Anzeige
Popkultur

Quentin Tarantinos doch etwas seltsame ‚Pulp Fiction’-Wunschbesetzung ist geleakt worden

Stellt euch doch nur mal eine Welt vor, in der Vincent Vega von Alec Baldwin gespielt wird und Nicolas Cage in einer Nebenrolle zu sehen ist.

von Scott Masters Pierce
15 September 2015, 12:13pm

Pulp Fiction ist wahrlich ein ikonischer Film, ein Stück Popkultur, das so omnipräsent ist, dass es fast wie ein kollektiver Traum anmutet. Der Film ist cool, sexy, blutig und hip. Außerdem hat er die Karriere vieler der darin zu sehenden Schauspieler maßgeblich beeinflusst—sowohl John Travolta als auch Bruce Willis erfuhren so einen neuen Beliebtheitsschub und Uma Thurman wurde zum Star.

Vor Kurzem sind jedoch einige Vorproduktions-Dokumente auf Reddit geleakt und diese Unterlagen zeigen uns nun, dass der Pulp Fiction-Film, den wir alle kennen und lieben, nicht ganz der Pulp Fiction-Film ist, den Tarantino im Kopf hatte. Wenn alles nach seinem Willen gelaufen wäre, dann hätten wir einige ganz andere Schauspieler und Schauspielerinnen auf der Leinwand bewundern dürfen.

Tarantino schrieb John Travoltas Rolle des Anzug tragenden und raffinierten Vincent Vega anscheinend für Michael Madsen, der bereits in Reservoir Dogs einen der Vega-Brüder gespielt hatte. In den Casting-Unterlagen heißt es, dass Travolta die „strong, strong, strong second choice" für die Rolle war, allerdings wurden auch Alec Baldwin und Michael Keaton als potenzielle Kandidaten aufgelistet.

Bruce Willis wurde für die Rolle des Boxers Butch Coolidge eigentlich gar nicht erst in Betracht gezogen, denn Tarantino wollte dafür wohl Matt Dillon haben. Auch der Name Uma Thurman ist nirgendwo zu lesen. Anscheinend hatte Tarantino Virginia Madsen als Koks ziehende, schwarzhaarige weibliche Hauptfigur im Sinn. Außerdem sollte wohl Nicholas Cage den ständig verwirrten Dealer Lance spielen.

Noisey: Haftbefehl will der Quentin Tarantino des deutschen Raps sein

Es ist kaum zu glauben, aber auch Samuel L. Jackson war nicht die erste Wahl. Tarantino wollte eigentlich Lawrence Fishburne, der für Boyz n the Hood damals gerade erst den Vater von Cuba Gooding Jr. gespielt hatte. Es machte wohl auch der Name Eddie Murphy für die Rolle des Auftragsmörders Jules die Runde, aber der Schauspieler war anscheinend zu beschäftigt damit, den dritten Teil der Beverly Hills Cop-Reihe abzudrehen, also blieb es uns zum Glück erspart, Pluto Nash dabei zuzusehen, wie er Ezekiel 25:17 vorträgt.

Mit dieser Besetzung wäre sicherlich ein ganz anderer Film herausgekommen, aber man kann sich nur schwer vorstellen, dass das Ganze wirklich besser geworden wäre—schließlich heimste Pulp Fiction sieben Oscar-Nominierungen ein (davon drei für die Schauspieler).

Tarantinos nächster Film trägt den Titel The Hateful Eight und wird Ende Januar 2016 in die deutschen Kinos kommen. Die weibliche Hauptrolle übernimmt dabei Jennifer Jason Leigh, die schon damals fast Honey Bunny gespielt hätte.