Das große ABC der „Asylgegner" – Teil 1

Asylirrsinn, Demogeld vom Antifa e.V. und Geburten-Dschihad. Von A bis M durch die Welt von Pegida, AfD & Co.

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Feb. 3 2016, 5:00am

Es ist nicht so einfach, sich im Begriffsdschungel von Pegida, „Asylgegnern" und allen anderen Verwirrten da draußen zurechtzufinden. Nicht nur dass die Freunde eines gepflegten Flüchtlingsheimbrandes gerne Neologismen wie „Geburtendschihad" oder „Rapefugees" schaffen, nein, sie reißen auch ab und an Begriffe an sich, die dann im eigenen hassenden Umfeld zu Codewörtern werden, mit denen unliebsame Menschen oder Bevölkerungsgruppen benannt werden. Beatrix von Storch beispielweise benutzt weit lieber das Wort „Migrant" als das Wort „Flüchtling", vermutlich um sicherzugehen, dass auch wirklich kein AfDler das eigene Weltbild vergisst, in dem es weniger um Menschen geht, die Zuflucht vor Terror und Gewalt suchen, sondern vielmehr um eine Masse von Einwanderern, die uns allen mit ihren Smartphones und Markenklamotten auch noch den letzten Job bei McDonald's streitig machen.

Langsam, aber sicher haben Pegida, AfD und ihr unappetitliches Umfeld genau das geschaffen, vor dem sie so große Angst haben: eine Parallelgesellschaft mit einer eigenen Sprache und eigenen Codes. Diese Begriffe gehören so oder so ähnlich in Dresden, bei AfD-Veranstaltungen, an „asylkritischen" Stammtischen und in Facebook-Kommentaren zum Standardrepertoire.

A wie Asylirrsinn (auch: Asylchaos)

In Pegida-Sprech ein anderes Wort für das Grundrecht auf Asyl, wie es seit 1949 in Artikel 16 des Grundgesetzes steht. Das Recht auf Asyl wurde erstmals 1948 in der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen festgeschrieben. 1951 wurde in der Genfer Flüchtlingskonvention genauer festgelegt, wie Hilfe nach Flucht und Vertreibung auf staatlicher Ebene zu handhaben ist. Das ist aber alles egal. Denn wenn das Kind nicht mehr zum Taekwondo-Kurs in der Sporthalle kann, weil da Flüchtlinge untergebracht worden sind, die vor Fassbomben flüchten, sind die Menschenrechte ja wohl vollkommen nebensächlich. Man braucht schließlich auch mal Zeit für sich. Versteht aber wieder keiner.

Auch mit A: Antisemitismuskeule; Antideutsche, Antifanten, Antifa e.V. (s.a. SA Antifa); Armes Deutschland

B wie Bürgerkrieg

Glaubt man dem Tenor der „Asylgegner", steht der Bürgerkrieg immer vor der Tür, wegen der Flüchtlinge selbstverständlich. Weil: Nichts wollen Bürgerkriegsflüchtlinge mehr, als wieder im Bürgerkrieg zu leben. Bürgerkrieg ist voll knorke. In der Realität ist ein Bürgerkrieg so in etwa eine der schlimmsten Katastrophen, die sich in einem Land ereignen können und damit das perfekte Futter für Angstpropaganda. Der Zusammenbruch der Gesellschaft, zerbombte Häuser und Nachbarn, die sich gegenseitig abschlachten, sind Angstthemen; und eine Zukunft zu zeichnen, in der solche Zustände an der Tagesordnung sind, ist der perfekte Move, um Menschen, die aus dem ein oder anderen Grund mit ihrem Leben unzufrieden sind, in „Lügenpresse"-Sprechchöre einstimmen zu lassen.

Auch mit B: Bereicherer

C wie Christenverfolgung

Christenverfolgung ist einer der Begriffe, die einen tatsächlichen Sachverhalt beschreiben, aber zu einem Schlagwort mit neuem Sinn geworden sind. Christen im Irak, Syrien und anderen Gebieten, in denen der sogenannte Islamische Staat die Macht an sich gerissen hat, werden, wie auch Jesiden und andere religösen Gruppen, verfolgt, und wenn sie nicht konvertieren, abgeschlachtet. Tatsächlich gibt es auch Fälle, in denen christliche Flüchtlinge noch in Deutschland von Islamisten bedroht werden. Diese tatsächlich bestehende, reale Bedrohung wird durch „Asylkritiker" zynisch benutzt, indem sie alle Muslime zu Christenschlächtern hochstilisieren. „Wir" (a.k.a. Das Volk™) sind ja schließlich alle Christen. Dadurch lässt sich ganz einfach ein Gegensatz zwischen „uns" und den „Anderen" konstruieren, in dem das christliche Abendland von muslimischen Horden bedroht wird. Mit dieser Einstellung sind wir in Deutschland nicht allein, im polnischen Wahlkampf wurde gefordert, dass ausschließlich christliche Flüchtlinge aufgenommen werden, auch in der Slowakei und Frankreich weigern sich einzelne Gemeinden, muslimische Flüchtlinge aufzunehmen.

Auch mit C: CSU

D wie Demogeld

Die Legende vom Demogeld zieht schon lange ihre Kreise durch das Milieu von Pegida, AfD und Asylkritikern. Erst kürzlich deckte Compact wieder auf, dass Justizminister Heiko Maas den Lohn für die Teilnahme an Demos gegen rechts auf 45 Euro erhöhen wolle und 48 Reisebusse anschaffen wolle, um Demonstranten durch die Republik zu transportieren. Compact hat den zugehörigen Artikel mittlerweile abgeändert. Auf der Facbook-Seite „Anonymous-Kollektiv" kann man das ganze allerdings immer noch lesen:

Witze werden ja bekanntlich nicht witziger, wenn man sie erklärt, aber hier nochmal für alle, die es bisher nicht ganz verstanden haben: Das ganze geht unter anderem auf ein bei Facebook geteiltes Foto zurück, auf dem ein Schreiben vom Vorstand eines sogenannten Antifa e.V. zu sehen war, in dem es ebenfalls darum ging, dass 48 Busse organisiert wurden und ein Stundenlohn von 25 Euro ausgehandelt wurde.

Das war ein Witz. Die Antifa ist kein Verein. Die Antifa ist auch nicht bundesweit organisiert.

Das alles wurde dann von der taz in einem relativ leicht als Satire erkennbaren Artikel verarbeitet. Aber was ist schon leicht erkennbar in der Welt von Pegida und Co.? Seitdem sind das Demogeld und die sagenumwobenen 48 Busse immer wieder Thema und Grund zur Empörung bei Leuten, die gerade jemanden mit Springerstiefeln zusammengetreten haben, als Gott den Humor verteilt hat. Erika Steinbach zum Beispiel wurde geschlagene zwei Monate nach Veröffentlichung auf den Artikel aufmerksam und sah sich schon auf der Spur eines Skandals, bevor es so wie meistens endete: Alle lachen außer Erika.

Auch mit D: Deserteure, Designerklamotten, „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen"

E wie Einzelfall

Eines der weitverbreiteten Missverständnisse der „Asylkritik" ist ja der Glaube, dass das Asylrecht ausschließlich von gesetzestreuen, kerngesunden Akademikerfamilien in Anspruch genommen werden kann. Dem ist nicht so. Das Asylrecht gilt für jeden, der Opfer von Verfolgung, Krieg und Gewalt ist. Daraus ergibt sich, dass es auch Flüchtlinge gibt, die Straftaten begehen. Der Konsens unter Pegida-Anhängern ist nun aber, dass diese Straftaten von Medien und Politik unter den Teppich gekehrt werden und es nur wenige Fälle an die Öffentlichkeit schaffen. Diese würden dann als „Einzelfälle" bezeichnet, damit beim Volk™ nicht der Gedanke auftaucht, DASS WIR DOCH EH ALLE NUR VON HINTEN BIS VORNE BELOGEN WERDEN!!111!Elf. (s.a. Lügenpresse) Dass grundsätzlich nicht über jede Straftat, die in diesem Land begangen wird, berichtet wird, weil die Tageszeitung sonst so dick wie ein Telefonbuch wäre, zählt nicht als Gegenargument. Genauso wenig, dass die Existenz von Artikeln aus Mainstreammedien, die man nur dafür nutzt, um sie auf Facebook zu posten und darüber zu schreiben „Haha, alles wieder nur ein Einzelfall", beweist, dass sehr wohl über Straftaten, die von Nicht-Deutschen oder Deutschen mit Migrationshintergrund begangen wurden, berichtet wird.

F wie „Flüchtlinge"

Sehr wichtig in diesem Fall ist die Benutzung von Anführungszeichen. Alternativ kann auch das Wort „sogenannte" vorgesetzt werden. Auch hier zeigt sich wieder eine ziemlich perfide Taktik, bei der es darum geht, das Leid von Menschen zu relativieren. Ohne viel Aufwand wird ein Flüchtling zum „Flüchtling", also zu jemanden, der nur so tut als ob und der eigentlich überhaupt kein Recht hat, sich in Deutschland aufzuhalten. Das bezieht die Fluchtgründe, die Strapazen der Flucht und den ganzen Rattenschwanz dahinter mit ein. Man spricht damit Menschen ab, einen Grund zu haben, ihre Heimat verlassen zu müssen. Schnell kommt man hier auch in den Bereich von Verschwörungsideologen, für die „Flüchtlinge" Werkzeuge einer höheren Macht (s.a. Jude, der) sind, die benutzt werden, um Deutschland auszuradieren und (aus unklaren Gründen) so mehr Macht zu gewinnen. (s. a. Umvolkung)

Auch mit F: Ferkel (für Merkel. Weil: Haha), Flüchtlingsflut, Flüchtlingswelle

G wie Geburtendschihad

Ein Begriff, der in den späten 00er-Jahren in der Szene um PI-News und Pro Köln, bzw. Pro Deutschland entstanden zu sein scheint. 2012 fand sich im Wahlprogramm von Pro Deutschland die Behauptung, dass es Muslimen nach islamischem Recht verboten sei, sich in nicht-muslimischen Ländern aufzuhalten, und weiter: „Heute sei die dauerhafte Niederlassung von Muslimen in Ländern, in denen das islamische Recht noch nicht herrscht, dadurch gerechtfertigt, daß diese eine Art demographischen Dschihads sei, der diese Länder zu islamischen Ländern machen soll." Heute ist das Wort Standardrepertoire in Pegida-Reden von Tatjana Festerling und ihren Volksgenossen und meint immer noch das gleiche. Muslime planen durch eine hohe Geburtenrate, die „biodeutsche" Bevölkerung zu verdrängen und Deutschland bzw. ganz Europa zu islamisieren. Nur stimmt das halt leider nicht. Eine Schätzung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge von 2009 besagt, dass damals zwischen 3,8 und 4,3 Millionen Muslime in Deutschland lebten. Das sind nur fünf Prozent der Bevölkerung. Und auch perspektivisch sind die Chancen, dass Deutschland durch Geburten zum Kalifat wird, sehr, sehr gering. Zwar bekommen Migrantinnen zunächst mehr Kinder, passen sich aber sehr schnell an das generative Verhalten Deutschlands an. Laut einer Studie von 2011, die die demografische Entwicklung der Muslimen weltweit untersucht, wird es im Jahr 2030 in Deutschland etwa 5,5 Millionen Muslime geben, ein Anteil von 7,1% der Gesamtbevölkerung. Wenn das ein Dschihad sein soll, dann ist das ein eher unerfolgreicher.

Auch mit G: Genderismus, Gebärmaschine, Gutmensch

H wie Heer

Ein weiterer Begriff, mit dem man ganz wunderbar verallgemeinern kann. Alle Muslime sind Terroristen oder Vergewaltiger oder Islamisten. Und alle Flüchtlinge sind keine Einzelpersonen, sondern ein Heer. Erstmal muss man sich dann nicht mehr um den einzelnen kümmern, weil alle zusammen nur noch eine gesichtslose Masse bilden, und zweitens ist es dann auch noch schön bedrohlich und man kann sich richtig gut bedroht fühlen. Passt natürlich ganz wunderbar in die Angstwelt von Pegida und Co. Vor allem, das nicht ganz genauso ist, wie man es aus der heimischen Kleinstadt kennt, muss man Angst haben und wenn es dann noch ein Flüchtlingsheer ist, ganz besonders. Dass es noch obendrauf eine ziemliche Frechheit ist, Menschen, die vor Terror und menschenverachtenden Regimen fliehen und eigentlich nur versuchen, so weit weg wie möglich von Heeren zu sein, von denen sie tendenziell eher abgeschlachtet werden, als genau so eins zu bezeichnen, könnte man auch noch erwähnen.

I wie „Ich bin ja kein Nazi, aber"

Eine Art Zauberspruch für Asylgegner. Wenn jemand einen Satz mit „Ich bin ja kein Nazi, aber" anfängt, ist er einfach kein Nazi, egal wie der Satz weitergeht. Alternativ geht übrigens auch „Ich bin ja kein Rassist, aber". Hat genau die gleiche Wirkung. Auf dieser Seite finden sich ein paar schöne Beispiele, die auf Facebook gesammelt wurden. Da gibt es eine Person, die zwar kein Nazi ist, aber findet, dass „jeder Kinderficker oder Vergewaltiger sofort erschossen werden sollte. Weiterhin gehört jeder ‚Ausländer', der sich hier in Deutschland Strafbar macht, Drogen verkauft, Ehrenmorde begeht, sofort mit einem Betonklotz in der Elbe versenkt". Klarer Fall. Kein Nazi. Oder ein anderes Beispiel: „sorry will klar stellen das ich KEIN rassist bin bin selber mit einem cubaner zusammen aber es gibt menschen rassen die fressen alles gehen mit anderen lebewesen um wie dreck vermehren sich selber wie karnickel behten irgend einen gott an und nennen sich auch noch kultiviert" (sic! Falls das nicht klar geworden sein sollte.) Ganz eindeutig: Kein Rassist. Der Psychologieprofessor Dr. Andreas Beelmann geht im MDR davon aus, dass sich die jeweiligen Sprecher genau dessen bewusst sind, was sie sagen: „Zumindest haben die Leute gemerkt, dass sie damit Normverletzungen begehen und wollen das in gewisser Weise rechtfertigen." Und vielleicht hat das ganze ja wirklich etwas Magisches für Menschen, die ihre Sätze so einleiten. Vielleicht haben sie ein bestimmtes Bild von einem Nazi im Kopf. Vielleicht sehen sie Hermann Göring in seiner Paradeuniform vor ihrem inneren Auge oder einen Neonaziskinhead mit Baseballschläger, oder Ursula Haverbeck. Tatsächlich sind sie all diese Leute nicht. Sondern in vielen Fällen ein Troll mit zu viel Zeit, der Neonazi- bzw. rassistisches Gedankengut verbreitet. In der Realität kann nach dem „aber" nicht mehr viel Gutes kommen. Wenn man einen Satz so einleiten muss, ist alles, was man sagen will, mit ziemlicher Sicherheit kacke.

Auch mit I: Invasoren, Islamisierung (s.a. Geburtendschihad), Illegale, IM Erika (s.a. Merkel)

J wie Jude, der

Der Jude ist ja, auf die ein oder andere Weise, ohnehin an allem Schuld. Natürlich ist offener Antisemitismus genauso wie der Nationalsozialismus (s.a. „Ich bin ja kein Nazi, aber") selbst in Kreisen, in denen man gerne gegen alles hetzt, was nicht schnell genug wegrennen kann, nicht mehr wirklich sexy. Außer Lutz Bachmann verkleidet sich als Hitler. Deswegen bedient man sich gern antisemitischer Codes, mit denen man dann sagen kann, was man denkt, ohne offensichtlich als Judenhasser dazustehen. Antisemitismus in der Asylgegnerszene und bei Pegida gibt es vor allem in den verschwörungsideologischen Rändern der Bewegung. Wenn davon die Rede ist, dass finstere Mächte daran arbeiten, dass die deutsche Bevölkerung, die Werte des christlichen Abendlandes und die deutschen Tugenden zersetzt werden, weil Deutschland Flüchtlinge aufnimmt, dann kann man dreimal raten, wer diese finsteren Mächte denn nun eigentlich sein sollen. Ausnahmsweise kann man glücklich sein, dass das Gros der Asylgegner tendenziell eher auf der dumpfen Seite der Skala liegt und deswegen nicht mal genug Fantasie für eine gepflegte Verschwörungstheorie hat, sondern sich lieber in obszönen Beschimpfungen ergeht.

Auch mit J: Jewgida

K wie Kopftuchmädchen

„Ich muß niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert." (Thilo Sarrazin, Lettre International, 2009)

Thilo Sarrazin sitzt vermutlich gerade in seinem Reihenhaus im Berliner Westend und reibt sich die Hände. Das SPD-Mitglied, ehemaliger Finanzsenator in Berlin, ehemaliges Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und der Bahn ist die alternde Diva der Asylkritik und war schon 2009 Trendsetter in Sachen Hetze. Zunächst sprach er in einem Interview in Lettre International von den „Kopftuchmädchen" und den Migranten, die lediglich gut darin seien, Obst und Gemüse zu verkaufen. Auch die Islamisierung Deutschlands war für Sarrazin damals schon ausgemacht. Die „Kopftuchmädchen" sind nur ein anderer Aspekt des „Geburtendschihads" (s.a. G) und dienen dazu, Deutschland zu erobern. 2010 ging es dann weiter, als er verlautete, dass der Intelligenzdurchschnitt Deutschlands durch Zuwanderung sinke. Später im Jahr veröffentlichte er dann das Standardwerk, das in keiner pegidafreundlichen Bibliothek fehlen darf und vielleicht das einzige Buch ist, das Lutz Bachmann jemals gelesen hat: Deutschland schafft sich ab. In einer Art „Rassenkunde" erklärte Sarrazin anhand von umstrittenen Statistiken, warum Migranten weniger intelligent seien als Deutsche. Was Thilo Sarrazin zur offensichtlichen Dumpfheit und Verrohung sagt, die „Asylkritiker" so oft auf ihren Facebook-Seiten und in Kommentarspalten an den Tag legen, ist leider nicht bekannt.

Auch mit K: Kulturverfall, Kinderschänderpartei

Lügenpresse

Mit der Lügenpresse ist es so eine Sache. Grundsätzlich sind die Medien schlecht, wenn sie nicht die eigene Weltsicht oder die eigene Meinung widerspiegeln (s.a. Einzelfall). Wenn aber in einem Artikel oder einem Video von einem „Mainstreamkanal" etwas geschrieben oder gezeigt wird, das einem in den Kram passt, kann das jederzeit und ohne Probleme geteilt und unterstützt werden. „Lügenpresse"-Schreier sind Medienexperten, die eigentlich viel besser als alle Anderen wissen, was denn jetzt in den Zeitungen und diesem Internet stehen soll. Dummerweise fragt sie nie jemand. Aber Gott sei Dank gibt es ja Facebook, wo man sich rege und mehr oder weniger sinnvoll zu jeder Laus äußern kann, die einem über die Leber gelaufen ist.

Auch mit L: Lebensbejahender afrikanischer Ausbreitungstyp, linksgrünversifft

M wie Merkel

Angela Merkel ist die große Feindin. In Dresden wurde bereits ein für sie reservierter Galgen durch die Stadt getragen, in Heidenau wurde sie von Menschen beschimpft, die es nicht ertragen, dass Flüchtlinge in einem ehemaligen Baumarkt außerhalb der Stadt einquartiert werden mussten, und Beatrix von Storch behauptet, dass die Kanzlerin sich nach Südamerika absetzen will. Aus Sicherheitsgründen. Für Pegida-Gänger ist Merkel, unter deren Regierung das Asylrecht so stark verschärft wurde wie seit den 90ern nicht mehr, ein rotes Tuch. Alleine schon mit den Verschwörungstheorien, die sich um sie ranken, könnte man wahrscheinlich Bücher füllen: Sie war Mitarbeiterin der Stasi, ihr Vater war Mitarbeiter der Stasi, ihre Mutter war Mitarbeiterin der Stasi, sie hat psychische Probleme, sie ist Illuminatin , Freimaurerin und Pegida NRW weiß schon seit Langem, dass Merkel eigentlich Jüdin ist (s.a. Jude, der). Immerhin: Irgendwas muss sie richtig gemacht haben, wenn Rassisten, Neonazis und Antisemiten sie alle hassen.

Auch mit M: Migranten, Multikulti, Meinungsterror, Maria statt Scharia

Mit N wie Nordafrikaner bis Z wie Zaun geht es weiter.

Stefan ist auf T wie Twitter.

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