Kunststudierende erzählen vom bizarrsten Scheiß, den sie an der Uni erlebt haben

"Sein Kumpel mischte die Haare in Brotteig und backte das Ganze im Ofen."

29 November 2021, 10:45am

Kunstakademien und skurrile Aktionen gehören quasi zusammen. Nehmen wir zum Beispiel den Absolventen des Goldsmiths-College an der University of London, der 29 Tonnen ausgemusterte Karotten auf dem Campus ablud, woraufhin eine Gruppe Demonstrierende diese Form der Lebensmittelverschwendung anprangerte. Oder der Studierende vom Central Saint Martins College of Art and Design, der bei einer Performance eigentlich seine anale Jungfräulichkeit verlieren sollte, dann aber doch lieber ein paar Bananen futterte.

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Natürlich fragt man sich bei solchen Aktionen und Auftritten, was das soll. Aber manchmal braucht es eben etwas unkonventionelleres Denken, um innovativ und kreativ zu sein. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf haben wir mehrere aktive und ehemalige Kunststudierende gefragt, was das Bizarrste war, das sie während ihres Studiums erlebt haben.

Alex, 22: "Sie fragte, ob sie mir etwas Blut abnehmen dürfe"

Bei uns war es kein Geheimnis, dass es im Fach Bildende Kunst schnell etwas weird werden kann. Es gab zum Beispiel diese eine Studentin, die anderen Leuten Blut abzapfte, um damit zu zeichnen. Wir haben dann tatsächlich mal ein Blatt Papier mit braunem, getrocknetem Blut drauf gefunden. Das war fast schon gruselig.

Irgendwann sprach die junge Frau auch mich an und fragte, ob sie mir etwas Blut abnehmen dürfe. Ich verneinte.

Catrin, 27: "Ich spürte plötzlich eine Schere im Nacken"

Eine Kommilitonin arbeitete mal an einem Projekt, für das sie Haare von all ihren Mitstudierenden und Dozenten brauchte. Aber anstatt vorher zu fragen, nahm sie einfach ihre Schere und schnitt nach Lust und Laune die Haare der anderen ab. Eines Tages spürte ich plötzlich eine Schere im Nacken: Sie schnitt mir ein paar meiner Haare ab und verstaute sie in einer Sandwichtüte. Dann ging sie in die Mensa und schnippelte dort weiter an den Köpfen ahnungsloser Studierenden rum.

Jan, 29: "Wir dachten, unsere Arbeiten wären im Müll gelandet, aber dann waren sie plötzlich im Fernsehen"

An meiner Akademie für Bildende Kunst und Design gab es einen Hausmeister, der selbst dort studiert hatte und in seiner Art etwas speziell war. Wenn man Pech hatte, wurde man in endlose, wirre Erzählungen verstrickt, obwohl man eigentlich nur schnell die Pinsel auswaschen wollte.

Eines Tages tauchte der Hausmeister in einem TV-Bericht auf und erzählte über sein Leben und sein soziales Engagement. Was daran besonders kurios war: Im Hintergrund war seine Wohnung zu sehen – inklusive unzähliger Kunstwerke und Arbeiten von Studierenden, die er im Laufe der Jahre wohl einfach hatte mitgehen lassen. Darunter befanden sich auch Sachen, die unsere Klasse noch in der Woche zuvor bei Präsentationen besprochen hatte. Wir dachten, sie wären im Müll gelandet, aber dann waren sie plötzlich im Fernsehen.

Ronnie, 19: "Die ausgestopften Tiere wurden um einen kleinen Esstisch angerichtet"

Letztes Jahr bereitete jemand für unsere Abschlussausstellung eine Installation mit ausgestopften Tieren vor. Die Person nahm dafür frisch überfahrene Tiere – etwa Eichhörnchen, Hasen und sogar ein paar Dachse – und präparierte sie dann so, als würden sie in einem eigenen Zuhause leben. Also die Tiere wurden um einen kleinen Esstisch angerichtet, und eines der Eichhörnchen bekam einen Hut. Außerdem hatte die Installation auch Sound, es sollte so klingen wie in einem Wald. Der Geruch des Ganzen war … interessant.

Olivia, 20: "Sein Kumpel mischte die Haare in Brotteig und backte das Ganze im Ofen"

​​Während meines Studiums hatte ein Kommilitone schulterlanges Haar. Für ein Kunstwerk bat er einen Kumpel, sein gesamtes Haar mit einem Messer auf einem Schneidebrett abzuschneiden. Sein Kumpel mischte die Haare dann ihn Brotteig, backte das Ganze im Ofen, gipste es ein und verpackte es in einer Plastikbox.

Nina, 22: "Er stolzierte ans andere Ende des Zimmers, drehte sich zu uns um, packte seinen Schwanz aus und fing an, in einen Becher zu pinkeln"

Am Anfang des Studiums, als wir uns alle noch kennenlernten, wurden wir von einem Kommilitonen in einen Raum gebeten, in dem ein komischer Audioclip abgespielt wurde. Wir wussten nicht, was uns erwartete. Plötzlich kam der besagte Kommilitone durch die Tür – und zwar nur mit Stiefeln und einem pinkfarbenen String bekleidet. Er stolzierte ans andere Ende des Zimmers, drehte sich zu uns um, packte seinen Schwanz aus und fing an, in einen Becher zu pinkeln. Die Farbe seines Urins war dabei verdächtig dunkel. Schließlich trank er den Becher genüsslich aus und verkündete danach: "Es ist vollbracht."

Leilani, 19: "Ich packte einen Mopp und startete einen Gegenangriff"

Während eines Zeichenkurses schaute ich aus dem Fenster und sah, wie ungefähr 30 Schauspielstudierende schreiend und mit Stöcken bewaffnet auf uns zustürmten. Etwas später hörten wir von draußen erneut Schreie, denn sie rannten wieder mit Stöcken auf uns zu. Da packte ich einen Mopp und startete einen Gegenangriff.

Francis, 20: "Meine beste Freundin rieb sich mit Fake-Kacke ein und aß das Ganze auch noch"

Ich habe erst letztens etwas total Verrücktes erlebt. Ich saß völlig verkatert im Seminarraum und versuchte, nicht einzuschlafen und gleichzeitig meinen Würgereiz zu unterdrücken. Das Problem war bloß, dass wir ein Video von meiner besten Freundin anschauten, in dem sie einen blauen Morphsuit und einen blauen Hasenhut trug, sich mit Fake-Kacke einrieb und das Ganze auch noch aß. Ein toller Tag!

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Universität, Studium, blut, Diebstahl, Albtraum, vgwrp-3bf77f827efe496da3264ba0a0acbf42

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