Die hässliche Wahrheit hinter Pornhubs Jahresrückblick

Pornhub scheint stolz darauf zu sein, wie häufig auf der Plattform nach Promis gesucht wird. Dabei hat es immer noch ein Problem mit Deepfake-Videos.

Mar 4 2020, 10:15am

Die Porno-Plattform Pornhub veröffentlicht jedes Jahr eine Statistikübersicht, in der man auf die vergangenen 365 Tage zurückblickt: Wie viele und welche Art von Pornos konsumieren die User – alles aufbereitet mit frechen Begleittexten. Das war auch Ende 2019 nicht anders.

Nur gibt Pornhub in der aktuellen Ausgabe damit an, dass "Celebrity Porn" zu den meistgesuchten Genres gehört. Promis mit Verbindungen zur Sexindustrie oder mit berühmten Sextapes – zum Beispiel Belle Delphine, Kim Kardashian oder Lena the Plug – stehen auf der Liste ganz oben. Danach folgen allerdings viele Frauen, die noch nie etwas mit Pornos am Hut hatten – darunter Miley Cyrus, Selena Gomez, Taylor Swift und Gal Gadot.

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Da Pornhub nicht in der Lage ist, das Problem mit den nicht einvernehmlichen Inhalte auf der Plattform unter Kontrolle zu bringen, landet man mit der Suche nach den Promi-Namen schnell bei Deepfake-Pornos der Frauen.

Screenshot: Pornhub

"Ariana Grande" wurde 2019 bei Pornhub zum Beispiel über 9 Millionen mal in die Suchleiste eingegeben, bei "Selena Gomez" waren es 7,3 Millionen Anfragen. Auch hier tauchen schnell Deepfake-Pornos mit den Celebritys auf, obwohl solche Videos gegen die Richtlinien von Pornhub verstoßen.

Pornografische Deepfakes der aufgelisteten Frauen lassen sich bereits auf den ersten Seiten der Suchergebnisse finden und wurden – wie die Zahlen von Pornhub zeigen – tausendfach angeschaut. Sie bringen der Porno-Plattform zudem Geld, da sie von Werbebannern umgeben sind.

Noch im Februar 2018 sagte Pornhub nach einem öffentlich Aufschrei, dass man Deepfakes gemäß der Richtlinie gegen nicht einvernehmliche Pornografie löschen würde. Daraufhin sperrte das Unternehmen den Suchbegriff "Deepfakes" sowie einige Profile, bei denen ausschließlich solche Videos zu finden waren. Dennoch existieren weiterhin Unmengen an Deepfake-Videos auf Pornhub, obwohl Celebritys zu den ersten und am häufigsten betroffenen Opfern dieser Filme zählen.

Die von Pornoseiten veröffentlichten Statistiken sollte man mit Vorsicht genießen, da sie sich kaum unabhängig verifizieren lassen. Was die Zahlen aber zeigen: Pornhub weiß ganz genau, dass die User der Plattform millionenfach nach Promi-Namen suchen. Dass bei diesen Suchen immer noch eigentlich verbotene Pornos erscheinen, macht eine Sache deutlich: Pornhub kann nichts dagegen ausrichten. Oder wenn man weniger gnädig ist: Pornhub ist die ganze Sache egal.

Auf die Bitte einer Stellungnahme hat Pornhub übrigens nicht reagiert.

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