Paris in Alarmbereitschaft—12 Tote bei Anschlag auf Charlie Hebdo

Die Redaktion des französischen Satiremagazins wurde von schwer bewaffneten und vermummten Männern angegriffen. 12 Menschen wurden getötet, 10 weitere verletzt.

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Jan. 7 2015, 1:48pm

Foto: AFP/Getty

VICE News hält euch hier über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

Bei einem Angriff auf das Pariser Büro des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo wurden nach Behördenangaben mindestens zwölf Menschen getötet und zehn verletzt.

Laut Augenzeugenberichten haben drei vermummte Männer das Gebäude im Zentrum von Paris gegen 11:30 Uhr mit Sturmgewehren betreten. Nach Angaben von Agence France-Press sind auch zwei Polizeibeamte unter den Toten.

In einem Augenzeugenvideo ist zu sehen, wie die Männer sich einem verwundeten Polizisten nähern und ihm aus nächster Nähe in den Kopf schießen, während er seine Hände hochhält und um Gnade fleht. Danach fliehen sie in einem schwarzen PKW.

Achtung: Das Video enthält grausame Szenen.

Die Angreifer konnten noch nicht gefasst werden, die Polizei in Paris fahndet jetzt nach ihnen. Die Stadt wurde in Alarmbereitschaft versetzt und die Sicherheitsmaßnahmen für andere potenzielle Anschlagsziele wurden verschärft.

Fotos: Etienne Rouillon

Der französische Präsident François Hollande hat sich vor einer Krisensitzung des Kabinetts am Tatort geäußert. Sichtlich bewegt bezeichnete er den Angriff als „besonders barbarischen" Terrorakt und fügte hinzu, dass die Satirezeitschrift wegen früherer Warnungen unter Polizeischutz gestanden habe.

Eine Augenzeugin am Tatort sagte VICE News, sie habe einen blutüberströmten Mann gesehen, der geschrieen habe: „Dort drüben sind Leichen und Verwundete." Vor dem Sitz der Zeitschrift seien weiterhin Schüsse gefallen.

Bis jetzt hat sich noch niemand zu dem Angriff bekannt. Das Satiremagazin war im November 2011 bereits einem Brandanschlag zum Opfer gefallen, nachdem darin eine Mohammed-Karikatur veröffentlicht worden war. Der aktuellste Tweet von Charlie Hebdo zeigt Abu Bakr al-Baghdadi, den Anführer der extremistischen Gruppierung Islamischer Staat, die im Irak und in Syrien kämpft, aber zu sogenannten Einzelkämpfer-Angriffen auf den Westen aufgerufen hatte.

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