Miami, wie es einst war

Die Straßenfotografie-Koryphäe lebte zehn Jahre in Miami, um der Welt zu entfliehen.

von Jill Freedman
03 Dezember 2016, 5:00am

Die 77-jährige Meisterin der Straßenfotografie, Jill Freedman, die mit ihren Dokumentationen von Polizisten, Feuerwehrmännern und Zirkusmenschen berühmt wurde, stellt dieses Wochenende einige ihrer Werke bei der Art Basel Miami aus. Hier sind Fotos und Erinnerungen aus ihrer Zeit in Miami sowie ein paar Videos, die wir mit ihr für die VICE 2016 Photo Issue gemacht haben.

"Ich habe zehn Jahre dort unten gelebt. Ich bin ständig an den Strand gegangen und habe gelesen. Ich hatte mich quasi von diesem Planeten verabschiedet. Ich verbrachte die meiste Zeit auf dem Rücken liegend. Unter einem Sonnenschirm. Lesend. Es war großartig. Also gut, es war zwischendurch auch deprimierend. Ich bin dorthin gezogen, um wegzukommen. Nach dem Motto: 'Turn on, tune in, drop out.' Der Typ, der die Strandliegen vermietet hat, war gleichzeitig mein Grasdealer und Katzensitter. Perfekt! Es war perfekt. Ich gönnte mir ein Sabbatical vom Leben. Seit ich zehn war, hatte ich darum gekämpft, lesen zu können. Der einzige Ort, an dem du damals in Ruhe gelassen wurdest, war das Badezimmer. Zwei Straßen weiter gab es eine Bücherei, die mir alle Bücher besorgt hat, die ich haben wollte. Überall Schwimmbecken und ständig eine sanfte Brise. Niemand sagte mir nachts, dass ich das Licht ausmachen soll. Ich konnte lesen, so lange ich wollte."

Hier sind zwei Videos, die wir mit Freedman für unsere Photo Issue gemacht haben:


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