Anzeige
Dieser Artikel ist vor mehr als fünf Jahren erschienen.
The Cultural Atrocities Issue

Gimme a Fucking Spring Break #4

Obwohl ich in weniger als drei Jahren aus sechs der prestigeträchtigsten Hochschulen New Jerseys geflogen bin, war ich nie bei einem dieser verrückten, in Billigbier getränkten Strandgelage namens Spring Break mit dabei.

von Chris Nieratko
04 April 2013, 5:42am


 


 

Bewertung: 7
Pinkvisual.com


Obwohl ich in weniger als drei Jahren aus sechs der prestigeträchtigsten Hochschulen New Jerseys geflogen bin, war ich nie bei einem dieser verrückten, in Billigbier getränkten Strandgelage namens Spring Break mit dabei. Ich erinnere mich daran, dass einmal, lange nachdem ich das College abgebrochen hatte, vier junge Mädels versuchten, mich mit dem Spirit von Spring Break zu infizieren. Damals schmiss ich jede Menge Pillen ein und ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wie es dazu kam, dass sie letztendlich eine Woche bei mir bleiben sollten, aber die Anführerin der Truppe war die jüngere Schwester einer Freundin meiner kleinen Schwester. Ich weiß noch, dass die Freundin meiner Schwester echt heiß war, mit großen Titten, und als ihre kleine Schwester mich dann über Facebook fragte, ob sie und ihre drei Klassenkameradinnen bei mir unterkommen könnten, malte ich mir dann in Gedanken unterhalb ihres Profilbildes einen Körper mit großen Titten aus. Traurigerweise gehört Malen als Wahlfach zu den vielen Kursen, bei denen ich versagt habe, und ihre Titten, wenn sie denn je welche hatte, blieben in New Jersey.

Sie klopften eines Morgens, an dem ich bereits viel zu spät für die Arbeit war, viel zu früh an meine Tür, und zwar heftig und ohne Unterbrechung. Ich hatte dieses Klopfen in dem Jahr, in dem ich in einem rein schwarzen Block gewohnt hatte, der fest in den Händen der Crips war, nur zu oft gehört; meine Besucherinnen hatten eine Scheißangst davor, von den Gangbangers, die morgens, mittags und abends an meinem Vorderzaun lehnten, vergewaltigt, getötet oder verstümmelt zu werden.

Ich steckte meinen verschwitzten, aufgedunsenen und verstopften Körper in ein längst überfälliges Paar Boxershorts—mehr nicht—und machte mich auf, um sie in Empfang zu nehmen. Sie rannten an mir vorbei in „Sicherheit“, ohne auch nur Hallo zu sagen, wie Hunde, die superdringend pinkeln müssen. Die Crips draußen schauten mich fragend an. Ich ließ ihnen ein anerkennendes Nicken zukommen: „Meine Herren.“

Damals hatte ich Handwaffen in diversen Zuständen auf dem Couchtisch verteilt, von geladen bis komplett auseinandergenommen, um sie zu reinigen.

„Wir dachten, du lebst in Hollywood?“, meinte ihre tittenlose Anführerin. „Wo zum Teufel sind wir? WIRD MAN UNS TÖTEN?“

„Ihr seid bei mir zu Hause. Benehmt euch entsprechend und ihr müsst keine Angst haben. Ich würde nur nicht in einem roten Kleid nach draußen gehen.“

Meine Worte schienen sie nicht zu beruhigen. Mein Bier allerdings schon.

„Also, was machen wir als Erstes?“, fragte der Rotschopf.

„Nun, ich werde dieses Bier austrinken, mir eine Line reinziehen und dann arbeiten gehen. Ich habe keine Ahnung, was ihr macht.“

„Ich dachte, du zeigst uns die Gegend“, sagte ihre Anführerin.

„Das habe ich nie gesagt. Ich kenne euch ja nicht mal. Ich dachte, ihr hättet viel größere Titten.“

Sie schauten mich sprachlos an. Die Graumäusige fing an zu weinen: „Ich habe ja gleich gesagt, dass wir nach Cancún gehen sollen!“

Als ich an dem Abend zurückkam, waren sie weg.

„Die Bitches haben sich davongemacht“, berichtete mir der größte der Gangbanger. „Sie haben deine Haustür weit offen stehen lassen. Ich habe sie für dich zugemacht.“

„Vielen Dank“, sagte ich. „Das war wirklich nett von dir.“


Noch mehr Bescheuertes findet ihr auf ChrisNieratko.com und twitter.com/Nieratko. Schaut euch auch die Skinema-Show auf VICE.com an.

 

Tagged:
VICE Magazine
Stuff
Skinema
Jahrgang 9 Ausgabe 3