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The Flesh – Intime Porträts in Berliner Clubtoiletten

Trotz Abstand dennoch nah sein. Vielleicht ist das die Kunst an Fotografie.

von Anna-Lena Krause; Text: Paul Garbulski
08 April 2016, 1:28pm

„In der Porträt-Fotografie ist es für mich essenziell zu beobachten, wie wir zueinander in Verbindung stehen und wie viel Distanz wir entscheiden, zwischen uns zu lassen." Anna versucht trotz Abstand, dem Fotoobjekt nahe zu sein. Auf Clubtoiletten ist es ohnehin schwer mit dem Abstand. Genau dort spielt sich das Projekt The Flesh der gebürtigen Berlinerin ab. Die Enge erzwingt Nähe und mit ihr entsteht fast von allein eine Dynamik. „Neben der Toilette—diesem Non-Place—als Ort hatte ich noch eine weitere Regel: Ich muss die Leute zuerst gesehen haben. Sie durften mich vor dem Shoot nicht im Visier haben." Völlig Fremde im Club fragen, ob sie sich auf der Toilette ausziehen wollen. „Ich war überrascht, jeder hat ‚Ja' gesagt." Anna beschreibt die Atmosphäre als intensiv und trotzdem natürlich. Nachdem die Bilder geschossen wurden, haben sich die Wege direkt wieder getrennt. Fotografie als Konzentrat. Hier die Früchte der Nacht ...

Hier könnt ihr euch noch eine weitere Serie von Anna anschauen: The Aftermaths–der Hang zum Gesamtkunstwerk