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Eurovision: Im Reich der Öldiktatur - Teil 1

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Der Eurovision Song Contest ist das größte Popmusik-Fernsehspektakel der Welt. Ich habe ihn mir zuvor nur im Fernsehen angesehen, aber als ich hörte, er würde dieses Jahr in Aserbaidschan stattfinden, wusste ich, dass ich live dabei sein wollte.

Aserbaidschan ist ein ölreiches Land, direkt neben dem Iran. Noch nie mussten Fans und Teilnehmer des Contests weiter in den Osten reisen. Vor dem Sieg des aserbaidschanischen Teilnehmers im letzten Jahr wußte kaum jemand in Europa oder der Welt viel über das kleine Land am Kaspischen Meer. Doch plötzlich lag es im Fokus der Berichterstattung.

Aserbaidschan wird mehr oder weniger von einer einzigen Familie regiert—den Alyievs. Ihnen gehört ein Großteil der nationalen Ressourcen, was sie nicht gerade geheim halten. Alle wichtigen Regierungspositionen sind mit Familienmitgliedern besetzt. Jede Art der Opposition wird schnell unterdrückt.

Ich wollte herausfinden, wie sich die internationale Berichterstattung über dieses postsowjetische Land entwickeln würde. Die Eurovision-Popschlacht versprach einiges—sieben Babuschkas, die über Kuchen singen, den siebzigjährigen Schnulzensänger Engelbert Humperdinck, ein beängstigender Mönch und eine Frau, die einen Song über Flirten auf Facebook vorträgt.

War das der absolut trashigste Tiefpunkt des Eurovision Song Contests? Und konnten die Macher tatsächlich behaupten, es handle sich um eine nicht-politische Veranstaltung, obwohl die Pressefreiheit im Austragungsland laut Human Rights Watch extrem gefährdet ist?


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