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Sex

In-flagranti-Horrorgeschichten: Wenn jemand beim Sex reinplatzt

Von Müttern über Mitbewohner bis hin zu Geschwistern – die Angst vor ungewolltem Besuch ist echt

von Catherine Pears
28 Juni 2016, 4:00am

Sex ist toll! Aber Sex birgt auch viele Risiken – Geschlechtskrankheiten, Babys und destruktive Beziehungen sind nur einige davon. Andererseits ist auch so ziemlich alles, was irgendwie Spaß macht, mit einem gewissen Risiko verbunden. Wie Anaïs Nin, Autorin von Das Delta der Venus, schon schrieb: "Und es kam der Tag, da das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzlicher wurde als das Risiko zu blühen."

Eine der weniger besprochenen Gefahren im Minenfeld zwischen den Laken ist die ständig drohende Möglichkeit, dass jemand unverhofft ins Zimmer platzt, während ihr es gerade miteinander treibt. Wenn du lange genug schon sexuell aktiv bist, stehen die Chancen nicht schlecht, dass es dir selbst schon mal passiert ist. Vielleicht war es dein Mitbewohner, der unerwartet ins Zimmer kam, nur um dich Gesicht unten, Arsch oben vorzufinden. Vielleicht war es aber auch deine liebe Mutter, die mit einem Teller frisch gebackener Plätzchen in dein Zimmer gerauscht kam, nur um festzustellen, dass du den Mund bereits mit etwas anderem voll hast. Was auch immer dir widerfahren ist, ist in dem Moment selbst vielleicht unfassbar traumatisierend, aber mit etwas zeitlichem Abstand ist dein Leben schon bald um eine kurzweilige Anekdote reicher. Um einige dieser Anekdoten zu hören, haben wir ein paar Leute darum gebeten, uns ihre kleinen versauten Geschichten mit unfreiwilligem Ende zu erzählen.

Cal, 23

Es war mein erstes Semester auf dem College. Meine Freundin ging noch zur High School und kam mich jedes Wochenende in meinem winzigen Zimmer besuchen, das ich mir mit James teilte. James, mein Mitbewohner, bemühte sich seinerseits nicht wirklich, seine Abneigung für sie oder die Häufigkeit ihrer Besuche zu verstecken. Wie das für verknallte 18-Jährige so üblich ist, fingen wir, sobald er das Zimmer verließ, sofort damit an, es richtig schmutzig und ausgefallen miteinander zu treiben. Es war ganz egal, ob er zum Essen in die Mensa ging oder nur schnell auf Toilette; wir nutzten jeden Moment der Zweisamkeit aus.

Sie ist also zu Besuch und James verschwindet für eine Weile. Es dauert nicht lange, bis meine Freundin und ich mitten im Raum stehen, splitternackt, Licht an, fickend. Versaut, wie ich bin, versuchte ich wahrscheinlich irgendwas nachzustellen, was ich bei Ron Jeremy gesehen hatte. Und einfach so, ohne Vorankündigung höre ich plötzlich, wie sich der Schlüssel im Schloss umdreht und die Tür aufgeht. Ich sehe Jakes weiße Air Jordans langsam auf uns zukommen.

Unsere Blicke kreuzen sich, aber innerlich bin ich noch immer bei meinem Schweinkram. Während er verdutzt im Raum steht, mache ich noch ein paar Stoßbewegungen – unsere Ausschweifungen perfekt ausgeleuchtet. Er schließt die Tür schneller, als ich das je für möglich gehalten hätte. Meine Freundin und ich blieben erschrocken, voller Scham und überraschenderweise noch immer unglaublich geil zurück. Wir beenden also, was wir angefangen haben, und ziehen uns an. Fünf Minuten später rufe ich James an und sage ihm, dass er zurück ins Zimmer kann. Als er reinkommt, sitzen meine Freundin und ich im Schneidersitz auf dem Bett und gucken Die Drei vom Pfandhaus – die Gesichter rot vor Scham. Meine Freundin kann nicht anders, als einfach loszulachen. Mein Gefühl wechselt zwischen Adrenalinschock und Verlegenheit. Wir haben nie wieder darüber gesprochen. Mein Mitbewohner von damals ist immer noch ein guter Freund von mir. Hallo, James!


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Lily, 27

Irgendwann habe ich mal versucht, die Kondome zu benutzen, die es kostenlos bei uns in der High School gab, aber die waren super klein und passten nicht auf den Penis meines Freundes. Also alberten wir nackt auf seinem Bett rum, zerstörten die Kondome und warfen sie im Zimmer rum. Dann machte seine Mutter dieses Einmal-klopfen-und-reinkommen-Ding. Wir zogen uns schnell irgendwas über und als sie reinkam, saßen wir auf seinem Bett und glotzten auf einen abgeschalteten Fernseher. Um uns herum war alles voller kaputter Kondome und Kondomverpackungen.

Ein anderes Mal platzte die Mutter des gleichen Freundes in sein Zimmer, als ich ihm gerade einen Blowjob gab. Er beugte sich sofort runter, um meinen Körper mit seinem Körper zu verdecken. Ich aber richtete mich instinktiv auf und wir knallten heftig mit unseren Köpfen zusammen. Ich fiel hin und seine Hose hing auf Halbacht. So sind wir ein zweites Mal erwischt worden.

Alex, 23

Ich habe mein Zimmer im College nie abgeschlossen. Dieses eine Mal hatte ich Sex in einer Position, bei der ich auf die Tür schaute, das Mädchen aber nicht. Wir vögelten auf einem beschissenen Holzbett, das bei jeder noch so leichten Bewegung gegen Wand oder Kommode knallte. Während unseres leidenschaftlichen Liebesspiels hatte ich das Klopfen meines Mitbewohners also wahrscheinlich nicht gehört. Jedenfalls ging die Tür plötzlich auf und mein Kumpel stand einfach da und schaute mich perplex an. "Ja?", fragte ich, ohne aufzuhören. "Nichts", sagte er, drehte sich langsam wieder um und schloss hinter sich die Tür.

Jerome, 25

Ich war 16 und bekam gerade auf einer Couch bei uns im Keller den ersten Blowjob meines Lebens. Wir hatten damals diese große Leinwand mit Beamer und Surround Sound und ich schaute mit meiner Freundin Gladiator. Ich hatte die Lautstärke richtig aufgedreht und war dementsprechend in das Geschehen vertieft. Erstens war der Film einfach nur großartig und außerdem drehten meine Hormone total durch. Dabei zuzusehen, wie irgendwelche Typen von Dreizacken aufgespießt werden, schien meine sexuelle Erregung nur noch weiter zu anzuheizen.

Jedenfalls war das Nächste, woran ich mich erinnern kann – ich war schließlich voll und ganz bei Russell Crowe –, dass meine Mutter am anderen Ende des Sofas steht und mir über den Lärm des Films hinweg zuruft, dass ich morgen früh Fußballtraining habe. So schnell wie in diesem Augenblick habe ich wahrscheinlich nie in meinem Leben auf etwas reagiert. Sofort reiße ich meine Freundin unter der Decke hervor und nehme sie in eine Art Schwitzkasten ... weil ... ich dachte, es würde unverfänglicher aussehen, wenn ich so tun würde, als würden wir miteinander ringen? Ich sagte nur "OK" und das war dann auch das Ende unserer Unterhaltung. Bis heute weiß ich nicht, ob sie mich tatsächlich erwischt hat oder nur dachte, wir würden eine Szene aus Gladiator nachspielen.

Sally, 23

Das ist eine richtig schlimme Erinnerung. Wir waren im Kinderzimmer meines Freundes und habe ihm gerade einen geblasen. Wir befanden uns beide in eine sehr kompromittierenden Stellung: beide vollkommen nackt, ich auf dem Bett liegend und er stehend davor. Wir hatten die Tür nicht abgeschlossen. Seine Mutter kam, ohne anzuklopfen, rein und stand plötzlich Angesicht zu Angesicht dem Schwanz ihres ältesten Sohnes in meinem Mund entgegen. Sie war Britin und gab sofort ein gellendes "Oh my God!" von sich, was unweigerlich dazu führte, dass ich mich wie das größte Stück amerikanischer Trash fühlte, das je einen Fuß in ihr Haus gesetzt hatte. Sie machte sofort wieder die Tür zu und begann von der anderen Seite, laute Entschuldigungen von sich zu geben, was alles nur noch schlimmer machte. Voller Entsetzen zogen wir schnell unsere Klamotten an und rannten die Treppe runter, wo sie uns noch mehr verzweifelte britische Entschuldigungen zurief. Wahrscheinlich stammelten wir irgendwas zurück, aber ich erinnere mich nur noch daran, wie ich jeden Augenkontakt vermied und zum Auto meines Freundes rannte. Dort wechselten wir dann außer gequältem Stöhnen, Lachen und noch mehr Stöhnen erst mal kein Wort miteinander. Wir waren nach diesem Erlebnis noch zwei Jahre zusammen. Irgendwann schaffte ich es auch wieder, seiner Mutter in die Augen zu schauen, aber diese britischen Schreckensschreie werde ich niemals vergessen.

Ryan, 32

Ich machte Liebe mit ... mir selbst. Ich war ein junger Teenager, der diese Freizeitbeschäftigung gerade erst für sich entdeckt hatte, und spielte so oft an mir rum, dass es eigentlich nur eine Frage der Zeit war, bis jemand währenddessen ins Zimmer platzen würde. Dieser Jemand sollte meine Mutter sein. Zum Glück war das Licht aus und ich wurde, als sie unvermittelt die Tür öffnete, nur vom Licht aus dem Flur beleuchtet. Schnell drehte ich mich mit dem Rücken zur Tür auf die Seite und zog die Decke hoch. "Was machst du da?", fragte meine Mutter. Ich war starr vor Schreck. Sie fragte mich noch einmal und als ich mit "ich versuche zu schlafen" antwortete, muss meine Stimme sehr brüchig geklungen haben. Als Nächstes kam meine Mutter nämlich durch mein Zimmer gelaufen, setzte sich auf die Bettkante und berührte sanft meine Schulter. Ich wäre am liebsten gestorben.

"Ryan, was ist los?", fragte sie mich sichtlich besorgt.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich darauf geantwortet habe. Schließlich war ich noch immer vor Angst wie versteinert. Es war Sonntag und wir hatten morgens in der Kirche erfahren, dass unser langjähriger Priester, Father Adams, einen Tag zuvor seinen Kampf gegen den Krebs verloren hatte. "Bist du traurig wegen Father Adams?", fragte sie. Ich bejahte das. Während sie mir darauf sanft meinen Arm streichelte sagte sie mir, dass sie immer für mich da ist, wenn ich irgendwelche Fragen hätte oder einfach nur reden will. Ich bedankte mich bei ihr – vor allem dafür, dass sie mir so eine großartige Vorlage geliefert hatte. Sie ging wieder aus meinem Zimmer und ich machte weiter.

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