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Isn't He Lovely: Daniel Gebhart de Koekkoek

Der Mann zur Ausstellung zur Serie.

Wenn man einer Lady Gaga den ganzen Tag den Arsch mit goldenen Handtüchern abwischt, braucht man sich nicht wundern, dass der Größenwahn nicht lange auf sich warten lässt. Und eigentlich warten wir ja auch nur darauf, dass der Fotograf Daniel Gebhart de Koekkoek bei seinem nächsten Shooting nach Champagner und weicherem Toilettenpapier verlangt. Verdient hätte er das nämlich. Aber eigentlich ist Daniel ganz bodenständig geblieben. Nur bei seinem Namen ist er ein wenig, naja, sagen wir eigen. DE KOEKKOEK, hat er mir in einer wütenden Mail erklärt. 2K's. Nur sprechen tut man es 'Kuckuck' - wie den Vogel. Heißt auch Kuckuck. Ist Holländisch.

                                                                                          Wer bei der VICE arbeitet kommt an diesem Namen aber sowieso nicht vorbei. Er ist nämlich nicht nur ein guter Freund von uns, sondern, wie wir finden, auch einer der besten Fotografen hier überhaupt. Außerdem sind wir alle auch ein bisschen neidisch auf ihn, weil er es irgendwie schafft, dass sich lauter reizende Mädchen in der Fotoreihe 

Isn't she lovely für ihn ausziehen und er sie dann fotografieren darf. Wenigstens dürfen wir das Ganze dann regelmäßig hier auf dem Blog veröffentlichen. 

Aber auch sonst macht er ziemlich gute Bilder. Er hat für uns u.a. die Strecke über die Massentaufe der Zeugen Jehovas im Ernst Happl Stadion geschossen, hat in Ungarn ein Roma-Dorf besucht, Dinos im Styrassicpark fotografiert und uns gezeigt, wie ein echter Tiroler Abend aussieht.

Weil wir wissen wollten, ob Daniel irgendwelche Superkräfte hat, mit denen er die Gedanken der Mädchen so manipulieren kann, dass diese dann willenlos alles mit sich machen lassen (oder ob er einfach nur ziemlich geil aussieht), haben wir ihn einfach selber ausgefragt.  

VICE: Wolltest du einfach mal wieder einem Mädchen näher sein als in der U-Bahn, oder wie bist du zur Isn't she lovely-Reihe gekommen?

Daniel: Ich fahre selten öffentlich. Die Serie habe ich begonnen, weil ich gerne neue Menschen und Orte kennenlerne, sehr neugierig bin und vor allem, weil ich Menschen am liebsten an natürlichen Orten fotografiere.

VICE: Wir stellen uns das schon toll vor, da bist du den lieben langen Tag mit einem Mädchen in der Wohnung und darfst unter ihre Bettdecke fotografieren. Da gibt es doch sicherlich ein paar lustige Geschichten.

Daniel: Schön wäre es. Meistens fotografiere ich andere Themen. Aber die Serie ist eine gute Abwechslung.      

VICE: Ahja, der Gentleman schweigt und genießt. Aber mal ganz ehrlich, gehst du auf die Straße und fragst "Hey, kann ich dich bitte in deiner Wohnung fotografieren wie du alltägliche Dinge tust und das am besten halbnackt?"?

Daniel: Einmal im Monat findet ein großes Casting statt. Da wird dann unter 200 Bewerberinnen eine sehr subjektive Vorauswahl der besten 50 Mädchen getroffen. In meinem Atelier werden sie dann auf Herz und Nieren getestet. Sie müssen schwierige Tests bestehen, also sowohl die klassischen Aufgaben wie Singen und Tanzen, als auch knifflige Rechenaufgaben und Geschicklichkeitstests. So werden dann schlussendlich die besten Kandidatinnen ermittelt. Nein, so läuft das nicht. Irgendwie ergab sich das bisher immer von selbst und zufällig. Zum auf der Straße Mädls ansprechen bin ich viel zu schüchtern. Aber die guten Mädchen kennt man eh oder zumindest über drei Ecken oder lernt sie kennen.

VICE: Du fotografierst ja alles Mögliche und hast schon viele verschiedene Projekte für uns gemacht. Was reizt dich am Fotografieren und wie kommst du zu deinen Motiven?

Daniel: Die Fotografie befriedigt irgendwie den Sammler-Instinkt in mir. Es ist nicht in Worte zu fassen. Es ist mehr ein Bauchgefühl das mir gewisse Motive aufzitiert. Diese landen dann wiederum in meiner Sammlung an Motiven, die mir im Kopf schwirren und raus müssen. Irgendwie ist es ein Drang und eine Befreiung zugleich. Beim Fotografieren gelingt es mir oft in ein tranceartiges Nirwana zu geraten, in dem alles um mich herum verschwindet und nur noch die Welt durch den Sucher zählt.                                                                                  

Weil uns seine Isn't she lovely-Reihe (und vor allem die wenig bekleideten Mädchen) so gut gefallen, haben wir gleich eine Ausstellung daraus gemacht.                                          

Am 24.Oktober um 19.00 findet die Vernissage im Wieselmann im 5. in Wien statt. Natürlich habt ihr da auch die einmalige Gelegenheit Daniel selber zu treffen. 

Mehr von Daniel gibt's hier