest einfach nie, niemals, wirklich nicht einmal &uuml;berhaupt oder irgendwann &uuml;ber deine Vergangenheit reden. Deine fr&uuml;heren Erlebnisse hissen die &bdquo;emotionaler Ballast&ldquo;-Flagge in den Augen deines Gegen&uuml;bers, was dann wiederum Angstgef&uuml;hle und Abscheu erzeugt. Wenn du auf der sicheren Seite sein willst, rede lieber gar nicht &uuml;ber dich. Frag&#39; ihn stattdessen lieber nach detaillierten Beschreibungen von jedem Bier, das er je getrunken hat. Dann lehne dich zur&uuml;ck und denke &uuml;ber Gro&szlig;artigkeit nach.</em></p>
<p>
	<strong>Ich sage:</strong><br />
	Geht das nur mir so oder finden Typen es tats&auml;chlich ganz toll, wenn du anf&auml;ngst, mit ein bisschen Pippi in den Augen und mit rauer Stimme &uuml;ber &bdquo;Gef&uuml;hle&ldquo; zu reden? Stundenlanges Beschweren &uuml;ber dein ach so hartes Leben w&auml;hrend du auf deinem neuen iPad rumtippst, ist sicher nicht der beste Look, wenn man jemanden gerade erst kennengelernt hat. Hier und da ein bisschen Ehrlichkeit ist allerdings essentiell, um eine Vertrauensbeziehung zwischen zwei Menschen aufzubauen. F&uuml;rs Protokoll: Carter hat nat&uuml;rlich total Recht, wenn er sagt, dass du mit Trash Talk &uuml;ber andere Frauen und Exfreunde nicht so gut da stehst. Allerdings bin ich sehr sicher, dass du gerade viel zu sehr damit besch&auml;ftigt bist, die n&auml;chste J&auml;gerbomb zu bestellen, um daran nur zu denken.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/f616bf284dc6ffe12a325c23901e695b.jpg" style="width: 300px; height: 250px;" /><br />
	<br />
	Mein Ratschlag: Mach&#39; nicht, was Christian Carter (hier oben) sagt. Wie gut werden die Ratschl&auml;ge von einem bettelnden Typen, der t&auml;glich deinen Posteingang vollspammt und dich um Geld bittet, wohl sein? Wie auch immer, hier sind drei ausprobierte und getestete Dating-Tipps. Gebrauch auf eigene Gefahr.<br />
	<br />
	<strong>Mein Dating-Tipp #1: Der Drei-Punkte-Blick-Test</strong><br />
	Alter Klassiker. Kuck dein Opfer an, kuck weg und kuck wieder hin (optional mit Grinsen). Wenn er immer noch kuckt, bist du zur Knutschparty eingeladen. Wenn nicht, winke einer imagin&auml;ren Person in der Ecke und tu so, als h&auml;ttest du eine SMS bekommen.<br />
	<br />
	<strong>Mein Dating-Tipp #2: KOMPLETT IN GROSSBUCHSTABEN</strong><br />
	Keine Ahnung warum, aber ich schw&ouml;re darauf, dass die Person sich in dich verliebt, wenn du ihr deinen vollen Namen in Gro&szlig;buchstaben schickst (sonst nichts). Ist das komisch? Missbraucht den Tipp aber nicht, es muss die erste SMS sein, die ihr der Person schickt und es muss vorher genug Chemie zwischen euch gewesen sein, damit es nicht einfach peinlich wird.</p>
<p>
	<strong>Mein Dating-Tipp #3: Hoffe und bete</strong><br />
	Es macht halt echt Spa&szlig;, in Menschen verknallt zu sein, und verzweifelt darauf zu hoffen, dass sie dich auch m&ouml;gen, ist einfach charmant. Macht euch &bdquo;Through Being Cool&ldquo; zum Klingelton und begr&uuml;&szlig;t die M&ouml;glichkeit, zur&uuml;ckgewiesen zu werden. Denn ohne unertr&auml;gliche Herzschmerzen w&auml;re das Leben nicht mehr als Mr. Hudson in der ersten Reihe der Men&#39;s Fashion Week. Einfach nur willk&uuml;rlich.</p>
<p>
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/kriegen-nette-jungs-wirklich-nie-eine-ab"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/kriegen-nette-jungs-wirklich-nie-eine-ab/b6f02d5062205b24c8345503671c658c_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/kriegen-nette-jungs-wirklich-nie-eine-ab">Als netter Typ ziehst du also immer die Arschkarte?</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Dieses Klischee h&auml;lt sich hartn&auml;ckig, ist aber absoluter Bullshit, denn keine Frau m&ouml;chte sich von einem notgeilen Arschloch emotional ausnutzen lassen.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/es-wird-zeit-der-oberschenkellucke-den-krieg-zu-erklaren-thigh-gap"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/es-wird-zeit-der-oberschenkellucke-den-krieg-zu-erklaren-thigh-gap/bcc6b53d6e7aedcbe180c949e75bc748_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/es-wird-zeit-der-oberschenkellucke-den-krieg-zu-erklaren-thigh-gap">Es wird Zeit, der Oberschenkell&uuml;cke den Krieg zu erkl&auml;ren </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Die Oberschenkell&uuml;cke ist wie das Dekollet&eacute; von Tumblr. Und sie ist schei&szlig;e.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/fashion-the-bored-and-the-beautiful-erinnerungen-eines-skinny-male-models"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/fashion-the-bored-and-the-beautiful-erinnerungen-eines-skinny-male-models/193b3dfd4b401aba530b8e3b6c742077_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/fashion-the-bored-and-the-beautiful-erinnerungen-eines-skinny-male-models">Erinnerungen eines Skinny-Male-Models</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Es gab eine Zeit, da jettete ich durch die Welt und verdiente meine Br&ouml;tchen als Model. Ich war schlicht einer unter unz&auml;hligen, austauschbaren Post-Hedi-Slimane-Jungs, die Mitte der Nullerjahre aus dem Boden schossen.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/182961</guid>
<author>Bertie Brandes</author>
<category>stuff, Dating, Beziehung, Bertie Brandes, Abschleppen, Crush, love, Liebe</category>
</item>
<item>
<title>John Gray nennt Fortschritt einen modernen Mythos</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/john-gray-nennt-fortschritt-einen-modernen-mythos</link>
<pubDate>Thu, 04 Apr 2013 11:28:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/52a097eb9587ae8a5aac328915b41f70.jpg" style="width: 640px; height: 424px;" /><br />
	John Gray, Foto von <a href="http://www.justinestoddart.co.uk/">Justine Stoddart</a></p>
<p class="p1">
	Haben wir Menschen es nicht weitergebracht? In den letzten 200 Jahren haben wir die Sklaverei abgeschafft (also, um genau zu sein, haben wir sie outgesourcet), wir sind immer umweltbewusster geworden (wenn du dr&uuml;ber nachdenkst, sind die schmutzigen Fabriken halt heute einfach in der Dritten Welt) und der glorreiche Westen hat Menschenrechte, Frieden und Demokratie in jedes unentwickelte Hinterland dieses Planeten gebracht&mdash;mittels langwieriger, sinnloser, blutiger Kriege. Fortschritt, Friede, Aufkl&auml;rung um jeden Preis.</p>
<p class="p1">
	Denn wir sind wirklich der hellleuchtendste Diamant in der ansonsten sch&auml;bigen, schmutzigen Kloake au&szlig;erhalb der Ersten Welt. Und jeder, der noch nicht die S&uuml;&szlig;e des westlichen Fortschrittswahns gekostet hat, wird dies hoffentlich bald k&ouml;nnen&mdash;vermutlich mittels fl&auml;chendeckender Bombardierung. Wir sind eben erleuchtet. Der Rest der Welt muss noch ins Licht gebracht werden. Im Namen vom Frieden f&uuml;hren wir Krieg. Im Namen von Menschenrechten foltern wir. Und uns fallen diese himmelschreienden Widerspr&uuml;che nicht einmal auf.</p>
<p class="p1">
	Der bekannte politische Philosoph, Autor und Kolumnist f&uuml;r <a href="http://www.guardian.co.uk/profile/johngray"><em>The&nbsp;Guardian</em></a> und den <a href="http://www.newstatesman.com/writers/john_gray"><em>New Statesman</em></a> John Gray ist einer der wenigen im Westen, die sich trauen, das ganze Bauerntheater beim Namen zu nennen. In seinem&nbsp;neuen Buch <a href="http://www.buecher.de/shop/englische-buecher/silence-of-animals/gray-john/products_products/detail/prod_id/36640626/ "><em>The Silence of Animals</em></a> betrachtet er die Geschichte und stellt fest: Wenn wir jetzt tats&auml;chlich besser w&auml;ren als alle Menschen vor uns, dann w&auml;re die gesamte Geschichte der Menschheit bis vor 200 Jahren ein schlechter Witz. John nennt Fortschritt daher einen modernen Mythos. Was genau er damit meint, hat er mir letzte Woche in London w&auml;hrend einem seiner seltenen Interviews erz&auml;hlt. Wir haben uns k&ouml;stlich &uuml;ber moderne Ersatzreligionen wie den Atheismus und virtuelle Unsterblichkeit am&uuml;siert.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/6394bb50baa7c5ed80ac2d82d6b993f8.jpg" style="width: 470px; height: 716px;" /></p>
<p class="p1">
	<strong>VICE: K&ouml;nnten Sie zun&auml;chst erkl&auml;ren, wie Sie den Begriff &bdquo;Fortschritt&ldquo; verstehen und warum Sie ihn f&uuml;r einen Mythos halten?<br />
	John Gray:</strong>&nbsp;In meinem neuen Buch definiere ich Fortschritt als jede Art von Entwicklung, die kumulativ ist. Das hei&szlig;t, was in einer bestimmten Periode erreicht worden ist, ist die Basis f&uuml;r jede weitere Entwicklung, die dann unwiderruflich ist. In den Naturwissenschaften und der Technologie ist Fortschritt also kein Mythos. Der Mythos ist, dass der gleiche unwiderrufliche Fortschritt auch in Ethik, Politik oder, einfach ausgedr&uuml;ckt, in der Zivilisation gemacht werden kann. Dass also positive Entwicklungen heute zu mehr positiven Entwicklungen morgen f&uuml;hren werden. Kurz: Alles wird immer besser. &nbsp;</p>
<p class="p1">
	<strong>Was w&auml;re ein Beispiel?</strong><br />
	Zum Beispiel Sklaverei. Wenn man die Abschaffung der Sklaverei erreicht, dann kann man darauf aufbauend Demokratie erreichen. Mein Geschichtsverst&auml;ndnis ist, dass es f&uuml;r die Zivilisation nicht so einfach funktioniert. Ich unterst&uuml;tze nat&uuml;rlich mit allem Nachdruck Entwicklungen wie die Emanzipation von Frauen und Homosexuellen sowie die Abschaffung der Folter, aber das alles kann extrem einfach wieder zusammenbrechen.</p>
<p class="p1">
	<strong>Wie wir ja zum Beispiel im Falle von Guantanamo Bay und Abu Ghraib gesehen haben.&nbsp;</strong><br />
	Genau. Es gab gute Entwicklungen in der Ethik und der Politik, aber sie wurden berechtigterweise von George W. Bush und seiner Gang &bdquo;entspannt&ldquo;. Und zwar in der gr&ouml;&szlig;ten Demokratie der Welt und nicht in einer obskuren Diktator irgendwo. Im Februar 2003, also noch vor Beginn des Irakkriegs, ver&ouml;ffentlichte ich einen satirischen Artikel im Stile von Jonathan Swift mit dem Titel &bdquo;<a href="http://www.newstatesman.com/node/144806">A Modest Proposal</a>&ldquo;. Basierend auf tats&auml;chlichen Entwicklungen in der amerikanischen &Ouml;ffentlichkeit argumentierte ich f&uuml;r die Wiedereinf&uuml;hrung von Sklaverei als notwendiges Mittel, um weltweit Menschenrechte zu propagieren.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<strong>Wie waren die Reaktionen?</strong><br />
	Die Leute fanden es l&auml;cherlich, pervers menschenverachtend und pessimistisch. Sogar diejenigen, die verstanden, dass es satirisch war.</p>
<p class="p1">
	<strong>Typische Reaktion von Gutmenschen. Manche Themen sind einfach unantastbar.</strong><br />
	Aber weniger als ein Jahr sp&auml;ter tauchten Bilder aus Abu Ghraib auf. Es war wirklich nicht schwer, das vorherzusehen. Aber das zeigt eindr&uuml;cklich und erschreckend, wie schnell wichtige Entwicklungen wie die Abschaffung der Folter vergessen werden. Folter liegt eigentlich jenseits der Grenzen von Zivilisation. Kann aber jederzeit wieder eingef&uuml;hrt werden.</p>
<p class="p1">
	<strong>Ich halte uns Menschen im Westen f&uuml;r Meister des Selbstbetrugs.</strong><br />
	Kannt man so sagen, ja.</p>
<p class="p1">
	<strong>Wir nehmen uns als &auml;u&szlig;erst moralisch wahr. Wenn du im richtigen Laden einkaufen gehst, rettest du gleich noch die Welt mit, ohne wirklich irgendetwas zu tun. Die Kleidung, die wir tragen, wird gr&ouml;&szlig;tenteils von Lohnsklaven in der Dritte Welt produziert. Wir haben die Sklaverei eigentlich nur outgesourcet, aber nicht wirklich abgeschafft.</strong><br />
	Ja, tats&auml;chlich. Wir haben den Namen ge&auml;ndert und sie in andere L&auml;nder verfrachtet. Das Gleiche haben wir mit Verschmutzung der Industrie gemacht. Wir haben hochgiftige Produktionsprozesse nach China und Indien outgesourcet, damit wir uns sch&ouml;n umweltbewusst f&uuml;hlen k&ouml;nnen. Aber die G&uuml;ter, die wir nutzen, werden ja trotzdem noch genauso umweltverschmutzend hergestellt. Ich bin da auf Ihrer Seite, aber ich w&uuml;rde es dennoch nicht als Heuchelei bezeichnen. Denn Heuchelei setzt voraus, dass man die Wahrheit kennt.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/c22e778abcff24550c47fa5d7e4f9d41.jpg" style="height: 486px; width: 640px;" /></p>
<p class="p1">
	<strong>Das macht das Ganzen noch schlimmer&mdash;totale Verblendung.</strong><br />
	Tony Blair ist ein gutes Beispiel. Die Leute halten ihn f&uuml;r einen L&uuml;gner, aber ich glaube, das ist ein zu gro&szlig;es Kompliment! Ihm fehlt das moralische Verm&ouml;gen, um &uuml;berhaupt zu l&uuml;gen. Was auch immer er gesagt, w&auml;hrend des Irakkriegs, hat er geglaubt. Bei den Konflikten in Irak, Afghanistan usw. geht es nicht prim&auml;r um Ressourcen. Westliche Anf&uuml;hrer, aber auch Kommentatoren glauben tats&auml;chlich, dass sie Aufkl&auml;rung betreiben und fortschrittliche Werte in der ganzen Welt verbreiten.</p>
<p class="p1">
	<strong>Sie glauben also nicht, dass es sich um nett formulierten Imperialismus handelt?</strong><br />
	Nein, denn es wird in dem echten Glauben gehandelt, dass westliche Werte die ultimativen Werte dieser Welt sind. Trotz der immensen Probleme, die wir im Westen haben, glauben viele hier, wir seien die Krone der Geschichte. Das ist ein Mythos. Und hinter jedem Mythos steht der Wunsch nach Bedeutung f&uuml;r das eigene Leben.</p>
<p class="p1">
	<strong>Menschen brauchen jedoch Bedeutung. Ein sinnloses Leben ist unm&ouml;glich.</strong><br />
	Ich verneine nicht, dass wir Menschen Bedeutung selbst schaffen k&ouml;nnen, das ist eine der gro&szlig;en Gaben des Menschen. Aber es gibt keine im Universum eingeschriebene Bedeutung. Auch die Geschichte bewegt sich nicht auf einen Zielzustand zu. Mein Rat an alle, die Bedeutung brauchen, die dar&uuml;ber hinausgeht, was sie selbst f&uuml;r sich schaffen k&ouml;nnen, ist, sich einer Religion anzuschlie&szlig;en. Diese alten Mythen sind um einiges weiser als unsere modernen s&auml;kularen wie der Fortschrittsglaube.</p>
<p class="p1">
	<strong>W&uuml;rden Sie also den Fortschrittsmythos auch als eine Art von Religion bezeichnen?</strong><br />
	Definitiv. Unsere s&auml;kularen Mythen sind nichts anderes als religi&ouml;se Mythen recycelt. Minus die ganzen guten Eigenschaften.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<strong>In diesem Sinne k&ouml;nnte auch moderner Atheismus als Religion bezeichnet werden.</strong><br />
	Atheisten werden sehr sauer, wenn ich sie als religi&ouml;s bezeichne. Wenn Atheismus bedeutet, was es bedeuten sollte&mdash;also keine Verwendung f&uuml;r das Konzept &bdquo;Gott&ldquo; zu haben&mdash;, dann bin ich ein Atheist. Aber ich bin Prediger. Die Tatsache, dass vor ein paar Jahren Busse in London umhergefahren sind, auf denen stand &bdquo;There&#39;s probably no God!&ldquo;, ist absolut l&auml;cherlich. Du kannst Atheisten definitiv als religi&ouml;s bezeichnen, wenn sie predigen und andere konvertieren wollen.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/2232af39b0daf76281ba646cd1970f36.jpg" style="width: 640px; height: 428px;" /></p>
<p class="p1">
	<strong>Sind sie dabei eigentlich erfolgreich? Leute wie Richard Dawkins etwa?</strong><br />
	Nein. In Afrika konvertieren gerade Millionen zum Islam und immer mehr Chinesen werden Christen. Der Atheismus ist dagegen ein schlechter Witz der Geschichte. Was wir heute sehen, ist eher eine Riesenexpansion traditioneller Religionen. Der Atheismus ist ein Medienph&auml;nomen.</p>
<p class="p1">
	<strong>Ein anderer moderner Mythos ist das Gl&uuml;ck. &bdquo;Wie werde ich gl&uuml;cklich?&ldquo;, schreit es uns von allen Seiten entgegen. Ich habe erst vor Kurzem einen Vortrag eines Akademikers besucht mit dem Titel &bdquo;Wird das Gl&uuml;ck die Welt retten?&ldquo;.</strong><br />
	Hahaha. Das ist kurios!</p>
<p class="p1">
	<strong>Die L&ouml;sung wird dann wohl sein, dass wir einfach allen Antidepressiva geben, um alle messbar gleich gl&uuml;cklich zu machen &hellip;</strong><br />
	Gl&uuml;ck, so wie wir es heute verstehen, ist &uuml;berhaupt kein sinnvolles Ziel, glaube ich. Denn wenn Gl&uuml;ck das Ziel deiner Handlungen ist, dann bist du viel weniger risikobereit. Moderne Gl&uuml;cksvorstellung ist der falsche Glaube an Zufriedenheit. Der Irrglaube ist, dass du einen gewissen geistigen Zustand haben wirst, wenn du dein Leben auf eine bestimmte Art arrangierst. Ich denke aber, dass es viel spannender und erf&uuml;llender ist, einfach zu leben und das zu tun, was dich wirklich interessiert. Denn du wei&szlig;t nie, wie sich irgendwas entwickelt und ob du am Ende wirklich zufrieden bist oder nicht.</p>
<p class="p1">
	<strong>Aber irgendwie halten sich viele Leute f&uuml;r Maschinen, die man optimieren kann und muss. </strong><br />
	Ja, das ist zunehmend der Fall. Und, wie du sagst, wenn jemand so denkt, dann ist es nur noch ein kleiner Schritt zur chemischen Optimierung deines Gl&uuml;cksgef&uuml;hls. In Amerika und anderswo in der westlichen Welt steigt der Verbrauch von Antidepressiva rasant an. Fr&uuml;her gab es so was nicht. Ich frage mich also, was die Leute fr&uuml;her gemacht haben. Waren die die ganze Zeit depressiv?</p>
<p class="p1">
	<strong>Hahaha. Ja bestimmt. </strong><br />
	Ich habe Fortschritt mal das Prozac der Intellektuellen genannt. Viele Leute haben zu mir gesagt: &bdquo;Wenn ich nicht an Fortschritt glauben w&uuml;rde, k&ouml;nnte ich in der Fr&uuml;h nicht aufstehen.&ldquo; Aber da der Glaube an Fortschritt erst 200 Jahre alt ist, frage ich sie dann gerne: &bdquo;Was haben die Leute denn fr&uuml;her getan? Lagen die die ganze Zeit im Bett?&ldquo;</p>
<p class="p1">
	<strong>Das Erbe der Aufkl&auml;rung hat uns immer noch fest im Griff. Alles davor war, wie man meint, das Mittelalter.</strong><br />
	Ja. Die ganze Geschichte der Menschheit bis zur Aufkl&auml;rung war ein Vorspiel f&uuml;r uns bessere Menschen heute. Diese Annahme ist so absurd! Laut der Aufkl&auml;rung w&auml;re jeder vor ihr&mdash;also Leute wie Shakespeare&mdash;ein unentwickelter Mensch. Die Bef&uuml;rworter der Aufkl&auml;rung und der Fortschrittsidee glauben gerne, dass sie ein ganz besonders wichtiges Kapitel in dieser gro&szlig;en Geschichte sind. Leider existiert diese Geschichte aber nicht einmal. Es ist eine l&auml;cherliche Fiktion. &nbsp;</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/4c19333abdda9d4d8b7e3625410a7711.jpg" style="width: 448px; height: 600px;" /></p>
<p class="p1">
	<strong>Ist nicht der Glaube, dass alles immer besser wird, ein bisschen schizophren, wenn man bedenkt, dass wir gleichzeitig seit den 1970ern in einer Krise leben? </strong><br />
	Die rasanten Entwicklungen in der Technologie kreiert ein Phantom des Fortschritts. Handys werden immer besser, kleiner, billiger. Die Technologie ver&auml;ndert unser t&auml;gliches Leben permanent. Das gibt den Leuten auch das Gef&uuml;hl, dass sich die Gesellschaft weiterentwickelt. Aber in vielerlei Weise wird alles eher schlimmer. Unsere Lebensstandards sind in den letzten Jahren wieder drastisch gefallen.</p>
<p class="p1">
	<strong>Generell hei&szlig;t ja auch technologische Optimierung nicht automatisch eine Verbesserung des Lebens.</strong><br />
	Nat&uuml;rlich nicht. Technologischer Fortschritt ist ein zweischneidiges Schwert. Das Internet, zum Beispiel, hat mehr oder weniger die Privatsph&auml;re zerst&ouml;rt. Alles, was du tust, hinterl&auml;sst eine elektronische Spur.</p>
<p class="p1">
	<strong>Einige tr&auml;umen sogar davon, ihren Geist zu digitalisieren und dann im Internet ewig zu leben.</strong><br />
	Das ist schon irgendwie r&uuml;hrend. Aber auch absolut absurd. Sogar, wenn es m&ouml;glich w&auml;re, dein ganzes Gehirn hochzuladen, w&auml;rest das nicht du.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<strong>Es scheint ein gro&szlig;es Missverst&auml;ndnis zu geben, was es bedeutet, du selbst zu sein.&nbsp;</strong><br />
	Ja. Du hast das Selbst, das du bist, nicht gew&auml;hlt. Du bist unersetzbar. Einzigartig. Wir sind, wer wir sind, wegen der Leben, die wir haben. Und das beinhaltet, einen K&ouml;rper zu haben, geboren zu werden und zu sterben.</p>
<p class="p1">
	<strong>Vor allem sterben ...</strong><br />
	Ja, das vor allem. Viele der modernen Ph&auml;nomene wie der Fortschrittsglaube sind eigentlich nichts anderes als der Versuch, der Realit&auml;t des Todes zu entgehen. Jedes unserer Leben ist aber einmalig. Und endg&uuml;ltig. Es gibt keine zweite Chance. Das hier ist keine Probe. Es ist sehr einfach, dieser Realit&auml;t zu entfliehen mittels Religion, aber das verachte ich nicht. Wenn jemand das braucht, ist das OK. Was ich aber auf jeden Fall verachte, sind Leute, die eigentlich Religion verachten und auf einmal ein Verlangen nach religi&ouml;sen Ausfl&uuml;chten wie dem Hochladen des Geistes ins Internet entwickeln. Das Verlangen selbst nicht.&nbsp;</p>
<p class="p1">
	<strong>Sich selbst ins Netz hochzuladen, klingt irgendwie verdammt stark, wie nach dem Tod in den Himmel zu kommen.</strong><br />
	Ich bin ein komplett nichtreligi&ouml;ser Mensch. Aber im Vergleich zu dieser ganzen virtuellen Unsterblichkeit ist sogar die Wiederauferstehung der Toten noch glaubw&uuml;rdiger. Denn es ist per Definition ein Wunder und unerkl&auml;rbar. Was ist denn die Realit&auml;t des Cyberspace? Cyberwar! Hinter diesem ganzen Gerede &uuml;ber virtuelle Unsterblichkeit steht eigentlich eine christliche Weltanschauung.</p>
<p class="p1">
	<em>Folgt Johannes bei Twitter:&nbsp;<a href="https://twitter.com/JohnVouloir">@JohnVouloir&nbsp;</a></em></p>
<p class="p1">
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/London-city-investmentbanking-bonus-Geraint-Anderson"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/London-city-investmentbanking-bonus-Geraint-Anderson/4c25be129a1d6453935adec11a7a394e_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/London-city-investmentbanking-bonus-Geraint-Anderson">Ein Ex-Banker packt aus &uuml;ber die blutr&uuml;nstige Finanzszene</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Der City Boy hat alle Regeln der Branche gebrochen und packte aus: Huren, Koks, Betr&uuml;gereien und nat&uuml;rlich Kohle.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/news-europa-wird-chinas-disneyland-prof-alfred-steinherr"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/news-europa-wird-chinas-disneyland-prof-alfred-steinherr/0e00ffa9d30f098d669d09e03cb6f178_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/news-europa-wird-chinas-disneyland-prof-alfred-steinherr">Europa wird Chinas Disneyland</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Prof. Alfred Steinherr, der Senior Economist beim IWF und Chief Economist der Europ&auml;ischen Investitionsbank war, malt uns ein ziemlich d&uuml;steres Bild zur Lage Europas und Deutschlands.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/leichenbraute-und-zwangsabtreibungen-wie-chinas-ein-kind-politik-immer-noch-leben-kaputt-macht"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/leichenbraute-und-zwangsabtreibungen-wie-chinas-ein-kind-politik-immer-noch-leben-kaputt-macht/d5ac77ce89f341532e7ae4198ab66d1e_vice_95x95.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/leichenbraute-und-zwangsabtreibungen-wie-chinas-ein-kind-politik-immer-noch-leben-kaputt-macht">Leichenbr&auml;ute und Zwangsabtreibungen: Wie Chinas Ein-Kind-Politik immer noch Leben zerst&ouml;rt</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Chinas Ein-Kind-Politik hat eine lange Schreckensliste erschaffen, auf der neben Kinderhandel auch Kindermord, Genderzid, das Zur&uuml;cklassen von S&auml;uglingen und Zwangsabtreibungen stehen.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/182924</guid>
<author>Johannes Niederhauser</author>
<category>stuff, Fortschritt, gesellschaft, Idiocracy, Fortschrittsglaube</category>
</item>
<item>
<title>Wie ein abgelegenes laotisches Dorf zu Asiens Cancún wurde</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/wie-ein-abgelegenes-laotisches-dorf-zu-asiens-cancun-wurde-oooo445-v9n3</link>
<pubDate>Thu, 04 Apr 2013 06:00:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/b16612dffbe6b9e2ab7e96472934702d.jpg" style="width: 640px; height: 426px;" /><br />
	<i style="font-family: Arial; font-size: 11px; line-height: 16px;">Foto von Florence Earle</i></p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="85">
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/3ee06ca326e39a8b84794eab08e6cd04.jpg" style="border-width: 1px; border-style: solid; width: 75px; height: 50px;" /></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	Vang Vieng ist eine Kleinstadt mit 25.000 Einwohnern am Ufer des Flusses Nam Sam mitten in den Regenw&auml;ldern des nordwestlichen Laos. Man findet dort H&ouml;hlen, Lagunen und &uuml;ppige, gr&uuml;ne H&uuml;gel&mdash;eine Landschaft, die mich bis vor Kurzem glauben lie&szlig;, dass Laos, das Geburtsland meiner Mutter, weitgehend frei sei von exzessiven westlichen Konzepten wie &bdquo;Partying&ldquo;.<br />
	<br />
	Seit den fr&uuml;hen 2000er Jahren ist das beschauliche D&ouml;rfchen allerdings zum Ziel betrunkener europ&auml;ischer Rucksacktouristen geworden, sodass Vang Vieng heute in der Liste der laotischen Tourismusziele ganz oben rangiert. Der Ort hat der Tourismusbranche des Landes einen Schub gegeben, sich dabei aber an die Bed&uuml;rfnisse der ausw&auml;rtigen G&auml;ste angepasst und dadurch sehr ver&auml;ndert.<br />
	<br />
	So s&auml;umen die Hauptstra&szlig;e des St&auml;dtchens mittlerweile Bars, in denen <i>Friends</i> und <i>Family Guy</i> in Dauerschleife laufen, und serviert werden Whiskey-Taurin-Cocktails in Strandeimerchen. Auch Opium, halluzinogene Pilze, Methamphetamin und andere Substanzen, die dich schnell in einen laotischen Knast bringen k&ouml;nnen, bekommt man problemlos. Zudem gibt es eine Handvoll Clubs, die von vietnamesischen Gangs gef&uuml;hrt werden. Komischerweise berichtete meine Schwester Florence 2005 nach ihrem ersten Besuch in Vang Vieng, Polizei habe sie dort nirgends gesehen. &bdquo;Touristen k&ouml;nnen jederzeit ungehindert harte Drogen kaufen&ldquo;, sagt sie. In Restaurants werden Cannabis und Opium f&uuml;r 80.000 Kip das Gramm verkauft (knapp 8 Euro) und dazu Essen wie Pasta oder Pfannkuchen, &bdquo;auch wenn niemand eine Ahnung von der Zubereitung hat.&ldquo;<br />
	<br />
	Ich bin sicher, viele Einheimische st&ouml;rt es, st&auml;ndig von ewig betrunkenen und bekifften Leuten umgeben zu sein, die sich in aufblasbaren Gummischl&auml;uchen den Fluss runtertreiben lassen. Doch die meisten Anwohner beschweren sich nicht und sehen den Zustrom von Rucksacktouristen als willkommene Einnahmequelle. Einige verleihen Autoschl&auml;uche (zwei Stunden kosten etwa 1,50 Euro), wobei die Touristen normalerweise vorher eine Erkl&auml;rung unterzeichnen m&uuml;ssen, die den Verleih von allen Anspr&uuml;chen freispricht, sollte sich jemand verletzen oder gar sterben&mdash;und Todesf&auml;lle sind nicht selten. 2011 wurden 27 Todesf&auml;lle durch Ertrinken oder nach Spr&uuml;ngen auf felsigen Untergrund verzeichnet. Laut der Sch&auml;tzung eines Arztes im <i>Guardian </i>werden t&auml;glich zwischen f&uuml;nf und zehn Touristen ins Krankenhaus gebracht, die meisten wegen tiefer Schnittwunden, Knochenbr&uuml;chen oder in Folge von Alkohol- oder Drogenmissbrauch.<br />
	<br />
	2012 berichtete die <i>Vientiane Times</i>, die gr&ouml;&szlig;te englischsprachige Tageszeitung in Laos, &uuml;ber das Inkrafttreten einer Sperrstunde und die Schlie&szlig;ung illegaler Bars nach schwerwiegenden Unf&auml;llen und geh&auml;uften Beschwerden der Anwohner. &Uuml;berraschend kommt das nicht, denn der internationale Tourismus ist in Laos, das lange Jahre franz&ouml;sische Kolonie war, ein heikles Thema. In den 1950er Jahren, w&auml;hrend ihrer Kindheit in Luang Prabang, hat meine Mutter dort keinen einzigen Touristen gesehen. &bdquo;Damals kannte jeder jeden&ldquo;, sagt sie. &bdquo;Abgesehen von einigen Staatsbeamten und Diplomaten hat niemand je das Land verlassen.&ldquo;<br />
	Die UNO hat die laotischen Beh&ouml;rden gebeten, die historischen und kulturellen Wahrzeichen des Landes zu bewahren. Doch besitzt Vang Vieng, das sich in einen touristischen Sumpf verwandelt hat, davon nur sehr wenige. Ein Problem wird den Menschen auch hier langsam bewusst: Sobald man anf&auml;ngt, Touristen anzuziehen, wird es schwierig, hin und wieder mal ein wenig Ruhe zu bekommen.<br />
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/181285</guid>
<author>Julie Le Baron</author>
<category>stuff, Mushroom, magic mushrooms, Ballermann, Cancun, Laos, Spring Break, Saufen, Feiern, Party, Eskapismus</category>
</item>
<item>
<title>Skinema: Gimme a Fucking Spring Break #4</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/gimme-a-fucking-spring-break-4-0000458-v9n3</link>
<pubDate>Thu, 04 Apr 2013 05:42:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/05d1233933c42d25b52b2070b8a9d467.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /><br />
	&nbsp;</p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="220">
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/38c84eb0b6879d57e895756d2f18b4fc.jpg" style="width: 239px; height: 335px; float: left; margin-right: 10px; border-width: 1px; border-style: solid;" /><br />
				&nbsp;</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	<i><b>Bewertung: </b>7<br />
	<b> </b><a href="http://www.Pinkvisual.com" target="_blank">Pinkvisual.com</a></i><br />
	<br />
	Obwohl ich in weniger als drei Jahren aus sechs der prestigetr&auml;chtigsten Hochschulen New Jerseys geflogen bin, war ich nie bei einem dieser verr&uuml;ckten, in Billigbier getr&auml;nkten Strandgelage namens Spring Break mit dabei. Ich erinnere mich daran, dass einmal, lange nachdem ich das College abgebrochen hatte, vier junge M&auml;dels versuchten, mich mit dem Spirit von Spring Break zu infizieren. Damals schmiss ich jede Menge Pillen ein und ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wie es dazu kam, dass sie letztendlich eine Woche bei mir bleiben sollten, aber die Anf&uuml;hrerin der Truppe war die j&uuml;ngere Schwester einer Freundin meiner kleinen Schwester. Ich wei&szlig; noch, dass die Freundin meiner Schwester echt hei&szlig; war, mit gro&szlig;en Titten, und als ihre kleine Schwester mich dann &uuml;ber Facebook fragte, ob sie und ihre drei Klassenkameradinnen bei mir unterkommen k&ouml;nnten, malte ich mir dann in Gedanken unterhalb ihres Profilbildes einen K&ouml;rper mit gro&szlig;en Titten aus. Traurigerweise geh&ouml;rt Malen als Wahlfach zu den vielen Kursen, bei denen ich versagt habe, und ihre Titten, wenn sie denn je welche hatte, blieben in New Jersey.<br />
	<br />
	Sie klopften eines Morgens, an dem ich bereits viel zu sp&auml;t f&uuml;r die Arbeit war, viel zu fr&uuml;h an meine T&uuml;r, und zwar heftig und ohne Unterbrechung. Ich hatte dieses Klopfen in dem Jahr, in dem ich in einem rein schwarzen Block gewohnt hatte, der fest in den H&auml;nden der Crips war, nur zu oft geh&ouml;rt; meine Besucherinnen hatten eine Schei&szlig;angst davor, von den Gangbangers, die morgens, mittags und abends an meinem Vorderzaun lehnten, vergewaltigt, get&ouml;tet oder verst&uuml;mmelt zu werden.<br />
	<br />
	Ich steckte meinen verschwitzten, aufgedunsenen und verstopften K&ouml;rper in ein l&auml;ngst &uuml;berf&auml;lliges Paar Boxershorts&mdash;mehr nicht&mdash;und machte mich auf, um sie in Empfang zu nehmen. Sie rannten an mir vorbei in &bdquo;Sicherheit&ldquo;, ohne auch nur Hallo zu sagen, wie Hunde, die superdringend pinkeln m&uuml;ssen. Die Crips drau&szlig;en schauten mich fragend an. Ich lie&szlig; ihnen ein anerkennendes Nicken zukommen: &bdquo;Meine Herren.&ldquo;<br />
	<br />
	Damals hatte ich Handwaffen in diversen Zust&auml;nden auf dem Couchtisch verteilt, von geladen bis komplett auseinandergenommen, um sie zu reinigen.<br />
	<br />
	&bdquo;Wir dachten, du lebst in Hollywood?&ldquo;, meinte ihre tittenlose Anf&uuml;hrerin. &bdquo;Wo zum Teufel sind wir? WIRD MAN UNS T&Ouml;TEN?&ldquo;<br />
	<br />
	&bdquo;Ihr seid bei mir zu Hause. Benehmt euch entsprechend und ihr m&uuml;sst keine Angst haben. Ich w&uuml;rde nur nicht in einem roten Kleid nach drau&szlig;en gehen.&ldquo;<br />
	<br />
	Meine Worte schienen sie nicht zu beruhigen. Mein Bier allerdings schon.<br />
	<br />
	&bdquo;Also, was machen wir als Erstes?&ldquo;, fragte der Rotschopf.<br />
	<br />
	&bdquo;Nun, ich werde dieses Bier austrinken, mir eine Line reinziehen und dann arbeiten gehen. Ich habe keine Ahnung, was ihr macht.&ldquo;<br />
	<br />
	&bdquo;Ich dachte, du zeigst uns die Gegend&ldquo;, sagte ihre Anf&uuml;hrerin.<br />
	<br />
	&bdquo;Das habe ich nie gesagt. Ich kenne euch ja nicht mal. Ich dachte, ihr h&auml;ttet viel gr&ouml;&szlig;ere Titten.&ldquo;<br />
	<br />
	Sie schauten mich sprachlos an. Die Graum&auml;usige fing an zu weinen: &bdquo;Ich habe ja gleich gesagt, dass wir nach Canc&uacute;n gehen sollen!&ldquo;<br />
	<br />
	Als ich an dem Abend zur&uuml;ckkam, waren sie weg.<br />
	<br />
	&bdquo;Die Bitches haben sich davongemacht&ldquo;, berichtete mir der gr&ouml;&szlig;te der Gangbanger. &bdquo;Sie haben deine Haust&uuml;r weit offen stehen lassen. Ich habe sie f&uuml;r dich zugemacht.&ldquo;<br />
	<br />
	&bdquo;Vielen Dank&ldquo;, sagte ich. &bdquo;Das war wirklich nett von dir.&ldquo;<br />
	<br />
	<br />
	<span style="font-size: 11px; font-family: Arial; line-height: 16px;"><i>Noch mehr Bescheuertes findet ihr auf <a href="http://www.chrisnieratko.com" target="_blank">ChrisNieratko.com</a> und <a href="twitter.com/Nieratko" target="_blank">twitter.com/Nieratko</a>. Schaut euch auch die </i>Skinema<i>-Show auf VICE.com an.</i><br />
	</span><br />
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/182666</guid>
<author>Chris Nieratko</author>
<category>stuff, </category>
</item>
<item>
<title>Kunstunterricht und LSD-Erfahrungen mit Daniel Richter</title>
<link>http://www.vice.com/de/read/kunstunterricht-mit-daniel-richter</link>
<pubDate>Wed, 03 Apr 2013 09:26:00 +0100</pubDate>
<description><![CDATA[<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/89a3df6fa29c925bd82d32ac24f7dd49.jpg" style="width: 640px; height: 427px;" /><br />
	<br />
	Daniel Richter ist insgeheim Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter K&uuml;nstler. Er kommt aus Hamburg, lebt jetzt aber in Berlin. Seinen Ruhm erlangte er durch seine Kunst &uuml;ber Politik, doch jetzt malt er nur noch coole, psychedelische Gem&auml;lde, die wie Bayern auf LSD aussehen.</p>
<p>
	Setz dich 20 Minuten mit Daniel Richter hin und du wirst merken, dass er ein echt entspannter Typ ist. Er tr&auml;gt Cordhosen und seine Haare sind auf 60er Jahre gestylt. Und vielleicht erinnerst du dich an <a href="http://www.vice.com/art-talk/daniel-richter">seinen Folge bei Art Talk</a>.&nbsp;Der 50-j&auml;hrige K&uuml;nstler unterrichtete fr&uuml;her an der Universit&auml;t der K&uuml;nste (mittlerweile aber in Wien) und macht Bilder mit Spr&uuml;hfarbe, was manchmal wie Graffiti aussieht. Seine Kunst ist im Museum of Modern Art in New York (uh lala) und im Centre Pompidou in Paris zu bewundern.</p>
<p>
	Richter hat sechs gro&szlig;e, neue Bilder gemalt, die noch bis zum 30. April im Contemporary Fine Arts in Berlin ausgestellt werden&mdash;einer der schicksten Galerien in Mitte, die normalerweise ihre Arbeiten f&uuml;r Millionen verkauft (der Golden-Globe-Gewinner und Regisseur von <em>Bevor es Nacht wird</em>&nbsp;Julian Schnabel hat dort auch mal ausgestellt). Das ist der wichtigste und bekannteste Ort, um seine Kunst auszustellen, und sie haben dort sogar zwei Sicherheitsleute am Eingang, die deinen Rucksack durchchecken. Das ist wie ein Museum f&uuml;r K&uuml;nstler, die noch am Leben sind.</p>
<p>
	Ich bekam per E-Mail eine Einladung der Galerie, um Richter an einem Samstagnachmittag dort zu interviewen. Er gab erst gar keine gro&szlig;e Er&ouml;ffnungsfeier mit Hunderten G&auml;sten.</p>
<p>
	Wir gingen also in den Hinterraum mit schicken Designerst&uuml;hlen und Bildern von Leuten, die ich nicht kannte. Ich schmiss mein Diktierger&auml;t an und nahm ein 20-min&uuml;tiges Interview auf (obwohl ich eigentlich nur zw&ouml;lf Minuten zugesagt bekommen hatte). Richter ist sehr philosophisch. Dieser R&uuml;cklick auf seine Kunstschule f&uuml;hlte sich an, als w&auml;re ich die ganze Zeit auf LSD gewesen.<br />
	&nbsp;<br />
	<strong>VICE: Kannst du mir sagen, worum es in den Bildern geht?</strong><br />
	<strong>Richter:</strong> Oh! Wenn &uuml;berhaupt geht es darum, eine gewisse Abbildung nicht mehr zu machen. In den letzten zehn oder zw&ouml;lf Jahren habe ich mich mit der Figuration besch&auml;ftigt, und dabei handelt es sich sehr oft um politische Ideen. In den letzten Jahren ging es um heroische Landschaften und die Romantik von klischeehafter M&auml;nnlichkeit, wie rauchenden Cowboys und Waffen. Das sind alles unterbewusste Bilder der M&auml;nnlichkeit. Aber ich wollte das nicht nochmal machen ...&nbsp;</p>
<p>
	<strong>Stimmt.</strong><br />
	Am Ende des Tages sind alle Gem&auml;lde einfach flache Gegenst&auml;nde. Ich dachte, es w&auml;re gut, auch mal nichtrepr&auml;sentative Bilder zu malen, die Freiheit der Gesten und Experimente darstellen. Ich wollte also nichts Figuratives mehr machen und Reinheit vermeiden. Ich bin kein gro&szlig;er Purist. Es ging mir ums Malen und den Versuch, einen Code zu gestalten, wo das Experiment eine gr&ouml;&szlig;ere Rolle spielt als eine Ideologie.</p>
<p>
	<strong>Ist es schwierig, &uuml;ber die Malerei zu sprechen?</strong><br />
	Es ist schwieriger, als &uuml;ber die meisten anderen Themen zu sprechen.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/77c97221234f1aa8aa021ceebda8770b.jpg" style="width: 640px; height: 432px;" /><br />
	<em>Daniel Richter,&nbsp;</em>&bdquo;<em>Zweifel an der Monokausalit&auml;t</em>&ldquo;<em>, 2013</em></p>
<p>
	<strong>Oder Autounf&auml;lle.</strong><br />
	Aber &uuml;ber Autounf&auml;lle zu reden, w&auml;re komplizierter. Das ist ein bisschen so wie bei der Musik. Die Vagheit macht es so besonders f&uuml;r mich. Ein Bild bewegt sich nicht, so wie ein Berg. Es ist ein lebloser Gegenstand. Wie der Berg evoziert es Reflektionen der malenden Person. Die Malerei ist wie die Musik&mdash;pr&auml;zise aber auch unklar. Die Qualit&auml;t eines Bildes ist nichts, was du in eine Sprache &uuml;bersetzen kannst. Wenn du es &uuml;bersetzen k&ouml;nntest, br&auml;uchtest du kein Bild daf&uuml;r. Die Malerei unterscheidet sich von anderen Kunstarten, da ein Werk oder ein K&ouml;rper betrachtet wird. Es ist nicht wie ein Film, den man f&uuml;r anderthalb Stunden anschaut und der dir was erz&auml;hlt. Musik findest du in einem dreimin&uuml;tigen Lied oder im Jazz, wo du gut zuh&ouml;ren musst, um die Struktur des Liedes zu erkennen. Die Malerei bewegt sich nicht und du entscheidest, wie viel Zeit du damit verbringen willst. Entweder du verstehst das Werk sofort oder &uuml;berhaupt nicht. Das Bild wirkt auf dich irgendwie, selbst wenn du Chaos veranstaltest oder Materialen anordnest, die nicht zusammenpassen. Alles liegt innerhalb von einer Sekunde vor dir. Wie du es deutest, h&auml;ngt von dir ab. Das gilt f&uuml;r alles. F&uuml;r meine Gro&szlig;mutter war es sehr schwer, Popmusik zu verstehen. F&uuml;r sie klang alles nach Free Jazz, da sie nichts damit anfangen konnte.</p>
<p>
	<strong>Wo wohnst du?</strong><br />
	Ich komme aus Hamburg, aber ich lebe seit zwei Jahren in Berlin.</p>
<p>
	<strong>Wie gef&auml;llt es dir?</strong><br />
	Berlin ist eine beschissene Stadt, aber ich wohne trotzdem gerne hier.&nbsp;</p>
<p>
	<strong>Bist du also eher alleine oder treibst du dich in der Stadt herum?</strong><br />
	Berlin ist mir fremd, als w&auml;re es Toronto.</p>
<p>
	<strong>Ich komme aus Toronto!</strong><br />
	Siehst du? Unterbewusste Kommunikation.</p>
<p>
	<strong>Deine Kunst scheint sehr unbearbeitet und roh.</strong><br />
	Das Politikdrama hat mich fr&uuml;her sehr interessiert, genauso wie die Zweideutigkeiten, die du findest, wenn du beispielsweise eine Demonstration siehst&mdash;es kann eine Demonstration sein, aber auch etwas komplett anderes.</p>
<p>
	<strong>Wie Gesellschaftst&auml;nze?</strong><br />
	Ja. Also, ich wohne in Berlin, aber ich wei&szlig; nichts &uuml;ber diese sogenannte Szene. Ich wei&szlig;, dass es dort viel improvisierte Musik gibt und Hunderte Leute super Sachen machen. Ich habe im Studio viel Zeit mit Lesen und Musikh&ouml;ren verbracht und ich sa&szlig; viel in Restaurants. Diese Bilder sind in den letzten acht Monaten entstanden. Es war viel Arbeit. Wenn ihr es aufh&auml;ngt, bin ich gl&uuml;cklich damit. Ich denke nicht dar&uuml;ber nach, wie schwer es war. Aber es war viel Arbeit, und das vergesse ich oft.</p>
<p>
	<strong>Es scheint viel Frische zu besitzen.</strong><br />
	Interessante Bemerkung. Vorher ging es um kulturellen Pessimismus und eine d&uuml;stere Melancholie. Jetzt verdoppelt das Bild die Melancholie meiner Meinung nach. Es ist ein antikulturelles Bild.</p>
<p>
	<img alt="" src="http://assets.vice.com/content-images/contentimage/no-slug/b325aef2beaf16c895e967a9d08e0892.jpg" style="width: 640px; height: 434px;" /><br />
	<em>Daniel Richter,&nbsp;</em>&bdquo;<em>Erfindung des guten Irrtums</em>&ldquo;<em>, 2013</em></p>
<p>
	<strong>Wie hat diese Ver&auml;nderung angefangen?</strong><br />
	Ich hatte eine Ausstellung in L.A. und kam im Sommer zur&uuml;ck. Ich hatte im Studio noch Arbeit, die ich nicht beendet hatte, und konnte mich einfach nicht mehr einf&uuml;hlen. Ich wusste mal, was ich machen wollte, aber es gab keinen Grund mehr, es zu tun.</p>
<p>
	<strong>Menschen ver&auml;ndern sich.</strong><br />
	Ja, so in der Art.&nbsp;</p>
<p>
	<strong>Viele K&uuml;nstler haben auch Angst vor Ver&auml;nderung und davor, nicht mehr erkannt zu werden.</strong><br />
	Na ja, nicht unbedingt. Jeder versucht, wie ein Fremder auf seine eigene Arbeit zu schauen. Manchmal besteht die Gefahr, den Kontakt zu verlieren. Du sagst zu dir selber: &bdquo;Das ist zu formalistisch.&ldquo; Mir fehlt ein wenig Aggression darin oder eine gewisse entgegenwirkende Beschaffenheit. Aber du findest es nur, indem du es tust.&nbsp;</p>
<p>
	<strong>Also hast du es getan!</strong><br />
	Ich glaube, es ist gut geworden. Sich zu wiederholen, ist doch langweilig.&nbsp;</p>
<p>
	<strong>Wann hattest du das Gef&uuml;hl, deinen gro&szlig;en Durchbruch zu haben?</strong><br />
	Ich hatte nie das Gef&uuml;hl von einem gro&szlig;en Durchbruch. Ich f&uuml;hle mich eher, als h&auml;tte ich damals und auch jetzt einen Zusammenbruch gehabt. Zweimal. Ich glaube nicht an H&ouml;hen und Tiefen. Ich glaube daran, dass sich Gebiete ver&auml;ndern. Wenn du von der Gestaltung zur Non-Figuration &uuml;bergehst, ist es wichtig, sich Bilder anzuschauen, die sich auf unsere Welt beziehen. Ich mache mittlerweile auch andere Sachen. H&ouml;hlenmalerei mit Fl&auml;chenelementen, oder Geschichten, die sich mehr darauf konzentrieren, Bilder herauszuschneiden. Ich glaube, alles, was du f&uuml;r dich selber neu machst, bringt dich auf ein neues Level. Jetzt sind es psychedelische, paranoide, surreale Gef&uuml;hle und Emotionen. Fr&uuml;her war ich pr&auml;ziser in Bezug auf Dinge, die in der Vergangenheit passierten.</p>
<p>
	<strong>Es sieht aus wie Bayern auf LSD.</strong><br />
	Haha. Ich mag hohe Farbaufl&ouml;sungen.</p>
<p>
	<strong>Was steht bei dir als N&auml;chstes an?</strong><br />
	Ich werde im Studio malen.</p>
<p>
	<strong>Was ist dein gr&ouml;&szlig;ter Wunsch?</strong><br />
	Lange zu leben, Friede f&uuml;r die Menschheit und dass b&ouml;se Menschen brutal bestraft werden.</p>
<p>
	&nbsp;</p>
<hr style="color: black; background: black; height: 1px; width: 100%; " />
<p>
	<font style="letter-spacing: 2px;"><b>EMPFOHLENE ARTIKEL</b></font></p>
<p>
	&nbsp;</p>
<table border="0" cellpadding="5" cellspacing="5">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="left" height="75" valign="top" width="85">
				<a href="http://www.vice.com/de/read/john-hopkins-hat-die-60er-erfunden"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/john-hopkins-hat-die-60er-erfunden/9a13d914f1bfa5da45013aa7e8e669fd_vice_670.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/john-hopkins-hat-die-60er-erfunden"> John Hopkins hat die 60er erfunden</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Yoko Ono hat in den 60ern eine Menge Happenings gemacht. Aber im Gro&szlig;en und Ganzen waren ihre ziemlich langweilig. Diss! </span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="http://www.vice.com/de/read/nsfw-die-mutter-aller-groupies"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/nsfw-die-mutter-aller-groupies/1c087be8af09bac5e7d44064b141953b_vice_670.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="http://www.vice.com/de/read/nsfw-die-mutter-aller-groupies"> Die Mutter aller Groupies</a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;"> Wir m&ouml;gen Penisse, wir m&ouml;gen Rockstars und wir lieben Rockstarpenisse.</span></td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="www.vice.com/de/art-talk/daniel-richter1"><img height="75px" src="http://assets.vice.com/content-images/article/daniel-richter/fc566427d4d38aa62bc885b3ef4fd4a3_thumb.jpg" width="75px" /></a></td>
			<td align="left" height="75" valign="top">
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:15px; font-weight: bold; line-height: 20px;"><a href="www.vice.com/de/art-talk/daniel-richter"> Art Talk Daniel Richter </a></span><br />
				<span style="font-family:'Arial'; font-size:11px; line-height: 15px;">Daniel Richter hat in den 80ern damit angefangen Plattencover f&uuml;r Punkbands zu machen, bevor er zum Saatchi-gekr&ouml;nten Lieblingskind der Kunstwelt wurde.</span></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
<p>
	&nbsp;</p>

]]></description>
<guid isPermaLink="false">http://www.vice.com/182756</guid>
<author>Nadja Sayej</author>
<category>stuff, Daniel Richter, Art Talk, Neo Rauch, Maler, Malerei, Leipzig, Kunst</category>
</item>
</channel></rss>