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Überlebensstrategien gegen den Tod von oben

Der Drone Survival Guide eines niederländischer Designer liefert die ultimativen Abwehrtaktiken gegen Drohnen. Verstecken, Blenden und Abstürzen lassen—alles potenziell geeignet für den Heimgebrauch.
7.1.14

Durch Angriffe unbemannter US-Systeme sind im vergangen Jahr hunderte Menschen in Pakistan, im Yemen und in Somalia ums Leben gekommen. Die drei Länder sind die Hauptzielgebiete der geheimen Drohnenoperationen der US-Regierung—die dabei auch auf freundliche Unterstützung anderer Länder wie Großbritannien, Deutschland oder Österreich zählen kann. Für westliche Regierungen gelten bewaffnete Drohnen als nötiges Übel in ihrem Kampf gegen den Terror. Gerne wird auf die schönen Erfolgsgeschichten verwiesen, wie die Angriffe auf Abu Yahya al-Libi, dem Vizechef von al-Qaida, oder auf Hakimullah Mehsud, den Anführer der pakistanischen Taliban. Auch wenn solche Operationen die Taliban theoretisch schwächen, so treffen scheinbar weniger als zwei Prozent der Drohnenangriffe tatsächlich sogenannte „high-profile targets“, während viele Attacken Opfer unter Kindern, Zivilisten und verdächtigen Kämpfer fordern.

Vor dem Hintergrund dieser „hit-and-miss“ Strategie hat Ruben Pater, ein Designer aus den Niederlanden vor kurzem seinen Drone Survival Guide entwickelt. Die Anleitung zeigt die Umrisse der am häufigsten verwendeten Drohnen—vom „Reaper“ bis zum „Killer Bee“—und gibt Informationen zum Blenden, Hacken und Übernehmen von Drohnen. Der Guide kann in 27 verschiedenen Sprachen heruntergeladen werden.

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„Viele Menschen sind verunsichert und fasziniert von Drohnen“, sagt Ruben, „aber sie wissen gar nicht wirklich, was die Möglichkeiten und Schwächen einer solchen Technologie sind. Wenn du einmal verstanden hast, was eine Drohne überhaupt kann, dann hörst du auf dir blind Sorgen zu machen; dann könnten wir könnten Methoden entwickeln, um uns zu schützen.“

Die Überlebensanleitung besteht aus zwei Teilen: Drohnen hacken und sich vor Drohnen verstecken. „Wenn Glasstücke oder andere reflektierende Materialien auf einem Dach montiert werden, verwirrt dies die Kamera der Drohnen“, wird uns an einer Stelle empfohlen. „Durch das Übertragen auf unterschiedlichen Frequenzen […] kann die Verbindung zwischen der Drohne und ihrem Piloten unterbrochen werden.“

Ruben versteht seinen Drone Survival Guide als ein Kunstprojekt zur Schaffung von Bewusstsein und Aufmerksamkeit—weniger als eine konkrete Anleitung zum Überleben eines Predator Drohnenangriffs. Es betont, dass er aus Angst vor böswilligem Missbrauch sehr vorsichtig war: „Ich habe genau darauf geachtet, nur Informationen zusammenzutragen, die öffentlich auf Nachrichtenseiten verfügbar sind,“ sagte er. „Die [Techniken], die ich für den Guide ausgewählt habe, beziehen sich darauf, die Überwachung abzuschütteln oder die Sensoren von Drohnen zu verwirren—es geht nicht darum sie abzuschießen.“

Auf motherboard könnt ihr mehr über den Drone Survival Guide lesen: