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Hangover-News, 29. Februar 2016

Beatrix von Storch wurde getortet, die Oscars vergeben, in Gräfenhainichen ein Flüchtlingsheim beschossen und am RAW-Gelände in Berlin ein Mann erstochen.
29 Februar 2016, 7:00am

In Gräfenhainichen wurde auf ein Flüchtlingsheim geschossen

Symbolfoto: imago/CTK Photo

Am Mauerwerk und Dachstuhl von Flüchtlingsheimen reagiert sich der Wutbürger und Neonazi momentan immer öfter ab. In den frühen Morgenstunden des Samstags haben Unbekannte nun auf das Flüchtlingsheim in Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt geschossen. Dabei sind unter anderem Fensterscheiben durchlöchert worden. Gräfenhainichen hat 12.000 Einwohner und ist vielen im Kontext des MELT-Festivals bekannt, das jährlich in der Nähe stattfindet.

Noch wohnt niemand in dem Gebäude, was aber an den wiederholten Attacken liegt. Vergangene Woche wurden andere Fenster mit Steinen eingeschlagen, im Dezember 2015 wurde das Haus von Unbekannten unter Wasser gesetzt—der Sachschaden betrug damals schon 80.000 Euro. Geplant war der Einzug von 80 Geflüchteten zum letzten Dezember. Grünen-Landtagsabgeordneter Sebastian Striegel zeigte sich entsetzt und sprach von bisher „sieben Anschlägen auf die geplante Unterkunft."

Beatrix von Storch wird getortet—„Wollt ihr den tortalen Krieg?"

Beatrix von Storch kann sich seit Sonntag in die Riege von Prominenten einreihen, die eine Torte ins Gesicht geworfen bekommen: Ein als Clown verkleideter Aktivist des Peng!-Kollektivs hat ihr bei einem AfD-Treffen in Kassel eine Torte ins Gesicht gedrückt. Zu der Aktion sagte der Werfer: „Kein Aktivist will einen Politiker torten. Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Sahnetorten. Und derzeit ist der Gebrauch von Torten das moralische Gebot der Stunde. Der Tortenwurf ist letztes Mittel am Grenzbaum zur Unmenschlichkeit und dringlichster Ausdruck direkter Demokratie."

Die Kraft nimmt ein Tortenwurf durch das Bild, was dadurch entsteht—damit holt man Personen zurück auf den Boden der Tatsachen. Das klassische Torten-Attentat tut niemandem weh. Warum die Aktivisten die Aufnahme ihres Attentats in Zeiten von relativ guten Smartphone-Kameras allerdings in miserabler Auflösung bereitgestellt haben, ist rästelhaft.

Aufnahmen in besserer Qualität veröffentlichte die AfD-Politikerin daraufhin einfach selbst auf ihrer eigenen Facebook-Seite (siehe oben).

Auf ihrem Blog lassen die Netzaktivisten verlauten: „Keiner darf glauben, dass er den Boden von Ethik, Moral und Menschenrechten durch die Drohung tödlicher Gewalt gegen Menschen ungestraft verlassen kann. Wer das wie die AfD tut, läuft Gefahr einen tortalen Krieg auszulösen." Gleichzeitig rollten andere Mitglieder der Peng!-Künstlergruppe Transparente mit der Aufschrift Rassismus tötet aus.

Tortenboden: 89 Cent, Sprühsahne: 99 Cent, Storchs Gesicht: Unbezahlbar. — Peng Collective (@PengBerlin)28. Februar 2016

AM RAW-Gelände in Berlin ist ein Mann erstochen worden

Foto: Wikipedia | Mikado59 | CC BY-SA 3.0

Wer in Berlin-Friedrichshain von der Warschauer Brücke aus am RAW-Gelände vorbeiläuft, wird angesprochen: „Ey ey Bruder, Marihuana? Ecstasy? Cocaine?", raunen einem die Dealer um das Vergnügungsviertel mehrmals entgegen. Vergangene Freitagnacht ist in diesem Areal ein Mann durch Messerstiche getötet worden. Er hatte keine Papiere bei sich und konnte von der Polizei noch nicht identifiziert werden. Einem Augenzeugenbericht nach zu urteilen, soll sich der Mann mit einer anderen Person um 10 Euro gestritten haben.

In den Medien wird das Areal um das RAW-Gelände oft als ein Problembezirk im Ring von Berlin dargestellt—ausgelöst unter anderem durch das Facebook-Posting der Sängerin der Band Jennifer Rostock, in dem sie von der schweren Körperverletzung eines Freundes am RAW-Gelände spricht. Und tatsächlich musste die Polizei im Jahr 2015 731 Mal wegen schwerer Gewaltdelikte um das Feierareal ermitteln.

And the Oscar goes to ...

Leonardo DiCaprio mit Regisseur Alejandro González Iñárritu | Foto: imago/UPI Photos

Damit wir Mitteleuropäer etwas von den Oscars mitbekommen, müssten wir die Nacht zum Montag anstatt im Bett oder Berghain am Fernseher verbringen. Für alle Frühaufsteher nun das Wichtigste im Überblick: Leonardo DiCaprio hat endlich seinen Oscar als Bester Hauptdarsteller (The Revenant) in der Hand, er war zum sechsten Mal nominiert. Beste Hauptdarstellerin wurde die Newcomerin Brie Larson für die Independent-Produktion Raum. Sylvester Stallone ging leer aus, bester Nebendarsteller wurde stattdessen Mark Rylance (Bridge of Spies: Der Unterhändler) . Den Oscar für die beste Regie konnte Alejandro González Iñárritu für The Revenant mit nach Hause nehmen, Bester Film wurde Spotlight, Mad Max: Fury Road gewann insgesamt sechs Oscars.

Einhorn nach drei Stunden Verfolgungsjagd eingefangen

California pony in unicorn getup captured after 3-hour hunt https://t.co/OYLhGSR5qo pic.twitter.com/LwbbS2FHDg
— WTOP (@WTOP) 26. Februar 2016

„Ich mache diesen Job jetzt schon seit 14 Jahren, aber das habe ich noch nicht erlebt", erzählte Officer Justin Perry dem amerikanischen Fernsehsender KMPH-TV. Officer Perry hatte am Wochenende die Aufgabe, ein ausgebüxtes Einhorn wieder einzufangen. Das Pony mit Namen Juliet wurde für ein Kinder-Fotoshooting als Einhorn verkleidet, hat es dann aber mit der Angst bekommen und ist drei Stunden durch Amerika galoppiert. Die Verfolgungsjagd endete, als man ein weiteres Pferd neben dem Deko-Einhorn laufen ließ—das wirkte beruhigend auf Juliet.