“Wir meinen, es reicht”, heißt es in einer Stellungnahme aus der Fanszene des FC St. Pauli. “Wir als Vertreter der offiziellen Fanclubs des FC Sankt Pauli beziehen hier unmissverständlich Position, dass Räumungsgedanken über die Flora und damit Zerstörung und Spaltung des Stadtteils nicht hinnehmbar sind. Wir sind auch Hamburg!”, so der flammende Appel. Vorab hatten nach den G20-Krawallen einige Politiker die Schließung des autonomen Zentrums “Rote Flora” gefordert – was die große Teile der Fanszene des Kiezklubs entschieden ablehnen.
Neben dem Fanclubsprecherrat der offiziellen Fanclubs und dem Fanladen St. Pauli unterzeichneten auch 176 weitere Gruppen aus der Fanszene das Statement, das die “Instrumentalisierung” der Roten Flora kritisiert. “Die Flora ist mehr als ein Symbol, das einige scheinbar als Skalp vor der Bundestagswahl in den Himmel gereckt sehen wollen”, so die Fans. Schon vor den G20-Protesten hatten sogar Präsidium sowie Aufsichtsrat des FC St. Pauli etwa 200 G20-Demonstranten von Donnerstag bis Sonntag Schlafplätze im Millerntorstadion zur Verfügung gestellt. Der Ex-Trainer und jetzige Technische Direktor Ewald Lienen stellte sich öffentlich auf die Seite der friedlichen G20-Demonstrierenden.
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gesagt. Die Pauli-Fans setzen jedoch auf Selbstregulierung im Stadtteil in der linken Szene nach den G20-Krawallen: “Nehmt eure populistischen Finger aus unseren Wunden, die wir selber bestens heilen. Unsere Kraft reicht seit Jahren für kontroverses Gemeinsam.”
Zusätzlich heben die Fanclubs in dem Schreiben die Vorzüge des Kulturzentrums hervor. “Die Rote Flora ist Teil eines funktionierenden Stadtteils, der genauso gut und schlecht funktioniert, wie die Menschen, die ihn ausmachen”, heißt es. “Der genauso eine bunte Mischung zwischen Melancholie und Fröhlichkeit eint. Der genau so Inspiration für Apotheker bis Zimmerer ist. Der genauso Musiker und Produzent zusammen bringt. Der genauso Hipster, Werber und Antikapitalisten durch ihre Liebe zu unserem Verein und Stadtteil eint.”
Zum Schluss ihrer Stellungnahme argumentieren sie mit vermeintlicher “kapitalistischer Logik” des Stadtmarketings. Sie gehen auf die verhasste Gentrifizierung des mittlerweile hippen Stadtteils ein und erinnern die Politik an die Wichtigkeit der Marke St.Pauli für die Stadt Hamburg: “Nehmt dieser Marke Hamburg den Geist von Sankt Pauli und ihr schwächt den Markenwert dieser Stadt”, so die Fans und schieben nach: “Was für eine ekelige Tatsache für eure Welt der Ersetzbarkeit und Kurzlebigkeit. Nicht wahr?”
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