Clemens Haipl—bekannt aus Funk, Fernsehen und Penisneid-Gesprächen mit Christopher Just—hat für uns seine Gedanken zum Thema Kiffen in Wort und Bild gepackt.
Zeichnung von Clemens HaiplKiffen … ich weiß nicht. Ich kriege einen trockenen Mund davon und einen Mörder-Appetit. Also muss ich viel trinken und viel essen. Ersteres führt dazu, dass ich nachher nicht weiß, ob ich fett oder stoned bin, zweiteres macht es dick. Also alles in allem kein Bringer in dem Sinn.Ich mag aber die Pflanzen sehr gerne. Sehen hübsch aus, riechen gut, und sind leichter zu ziehen als man glaubt. Ein kleiner Garten, Balkon, viel Sonne, basta. Man muss halt frühzeitig erkennen, welche Männnlein und welche Weiblein sind. Sonst pudern die Gfraster und machen Samen statt THC, was nicht im Sinne des Rausches ist.
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Egal: Ich habe also vor Jahren aus rein botanischer Leidenschaft Marihuana angebaut (neben Litschi und Petersilie—die habe ich auch hübsch gefunden). Weil ich aber nicht selber kiffe, habe ich die Ware ausnahmslos hergeschenkt. Das hat mir viele neue Freunde gebracht. Und lecker Kekse habe ich auch gebacken. Das hat mir viel Spaß gebracht. Wenn Leute nicht wissen, was die genauen Zutaten der Backwaren sind, mal kräftig zulangen und eine halbe Stunde später durch die Wohnung schweben, haben alle was davon.So. Jetzt ist es aber so, dass kurz nach dem 11. September 2001 eine gewisse Unlockerheit vor den Synagogen im zweiten Bezirk herrschte und Polizei im großen Rahmen vorhanden war.Ich—gerade den Führerschein geschafft—fahre mit dem alten Fiat von Mutter durch die Leopoldstadt, will abbiegen, gebe den Blinker raus und sehe eine Straßensperre vor einer Synagoge. Hätte ja sein können, dass ich eine Bombe im Auto habe.In dem Moment fällt mir ein: Bombe habe ich gerade keine bei mir, aber der Kofferraum ist vollgepackt mit drei riesigen (das meine ich schon so—2 Meter 40 IST riesig—ich habe einen grünen Daumen) Marihuana-Stauden. Das ist jetzt aber blöd. Kein Kieberer der Welt glaubt mir das. „Nein, ich kiffe nicht, bin kein Dealer, ich mag nur die Pflanzen und verschenke sie im Freundeskreis“. Auch wenn es gestimmt hat! Ich schwöre!!!!So schnell habe ich vorher und nachher nie wieder das Lenkrad herumgerissen und bin dann doch einen Umweg gefahren.Und jetzt zur Moral von der Geschichte: Scheißt euch nicht an! Ist es nicht völlig egal, ob das Zeug legal ist oder nicht? Genauso gut könnte man Pornos verbieten. Wer’s mag, konsumiert es ja sowieso. Der einzige Unterschied ist: Gras wird teurer, wenn es illegal ist. Das schadet nur den Menschen, die nicht Fiona Grassers Geistesblitz Folge leisten können und keinen Balkon oder Terrasse haben, wo sie Gemüse anbauen könnten. Wer sich abservieren will, macht das mit Wodka, Tabletten oder ich weiß nicht was Legalem, aber nicht mit Marihuana. Sind einfach schöne Pflanzen und riechen gut. Man bringe die Papers!
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