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Mehr Studentenproteste

25.11.10

Gestern wurde in England mal wieder auf der Straße argumentiert. Tausende Studenten waren wieder am Demonstrieren gegen die tiefen Einschnitte in den Bildungshaushalt und marschierten in Richtung Parlament.

Blöderweise ließ die Polizei sie nicht einmal annährend in die Nähe des Parlaments, nachdem sie vor zwei Wochen das Tory-Hauptquartier zerstört hatten. Stattdessen trieben sie tausende bekiffte, wütende Hippies und Schüler auf engstem Raum zusammen und ließen sie dort alles kaputt machen.

Das Ganze startete um 10:30 vor einem Supermarkt in London, bevor es in Richtung Whitehall ging. Das ist die Frau, die die Demonstration anführte: Clare Solomon, sie ist die Präsidentin der Londoner Universität. Neun Stunden später, ich war hungrig und müde, mir war kalt, ich musste pissen und in mir brodelte es vor Hass, fantasierte ich vor mich hin, wie ich ihren Kopf abreißen würde, als sie sich an mir vorbeischob und Zeug wie „Ich rieche Schinken“ in Richtung der Polizisten rief, die uns noch immer eingekesselt hatte. (Ich habe ihr natürlich nicht den Kopf abgerissen, sondern so etwas wie „diese Frau repräsentiert mich nicht“ in die Richtung der Polizisten gemurmelt).

Alles war ziemlich ruhig, als wir in Richtung Kingsway Place liefen und ich fragte mich, ob all die 16jährigen nicht bald von Politik gelangweilt sein würden und verschwinden würden, doch als wir „The Strand“ erreichten, spurteten sie plötzlich los, so das kein Polizist in seiner Rüstung mit ihnen mithalten konnte.

Blöderweise hatten sie ein paar Kumpel an der Ecke positioniert, die unseren Marsch dann stoppten und in Richtung des Flusses drängten. Clare Solomon und ihre Freunde versuchten alle wieder auf Kurs zu bringen, aber die alten Crusties zogen nicht wirklich mit.

Irgendwann trafen sie auf dem Trafalger Square auf eine andere Gruppe. Der Duft der Revolution lag in der Luft. 1984 waren es Minenarbeiter, die demonstrierten und 2011 werden es Harry Potter Fans in UGG Stiefeln sein.

Wettet lieber nicht darauf, David Cock-eron und Nick Cle-mydia [copyright:Protestschild Schreiber]!

Später marschierte die Menge dann die Parliament Street hinunter und stoppte dort, als sie auf eine Mauer aus Polizisten traf. Die Leute versammelten sich also alle um diese Bushaltestelle und ich kann euch sagen, dass das nicht gut ausging.

Unerklärlicherweise haben sie einen Polizeiwagen in der Mitte der Straße vergessen. Plötzlich kursierten Verschwörungstheorien, dass es eine Falle für Demonstranten sei, die auf Krawall aus waren und sobald der Wagen zerstört werden würde , würde das  der Polizei das Recht geben alle für Stunden und Stunden und Stunden und Stunden festzuhalten.

Es hat funktioniert.

Was trägt eine hübsche Frau auf einer Demonstration in einem Koffer aus Metal umher?

Als die Leute realisierten, dass wir in einer kleinen Ecke der Straße eingeschlossen waren, begannen sie damit sich einen Weg in die Freiheit zu bahnen. Diese Jungs standen nicht so darauf.

Aber diese Typen dachten, es wäre eine großartige Idee.

Was wir hier haben ist ein klassischer Fall von verschiedenen Vorstellungen. In solchen Fällen ist es für Polizisten das beste auf Teenager mit ihren Schlagstöcken einzuprügeln, während andere, gemäßigtere Teenager sie aus 50 Meter Entfernung mit Abfall bewerfen.

Im Laufe des Tages wurden die Unterschiede der Geschlechter deutlich. Jungs verbrannten Zeug und rappten ab und an, während die Mädchen in ihren hübschen Mänteln auf den Fensterbrettern saßen.

Auf der anderen Seite dieses Fensters ist das Außen- und Commonwealth Ministerium. Die Leute, die dort arbeiten kräuselten wohl die Augenbrauen angesichts dessen, was sich draußen abspielte, während sie sich wahrscheinlich von Sklaven endlose Runden Gin und Tonics mixen ließen.

Die Zeit verging, die Leute schrieben Zeug…

Und warfen Zeug….

Aber am wichtigsten ist, dass alle gut miteinander klarkamen.

Nach einer Weile hatten die Protestanten eine großartige Idee und jagten die Polizei mit einem großen Metallzaun.

Dann hatte die Polizei eine großartige Idee und zertrümmerte ein paar Schädel. Niemand wusste es zu diesem Zeitpunkt, aber die Party sollte noch sieben Stunden dauern!

Politik kommt und geht, aber man kann sich immer darauf verlassen, dass jemand einen Scherz mit einem Verkehrskegel macht.

Gelangweilt und kalt entdeckten die Leute die Vorzüge des Polizeifahrzeugs.

Ein Andenken.

Man kann es hier nicht gut erkennen, aber die meisten Leute malten riesige Schwänze auf den Van. Warum immer Schwänze? Aber ich denke mal, dass Arschlöcher weitaus schwieriger zu zeichnen sind.

Abgesehen von den Waffen waren die besten Sachen in dem Van ein paar Gummibärchen und ein paar Sandwiches.

Das fasst alles, was William Hague über Leute, die nach 1976 geboren sind denkt in einer feinen Packung Wahnsinn zusammen.

Verbrennt die Alten!

Und Leute die aus großen Stücken Plastik bestehen.

Als es dunkel wurde und die Temperatur um eine Milliarde Grad fiel erklärt das ziemlich gut, was jeder über den jeweils anderen dachte. Ich wollte nur noch raus aus diesem Polizeikorridor.

Ich hasse dich gerade sehr.

Gegen sieben Uhr abends versammelten sich alle ordentlich und es sah so aus, als würde man uns gehen lassen. Wurden wir aber nicht. Stattdessen durften wir uns die Ausführungen dieses Typens anhören. Nachdem er zuerst ausgebuht wurde, er aber danach die „Scheiß Bullen“-Karte spielte, wollten die Leute ihn beinahe schon als Sprecher wählen.

Die Strategie der Polizei zu warten, bis sich jeder beruhigt hatte funktionierte nicht wirklich. Wut, eine aufgebrachte Menge und das Feuer kreierte eine postapokalyptische Stimmung. Wir wurden dann gegen halb elf freigelassen, aber nicht bevor noch ein alter Crustie anfing Pendulum zu spielen. Die Polizei wie auch die Kids haben es gehasst, aber wenigstens haben sie dadurch eine Gemeinsamkeit. Was jedoch schade ist, ist, dass die Musik des Friedens Emo Drum and Bass ist. Was für eine beschissene Zukunft.

FOTOS: HENRY LANGSTON
TEXT: WYATT RIOT