Quantcast
What, what in the bubble butt

Die Evolution hat vielleicht nie mit Enema-Pornos gerechnet, aber Ärsche super finden ist trotzdem völlig natürlich.

Foto: Denis Bocquet | flickr | cc by 2.0

Seit Menschen aufrecht gehen und die Schamlippen der Weibchen nicht mehr von aller Welt einsehbar sind, hat sich sexuell ein großer Paradigmenwechsel vollzogen: Wir haben unser Fortpflanzungsinteresse von der Muschi fast komplett auf den Arsch verlagert. Manche werden mir widersprechen und sich auf ihre innige Liebe für Busen rausreden.

Diesen Leuten kann ich nur erwidern, dass sie zirka zwei Jahrzehnte Evolutionsforschung verpasst und bei sekundären Geschlechtsmerkmalen scheinbar noch nie genau hingeschaut haben, weil sie andernfalls längst wüssten, wie ähnlich sich Brüste und Ärsche wirklich sehen.

Insgesamt ist der Busen nur bei Menschenweibchen auch außerhalb der Stillzeit angeschwollen, um das Verschwinden der Vagina zwischen den Beinen zu kompensieren und Männchen über andere Wege auf die Fortpflanzungsbegabung des Weibchens hinzuweisen.

Foto: Alex-501 | flickr | cc by 2.0

Das ist natürlich keineswegs eine rein menschliche Sache (auch wenn es verdammt menschlich ist, auf Brüste und Ärsche zu stehen). Tatsächlich ist das Prinzip dahinter dasselbe wie bei praktisch jedem Balzverhalten im gesamten Tierreich, nur mit umgekehrter Rollenverteilung: Das Männchen bläst sich vor dem Weibchen auf und lenkt dieses davon ab, dass es ein kleines Zumpfi hat.

Der wesentliche Unterschied ist nur, dass wir Menschen zu viel Verstand und Fantasie haben, als dass es beim reinen Umweg-Gebalze bleiben würde. Stattdessen sind wir Menschen auch Umweg-Bumser. Als einzige Spezies der Erde haben wir die Balzorgane und -rituale zweckentfremdet, umgewidmet und selbst zum Fetischobjekt unserer feuchten Träume gemacht.

Vielleicht ist aber auch das keine Perversion der natürlichen Ordnung, sondern nur von der Evolution vorprogrammierte Art der Geburtenkontrolle. Wenn dem so ist, kann ich der Natur nur gratulieren—Arschsex und Busenanziehung sind definitiv wünschenswertere Wege aus der Überbevölkerung als die Ein-Kind-Politik der Chinesen, die Schuld daran ist, dass wir aktuell mit der größten Plage der Geschichte konfrontiert sind: nämlich 1,3 Milliarden Einzelkinder (nur falls ihr euch wieder mal wundert, weshalb euch dieses Land so komisch vorkommt).

Sollte das Ganze doch nicht zum "großen Plan" des ziellos vor sich hin wuchernden Universums gehören, weil kein Gen und keine Zelle jemals mit dem Erfindungsreichtum japanischer Enema-Pornos gerechnet hätte, kann man sich als Freund von Popos und Titties immer noch damit trösten, dass wir Menschen am Ende des Tages trotzdem Teil der verdammten Natur sind—und damit auch alles, was wir tun, ein direkter "Auswuchs" derselben natürlichen Ordnung ist, aus der auch die Mitglieder der Westboro Baptist Church gemacht sind.

Und außerdem: Wessen Fehler ist es bitteschön, dass die Natur sich (und damit uns) nicht zu Ende gedacht hat? Sicher nicht meiner. Und ich werde auch sicher nicht dafür bezahlen, indem ich mir das neue Eric Wareheim-Video zu Major Lazers Bubble Butt deshalb NICHT zehnmal am Tag ansehe und NICHT zu jeder hüpfenden Orangenfalte mindestens einmal Mütze-Glatze spiele.

Seit Gangnam Style und Harlem Shake die Halbwertszeit von YouTube-Phänomenen drastisch heruntergesetzt haben, dauert es klarerweise auch immer kürzer, bis die ersten sich genervt die Ohren mit Arschbacken abdichten, um dem nächsten Dauerschleifenlied zu entgehen. Bei Bubble Butt war diese Zeitspanne nicht viel länger als einen Tag. Zumindest bei manchen. Aber ich habe auch bis heute kein Problem mit Fear and Loathing in Las Vegas und habe den Film über 60 Mal gesehen. Insofern.

Und wenn einem das Video nach einigen Tagen doch aus anderen Gründen zu sehr auf die Nerven geht, zum Beispiel, weil es zu unrealistisch ist, kann man ja auch wieder auf die viel wirklichkeitsnäheren Enema-Pornos umsteigen—vielleicht auch als Mahnmal dafür, was geschieht, wenn man Hentais und Major Lazer-Videos zu sehr als Vorbild für sein echtes Sexleben verwendet. Mahalo!

Markus auf Twitter: @wurstzombie