Kultur

"Gastarbeiter sind wie Clubgeher": Der AJNHAJTCLUB feiert 50 Jahre Gastarbeit

Wir haben mit dem Kurator Bogomir Doringer über seine neue Sommerausstellung im Q21 gesprochen.
6.7.16

Foto: Ohne Titel, Milan Mijalkovic, 2015

Wenn man heute nach "Gastarbeitern" googlet, findet man vor allem eins: schwarzweiße Fotos von Menschen, die mit wenig Besitz auf Züge warten. Für Europäer erinnern die Aufnahmen unfreiwillig an den Zweiten Weltkrieg—nur dass hier in Wahrheit niemand stirbt, sondern die Leute ein neues Leben beginnen. Dieses Kippbild zwischen Vorurteilen und Neuanfang zieht sich durch die gesamte Geschichte der Gastarbeiter in Österreich.

Und genau hier setzt die Ausstellung AJNHAJTCLUB im Q21 an. Zum 50-jährigen Jubiläum des Gastarbeiter-Abkommens zwischen Österreich und der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien will das Q21 mit AJNHAJTCLUB das tief verankerte Bild von Gastarbeitern in unseren Köpfen—und im Internet—aufbrechen und die Kultur hinter den Klischees aufzeigen.

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Dazu gehört, die Klubkultur der Gastarbeiter zu beleuchten—und auch, ein Gastarbeiter-Karaoke zu den Lieblingsliedern der Einwanderer zu veranstalten. Auch die schwarzweißen Fotos von damals spielen dabei eine Rolle; allerdings in bunt und in HD, um ein Zeichen gegen die Stereotypisierung und Stigmatisierung von Gastarbeitern zu setzen.

Wir haben mit dem Kurator Bogomir Doringer, der zum ersten Mal seit FACELESS part I ins Q21 zurückgekehrt ist, über das Phänomen gesprochen. Im Gespräch hat er uns erklärt, was Gastarbeiter mit Clubbing zu tun haben,wieso alle Unternehmen auch einen Künstler anstellen sollten und warum er Sebastian Kurz am liebsten Ayahuasca-Shots servieren würde.

AJNHAJTCLUB läuft von 06. 07. bis 04. 09. 2016, Dienstag bis Sonntag 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr und von 16:30 Uhr bis 20:00 Uhr im Q21.

Foto: Marta Popivoda, Still aus Yugoslavia: How Ideology Moved our Collective Body, 2013

VICE: Woher kommt der Name der Ausstellung?
Bogomir Doringer: AINHAJTCLUB ist eine Anspielung auf die früheren Gastarbeiter-Klubs in Österreich, in denen sich die Zuwanderer aus dem damaligen Jugoslawien getroffen haben, um ihre Kultur und ihre Nostalgie auszuleben. Die Schreibweise von "Einheitclub" als AINHAJTCLUB geht auf eine Idee von Goran Novaković zurück. Als Neuankömmlinge gingen die Gastarbeiter eher nach dem Klang des Wortes—irgendwann wurde daraus ein eigener Stil.

Sprache spielt auch in der aktuellen Integrationsdebatte immer wieder eine Rolle. Hat sich hier etwas geändert?
Ja, wenn wir heute von Integration reden, geht es immer auch um die Sprache. Aber damals waren Deutschkenntnisse keine Bedingung. Unter anderem auch, weil Menschen, die schon über 50 waren und keine hohe Schulbildung hatten, nicht perfekt Deutsch lernen konnten. Trotzdem brauchte man sie als Arbeiter. Das war also jedem bewusst. Durch die Sprachbarriere realisiert man oft gar nicht, wie sehr Gastarbeiter Teil der österreichischen Gesellschaft sind. Zum Teil mehr als in ihrer Heimat. Man sieht sie oft nur als diese Leute, die unsere Reifen reparieren oder unsere Getränke servieren. Das ist auch in Bezug auf die Integrationsdebatte spannend. Wie können sich diese Menschen integrieren, wenn sie in Wien nicht mal wahrgenommen werden?

Mir gefällt die Idee, dass Gastarbeiter fanatische Clubgeher waren.

Aus heutiger Sicht hat man den Gastarbeitern damals mehr kulturelle Eigenständigkeit zugestanden, oder?
Ja, unter Artikel 9 des damaligen Abkommens war festgelegt, dass Gastarbeiter die gleichen Rechte wie Österreicher haben, was ihre kulturelle Entfaltung angeht. Für jemanden, der 21 ist und gerade seine Heimat verlassen hat, bedeutet das eben auch: Du hast das Recht, abends in einem Klub zu feiern. Mir gefällt die Idee, dass Gastarbeiter fanatische Clubgeher waren.

Wie sind diese Gastarbeiter-Klubs entstanden?
In den 70ern gab es in Wien ein richtiges Gastarbeiter-Woodstock, bei dem sich unzählige Gastarbeiter auf der Straße getroffen haben, um zu feiern und zu trinken. Die Sache war ein richtiger Skandal in den österreichischen Medien—einerseits, weil das Event nicht der Norm für gesellschaftlich akzeptierte Versammlungen in der Öffentlichkeit entsprach und andererseits, weil man Gastarbeiter generell nicht in der Öffentlichkeit präsent haben wollte. Insofern waren die Gastarbeiter-Klubs eine Lösung, um die Zuwanderer zu unterhalten und ihnen ein Ventil zu geben, aber auch, um sie von der Straße fernzuhalten. Die Klubs waren damals geschützte Orte, in denen sich Gastarbeiter in ihrer Sprache unterhalten und ihre Herkunft feiern konnten. Für mich war es spannend, das Phänomen anhand dieser Klubs zu untersuchen. Die Ausstellung soll eben die Migration von damals feiern, aber auch neue Aspekte der Gastarbeiterbewegung aufzeigen.

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Wie ging es mit den Klubs weiter?
Am Anfang waren diese Vereine oder Klubs sehr multinational, weil ja auch Jugoslawien aus vielen Nationen bestand. Mit dem Jugoslawien-Krieg wurden sie dann immer nationaler, sogar nationalistischer. Damit brach das große Gastarbeiter-Kollektiv langsam auseinander und stattdessen entstanden immer mehr kleinere Clubs, die dann nach und nach zerfallen sind. Eine spannende Frage für mich ist, wie es jetzt danach mit der Migration aussieht.

Foto: Mladen Dordevic, Still aus Gastarbajterske Price

An Großbritannien sieht man, dass die Situation für Migranten auch heute schwierig ist.
Immer, wenn etwas insgesamt schief läuft, werden alle Probleme auf Migranten projiziert—auf „die Anderen", nie auf „die Eigenen". Darum war es auch bei der Ausstellung wichtig, Migranten zu inkludieren. Sie zu feiern. Und zwar nicht in irgendeiner abgeschiedenen Location, nicht in irgendwelchen Kellern und auch nicht im Rathaus hinter verschlossenen Türen, sondern im Zentrum von Wien, unter den Besuchern im MuseumsQuartier. Wir wollen den Leuten wirklich eine öffentliche Bühne bieten.

Wie zum Beispiel?
Olga Dimitrijević hat eine Karaoke-Bar entworfen, für die sie im Vorfeld mit Gastarbeiterinnen aus mehreren Generationen darüber gesprochen hat, was ihr Lieblingslied ist—aber auch, wann sie angekommen sind, wie sie sich integriert haben und was ihre besten und schlimmsten Erinnerungen sind. Dann hat sie basierend auf diesen Geschichten die Songtexte ihrer Lieblingslieder umgeschrieben. Bei der Ausstellung können die Besucher diese Songs mit neuem Text nachsingen und ihnen auf diese Art ein Denkmal in Gesangsform setzen.

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Das Thema weibliche Gastarbeiter wurde bisher wahrscheinlich am allerwenigsten beleuchtet.
Dabei ist es eine der Besonderheiten am Gastarbeiter-Abkommen, dass dadurch auch viele Frauen eingewandert sind. Es gibt Forscher, die meinen, dass der Feminismus ohne Gastarbeiter in Österreich noch viel später begonnen hätte. Denn die Gastarbeiterfrauen haben Jobs angenommen und sind arbeiten gegangen, als das bei einheimischen Frauen noch lange nicht verbreitet war.

GIF: Olga Dimitrijevic, Pesma nas je odrzala – Song kept us going

Trotzdem gab es schon damals auf beiden Seiten auch negative Stimmen.
Eigentlich brachte das Abkommen zwischen Österreich und Jugoslawien für beide Länder Vorteile. Österreich brauchte einfache Arbeitskräfte und Jugoslawien profitierte von dem westlichen Geld, das die Arbeiter nachhause geschickt haben. Das vergisst man häufig. Es war ein fruchtbarer Austausch. Aber ja, es gab auch Kritik. In Jugoslawien wurden die Auswanderer oft als Verräter gesehen, denen Geld wichtiger war als ihr Land. Und in Österreich waren die Einwanderer nur Fremde, die den Menschen die Jobs wegnehmen wollten. Das sind aber natürlich beides Erfindungen der jeweiligen Länder.

Um die Gastarbeiter aus beiden Ländern auszuschließen?
Genau. Wenn man mit den Gastarbeitern selbst spricht, erzählen sie auch immer wieder, dass sie sich gefühlt haben, als wären sie in einer ständigen Übergangsphase. Das ist ein wichtiger Punkt an unserer Ausstellung: Ich wollte, dass zeitgenössische Künstler wirklich Kontakt mit der Community aufnehmen und ihre neuen Arbeit in Abstimmung mit den Gastarbeitern entwickeln. Es sollten keine Klischees vorkommen—wir wollten nicht, dass es nur um Putzfrauen und schlechten Musikgeschmack und andere Vorurteile gegenüber Gastarbeitern geht, die man vielleicht aus der Ferne hat. Durch das Artist-in-Residence-Programm von Q21 und MuseumsQuartier war es möglich, Künstler zu holen, die über längere Zeit an ihren Projekten arbeiten und richtig in sie eintauchen konnten.

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Wie reagiert die Ausstellung auf Gastarbeiter-Klischees?
Auf verschiedene Arten. Nikola Knežević arbeitet zum Beispiel mit ORF-Archivmaterial, in dem Gastarbeiter von einer Off-Stimme wie eine fremde Spezies analysiert werden. Ein bisschen wie in alten Propaganda- oder Naturfilmen. Man hört, dass Gastarbeiter sich an Bahnhöfen treffen und als nächstes sieht man ein Model, das an ihnen vorbeiläuft—aber auf eine Art zusammengeschnitten, als würden die Gastarbeiter das Model gleich auffressen. Die Stimme sagt so etwas wie „Es ist eine Schande, dass die Gastarbeiter mit zu wenigen Frauen gekommen sind". Das Interessante ist aber, dass Nikola diese Szene einem Filmausschnitt gegenüberstellt; nämlich F for Fake von Orson Welles, das mit einer sehr ähnlichen Sequenz anfängt. Nikola stellt die Frage, ob Welles das TV-Material vielleicht kannte—lustigerweise war die Darstellerin in der Szene aus F for Fake nämlich aus Kroatien und lebte in Wien. Das sind nur Spekulationen, aber es zeigt, wie Schnitt zur Manipulation eingesetzt wird und auch, wie viel Inszenierung in Nachrichten oft steckt.

Die eigentliche Sache an Gastarbeitern ist doch: Wenn ich als Gast lange in deinem Haus bleibe, weiß ich irgendwann ziemlich viel über dich.

Was ist deiner Meinung nach der größte Unterschied zwischen damals und heute?
Man darf nicht vergessen, dass es das Phänomen zwar immer noch gibt, aber das Land dahinter nicht mehr. Jugoslawien ist Vergangenheit. Die Ausstellung ist auch ein Versuch, die unterschiedlichen Geschichten und Menschen wieder zusammenzubringen und viele verschiedene Erzählungen zu vereinen. Außerdem gilt das Abkommen von damals heute nicht mehr—obwohl genau das immer noch für viele Arbeiter aus dem ehemaligen Jugoslawien der Grund ist, warum sie heute nach Österreich kommen. Das ist natürlich gut für Österreich und auch gut für sie. Aber sie sind rechtlich nicht mehr auf dieselbe Art geschützt wie damals. Man kann natürlich auch darüber diskutieren, ob es Gastarbeiter im klassischen Sinne heute noch gibt.

Über den Begriff Gastarbeiter wurde schon viel diskutiert. Wie stehst du dazu?
Er ist auf jeden Fall immer noch weit verbreitet. Wenn man kein Deutsch spricht, klingt er außerdem ziemlich martialisch: GASSST-ARRRR-BEI-TERRRR. Aber die eigentliche Sache ist doch: Wenn ich als Gast lange in deinem Haus bleibe, weiß ich irgendwann ziemlich viel über dich. Ich weiß, ob mein Gastgeber Kokain zieht, ob er gern Apfelkuchen isst oder ob er sich nur nach außen hin gut gelaunt gibt, aber in Wahrheit depressiv ist. Je mehr Zeit Gast und Gastgeber miteinander verbringen, umso intimer wird die Beziehung—und damit entstehen wie so oft auch Abhängigkeit und Angst.

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Inwiefern Angst?
Angst spielt bei Einwanderung immer eine Rolle. Und zwar auf beiden Seiten. Einheimische müssen ihre Ängste überwinden, offener für Neues werden—aber Zuwanderer genauso. Wenn man woanders ein neues Leben aufbaut, muss man dafür eben immer auch eine Grenze überschreiten, die man nur ungern überschreitet und man hat keine Ahnung, worauf man sich einlässt. Ich weiß es aus erster Hand, weil ich ein Einwanderer in den Niederlanden bin. Ich mache da gerade einen verpflichtenden Kurs, bei dem man lernen soll, wie man niederländischer wird.

Wir waren Gastarbeiter in Katar, wo die Leute im Schlaf sterben

Ein ziemlich westlicher Zugang zur Zuwanderung.
Ja, im Westen ist Einwanderung immer mit der Vorstellung verbunden, dass der Zielort besser ist als der Herkunftsort—und man als Person besser werden und dazulernen muss, um dazuzugehören. Zumindest, wenn man aus einem Nicht-EU-Land kommt.

Es ist ein bisschen wie in einem Club. Wenn du drinnen Party machen willst, musst du auf der Gästeliste stehen. Wenn du nicht drauf stehst, musst du dich anstellen und die Gesichtskontrolle bestehen. Es ist genau wie beim Clubbing. Einige sind näher am DJ, manche sitzen im VIP-Bereich, andere stehen draußen an.

Das Gastarbeiter-Abkommen war dann so etwas wie das +1.
Sie hatten es im Vergleich nicht schlecht, weil das Abkommen ja auch Privilegien bedeutete, die man ohne das Abkommen nicht hatte—obwohl das Archivmaterial von damals, das wir auch in der Ausstellung zeigen, manchmal ziemlich verstörend ist. Die Gastarbeiter wurden bei ihrer Ankunft nämlich nicht beim Namen aufgerufen, sondern als die Nummern auf ihrem Vertrag. Solche Aufnahmen erinnern natürlich immer an aktuelle Bilder aus der Flüchtlingskrise.

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Sind die beiden Phänomene deiner Meinung nach vergleichbar?
Viele Leute haben versucht, die Ausstellungsidee so auszulegen und die aktuelle Flüchtlingssituation in Europa in den Vordergrund zu stellen. Aber es geht hier um etwas anderes. Das Gastarbeiter-Phänomen war ein Abkommen zwischen zwei Ländern. Das, was wir heute am Rande von Europa sehen, ist die Konsequenz aus globalen Entwicklungen und Kriegen.

Foto: Milan Mijalkovic, Der Arbeiter am Mistkübel, 2015

Alles andere würde die Gastarbeiter erst recht wieder instrumentalisieren.
Eben. Ich wollte Gastarbeiter lieber als österreichische Subkultur sehen. Das ändert alles. Auf einmal sind sie keine Eindringlinge mehr, sondern Underground—und damit auch gleich viel interessanter. Wenn man sich mit ihrer Lebenswelt beschäftigt, sind sie eigentlich viel österreichischer als die meisten geborenen Österreicher.

Wie meinst du das genau?
Zum Beispiel sind wir bei der Recherche für die Ausstellung auf YouTube-Clips von Gastarbeitern gestoßen, die in irgendwelchen Wiener Kellern Lesungen veranstalten. So etwas macht in Ex-Jugoslawien kein Mensch! Ich meine, wir gehen vielleicht in den Keller, um zu kiffen, aber diese Kellerkultur ist etwas extrem Österreichisches.

Wenn man das Gastarbeiter-Phänomen so sieht, will man sie verstehen, ihre Kultur kennenlernen und ihre Musik, Mode und andere Ausdrucksformen untersuchen. Vor allem die Musik. Es war ein bisschen so wie es heute noch in Clubs wie Wiener Freiheit ist: Wenn Beyoncé oder Rihanna laufen, bewegt sich dort kaum wer, aber sobald irgendein verrückter Gipsy-Song anfängt, bewegen sich sofort Hunderte Ärsche. Es hat einfach etwas Magisches.

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Bei AJNHAJTCLUB gibt es ja auch eine Gipsy-Band.
Ich wollte die rumänische Band dabei haben, weil sie unterschiedliche Kulturen und Nationen zusammenbringt, aber auch Gipsy-Einflüsse feiert. In Österreich ist die Gipsy-Kultur ja ziemlich vielfältig und wird eher als cool gesehen. Währenddessen diskutieren wir in Serbien darüber, ob wir die Menschen nicht von der Brücke entfernen sollten, unter der sie in Karton-Behausungen leben. Es wird immer schlimmer. Es ist degradierend. Aber die Band ist großartig. Sie hat eine Sängerin in einem roten Kleid, die wie aus einem David-Lynch-Film aussieht und das Ganze ist irgendwie trotzdem extrem sommerlich.

Haben Österreich und Ex-Jugoslawien deiner Meinung nach eine besondere Verbindung?
Ich glaube schon. Und ich glaube, das hat damit zu tun, dass die österreichisch-ungarische Monarchie einen extrem starken Abdruck in Ex-Jugoslawien hinterlassen hat. Egal, durch welche Stadt man geht, es fühlt sich an wie Wien. Die K.u.K.-Monarchie hatte eine sehr clevere Kulturpolitik: Lass uns ein wunderschönes Museum bauen, das sich niemand zu zerstören traut und hinterlassen unseren Abdruck in den Kronländern. Sie sind quasi kulturelle Implantate des österreichischen Stils. Die Menschen in Ex-Jugoslawien sind mit diesen Gebäuden und mit diesem Stil aufgewachsen. Ich auch. Diese Architektur hat unsere Identität mit geformt. Auf lange Sicht hat Österreich—oder Österreich-Ungarn—damit selbst den Grundstock dafür gelegt, dass Migranten heute immer noch hierher kommen wollen und sich in Wien zuhause fühlen.

Sebastian Kurz wird bei der Eröffnung auch sprechen. Gibt es etwas, das er aus der Ausstellung lernen kann?
Oh, er sollte auf jeden Fall Künstler in seinem Team haben. Ich finde generell, dass die Zeit vorbei ist, in der Künstler nur zur Unterhaltung der kulturellen Elite da waren und in irgendwelche Institutionen abgeschoben worden sind. Jede Branche und jeder Bereich der Gesellschaft sollte auch kreative Künstler im Team haben. Banken, Krankenhäuser, politische Einrichtungen, alle. Im Moment wird vor allem unsere Politik von Bürokratie und Übervorsicht bestimmt.

Warum?
Ich weiß es auch nicht. Aus Angst. Ich finde, Politiker sollten einen Ayahuasca-Trip machen. Ich würde zum Beispiel Sebastian Kurz Ayahuasca-Shots servieren. Er kann dann einfach alles auskotzen und dann neue Erfahrungen zulassen. Wenn du mit unterschiedlichsten Menschen an einem Tisch sitzt, wirst du auch keine Angst mehr von ihnen haben. Wer einmal mit seinen inneren Drachen gekämpft hat, tut sich auch leichter, alltägliche Probleme zu überwinden.

Mehr Infos zur Ausstellung AJNHAJTCLUB findet ihr hier.

Markus auf Twitter: @wurstzombie