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In Australien sind die Frauen die härtesten Proleten

„Molls" kennen keine Gnade. Diese aufgetakelten Frauen sind der furchteinflößendste Beitrag aus Down Under zur globalen Arschlochkultur.
09 April 2014, 2:05pm

Foto von Bradley Scott

Anfang dieses Jahres wurden zwei junge Frauen in Queensland dabei gefilmt, wie sie einen halb-blinden Aborigine im Rentenalter verbal und physisch angriffen und misshandelten. Dieses Video präsentiert der Welt den wirklich einzigartigen Beitrag  Australiens zur weltweiten Arschlochkultur: Die ‚Moll’ (zu Deutsch sowas wie Gangsterbraut/Schlampe). In den meisten Ländern gibt es laute und aggressive Jugendliche, aber nur in Australien findest du diese besondere Ausgeburt, die es schafft, ein rassistisches Gewaltverbrechen zu begehen und dabei 40 Dollar Schuhe, eine 300 Dollar Sonnenbrille, einen Cowboyhut und ein Cocktailkleid zu tragen.

Molls sind auf den ersten Blick nicht von anderen Mädchen zu unterscheiden. Ihre Kleider sind inspiriert von den Gewinnerinnen der Latin American Grammy Awards der frühen 2000er. Sie holen sich ihre Bräune aus der Tube und arbeiten in Läden, die Ice, Magnetic oder Xposed heißen. Was sie aber wirklich hervorhebt, ist die unbändige präzivilisatorische Aggression, mit der sie ihre eigenen Vorstellungen eines Kleinstadtmatriarchats durchsetzen. Sie kontrollieren alles und jeden um sich herum mit einer furchteinflößenden Mischung aus wettkampforientierter Sexualität, brodelnder Fiesheit und einem Selbstbewusstsein, dass von zu vielen Drinks kommt, die Schnaps und Wassermelone beinhalten.

Molls bewegen sich Tag und Nacht nur in Rudeln. Bevor es dunkel wird, ziehen sie in Jogginganzügen und zugespachtelt mit Make-up im Wert von 40 Dollarn marodierend durch Kaufhäuser und beschimpfen alle Verkäuferinnen als Schlampen, die nicht ihren Mitarbeiterrabat bei Cotton On Body [sowas wie Primark] mit ihnen teilen wollen. Wenn es dunkel wird, entledigen sie sich ihrer Fleece-Haut und entschlüpfen als kreischende und mit Klunkern behangene Schmetterlinge. Maximaler Effekt mit null Körperbehaarung. Fußballerfrauen ohne Fußballer, die sich nur für Temperaturen jenseits der 36 Grad Marke kleiden.

Foto von Bradley Scott

Der Grundpfeiler ihrer sozialen Interaktionen ist Alkohol. Am frühen Abend beginnen sie ihre Sessions mit Freunden auf den Terrassen der Häuser ihrer Eltern. Zuhause zu leben hat auch seine Vorteile: Du musst niemals lernen, selber die Wäsche zu waschen, du kannst über die vorzügliche Anlage deiner Eltern Jason Derulo hören und du kannst dein ganzes Erspartes dafür ausgeben, dich jede Freitag- und Samstagnacht mit deinen BFFs mit Alcopops zu besaufen.

Molls haben sehr komplizierte Mädchenfreundschaften, die ungefähr in der siebten Klasse entstanden sind und sich über Jahre von passiv-aggressivem Onlineverhalten behauptet haben. Du wirst sie schon kennen, bevor du sie jemals getroffen hast, da das Internet mit tausenden ihrer Selfies geflutet ist, die sie aufnehmen, sobald sich im 15 Meter Radius ein Badezimmer-Spiegel befindet. Deswegen kennst du nicht nur sie, sondern weißt auch direkt, wie die Badezimmer ihres gesamten Freundeskreises aussehen. Das sind die Leute, mit denen sie sich abschießen, bevor sie dann losziehen, um die Jungs zu treffen, die sie dann unter den Tisch saufen. Saufen hat dabei direkt mehrere Vorzüge: Es lockert dich genug auf, um erstens deine Brüste dem Partyfotografen bei der örtlichen Fleischbeschauveranstaltung zu zeigen und zweitens, wenn es sich gerade ergibt, jemandem die Fresse zu polieren.

Nach außen sehen sie vielleicht so aus wie ein paar Tussis, die sich einen Orgasmus nach dem anderen hinter die Binde kippen und sich einfach unglaublich gehen lassen, aber hinter dem ganzen Schauspiel steckt harte Arbeit. Das weibliche Arschloch in Australien führt einen ständigen Kampf, um mit den Jungs mitzuhalten. Das bedeutet, das Arschloch, das gerade gevögelt wird, zu demütigen.

Für sie zählt Stärke mehr als alles andere, deswegen wird sie sich auch niemals mit jemandem abgeben, den sie als „Weichei“ bezeichnen würde—gleichzeitig ist sie aber auch niemals unterwürfig. Sie zu daten heißt, gut an ihrer Seite auszusehen. Ihre Freunde sind vielleicht aufgepumpte Stiernacken, die ohne zu Zögern irgendwelche Typen umhauen, wenn sie einen gewissen Pegel erreicht haben, aber Zuhause werden sie dominiert und verlieren ihre Eier.

Sie trinkt, um einer von ihnen zu sein, aber auch um sie zu zerstören. Ihre Beziehungen sind etwas wirklich besonderes, weil es einfach nichts gibt, was das weibliche Arschloch lieber tut, als seine bessere Hälfte vor allen Freunden runterzumachen. Alle Typen sind diesen Frauen komplett ausgeliefert, was auch irgendwie großartig ist. Das nächste mal, wenn dir ein Typ über den Weg läuft, der um drei Uhr morgens einer geschockten Frau „Zeig uns deine Muschi!“ zuruft, erinnere dich einfach daran, dass Zuhause auf ihn dieses wirklich angsteinflößende Mädchen wartet, um sich über seinen komisch aussehenden Schwanz lustig zu machen, während die umstehenden Freunde vor lauter Lachen Bier und Doritos über dem Tisch verteilen.

Endlich sind junge Frauen dazu in der Lage, jungen Männern in einem wie auch immer gearteten sportlichen Wettkampf ernsthaft Paroli bieten zu können. Da die Idee des Wettkampfes in der australischen Kultur allerdings von jeher mit dem Trinken von Alkohol verbunden ist, geht es dabei in den allermeisten Fällen ums Saufen. Und sich zu besaufen, nachdem man seinen Körper in ein unfassbar unbequemes Outfit gezwängt hat, führt erfahrungsgemäß dazu, entweder mit der weniger attraktiven Freundin die Schuhe zu tauschen—oder jemanden zu verprügeln.

Foto von Sam Wong

Diese Frauen lieben es zu kämpfen. Du kannst es jedes Wochenende in jedem mit Prollmucke beschallten Club beobachten. Oft ist eine Kleinigkeit Auslöser für eine ausgewachsene Schlägerei. Madison hat mit Taz gevögelt? Tegan hat Amens Bacardi verschüttet? Stacey hat Sheryls Kleinwagen zerkratzt? Glaub mir, sie alle werden dafür ordentlich auf die Fresse bekommen. In anderen Ländern bestehen Schlägereien zwischen Mädchen meist daraus, sich herumzuschubsen, zu ohrfeigen und an den Haaren zu ziehen. Die Molls in Australien dagegen haben durch jahrelanges Training eine viel brutalere Prügelkultur etabliert und machen sich auch mal einen Spaß daraus, auf jemanden einzuschlagen, der bereits zusammengerollt am Boden liegt. Denn wenn Australien seine Kinder je etwas gelehrt hat, dann wie sie einander gegenseitig die Scheiße aus dem Leib prügeln.

Aber woher kommt es, dass die Australier denken, sie hätten ein Recht darauf? Vielleicht weil unser Land ein riesiger Kontinent mit der Einwohnerzahl eines Dorfes ist? Wohl kaum, aber trotzdem sollte man sich in einem Land, in dem es die Norm ist, weiß und wohlhabend zu sein, nicht darüber wundern, dass die Leute sich so verhalten, als würden sie von allem nur das Beste verdienen. Wir wachsen auf mit großen Erwartungen und verlangen, immer gut behandelt zu werden. Im Zusammenhang mit unserer Vorliebe für heftige Besäufnisse in der Öffentlichkeit hat diese Mentalität dazu geführt, dass sich quasi-Erwachsene verhalten wie riesige, muskelbepackte Kleinkinder, die anderen die Köpfe einschlagen.

Die australische Regierung hat es mit der Einführung von öffentlichen Ausgangssperren inzwischen geschafft, dem Lieblingshobby der Nation, der grundlosen Straßenschlägerei, den Garaus zu machen, während die Bußgelder für Tätlichkeiten im Sport, unserem anderen Lieblingshobby, so hoch sind wie nie zu vor. Die Tanzfläche eines Clubs am Freitagabend ist also der einzige Ort, an dem wir unserem Bedürfnis, jemandem ordentlich eine reinzuhauen, noch ungehindert nachkommen können. Und kein Gesetz, keine wohlmeinenden Vorbilder und nicht mal eine gesamte Einsatzstaffel der Polizei werden eine Moll jemals davon abhalten können, der nächsten Schlampe, die es verdient hat, eine Lektion zu erteilen.

Von außen betrachtet könnte man Australiens hyperagressive Alpha-Weibchen sogar ein bisschen bewundern. Für ihre physischen Kräfte, ihre Dominanz über unterwürfige Brutalo-Männer und dafür, dass die Freundschaft untereinander für sie oberste Priorität hat. Fast liest sich ihre Geschichte wie ein Beweis für die Macht des weiblichen Geschlechts—zumindest aber als ein Beweis dafür, dass aggressive, betrunkene Frauen genauso große Arschlöcher wie aggressive, betrunkene Männer sind.