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Die kambodschanische Organisation, die pädophile Sextouristen aufspürt

Action Pour Les Enfants stand beim Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern in Kambodscha an vorderster Front. Dann wurde der ehemalige Leiter der Organisation selber wegen Verdachts auf Kindesmissbrauch verhaftet.

von Simon Henderson und Peter Holslin
30 Oktober 2015, 3:30pm

Der mutmaßliche Sexualstraftäter Michael Jones | 2014 von APLE fotografiert | Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Action Pour Les Enfants

Rong Rattana beobachtete ihn. Rattana, ein Kinderschutzkoordinator für die kambodschanische Nichtregierungsorganisation Action Pour Les Enfants (APLE), war dem Amerikaner auf den Fersen, seitdem er gesehen hatte, wie dieser mit einem kleinen kambodschanischen Jungen auf einem Motorrad durch die Stadt Siem Reap gefahren war. Über mehrere Monate waren Rattana und andere APLE-Ermittler dem Mann auf Schritt und Tritt gefolgt.

Der Amerikaner lebte in den Ausläufern der Stadt in einer 1,2 Millionen US-Dollar teuren Villa mitsamt Pool und Wasserrutsche. Jack Sporich war ein Ingenieur im Ruhestand, der von Arizona nach Kambodscha gezogen war, nachdem er für seine Vergehen an kleinen Jungen neun Jahre im Gefängnis und drei in einer staatlichen Einrichtung verbracht hatte.

APLE-Ermittler stellten Sporichs Haus unter Beobachtung. Sie beobachteten es rund um die Uhr und sahen drei kleine kambodschanische Jungen kommen und gehen. In späteren Befragungen, die detailliert in den Gerichtsakten einzusehen sind, erzählten die Kindern den APLE-Ermittlern, dass sie Sporich „Dad" nannten. Er gab ihnen Geld für die Schule und ließ sie an seinem Computer spielen. Sie erzählten APLE weiter, dass er im gleichen Bett mit ihnen schlief, mit ihnen badete und ihnen dabei manchmal zwischen die Beine griff und mit ihren Genitalien spielte.

Die Ermittlungen der kambodschanischen Organisation—die dann im April 2009 in einer Anklage gegen Sporich zusammengefasst wurden—führten direkt zu Sporichs Verhaftung und seiner Auslieferung in die Vereinigten Staaten, wo er sich vor einem Gericht verantworten musste. Letzten Monat wurde der inzwischen 81 Jahre alte Sporich für den Missbrauch von zwei der Jungen zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt—ein großer Erfolg für APLE.

APLE steht bei der Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern in Kambodscha an vorderster Front und hat sich über die Jahre mit seinem kompromisslosen Ansatz einen Namen gemacht. Mit einem Team aus verdeckten Ermittlern und einem Informanten-Netzwerk hat es sich die Organisation zur Aufgabe gemacht, westliche Touristen aufzuspüren, die Kambodscha—eins der ärmsten Länder Südostasiens—jahrelang als Paradies für käuflichen Sex mit Minderjährigen und sexuelle Ausbeutung kleiner Kinder betrachtet hatten.

APLEs Bemühungen haben zu zahlreichen Verurteilungen geführt und konnten Hunderte Kinder vor sexuellem Missbrauch retten. Mit der Zeit wurde die Organisation zu einem wichtigen Verbündeten der kambodschanischen Polizei und der US Immigration and Customs Enforcement-Behörde (ICE)—einer Behörde des Ministeriums für innere Sicherheit, das seine eigene Ermittlungsabteilung für Fälle von Kindesmissbrauch hat. Die Organisation musste im Internet aber auch schon eine Menge Kritik einstecken—einige der Gegner verteidigen dabei aktiv ein paar der verurteilten oder angeklagten Sexualstraftäter, deren Verhaftung sie für ungerechtfertigt halten. In den letzten Monaten haben Tatvorwürfe gegen einen ehemaligen APLE-Leiter jedoch angedeutet, dass Fälle wie der von Sporich—so verstörend sie auch sein mögen—nur einen Teil eines komplexen und tieferliegenden Problems darstellen.

„The Pedophile Hunter, Part IV", Video via APLE auf YouTube

Kambodscha ist als Reiseziel für Sextourismus bekannt. Während viele erwachsene Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter mehr oder weniger freiwillig daran teilhaben, wird das Land auch von der düsteren Vergangenheit solcher Rotlichtviertel wie Svay Pak verfolgt—einem Dorf an den äußeren Rändern der Hauptstadt Phnom Penh, wo Bordelle ganz offen Mädchen anboten, die nicht älter als fünf waren. Der „Jungfrauenhandel" lockte dann auch noch die gewissenloseste Kundschaft überhaupt aus dem In- und Ausland dorthin.

Kindesmissbrauch blieb in Kambodscha lange Zeit ungeahndet, zum Teil auch weil die Regierung von Premierminister Hun Sen von Korruption gebeutelt war und ihr die nötigen Ressourcen fehlten. Mitte der 2000er Jahre änderte sich das aber, nachdem die Regierung begonnen hatte, eng mit Ländern wie den USA und Australien zusammenzuarbeiten, ausländische Täter verhaftete und sie in ihre Heimatländer auslieferte, wo sie vor Gericht gestellt wurden. Die Vereinigten Staaten verbesserten mit dem Protect Act von 2003 noch einmal ihre Handhabe, indem sie es für Staatsbürger und Einwohner mit permanentem Wohnsitz illegal machten, im Ausland Sex mit Minderjährigen zu haben—ein Verbrechen, das mit bis zu 30 Jahren Gefängnis geahndet wird.

Aber keine dieser Bemühungen wäre auch nur ansatzweise so erfolgreich gewesen, wenn es APLE nicht gegeben hätte. Die Organisation hat Verdächtige meistens schon vor allen anderen im Visier. Die Gruppe wurde 2003 von dem französischen Aktivisten Thierry Darnaudet gegründet und ist seitdem unglaublich einflussreich geworden. Auch wenn sie auf einem recht bescheidenen Level operiert (laut ihrem Finanzbericht von 2014 hatte die Organisation über ein jährliches Einkommen von 519.213 US-Dollar und Ausgaben von 491.834 US-Dollar), arbeitet sie mit dem Segen des kambodschanischen Innenministeriums auch eng mit der amerikanischen Strafvollzugsbehörde zusammen. Samleang Seila, dem Präsident von APLE, zufolge bevollmächtigt ein von der Regierung herausgegebenes Memorandum of Understanding die Gruppe zu ihren eigenen Ermittlungsarbeiten, damit sie die staatlichen Behörden bei ihrer Arbeit unterstützen können.

„Wenn APLE nicht ermittelt hätte, hätte es wahrscheinlich niemand anderes gekonnt oder getan." - Alastair Hilton

„Jeder Bereich in Kambodscha, egal ob Bildung, Landwirtschaft oder Tourismus ist von NGOs unterstützt worden. Unser Modell hat sich in Entwicklungsländern bewährt und wir sind der Meinung, dass die kambodschanische Polizei bald wohlhabend und gesund genug ist, sich alleine um diese Fälle zu kümmern", sagte Seila gegenüber VICE.

Laut dem kambodschanischen Innenministerium haben APLE-Ermittlungen dazu geführt, dass mehr als 680 Kinder vor sexuellem Missbrauch gerettet werden konnten—55 Prozent davon Jungen, 46 Prozent Mädchen. Die Gruppe betreibt außerdem eine Hotline, die letztes Jahr 227 Mal angerufen wurde, was wiederum zu 23 Verhaftungen führte—sie bietet außerdem kostenlose Rechtshilfe und sozialen Beistand für Kinder und Familien an, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind.

Nichtsdestotrotz ist APLE nur ein Spieler in diesen oftmals unglaublich komplizierten internationalen Straffällen. Nehmen wir den Fall von Ronald Gerard Boyajian, einem Amerikaner, der 2009 zusammen mit Sporich und Erik Leonardus Peeters im Zuge einer amerikanisch-kambodschanischen Initiative namens „Operation Twisted Traveler" verhaftet worden war. An den Ermittlungen waren APLE, die kambodschanische Polizei, das FBI und das ICE beteiligt.

Boyajian wird zur Last gelegt, einem zehnjährigen vietnamesischen Mädchen 20.000 kambodschanische Riel (etwas weniger als 5 Euro) für Oralsex gezahlt zu haben. Laut der Anklage vor dem zentralen Bezirksgericht in Kalifornien wurden die Ermittlungen durch APLE in Gang gesetzt, deren Ermittler beobachtet hatten, wie Boyajian ein Kinderbordell in Svay Pak besucht hatte. Wie man in den Gerichtsakten nachlesen kann, identifizierte das Mädchen später Boyajian anhand von Fotos und sagte, dass sie ihn mehrmals getroffen hatte. Sie erwähnte auch, dass er bei einem Treffen zu dem Mädchen auf Vietnamesisch gesagt habe: „An die Arbeit, Kind."

Boyajian, der 1994 bereits für sexuellen Missbrauch von Jugendlichen in 22 Fällen in den USA verurteilt worden war, plädierte auf Nichtschuldig und holte sich einen erfahrenen Anwalt aus Beverly Hills, Danny Davis, der selber in Kambodscha Ermittlungen durchführte und so die Anklage ins Wackeln brachte. Davis suggerierte, dass die Aussage des Opfers nicht konsistent sei, und versuchte 2012 gar den ganzen Fall zum Erliegen zu bringen, indem er die Anklage als verfassungswidrig bezeichnete—ohne Erfolg.

Das war aber nur der Anfang von dem, was sich noch als eine Saga epischen Ausmaßes voller Hürden und Verzögerungen herausstellen sollte. Boyajians Fall dümpelte nur mit äußerst geringen Fortschritten mehrere Jahre vor sich hin. Nach diversen Aufschiebungstaktiken ist für den 3. November nun ein neuer Verhandlungstermin angesetzt, aber sein vom Gericht gestellter Assistent, George Buehler, sagt, dass es wahrscheinlich zu einer weiteren Verzögerung kommen wird.

APLE-Ermittlungen führten zu der Verhaftung von drei kambodschanischen Frauen, denen schwere Zuhälterei und Aufforderung zur Kinderprostitution vorgeworfen wird.

Es ist klar, dass die APLE-Ermittlungen keine gerichtsbaren Volltreffer garantieren. Carol Smolenski, die Leiterin von ECPAT USA, einer Gruppe zur Bekämpfung von Kinderhandel, sagt, dass diese Anklagen gegen amerikanische Sextouristen, die es auf Minderjährige abgesehen haben, vor allem für die jungen Überlebenden der Übergriffe besonders hart sein können, die in die Vereinigten Staaten reisen müssen, um dort vor Gericht auszusagen. Im Zuge dessen kann es passieren, dass durch ihre Zeugenaussage alte Traumata wieder hervorgebracht werden—und außerdem sind sie besonders Anfällig für die scharfe Befragung durch die Verteidiger, die alles in ihrer Macht tun, um sie zu diskreditieren.

„Ich erinnere mich noch, wie ich mit ein paar Ermittlern darüber gesprochen habe, ob man die Kinder nicht zu einem Vergnügungspark bringen kann, weil sie zehn Tage in dem Hotel waren. Und es waren schließlich Kinder! Die waren total eingeengt", sagte Smolenski in Bezug auf einen Fall vor einem US-Gericht. „Aber sie können sie nicht in einen Vergnügungspark bringen, weil die Verteidigung das dann ausnutzen könnte. Sie könnten dann argumentieren, dass die Kinder nur aussagen, weil sie verwöhnt wurden."

In Kambodscha ist der Einfluss von APLE weiter gewachsen. Das hat, wie das dann oft der Fall ist, zu Anschuldigungen geführt, dass die Gruppierung zu mächtig geworden sei. Einer der vehementesten Kritiker ist der australische Filmemacher und Blogger James Ricketson, der mittlerweile zum größten Fürsprecher eines verurteilten Vergewaltigers namens David Fletcher geworden ist. In seinem Blog attackiert Ricketson die Gruppierung und ihren Gründer und weist auf bestimmte Dinge hin, die er für besonders stichhaltige Hinweise dafür sieht, wie wenig stichhaltig die von APLE gesammelten Beweise sind, mit denen Verdächtige überführt werden. Kurz gesagt: Ricketson ist der Meinung, dass die kambodschanischen Behörden der Organisation zu viele Freiheiten erlauben.

„Von APLE gesammelte Beweise sollten von den Anwälten des Beschuldigten infrage gestellt werden, aber die Glaubhaftigkeit der APLE-Beweise wird vor kambodschanischen Gerichten nur selten angezweifelt", sagte Ricketson in einer E-Mail an VICE. „Das ist lediglich eine Reflektion über die Inkompetenz des kambodschanischen Rechtssystems—nicht über APLEs überragenden Ermittlungstechniken. Die kambodschanische Regierung muss endlich aufhören, die Überwachung des kambodschanischen Rechts an NGOs wie Action Pour les Enfants auszulagern, ohne diese zu kontrollieren."

Seila wehrte sich gegen die Kritik und sagte, dass diese einer falschen Wahrnehmung von APLEs Vorgehensweise geschuldet sei.

„Die Leute scheinen den Eindruck zu haben, dass wir unsere Ermittlungen ganz eigenständig durchführen. Alles, was wir unter den Bedingungen unseres Innenministeriums machen, ist, die Verdächtigen zu identifizieren, Informationen weiterzugeben und Vorermittlungen durchzuführen", sagte er. „Wir sammeln keine Beweise—wir unterstützen die kambodschanische Polizei bei ihren Ermittlungen und unsere Rolle besteht vor allem darin, die Kinder bei ihren Aussagen während der Gerichtsprozesse zu unterstützen."

Die US-Botschaft in Kambodscha sowie ein Sprecher des ICE haben es abgelehnt, für diesen Artikel Kommentare abzugeben. Doch die Gruppe hat auch die Unterstützung weiterer kambodschanischer Gruppen, die sich dem Kampf gegen die Ausbeutung von Kindern verschrieben haben, wie First-Step Cambodia, eine NGO, die Überlebenden des sexuellen Missbrauchs Ressourcen zur Verfügung stellt. Alastair Hilton, der Fachberater und Mitgründer der NGO ist, sagte: „APLE unterstützt seit Jahren gemeinsam mit vielen anderen regionalen und internationalen Organisationen das Innenministerium mit Ressourcen und Ausbildungen, um das Eingreifen in Fällen des Kindesmissbrauchs zu bessern und Kinder sowie andere Missbrauchsgefährdete besser zu schützen. Dazu hat in vielen Fällen auch ein Informationsaustausch gehört, der die Festnahme einer großen Anzahl von Khmer und internationalen Bürgern nach sich gezogen hat."

Grundsätzlich sei es völlig legitim, dass eine Privatorganisation die Regierung mit Ressourcen und Anhaltspunkten unterstütze, sagt Diane Marie Amann, eine Professorin für internationales Strafrecht an der University of Georgia School of Law.

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„Ich denke, dass eine Zusammenarbeit mit der sogenannten Zivilbevölkerung immer etwas Positives ist", sagte Amann. „Strafjustizsysteme brauchen generell Ressourcen, und wenn es Privatorganisationen gibt, die sich mit der Problematik auskennen, die vielleicht besseren Zugang zu oder den Erstkontakt mit Opfern haben, dann ist es definitiv angemessen, dass sie einen Beitrag leisten."

Dennoch, in einem Land, in dem es wöchentlich Schlagzeilen über Pädophile gibt, legen die aktuellen Ereignisse nahe, dass niemand über den Verdacht erhaben sein sollte—nicht einmal APLE.

Diesen März fielen Dutzende kambodschanische Polizisten und Regierungsbeamte in einer Schule und einem Waisenhaus in Phnom Penh ein. Der Komplex hieß Our Home und bot mehr als 60 Kindern ein Zuhause, die allesamt schnell evakuiert und in drei verschiedene Kinderschutzeinrichtungen in Kambodscha verlegt wurden. Die Kinder schleppten ihre Sachen in schwarzen Plastiktüten und wirkten verwirrt und verängstigt, als man ihnen auf Pick-up-Ladeflächen half. Derweil verhaftete die Polizei den Besitzer von Our Home, Hang Vibol.

Die Vorwürfe gegen ihn waren schockierend. Jahrelang war Vibol im Kampf gegen die Kinderausbeutung aktiv gewesen, doch in den letzten Jahren war er zum Ziel von APLE-Ermittlungen geworden. Nun wurde ihm zur Last gelegt, 2013 und 2014 mindestens neun in Our Home lebende Minderjährige missbraucht zu haben.

Vibols erste Gerichtsverhandlung fand diesen Monat unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Er hat vom Gefängnis aus seine Unschuld beteuert und behauptet, die Vorwürfe gegen ihn seien erfunden, als Teil eines persönlichen Fehde, die mit seinem Ausstieg aus APLE 2004 ihren Anfang genommen habe. Vibol sagt, er sei aufgrund ihrer Taktiken aus der NGO ausgetreten. In einem Brief, den er im März an VICE schickte, schrieb Vibol, er sei vor seiner Festnahme sogar bereit gewesen, in Boyajians Fall auszusagen.

„Ich war gegen die Arbeit von APLE", schrieb Vibol in dem Brief. „APLE führt Aktivitäten durch, für die es nicht qualifiziert ist, indem es sich in Polizeiarbeit einmischt. Sie [nutzen] die Armen, bei denen es sich um die Opfer handelt, indem sie ihnen Essen geben und sie darin schulen, von den Beschuldigten Schmerzensgelder zu verlangen."

Vibol hat auch Vorwürfe des sexuellen Kindesmissbrauchs und der Veruntreuung gegen den APLE-Gründer Thierry Darnaudet vorgebracht. Dardaunet (der nicht länger für APLE arbeitet) ist nun dabei, Vibol wegen übler Nachrede zu verklagen.

„Zuerst hat es wehgetan, als ich diese Dinge über mich, Seila und APLE im Internet lesen musste", schrieb Dardaunet in einer E-Mail an VICE. „Dann habe ich gelacht, weil diese Vorwürfe so fantastisch sind, dass ich völlig sprachlos war, wie viel Zeit und Interesse manche Menschen haben, wenn es um Verschwörungstheorien geht. Es tut mir leid für Seila, da ich weiß, wie hart er arbeitet und wie ehrlich, gewissenhaft und integer er ist."

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Vibols Festnahme hat sich für APLE als eine recht kontroverse Angelegenheit herausgestellt. Die Anklagepunkte stammen aus einer APLE-Ermittlung gegen ihn, und nach seiner Festnahme stellte Dr. Kek Pung, die Leiterin der kambodschanischen Menschenrechtsorganisation Licadho, die Frage, ob es nicht einen Interessenkonflikt darstelle, wenn APLE gegen seinen ehemaligen Direktor Ermittlungen wegen Sexualstraftaten durchführe. APLE wies dies schnell von sich. Seila, der Präsident von APLE, sagte dieses Jahr der Zeitung The Cambodia Daily gegenüber, Dardaunet habe sich im August 2014 von APLE getrennt, kurz bevor die Ermittlungen gegen Vibol angefangen hätten.

Die Organisation First-Step Cambodia hilft nun den Kindern, die aus Our Home evakuiert wurden, sowie den Dutzenden anderen, die gegen Vibol aussagen. Hilton, der Berater und Mitgründer, glaubt weiterhin an APLE. Er verwies darauf, dass APLE trotz allem die kambodschanischen Bemühungen anführe, Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen und seine Opfer zu retten.

„Wenn APLE nicht ermitteln würde, ist es unwahrscheinlich, dass es sonst jemand könnte oder tun würde", sagte Hilton.